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Das kleine Landhotel in Portugal - Julie Caplin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage (14. August 2026)
    • Übersetzer: ‎ Katharina Naumann
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 349901727X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499017278
    • Originaltitel: ‎ The Hotel by the Sea
    • Genre: Liebesroman
    • Reihe: ja - Band 13 der Romantic Escape Reihe


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Nachdem ihr Herz gebrochen wurde, wagt Rebecca einen Neuanfang an der Algarve. In dem kleinen idyllischen Landhotel Quinta do Mar kann sie für einen Sommer als Pilateslehrerin und Zimmermädchen aushelfen. Hier im Schatten der Orangenbäume, umgeben vom Duft des Kräutergartens und dem Rauschen der Wellen, will sie auf andere Gedanken kommen. Verzaubert von der Gastfreundschaft der Menschen, fühlt sich Rebecca schnell wohl. Erst recht, als sie die Bekanntschaft von Felipe macht. Er ist charmant, selbstbewusst und immer für einen Spaß zu haben. Und er will Rebecca die schönsten Orte zeigen. Aber kann er auch ihr Herz heilen?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
In diesem dreizehnten Band der "Romantic Escape Reihe" von Julie Caplin lernen wir Rebecca kennen. Sie kommt aus der Brauerei-Familie, die wir aus dem letzten Band "Das kleine Zuhause in Prag" kennen und ist die Kusine von Anna, der Hauptprotagonistin aus der Geschichte. 
Rebecca braucht Abstand von ihrer Familie und ihren Brüdern, aber vor allem von Will, in dem sie unglücklich verliebt ist. Deshalb nimmt sie einen Job in Portugal an. Sie wird für fünf Monate als Pilates-Trainerin und aushilfsweise auch als Zimmermädchen in einem Landhotel an der Algarve arbeiten. Bei der Familie Rebelo fühlt sie sich von Anfang an gut aufgenommen und findet schnell familiären Anschluss. Bei ihren morgendlichen Schwimmrunden im Hotelpool lernt sie Felipe kennen, mit dem sie sich kleine Wettkämpfe liefert. Diese werden zu einer Routine und zwischen den beiden sprühen schnell die Funken. Das ändert sich auch nicht, als Rebecca erfährt, dass eigentlich Felipe der Chef des Hotels und nicht, wie angenommen, seine Schwester ist. Beide können sich der Anziehung nicht wirklich entziehen, wollen aber nichts ernstes. Und so verbringt Felipe seine karge Freizeit mit Rebecca und zeigt ihr sein Heimatland....als plötzlich Will im Hotel auftaucht und Anna, wie auch Felipe erkennen, dass sie doch etwas mehr füreinander fühlen.....

Bei den gemeinsamen Ausflügen lernen wir die beiden etwas besser kennen.
Anna ist zielstrebig, sehr sportlich und braucht ihre tägliche Dosis Bewegung. Sie leidet seit ihrer Kindheit unter ihren Brüdern, die in allen Sportarten besser sind als sie. Rebecca hat deswegen Pilates gewählt, um etwas typisches weibliches auszuüben, bei dem sie nicht hinter ihren Brüdern nachsteht. Außerdem hat sie Minderwertigkeitskomplexe, die durch ihre Familie und auch Will noch gefördert wurden.

Felipe ist charmant, versteckt aber seine Trauer und Aufopferung für seine Familie hinter seiner Fassade als Draufgänger und Alleskönner. Nach dem Tod seines Vaters fühlt er sich schuldig und mimt das Oberhaupt, während sich alle auf ihn verlassen. Dadurch vergisst er auf sich selbst zu achten. Für seine Familie und das Hotel tut er alles.
Sehr erfrischend waren die beiden Kusinen von Felipe, die Humor und etwas Freches in die Geschichte bringen. Außerdem verhelfen sie Anna etwas mehr aus sich zu machen, was oft zu einem kleinen Lacher bei mir führte.

Das Setting in Portugal ist wunderbar beschrieben und macht große Lust sofort den Koffer zu packen und das nächste Flugzeug Richtung Algarve zu besteigen. Auch Lissabon und die portugiesischen Köstlichkeiten werden sehr bildhaft beschrieben. Meine Reise nach Lissabon ist schon wieder sieben Jahre her und eine leckere Patéis de Nata würde ich sehr gerne wieder einmal essen.

Ich mochte die Familie Rebelo und ihren Einsatz, sowie die Herzlichkeit und Wärme;  musste über den verkopften und steifen Will lachen - aber auch ärgern, und habe gehofft, dass Anna und Felipe ihre schweren Rücksäcke ablegen. Die Themen diesmal sind Trauerbewältigung und fehlender Rückhalt, Selbstzweifel und Überforderung.

Auch wenn hier vieles vorhersehbar war, hat mir dieser dreizehnte Band um einiges besser gefallen, als der letzte, der in Prag gespielt hat (obwohl Prag einer meiner Lieblingsstädte ist). Die Reihe lässt sich einfach wunderbar zwischendurch lesen, ist kurzweilig und vermittelt (meistens) etwas Romantik.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Cover, das tschechische, portugiesische und kroatische Cover

Fazit:
Die "Romantic Escape Reihe" überrascht mich immer wieder aufs Neue. Obwohl die Geschichten meist nach dem selben Muster aufgebaut sind, schaffen sie es jedes Mal, mich auf ganz unterschiedliche Weise zu erreichen - mal mehr und mal weniger.
"Das kleine Landhotel in Portugal" ist einer der Teile aus der Reihe, der mir wieder besser gefallen hat. Cozy, wenn auch etwas vorhersehbar, bildhaft erzählt und perfekt zum Füße hochlegen und entschleunigen. 

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!


