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Der Prätorianer - Tobias Bukkehave

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2. Auflage (20. August 2026)
    • Übersetzer: Knut Krüger, Thomas Altefrohne
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264772
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264778
    • Originaltitel: Juventus
    • Genre: Thriller

dtv Kurzbeschreibung:
Schnee und eisige Kälte haben sich über die Stadt gelegt, als Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West zu einem schaurigen Tatort gerufen werden. Ein junger Mann wurde ermordet aufgefunden und seine Leiche auf besondere Weise inszeniert: Im Schein hunderter Kerzen sind die Augen des Opfers mit antiken Goldmünzen bedeckt und lateinische Inschriften in seine Haut geritzt, während eine feine Schicht Eiskristalle den Körper bedeckt. Diese bizarre Entdeckung entpuppt sich als der erste einer Reihe brutaler Ritualmorde. Auf der Jagd nach einem offenbar von der Antike besessenen Killer kontaktieren die beiden Ermittler Saras Bruder Adam, einen auf Serienverbrechen spezialisierten Profiler. Einst standen sich die Geschwister nahe, doch seit der Verurteilung ihres Vaters Christian Levin wegen Mordes haben sie sich entfremdet....

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Im winterlichen Kopenhagen wird in einer Trafostation eine seltsam inszenierte Leiche gefunden. Der junge Mann wurde brutal ermordet, danach aber stilvoll drapiert und ausgestellt. Auf seinen Augen liegen zwei antike Münzen mit eingeprägten Skorpionen, kleine Statuen und Kerzen sind um ihn herum aufgestellt und auf seinem Körper das eingeritzte Wort "Provocator" zu finden. Ermittlerin Sara Levin und Janus West haben es mit einem äußerst klugen Serienmörder zu tun, der die Polizei bewusst auf eine Spur führt, die in die Antike zurückreicht. Sara und ihr Bruder Adam, der als Profiler arbeitet und schließlich hinzugezogen wird, sind mit dieser Historie aufgewachsen. Ihr Vater Christian Levin ist ein verurteilter Mörder, und Geschichtsprofessor, der sich auf die römische Antike spezialisiert hatte. Hat er etwas damit zu tun? Doch wie könnte er aus dem Gefängnis heraus involviert sein?

Der Thriller von Tobias Bukkehave ist ein typischer Ermittler-Thriller, der nicht mit grausigen Details spart. Er ist düster und die Beschreibung der Tatorte und Leichen nichts für schwache Nerven. Von Beginn an ist man von der Handlung gefesselt und stellt seine eigenen Vermutungen an, die jedoch fast immer ins Leere laufen. 
Bukkehave erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Die verschiedenen Sichtweisen runden die Handlung perfekt ab. Man verfolgt nicht nur die Ermittlungen, sondern erhält auch Einblicke in die Sicht des Täters, ohne zu verraten, wer dahintersteckt, während Sara und ihr Team ihm nur langsam auf die Spur kommen. Der Täter kennt keine Gnade und will seine kranke Fantasie bis zum Ende durchziehen.

Die Ermittler, Sara, Janus und Adam sind ein perfekt funktionierendes Team - trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere. Die Figuren sind lebendig und realistisch.
Die persönliche Geschichte von Sara und Adam gibt dem Thriller eine zusätzliche emotionalen Ebene. Vor allem bei Adam hatte ich öfters das Gefühl, dass sich hinter seiner ruhigen und kontrollierten Art noch etwas verbirgt.
Man hat sehr schnell ein Bild von den Protagonisten, aber auch vom weiteren Team mit seinen charakteristischen Figuren. Selten habe ich bisher Ermittler kennengelernt, die mir alle sofort im Gedächtnis blieben und die ich sofort zuordnen konnte.

Die Atmosphäre ist düster und man spürt direkt die Kälte der eisigen Novembertage. Das Setting in Kopenhagen ist bildhaft beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Auch der historische Hintergrund betreffend der römischen Antike ist interessant dargestellt. Zum Ende hin zieht der Thriller nochmals einen Ticken an und es wird richtig spannend.

