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Letzter Landler - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag, 1. Auflage (19. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709979986
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709979983
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 13 um Franz Gasperlmaier



Haymon Kurzbeschreibung:
Im Ausseerland muss der Bär nicht alleine steppen. Denn neben dem Wiener Staatsopernballett gastieren auch die kanadischen Eltern von Franz Gasperlmaiers Schwiegertochter Richelle in Bad Aussee. Statt noch schnell seine lückenhaften Fremdsprachenkenntnisse aufzupolieren, muss der bodenständige Polizist Gattin Christine ins Ballett begleiten. Am schönen blauen Altausseer See tanzt am selben Wochenende dann auch noch der Tod Landler: Eine der Musikerinnen spielt bei der Aufführung ihren allerletzten Ton. Nicht nur Gasperlmaier wird da auf Misstöne im Orchesterensemble aufmerksam. Die große Frage: Wer teilt hier neben einer Begeisterung für Musik auch das Bett … und vielleicht sogar illegale Substanzen?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
"Letzter Landler" ist bereits der 13. Fall um Franz Gasperlmaier, dem urigen Bezirksinspektor 
in Altaussee. Man kann diese Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle immer wieder doch mit Band 1 zu beginnen.

Gasperlmaier bekommt Besuch von den kanadischen Schwiegereltern seines Sohnes. Seine sehr maroden Englischkenntnisse hat er noch schnell ein bisschen aufpoliert. Doch der Aufregung nicht genug: seine Christine möchte mit ihm ins Staatsopernballett, welches in Bad Ausssee gastiert. Davon ist der Franz überhaupt nicht begeistert, doch zu seiner Überraschung gefällt ihm die Aufführung besser, als gedacht. Das liegt vor allem an einer Geigerin im Orchester, die ihn fasziniert. Leider findet er genau diese junge Musikerin am nächsten Morgen tot vor einer Kapelle auf.
Zusammen mit Kollegin Emina beginnt er -  zwischen gesellschaftlichen Pflichten und erhoffter Familienzeit - zu ermitteln. Verdächtige gibt es genug, denn sowohl das gesamte Orchester, als auch das Ballettensemble steht im Mittelpunkt der Untersuchungen. Dabei hilft oft nur ein Schnapserl mit seinem Nachbar Dr. Altmann und das Gulasch dessen Frau. Als es ein zweites Todesopfer gibt, heißt es sich ranzuhalten...

Obwohl die Ausseer Krimis von Herbert Dutzler humorvoll und kurzweilig sind, spricht er immer wieder ernste und brisante Themen an. Da geht es um die Billigproduktion von österreichischer Trachtenmode, russischen Investoren, Massentourismus, Castingshows usw. Diesmal sind die Themen Frauenfeindlichkeit und Drogenmissbrauch. Gesellschaftskritik findet man in jedem seiner Regionalkrimis.
Sorgen macht ihm auch sein neuer Kollege. Nachdem Kollegin Manuela in Karenz ist und statt Dr. Kohlross Emina Jovanovic als Gruppeninspektorin neu hinzugekommen ist, soll nun Kevin, ein frisch von der Polizeischule eingesetzter Jungspund sein "Partner in Crime" sein. Der stellt Gasperlmaiers Nervenkostüm allerdings hart auf die Probe, vor allem nachdem er auch noch das Dienstfahrzeug zu Schrott gefahren ist. 

Herbert Dutzler erzählt wie immer in seiner ganz besonderen humorvollen Art, die einem Land und Leute näher bringt. Die Kulisse rund um das Ausseerland vermittelt jede Menge Lokalkolorit. Dutzler schafft die Balance zwischen leichter Unterhaltung, ernsthafter Ermittlungsarbeit und wichtigen gesellschaftskritischen  Themen.
Einige überraschende Wendungen und zahlreiche Verdächtige laden erneut perfekt zum Miträtseln ein. Diesmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass der Täter relativ früh zu offensichtlich wird – auch wenn das Mordmotiv lange im Unklaren bleibt. Gerade dieses konnte mich letztlich nicht ganz überzeugen. 
Trotzdem hat mir dieser dreizehnte Fall wieder jede Menge Spaß gemacht und ich freue mich schon auf Nummer 14.

Fazit:
Wie immer sind die Gasperlmaier Krimis ein herrliches Lesevergnügen, die einem das Ausseer Land näher bringen und gut unterhalten. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.


Die Reihe um Franz Gasperlmaier:
  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler   *meine Rezi*
  9. Letzter Knödel   *meine Rezi*
  10. Letzter Tropfen  *meine Rezi*
  11. Letztes Zuckerl *meine Rezi*
  12. Letztes Glückskeks  *meine Rezi*

Der Plattenspieler unter der Dachschräge - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag, 1. Auflage (28. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709982634
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709982631
    • Genre: Coming-of-Age Roman
    • Reihe: ja - Band 4


Haymon Kurzbeschreibung:
Sigi ist 16, seiner Meinung nach also quasi erwachsen, jedenfalls viel zu alt für Kinderkram. Rauchen ist angesagt, an den Geschmack von Bier gewöhnt man sich schnell; schließlich muss man die Freunde beeindrucken. Das beim Sommerjob hart verdiente Geld investiert er in einen Plattenspieler, um in seinem Zimmer die Rock-Nummern von den Rolling Stones, Deep Purple und Pink Floyd auf volle Lautstärke zu drehen. Damit versucht er auch die zunehmend angespannte Stimmung zu Hause zu übertönen, denn die Beziehung seiner Eltern gerät immer mehr ins Wanken. Als etwas passiert, was das Fass zum Überlaufen bringt, reicht es Sigis Mutter – sie zieht aus und nimmt seine Schwester Uschi mit.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wie bereits in den Vorgängerromanen der Reihe erinnert sich der bereits erwachsene Siegfried an seine Kindheit zurück. Diesmal möchte er die Dias seiner verstorbenen Mutter digitalisieren. Bei deren Durchsicht holen ihn bald die Erinnerungen ein. Jedes neue Kapitel beginnt mit diesen kurzen Einblicken in die Vergangenheit, bevor wir mit dem 16jährigen Sigi direkt in die 70iger Jahre zurückkehren.

