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The DRY - Jane Harper




    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (21. Oktober 2016)
    • ISBN-10: 349929026X
    • ISBN-13: 978-3499290268
    • Originaltitel: The Dry
    • Genre: Thriller



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten lastet wie heißes Blei auf dem ländlichen Städtchen Kiewarra mitten im Nirgendwo. Das Vieh der Farmer stirbt, die Menschen fürchten um ihre Existenz. Als Luke Hadler, seine Frau und ihr Sohn Billy erschossen aufgefunden werden, glauben alle, dass der Farmer durchgedreht ist und erweiterten Suizid begangen hat. Aber Sergeant Raco hat seine Zweifel. Aaron Falk kehrt nach zwanzig Jahren zum ersten Mal nach Kiewarra zurück - zur Beerdigung seines Jugendfreundes Luke. Bald brechen alte Wunden wieder auf; das Misstrauen wirft seine langen Schatten auf die Kleinstadt. Und in der Hitze steigt der Druck immer mehr...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge 2017

Meine Meinung:
Der Debüt-Thriller der australischen Autorin Jane Harper sticht alleine schon durch das tolle Cover aus den Einheitsbrei der Buchcover der Spannungsliteratur heraus, die zu 95% aus den Farben schwarz, weiß und rot  bestehen. Auch die Kurzbeschreibung hört sich interessant an und so freute ich mich sehr, dass ich ein Exemplar von "Blogg dein Buch" erhalten durfte.

Wir befinden uns im Städchen Kiewarra, irgendwo im australischen Hinterland. Die Dürre, die seit Jahren dort herrscht, hat zur Abwanderung und zur Trostlosigkeit der Einheimischen geführt. Als Aaaron Falk nach zwanzig Jahren wieder in sein Heimatdorf zum Begräbnis seines Freundes Luke Hadler zurückkehrt, ist selbst er entsetzt von der Trockenheit und Hitze. Und auch der Leser spürt die Hitze, den Staub und die Feindseligkeit, die Aaron Falk entgegenschlägt. Vor zwanzig Jahren wurden sein Vater und er verdächtigt, schuld am Tod der sechzehnjährigen Ellie, Aarons und Lukes Freundin, zu sein. Gemeinsam mit Luke und Gretchen waren die Vier unzertrennlich. Doch nach dem Unglück begann eine richtige Hetze gegen die Falks. Feige Angriffe ließen sie Kiewerra verlassen und nach Melbourne ziehen, wo sich Aaaron zum Polizisten ausbilden ließ. Er sucht allerdings nicht nach Mörder, sondern nach veruntreutem Geld. Trotzdem bitten ihm Lukes Eltern den Tod ihres Sohnes und seiner Familie zu untersuchen. Sie können nicht glauben, dass Luke seine Frau Karen und seinen Sohn Billy erschossen und anschließend Selbstmord begangen hat. Auch der zuständige, sehr junge Sergeant Raco hat so seine Bedenken an dem Offensichtlichen und so beginnen Falk und Raco Nachforschungen anzustellen, wobei auch dem Sheriff bald Feindseligkeit entgegenschlägt und die Stimmung im Ort sich mehr und mehr aufheizt.....

Die Rückblenden in der Vergangenheit werden von der Autorin ins gegenwärtige Geschehen miteingewoben, was eher ungewöhnlich ist. Diese sind in kursiver Schrift dargestellt und fügen sich nahtlos in die Geschichte der Gegenwart ein, denn der Tod von Ellie vor zwanzig Jahren ist bis heute nicht aufgeklärt und schwebt wie ein Schatten über das kleine Städtchen. Aaaron vermutet einen Zusammenhang mit der Tragödie der Hadlers, doch die Einwohner schweigen....

Die Charaktere sind sehr authentisch und facettenreich dargestellt. Die Menschen im australischen Niemandsland sind durch die jahrelange Dürre von ihrer Existenz bedroht. Sie sind unausgeglichen und schnell aggressiv. 
Falk erscheint darin wie ein Außerirdischer; auch durch sein Erscheinungsbild: weißblond mit sehr heller Haut, sticht er aus der Masse der Menschen in Kiewarra heraus. Er ist ruhig, ausgeglichen und besonnen. Falk und Raco ergänzen sich als Ermittlerteam perfekt. Sie harmonieren sehr gut miteinander und beide sind sehr daran interessiert die Tat aufzuklären.
Auch die Einwohner von Kiewarra sind äußerst authentisch beschrieben. Man fühlt die Hoffnungslosigkeit, die manche Einwohner zu oft unüberlegten Handlungen hinreißen lassen.

Die beiden Kriminalfälle aus der Vergangenheit und der Gegenwart führen immer mehr zueinander bis es zum finalen und spannenden Ende kommt, das mich wirklich an den Seiten hat kleben lassen.
Nur durchgehend ist der Spannnungslevel leider nicht immer. So hatte ich mehr den Eindruck einen guten Krimi, als einen Thriller vor mir zu haben. Dennoch hatte ich das Buch sehr schnell durch, da mich auch die Neugier plagte, was wohl hinter all dem steckt. Als Jane Harpers erstes Buch finde ich es äußerst gelungen!

Schreibstil:
Kaum zu glauben, dass dieses Buch ein Debüt ist! Der Schreibstil der Autorin ist sehr dicht und atmosphärisch. Man fühlt mit den Personen mit und hat das Gefühl direkt vor Ort zu sein. Die Hitze und der Staub, die Verzweiflung und Hoffnungslosgkeit der Menschen auf diesem Fleckchen Erde transportiert die Autorin wirklich hervorragend. Einzig die Spannung bleibt manchmal ein bisschen auf der Strecke, jedoch macht Harper dies mit den sehr authentischen Charakteren und einem richtigen Showdown wett.

Cover:

Auch das englischsprachige Cover gefällt mir. Im unteren Teil fühlt man fast die Hitze durch die gelben Grashalme, jedoch finde ich das deutsche Cover trotzdem ansprechender. Man denkt an den letzten Tropfen Wasser, der aus einem verrosteten Wasserhahn tröpfelt und bekommt automatisch Durst...

Fazit:
Ein hervorragendes Debüt der Autorin, das ich jedoch eher als Krimi statt Thriller bezeichnen würde. Sehr atmosphärisch erzählt mit facettenreichen Charakteren und einem wirklich spannenden Show Down, der alle Fragen beantwortet.


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und an Blogg dein Buch

Kirschblüten und rote Bohnen - Durian Sukegawa




    • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
    • Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (15. März 2016)
    • ISBN-10: 3832198121
    • ISBN-13: 978-3832198121
    • Originaltitel: An
    • Genre: Gegenwartsliteratur


link zur Bestellung bei DUMONT


Dumont Kurzbeschreibung:
Sentaro ist gescheitert: Er ist vorbestraft, er trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht die beste Bohnenpaste, die man sich nur denken kann. Auch deshalb verändert die Begegnung mit ihr alles, denn Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Sentaro ist ein eher mürrischer Mann, der gerne für sich bleibt. Und so verrichtet er seine Arbeit als Doriyaki Verkäufer eher unwillig. Nach einer Haftstrafe erhielt er Hilfe vom ehemaligen Besitzer einer Imbissstube, die sich mitten in Tokio im Schatten der Kirschbäume befindet. Dort stellt er von morgens bis abends Doriyaki her, kleine Pfannkuchen gefüllt mir süßer Bohnenpaste, um seine Schulden abzustottern. Die Paste kommt aus dem Kanister vom Großmarkt und so schmeckt sie auch. Das Geschäft geht mehr schlecht, als recht; die einzigen Stammkunden sind die Mädchen aus der naheliegenden Schule.
Wakana, eines der Schulmädchen, kommt regelmäßig in den Imbiss. Ihre Eltern sind geschieden, die Mutter kaum zu Hause. Doch eines Tages steht eine alte Dame vor dem Imbiss und möchte sich gerne für die ausgeschriebene Stelle als Hilfskraft bewerben. Tokue Yashii heißt sie und ihre Hände sind etwas verformt. Sentaro weist sie zurück, doch Tokue gibt nicht so schnell auf. Sie übergibt Sentaro eine Box mit ihrer selbstgemachten An, der süßen Bohnenpaste, und nachdem er davon gekostet hat, weiß er, dass er Tokue einstellen muss.

