- Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
- Verlag: Heyne Verlag, Erstauflage, (29. April 2026)
- Übersetzer: Lisa Kögeböhn, Dietlind Falk
- ISBN-10 : 3453275357
- ISBN-13 : 978-3453275355
- Originaltitel: Yesteryear
- Genre: Gegenwartsliteratur, Belletristik
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören. Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur ABC Challenge
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur Reiselust Challenge
Meine Meinung:
In den letzten Monaten kam wohl niemand um die Hype von "Yesteryear" herum. Auch ich nicht und immer wieder fragte ich mich, ob ich mir das Buch kaufen soll oder nicht. Dann habe ich es meiner Bücherei vorgeschlagen und jetzt wird es sogar zum Buchclub-Buch. Dafür eignet es sich perfekt, denn man kann herrlich darüber diskutieren! Leider kann ich den Buchclub dort nicht beitreten, weil die Treffen immer am Vormittag sind. Da muss ich arbeiten....
In den letzten Monaten kam wohl niemand um die Hype von "Yesteryear" herum. Auch ich nicht und immer wieder fragte ich mich, ob ich mir das Buch kaufen soll oder nicht. Dann habe ich es meiner Bücherei vorgeschlagen und jetzt wird es sogar zum Buchclub-Buch. Dafür eignet es sich perfekt, denn man kann herrlich darüber diskutieren! Leider kann ich den Buchclub dort nicht beitreten, weil die Treffen immer am Vormittag sind. Da muss ich arbeiten....
Aber zurück zu "Yesteryear"....
Gleich vorweg: In meiner gesamten Lesezeit ist mir noch nie eine so unsympathische Protagonistin in einem Buch begegnet. Trotzdem war ich gespannt, wie Natalie in die angekündigte Situation kommt, die am Klappentext angekündigt ist und mich deshalb zur Geschichte greifen ließ.....
Natalie lebt die traditionellen Werte einer gläubigen Frau im Patriarchat und inszeniert ihren Alltag Social Media tauglich für ihre vielen Follower. Die malerisch renovierte Farm, ihr Mann Caleb und die fünf Kinder, denen sie sich tagtäglich mit viel Liebe widmet - all das ist nur inszeniert. Abseits der Kameras passen diverse Nannys auf ihre Kinder auf, arbeiten Gastarbeiter auf den Feldern und hat eine eigene Produzentin, die Natalie und die Kinder ins rechte Licht setzt. Kritische Stimmen nimmt sie nicht ernst und verharmlost sie als Neid von frustrierten Frauen.
Und dann wacht Natalie plötzlich in der ihr so glorreich beschriebenen einfachen Welt vor 150 Jahren auf. Sie ist am selben Ort, doch die Farm ist viel kleiner, schmutziger und es fehlen natürlich alle technischen Hilfsmittel. Caleb ist gealtert und ein grober Mann, der nicht vor Handgreiflichkeiten zurückschreckt. Die vier Kinder, die bei ihr wohnen, sehen ihren Kindern ähnlich, sind es aber nicht und heißen anders. Was ist passiert?
Caro Clare Burke springt zwischen den Zeitebenen ständig hin und her. Wir erfahren in Rückblicken über Natalies traditionelles religiöses Elternhaus, ihrem Studium und vor allem über ihren Ehrgeiz, den stark sektenähnlichen Glauben und dem Wunsch einfach "mehr" zu sein....über alles zu stehen.
Man befindet sich oft in Natalies Gedankenwelt, denn die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Sie ist jedoch keine zuverlässige Erzählerin, denn wir erleben alle Ereignisse nur aus ihrer Sicht. Natalie urteilt schnell über andere und versteht es für sich selbst nur das Beste rauszuholen. Sie ist oft unzufrieden, widersprüchlich und voller Selbsttäuschung.
Mit Caleb hat sie einen Mann gewählt, der in erster Linie der Sohn eines reichen und politisch engagierten Wirtschaftsmoguls ist. Seinen Wunsch, eine Farm in Idaho zu bewirtschaften, erfüllt Natalie ihm und setzt dies medienwirksam um. Caleb wirkt dort jedoch völlig deplatziert - was bald zum Problem wird.
Ab diesem Zeitpunkt hätte ich gerne ein bisschen mehr vom harten Alltag auf dem Hof erfahren. Die Autorin konzentriert sich jedoch zu sehr auf die inneren Konflikte der Hauptfigur und zeigt zu wenig von der anstrengenden Arbeit und der Einsamkeit auf dem Hof. Dadurch wirkt das Leben im 19. Jahrhundert sehr künstlich und theoretisch aufgebaut - fast wie eine Kulisse aus der zuvor dargestellten Social Media Welt, die der Roman eigentlich kritisieren will.
Der Schreibstil ist gut, aber in Natalies Gedanken auch manchmal etwas derb.
Der Schreibstil ist gut, aber in Natalies Gedanken auch manchmal etwas derb.
Während des Lesens habe ich natürlich viele Vermutungen angestellt, wie Natalie plötzlich in die Pionierzeit um 1855 kam. Das Ende, das Caro Claire Burke gewählt hat, habe ich allerdings nicht kommen sehen und finde es gut gelöst.
Insgesamt ist der Roman lesenswert - trotz einiger Längen in der Mitte. Es geht um Selbstinszenierung, um traditionelle Rollenbilder und der Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es so vermutlich nie gegeben hat.
Die Filmrechte hat sich bereits Anne Hathaway gesichert. Eine Verfilmung zu dieser Geschichte kann ich mir wirklich sehr gut vorstellen.
Cover:
von links nach rechts:
die britische und die amerikanische Ausgabe, das spanische Cover, das portugiesische, das schwedische und das slowenische Cover
Fazit:
Ein Roman, der mit einem hochaktuellem Thema und klugen Beobachtungen über Social Media punktet. Wird er der Hype gerecht? Für mich nicht wirklich - trotzdem bin ich froh, diese doch eher ungewöhnliche Geschichte gelesen zu haben.
















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