- Broschierte Ausgabe: 512 Seiten
- Verlag: btb Verlag; deutsche Erstausgabe (16. April 2026)
- Übersetzer: Ingrid Ickler
- ISBN-10 : 3442776155
- ISBN-13 : 978-3442776153
- Originaltitel: La Portalettere
- Genre: Historischer Roman, Romanbiografie
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg – und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur Reiselust Challenge
Meine Meinung:
Seit meiner Kindheit bin ich eine begeisterte Briefschreiberin - noch ganz altmodisch mit Briefpapier und Kugelschreiber. Deshalb hat mich dieser Roman über die erste weibliche Briefträgerin Italiens sofort angesprochen.
Inspiriert wurde Francesca Giannone von ihrer Urgroßmutter, nachdem sie eine alte Visitenkarte, Briefe, Fotos und Dokumente von ihr gefunden hat. Die Autorin wurde neugierig und hat zu recherchieren begonnen und hat ihrer Urgroßmutter Anna den Wunsch erfüllt, nicht vergessen zu werden .....
Seit meiner Kindheit bin ich eine begeisterte Briefschreiberin - noch ganz altmodisch mit Briefpapier und Kugelschreiber. Deshalb hat mich dieser Roman über die erste weibliche Briefträgerin Italiens sofort angesprochen.
Inspiriert wurde Francesca Giannone von ihrer Urgroßmutter, nachdem sie eine alte Visitenkarte, Briefe, Fotos und Dokumente von ihr gefunden hat. Die Autorin wurde neugierig und hat zu recherchieren begonnen und hat ihrer Urgroßmutter Anna den Wunsch erfüllt, nicht vergessen zu werden .....
Der Roman beginnt etwas ungewöhnlich mit dem Tod der Briefträgerin. Danach begleiten wir Anna, die 1934 aus Ligurien, dem Norden Italiens, nach Lizzanello in Apulien, dem "Stiefelabsatz" Italiens, kommt. Sie ist frisch verheiratet mit Carlo, der sie mit in seine Heimat nimmt. "Die Fremde" wird kritisch von den Dorfbewohnern beäugt, denn Anna ist eine selbstbewusste Frau und gibt sich nicht mit der Rolle als Ehefrau und Mutter zufrieden. Mit ihren fortschrittlichen Gedanken stößt sie immer wieder auf Gegenwind. Als die Stelle des örtlichen Briefträgers frei wird, bewirbt sie sich und hat als ausgebildete Lehrerin - trotz aller Skepsis - gute Chancen. Carlo, ihr Mann, sieht sie lieber zuhause oder in seiner Kellerei. Als sie jedoch die Stelle bekommt, gibt er nach. Als erste weibliche Briefträgerin trägt Anna nicht nur Briefe aus, sondern setzt sich für die Benachteiligten und ganz besonders für Frauen ein. Ihre Schwägerin Agata und ihrer Nichte Lorenza unterstützt sie ebenfalls, während sie die Liebe zu Büchern mit ihrem Schwager Antonio teilt....und nicht nur diese....
Doch die hübsche und eigenwillige Frau hat nicht nur Bewunderer, sondern vor allem auch Neider. Diese bekommt sie immer wieder zu spüren, während sie sich selbst immer treu bleibt.
Doch die hübsche und eigenwillige Frau hat nicht nur Bewunderer, sondern vor allem auch Neider. Diese bekommt sie immer wieder zu spüren, während sie sich selbst immer treu bleibt.
Anna ist eine starke Persönlichkeit, die ihrer Zeit voraus war. Sie lässt sich von den traditionellen Rollenbildern nicht aufhalten und lehrt auch ihrem Sohn Roberto Frauen zu achten und gleichberechtigt zu behandeln. Bei ihrem Ehemann Carlo findet sie nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Mann, der ihr den Rücken stärkt und ihre Flausen hinnimmt. Sie kämpft für Unabhängigkeit und Anerkennung. Dass sie bis zu ihrem Ende trotzdem immer "die Fremde" bleibt, macht etwas traurig.
Francesca Giannone versteht es, das Dorfleben und seine Bewohner in den Kriegs- und Nachkriegsjahren sehr anschaulich zu beschreiben. Die festgefahrenen Rollenbilder, gegen die sich Anna auflehnt oder die familiären Beziehungen spielen dabei eine große Rolle. Zusammenhalt, persönliche Schicksale und so einige Familiengeheimnisse bringen Spannung in den Roman, der manchmal doch etwas zu detailliert wirkt und kleine Längen entstehen lässt.
Die Autorin greift viele wichtige Themen in ihrem Roman auf. Vor allem widmet sie sich der Stellung der Frau in der Gesellschaft und der Gewalt gegen Frauen. Trotzdem ist der Roman eher ruhig und lebt von der Atmosphäre, der Dynamik im Dorf, den Menschen und ihren Entscheidungen.
Der Wunsch ihrer Großmutter Anna nicht vergessen zu werden, wird nun von ihrer Urenkelin mit diesem feinfühligen Roman erfüllt.
Cover:
von links nach rechts:
das italienische Originalcover, die Cover aus Serbien, Frankreich (2x), den Niederlanden und die englische Variante
Fazit:
Ein sehr ruhiger Roman, mit süditalienischem Flair und der von der Dynamik im Dorf lebt. Als Film könnte ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen, weil sie dann doch etwas gestraffter ausfallen würde.
Ein sehr ruhiger Roman, mit süditalienischem Flair und der von der Dynamik im Dorf lebt. Als Film könnte ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen, weil sie dann doch etwas gestraffter ausfallen würde.
















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