Ab sofort beginnen Sentaros Tage noch vor dem Sonnenaufgang, denn eine gute Bohnenpaste zu kochen, braucht Zeit. Das beginnt beim sorgfältigen Auswählen der geeigneten Azuki-Bohnen, bei der Konsistenz und den ganz speziellen Geruch, der Tokue sagt, dass das An jetzt gerade richtig ist. Plötzlich boomt der Imbissladen und die Menschen stehen Schlange, um das köstliche Doriyaki zu bekommen. Doch das Glück währt nicht lange, denn eines Abends steht die Inhaberin der Imbissbude vor der Tür und verlangt Tokues Kündigung. Es sei ein schlimmes Gerücht über Tokues verformte Hände im Umlauf.......

Meine Meinung:
Gleich vorweg: Dies ist eines der wenigen Bücher, in denen man gerne länger verweilt und die man öfters lesen kann....wunderschön und poetisch!

Sentaro ist ein Mann ohne Perspektive, der gerne trinkt, vorbestraft ist und von frühmorgens bis abends in der Doriyaki-Imbussstbe steht. Dabei mag er nicht einmal Süßes....
Durch die fröhliche Tokue, die sich ihr ganzes Leben nichts sehnlicher gewünscht hat, als die Sonne zu sehen, mit den Menschen zu plaudern und den wiegenden Ästen der Bäume zuzuwinken, kommt etwas Leben in die Imbissstube. Auch Sentaro beginnt sich langsam zu verändern...er beginnt sich zu öffnen und langsam entwickelt sich, während der vielen gemeinsamen Stunden am Herd, eine ganz besondere Verbundenheit. Auch Wakana gehört zu diesem Trio einsamer Herzen, das sich von der Gesellschaft als Außenseiter fühlt.

"Im Leben eines Menschen gibt es nie nur eine Farbe. Die Schattierungen können sich jederzeit ändern. Eigentlich ist das ganze Leben ein andauerndes Farbenspiel. Ich weiß das, weil ich bereits am Ende dieses Spiels angelangt bin.“   - Takoe, Seite 171         

Hier geht es nicht nur um die richtige Zubereitung von Doriyaki (hungrig sollte man aber trotzdem weder das Buch lesen, noch den Film anschauen!), sondern hier geht es um die leisen Zwischentöne, um unerfüllte Träume und Hoffnungen. Der Kirschbaum vor dem Imbiss ist eine Art Metapher und zeigt den Leser die Vergänglichkeit und den Zyklus des Lebens.
Sehr mitgenommen hat mich Tokues Schicksal, die mehr als 40 Jahre ihres Lebens unter Zwangsquarantäne verbringen musste.

Cover:
Das japanische Originalcover und die französische Ausgabe habe ich gefunden und beide Titelbilder sind bis auf die Schrift natürlich, ident.
ich finde auch dieses Cover sehr gelungen, jedoch gefällt mir auch hier wieder die deutsche Version deutlich besser.

Schreibstil:
Leise und unaufdringlich schlich sich Durian Sukegawa mit seiner Geschichte in mein Herz. Die Sätze sind eher kurz gehalten, die Sprache ist klar und trotzdem verbirgt sich hinter den Zeilen sehr viel mehr.
Der Autor gewährt uns Europäern einen Einblick in die japanische Kultur, die uns doch sehr oft fremd ist. Auch wenn manche Stellen oder Dinge uns etwas eigentümlich vorkommen, so sind wir alle Menschen mit Träumen, Hoffnungen und den Wunsch Glücklich zu sein - egal, ob in Asien, in Europa oder in Afrika.

Fazit:
Poetisch, tragisch, wunderschön - ein eher dünnes Buch mit sehr viel mehr Inhalt! Japanische Lebensweisheiten, aber auch Gesellschaftskritik, sowie die Macht der Freundschaft, sind nur einige der Themen, die hier aufgegriffen werden. Meine Leseempfehlung!


Vielen Dank an DUMONT und an 
http://www.bloggdeinbuch.de/
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für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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BUCH VERSUS FILM

Vorgestern habe ich mir auch den Film zum Buch von Durian Sukegawa angesehen. Vorweg kann ich sagen, dass ich das Buch - wie eigentlich zu 95% - besser fand, als die Verfilmung.

Regisseurin Naomi Kawasa ist trotzdem ein eindrucksvoller Film gelungen, der jedoch für das eher dünne Büchlein zu viel an Länge hat. Sicherlich lebt die Geschichte von der Stimmung und den Weisheiten Takoes, doch für Nichleser gibt es hier doch einige Längen.
Die Schauspieler spielten wirklich sehr gut und auch die japanische Kultur und Küche kam nicht zu kurz.

Trotz der Zeit, die der Film hat, sind manche Hintergründe (Warum ist Wakane immer im Imbiss?) zu wenig ausgeleuchtet, vorallem auch Takoes Krankheit und deren Konsequenzen.
Trotzdem kann ich aber auch den Streifen für Menschen, die leise Filme mögen,  empfehlen



Drei Mal wir - Laura Barnett




    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Kindler (11. März 2016)
    • ISBN-10: 3463406594
    • ISBN-13: 978-3463406596
    • Originaltitel: The Versions of Us 
    • Genre: Gegenwartsliteratur

link zur Bestellung bei Kindler/Rowohlt 


Kindler Kurzbeschreibung: 
Eva und Jim sind neunzehn und Studenten in Cambridge, als ihre Wege sich 1958 zum ersten Mal kreuzen. Eine Fahrradpanne führt die beiden zusammen. Was dann passiert, wird den Rest ihres Lebens bestimmen.
Wir folgen drei unterschiedlichen Versionen ihrer Zukunft, zusammen und getrennt. Sehen Eva dabei zu, wie sie eine berühmte Schriftstellerin wird. Und Jim, wie er für die Kunst seinen Beruf als Anwalt hinter sich lässt. Wir sehen Partner kommen und gehen, reisen mit ihnen nach London, New York und Los Angeles. In all den Jahren nimmt ihre Liebe immer wieder ungeahnte Wege, von den ersten drei Treffen bis hin zum Finale: Drei Liebesgeschichten, ein Paar.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung: 
Dieser Debütroman von Laura Bennett war letzten Sommer in Großbritannien ein Bestseller. Zitate wie "Eine Mischung aus «Zwei an einem Tag» und «Sliding Doors». (Elle)" machten mich noch neugieriger auf das Buch, da "Zwei an einem Tag" zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt! Auch der Film "Sliding Doors" gefiel mir gut und wer dann auch noch dieses bezaubernde Cover sieht, kann gar nicht anders, als dieses Buch lesen zu wollen.
Leider halten aber diese Verprechen nicht immer das, was so beworben wird......