Cover:
von links nach rechts:
das dänische Originalcover und das niederländische Cover

Fazit:
Ein beeindruckender Auftakt dieser Thrillerreihe von Tobias Bukkehave, den ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Spannung und Gänsehaut! Für Fans von skandinavischen Thrillern mit düsteren Schauplätzen und psychologischen Hintergrund. 

Vielen Dank an vorablesen und den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Gejagte - René Anour

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag, Originalausgabe (12. August 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453443896
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453443891
    • Genre: Thriller



Heyne Kurzbeschreibung:
Ohne jede Erinnerung wacht Jess mitten im Dschungel auf – verletzt und in Handschellen. Ein schwerverletzter Mann, dem sie zur Hilfe eilt, hat sichtlich Angst vor ihr. Als endlich Hilfe eintrifft, tötet der vermeintliche Retter plötzlich den Verletzten und eröffnet die Jagd auf Jess. Hals über Kopf flüchtet sie tiefer in den dunklen Regenwald – weg vom Verfolger, weg vom Fundort. Allein im Dschungel muss Jess nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch um ihre Erinnerungen. Wie ist sie hierhergekommen? Wo genau ist sie überhaupt? Und wer jagt sie? Ihre Vergangenheit als Biologin in Berlin könnte der Schlüssel für ihre Situation sein. Und ihre einzige Chance die raue Natur zu überleben. Aber ihr Verfolger scheint ihr immer einen Schritt voraus.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
René Anour kenne ich bisher nur von seinen historischen Krimis rund um die Totenärztin und den Provence-Krimis, sowie von seinen sympathischen Instagramprofil.
"Die Gejagte" ist sein erster Thriller. Dabei hat der Autor sehr viel von seinem Beruf als Veterinärmediziner einfließen lassen. Denn im Dschungel wimmelt es nur so von schönen und tödlichen Exemplaren der Tierwelt, die er uns spielerisch kennenlernen lässt. Vieles davon war mir unbekannt und hat meine Neugierde beim Lesen geweckt.

Die als Survival Thriller angelegte Geschichte beginnt mit dem Erwachen der Hauptprotagonistin Jess im dichten Dschungel. Mit Handschellen gefesselt, verletzt und ohne Erinnerungsvermögen entdeckt sie in ihrer Nähe einen ebenfalls verletzten Mann. Von ihm verspricht sie sich mehr über die gemeinsame Lage zu erfahren, doch kurz darauf erscheint ein weiterer Mann, erschießt den Verletzten und feuert auf Jess. Voller Panik flieht sie in den Regenwald und läuft um ihr Leben - der Verfolger fast immer in Reichweite....

Der Einstieg ist gelungen und spannend. Nicht nur Jess, sondern auch ich habe mich gefragt, wie sie dort gelandet ist und warum sie verfolgt wird. Während Jess im undurchdringlichen Dschungel versucht den Gefahren, die an jeder Ecke lauern, zu entkommen, kehrt ihre Erinnerung bruchstückhaft zurück. Die Biologin hat erst vor kurzem den Delvey Preis für ihre Forschungen erhalten. Gemeinsam mit ihrem Verlobten Ben war sie bei der Verleihung, wo sie auch Stella und Chris Delvey kennenlernen durfte. Doch was ist danach passiert und wie kommt sie mit nur einem Hotel-Pyjama bekleidet in den Dschungel?

René Anour hat die Kombination von Gefahr und Schönheit des Regenwaldes perfekt dargestellt. Tödliche Gefahren durch tierische Dschungelbewohner lauern nicht nur hinter jeder Biegung, sondern auch der Verfolger von Jess, der Mann in der Fuchs-Maske, lässt nicht locker. Dabei stößt Jess sehr oft an ihre Grenzen, gibt aber nicht auf. Sie ist intelligent und tough, aber auch nicht fehlerlos. Und sie hat nicht vor aufzugeben....