Die Romantic Escape Reihe:
  1. Das kleine Café in Kopenhagen  *Rezi*
  2. Die kleine Bäckerei in Brooklyn
  3. Die kleine Patisserie in Paris
  4. Das kleine Hotel auf Island  *Rezi*
  5. Der kleine Teeladen in Tokio  *Rezi*
  6. Das kleine Chalet in der Schweiz  *Rezi* 
  7. Das kleine Cottage in Irland   *Rezi*
  8. Die kleine Bucht in Kroatien 
  9. Das kleine Schloss in Schottland  *Rezi*
  10. Das kleine Weingut in Frankreich
  11. Die kleine Villa in Italien
  12. Das kleine Zuhause in Prag *Rezi*


Nächstes Mal für immer - Lucien Marant

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2. Auflage (20. August 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423221984
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423221986
    • Genre: Roman, Second Chance


dtv Kurzbeschreibung:
Paris, 1999. Mona kommt als Studentin für ein Semester in die Stadt ihrer Träume. Noch ehe sie ihr WG-Zimmer beziehen kann, lernt sie Thibauld kennen. Eigentlich kann sie den arroganten Schönling nicht ausstehen. Doch etwas an seinem verträumten Wesen und seinem ganz eigenen Blick auf die Welt lässt Mona nicht los. Und so stürzt sie sich in einen Strudel der Gefühle, voller Kribbeln und Krampfen, Glücksmomente und Enttäuschungen.
Paris, 2019. Nach zwanzig Jahren kehrt Mona zurück in die Stadt, die einen Sommer lang ihr Zuhause war – und blickt unversehens in ein Paar funkelnder Augen, die nichts von ihrer ansteckenden Freude und Wachheit verloren haben. Thibauld! Ausgerechnet dem Menschen, der für das größte Glück und die tiefste Verletzung in ihrem Leben verantwortlich war, läuft sie gleich nach ihrer Ankunft hier in die Arme. Hält das Schicksal eine zweite Chance für die beiden bereit?

Meine Bewertung: * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
Ich habe das Buch über Lovelybooks für eine Leserunde bekommen, es dann aber im Krankenhaus als Hörbuch gehört.
1999 kommt Mona als Austauschstudentin nach Paris, um Romanistik zu studieren. Schon am ersten Tag lernt sie Thibauld kennen, der meistens im Café unterhalb ihrer WG Wohnung, abhängt. Aus Freundschaft entsteht Anziehung und Liebe, die jedoch zerbricht.
Nach zwanzig Jahren kehrt Mona zurück in die Stadt, die etwas in ihrem Herzen zurückgelassen hat. Sie hat ihren Job und die Wohnung in Hamburg gekündigt und ist mittlerweile geschieden. Paris hat sie in all den Jahren nie losgelassen. Kaum angekommen, läuft sie erneut Thibauld über den Weg - dem Mann, der ihr damals das Herz gebrochen hat. 

Mit der Erwartung eine leichte und romantische Geschichte über eine zweite Chance in der Liebe zu lesen, startete ich in das Buch. Umso mehr hat mich überrascht, dass sich hinter der zunächst locker und gefühlvoll erzählten Handlung eine unerwartete Tragik verbirgt, die der Geschichte eine besondere Tiefe verleiht.
Im Laufe der Handlung erfährt man mehr und mehr, wie aus Mona und Thibauld ein Paar wurde und wie es zur Trennung kam. Wir lesen abwechselnd in der Vergangenheit und der Gegenwart. Allerdings wechselt die Handlung zwischen 1999 und 2019 fast zu schnell hin- und her und ich musste beim Hören überlegen, in welcher Zeit ich gerade bin. Da sich die Personen, Situationen und das Setting nicht ändern, empfand ich die Wechsel oftmals als zu abrupt und zu wenig übergangslos. 

Der Grund, warum die Liebe zwischen Mona und Thibauld vor zwanzig Jahren zerbrach, ist leider genau der nicht stattfindenden Kommunikation geschuldet, die wir in so vielen Liebesromanen und Second Chance Geschichten lesen können und die bei mir immer nur ein Kopfschütteln und Unverständnis hervorbringt.
Meiner Ansicht nach hätte der Konflikt, der die beiden 1999 entzweit hat, durch einfache Kommunikation gelöst werden können. Für mich wurde aus einer eigentlichen lösbaren Situation ein viel zu großes Drama gemacht.

In der zweiten Hälfte nimmt die Handlung dann die bereits erwähnte Wendung und bekommt deutlich mehr Tiefgang. Aus der zuvor leichten Geschichte wird eine, die zum Nachdenken anregt. Leider wird genau dieser Teil zum Ende hin ziemlich oberflächlich abgehandelt. Die Tiefgründigkeit, die der Autor der Geschichte gegeben hat und auf die er zuvor bemerkenswert eingegangen ist, wird leider viel zu schnell abgehandelt und verliert an Wirkung. 

Auch Monas Ehe mit Johannes fand ich sehr merkwürdig. Eine Fernbeziehung, die immer weniger einer Beziehung glich über eine so lange Zeit zu halten, verstand ich überhaupt nicht. Hier hatte der Autor allerdings noch eine kleine Überraschung für die Leser bereit.

Das Setting Paris ist lebendig und bildhaft beschrieben. Man spürt die besondere Atmosphäre und das Lebensgefühl, sowie die Liebe des Autors zu dieser Stadt.
Der Schreibstil ist gefühlvoll, poetisch und einfühlsam. Der Autor versprüht jede Menge französisches Flair. Es geht um verpasste Möglichkeiten und Erinnerungen.
Am Ende gibt es in der Innenklappe noch Monas Playlist mit QR-Code zum Anhören.

Fazit:
Ich bin bei diesem Roman sehr zwiegespalten. Das Setting und auch der Schreibstil haben mir sehr gut gefallen, die Wendung vom lockeren Inhalt hin zu mehr Tiefgang ebenso, doch das künstliche Drama wegen fehlender Kommunikation und die rasche Abhandlung des Themas, welches mehr Tiefe brachte, haben den guten Eindruck wieder zunichte gemacht. Schade! So bleibt die Geschichte eher oberflächlich und hebt sich nicht von anderen in diesem Genre ab.


