- Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
- Verlag: HarperCollins; Auflage: 1., Aufl. (10. September 2015)
- ISBN-10: 3959670028
- ISBN-13: 978-3959670029
- Originaltitel: The Last Time We Say Goodbye
- Genre: Jugendbuch
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HarperCollins Kurzbeschreibung:
Es war der zwanzigste Dezember. Hinter mir lagen genau sechs Monate mit Steven. 183 Tage voller Küsse, bevor die Gleichung sich änderte. Unwiderruflich. Das letzte Mal, dass Lexie glücklich war, war davor. Als sie einen wunderbaren Freund hatte, den Traum, Mathematik zu studieren, und einen Bruder. Tyler. Nun ist sie für die anderen nicht mehr das Zahlengenie, sondern nur noch das Mädchen, dessen Bruder sich umgebracht hat. Um mit der Trauer fertigzuwerden, beginnt Lexie, ihre Gefühle aufzuschreiben. Doch leider ist das Leben keine Gleichung, sonst könnte sie die quälende Ungewissheit auflösen: Tyler hat ihr vor seinem Tod eine SMS geschickt, die sie nicht beachtet hat. Hätte sie alles ändern können? Der Gedanke verfolgt Lexie wie ein Schatten. Bis sie erfährt, was es braucht, um ihr Glück wahrscheinlicher zu machen.
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Darum geht's:
Die 18jährige Alexa hat vor kurzem ihren jüngeren Bruder Tyler verloren. Der Sechzehnjährige erschoss sich kurz vor Weihnachten in der Garage des Elternhauses, ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen. Seidem verbringt Lexie keine Sekunde ohne Trauer, Schuldgefühlen und der Verzweiflung ihren Bruder nicht mehr wiederzusehen. Sie schottet sich immer mehr von ihren Freunden ab, wähhrend ihr Therapeut ihr rät eine Art Tagebuch zu schreiben. Doch das ist viel schwerer. als sie dachte....
Meine Meinung:
Es ist nicht mein erstes Buch über Verluste und Trauerarbeit, wobei mir das Thema Selbstmord bis jetzt erst im Jugendroman "Der Schatten meines Bruders" von Tom Avery (meine Rezi *hier*) untergekommen ist. Ich weiß, dass dieses Thema öfters in Büchern für diese Altersgruppe, als in Erwachsenenromanen, aufgegriffen wird. Beide Erzählungen, die ich bis jetzt gelesen habe, beschreiben die innere Starre eines Hinterbliebenen und das Problem sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Lexie ist ein intellektueller Typ, ein Mathe-Genie. Ihr größter Wunsch ist es auf die MIT (Massachusetts Institute of Technology), eine Technische Hochschule und Universität in Cambridge, Massachussets, zu gehen. Gerne würde sie auch ihre Trauer mit mathematischen Formeln lösen, denn sie versteht nicht, warum sich ihr beliebter Bruder umgebracht hat. Immer wieder fragt sie sich, ob sie den Selbstmord verhindern hätte können. Lexie sucht die Schuld immer wieder bei ihr selbst und auch bei ihrem Vater, der die Familie vor Jahren verlassen hat. Ihre Mutter hat die Trennung noch immer nicht ganz überwunden und scheint nun am Tod ihres Sohnes zu zerbrechen. Sie trauert und weint, suhlt sich aber auch in Selbstmitleid, während Lexie hier eindeutig mehr Stärke zeigt. Mit Hilfe von Dave, Lexie's Therapeuten, der ihr vorschlägt eine Art Tagebuch zu schreiben, versucht sie loszulassen und endlich die ungeweinten Tränen zuzulassen. Doch das ist viel schwerer, als sie dachte.
"Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks" ist ein Mix aus Erzählungen, Notizbucheinträgen und Briefen, die aus der Sicht von Lexie geschrieben sind. Die Rückblenden in die Zeit vor Tylers Tod sind in kursiver Schrift gehalten und lassen sich so sehr gut von der Gegenwart unterscheiden. Der Grund des gewählten Selbstmordes wird erst am Ende des Buches gelüftet. Die Autorin hat dadurch kontinuierlich Spannung erzeugt und hat mich an das Buch gefesselt.