Während im September eine Nachprüfung in Latein auf Sigi wartet, lernt er im Juli die harte Arbeitswelt kennen. Doch mit dem verdienten Geld erfüllt er sich seinen größten Wunsch: einen Plattenspieler. In seinem Zimmer unter dem Dach kann er endlich Led Zeppelin, die Rolling Stones oder Deep Purple hören. Dort oben kann er sich in seine eigene Welt träumen, denn im Leben seiner Eltern geht es rund, nachdem sein Vater im angetrunkenen Zustand das Auto zu Schrott gefahren hat. Der Dorfklatsch über die Frau, die neben ihm gesessen hat und nicht seine Ehefrau ist, macht die Runde und landet auch bei Sigi und seiner Mutter. Diese zieht die Konsequenzen und zieht aus. Sigi muss sich nun neben der Schule um seinen Vater kümmern, der weiterhin im Haushalt keinen Finger krümmt, während die geliebte Oma immer vergesslicher wird.
In der Schule wird er überraschender Weise zum Klassensprecher gewählt, die Wien Woche steht an und der erste Tanzkurs. Es geht turbulent zu in Sigis Leben und auch die Mädchen schwirren in seinem Kopf herum. Wiebke aus Deutschland, die er in den Sommerferien bei seiner Tante kennengelernt hat und vor allem Rita aus seiner Klasse, nehmen seine Gedanken ein. Da bleibt nicht viel übrig für Latein oder Mathematik....

In den vier Romanen von Herbert Dutzler haben wir die Verwandlung des erst 10jährigen zum pubertierenden 16jährigen Sigi miterlebt. Der pummelige Junge wird zu einem rauchenden und Bier trinkenden Jugendlichen, der jedoch noch immer das Herz auf den rechten Fleck hat. Seine Liebe zu Musik und Literatur, sowie zum Kochen sind ihm geblieben und die etwas vorlaute Art, welche ihm in der Schule nicht immer Vorteile bringt, ebenfalls.
Wieder habe ich mich köstlich über Sigis Abenteuer amüsiert, aber auch mit ihm gelitten, als die Ehe seiner Eltern den Bach runter geht.

Herbert Dutzler erzählt warmherzig und mit viel Schmäh über das Erwachsen werden. Dabei ist der Rückblick nicht nur nostalgisch, sondern auch kritisch.
Erinnerungen an diese Zeit, in der ich noch Kind war, sind wieder aufgekommen und das damalige Lebensgefühl hat mich gefangen genommen. Der erste Tanzkurs oder eine unglückliche Liebe - wer hat vor allem Letzteres nicht selbst miterlebt?! 
Sigi und ich haben übrigens etwas gemeinsam: Mit meinem ersten selbstverdienten Geld habe ich mir eine Stereo-Anlage mit Plattenspieler und zwei Kassettendecks gekauft =)
Genossen habe ich auch typisch österreichischen Ausdrücke oder regionale Besonderheiten. 
Als ziemlich schlimm empfand ich die viele Trinkerei und das Rauchen zu dieser Zeit und ich bin froh, dass man in der Zwischenzeit kaum mehr in öffentlichen Gebäuden oder Büroräumen rauchen darf. Die Trinkkultur in Österreich hat sich hingegen leider nur sehr wenig verändert....

Fazit:
Für alle, die diese Zeit nicht miterlebt haben, ist dieser Coming-of-Age Roman ein interessanter Blick in ein oftmals völlig andere Welt. Für die älteren Semester ist es eine kleine Zeitreise zurück in die eigene Kinder- oder Jugendzeit.
Die vier Bücher der Reihe haben hier einen Ehrenplatz. Natürlich gibt es auch wieder eine Leseempfehlung!


Die Reihe um Sigi Niedermayr:
  1. Die Welt war eine Murmel  *Rezi*
  2. Die Welt war voller Fragen  *Rezi*
  3. Wenn die Welt nach Sommer riecht  *Rezi*
  4. Der Plattenspieler unter der Dachschräge

Letztes Glückskeks - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag; 1. Edition (23. Januar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709979676
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709979679
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 12 um Franz Gasperlmaier


Haymon Kurzbeschreibung:
Was die Hallstätter können, können die Altausseer schon lange, denkt sich der Tourismusobmann, als er die chinesische Delegation zuerst beim Trachtenschneider ausstatten lässt und dann zu allerhand Highlights zwischen See und Loser bugsiert. Der Plan: Nachgebaute Altausseer Gebäude sollen im Reich der Mitte neue Märkte erschließen. Und das ist nicht nur dem traditionsbewussten Gasperlmaier höchst suspekt. Als einer der Gesandten tot im Hotelpool treibt und dann verschwindet - noch schlimmer als eine Leiche ist keine Leiche, wenn eine da sein sollte - muss er sich die Frage stellen: Ist einem der demonstrierenden Einheimischen die Sicherung durchgebrannt oder stecken Drahtzieher von ganz anderem Kaliber dahinter?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man kann diesen zwölften Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängern lesen, jedoch empfehle ich die Reihenfolge bei Bänden einzuhalten!

Meine Meinung:
In Altaussee tut sich einiges! Der neue deutsche (!) Tourismusdirektor hat eine chinesische Delegation eingeladen, bei der es sich um die chinesische Dolmetscherin, einen Mann mit chinesisch-bayrischen Wurzeln und zwei Chinesen handelt. Sie werden von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit kutschiert und im hiesigen Trachtengeschäft neu eingekleidet. Das gefällt nicht jedem in Altausse. Als man erfährt, dass nach Hallstatt auch Altaussee im fernen China naturgetreu nachgebaut werden soll, kommt es zu Demonstrationen. Auch Gasperlmaier hält nichts davon, jedoch arbeitet seit kurzem seine Schwiegertochter Richelle beim Tourismusverband und deshalb möchte er sich lieber nicht zu diesem Vorhaben äußern. Außerdem sollte er auch als Polizist neutral bleiben. Lange kann sich Gasperlmaier aber nicht heraushalten, denn im Hotelpool des naheliegenden Hotels wird einer der chinesischen Gäste tot aufgefunden. Kurze Zeit später ist die Leiche jedoch verschwunden.....

Nachdem mich der elfte Band "Letztes Zuckerl" wirklich wieder sehr gut unterhalten konnte, war ich schon sehr auf den neuen Gasperlmaier gespannt. Diesmal bekommt der Franz Probleme mit einer chinesischen Delegation, denn Altaussee soll in China nachgebaut werden. Es kommt zu Demonstrationen gegen den Massentourismus und Dr. Kohlross, Manuela und Gasperlmaier haben jede Menge zu tun. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Statt Dr. Kohlross, die einige private Probleme hat, wird Gruppeninspektorin Emina Jovanovic nach Altaussee geschickt. Die sportliche und sympathische Frau ist sehr schnell eine große Hilfe, denn sie versteht es den Menschen jede Menge Informationen aus der Nase zu ziehen. 