Vielen Dank an Lovelybooks und den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Dabei waren wir uns immer so nah - Jette Kötschau

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Kindler, 1. Auflage (17. Juli 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 346300089X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3463000893
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Freundinnen für immer. Aber was ist, wenn das Leben dazwischenkommt? Eigentlich dachten Henri, Merle und Katharina, dass ihre Freundschaft sich nie verändern würde. Dass sie für immer leicht, unbeschwert und selbstverständlich bleiben würde. Doch jetzt mit Anfang dreißig klafft der Alltag der drei immer weiter auseinander und aus täglichen Treffen sind mühsame Terminfindungen geworden. Während Henri ihren Traum vom eigenen Kino verfolgt und von einer Party zur nächsten zieht, kennt Merle lange Nächte nur noch, weil ihr Baby nicht schlafen will. Und Katharina liebt zwar ihren Job in der Buchhandlung, ihrer Gefühle für ihren Partner ist sie sich aber nach zehn Jahren Beziehung nicht mehr sicher. Plötzlich scheint das, was sie trennt, schwerer zu wiegen als die Gemeinsamkeiten von früher. Während jede für sich mit den Herausforderungen des Erwachsenseins kämpft, wächst die Sehnsucht nach der alten Nähe und Leichtigkeit.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Henri, Merle und Katharina sind seit dem gemeinsamen Studium die besten Freundinnen und haben fast jeden Tag gemeinsam verbracht. Eigentlich dachten die Drei, dass diese Freundschaft nie auseinandergehen könnte und ihr gemeinsames Leben so weitergehen würde. Doch mit Anfang dreißig hat das Leben Henri, Merle und Katharina in verschiedene Richtungen geführt. Sie sind erwachsen geworden und jede von ihnen verfolgt einen anderen Lebensentwurf. Und obwohl die drei jungen Frauen mit ihren eigenen Herausforderungen beschäftigt sind, wird ihnen immer wieder bewusst, wie sehr sie die gemeinsamen Treffen, die vertrauten Gespräche und die Nähe zueinander vermissen....

Auf nur 240 Seiten begleiten wir Katharina, Merle und Henri und erleben eine kurze Zeitspanne aus ihrem Leben. Ich konnte mich sowohl mit Katharina, als auch mit Merle identifizieren - aber auch Henris Erfahrung durch den Tod ihrer Großmutter ist mir nicht fremd. Deshalb fiel es mir trotz des heutigen Altersunterschiedes nicht schwer, mich in die jungen Frauen hineinzuversetzen.

Jette Kötschau lässt ihre Protagonistinnen aus ihrer Sicht erzählen:
Merle, die sich nach der Geburt ihres Sohnes völlig überfordert und zunehmend isoliert fühlt. Von ihrem Partner bekommt sie nur wenig Rückhalt. Während er sich dem Hausbau und seinen Freunden widmet, vereinsamt Merle immer mehr.

Katharina, die in einer langjährigen Beziehung steckt und sich seit Jahren ein Kind wünscht. Doch ihr Partner vertröstet sie immer wieder auf später, während Katharina leidet. Doch Katharina will nicht mehr warten und sieht sich in der Partnerschaft nicht ernst genommen. Sie beginnt ihre Beziehung und die gemeinsame Zukunft immer mehr in Frage zu stellen.

Henri, unabhängig und freiheitsliebend, möchte sich ihren großen Kindheitstraum vom eigenen Kino erfüllen. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist schwierig. Henris Großmutter, bei der sie größtenteils aufgewachsen ist, liegt im Sterben und konfrontiert Henriette mit schmerzhaften Erinnerungen und schwierigen emotionalen Entscheidungen.

Jette Kötschau bringt uns die jungen Frauen näher, die absolut echt und mitten aus dem Leben gegriffen wirken. Vor allem die Gefühlswelt von Merle, Kathi und Henri beschreibt die Autorin erstaunlich greifbar. Die Autorin bringt eine feinde Beobachtungsgabe 

Denkt sich nicht jeder von uns, dass die Freundschaften, die wir während der Schulzeit geschlossen haben, ewig währen würden? Manchmal geht man gemeinsam durch eine lange Zeit und irgendwann merkt man, dass man sich verändert hat. Mit viel Glück ist man mit einer der damaligen besten Freundinnen noch regelmäßig in Kontakt, doch dann kommt oft das Leben dazwischen. Man driftet in neue Lebensformen ab, lernt neue Leute kennen und findet oftmals nicht mehr die Zeit diese Freundschaften intensiv zu pflegen. 
Die Erkenntnis, dass man sich zwar wiederfinden, aber die Freundschaft nicht immer dort anknüpfen kann, wo man aufgehört hat, tut oft weh. Nicht jede Freundschaft lässt sich zurückholen. Manchmal bleibt nur die Möglichkeit, einander auf einer neuen Ebene zu begegnen - mit anderen Erwartungen, aber auch mit mehr Verständnis und Wertschätzung.
Das Ende erschien mir dann etwas zu plötzlich und abrupt und lässt einige Gedanken und Überlegungen für die Lesenden offen.

Fazit:
Ein feinfühliger und ruhiger Roman über Freundschaft, Familie, Mutterschaft, Partnerschaft und das Erwachsenwerden. Eine Geschichte, die deutlich macht, wie Freundschaften Halt geben, aber auch schmerzen können. 
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Briefträgerin - Francesca Giannone

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschierte Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: ‎ btb Verlag; deutsche Erstausgabe (16. April 2026)
    • Übersetzer: Ingrid Ickler
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442776155
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442776153
    • Originaltitel: ‎ La Portalettere
    • Genre: Historischer Roman, Romanbiografie


Heyne Kurzbeschreibung:
Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg – und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

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Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Seit meiner Kindheit bin ich eine begeisterte Briefschreiberin - noch ganz altmodisch mit Briefpapier und Kugelschreiber. Deshalb hat mich dieser Roman über die erste weibliche Briefträgerin Italiens sofort angesprochen. 
Inspiriert wurde Francesca Giannone von ihrer Urgroßmutter, nachdem sie eine alte Visitenkarte, Briefe, Fotos und Dokumente von ihr gefunden hat. Die Autorin wurde neugierig und hat zu recherchieren begonnen und hat ihrer Urgroßmutter Anna den Wunsch erfüllt, nicht vergessen zu werden .....