Aus einigen Rezensionen habe ich schon herausgelesen, dass man sich Papier und Stift bereithalten soll und sich wirklich auf den Inhalt konzentrieren. Spätestens nach dem ersten Drittel des Buches musste ich diesen Rat befolgen, auch wenn ich sehr oft Bücher mit mehreren Handlungssträngen, oft gemischt aus Gegenwart und Vergangenheit, lese.
Man begleitet die beiden Hauptprotagonisten von 1958 bis 2014. Im Prolog haben wir einen kurzen Einblick in das Leben ihrer Eltern und sind Zeuge der Geburt.
Der Roman ist in drei Teile geteilt, als auch in drei verschiedene Versionen der Liebesgeschichte zwischen Eva und Jim. Diese sind sogar farblich abgegrenzt: Version Eins ist rosa, Version Zwei ist blau und Version Drei ist grün. So weiß man immer in welcher der drei Geschichten man steckt. Außerdem gibt es noch eine Kapitelüberschrift, Datum und Ortsangabe.
War ich anfangs noch begeistert, besonders von den drei verschiedenen Varianten der ersten Begegnung von Jim und Eva, flaute meine Begeisterung spätestens nach 150 Seiten gewaltig ab.

Was das Lesen hier so schwierig macht, sind nicht die drei verschiedenen Varianten der Liebesgeschichte zwischen Eva und Jim, sondern die verschiedenen Namen der Kinder und Enkelkinder, die oft verschiedenen Handlungsorte und die verschiedenen Berufe der Hauptprotagonisten, im jeweiligen Teil. Dennoch gibt es auch Fixpunkte, die in allen Versionen gleich sind. Nur die Geschichte zwischen Eva und Jim verläuft in jeder Version anders. Dies entsteht, wie so oft im Leben, manchmal nur wegen Kleinigkeiten oder kurzen Begebenheiten, die verschiedene Auswirkungen in die Zukunft der zwei Protagonisten haben. Eigentlich ist dies genau, wie im realen Leben. Wie oft zaudert man wegen der Frage an sich selbst: Soll ich oder soll ich nicht? Manchmal wiederum entscheidet man ganz spontan und aus dem Bauch heraus und setzt damit eine Kettenreaktion frei, die man sich nicht erwartet hat. So unterschiedlich verläuft auch das Leben von Eva und Jim in den drei Versionen. Es gibt Höhen und Tiefen, wie in jedem normalen Leben. Auch wenn in einer Version die Liebesgeschichte der Beiden nicht bzw. (fast zu) spät stattfindet, besteht zwischen Eva und Jim sofort eine Anziehungskraft, die am Schluss letztendlich siegt. Für mich entspricht dies der Aussage, dass man sich seinem "Schicksal" nicht entziehen kann, sondern es nur beeinflussen kann.

Das Konzept und die Idee zu diesem Roman finde ich äußerst gelungen. Nur die Umsetzung ist nicht ganz so, wie es sich viele Leser vielleicht wünschen. Man braucht für diesen Roman auf jeden Fall Zeit und sollte sich dazu Notizen machen. Man kann ihn nicht "verschlingen", sondern man muss ihn "kauen" und danach auf der Zunge zergehen lassen. Manchmal hat er dabei allerdings einen etwas bitteren Nachgeschmack.

Auf jeden Fall muss man sich mit dem Buch auseinandersetzen und ich denke, mir wird der Inhalt auch in Erinnerung bleiben, was oft bei Büchern, die mir vielleicht besser gefallen haben, nicht immer zutrifft.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Für einen Debütroman finde ich besonders die Charaktereigenschaften gut gelungen. Die Geschichte ist bildhaft, komplex und detailliert, aber die Kapitel sind trotzallem eher kurz gehalten.

Die deutsche Ausgabe ist wirklich wunderschön und mit den floralen Vignetten liebevoll gestaltet. Die einzelnen Versionen sind in verschiedenen Farben dargestellt und dazwischen erscheinen illustrierte Zwischentitel. Nimmt man die Schutzhülle ab, hält man einen bedruckten Einband in den Händen. Der Verlag hat sich hier allergrößte Mühe gegeben und ein wahres Schmuckstück geschaffen.

Cover:

Hier kann ich eindeutig sagen, welches englischsprachige Cover mir am besten gesfällt: Version 3 mit dem Fahrrad, das ich auch auf dem deutschen Cover vermisse! Auch die verschlungenen Wege zwischen den Beiden werden hier angedeutet.... gefällt mir sehr!


Fazit:
Ein Roman, wie aus dem Leben gegriffen. Drei Variationen einer Geschichte, die erzählt, wie das Leben hätte sein können. Man benötigt für dieses Buch Zeit, Konzentration und Geduld. Aber es lohnt sich dran zu bleiben und sich auf dieses Erlebnis einzulassen. Ein Roman, bei dem man länger braucht bis man sich darin wohlfühlt, aber der lange nachhallt. Für mich 3 1/2 Sterne.


Vielen Dank an den Kindler Verlag für das Rezensionsexemplar und an
http://www.bloggdeinbuch.de/
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Killerjagd - Christine Drews




    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (12. November 2015)
    • ISBN-10: 3404170857
    • ISBN-13: 978-3404170852
    • Genre: Thriller



link zur Bestellung bei Bastei Lübbe

Bastei Lübbe Kurzbeschreibung:
Rachel Hyatt ist eine der besten Profiler bei Scotland Yard. Als sie zum Schauplatz eines besonders brutalen Mordes gerufen wird, weiß sie daher sofort: Hier war ein Profi am Werk - aber einer, der persönliche Gründe für seine Tat hat. Zumal sein Opfer nicht irgendwer ist, Sir Ian war ein wichtiges Mitglied des britischen Geheimdienstes. Noch ahnt Rachel nicht, dass sie soeben den Weg des gefährlichsten Killer Englands gekreuzt hat. Und sie sehr bald von der Jägerin zur Gejagten werden wird.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Sir Ian, ein hochrangiger Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes wird ermordet aufgefunden. Es gibt keine Spur zum Täter, doch der betagte Mann zeigte keinerlei Abwehrreaktionen, was Profilerin Rachel Hyatt von Scotland Yard äußerst ungewöhnlich findet. Sie ist eine der besten Kriminalpsychologen und kommt de, Täter bald auf die Spur. Doch damit wird sie selbst zur Zielscheibe....

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller der Autorin, obwohl ich schon zwei Bücher von ihr in meinem Regal stehen habe. Nun habe ich Lust diese sobald wie möglich zu lesen, denn dieser Thriller war wirklich rasant und fesselnd - und das von der ersten Seite an.