Natürlich erfahren wir auch wieder jede Menge aus dem Privatleben der Familie Gasperlmaier. Tochter Kathi und ihre Ehefrau sehen jede Menge Potential für eine gute Story rund um den Ausverkauf des Salzkammergutes und mischen wieder fleißig mit. Die Kinder von Sohn Christoph und seiner Richelle sind oft zu Gast bei Franz und Christine und Gasperlmaier ist mittlerweile ein begeisterter Opa geworden, der sogar überlegt in Frühpension zu gehen. Getrunken und gegessen wird ebenfalls wieder viel und oft.
Die Figuren entwickeln sich weiter und sind wie immer sehr lebendig gezeichnet. Lokalkolorit bekommt man hier ebenfalls jede Menge.

Herbert Dutzler gelingt es - trotz seiner humorvollen Erzählweise - immer wieder wichtige Themen anzusprechen. Neben pointierte Dialogen kommt die Kritik am Massentourismus durch, der die Grundstückspreise für die Einheimischen oft ins Unerschwingliche treibt. Umweltschutz und fehlende Arbeitskräfte im Tourismus werden ebenfalls angesprochen. Und ein typisch österreichisches Problem - die Freunderlwirtschaft - ebenfalls, denn zwischen Bauunternehmer und Bürgermeister herrscht schnell Einigkeit, wenn ein Grundstück im Grünland zu einem Baugrund umgewidmet werden soll.

Das Ende ist diesmal etwas überraschend und gibt den Leser und Leserinnen jede Menge Stoff zum Nachdenken. Mehr möchte ich dazu nicht verraten....

Fazit:
Wieder ein toller Gasperlmaier Krimi, der neben humorvollen Dialogen und einer spannenden Handlung, erneut wichtige Themen, wie hier den Massentourismus, mit einbezieht. Eine der wenigen Regionalkrimireihen, die ich noch immer mit Begeisterung lese!
 

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um Franz Gasperlmaier:
  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler   *meine Rezi*
  9. Letzter Knödel   *meine Rezi*
  10. Letzter Tropfen  *meine Rezi*
  11. Letztes Zuckerl *meine Rezi*

[Lesung] Herbert Dutzler liest aus "Letztes Zuckerl" und "Wenn die Welt nach Sommer riecht"

 Hallo meine Bücherwürmer!

Ich bin euch noch immer die Post zur Lesung von Herbert Dutzler in meiner Bücherei schuldig.

Ich lese schon sehr lange die Regionalkrimis des Autoren, die mit der Zeit immer dicker und spannender, aber auch gesellschaftskritischer werden und trotzdem immer einen Hauch Humor beinhalten. Nicht zu viel, denn diese Art Regionalkrimis lese ich eigentlich nicht mehr. 

Begeistert hat mich der Autor allerdings mit seinen Thrillern, die er leider zur Zeit kaum mehr schreibt und mit der Reihe um den jungen Sigi, der ein bisschen an Herbert Dutzlers eigene Kinder- und Jugendzeit erinnert. Einfach großartige Bücher!

Wie ihr rechts sehen könnt, gab es auch ein tolles Buffet.

Der Autor hat aus beiden Büchern kurz gelesen und zwar aus "Letztes Zuckerl", den 11. Band seiner Franz Gasperlmaier Reihe und aus dem 3. Band seiner Reihe um den Sigi. Dabei hat er auch erzählt, dass er noch immer am richtigen Altausser Dialekt feilt, der sich - obwohl er aus der Gegend stammt - sich von seinem eigenen doch unterscheidet.
Auch sind manche Ähnlichkeiten zu seiner Kinder- und Jugendzeit in den Büchern um den Sigi nicht abzustreiten.
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Inhalt:
Full House bei den Gasperlmaiers! Die bereits erwachsenen Kinder kehren mit ihren Familien zurück ins elterliche Nest und auch außerhalb des Gasperlmaier-Hauses geht es rund: Zuerst geschieht ein Unfall mit Todesfolge, dann gräbt ein Hund nicht etwa ein Stöckchen, sondern eine Leiche aus dem Schnee. Dass es Franz Gasperlmaier bei seinen Ermittlungen mit Männern zu tun bekommt, die sich mit Frauenhass brüsten, jemand um jeden Preis Altausseer Immobilien ergattern will und ein Hauch von Marihuanaduft in der Luft liegt, lässt seinen Vorsatz, es ruhiger anzugehen, gehörig wackeln.

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Der Autor in seinem Element =)
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Inhalt:
Siegfried ist 13 – ein Alter, in dem Abenteuerromane und das Spielen draußen auf den Feldern in den Hintergrund rücken, etwas anderes dafür immer interessanter wird: Mädchen. Was zuerst lästiges Geschnatter war, hört sich plötzlich an wie engelsgleicher Gesang. Außerdem locken der erste Schluck Alkohol, der erste Zug an der Zigarette – die Kindheit ist vorbei, die Ära der Pubertät ist eingeläutet! Doch eigentlich hat er fürs Verliebtsein gar keine Zeit: In der Frühstückspension seiner Tante taucht Sigi in die alltäglichen (und ihm sehr fernen) Probleme der Erwachsenen ein. Ein Ausflug nach Wien lässt das Landleben daheim nahezu beschaulich wirken. Zuhause trüben Streitereien der Eltern die Stimmung, denn der Papa kann die mühsam erarbeitete Unabhängigkeit seiner Frau nur schwer akzeptieren. Nachrichten darüber, was sich in den 70ern in der Welt tut, haben auch auf die Jugend in Österreich Wirkung: Parolen für Frieden und gegen den Vietnamkrieg zieren die Wände von Siegfrieds Schule, Beatles-Frisuren sind todschick und Flower-Power wird groß! 

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Natürlich habe ich mir auch den dritten Sigi-Band signieren lassen und ein Foto mit dem Autor zusammen gab es ebenfalls.




