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Ein Leben für Barbie - Renée Rosen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage, (18. Februar 2025)
    • Übersetzer: Angela Koonen
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499016605
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499016608
    • Originaltitel: ‎ Let's call her Barbie
    • Genre: Historischer Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Im Jahr 1956 macht sich Ruth Handler, Mitbegründerin des aufstrebenden Spielzeugunternehmens Mattel, daran, den Markt zu revolutionieren: mit einer Puppe, die wie eine erwachsene Frau aussieht. Im Gegensatz zu den üblichen Babypuppen, die die traditionelle Mutterrolle bestärken, soll diese Puppe kleine Mädchen dazu ermutigen, alles sein und tun zu können, was sie wollen. So wird Barbie geboren. Doch nicht jeder sieht Barbie als positiven Einfluss. Und Ruth muss sich nicht nur an beruflicher Front behaupten, sondern gerät auch in Streit mit ihrer Tochter Barbara, Namensgeberin für Barbie, die sich in dem neuen Frauenbild so gar nicht wiederfindet. Aber Ruth weiß, dass ihre Barbie etwas Besonderes ist. Mithilfe ihres Mannes Elliot, des Ingenieurs Jack Ryan sowie der ambitionierten Modedesignerin Stevie Klein macht sie weiter. In den kommenden Jahrzehnten verwandelt das Barbie-Team die Puppe in ein kulturelles Phänomen. Aber je größer der Erfolg, desto tiefer der Fall, und die Probleme bei Mattel fangen gerade erst an …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wer kennt sie nicht die Barbie-Puppe? Barbie ist heutzutage nicht nur eine Puppe für Kinder, sondern ein Markenname, der alles Mögliche vermarktet. Der Barbie-Film mit Margot Robbie und Ryan Gosling war nur einer der großen Hits in den letzten Jahren, doch die Zeichentrick-Filme mit Barbie als Balletttänzerin usw. hat schon meine Tochter gerne geschaut. Ich bekam meine erste Barbie erst mit 11 oder 12....genau weiß ich es nicht mehr, aber eben zu einer Zeit, wo ich nur mehr wenig damit gespielt habe. Ich war aber auch nie ein Puppenmädchen, wobei mich Barbie noch mehr interessiert hat, als Babypuppen. Da war mir mein Teddy "Peter" lieber...

Umso interessanter fand ich die Geschichte der Barbie Puppe von Renée Rosen. Der Roman behandelt eher die Unternehmensgeschichte der Firma, denn Ruth Handler, Mitbegründerin der Firma Mattel, lebte für ihr Unternehmen und vor allem für Barbie, die nach ihrer Tochter Barbara benannt wurde. Die Idee zu einer Gelenkpuppe, die nicht wie eine Babypuppe aussah, kam ihr im Europa-Urlaub, als sie die "Bild Lilli" in einem Schaufenster in Luzern entdeckte. Diese war Vorbild eines gleichnamigen Comics und nicht wirklich für Kinder gedacht. Ruth hatte jedoch die Idee eine solche Puppe zu kreieren, die den Mädchen mehr Möglichkeiten geben soll. Man sollte mit ihr spielen, aber auch immer wieder neu einkleiden können. Ebenso sollte die Puppe in Mädchen die Vorstellung zur vielfältigen Entwicklung fördern und sich nicht nur als Mutter und Ehefrau zu sehen. 
Ihr Mann und Geschäftspartner Elliot, wie auch die Ingenieure und Entwickler bei Mattel, waren nicht wirklich von Ruths Idee überzeugt. Erst mit Jack Ryan fand sie einen Mann der Tat, der jahrelang tüftelte, um das richtige Material zu finden und die beweglichen Gelenke herzustellen. Bis die Puppe jedoch fertig wurde, dauerte es Jahre und der Erfolg ließ zu Beginn ebenfalls auf sich warten. Erst durch einen Werbefilm, der vor allem bei den kleinen Mädchen einschlug, kamen die ersten Bestellungen ins Haus.

Der Roman wird aus drei verschiedenen Sichtweisen erzählt: aus der von Ruth Handler natürlich, aus der von Jack Ryan, dem Chefentwickler und der (fiktiven) Modedesignerin Stevie Kling. Alle drei sind sehr ehrgeizige Charaktere, die für ihre Arbeit leben.
Ruth kämpfte in einer männerdominierenden Firma um ihren Platz als Mitbegründerin und Geschäftsfrau oftmals gegen Windmühlen. Sie ordnete ihr Familienleben eindeutig dem Unternehmen unter. Obwohl sie das Verkaufstalent und die Ideengeberin war, wurde sie systematisch aus der Firma hinausgetrieben.
Doch war sie wirklich die Erfinderin der Barbie? Diese Frage stelle ich mir auch noch nach der Lektüre und muss jeder für sich selbst beantworten. Auf jeden Fall aber besaß sie die Voraussicht, den Ideenreichtum und den Ehrgeiz, um Barbie schließlich herzustellen.

Jack Ryan, Chefentwickler bei Mattel, hatte neben seinen beruflichen Perfektionismus private Probleme. Er war manisch-depressiv und Legastheniker, liebte Partys, Alkohol und hatte jede Menge Affären. Er verfiel mit der Zeit dem Geld und glamourösen Leben abseits seines Jobs.