Der Roman beginnt etwas ungewöhnlich mit dem Tod der Briefträgerin. Danach begleiten wir Anna, die 1934 aus Ligurien, dem Norden Italiens, nach Lizzanello in Apulien, dem "Stiefelabsatz" Italiens, kommt. Sie ist frisch verheiratet mit Carlo, der sie mit in seine Heimat nimmt. "Die Fremde" wird kritisch von den Dorfbewohnern beäugt, denn Anna ist eine selbstbewusste Frau und gibt sich nicht mit der Rolle als Ehefrau und Mutter zufrieden. Mit ihren fortschrittlichen Gedanken stößt sie immer wieder auf Gegenwind. Als die Stelle des örtlichen Briefträgers frei wird, bewirbt sie sich und hat als ausgebildete Lehrerin - trotz aller Skepsis - gute Chancen. Carlo, ihr Mann, sieht sie lieber zuhause oder in seiner Kellerei. Als sie jedoch die Stelle bekommt, gibt er nach. Als erste weibliche Briefträgerin trägt Anna nicht nur Briefe aus, sondern setzt sich für die Benachteiligten und ganz besonders für Frauen ein. Ihre Schwägerin Agata und ihrer Nichte Lorenza unterstützt sie ebenfalls, während sie die Liebe zu Büchern mit ihrem Schwager Antonio teilt....und nicht nur diese....
Doch die hübsche und eigenwillige Frau hat nicht nur Bewunderer, sondern vor allem auch Neider. Diese bekommt sie immer wieder zu spüren, während sie sich selbst immer treu bleibt.

Anna ist eine starke Persönlichkeit, die ihrer Zeit voraus war. Sie lässt sich von den traditionellen Rollenbildern nicht aufhalten und lehrt auch ihrem Sohn Roberto Frauen zu achten und gleichberechtigt zu behandeln. Bei ihrem Ehemann Carlo findet sie nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Mann, der ihr den Rücken stärkt und ihre Flausen hinnimmt. Sie kämpft für Unabhängigkeit und Anerkennung. Dass sie bis zu ihrem Ende trotzdem immer "die Fremde" bleibt, macht etwas traurig.

Francesca Giannone versteht es, das Dorfleben und seine Bewohner in den Kriegs- und Nachkriegsjahren sehr anschaulich zu beschreiben. Die festgefahrenen Rollenbilder, gegen die sich Anna auflehnt oder die familiären Beziehungen spielen dabei eine große Rolle. Zusammenhalt, persönliche Schicksale und so einige Familiengeheimnisse bringen Spannung in den Roman, der manchmal doch etwas zu detailliert wirkt und kleine Längen entstehen lässt.

Die Autorin greift viele wichtige Themen in ihrem Roman auf. Vor allem widmet sie sich der Stellung der Frau in der Gesellschaft und der Gewalt gegen Frauen. Trotzdem ist der Roman eher ruhig und lebt von der Atmosphäre, der Dynamik im Dorf, den Menschen und ihren Entscheidungen.
Der Wunsch ihrer Großmutter Anna nicht vergessen zu werden, wird nun von ihrer Urenkelin mit diesem feinfühligen Roman erfüllt.

Cover:
von links nach rechts:
das italienische Originalcover, die Cover aus Serbien, Frankreich (2x), den Niederlanden und die englische Variante 

Fazit:
Ein sehr ruhiger Roman, mit süditalienischem Flair und der von der Dynamik im Dorf lebt. Als Film könnte ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen, weil sie dann doch etwas gestraffter ausfallen würde.


 Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Wenn die Bienen schweigen - Caryl Lewis

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage (16. Juli 2026)
    • Übersetzer: Anu Stohner
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423650524
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423650526
    • Lesealter: ‎ Ab 14 Jahren
    • Originaltitel: ‎ The Danger of Small Things
    • Genre: Dystopie


dtv Kurzbeschreibung:
Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Book Special ABC Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Mit ihrem dystopischen Jugendroman möchte Caryl Lewis aufzeigen, wie unser Leben aussehen könnte, nachdem die Bienen ausgestorben sind. Ein Bild, welches ich mir nicht vorstellen möchte!

Im Zukunftsszenario der Autorin werden alle Mädchen mit elf Jahren von ihren Eltern getrennt und in ein Camp gebracht. Dort müssen sie Tag für Tag Baumblüten per Hand bestäuben oder Pinsel für die Bestäubung herstellen. Die Arbeit ist anstrengend, das Essen karg und die Mädchen werden rund um die Uhr bewacht. Freizeit, Privatsphäre oder eine unbeschwerte Kindheit gibt es nicht. Hier gibt es keine freie Meinung, keine Kunst oder etwas an dem man sich erfreuen könnte. Macht und Unterdrückung sind an der Tagesordnung. Mit dem Einsetzen der Periode werden die Mädchen zwangsverheiratet, um Kinder zu gebären und das System zu erhalten.
Aber auch die Jungen werden aus der Familie geholt und als Soldaten ausgebildet. Sie bewachen die namenslose Stadt und das Lager. 
Es ist ein erdrückendes Szenario und man spürt die Hoffnungslosigkeit durch die Seiten. Doch es gibt auch Mädchen, die von Freiheit träumen und versuchen aufzubegehren. Jess ist eine davon. Wir begleiten sie im Camp und lernen auch ihre Freundinnen Cass, Deva und Zuri kennen. Jess kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern, denn ihre Mutter hat ihr und ihrem Bruder Shey das Lesen beigebracht. Sie liebt Bücher und Kunst, interessiert sich für die Natur und hinterfragt Dinge, die für die meisten Mädchen selbstverständlich geworden sind. Jess hat außerdem von Gerüchten gehört, dass es im Norden ein Land geben soll, wo es noch genügend Nahrungsmittel geben und die Natur noch nicht so zerstört sein soll. 
Schon als Kind hat sie gerne gezeichnet und als ihr der junge Wachmann Eliot Farben aus der Stadt schmuggelt, beginnt sie heimlich zu malen. Dabei entfacht sie mit ihrem Bild an der Lagermauer einen kleinen Funken einer Rebellion. Denn manchmal reicht schon ein kleines Zeichen, um Menschen daran zu erinnern, dass Freiheit möglich ist......