Wenn die Welt nach Sommer riecht - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag; 1. Edition (25. Juli 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709982146
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709982143
    • Genre: Roman, Coming-of-Age-Roman
    • Reihe: ja - Band 3 

     

Haymon Kurzbeschreibung:
Siegfried ist 13 – ein Alter, in dem Abenteuerromane und das Spielen draußen auf den Feldern in den Hintergrund rücken, etwas anderes dafür immer interessanter wird: Mädchen. Was zuerst lästiges Geschnatter war, hört sich plötzlich an wie engelsgleicher Gesang. Außerdem locken der erste Schluck Alkohol, der erste Zug an der Zigarette – die Kindheit ist vorbei, die Ära der Pubertät ist eingeläutet! Doch eigentlich hat er fürs Verliebtsein gar keine Zeit: In der Frühstückspension seiner Tante taucht Sigi in die alltäglichen (und ihm sehr fernen) Probleme der Erwachsenen ein. Ein Ausflug nach Wien lässt das Landleben daheim nahezu beschaulich wirken. Zuhause trüben Streitereien der Eltern die Stimmung, denn der Papa kann die mühsam erarbeitete Unabhängigkeit seiner Frau nur schwer akzeptieren. Nachrichten darüber, was sich in den 70ern in der Welt tut, haben auch auf die Jugend in Österreich Wirkung: Parolen für Frieden und gegen den Vietnamkrieg zieren die Wände von Siegfrieds Schule, Beatles-Frisuren sind todschick und Flower-Power wird groß! 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wie habe ich mich gefreut, dass es noch einen weiteren Band um Sigi gibt, nachdem mir die Vorgänger "Die Welt war eine Murmel" und "Die Welt war voller Fragen" unheimlich gut gefallen haben.

Die stark biografische Reihe um Sigi Niedermayr hat mein Herz schon ab den ersten Band erobert. In "Wenn die Welt nach Sommer riecht" ist Siegfried mittlerweile dreizehn Jahre alt und das neue Jahrzehnt, die Siebziger Jahre, haben begonnen.
Ich bin ungefähr zehn  Jahre jünger als unser Protagonist damals und freue mich bei der Lektüre jedes Mal, wenn es um Episoden geht, die ich ähnlich erlebt habe oder einfach das Lebensgefühl der damaligen Zeit spüren kann. Außerdem spielt der Roman in Österreich und ist deshalb für mich noch identischer.

Wie schon in den Vorgängerbänden, die man auch einzeln lesen kann, beginnt jedes Kapitel mit dem erwachsenen Sigi, der nach dem Tod der Mutter die Wohnung auflöst und allerhand Dinge findet, die starke Erinnerungen auslösen, wie der Fotoalbum von damals, als Sigi seine erste Kamera bekommen hat. In Rückblicken wird aus der Sicht des jungen Sigi erzähl, der nun nicht mehr Kind ist, aber auch noch nicht erwachsen.

Sigi erinnert sich an die Ferien bei seiner Tante, bevor er in die vierte Klasse Gymnasium der Unterstufe kommt. Tante Hermi führt eine Frühstückspension und erwartet erstmals Gäste aus Großbritannien. Sigi muss aushelfen, denn Tante und Onkel können kaum Englisch und auch beim Kochen sind seine Fähigkeiten gefragt.
In der Schule hat er nur in Latein Schwierigkeiten, aber auch seine interessierten Fragen in anderen Fächern sind größtenteils nicht erwünscht. Der stark autoritäre Erziehungsstil und der politische Umschwung sind Themen, die sich auf den ganzen 250 Seiten wie ein roter Faden durch die Handlung ziehen.
Pop-Musik, die ersten Hippies, Demos gegen den Vietnamkrieg usw. sind nun auch in den Dörfern am Land angekommen. Die Oberstufen Schüler beginnen sich aufzulehnen und schreiben erstmal eine Schülerzeitung. Sigi probiert seine erste Zigarette und erliegt (kurz) dem Alkoholzwang.

Ganz besonders hat mir Sigis Besuch bei seiner Tante Irmgard in Wien gefallen. Diese ist modern und aufgeschlossen und Sigi staunt erstmals über einen Farbfernseher und einen Toaster. Auch Tante Irmgards aufregendes Leben ähnelt kaum dem seiner Mutter, die zuhause den Launen und dem Desinteresse ihres Mannes ausgesetzt ist.
Ein Ausflug in den Prater in Wien war auch in meiner Kinderzeit noch etwas ganz besonderes und wurde meistens als Firmungsgeschenk geschenkt.
Erinnerungen hat auch ein Wandertag ins Salzbergwerk Hallstatt und ein Schikurs geweckt, den Sigis Klasse erlebt. Erstmals beginnt sich Sigi für ein Mädchen aus der Paralellklasse zu interessieren. Solche Klassenfahrten bleiben einfach immer im Gedächtnis und man denkt oft noch gerne daran zurück.

Neben der humorvollen Erzählung aus Sigis Kindermund, schwingen im Hintergrund immer die gesellschaftlichen und politischen Werte dieser Zeit mit. Die Nazivergangenheit wird auch 25 Jahre nach Kriegsende totgeschwiegen oder ignoriert. Bei manchen Ereignissen ist man entsetzt und froh, dass sich seit damals viel geändert hat. Allerdings gibt es auch noch immer Themen, die sich auch heute kaum oder zu wenig geändert haben. Ein weiterer nostalgisch-kritischer Rückblick des Autors.

Fazit:
Ich habe mich in Sigis Universum wieder wunderbar wohlgefühlt. Wie schon die beiden Vorgänger hat mir auch "Wenn die Welt nach Sommer riecht" unterhaltsame Lesestunden bereitet und mich an meine eigene Kinder- und Jugendzeit erinnert. Ich spreche auch diesmal wieder eine Leseempfehlung aus!

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Letztes Zuckerl - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag; 1. Edition (18. Januar 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709979617
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709979617
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja -  Band 11 um Franz Gasperlmaier




Haymon Kurzbeschreibung:
Full House bei den Gasperlmaiers! Die bereits erwachsenen Kinder kehren mit ihren Familien zurück ins elterliche Nest und auch außerhalb des Gasperlmaier-Hauses geht es rund: Zuerst geschieht ein Unfall mit Todesfolge, dann gräbt ein Hund nicht etwa ein Stöckchen, sondern eine Leiche aus dem Schnee. Dass es Franz Gasperlmaier bei seinen Ermittlungen mit Männern zu tun bekommt, die sich mit Frauenhass brüsten, jemand um jeden Preis Altausseer Immobilien ergattern will und ein Hauch von Marihuanaduft in der Luft liegt, lässt seinen Vorsatz, es ruhiger anzugehen, gehörig wackeln.

 Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Man kann diesen zehnten Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängern lesen, jedoch empfehle ich die Reihenfolge bei Bänden einzuhalten!

Meine Meinung:
Herbert Dutzler avanciert langsam zu einem meiner Lieblingsautoren. Seine Regionalkrimi-Reihe wird immer besser und enthält jedes Mal sehr aktuelle Themen, seine Thriller sind spannend und seine beiden Romane über den Sigi, der aus seiner Kindheit in den Sechziger und Siebziger Jahren erzählt, einfach großartig!