Stevie wollte eigentlich Haute Couture entwerfen und keine Puppenkleider. Sie findet auch das Abbild von Barbie nicht in Ordnung und fühlt sich anfangs - trotz sehr guter Bezahlung - nicht ganz wohl mit ihrem Job als "Puppenkleiderausstatterin". Doch sie erkennt nach Jahren bei Mattel, wie ihr dieser Job den Weg für eine weitere Karriere ebnete.
Die Charaktere, Haupt- wie Nebenfiguren, sind äußerst lebendig gezeichnet und ich hatte in meinem Kopf sehr reale Vorstellungen ihrer Persönlichkeiten. 

Was mir ebenfalls gefallen hat war, dass der Roman nicht mit dem ersten Erfolg der Barbie Puppe aufhört, sondern auch die weiteren Jahre und Jahrzehnte beschreibt, in denen Mattel zu einer Aktiengesellschaft wurde und das Gefühl der Zusammengehörigkeit der Mitarbeiter zu schwächeln begann. Weitere Höhenflüge, aber auch so einige Misserfolge sind vorprogrammiert.

Cover:
zwei englischsprachige Cover, wobei ich das linke sehr passend finde. Man erkennt sofort, dass es sich um eine Geschichte rund um die Barbie Puppe handeln muss. Das rechte Cover könnte auch ein x-beliebiger Roman sein.

Fazit:
Eine interessante Romanbiografie über die Höhen und Tiefen eines Spielzeugkonzerns und dem Mythos der Barbiepuppe. 



Haribo: Goldene Zeiten brechen an - Katharina von der Lane

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Broschiert: 496 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (19. Februar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442494664
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442494668
    • Genre: historischer Roman, Romanbiografie
    • Reihe: ja - Band 2 der Dilogie


Goldmann Kurzbeschreibung:
Bonn 1939: Die süßen Produkte der Firma Haribo sind mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Doch früher als erwartet muss Gertrud Riegel das Unternehmen ohne ihren Mann Hans weiterführen. Hilfe bekommt sie dabei von Tochter Anita, die ihre eigenen Träume zugunsten der Familie zurückstellt. Gemeinsam gelingt es den beiden Frauen, das Geschäft auch in schwierigen Zeiten am Leben zu erhalten, bis die Söhne Hans und Paul aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehren. Goldene Zeiten brechen an, als das erfolgreichste Produkt der Firma Haribo das Licht der Welt erblickt: der Goldbär.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man sollte auf jeden Fall den ersten Band zuerst lesen, denn die Handlung baut darauf auf

Meine Meinung: 
Der zweite Band rund um die Firma Haribo schließt nahtlos an den ersten Band an. Die dunkle Zeit in Deutschland beginnt, denn es ist 1939 und sowohl Hans junior, als auch Paul werden eingezogen. Zuvor jedoch kämpfen Hans senior und Gertrud darum, während des Krieges als kriegswichtig eingestuft zu werden, um die Produktion am Laufen zu halten. Mit Salmiakpastillen und Brustkaramellen gelingt es ihnen weiter produzieren zu dürfen. Damit bieten sie auch weiterhin Arbeitsplatze für viele Menschen in der Umgebung. Hans gelingt es lange, sich davor zu drücken in die Partei einzutreten. Doch 1944 bleibt ihm keine andere Wahl mehr, um weiterhin Rohstoffe für ein Unternehmen zu bekommen. Doch ein schlimmer Schicksalsschlag stellt die Familie vor neue Probleme... 

Sehr interessant wird es, als Gertrud und Anita am Ende des Krieges darum kämpfen, die Genehmigung zu bekommen, um weiter produzieren zu dürfen. Zuerst bei den US-Amerikanern und danach bei den Briten, die Bonn besetzen. Vor allem Anita ist mit ihren Englischkenntnissen eine große Hilfe. Als es endlich weitergeht mit der Produktion, ist weiterhin Anita an der Seite ihrer Mutter. Sie erkennt, wie wichtig das Familienunternehmen ist und beginnt Freude an der Arbeit zu finden.....

Mehr will ich hier nicht mehr verraten, denn es kommen sehr turbulente Zeiten auf die Unternehmerfamilie zu, die den Zusammenhalt aller auf die Probe stellt. Das Autorenpaar nimmt uns mit an die Front, zeigt uns aber genauso, wie Gertrud und Anita um die Firma kämpfen. Sind es zuerst die Kriegswirren, werden danach die Probleme innerhalb der Familie größer. Es wird Zeit das Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben, doch die Kinder haben unterschiedliche Vorstellungen, wie es mit Haribo weitergehen soll....
Natürlich wird auch erzählt, wie der heute berühmte Goldbär schlussendlich entstanden ist.