Die Bestäubung von Hand wird heute schon in einigen Teilen der Welt praktiziert. Durch meinen Mann, der seit 2 1/2 Jahren Imker ist, bekomme ich ein bisschen mehr Einblicke. Das weltweite Bienensterben ist längst Realität. Diese kleinen und so wichtigen Lebewesen müssen gegen so viele Gefahren ankämpfen - nicht nur gegen die von Menschen verbreiteten Pestizide, die Krankheiten verursachen, das Schwinden ihrer Lebensräume, sondern auch gegen neue Feinde, wie die Tigerhornisse, die durch das veränderte Klima auch in unsere Gebiete eindringt. 

Die Handlung wird ausschließlich aus der Sicht von Jess erzählt. Sie ist eine interessante und mutige Protagonistin. Sie ist anders, als die Mädchen im Lager, was vor allem auch an der Erziehung ihrer rebellischen Mutter liegt. Sie ist eine Außenseiterin, die sich jedoch gegenüber ihren Gegenspielern sehr fair verhält und sich im Camp mit der Zeit Akzeptanz verschafft. Sie macht eine große innere Entwicklung durch.
Aber auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet, allen voran die intrigante 
Charmian, die Jess das Leben schwer macht. Cass, Jess' beste Freundin, ist sensibel und droht an den Strapazen des Arbeitscamps zu zerbrechen. Unterstützung findet Jess ausgerechnet beim einfühlsamen Wärter Eliot, der ihr bei ihrer geheimen Kunstaktion zur Seite steht.

Der Schreibstil ist leicht lesbar und passt für die jugendliche Zielgruppe. Das Setting ist durchgehend düster und bedrückend. Die Handlung ist eher ruhig und trotzdem fesselnd. 
Besonders gelungen fand ich die Darstellung, dass Widerstand nicht das Werk einer einzelnen Heldin sein muss, sondern dieser wächst, indem immer mehr Menschen den Mut finden, Dinge zu hinterfragen. Die Autorin spricht auch einige wichtige Themen wie Frauenrechte, Manipulation, Klimawandel oder Überwachung und Kontrolle an.

Da die Geschichte ausschließlich aus Jess' Perspektive erzählt wird, bleibt vieles über die Welt außerhalb des Camps im Unklaren. Gerne hätte ich noch weitere Einblicke in das Leben in der Stadt erfahren, wo Jess und Shey bis zum elften Lebensjahr gelebt haben und wie es in der Zwischenzeit Shey ergangen ist. Generell hätten dem Buch ein paar mehr Seiten und noch weitere Einblicke außerhalb des Camps gut getan. Dadurch wäre die Handlung noch lebendiger und facettenreicher erschienen. 

Leider lässt auch das Ende viele Fragen offen, was ich generell nicht so gerne mag. Es vermittelt zwar Hoffnung, doch ich hätte mir einen etwas klareren Abschluss gewünscht. Trotzdem war es im großen und Ganzen für mich in Ordnung.


Die Autorin erzählt im Nachwort, dass sie diese Jugenddystopie für ihre Tochter und die kommende Generation geschrieben hat. 


Cover:
von links nach rechts:
das amerikanische Cover, das britische und das italienische

Fazit:
Eine Dystopie, die erschreckend real klingt. Sie regt zum nachdenken und bleibt lange in Erinnerung. bleibt. Obwohl ich auch einige kleine Kritikpunkte habe, ist diese Dystopie für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren sehr empfehlenswert!  

Vielen Dank an vorablesen und dem dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

This could be forever - Lilly Lucas

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: ‎ Knaur TB, 2. Auflage (1. September 2025)
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426530910
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426530917
  • Genre: New Adult
  • Reihe: ja - Band 3 der Hawaii Love Trilogie



Knaur Kurzbeschreibung:
Millie kann ihr Glück kaum fassen, als sie ihren ersten Job als Regisseurin ergattert. Aber ihre Euphorie hält nur kurz an, denn im Mittelpunkt der geplanten Netflix-Doku steht ausgerechnet Griffin »Chip« Chipman – Shootingstar der Surfszene und Millies erste große Liebe. Sie hat ihn nicht mehr gesehen, seit ein tödlicher Surfunfall ihrer beider Leben erschütterte und sie ihre Heimat Hawaii verließ. Als Millie Chip nun wieder begegnet, wird sie von einer Welle an Gefühlen und Erinnerungen überrollt …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Es ist schon einige Zeit her, dass ich den dritten und letzten Teil der Hawaii Love Reihe von Lilly Lucas gelesen habe. Deswegen wird es auch mal Zeit für eine Rezension zum Abschlussband dieser sehr schönen New Adult Trilogie.

Griffin, genannt Chip, kennen wir ja bereits aus den Vorgängerbänden. Er und Millie waren einst ein Paar bis ein schweres Unglück die beiden entzweit hat. Millie hat daraufhin die Insel verlassen. Nun hat sie ihre Regiestudium beendet und wartet auf einen lukrativen Auftrag, der jedoch auf sich warten lässt. Doch dann erhält sie ein Angebot, welches der Beginn ihrer Karriere sein könnte - der Moment, auf den sie seit dem Studium hingearbeitet hat. Doch der Auftrag konfrontiert sie mit ihrer Vergangenheit: Die Dokumentation, die sie drehen soll, handelt vom bekannten Big Wave Surfer Griffin Chipman, ihrer ersten großen Liebe und mit der Grund für ihren Neuanfang abseits von Hawaii. Ich war gespannt, was genau zur Trennung führte, auch wenn ich aus dem Vorgängerband den wichtigsten Hintergrund dazu kannte......

Im dritten Band haben wir es mit einer Second Chance Geschichte zu tun. Wir lesen aus der Sicht von Millie und ich konnte mich wirklich die ganzen 336 Seiten mit ihr identifizieren. Millie braucht dringend einen Job und so fliegt sie widerwillig zurück in ihre Heimat um für die Dokumentation über Big Wave Surfer Griffin Chipman Regie zu führen. Das Wiedersehen mit ihrer ersten großen Liebe ist emotional aufgeladen, dennoch bewahrt sie nach außen ihre Professionalität und verbirgt geschickt gegenüber den anderen, wie gut sie Chip eigentlich kennt. Dennoch gelingt es ihr nicht, die professionelle Maske lange aufrecht zu erhalten. Aber auch Griffin kämpft mit seinen Gefühlen....