Mit "Letztes Zuckerl" sind wir nun beim elften Band seiner Franz Gasperlmaier Reihe angelangt und auch diese ist wieder brandaktuell. Wer noch nie von "Incels" gehört hat, wird hier aufgeklärt. Diese Gruppe Männer, die unfreiwillig keine Beziehung haben, sind extrem frauenfeindlich und sprechen sich für jegliche Form von Gewalt gegen Frauen aus. Ein Gruppe Menschen, die mir Gänsehaut bereitet.
Und genau so ein Mann bedroht Gasperlmaiers Tochter Katharina und ihre Frau. Deshalb ziehen die beiden kurzfristig zurück zu den Eltern nach Altaussee. Doch Franz und Christine bekommen nicht nur Besuch von ihrer Tochter plus Anhang, sondern auch Sohn Christoph zieht mit seiner kanadischen Frau Richelle und dem kleinen Theo zurück nach Österreich. Er möchte die Ordination des Bad Aussers Hausarzt übernehmen. Dieser hat sich allerdings mit dem Datum der Schließung verkalkuliert und Christoph muss noch bis Ende März in Vancouver bleiben, während Richelle und Theo bereits im Flugzeug nach Österreich sitzen.

Schnell ist es mit der Ruhe im Hause Gasperlmaier vorbei. Franz wird zu einem Todesfall gerufen. Der alte Zuckerlfabrikant Grafeld liegt tot am Fuße der Treppe und es wird ein Unfall vermutet. Kurze Zeit später steht Gasperlmaier jedoch vor einem eindeutig ermordeten Mann, der ein Sackerl über den Kopf hat und dem der Mund verklebt wurde. Da muss die Frau Doktor Kolross unbedingt zu Hilfe kommen, denn es bleibt nicht bei diesem einen Mord.

Herbert Dutzler hat wieder einige aktuelle Themen in seinem Regionalkrimi verarbeitet, wie z. Bsp. die bereits oben erwähnten Frauenhasser, genannt "Incels". Es geht auch um die Verbauung der Natur und dem Zuzug reicher Nicht-Österreicher.
Ein Filmteam ist ebenfalls wieder in Altaussee unterwegs. Die Schauspielerin, die die Kommissarin im Krimi spielt, der gerade gedreht wird, erhielt ebenfalls Drohschreiben von misogynen Männern, die sie zur Anzeige gebracht hat.

Gasperlmaier, Frau Doktor Kohlross und die Manuela versuchen zu ermitteln, aber es finden sich einfach keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern, die auf einen Zusammenhang schließen lassen. Im letzten Drittel wird es dann extrem spannend, denn die Manuela schwebt in großer Lebensgefahr und unser Franz wird zum Helden.

Der Autor schreibt gewohnt humorvoll und mit viel Lokalkolorit, dabei kommt aber auch die Spannung nicht zu kurz. Der doch größere Konsum von  Bier und Schnaps ist gewöhnungsbedürftig, aber gehört bereits seit dem ersten Band dazu. Der Genuss der geliebten Leberkässemmel ist ebenfalls während den kurzen Ermittlungspausen ein Muss. Das vegane Essen seiner Tochter und Schwiegertochter, welches der Franz momentane zuhause vorgesetzt bekommt, ist nicht immer nach seinem Geschmack.
Ganz besonders geliebt habe ich diesmal die wunderbaren winterlichen Beschreibungen des Ausseer Landes. Christine und Franz gehen mit ihrem Enkerl Theo Bob fahren, Richelle genießt die Natur und Nachbar Dr. Altmann, ein pensionierten Richter aus Wien, lässt sich nicht davon abhalten, auch bei kalten Temperaturen seine Ausseer Lederhose anzuziehen...mit einer langen Unterhose drunter ;) Hier kommt der Schmäh so richtig durch und man hat Kopfkino vom Feinsten....

Fazit:
Herbert Dutzler gelingt der Spagat zwischen humorvollen Regionalkrimi und aktuellen ernsten Themen, die er sehr spannend in seinen Gasperlmaier Krimis einbezieht. "Letztes Zuckerl" ist äußerst gelungen und hat mich von Anfang bis zum Ende super gut unterhalten. Diese Regionalkrimi-Reihe ist die Einzige, die mit jedem Band noch besser wird.

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um Franz Gasperlmaier:

  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler   *meine Rezi*
  9. Letzter Knödel   *meine Rezi*
  10. Letzter Tropfen  *meine Rezi*
  11. Letztes Zuckerl

Die Welt war voller Fragen - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag; 1. Edition (3. Oktober 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709981956
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709981955
    • Genre:  Roman, Coming-of-Age-Roman
      Reihe: ja - Band 2



Haymon Kurzbeschreibung:
Siegfried wächst im Österreich der 1960er auf. Nach dem aufregenden Sommer in Italien geht es für Siegfried nun endlich ins Gymnasium. Doch er merkt schnell, dass neugierige Fragen bei den Lehrpersonen gar nicht gut anommen und er oft keine befriedigenden Antworten erhält. Anstatt sein Interesse wertzuschätzen, schelten ihn seine Lehrer für die Neugierde und nennen ihn frech. Nicht nur in der Schule, auch zuhause ist einiges los, denn: Die Mama will arbeiten gehen und den Führerschein machen. Siegfried unterstützt, so gut er kann, kocht mit der Oma oberösterreichiache Bratknödel und hilft seiner Schwester mit den hausaufgaben. In jeder freien Minute verkriecht er sich mit inen Abenteuerbuch in seinem Zimmer oder saust mit den Skiern die umliegenden Hügel hinunter. 

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon der erste Band dieser Reihe, die man auch alleinstehend lesen kann, hat mich vor zwei Jahren absolut begeistert. Nun nimmt uns Herbert Dutzler nach "Die Welt war eine Murmel" wieder mit auf eine Reise in die Sechziger Jahre und diesmal gibt es volle fünf Sterne für diesen Coming-of-Age Roman, der mich in meine eigene Kindheit versetzt hat. Ich bin zwar erst Mitte der Sechziger Jahre geboren, doch viele Dinge hatten sich auch bis weit in die Siebziger Jahre nicht wirklich verändert und haben diverse Erinnerungen geweckt.