Gleich zu Beginn des Buches erhält man ein Bild des Täters, der äußerst professionell vorgeht. Man erkennt sehr schnell, dass der Mord an Sir Ian sicherlich nicht sein erster war und er gezielt vorgeht. So hat Profilerin Rachel Hyatt auch bald eine ungefähre Ahnung vom Profil des Täters, doch der Grund seiner Taten bleibt noch längere Zeit ein Rästel. Ungewöhnlich fand ich, dass die Identität des Mörders relativ schnell für den Leser bekannt wird. Dies mindert jedoch nicht die Spannung des Thrillers, der gleich zu Beginn eine relativ hohe Spannungskurve aufweist.
Während Rachel durch ihre Recherchen am Mord von Sir Ian schon bald ins Visier des Täters gerät, weicht er nicht von seinem Ziel ab: die Tötung aller Personen auf seiner "Liste"....und wenn es sein muss, auch Rachels.
Voller Dramatik eröffnet sich nach und nach eine Geschichte, die uns zurück in die Vergangenheit zur Zeit des kalten Krieges führt. In Afghanistan hatte der britische Geheimdienst damals seine Finger in einem tödlichen Spiel. Doch keine Angst - dies ist kein Spionagethriller! Was sich dem Leser hier offenbart, ist eine grausame Wahrheit und eine Geschichte voller Brutalität, wie es nur Menschen ihresgleichen antun können.

Obwohl der Täter bereits sehr früh bekannt ist, gibt es noch genügend Geheimnisse, die mich an das Buch fesselten. Nach und nach wird ein Puzzlesteinchen ums andere hinzugefügt. Fragen, die sich beim Lesen immer wieder ergeben, werden zwischendurch teilweise beantwortet, doch dazu kommen gleichzeitig auch wieder viele neue.....
Die Jagd auf den Killer beginnt und die Frage ist nur: Wird Rachel in rechtzeitig aufhalten können?

Charaktere:
Rachel Hyatt, unsere Profilerin, ist eine sehr sympathische und intelligente Frau, die trotz ihres Berufes weder abgehoben, noch abgebrüht ist. Sie ist alleinerziehend und keineswegs fehlerfrei, wie so viele Ermittler in den typischen amerikanischen Thrillern. Ihre Figur bleibt authentisch und ist mitten aus dem Leben gegriffen. Auch ihre Emotionen konnte man spüren, wie etwas die Angst, als sie bemerkt, dass jemand sie beschattet. Ihre Kollegen, Bob Hall und Carole Spitman, vervollständigen das Team und sind ebenfalls sehr realistisch dargestellt.

Schreibstil:
Rasant, fesselnd und mit einer hohen Spannungskurve, die nur im Mittelteil kurz ein bisschen nachlässt, so hat die Autorin diesen Thriller geschrieben. Blutig und bildhaft sind wohl weitere Elemente, die man hinzufügen muss, denn einige Stellen sind nicht wirklich für zartbesaitete Leser geeignet. Die Kapitel sind eher kurz gehalten und werden aus der Sicht einer 3. Person erzählt. Abwechselns erlebt man die Sicht des Täters und die des Ermittlerteams.

Fazit:
Ein sehr temporeicher und brisanter Thriller, der nur im Mittelteil ein bisschen an Spannung verliert, sonst jedoch alles hat, was einen guten Thriller ausmacht. Nichts für Zartbesaitete!


Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar und
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Die erstaunliche Wirkung von Glück - Susanne Rehlein



    • Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
    • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3832198067
    • ISBN-13: 978-3832198060
    • Genre: Gegenwartsliteratur

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 DuMont Buchrückentext:
Dorle ist Mitte zwanzig und wohnt im Souterrain eines herrschaftlichen Hauses, in dem sonst nur wohlhabende, knarzige alte Leute wohnen. In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Und auch sonst verlässt sie nur selten das Haus. Eigentlich geht es ihr hervorragend, findet sie. Aber dann beschließt Annegret Sonne, vierundachzig und voller Lebenslust, dass Dorle jetzt mal anfangen sollte richtig zu leben....

Meine Bewertung:  * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Dorle lebt im Untergeschoß eines Herrenhauses mit dem Schild "Concierge" vor ihrer Tür, das die Mitbewohner des Hauses leidlich ausnützen. Alle sehen in ihr nur die Frau, die das Haus sauber halten und ihnen ihre Besorgungen abnehmen soll. Dabei lebt Dorle am liebesten alleine und duldet kaum Nähe zu anderen Menschen. Doch Frau Sonne aus dem Obergeschoß macht sich so ihre Gedanken über sie und ihr Leben und beschließt Dorle zu zeigen, wie an richtig lebt....

Meine Meinung:
Die Inhaltsangabe des Romans hatte mich direkt angesprochen und ich erwartete mir eine Geschichte á la "Die fabelhafte Welt der Amelié" und "Julie weiß, wo die Liebe wohnt", die mir beide sehr gut gefallen haben. Leider bin ich nur schwer in die Erzählung reingekommen und dies hat sich das ganze Buch über nicht wirklich geändert.

Dorle ist eine Eigenbrötlerin, die sich lieber in ihre eigenen vier Wände zurückzieht und den Kontakt zu anderen Menschen meidet. Sie ist im Kinderheim aufgewachsen und hat nie wirkliche Liebe und Zuneigung erfahren. Von ihren Mitbewohnern im Haus wird sie nur ausgenutzt oder übersehen, öfters sogar beschimpft. Da sie kein Selbstvertrauen hat, ist das für sie "normal". In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Trotzdem fühlt sie sich größtenteils wohl und hat nicht die Absicht ihr Leben zu ändern. Frau Sonne aus dem Obergeschoß sieht das aber anders und heckt einen Plan aus, wie sie etwas mehr Leben in Dorle's Tagesabläufe, die genau strukturiert sind, bringen kann. Sie bittet Dorle ihre Wohnung zu hüten und die Aufgaben, die sie ihr täglich per Fax schickt, zu erfüllen. So zieht Dorle vom Keller- ins Obergeschoß und genauso wird sie auch von den Vermietern plötzlich anders wahrgenommen. Manche bemerken nicht einmal, dass hinter ihr die junge Frau steckt, die hinter der Tür mit dem Blechschildchen "Concierge", wohnte.

Das hört sich alles sehr nett und nach einem Buch an, das uns zu erklären versucht, was einem Menschen glücklich machen kann. Während ich mit der Thematik "aus sich rausgehen und Freunde finden" gut klar kam, fand ich den Aspekt, dass man Glück auch mit Geld gleichsetzt, vollkommen falsch.
Während Dorle zuerst in einem Loch hauste und nicht einmal ein Bett ihr Eigen nennen durfte, wohnt sie jetzt in einer riesigen Wohnung mit Antiquitäten und einer sehr eigenartigen Katze. Frau Sonne's Aufgaben für sie bestehen darin zur Massage zu gehen, einen Hefezopf zu backen oder die Pfanzen mit der Klangschalen-Therapie zu beglücken. Alles Dinge, die Dorle in ihrer kleinen Welt nicht kannte, nicht einmal im Traum daran dachte. Auch neue Kleidung und Dinner in Nobelrestaurants mit bezahlter Begleitung stehen auf dem Plan. Braucht man das wirklich zum Glück?

Es ist dies sicher auch kein Buch, das sich schnell weglesen lässt. Der Schreibstil ist sehr poetisch und lässt einem zwischen den Zeilen lesen. Eigentlich liebe ich solche Romane, doch hier sprang der Funke nicht über. Die Geschichte konnte mich weder fesseln, noch berühren.
Dorle ist eine schwierige Person, die man nicht unbedingt mögen muss, die sich aber im Laufe der Geschichte weiterentwickelt und die Vorteile, die sich ihr bieten, annimmt. Nach und nach erkennt sie auch, dass man auch "Nein" sagen kann und mehr auf sich selbst schauen sollte. Das ist an und für sich auch eine wunderbare Entwicklung, doch für mich gab es einfach viel zu viele Dinge, die einfach zu märchenhaft und unrealistisch dargestellt wurden. Man darf sich beim Lesen nicht wundern, wenn hier einiges abseits der Realität passiert. Die sehr überdrehte Art der Autorin und die teils märchenhaften Züge im Roman ließen mich mit der Geschichte nicht wirklich warm werden.
Die vielen unterschiedlichen Charaktere, die im Laufe des Romans immer mehr wurden, waren für mich teilweise fast zu viel. 