Das Setting ist sehr bildhaft beschrieben. Man spürt den Wind, hört die Meereswellen und riecht die salzige Luft. In Gedanken bin ich am Strand entlanggegangen und habe den Surfern zugesehen. Besonders schön ist es auch auf bekannte Charaktere aus den ersten beiden Bänden zu treffen. Die Freundesclique ist mir ans Herz gewachsen.

Lilly Lucas gelingt es hervorragend, das Gefühlsleben von Millie einzufangen. Die Tragik ihrer gemeinsamen Vergangenheit rund um den Surfunfall war auf jeder Seite spürbar. Beide Charaktere sind sympathisch und haben ein Riesenpaket zu tragen, welches nicht nur ihre Beziehung zerstört, sondern auch ihr weiteres Leben beeinträchtig hat. 
Chip ist nach außen hin der typische fröhliche Surferboy, dem keine Welle hoch genug sein kann. Lilly Lucas beschreibt die Momente zwischen Millie und Chip voller Gefühl. Beide entwickeln sich weiter und gehen endlich aufeinander zu.

Ganz besonders eingefangen hat Lilly Lucas die Gefahr des Big Wave Surfens und die ewige Angst der Freunde und Angehörigen, wenn Extremsport zum Beruf wird. Dieses Gefühl muss auch Millie endlich ablegen, damit sie auf den furchtlosen Adrenalinjunkie wieder zugehen kann. Ob ihr das gelingt und ob die beiden wieder zueinander finden, müsst ihr selbst lesen.

Fazit:
Ein sehr schöner und emotionaler Abschluss der Hawaii Love Reihe, der mich sehr gut unterhalten hat und in dem ich mehr über das Surfen lernen durfte. Ich empfehle die ganze Hawaii Love Trilogie sehr gerne weiter.

Die Hawaii Love Trilogie:
  1. This could be love  *Rezi*
  2. This could be home  *Rezi*
  3. This could be forever

Die Psychiaterin - Freida McFadden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag, deutsche Erstausgabe (15. Juli 2026)
    • Übersetzer: Frank Dabrock
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453443551
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453443556
    • Originaltitel: ‎ Never Lie
    • Genre: Thriller, Psychothriller


Heyne Kurzbeschreibung:
Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Lange im Vorfeld der Veröffentlichung von "Die Psychiaterin" habe ich immer wieder gehört und gelesen, dass dieses Buch neben "Wenn sie wüsste" das beste der Autorin sein soll. Umso gespannter war ich darauf und kann nun sagen, dass es auch für mich gleich nach "Wenn sie wüsste" in meiner Beliebtheits-Skala kommt.

Ethan und Tricia sind erst seit wenigen Monaten verheiratet und auf der Suche nach ihrem zukünftigen Traumhaus. Bisher war jedoch noch nicht das Passende dabei. Ausgerechnet das abgelegene Anwesen der renommierten Psychiaterin Dr. Adrienne Hale, die vor Jahren spurlos verschwand, hat es Ethan besonders angetan. Wegen eines heftigen Schneesturms erreichen sie das Haus jedoch alleine. Von der Maklerin fehlt jede Spur. Als sie die verschneite Auffahrt hinauffahren, glauben sie ein Licht im Obergeschoß gesehen zu haben. Im Inneren des Hauses wirkt das Haus allerdings verlassen. Eine dicke Staubschicht bedeckt die Möbel, doch der Kühlschrank ist frisch aufgefüllt. 

Tricia beschleicht ein ungutes Gefühl. Sie ist davon überzeugt, dass sich jemand in dem großen Anwesen vor ihnen versteckt. Durch den dichten Schneefall und ohne Handyempfang sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und müssen die Nacht im Haus verbringen. Tricia kann nicht schlafen und durchsucht das Haus nach einem Einbrecher. Hinter einer verborgenen Tür stößt sie auf ein geheimes Zimmer. Darin befinden sich zahlreiche Tonbandkassetten mit den aufgezeichneten Therapiesitzungen von Dr. Adrienne Hales ehemaligen Patienten – und schon bald wird klar, dass diese Aufnahmen ein düsteres Geheimnis bergen.....

Freida McFaddens Psychothriller sind Lesesnacks, die man innerhalb von 1-2 Tagen "wegsnacken" kann. Der Schreibstil ist fesselnd und eher einfach, das Erzähltempo hoch und die Spannung bleibt die ganze Zeit über erhalten.
Die düstere Atmosphäre und das ständige Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, haben mich zunehmend an den Seiten kleben lassen. Die kurzen Kapitel tun ihr übriges. Obwohl die Autorin sich immer wieder einem ähnlichen Aufbau bei ihren Psychothrillern bedient und ich jetzt schon einige ihrer Thriller gelesen habe, schafft sie es immer wieder, mich mit dem finalen Twist zu überraschen. Dazwischen baut sie gekonnt unvorhersehbare Wendungen ein und führt den Leser geschickt auf die falsche Fährte. 
Auch diesmal hatte ich schnell eine verdächtige Person im Visier, allerdings empfand ich sie als zu offensichtlich. Deshalb zerbrach ich mir den Kopf, wer sonst dahinterstecken könnte. Die Anzahl der infrage kommenden Figuren war ziemlich eingeschränkt und trotzdem hat mich Freida McFadden am Schluss wieder überraschen können. Dabei zaubert sie auch keine neue Figur aus dem Hut, die zuvor überhaupt nie vorkam, wie es leider manche anderen Autoren handhaben.
Die Auflösung war schlüssig und passend. Wer jedoch großen Wert auf Logik und Detailgenauigkeit legt, wird vermutlich kleine Abstriche machen müssen. Mich hat das jedoch überhaupt nicht gestört, denn das Buch bietet genau das, was ich von einem McFadden-Thriller erwarte: beste Unterhaltung, hohes Tempo und eine Geschichte, die mich bis zur letzten Seite fesselt.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, danach die Cover aus Portugal, Polen, Rumänien, Italien, den Niederlanden, Iran und Dänemark 

Man bemerkt, dass der deutsche Buchmarkt anscheinend zu den letzten gehört, die die Bücher der Autorin übersetzen. Manche Leser denken ja, Freida schreibt wie am Fließband, dabei sind ihre Bücher schon seit Jahren im englischen Original erhältlich,

Fazit:
Viele sind der Meinung, dass "Die Psychiaterin" das beste Buch der Autorin nach "Wenn sie wüsste" ist. Ich schließe mich dieser Meinung an. Ein spannender Thriller-Snack für das Wochenende!



