- Taschenbuch:
- Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag, 1. Auflage, 23. September 2026
- ISBN-10 : 3734115884
- ISBN-13 : 978-3734115882
- Genre: Historischer Roman
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Wien, 1900: Für die Zuckerbäckerin Charlotte Geiger bricht mit der Ankunft des Winters eine Welt zusammen. Ihr Vater möchte die familiengeführte Backstube verkaufen, in der sie kunstvolle Marzipanfiguren anfertigt. Doch als unverheiratete Frau darf sie diese weder übernehmen noch anderswo eine Anstellung bekommen! An einem verschneiten Markttag lernt sie Erwin Perzy – Mechaniker und Erfinder – kennen, und die beiden kommen sich näher. Charlottes kleine Kunstwerke sollen Erwin schon bald auf eine große Idee bringen: Gemeinsam mit dem Waisenjungen Rudi entsteht so die erste Wiener Schneekugel …
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur Reiselust Challenge
Meine Meinung:
Der neue Roman über die Erfindung der Schneekugel von Beate Maly hat mich von Beginn an verzaubert. Schon im Vorfeld war ich sehr neugierig, wie die Autorin die Erfindung der Schneekugel in ihrem Buch verarbeiten wird. Beate Maly hat in ihrem Roman die historischen Fakten und die fiktiven Handlungsstränge wieder gekonnt miteinander verbunden.
Der neue Roman über die Erfindung der Schneekugel von Beate Maly hat mich von Beginn an verzaubert. Schon im Vorfeld war ich sehr neugierig, wie die Autorin die Erfindung der Schneekugel in ihrem Buch verarbeiten wird. Beate Maly hat in ihrem Roman die historischen Fakten und die fiktiven Handlungsstränge wieder gekonnt miteinander verbunden.
Sehr gerne würde ich selbst einmal das Geschäft und das Museum im 17. Bezirk in Wien besuchen und alles mit eigenen Augen sehen. Ich denke, dass wird bei einem der nächsten Wien-Besuche ganz oben auf meiner Agenda stehen.
Wir befinden uns im verschneiten und kalten Wien der Jahrhundertwende. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich sind gravierend. Auch der Chirurgie-Instrumentenmechaniker und Erfinder Erwin Perzy benötigt dringend neue Aufträge, um genug zu essen und sein kleines Häuschen weiter heizen zu können. Außerdem sind ihm die Lichtverhältnisse für sein präzises Handwerk zu wenig. Deshalb experimentiert er schon einige Zeit mit einer Schusterkugel (Glaskugel mit röhrenförmigem Ende), um mehr Licht zu erhalten. Doch all seine Versuche scheitern.
Eines Tages findet er einen Jungen und dessen Hund in seinem Schuppen. Rudi ist aus dem Waisenhaus geflohen, wo er seit dem Tod der Mutter lebt. Doch die Nonnen schlagen den Jungen und wollen seinen Hund Stoppel erschlagen. Rudi flüchtete und fand im Schuppen von Erwin Unterschlupf.
Die Zuckerbäckertochter Charlotte liebt ihren Beruf als Konditorin. Ihre erlesenen Marzipankunstwerke sind weit über den Bezirk bekannt. Doch ihr Vater schließt mit Ende des Jahres die Bäckerei und Charlotte ist es als Frau nicht gestattet, das Familiengeschäft zu übernehmen. Sie soll als Gouvernante die Kinder ihrer Schwester beaufsichtigen und deren Haushalt erledigen. Auch ihr Erbe muss sie als unverheiratete Frau ihrer Schwester und deren Mann überlassen, der nur von seinem adeligen Namen lebt. Charlotte ist verzweifelt, denn ihre Zukunft sieht alles andere als rosig aus.
Auf dem Naschmarkt treffen unsere drei Hauptcharaktere erstmals zusammen. Charlotte beobachtet, wie Rudi eine Semmel stiehlt und stößt dabei mit Erwin zusammen. Der erkennt in den zauberhaften und filigranen Marzipanfiguren in ihrem Korb, wie begabt Charlotte ist. Als sein Freund Werner für seinen Andenkenladen in Mariazell die Idee hat, sich von Erwin kleine Basiliken herstellen zu lassen, denkt dieser sofort an Charlotte und ihre Figuren aus Marzipan. Gemeinsam versuchen sie Werners Idee umzusetzen....
Beate Maly erzählt die Geschichte warmherzig und spart trotzdem die gesellschaftlichen Normen der damaligen Zeit nicht aus. Unverheirateten Frauen war es nicht erlaubt ein Geschäft weiterzuführen oder in einem anderen Betrieb in ihrem Beruf weiterzuarbeiten. Es hat mich wütend gemacht, wie die begabte und in ihrem Beruf aufgehende Charlotte aller ihrer Hoffnungen beraubt wird, nur weil ihr Vater sein Geschäft schließt. Diese gesellschaftliche Unmündigkeit wies Frauen immer wieder "auf ihren Platz", der zu dieser Zeit den drei "K's" gehörte: Kinder, Küche, Kirche.
Beate Maly schreibt sehr bildhaft und lässt das Wien um 1900 wieder auferstehen. Die weihnachtliche und winterliche Stimmung wurde sehr stimmungsvoll eingefangen. Ich spazierte mit Charlotte durch die winterlichen Gassen und bestaunte die weihnachtlichen Schaufenster. Aber ich fror auch mit Rudi, der sich mit Stoppel in einer fadenscheinigen Decke zusammengerollt im Schuppen versteckte oder mit Erwin, der nur mehr wenige Kohlestücke für einen einzigen Ofen in seinem Haus hatte.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und gefühlvoll. Auch die Dynamik zwischen den Charakteren spürt man durch jede Zeile. Die Figuren wurden von der Autorin sehr liebevoll gezeichnet und bleiben auch nach dem Lesen der Geschichte im Gedächtnis.
Fazit:
Ein sehr atmosphärischer Roman aus dem Wien der Jahrhundertwende, der ans Herz geht. Ich habe viel über die Geburtsstunde der Schneekugel erfahren und empfehle diese wunderschöne Geschichte gerne weiter.
Vielen Dank an das Bloggerportal von Penguin Randomhouse für das Rezensionsexemplar















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