- Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
- Verlag: Haymon Verlag; 1. Edition (3. Oktober 2023)
- ISBN-10 : 3709981956
- ISBN-13 : 978-3709981955
- Genre: Roman, Coming-of-Age-Roman
Reihe: ja - Band 2
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Haymon Kurzbeschreibung:
Siegfried wächst im Österreich der 1960er auf. Nach dem aufregenden Sommer in Italien geht es für Siegfried nun endlich ins Gymnasium. Doch er merkt schnell, dass neugierige Fragen bei den Lehrpersonen gar nicht gut anommen und er oft keine befriedigenden Antworten erhält. Anstatt sein Interesse wertzuschätzen, schelten ihn seine Lehrer für die Neugierde und nennen ihn frech. Nicht nur in der Schule, auch zuhause ist einiges los, denn: Die Mama will arbeiten gehen und den Führerschein machen. Siegfried unterstützt, so gut er kann, kocht mit der Oma oberösterreichiache Bratknödel und hilft seiner Schwester mit den hausaufgaben. In jeder freien Minute verkriecht er sich mit inen Abenteuerbuch in seinem Zimmer oder saust mit den Skiern die umliegenden Hügel hinunter.
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Schon der erste Band dieser Reihe, die man auch alleinstehend lesen kann, hat mich vor zwei Jahren absolut begeistert. Nun nimmt uns Herbert Dutzler nach "Die Welt war eine Murmel" wieder
mit auf eine Reise in die Sechziger Jahre und diesmal gibt es volle fünf Sterne für diesen Coming-of-Age Roman, der mich in meine eigene Kindheit versetzt hat. Ich bin zwar erst Mitte der Sechziger Jahre geboren, doch viele Dinge hatten sich auch bis weit in die Siebziger Jahre nicht wirklich verändert und haben diverse Erinnerungen geweckt.
Erzählt wird die Geschichte wieder vom bereits erwachsenen Siegfried, der nach dem Tod seiner Mutter das Elternhaus ausräumt. Dabei stößt er immer wieder auf alte Fotos, bei denen Erinnerungen aufkommen und die in Rückblicken aus der Sicht des kleinen Sigi erzählt werden.
Mittlerweile hat es Sigi aufs Gymnasium geschafft, doch mit manchen Lehrern steht er auf Kriegsfuß. Seine Fragen, die oftmals seiner kindlichen Neugier entspringen, werden nicht gutiert und die schlechte Betragensnote im Zeugnis steht seiner Versetzung im Wege. Dabei spielt auch die
Nazivergangenheit einiger Lehrer und die autoritäre Erziehung in der
Schule und auch im Elternhaus eine große Rolle.
Sigi ist ein Ass in Deutsch und interessiert sich sehr für den Weltraum. Zuhause hilft Sigi seiner Oma gerne beim Kochen, welches dem Rollenbild seines Vaters nicht entspricht. Seine Schwester Uschi ist keine gute Schülerin, liebt aber den Blockflötenunterricht. Als Familienoberhaupt hat der Vater das Sagen, obwohl er für das Funktionieren der Familie kaum etwas beiträgt und nach einem Unfall auch kein Geld mehr nach Hause bringt.
Interessant waren wieder die Erinnerungen an bestimmte Fernsehsendungen (damals gab es ORF 1 und ORF 2 und die meisten hatten einen schwarz-weiß Fernseher), das Kopieren mit dem Blaupapier oder die damaligen Benimmregeln, die beim Weihnachtsfest mit den Großeltern mütterlicherseits eine große Rolle spielen. Besonders wichtig war Sigi die Übertragung der Mondlandung, die 1969 ein absolutes Großereignis war.
Neben der humorvollen Erzählung aus Sigis Kindermund, nimmt Herbert Dutzler wieder die gesellschaftlichen und politischen Werte dieser Zeit ins Visier. Die Nazivergangenheit wird auch zwanzig Jahre nach Kriegsende totgeschwiegen und Sigis Mutter kämpft gegen das althergebrachte Rollenbild. Sie möchte wieder arbeiten und den Führerschein machen. In den Sechziger Jahren ist dies allerdings noch immer nicht ohne die Erlaubnis des Ehemannes möglich. Dadurch entsteht jede Menge Konfliktpotential in Sigis Elternhaus.
Herbert Dutzler hat den damaligen Zeitgeist ganz wunderbar eingefangen.
Man merkt sofort, dass er weiß, wovon er schreibt. Beim Lesen der Geschichte beginnt man
selbst in seinen Kindheitserinnerungen zu schwelgen. Aber auch diejenigen, die viel jünger sind, können in diese wundervolle Geschichte ohne Probleme eintauchen. Die Figuren sind wieder so lebendig gestaltet und mitten aus dem Leben gegriffen. Das Lokal- und Zeitkolorit spielt ebenfalls eine große Rolle. Ich hatte beim Lesen wunderbares Kopfkino.
Herbert Dutzler hat seine gegenwärtigen Gedanken zur damaligen Zeit wieder in kursiver Schrift dargestellt. Dabei stellt er die Vergangenheit dem Heute
gegenüber und hebt Vor- und Nachteile hervor. Ein nostaligisch-kritischer Rückblick, der mit viel Herz und Humor erzählt wird.
Ich würde mich sehr freuen, wenn es noch einen weiteren Teil geben würde.
Fazit:
Ein wunderbares Stück Zeitgeschichte, das mir noch besser als die erste Geschichte um Sigi gefallen hat. Fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!















Servus Martina, das Buch würde mich auch sehr interessieren. Hoffentlich ist es bald in der städtischen Bücherei zu bekommen.
AntwortenLöschenLG aus Wien
Kennst du auch den Vorgänger? Ist aber nicht zwingend diesen zu lesen.... ich kann beide wirklich empfehlen!
LöschenLG Martina
Liebe Martina
AntwortenLöschenIch habe mir den Vorgänger ja schon vorgemerkt, obwohl wir darüber diskutiert haben, für welche Zielgruppe (vom Alter her) diese Bücher sind. Aber ich lasse mich gerne darauf ein und hoffe sehr, dass ich die Bücher einfach mal gebraucht finde, um mich einzulesen.
Alles Liebe
Livia