Schreibstil:
Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben, der Schreibstil ist einserseits nüchtern und neutral, andererseits aber auch poetisch und märchenhaft. Wie man diese Eigenschaften in einen Einklang bringen kann, hat die Autorin wunderbar gelöst.

Charaktere:
Neben Dorle und Frau Sonne haben wir hier noch Jo, der Dorle täglich die Kristalle zum Zusammenbauen bringt. Er hat ADHS und kann nicht stillsitzen, außerdem redet er wie ein Wasserfall. Das ist Dorle oft zuviel und doch vermisst sie ihn, als sie ins Obergeschoß zieht und sich eine "männerfreie Zone" wünscht.
Henriette Schräubchen ist wohl - neben der Katze ;) - die skurillste Person im Buch. Sie ist die Angestellte von Frau Sonne, hat rosa Löckchen, goldene Wimpern und erinnerte mich an Effie Trinket aus "Die Tribute von Panem" ;)
Und dann gibt es noch jede Menge Senioren im Haus, größenteils Männer, bei denen ich oft Schwierigkeiten hatte, sie auseinanderzuhalten.

Dieser Roman scheint zu polarisieren! Die Meinungen der Leser sind kaum mittelmäßig. Die einen sind total begeistert, der andere Teil nicht.  Hier sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden!

Fazit:
Ich wurde leider mit den Zutaten zu "Die erstaunliche Wirkung des Glücks" nicht wirklich glücklich. Mich konnte die Geschichte weder richtig berühren, noch fesseln - sehr schade!


Vielen Dank an
http://www.bloggdeinbuch.de/ 
und den DuMont Verlag für das Reziexemplar!

Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks - Cynthia Hand



    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1., Aufl. (10. September 2015)
    • ISBN-10: 3959670028
    • ISBN-13: 978-3959670029
    • Originaltitel: The Last Time We Say Goodbye
    • Genre: Jugendbuch

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HarperCollins Kurzbeschreibung: 
Es war der zwanzigste Dezember. Hinter mir lagen genau sechs Monate mit Steven. 183 Tage voller Küsse, bevor die Gleichung sich änderte. Unwiderruflich. Das letzte Mal, dass Lexie glücklich war, war davor. Als sie einen wunderbaren Freund hatte, den Traum, Mathematik zu studieren, und einen Bruder. Tyler. Nun ist sie für die anderen nicht mehr das Zahlengenie, sondern nur noch das Mädchen, dessen Bruder sich umgebracht hat. Um mit der Trauer fertigzuwerden, beginnt Lexie, ihre Gefühle aufzuschreiben. Doch leider ist das Leben keine Gleichung, sonst könnte sie die quälende Ungewissheit auflösen: Tyler hat ihr vor seinem Tod eine SMS geschickt, die sie nicht beachtet hat. Hätte sie alles ändern können? Der Gedanke verfolgt Lexie wie ein Schatten. Bis sie erfährt, was es braucht, um ihr Glück wahrscheinlicher zu machen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Die 18jährige Alexa hat vor kurzem ihren jüngeren Bruder Tyler verloren. Der Sechzehnjährige erschoss sich kurz vor Weihnachten in der Garage des Elternhauses, ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen. Seidem verbringt Lexie keine Sekunde ohne Trauer, Schuldgefühlen und der Verzweiflung ihren Bruder nicht mehr wiederzusehen. Sie schottet sich immer mehr von ihren Freunden ab, wähhrend ihr Therapeut ihr rät eine Art Tagebuch zu schreiben. Doch das ist viel schwerer. als sie dachte....

Meine Meinung:
Es ist nicht mein erstes Buch über Verluste und Trauerarbeit, wobei mir das Thema Selbstmord bis jetzt erst im Jugendroman "Der Schatten meines Bruders" von Tom Avery (meine Rezi *hier*) untergekommen ist. Ich weiß, dass dieses Thema öfters in Büchern für diese Altersgruppe, als in Erwachsenenromanen,  aufgegriffen wird. Beide Erzählungen, die ich bis jetzt gelesen habe, beschreiben die innere Starre eines Hinterbliebenen und das Problem sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Lexie ist ein intellektueller Typ, ein Mathe-Genie. Ihr größter Wunsch ist es auf die MIT (Massachusetts Institute of Technology), eine Technische Hochschule und Universität in Cambridge, Massachussets, zu gehen. Gerne würde sie auch ihre Trauer mit mathematischen Formeln lösen, denn sie versteht nicht, warum sich ihr beliebter Bruder umgebracht hat. Immer wieder fragt sie sich, ob sie den Selbstmord verhindern hätte können. Lexie sucht die Schuld immer wieder bei ihr selbst und auch bei ihrem Vater, der die Familie vor Jahren verlassen hat. Ihre Mutter hat die Trennung noch immer nicht ganz überwunden und scheint nun am Tod ihres Sohnes zu zerbrechen. Sie trauert und weint, suhlt sich aber auch in Selbstmitleid, während Lexie hier eindeutig mehr Stärke zeigt. Mit Hilfe von Dave, Lexie's Therapeuten, der ihr vorschlägt eine Art Tagebuch zu schreiben, versucht sie loszulassen und endlich die ungeweinten Tränen zuzulassen. Doch das ist viel schwerer, als sie dachte.


"Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks" ist ein Mix aus Erzählungen, Notizbucheinträgen und Briefen, die aus der Sicht von Lexie geschrieben sind. Die Rückblenden in die Zeit vor Tylers Tod sind in kursiver Schrift gehalten und lassen sich so sehr gut von der Gegenwart unterscheiden. Der Grund des gewählten Selbstmordes wird erst am Ende des Buches gelüftet. Die Autorin hat dadurch kontinuierlich Spannung erzeugt und hat mich an das Buch gefesselt.

Eine Geschichte über den Tod und das Weiterleben......eine nicht gerade neue Idee, die aber von der Autorin authentisch umgesetzt wurde.
Cynthia Hand lässt den Leser an dieser Situation direkt teilhaben. In "Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks" geht es nicht um den unmittelbaren Zeitpunkt des Unglücks, die Übermittlung der Todesnachricht, den Schock und die Tage bis zum Begräbnis des geliebten Menschen, sondern um die Tage "danach". Die Zeit, wo sich Freunde und Bekannte wieder häufiger abwenden und darauf warten, dass man wieder ins Leben zurückfindet. Den Satz "Die Zeit heilt alle Wunden" ist in unseren Gehirnen verankert, nur....stimmt das auch? Ich denke nicht.....und darum verfolgt man nun als Leser gespannt den Prozess, wie Lexie versucht Tylers Tod aufzuarbeiten, um schlussendlich ihr Leben weiterleben zu können.

Auch der Unterschied zu Lexie und ihrer Mutter wird sehr gut dargestellt und man erfährt wie unterschiedlich Menschen trauern können. Lexie ist hier eindeutig die Stärkere, die anfangs allerdings noch etwas steif und zu rational dargestellt wird. Sie tut sich oft sehr schwer ihre Gefühle zu zeigen.