Erzählt wird die Geschichte wieder vom bereits erwachsenen Siegfried, der nach dem Tod seiner Mutter das Elternhaus ausräumt. Dabei stößt er immer wieder auf alte Fotos, bei denen Erinnerungen aufkommen und die in Rückblicken aus der Sicht des kleinen Sigi erzählt werden.
Mittlerweile hat es Sigi aufs Gymnasium geschafft, doch mit manchen Lehrern steht er auf Kriegsfuß. Seine Fragen, die oftmals seiner kindlichen Neugier entspringen, werden nicht gutiert und die schlechte Betragensnote im Zeugnis steht seiner Versetzung im Wege.
Dabei spielt auch die Nazivergangenheit einiger Lehrer und die autoritäre Erziehung in der Schule und auch im Elternhaus eine große Rolle.
Sigi ist
ein Ass in Deutsch und interessiert sich sehr für den Weltraum. Zuhause hilft Sigi seiner Oma gerne beim Kochen, welches dem Rollenbild seines  Vaters nicht entspricht. Seine Schwester Uschi ist keine gute Schülerin, liebt aber den Blockflötenunterricht. Als Familienoberhaupt hat der Vater das Sagen, obwohl er für das Funktionieren der Familie kaum etwas beiträgt und nach einem Unfall auch kein Geld mehr nach Hause bringt.
Interessant waren wieder die Erinnerungen an bestimmte Fernsehsendungen (damals gab es ORF 1 und ORF 2 und die meisten hatten einen schwarz-weiß Fernseher), das Kopieren mit dem Blaupapier oder die damaligen Benimmregeln, die beim Weihnachtsfest mit den Großeltern mütterlicherseits eine große Rolle spielen.  Besonders wichtig war Sigi die Übertragung der Mondlandung, die 1969 ein absolutes Großereignis war.

Neben der humorvollen Erzählung aus Sigis Kindermund, nimmt Herbert Dutzler wieder die gesellschaftlichen und politischen Werte dieser Zeit ins Visier. Die Nazivergangenheit wird auch zwanzig Jahre nach Kriegsende totgeschwiegen und Sigis Mutter kämpft gegen das althergebrachte Rollenbild. Sie möchte wieder arbeiten und den Führerschein machen. In den Sechziger Jahren ist dies allerdings noch immer nicht ohne die Erlaubnis des Ehemannes möglich. Dadurch entsteht jede Menge Konfliktpotential in Sigis Elternhaus.

Herbert Dutzler hat den damaligen Zeitgeist ganz wunderbar eingefangen. Man merkt sofort, dass er weiß, wovon er schreibt. Beim Lesen der Geschichte beginnt man selbst in seinen Kindheitserinnerungen zu schwelgen. Aber auch diejenigen, die viel jünger sind, können in diese wundervolle Geschichte ohne Probleme eintauchen. Die Figuren sind wieder so lebendig gestaltet und mitten aus dem Leben gegriffen. Das Lokal- und Zeitkolorit spielt ebenfalls eine große Rolle. Ich hatte beim Lesen wunderbares Kopfkino.

Herbert Dutzler hat seine gegenwärtigen Gedanken zur damaligen Zeit wieder in kursiver Schrift dargestellt. Dabei stellt er die Vergangenheit dem Heute gegenüber und hebt Vor- und Nachteile hervor. Ein nostaligisch-kritischer Rückblick, der mit viel Herz und Humor erzählt wird.
Ich würde mich sehr freuen, wenn es noch einen weiteren Teil geben würde.

Fazit:
Ein wunderbares Stück Zeitgeschichte, das mir noch besser als die erste Geschichte um Sigi gefallen hat. Fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!


Letzter Tropfen - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag; 1. Edition (21. Februar 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709979455
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709979457
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 10 um Franz Gasperlmaier 


Haymon Kurzbeschreibung:
Nicht genug, dass die Dreharbeiten einer bekannten Model-Castingshow mitsamt schriller Modelmama die beschauliche Idylle in Altaussee stören. Jetzt wird auch noch der Set-Fotograf tot im See aufgefunden. Das kommt für Franz Gasperlmaier höchst ungelegen, hat ihn schließlich das Hochzeitsfieber gepackt. Bevor seine Tochter Katharina ihrer Stefanie das Ja-Wort geben kann, gilt es nun also nicht nur deren etwas eigenwillige Eltern kennenzulernen, sondern auch die Ermittlungen im Dunstkreis der TV-Show aufzunehmen. Was für ein Glück, dass ihm Frau Doktor Kohlross mit ihrem flotten Flitzer zur Seite steht. Schon bald zeigt sich: Die ungeschminkte Wahrheit hinter der Model-Castingshow ist alles andere als schön.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Man kann diesen zehnten Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängern lesen, jedoch empfehle ich die Reihenfolge bei Bänden einzuhalten!

Meine Meinung:
Nun sind wir schon beim zehnten Band der Altaussee Reihe von Herbert Dutzler und seinem Postenkommandanten Franz Gasperlmaier angelangt.

Auch diesmal geht es in Altaussee rund, denn es stehen Dreharbeiten für die Model Castingshow "TOMOTY" (Top Model of the year) an. Doch auch privat hat Franz gut zu tun, denn seine Tochter Katharina heiratet ihre Stefanie. Sohn Christopher ist mit seiner Frau Rachelle und dem kleinen Theo aus Kanada angereist. Dafür hat sich der Franz einige Tage Urlaub genommen. Doch dazu kommt es nicht, denn Gasperlmaier muss ermitteln. Im selben Hotel, in dem die zukünftigen Schwiegereltern von Katharina sich ein Zimmer gebucht haben, wird der Star-Fotograf  der Casting Show tot aufgefunden. Am Vorabend hat Franz noch mit ihm einige Enzian getrunken und nun liegt er tot im See. Nun heißt es ermitteln, statt Urlaub. Gemeinsam mit der Manuela und Frau Doktor Kohlross vom Bezirkspolizeikommando Liezen nimmt Franz Gasperlmaier die Ermittlungen auf..... Das gestaltet sich nicht wirklich einfach, denn das Fernseh-Team scheint einiges verbergen zu wollen, allen voran die Modelmama Suzie McDonald.

Mit seinem zehnten Krimi ist Herbert Dutzler wieder ein großartiger Regionalkrimi gelungen, der gleichzeitig spannend und auch humorvoll ist. Jedem, der die Reihe bereits kennt, sind die Charaktere ans Herz gewachsen. Gasperlmaier und seine Familie, die Frau Doktor Kohlross und einige altbekannte Altausser kennt man gut und als Leser fühlt man sich mitten drinnen und gut aufgehoben.

Mit der Castingshow hat Herbert Dutzler wieder ein aktuelles Thema aufgegriffen und macht auf Dinge aufmerksam, die wieder leichte Gesellschaftskritik beinhalten.
Er rechnet mit dem oberflächlichen Modelbusiness ab und macht auf den touristischen Ausverkauf der Region aufmerksam, ohne dies mit dem erhobenen Zeigefinger zu tun. Dies ist ihm auch schon in den Vorgängerbänden zu bestimmten Themen hervorragend gelungen.