Wie bereits im ersten Band, stützt sich das Autorenpaar, welches unter dem Pseudonym Katharina von der Lane schreibt, auf zugängliche historische Daten, die sie mit fiktiven Elementen vermischt. Die daraus entstehende Geschichte wird damit bildhafter und mitreißend erzählt. Eine Kooperation mit der Familie Riegel fand jedoch nicht statt.
Die Charaktere sind sehr lebendig dargestellt und haben alle ihre Ecken und Kanten. Ich habe mit ihnen mitgefiebert, mich geärgert, mich gefreut oder mitgelitten. Genauso sollte es sein, wenn man einen Roman dieses Genres liest. 

Fazit:
Im zweiten Band der Dilogie erleben wir die bewegenden Jahre von 1939 bis 1956, die für alle eine große Herausforderung waren. Mit der nächsten Generation der Riegels stehen neue Herausforderungen an, die für mich genauso mitreißend erzählt wurden, wie schon im ersten Band. Natürlich erfahren wir auch wie der berühmte Goldbär erfunden wurde... Ich empfehle diese Dilogie gern weiter! 



Haribo: So schmeckt das Glück - Katharina von der Lane

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (23. Oktober 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442494656
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442494651
    • Genre: historischer Roman, Romanbiografie
    • Reihe: ja - Band 1 der Dilogie


Goldmann Kurzbeschreibung:
Bonn 1920: Der gelernte Bonbonkocher Hans Riegel liebt die bunte Welt der Süßwaren und träumt davon, eines Tages sein eigenes Unternehmen zu führen. Die junge Gertrud Vianden glaubt an seinen Traum und unterstützt ihn von Anfang an. Nach der Hochzeit beginnen Hans und Gertrud, in der heimischen Küche zu experimentieren und erste Süßigkeiten herzustellen, die Gertrud mit dem Fahrrad ausliefert. Das Geschäft ist hart, die Konkurrenz groß, und das junge Paar wird von vielen belächelt. Wie wollen Hans und Gertrud mit ein paar Bonbons eine Familie ernähren? Doch trotz aller Widrigkeiten sind die beiden überzeugt, dass aus kleinen Anfängen Großes entstehen kann …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wer liebt sie nicht, die süßen Fruchtgummis der oben genannten Firma? Den Slogan "Haribo macht Kinder froh (und Erwachsene ebenso)" kennt hier in Österreich, Deutschland und der Schweiz wohl jedermann.

Wie bereits viele Romane in diesem Genre, hebt dieser erste Band über die Erfindung der berühmten Fruchtgummis, keinen Anspruch auf historische Korrektheit. Das Autorenpaar, das uns unter dem Pseudonym Katharina von der Lane, die Entstehungsgeschichte erzählt, stützt sich auf die zugänglichen historischen Daten und verwebt Historie und Fiktion. Dies ist ihnen aber sehr gut gelungen!

Hans Riegel ist der älteste Sohn einer Bauernfamilie und soll eines Tages die Landwirtschaft übernehmen. Er liebt jedoch die Bonbonkocherei und hat mit dem Bauernhof seiner Familie so gar nichts am Hut. Sein Vater ist darüber nicht erfreut und es gibt deshalb immer wieder Streitigkeiten bis Hans doch noch als Arbeitsjunge für Hilfsarbeiten in der nahen Fabrik anfangen darf. Durch seinen Fleiß und sein Engagement bekommt er eine Stelle als Bonbonkocher und arbeitet sich rasch nach oben. Doch dann kommt Hans der Erste Weltkrieg in die Quere und er muss in den Krieg ziehen. Doch so schnell gibt Hans nicht auf, denn er kämpft für seinen Traum eine eigene Süßwarenfabrik zu gründen.

Hans ist ein willensstarker junger Mann, der an seine Ideen und Visionen glaubt. Sein Leben ist die Bonbonkocherei. Da kann es schon vorkommen, dass er voller Enthusiasmus öfters auf seine Familie vergisst oder neue Rezepte bis tief in die Nacht ausprobiert. Rückschläge, wie die Weltwirtschaftskrise, die Währungsreform oder Neid seiner Konkurrenten, halten ihn nur kurzfristig auf. Er tut alles, um sich endlich seinen Traum erfüllen zu können. Dabei steht seine Frau immer zu ihm und ist ihm eine große Hilfe. 

Der erste Teil der Dilogie umfasst die Jahre 1908 bis 1939 und endet also kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Firma wird aber erst 1920 in Bonn gegründet. Wir erfahren auch wie der Firmenname Haribo entstanden ist (Hans Riegel Bonn) und wie Hans seine Gertrud kennenlernt. Die Dynamik in dieser Beziehung hat mir sehr gut gefallen.
Generell sind die Charaktere sehr lebendig dargestellt und mit Ecken und Kanten versehen. Der Schreibstil lädt dazu ein, immer weiter zu lesen, denn der Spannungsbogen ist gleichbleibend hoch. 

Wie es mit Hans und seiner Familie mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges weitergehen wird, erfahren wir in Teil 2, der am 19. Februar erscheint. Ich bin schon sehr gespannt... 

Fazit:
Ich fand die Geschichte rund um die Hans Riegel und die Erfindung seiner berühmten Fruchtgummis sehr interessant. Das Autorenpaar hat rund um Fiktion und Historie eine wirklich spannende Geschichte geschrieben. Ich freue mich auf Teil 2.



 

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