Eine Geschichte über den Tod und das Weiterleben......eine nicht gerade neue Idee, die aber von der Autorin authentisch umgesetzt wurde.
Cynthia Hand lässt den Leser an dieser Situation direkt teilhaben. In "Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks" geht es nicht um den unmittelbaren Zeitpunkt des Unglücks, die Übermittlung der Todesnachricht, den Schock und die Tage bis zum Begräbnis des geliebten Menschen, sondern um die Tage "danach". Die Zeit, wo sich Freunde und Bekannte wieder häufiger abwenden und darauf warten, dass man wieder ins Leben zurückfindet. Den Satz "Die Zeit heilt alle Wunden" ist in unseren Gehirnen verankert, nur....stimmt das auch? Ich denke nicht.....und darum verfolgt man nun als Leser gespannt den Prozess, wie Lexie versucht Tylers Tod aufzuarbeiten, um schlussendlich ihr Leben weiterleben zu können.
Auch der Unterschied zu Lexie und ihrer Mutter wird sehr gut dargestellt und man erfährt wie unterschiedlich Menschen trauern können. Lexie ist hier eindeutig die Stärkere, die anfangs allerdings noch etwas steif und zu rational dargestellt wird. Sie tut sich oft sehr schwer ihre Gefühle zu zeigen.
Cynthia Hand hat hier auch ein paar fantastische Elemente eingebracht, die mir sehr gut gefielen und die wohl schon einige von uns ähnlich erlebt haben oder sich gefragt, ob es Geistererscheinungen gibt.
Kommen wir nun zum Negativen:
Am Ende vermisste ich die Auflösung zu Tylers Freund Patrick. Mehr kann ich hier leider nicht dazu schreiben, da ich sonst spoilern würde. Doch durch den vorgegebenen Freundesstatus von Tyler, Patrick und Damian vermutete ich einen anderen Zusammenhang zum Sebstmord. Meiner Meinung nach wurde hier ein Handlungsstrang begonnen, der sich in Luft aufgelöst hat.
Punkt Zwei: Ich habe ein unkorrigiertes Reziexemplar erhalten, das nur so vor Fehlern strotzte! Manchmal häuften sich diese so sehr, dass es nicht mal eine Seite ohne Fehler gab! Dies hinderte meinen Lesefluss sehr und schmälerte mein Lesevergnügen gewaltig! Da ich ein Mensch bin, der selbst Korrektur liest und mir oft Fehler direkt "ins Auge springen", war das manchmal wirklich sehr mühsam.
Schreibstil:
Die Autorin erzählt uns im Nachwort, dass sie ebenfalls als Zwanzigjährige ihren jüngeren Bruder durch Selbstmord verloren hat. Dies spürt man die ganze Geschichte über, denn sie ist sehr authentisch und facettenreich erzählt. Man merkt, dass viel von ihrer Trauer und Trauerverarbeitung in irgendeiner Weise in die Handlung eingeflossen ist.
Den Schreibstil fand ich flüssig und angenehm. Die Kapitel haben die richtige Länge.
Cover:
Ich muss gestehen, dass mir das Originalcover nicht wirklich gefällt!
Auf dem deutschen Titelbild kommt die Liebe zur Mathematik durch den Titel, der ähnlich einer Gleichung aufgebaut ist, zur Geltung. Die Farbgebung ist ähnlich geblieben und das Mädchen mit der Pusteblume gefällt mir auch sehr gut, auch wenn ich sonst nicht unbedingt Gesichter auf dem Cover mag. Hier hat der Verlag einen Glücksgriff gemacht!
Fazit:
Eine gefühlvolle Geschichte über Trauerbewältigung und dem Sinn des Lebens. Sehr authentisch erzählt - nicht nur für junge Erwachsene (YA), sondern alle Altersklassen!
Vielen Dank an



















Huhu liebe Martina,
AntwortenLöschendas klingt ganz nach meinem Geschmack :) danke für Deine schöne Rezension!
Liebe Grüße,
Tanja