Der Autor schreibt gewohnt humorvoll und mit viel Lokalkolorit. Man muss sich einfach beim Franz und seinem Team wohlfühlen. Natürlich darf auch der Humor nicht zu kurz kommen. Gewohnt bildgewaltig wird die Gegend rund um Altausse beschrieben. Lokalkolorit wird hier großgeschrieben und ist immer wieder top!
Überraschende Wendungen und ein durchwegs guter Spannungsbogen lassen die 400 Seiten nur so dahinfliegen.

Fazit:
Mit dem Jubiläumsband, dem 10. Fall von Franz Gasperlmaier, ist Herbert Dutzler wieder ein toller Regionalkrimi gelungen. Dabei nimmt er diesmal die Modelbranche aufs Korn und bringt dem Leser spannende Lesestunden mit viel Lokalkolorit. Eine der wenigen Regionalkrimi-Reihen, die ich noch mit Begeisterung lese!

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um Franz Gasperlmaier:

  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler   *meine Rezi*
  9. Letzter Knödel   *meine Rezi*
  10. Letzter Tropfen

Letzter Knödel - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 408 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag; 1. Edition (20. Juli 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709979331
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709979334
    • Genre: Regionalkrimi, Krmi
    • Reihe: ja - Band 9 um Franz Gasperlmaier




Haymon Kurzbeschreibung:
In Altaussee wimmelt es wegen eines russisch-österreichischen Gipfels vor Polizei – und die fremden Beamten verdrängen Postenkommissar Gasperlmaier einfach von seinem Schreibtisch. Da ist er fast ein bisschen froh, als eine tote Köchin gefunden und deshalb seine Lieblingskollegin Dr. Kohlross nach Altaussee beordert wird. Endlich eine Vertraute! Ermordet wurde die junge Frau an ihrem Arbeitsplatz, einem Cateringzelt. Hatte der Mord etwas mit dem Gipfeltreffen zu tun? Oder führt die Spur in die Gastronomie? Und warum hat die Tote einen falschen Namen benutzt? Auch privat gerät für Franz Gasperlmaier die geliebte Routine durcheinander: Seine Tochter bringt eine neue Liebe mit nach Hause, und mit einer Schwiegertochter hat Gasperlmaier nicht gerechnet … 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Man kann diesen neunten Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängern lesen, jedoch empfehle ich die Reihenfolge bei Bänden einzuhalten!

Meine Meinung:
Ich lese eigentlich kaum mehr Regionalkrimis, aber die Altaussee Krimis um Franz Gasperlmaier müssen einfach sein. Der liebenswerte und ziemlich verpeilte Postenkommandant gibt dieser Reihe ganz einfach das gewisse Etwas.

In seinem neunten Fall läuft Gasperlmaier zur Höchstform auf. Für gewöhnlich lässt Franz der Frau Doktor Kohlross den Vortritt, doch diesmal werden die Beiden zu einem eingespielten Team.
In Altaussee ist die Hölle los. Es wimmelt nur so von russischen Geschäftsleuten, diversen Politikern und Promis, die alle zum Polit-Gipfel ins schöne Salzkammergut gekommen sind. Sogar der österreichische Präsident ist anwesend. Gasperlmaier wird auf seinem Posten allerdings zum Statisten degradiert, denn auf seinem Sessel sitzt Major Teufl, der über den Polit-Gipfel wacht.
Als im Festzelt eine tote Frau gefunden wird, ist die Kacke am Dampfen, denn eine Tote unmittelbar im Umkreis der Ehrengäste, ist unzumutbar! Bald erhärtet sich der Verdacht, dass die als Köchin im Cateringzelt angestellte Frau gar keine Köchin war und zusätzlich einen falschen Namen benutzt hat. Ist sie etwa eine Spionin? Oder hat sie etwas mit den krummen Machenschaften im Gastronomiebereich zu tun, die Gasperlamier und sein Team entdeckt? Und was hat die Führungsriege einer nationalsozialistischen Partei mit den Russen zu tun, die sich heimlich in einer Almhütte treffen?

Zusätzlich zu den Aufregungen beim Politgipfel überrascht Gaspermaiers Tochter Katharina ihre Eltern mit einem Outing und ihrer neuen Liebe. Sie hat ihre Freundin mitgebracht, die als Journalistin arbeitet. Stefanie wird für ihre Zeitung einige Promis interviewen. Kaum hat sich Gasperlmaier an den neuen Gedanken gewöhnt eine Schwiegertochter zu bekommen, ist diese plötzlich verschwunden und ein weiterer Toter wird gefunden...

Der letzte Fall, der für mich zu viele Längen hatte, hat mir leider weniger gut gefallen. Diesmal hat Herbert Dutzler jedoch einen wahrlich spannenden Regionalkrimi geschrieben, der voller überraschender Wendungen steckt. Die Spannungskurve bleibt relativ hoch, auch wenn diese Reihe normaler Weise eher ruhiger und gemütlicher daherkommt. Davon merkt man diesmal weniger, auch wenn die gewohnten Besuche in der Gastwirtschaft natürlich nicht fehlen dürfen.

Herbert Dutzler schreibt gewohnt humorvoll und mit viel Lokalkolorit. Man muss sich einfach beim Franz und seinem Team wohlfühlen. Natürlich darf auch der Humor nicht zu kurz kommen. Gewohnt bildgewaltig wird die Gegend rund um Altausse beschrieben. Das Lokalkolorit ist hier immer wieder top! Die Charaktere sind wieder sehr gelungen ausgearbeitet und der Franz wächst diesmal über sich selbst hinaus. Wie das? Dass müsst ihr selbst lesen!

Der Autor spart aber auch nicht mit problematischen Themen und geht mit dem Zeitgeist. Andeutungen auf reale Persönlichkeiten aus der Politik und der Promi-Gesellschaft bereiteten mir besonderen Lesespaß. Wenn man mit den österreichischen Verhältnissen ein wenig vertraut ist, hat man schnell bestimmte Gesichter vor Augen - aber Achtung: Personen und Handlung sind frei erfunden!

Fazit:
Ein toller neunter Fall, der mir sehr gut gefallen hat. Ich habe mich wunderbar unterhalten und mitgerätselt. Spannung, Lokalkolorit und ein Gasperlmaier, der diesmal über sich selbst hinauswächst - was will man mehr?