Cynthia Hand hat hier auch ein paar fantastische Elemente eingebracht, die mir sehr gut gefielen und die wohl schon einige von uns ähnlich erlebt haben oder sich gefragt, ob es Geistererscheinungen gibt.

Kommen wir nun zum Negativen:
Am Ende vermisste ich die Auflösung zu Tylers Freund Patrick. Mehr kann ich hier leider nicht dazu schreiben, da ich sonst spoilern würde. Doch durch den vorgegebenen Freundesstatus von Tyler, Patrick und Damian vermutete ich einen anderen Zusammenhang zum Sebstmord. Meiner Meinung nach wurde hier ein Handlungsstrang begonnen, der sich in Luft aufgelöst hat.

Punkt Zwei: Ich habe ein unkorrigiertes Reziexemplar erhalten, das nur so vor Fehlern strotzte! Manchmal häuften sich diese so sehr, dass es nicht mal eine Seite ohne Fehler gab! Dies hinderte meinen Lesefluss sehr und schmälerte mein Lesevergnügen gewaltig! Da ich ein Mensch bin, der selbst Korrektur liest und mir oft Fehler direkt "ins Auge springen", war das manchmal wirklich sehr mühsam.

Schreibstil:
Die Autorin erzählt uns im Nachwort, dass sie ebenfalls als Zwanzigjährige ihren jüngeren Bruder durch Selbstmord verloren hat. Dies spürt man die ganze Geschichte über, denn sie ist sehr authentisch und facettenreich erzählt. Man merkt, dass viel von ihrer Trauer und Trauerverarbeitung in irgendeiner Weise in die Handlung eingeflossen ist.
Den Schreibstil fand ich flüssig und angenehm. Die Kapitel haben die richtige Länge. 
 
Cover:
Ich muss gestehen, dass mir das Originalcover nicht wirklich gefällt!
Auf dem deutschen Titelbild kommt die Liebe zur Mathematik durch den Titel, der ähnlich einer Gleichung aufgebaut ist, zur Geltung. Die Farbgebung ist ähnlich geblieben und das Mädchen mit der Pusteblume gefällt mir auch sehr gut, auch wenn ich sonst nicht unbedingt Gesichter auf dem Cover mag. Hier hat der Verlag einen Glücksgriff gemacht!

Fazit:
Eine gefühlvolle Geschichte über Trauerbewältigung und dem Sinn des Lebens. Sehr authentisch erzählt - nicht nur für junge Erwachsene (YA), sondern alle Altersklassen!


  Vielen Dank an
http://www.bloggdeinbuch.de/
und den Harper Collins Verlag für das Rezensionsexemplar!

Neu bei mir eingezogen - Oktober Neuzugänge

Hallo meine Bücherwürmer!

Da der September mit vielen tollen Neuerscheinungen gelockt hat, bin ich noch gar nicht fertig mit meinen Neuzugängen aus dem Vormonat. Im Oktober muss ich definitiv kürzer treten.....wie oft habe ich das eigentlich schon gesagt? Manchmal komme ich mir vor wie bei den berühmten Neujahrsvorsätzen, die spätestens im Februar wieder alle gebrochen sind.....

Hier sind meine neu eingezogenen Bücher:


Diesmal kommen alle Bücher aus vielen verschiedenen "Quellen" ;)
Fangen wir an mit den Leserunden und 

Lovelybooks


"Morgen ist ein neues Leben" von Kerstin Hohlfeld habe ich bereits gelesen und rezensiert (*klick* zu meiner Rezension) Der Roman, der großteils in Malaysia spielt, war sehr gut und das Fernweh packte mich auch ganz schön....

"Federspiel" von Oliver Menard war auf meiner Septemberwunschliste und ich freue mich sehr, dass ich bei der Leserunde dabei sein darf. Leider hat auch dieses Büchlein wieder etwas länger gebraucht bis es in meinem Briefkasten gelandet ist.

Genauso wie dieses hier....eigentlich ein richtiger Oktober-Neuzugang

Blogg dein Buch


"Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks" von Cynthias Hand war ebenso ein Wunschbuch von mir und ich freute mich sehr, als ich es bei Blogg dein Buch gewonnen habe und es am Freitag bei mir einziehen konnte.
Ich bin schon äußert gespannt auf diesen Roman.

Bloggerportal


Petra Durst-Benning gehört zu meinen Lieblingsautorinnen im historischen Genre und die Autorin hat sich diesmal an einem Roman in der Gegenwart versucht. "Kräuter der Provinz" stand deshalb genauso auf meiner Wunschliste und wurde mir vom Blanvalet Verlag zur Verfügung gestellt.

Direkt vom Autor


Ole Tänzer ist das Pseudonym für den Autor Siegfried Langer, der mich angeschrieben hat, ob ich Lust hätte "Nachschlag - Ich bin dein Herr und Mörder", ein SM-Thriller zu lesen. Das Buch wurde nun neu unter seinen richtigen Autorennamen veröffentlicht, nachdem das Genre durch "Shades of Grey" nun wieder etwas mehr im Rampenlicht steht ;)
Siegfried meinte, er hätte noch ein paar alte Taschenbücher. Klar kaufte ich mir diese Ausgabe und bekam gleich eine tolle Widmung des Autors dazu, dessen Thriller ich immer verschlinge. Ich bin schon gespannt, wie die erotische Komponente in den Thriller hineinspielt. Gleichzeitig gibt es auch eine Leserunde bei LB, die ich gleich mitverfolgen werde.

Getauscht


Mit der lieben Janine von "Meine Welt der Bücher" habe ich getauscht. Ich fragte bei ihr an, ob sie mit mir tauschen wolle, da sie von "Heilbronn 37°" von Henrike Spohr  nicht so begeistert war und ich diesen Krimi schon ewig auf meiner Wunschliste habe und beim Emons Verlag auch kein Glück hatte, als ich sogar mit Zuspruch der Autorin dort um ein Reziexemplar anfragte.
Janine gab mir eine Liste von Büchern, die sie auf meinen Blog gesehen und Interesse daran hätte und ich sollte sie überraschen....=) Allerdings waren die meisten Bücher davon Büchereibücher, aber zwei hatte ich im Bücherregal und "Die Schmetterlingsinsel" von Corina Bomann ist nun im Tausch bei ihr eingezogen.

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So, das waren meine Neuzugänge noch aus dem September bzw. ein Oktoberbuch. Es werden noch welche folgen......zwei Bücher definitiv, auf die ich schon warte und ein Buch, das ich bereits gekauft habe, aber das ich erst beim nächsten Neuzugängepost zeigen werde...

Wie findet ihr meine Neuzugänge? Hattet ihr ein Buch davon auch bei euren Neuzugängen? Oder steht es bei euch auf der Wunschliste?


Seelenkuss mit Himbeereis - Anna Fischer



 link zur Bestellung bei Amazon


Amazon Kurzbeschreibung:
 »Du hast mich betrogen und nichts auf dieser Welt entschuldigt das.« 
Die Werbeagentin Sue Gilinski schließt ein Liebes-Comeback mit ihrem »Mr. Right« Max kategorisch aus, auch wenn dieser seinen dummen Seitensprung bereut. Doch als er aufgrund eines Unfalls im Koma landet, hat sie plötzlich seine Seele an ihrer Seite, mit der sie sich bis auf weiteres arrangieren muss. Das führt natürlich zwangsläufig zu privaten wie beruflichen Turbulenzen …

Meine Bewertung: tolle * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:

Bei der Aktion "Lovely Selfies"
von Blogg dein Buch habe ich diesen Roman von Anna Fischer erhalten. Unter den weiblichen Autorennamen verbirgt sich allerdings ein Mann: Stefan M. Fischer. Sein Pseudonym verwendet der Autor, wie er selbst sagt, für seine "Romane mit Seele".