Wer blind vertraut - Tessa Duncan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage  (18. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 342322178X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423221788
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 3 der Canterbury Fälle


dtv Kurzbeschreibung:
Ein neuer Fall aus ihrer therapeutischen Praxis bringt Lily Brown an ihre Grenzen und sogar in höchste Lebensgefahr. Was ist der Tochter ihrer schwer depressiven Patientin Mary-Ann zugestoßen, die seit fast drei Jahren vermisst wird? Lebt die inzwischen 13-jährige Laura noch? Und wie kann sie dem Heiratsschwindler Paul das Handwerk legen, der ihre Patientin Caroline um viel Geld betrogen hat? Aber nicht nur das: Ist dieser Mann womöglich ein Mörder?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challege

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
"Wer blind vertraut" ist der dritte Teil der Canterbury Reihe von Tessa Duncan aka Marita Spang aka Marie Lacrosse. Diese Reihe rund um Psychotherapeutin und ehemaliger Polizeipsychologin Lily Brown wird von Band zu Band spannender. Man kann die abgeschlossenen Fälle auch alleinstehend lesen, jedoch erschließt sich Lilys Background viel besser, wenn man diese ab dem ersten Band kennenlernt.

Lily hat es diesmal mit zwei sehr unterschiedlichen Patientinnen zu tun, deren Fälle sie sehr beschäftigen: Mary-Ann Lewis, eine extrem verschüchterte Mutter, deren Tochter Laura vor etwas mehr als zwei Jahren spurlos verschwand. Der Fall wurde zu den Akten gelegt, doch Mary-Ann kann den Verlust ihrer Tochter nicht verwinden. Außerdem fürchtet sie um ihre zweite Tochter Emma, denn die Lebensumstände im Haus von Mary-Anns Mutter sind prekär. Zusätzlich sind ihre Aussagen sehr widersprüchlich, was Lily verdächtig erscheint. Sie erkennt schnell, dass es in Mary-Anns Familie etwas nicht stimmt. Kurz bevor Lily einen Platz für sie und ihre Tochter Emma im Frauenhaus findet, verschwindet Mary-Ann spurlos...

Die zweite Patientin ist das genaue Gegenteil von Mary-Ann. Die selbstbewusste und alleinstehende Witwe Caroline scheint von einem Heiratsschwindler betrogen worden zu sein. Auch Sally ist ein Opfer dieses Mannes, der sich Paul Taylor nennt und der sie ebenfalls um ihr Erspartes betrogen hat. Gemeinsam und mit Lilys Hilfe wollen die beiden Frauen den Mann überführen, doch dann passiert etwas Schreckliches....
Lily findet ebenfalls heraus, dass einige der Frauen, die auf diesen Mann hereingefallen sind, angeblich Selbstmord verübt haben. Lily wäre nicht Lily, wenn sie nicht ihre Verbindungen zur MET ausnützen würde. Sie bittet ihren Lebenspartner Dan nach weiteren Opfern des Heiratsschwindlers zu suchen.

In einem weiteren Strang verschwinden junge Mädchen in Canterbury, die die zuständige Polizei bei ihren Ermittlungen an ihre Grenzen bringt. Als Leser bekommen wir einen kleinen Einblick in die Methode des Killers, wie er seine Opfer aussucht und seine grausame Methode sie für immer verschwinden zu lassen....

Durch die beiden Erzählstränge und so einigen Figuren ist der Beginn des Krimis noch etwas langsamer, um in die Geschichte hineinzukommen. Hat man alles intus, wird es immer rasanter und spannender. Ab der Hälfte konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. 
Man rätselt, ob und wie die beiden Handlungsstränge zusammengehören und wer hinter all diesen Grausamkeiten und psychischen Manipulationen dahinterstecken könnte. 
Natürlich kann sich Lily wieder nicht zurückhalten und gerät abermals in große Gefahr...

Dank ihrer Ausbildung als Psychotherapeutin versteht es die Autorin hervorragend, die Gedanken und das Verhalten ihrer Figuren nachvollziehbar und authentisch darzustellen. Die Charaktere sind vielschichtig, glaubwürdig und alles andere als perfekt. Die hochschwangere Lily hat diesmal nicht nur mit den Fällen in ihrer Praxis zu kämpfen, sondern auch um Lebenspartner Dan, dessen Noch-Frau ihnen das Leben schwer macht. Auch Katerchen Mick hat in diesem Band seinen eigenen Krimi zu bestehen.

Im Nachwort beschreibt die Autorin welche realen Fälle sie zu ihrem Krimi inspiriert haben und betont, dass die Wirklichkeit leider noch viel grausamer ist, als ihre Handlung rund um häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, Missbrauch, dem Messie-Syndrom und psychischer Manipulation. 

Das Finale ist temporeich, schlüssig aufgebaut und führt die verschiedenen Handlungsstränge auf überzeugende Weise zusammen.

Fazit:
Ein äußerst spannender Kriminalroman, der vom Verlag erneut als Roman eingestuft wird, was ich nicht nachvollziehen kann. Auch die Themen, die Tessa Duncan aufgreift sind nicht leicht und alleine schon der Prolog hat mir richtige Gänsehaut bereitet. 
Ich finde diese Reihe von Band zu Band besser und empfehle sie gerne weiter!


Vielen Dank an die Autorin und an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!