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um Franz Gasperlmaier:

  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler   *meine Rezi*
  9. Letztes Knödel

Die Welt war eine Murmel - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

    • Verlag: Haymon Verlag; 1. Edition (12. Januar 2021)
    • ISBN-10 : 3709981018
    • ISBN-13 : 978-3709981016
    • Genre: Roman



Haymon Kurzbeschreibung
:
Siegfried ist zehn Jahre alt und nimmt dich in diesem Roman mit auf eine Zeitreise in die sechziger Jahre, als das nächste Abenteuer nicht in einem Computerspiel,m sondern am Bach hinterm Haus wartete. Fahr mit Siegfried ubnd seiner Familie im Autobus nach Italien, spür die Hornbrille auf deiner Nase und lass Brause auf deiner Zunge prickeln!

Aber nicht alles, an das Siegfried sich als Erwachsener erinnern wird, ist schön: Eingefahrene Rollenbilder belasten sowohl die Mutter als auch den Vater, der Umgangston im Gymnasium ist rau und der Spott der anderen Kinder kann – gerade, wenn man ein guter Schüler ist und ein paar Kilos zu viel auf den Rippen hat – gnadenlos sein.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Herbert Dutzler hat mich bereits mit seinen beiden Thrillern "Am Ende bist du still" und "Die Einsamkeit des Bösen" begeistert. Außerdem lese ich auch seine Kriminalreihe rund um den schrulligen Altausser Polizisten Franz Gasperlmaier, die ein bisschen an Rita Falks Eberhofer-Saga erinnert. Mit seinem neuen Roman geht er einen völlig neuen Weg und führt seine Leser zurück in seine Kindheit in die späten 1960iger Jahre. Der stark autobiografische Roman erzählt vom zehnjährigen Sigi, der mit seiner jüngeren Schwester und seinen Eltern in einem kleinen Dorf in Österreich lebt.

Obwohl ich zu dieser Zeit erst geboren wurde, haben mich bereits die ersten Seiten zurück in meine Kindheit katapultiert. Das passiert auch dem erwachsenen Sigi, der nach dem Tod der Mutter die Wohnung auflöst. Dabei findet er Kartons mit alten Erinnerungsstücken und schweift mit seinen Gedanken bald ab. Er erinnert sich an seine Kindheit und sein damaliges zehnjähriges Alter Ego; an seinen ersten Italienurlaub mit den Eltern und an die Aufnahmeprüfung aufs Gymnasium in der nächsten größeren Stadt, wo er von seinen Mitschülern verdroschen wurde.

Ich habe mich zurückerinnert an die Zeiten, als nur einige Leute im Dorf ein Festnetztelefon hatten, welches auch noch mit jemanden geteilt wurde, d.h. wenn einer der beiden Haushalte telefonieret ging beim anderen gar nichts. Noch schlimmer war es, wenn man ein Vierteltelefon hatte...dann musste man seinen Telefonanschluss mit noch drei anderen Haushalten teilen. Heute unvorstellbar, wo meistens jeder in der Familie ein Handy besitzt. 

Tränen gelacht habe ich bei der Urlaubsreise von Sigi, seiner Schwester Uschi und den Eltern. Per Autobus - ein eigenes Auto hatten damals nur wenige - ging es in unser südliches Nachbarland und zum ersten Mal ans Meer. Im Autobus wurde geraucht und laufend wurde zur Pinkelpause oder wegen einem kleinen Imbisses bei vielen Wirtshäuser stehengeblieben. Das "ungewöhnliche" Essen war Sigis Eltern suspekt. Pizza und Spaghetti waren in Österreich noch völlig unbekannt. Blümchenbadehauben und eigene mitgebrachte "Umziehkabinen" (ein Stück Stoff mit einem Loch, das man über den Kopf zieht und sich darunter auszieht, damit man kein Stück Haut sehen kann) waren damals en vogue.
Das Familienleben und die Schulzeit waren für Sigi meistens kein Honigschlecken. Er, der den Deutschunterricht liebte und eine blühende Fantasie hat, schrieb gerne Aufsätze und verschlang ein Karl May Buch ums andere. Mit der dicken Hornbrille und dem Übergewicht war Sigi deshalb ein Außenseiter und wurde gehänselt. Sigi interessierte sich außerdem fürs Backen und Kochen, was seinem Vater sehr missfällt: Ein richtiger Mann hat sich für Fußball und Männerarbeit zu interessieren. Er hat Angst, dass sein Sohn womöglich schwul sein könnte und versucht so einiges, um ihn auf "die richtige Fährte" zu bringen. Dabei erlebt man als Leser so einige lustige Anekdoten, die vom Autor mit viel Humor erzählt werden. 

Herbert Dutzler zeigt auf, welche gesellschaftlichen Einstellungen die Menschen damals hatten. Er spricht über die Angst des Vaters, der Sohn könnte dem eigenen Geschlecht eher zugetan sein und setzt sich auch mit dem gängigen Rollenbild auseinander: Der Mann schaffte das Geld an und die Frau hatte als Hausfrau zuhause zu bleiben. Auch meine Mutter gab ihren Beruf auf und sorgte anschließend für uns Kinder, wobei ich als Nachzügler mehr Zuneigung von meiner älteren Schwester bekam.
Körperliche Züchtigungen waren damals ebenso an der Tagesordnung, wie die ewigen Ängste, was die Nachbarn von einem denken. Der Vater und der ziemlich rassistische Großvater von Sigi hatten in der Familie das Sagen. Die Kinder hatten zu spuren, Zuneigung gab es kaum.

In kursiver Schrift hat Herbert Dutzler einige seiner Gedanken von heute zu damals kundgetan. Dabei stellt er die Vergangenheit dem Heute gegenübert. Interessant fand ich dabei, dass ein Leser in der Leserunde diese als (schlechte) Bewertung gegenüber der heutigen Jugend aufnahm und eine andere Leserin die Zeit damals traurig fand und froh ist, dass sie erst viel später geboren wurde. So unterschiedlich wurden diese Gedanken des Autoren aufgenommen, der eigentlich nur einen Vergleich zwischen damals und heute gezogen hat. Ich fand die Gegenüberstellung interessant - vorallem, wenn man bedenkt was sich wirklich in dieser kurzen Zeit von 50-60 Jahren - vorallem technisch - verändert hat. Das ist wirklich eine ganze Menge! Dabei gab es Verbesserungen, aber auch Verschlechterungen. Das ist der Lauf der Zeit......

Fazit:
Eine kleine Zeitreise zurück in meine eigene Kindheit mit einem liebenswerten Protagonisten und einem zwinkernden Auge des Autors. Nicht alles damals war gut, aber heute ist auch nicht alles besser....
Für alle LeserInnen, die in den 1960-iger und -70iger Jahren geboren wurden, ist dieser Roman eine Erinnerung an die eigene Kindheit. Für diese Generation gebe ich definitiv eine Leseempfehlung! 

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

 

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