Dies ist der zweite Roman eines männlichen Autoren, der Liebesromane schreibt. Stefan M. Fischer verblüffte mich bereits bei der Leseprobe, wie "weiblich" er denkt. Damit meine ich keinen bestimmten Schreibstil, sondern das Einfühlungsvermögen in die weibliche Hauptprotagonistin, das ich eigentlich nur Frauen zugestehe! Und natürlich würde ich mir wünschen, dass alle Männer sich so in uns Frauen hineinversetzen könnten. Würde es da nicht viel weniger Missverständnisse geben?

Schon die Leseprobe fand ich überaus amüsant. Zu Beginn macht sich Sue auf den Weg zu ihrem ersten One-Night-Stand. Ihr Freund Max hat sie vor kurzem betrogen. Fremdgehen ist für Sue einfach unverzeihlich, deshalb hat sie auch sofort einen Schlussstrich unter ihre Beziehung zu Max gemacht.
Um auf andere Gedanken zu kommen, versucht  Sue sich zu gönnen, was auch Max getan hat. Doch der Abend entwickelt sich so ganz anders, als sich diese vorgestellt hatte.
Max hingegen gibt nicht auf und taucht immer wieder bei seiner Exfreundin auf. Als er eines Tages jedoch nicht als er selbst wiederkommt, sondern als "Seele", beginnt das Chaos erst richtig. Denn der "richtige" Max hatte einen Unfall und liegt im Koma. Doch seine Seele ist mit Sue verbunden und so verfolgt er sie auf Schritt und Tritt und versucht sie von seiner Liebe und der Seelenverwandschaft zwischen ihnen zu überzeugen.....

Die Charaktere sind sehr authentisch, bildhaft und überaus lebendig. Sue ist Werbeagentin, stur und notorisch unpünktlich. Gemeinsam mit  ihrer Freundin und Geschäftspartnerin Betty führt sie eine Werbeagentur, die eher schlecht als recht läuft. Betty ist eine sympathische junge Frau und steht Sue in allen Lebenslagen bei. Max erschien mir anfangs eher unsympathisch. Doch im Laufe der Geschichte lernt man ihn und seine zarte Seele besser kennen. Seine Familie und vorallem sein Neffe Noah bedeuten ihm alles.

Der Roman wird in der "Ich"-Form aus der Sicht von Sue erzählt. Die Idee um Max, der Sue zunächst betrügt, um später als Seele zurückzukommen ist zurückersüß wie Himbeereis und hat mich etwas an "Ghost - Nachricht von Sam" erinnert. Dieser Film wird auch in der Handlung erwähnt und die übersinnliche Komponente fand ich äußert gelungen beschrieben. Die Story beinhaltet viele romantische, traurige, aber gleichzeitigg auch sehr amüsante Stellen.
Der Fokus der Geschichte liegt auf der Basis der Treue/Seelenverwandtschaft bzw. Untreue. Die Frage, ob man Fremdgehen verzeihen soll und ob man seinen Seelenverwandten eine zweite Chance geben soll oder nicht, wird hier immer wieder gestellt. Jeder muss das für sich selbst beantworten. Der Autor gibt uns am Ende seine Antwort auf diese Frage. Ob sie uns gefällt oder nicht, bleibt dem Leser überlassen.

Warum ich trotzdem einen Stern abziehe?
Den Schluss fand ich - trotz der übersinnlichen Komponenten im Buch - einfach zu unrealistisch. Viel zu schnell kam das Ende und in Folge davon ein  Vorfall, der mir zu weit hergeholt erschien. Dies lies mich nach der wundervollen romantischen Geschichte etwas enttäuscht zurück und war der Grund keine 4 1/2 oder 5 Sterne zu geben.

Schreibstil:
Die Kapitel sind eher kurz gehalten, der sehr lockere und humorvolle Schreibstil ist angenehm zu lesen. Die Geschichte ist charmant und kurzweilig und verbirgt ein "Wohlfühlbuch" für romantische Stunden.

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es fällt ins Auge und ist absolut harmonisch gestaltet. Das Himbeereis in der linken unteren Ecke durfte natürlich auch nicht fehlen. Es kommt nicht nur im Titel, sondern auch im Roman immer wieder vor.

Fazit:
Eine romantische Liebesgeschichte mit übersinnlichen Komponenten, viel Witz und Charme. Ein Wohlfühlbuch zum Abschalten und mit der Seele baumeln. Leider entwickelt sich das Ende viel zu unrealistisch, um die volle Sternenzahl zu vergeben.


Mein Dank geht an


 und dem Autor für die Bereitstellung des Reziexemplares

Ismaels Orangen - Claire Hajaj


    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (16. März 2015)
    • ISBN-10: 3764505168
    • ISBN-13: 978-3764505165
    • Originaltitel: Ishmael's Oranges
    • Genre: Roman





link zur Bestellung bei Blanvalet

Blanvalet Kurzbeschreibung:
Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben. Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …


Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge 

Buch zur Blanvalet Challenge 

Meine Meinung:
Den Roman "Ismaels Orangen" wurde mir von Blogg dein Buch zur Verfügung gestellt. Schon alleine das wunderschöne Cover ist ein Hingucker, aber auch der Inhalt hat mich sehr angesprochen. Viel zu wenig weiß ich über die Geschichte dieser bis heute heiß umkämpften Gegend und den jahrelangen gegenseitigen Hass von Arabern und Isaralis.

Mit den ersten Seiten des Romanes hatte ich allerdings auch zu kämpfen. Ich kam durch die vielen arabischen und hebräischen Ausdrücke sehr schwer in die Geschichte. Anfangs blätterte ich noch zurück zum Glossar am Ende des Buches, doch dies störte den Lesefluss noch mehr. Deshalb ließ ich es nach einiger Zeit bleiben. Womit ich ebenfalls Probleme hatte, war dass die Geschichten der beiden Hauptprotagonisten Salim und Judith sehr oft fast ineinander übergingen. Sie waren nicht durch Kapitel getrennt. So wechselte man innerhalb einer Seite von einer Sichtweise in die andere. Nach cirka 100 Seiten kam endlich der Lesefluss auf und der Roman entwickelte seine eigene Dynamik. Wie das Schicksal der beiden Menschen voranschritt, so wuchs auch meine Begeisterung.

Im Buch gibt es, wie bereits oben erwähnt, zwei Handlungsstränge, die zwei Schicksale behandelt. Zum einem, die des siebenjährigen Salim, der als Sohn eines arabischen Orangenbauern in Jaffa aufwächst und zum anderen, die Geschichte der kleinen Judith, Tochter von Holocaust-Überlebenden, die in Sunderland, Großbritannien, geboren wird.
Als Salim 1948 mit seiner Familie vor den Israelis fliehen muss, flüchten sie zuerst nach Nazareth. Doch bald darauf stirbt sein Vater und seine Mutter verlässt die Familie mit ihrem jüngsten Sohn. Salim geht nach England, wo sein Bruder Hassan lebt und eine Autowerkstätte hat. Doch Salim möchte studieren. Während dieser Zeit lernt er Judith kennen. Zuerst versuchen beide keine Beziehung einzugehen, denn sowohl Sal, als auch Jude, wie sie sich in England nennen, keine Vorurteile haben, wissen sie dennoch um die Problematik einer Liebe zwischen einem Araber und einer Jüdin. Von den Familien wird ihre Beziehung nicht akzeptiert und auch gesellschaftlich ist es alles andere als leicht für das Paar.