Die Canterburry Falle:

  1. Wer das Vergessen stört  *Rezi*
  2. Wer mit den Wölfen heult  *Rezi*
  3. Wer blind vertraut
 

In Bloom - Liz Allan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ Unionsverlag, 1. Auflage ( 9. Juli 2026)
    • Übersetzer: Lisa Kögeböhn
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3293006361
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3293006362
    • Originaltitel: ‎ In Bloom
    • Genre: Coming of Age Roman


Unionverlag Kurzbeschreibung: 
1994, eine abgehängte australische Kleinstadt: Vier Freundinnen wollen dem Mindestlohn-Schicksal ihrer Mütter entkommen und mit ihrer Musik beim Battle of the Bands durchstarten. Kurt Cobain ist ihr Kompass, Grunge ihr Rhythmus, und dieser Wettbewerb soll ihr Ticket in die Freiheit werden – auch wenn sie nur drei Akkorde können. Doch als die Leadsängerin Lily ihren verehrten Musiklehrer Mr P des Missbrauchs beschuldigt, droht alles zu zerbrechen. Wie weit sind die übrigen drei Mädchen bereit zu gehen, um ihren Traum zu retten – und was sind sie bereit zu opfern?
Eine kritische Hommage an die nicht so rosigen 90er und ihre zweifelhaften Helden, ein ungeschönter Blick auf Freundschaft und das Aufwachsen in prekären sozialen Verhältnissen – smells like disillusioned teen spirit.

Meine Bewertung: * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Als ich in der Verlagsvorschau des Unionverlages diesen Roman sah, war ich sofort Feuer und Flamme. Ein Coming-of-Age Roman aus den Neunziger Jahren rund um die Musik von Nirvana und vier Mädchen, die Kurt Cobain verehren. Das ist genau das Richtige für mich - dachte ich.

Liz Allan erzählt jedoch eine Geschichte von vier Freundinnen aus prekären Familienverhältnissen, denen jegliche Perspektive fehlt.
Lily, Amy, Violet und Jade sind vierzehn Jahre alt und alle vier wachsen bei ihren alleinerziehenden Müttern auf. Ihr Leben ist geprägt von Armut und Perspektivlosigkeit. Während der nächste arbeitslose Freund ihrer Mütter sich im Wohnzimmer mit einer Flasche Bier breit macht, wissen die Frauen nicht, wie sie über die Runden kommen sollen.  Sie kämpfen mit finanziellen Sorgen und der Herausforderung mehrere Kinder zu versorgen, die alle unterschiedliche Väter haben.
Nur der Musiklehrer, genannt Mr. P, gibt den Mädchen etwas Selbstvertrauen. Die Mädchen verehren Kurt Cobain und die Band Nirvana. Sie nennen sich "The Bastards", weil sie alle ohne Vater aufwachsen. Der "Battle of the Bands", ein Bandwettbewerb, soll ihre triste Lage ändern, damit sie die ungeliebte Küsten-Kleinstadt in Australien verlassen können. Die Mädchen möchten dem Schicksal ihrer Mütter entkommen, doch dann wird Mr. P. von Lily wegen Belästigung angezeigt. Es kommt zum Streit zwischen Lily und den drei Freundinnen, die daraufhin die Band verlässt. Ohne Leadsängerin und in Folge auch ohne Hilfe von Mr. P., der festgenommen wird, sehen die Freundinnen ihren Traum platzen und wollen die Unschuld des Musiklehrers beweisen....

Ihre Selbsttäuschung, der Band-Wettbewerb allein werde sie aus der Kleinstadt führen und schlechte schulische Leistungen hätten keine Konsequenzen, ließ mich immer wieder enttäuscht den Kopf schütteln. Gerade diese Illusion führt die Mädchen immer weiter weg von ihrem Traum und auf einen gefährlichen Irrweg.
 
Die Kapitel sind kurz und manche Seiten nur halb befüllt. Das verleitet immer weiterzulesen, aber es hat auch die Folge, dass ich mich nicht wirklich in die ganze Situation hineinfühlen konnte und mir die Freundinnen fremd blieben. 
Die Sprache ist rotzig und frech, wie die drei Mädchen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ihren Heimatort in Australien endlich zu verlassen. Liz Allan erzählt dabei aus der ungewöhnlichen "Wir-Perspekitve", wodurch die einzelnen Hauptfiguren kaum voneinander zu unterscheiden sind – und genau das ist beabsichtigt. Die Mädchen treten als Einheit auf: als Freundinnen, als Opfer und zugleich als Täterinnen. Die Sprache wirkt authentisch und zeigt auch auf, wie unsicher die jungen Mädchen sind. Sie haben nicht wirklich einen Plan, aber wissen, dass sie nicht so enden wollen, wie viele junge Frauen aus ihrem Stadtviertel.

Die Autorin erzählt bildhaft und zeigt auf, wie das Drama seinen Lauf nimmt. Die durchgehend düstere Atmosphäre drückt auf die Stimmung und zieht einen beim Lesen etwas runter.
Liz Allan erzählt davon, wie Armut, Perspektivlosigkeit und fehlende Chancen Jugendliche formen und wie Freundschaft und Musik Hoffnung schenken kann, wenn das Zuhause keinen Halt bietet. Der Zusammenhalt der drei Freundinnen hat mich berührt.

Lisa Kögeböhn hat bei der Übersetzung die bedrückende Atmosphäre perfekt transportiert. 
Ein Pluspunkt an den Verlag, der die Übersetzerin am Cover namentlich genannt hat. Das würde ich gerne auch bei anderen sehen! 

Leider hat der Coming-of-Age Roman nicht ganz meinen Nerv getroffen, obwohl mir die Geschichte eigentlich gefallen hat. Die Handlung konnte mich jedoch nicht vollständig überzeugen und manchmal war mir auch die Sprache zu jugendlich. Das passt natürlich perfekt zur Geschichte - ich bin wohl schon zu alt dafür.

Cover:
von links nach rechts:
die beiden englischsprachigen Cover aus Großbritannien und den USA

Fazit:
"Smells like Teen Spirit" passt perfekt zu diesem Coming-of-Age Roman, der mich jedoch nicht gänzlich überzeugen konnte. Im bin beim Lesen oft abgeschweift und konnte mich nicht wirklich hineinfühlen. Das kann nicht nur an meinem Alter liegen, denn mein letzter gelesener Roman - ebenfalls aus den Neunziger Jahren und aus diesem Genre - war für mich ein Highlight.


Vielen Dank an den Unionsverlag für das Rezensionsexemplar!
 

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