- Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
- Verlag: Diana Verlag (14. April 2015)
- ISBN-10: 3453291689
- ISBN-13: 978-3453291683
- Genre: Roman
Diana Kurzbeschreibung (gekürzt):
1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld ...
Meine Bewertung: fantastische * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Bereits "
Die Schwestern von Sherwood" haben mich vor fast 2 Jahren, als ich den Roman von Claire Winter gelesen habe, begeistert. Es wurde mein Monats-Highlight und auch mein Jahres-Highlight im Genre "Historische Romane". Deshalb fieberte ich dem Erscheinen des neuen Romanes der Autorin entgegen und "Die verbotene Zeit" war schon monatelang vor dem Erscheinungstermin auf meiner Wunschliste. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich es vom Diana Verlag durch das Bloggerportal erhalten habe und als es bei Lovelybooks auch eine Leserunde mit der Autorin dazu gab, habe ich mich eingeklinkt. Das war eine richtig gute Idee!
Und nun habe ich diesen großartigen Roman beendet und bin richtig traurig darüber, dass ich das Buch nun schon ausgelesen habe und nicht mehr in die Geschichte von Edith, Dora, Paul, Jules, Carla und David eintauchen kann. Schon lange hat mich kein Buch mehr so überwältigt und mich auf eine ereignisreiche Zeitreise in die 70-iger und in die 30-iger Jahre mitgenommen. Ihr merkt schon, ich bin richtig begeistert von diesem Buch. Worum geht es?
Die
Handlung wird auf zwei Zeitebenen aufgeteilt, die perfekt
miteinander verbunden sind. Die Geschehnisse gehen
vorbildlich ineinander über. Jedes Kapitel trägt den Namen der Person,
aus deren Sicht die Vorkommnisse geschildert werden, sowie die
zeitlichen Angaben.
Oft bevorzuge ich bei Romanen mit zwei Erzählsträngen die Geschichte aus
der Vergangenheit, doch in diesem Roman hatte ich keine bevorzugte Zeit
und auch nicht das Gefühl immer wieder aus den Zeitepochen
herausgerissen zu werden.
Cornwall 1975:
Die Gefühlswelt der englischen Journalistin Carla Whiteman ist seit einem Autounfall vor einigen Monaten ziemlich durcheinander geraten, denn seitdem kämpft sie gegen ihren Gedächtnisverlust an. Die Ereignisse des letzten halben Jahres sind wie ausradiert und das eigenartige Verhalten ihres Ehemannes und ihres Vaters machen die Sache nicht gerade bessser. Carla hat das Gefühl, dass beide Männer versuchen ihr etwas zu verheimlichen. Auch ihre plötzliche innere Distanz zu ihrem Ehemann Tom scheint dies zu bestätigen. Als Carla in ihrem Adressbüchlein eine ihr unbekannte Nummer findet, hat sie den Journalisten David Gray an der Strippe. Er erzählt ihr, dass er sie vor einem halben Jahr kontaktiert hat, weil er für seinen
alten jüdischen Freund und Violinisten Jules Cohn nach Edith von Stettenheim sucht, die eine sehr enge Freundin von Carlas Mutter Dora war. Doch Carla kann sich weder an eine Frau mit diesem Namen erinnern, noch ist der Name Edith jemals im Elternhaus gefallen. Carla versucht durch Fragen an ihre Mutter diese Frau ausfindig zu machen, doch sie kann nicht mit der Hilfe von Dora Behringer zählen. Diese lebt seit dem Verschwinden von Carlas Schwester Anastasia völlig zurückgezogen in einem Sanatorium und hat nur zweitweise lichte Momente. Doch Carla gibt nicht so schnell auf und findet Puzzlestein um Puzzlestein. Schließlich verlässt sie England um in Berlin, der ehemaligen Heimat ihrer Eltern, nach der Vergangenheit zu suchen.
Im ersten Erzählstrang begleiten wir Carla in den
Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts bei der Suche nach ihren verlorenen Erinnerungen und daraus resultierend bei ihren Nachforschungen in der Vergangenheit. Und so beginnt für den Leser eine kleine Zeitreise in das
Berlin um 1922.
Es ist Nach- bzw. Vorkriegszeit und der Leser erfährt die Geschichte von Dora, Carlas Mutter, Edith, Paul und Jules.
Dora und Edith kommen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Doras Mutter arbeitet als Hausangestellte bei den Eltern von Edith, einer Fabrikantenfamilie, die in einer stilvollen Villa leben und die Kunst lieben. Nach einem Vorfall, bei dem Dora Edith das Leben rettet, werden die beiden Mädchen die besten Freundinnen. Diese innige Freundschaft überdauert auch die schweren Kriegsjahre und die Verfolgung der Juden durch die Nazis. Beide Mädchen haben Freunde aus verschiedenen Schichten und Religionen und versuchen sich so gut es geht aus der Politik herauszuhalten. Doch dies ist in der Zeit um Hitlers Machtergreifung schwer durchführbar und so gerät auch das Leben der beiden Freundinnen aus den Fugen.....
Die
Charaktere sind detailliert beschrieben und wirken sehr lebendig. Nach und nach wachsen sie einem mehr oder weniger ans Herz. Es gibt keine nur Guten oder Bösen, sondern jeder von Ihnen hat seine dunklen Geheimnisse.
Der
Spannungsbogen baut sich von der ersten Seite mit dem rätselhaften Prolog bereits auf und steigt stetig an. Ich konnte das Buch
einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Story hat mich
unheimlich
gefesselt und die sehr
emotionale Erzählweise und die wunderbare bildhafte Beschreibung hatten eine richtige Sogwirkung auf mich, genauso wie die Berichte aus der Vorkriegszeit, der
Judenverfolgung und das Ende des Krieges. Sehr bewegend und authentisch durchlebt der Leser die brutalen
Übergriffe, die Enteigungen und Verhaftungen der jüdischen Bevölkerung
in der Hauptstadt. Man spürt richtig die Verzweiflung und die Angst in
den Straßen Berlins. Der geschichtliche Hintergrund wurde von der Autorin sorgfältig und sehr genau rechercheirt und so großartig mit der Handlung verbunden, dass man sehr lebendigen Geschichtsunterricht hat.
Schreibstil:
Schon bei "Die Schwestern von Sherwood" hat mich der wunderbare und bildhafte Schreibstil der Autorin gefesselt und beeindruckt. Die menschlichen Schicksale während der Kriegs- und Nachkriegszeit gehen
sehr zu Herzen. Sie haben mich innerlich sehr aufgewühlt und noch nach
Tagen meine Gedanken beherrscht.
Fazit:
Am liebsten würde ich sechs von fünf Sternchen geben! =) Dieser wunderbare und sehr berührende Roman hat mich gefesselt, mich mitleiden und mitfiebern lassen. Der großartige Schreibstil tat sein übriges und ich bin restlos begeistert!
Ein absolutes Lese-Highlight! Meine Leseempfehlung für diesen fantastischen Roman!
Vielen Dank ans Bloggerportal, den Diana Verlag und auch an die Autorin Claire Winter, die mich mit meinem Exemplar bei der Lovelybooks Leserunde mitlesen ließ und meine Fragen beantwortete.