Claire Hajaj, selbst Tochter einer jüdischen Mutter und eines palästinensischen Vaters versucht in diesem Roman die Problematik und die Zerissenheit der Menschen hinter diesen beiden Religionen und Völker zu beschreiben. Dies gelingt ihr hervorragend, wobei ihre eigenen Erfahrungen sicher eine große Rolle spielen und hier von Vorteil sind.
Es gibt mehrere große Zeitsprünge in der Geschichte. Hier hatte ich ein wenig das Gefühl, dass einige wichtige Details fehlen würden. Jedoch erstreckt sich dieser Roman über 40 Jahre und hätte bei noch mehr Details deutlich zu viel an Länge.
Die beiden Protagonisten entwickeln sich im Laufe des Romanes stark weiter. Die politischen Hintergründe greifen immer wieder ein und nagen an der Beziehung. Aber auch Salims Bruder Rajan und seine eigene Verbissenheit Erfolg zu haben, treiben ihn immer weiter weg von seiner Familie.

Der Prolog am Anfang, den ich nach Beendigung des Buches nochmals gelesen habe, weil er mir zu Beginn nur ein Fragezeichen ins Gesicht gezaubert hat, ergab am Schluss Sinn und hat das Ende abgerundet.
Mir wurde durch diese Geschichte einiges verständlicher und zeigt auf wie der Nahostkonflikt begann. Der Hass zwischen den Arabern und Juden geht allerdings noch viel tiefer und schwelt schon viel länger. Da müsste man noch viel weiter ausholen...

Schreibstil:
Neben Claire Hajaj Umsetzung des Nahostkonflikts, kann sie auch mit ihrem wunderbaren poetischen Schreibstil punkten. Man fühlt die innere Zerissenheit der beiden Protagonisten und man kann beide Seiten gut verstehen. Trotzdem blieben mir beide etwas fremd, vorallem Salim.

Cover:


Ich muss sagen, dass ich alle Cover richtig gut finde. Gratulation an die Grafiker!

Fazit:
Nach Einstiegsschwierigkeiten liest sich diese Geschichte rund. Die Zerissenheit der beiden Protagonisten, ihre Hoffnungen und der immer wieder auftretende Konflikt im nahen und mittleren Osten beeinflussen deren Leben nachhaltig. Der Autorin gelingt hier beide Seiten und deren Ansichten realistisch darzustellen. Eine Geschichte wie aus dem Leben.



Mein Dank geht hier an


 und dem Blanvalet Verlag!

Todeswächter - Veit Etzold


    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2014 (15. August 2014)
    • ISBN-10: 3404169913
    • ISBN-13: 978-3404169917
    • Genre: Thriller



link zur Bestellung bei Bastei Lübbe

Bastei Lübbe Kurzbeschreibung:
Clara Vidalis, Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, steht vor dem bislang rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Eine Serie grausamer Morde erschüttert die Hauptstadt. Zwischen den Opfern gibt es keine Verbindung – außer der Handschrift des Täters: Die Leichen wurden nach ihrem Tod auffällig in Szene gesetzt, in ihren Mundhöhlen findet die Polizei antike Münzen. Doch das Merkwürdigste: Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass der Täter sich über einen längeren Zeitraum bei seinen Opfern aufgehalten hat. Allerdings ist die an den Tatorten sichergestellte DNA jedes Mal eine andere. Sind hier womöglich mehrere Mörder am Werk?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Deutsche Autoren Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Buch des Autoren. Als Thrillerleser liebe ich genau solche spannenden Geschichten, wie sie mir hier im Klappentext versprochen wurde.
Der Prolog beginnt äußerst grausam und hat mich sofort gefangen genommen. Danach folgen weitere Morde, die das Ermittlerteam um Hauptkommissarin Clara Vidalis vor schier unlösbaren Rätseln stellt, denn alle Opfer scheinen rein gar nichts miteinander zu tun zu haben. Anfangs ist noch unklar, ob es sich um einen Serienkiller handelt oder nicht, als bei allen Toten antike Münzen gefunden werden. Der Fallanalytiker, Professor Martin Friedrich, genannt "McDeath" und Kriminaldirektor Walter Winterfeld versuchen gemeinsam mit Clara das Tatmotiv zu ergründen.

Das Tempo des Thrillers ist hoch. Als Leser bekommt man Einblicke, sowohl in die Polizeiarbeit, als auch in die Seele des Täters. Während wir zu Beginn mit den ersten Morden konfrontiert werden und die Ermittler am Fall arbeiten, beginnt der Autor abwechselnd die Geschichte des Mörders einzubinden. Zum ersten Mal in einem Thriller empfand ich richtiges Mitleid mit einem Killer! Ich konnte einige seiner Handlungen vollkommen verstehen und war dadurch sehr irritiert! Gerade ich, die nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun kann, versteht plötzlich die Rachegefühle eines Mörders?
Diese Abschnitte sind dem Autor wirklich gelungen, auch wenn wieder das berühmte und oh so typische 08/15 Schema hervorgekramt wurde: eine schwierige Kindheit, die einem zum Mörder macht.
Doch hier versucht der Täter wirklich alles um endlich ein normales Leben führen zu können, was ihm für einige Jahre auch gelingt, bis die "Mühlen der Gerechtigkeit" wieder zu mahlen beginnen und Opfer zu Täter werden lassen.....

Neben der Ermittlungsarbeit lässt uns der Autor auch am Gefühlsleben unserer Hauptkommissarin teilhaben, die am Arbeitsplatz tough und routiniert rüberkommt, jedoch während der Nacht von Albträumen heimgesucht wird und kaum Schlaf findet. Nur "McDeath" scheint ein bisschen hinter ihre Fassade blicken zu können...

Cover:
Das Cover finde ich sehr gut. Der Ausschnitt in Sargform lässt den Käufer neugierig auf das Buch werden. Leider hat es auch Nachteile, denn beim Lesen muss man sehr aufpassen, dass man nicht irgendwo damit hängen bleibt und eventuell das Cover beschädigt. Trotzdem ist es meiner Meinung nach ein Eyecatcher.

Schreibstil:
Mit dem Schreibstil des Autoren hatte ich manchmal etwas Probleme. Die Ausführungen sind teilweise sehr ausschweifend und einige Begriffe werden sehr genau definiert, manchmal auch wiederholt. Das erklärte mir zwar einige Dinge, bremste aber sichtlich den Lesefluss. Andererseits merkt man auch wie viel Recherche der Autor hier geleistet hat. Die Geschichte wird aus der Erzählperspektive dargestellt und wechselt zwischen Täter, Opfer und ermittelnden Beamten, was den Spannungsbogen sehr hoch hält.

Fazit:
Ein spannender und sehr gut recherchierter Thriller mit kleinen Längen, der mich erstmals mit dem Täter sympathisieren hat lassen. Lesestoff für Fans blutiger Thriller!



 Für die Bereitsstellung des Rezensionsexamplares möchte ich mich herzlich bedanken bei:
                
        
www.luebbe.de
http://www.bloggdeinbuch.de/
       
                              


 

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