Die Verfolgung von Jess durch den Mann mit der Fuchs-Maske nützt sich jedoch mit der Zeit etwas ab, denn das Muster ist immer sehr ähnlich. Jess steckt plötzlich in einer sehr gefährlichen Situation, wird manchmal leicht oder schwer verletzt, entkommt und hat erneut eine sehr ähnliche Situation auf Leben und Tod vor sich. Dies wiederholt sich für mich zu oft. Jess' Stärke und ihr unerschütterliche Mut haben mich zwar beeindruckt, aber wirken angesichts der vielen überstandenen Gefahren stellenweise etwas überzeichnet. 

Den Schreibstil von René Anour mag ich sehr. Er erzählt sehr bildhaft und atmosphärisch. Man fühlt sich beim Lesen selbst mitten im Regenwald, spürt die feuchtschwüle Hitze und hört die vielen tierischen Geräusche. Immer wieder habe ich mich selbst gefragt, wie ich an der Stelle von Jess gehandelt hätte. (Ziemlich sicher wäre ich auf den ersten fünfzig Seiten gestorben).
Besonders gefallen hat mir die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die der Autor so bildhaft und anschaulich beschrieben hat, dass ich immer wieder bei "Dr. Google" nachgeschlagen habe.
Auch die Charaktere sind facettenreich dargestellt und halten einige Überraschungen für den Leser und die Leserinnen bereit.

Das Tempo zum Ende hin war hoch und führte zu einem richtigen Showdown. Trotz des raschen Finales wurden die offenen Fragen beantwortet und alle Handlungsstränge werden zusammengeführt.

Fazit:
"Die Gejagte" ist ein spannender Survival Thriller, der mich gut unterhalten hat. Jedoch nützen sich die wiederholenden Szenen im Mittelteil mit der Zeit etwas ab. Die artenreiche Beschreibung der Tier- und Pflanzenwelt im Dschungel Südamerikas hat mich hingegen fasziniert. Ich vergebe 3 1/2 Sterne und runde gerne bei anderen Portalen auf 4 Sterne auf.


Vielen Dank an den Heyne Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Festung - L.D. Smithson

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Hoffmann und Campe, 1. Auflage  (6. Juni 2025)
    • Übersetzer: Silke Jellinghaus 
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3455019323
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3455019322
    • Originaltitel: The Escape Room
    • Genre: Thriller



Hoffmnann und Campe Kurzbeschreibung:
Bonnie kommt auf einer abgelegenen Festung vor der Küste Englands an, um an einer mysteriösen Reality-TV-Show teilzunehmen. Im Wettbewerb mit sieben Fremden muss sie eine Reihe von Rätseln lösen, um das Preisgeld zu gewinnen. Die Spannung zwischen den Kandidaten steigt. Wer wird am Ende mit Ruhm und Reichtum die Festung verlassen? Zugleich wird Bonnie das schleichende Gefühl nicht los, dass sie und ihre Mitspieler nicht allein in der Festung sind. Dann wird der erste Teilnehmer tot aufgefunden, und Bonnie beginnt eine dunkle Wahrheit zu verstehen: Es gibt einen Mörder in der Festung, und jeder könnte der Nächste sein. Wenn Bonnie entkommen will, muss sie gewinnen...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit der lieben Nicole habe ich "Die Festung" von L.D. Smithson gelesen.

Bereits von der ersten Seite weg, hat mich die Geschichte um eine Reality TV-Show auf einer einsamen britischen Insel im Atlantik gepackt.
Clara liebt Reality-Shows und hat sich für "Die Festung" beworben, einer Art "Escape Room" Show, und ist tatsächlich in die Endrunde gekommen. Doch kurz bevor die ausgesuchten acht Teilnehmer zu ihrem "Spielplatz" aufbrechen, bricht sich Clara das Bein und will, dass ihre Schwester Bonnie für sie einspringt, die ihr sehr ähnlich sieht. Diese ist alles andere als begeistert, willigt schließlich jedoch  ein. Das Preisgeld soll die Schulden tilgen, die ihre kürzlich verstorbene Mutter hinterlassen hat.
Die Teilnehmer werden auf eine einsame Insel, die als Abwehrstützpunkt des Militärs benutzt wurde, gebracht, wo sie vollkommen auf sich alleine gestellt sind. Wie in einem Escape-Room Spiel müssen die Kandidaten Rätsel lösen, um Wasser und Verpflegung zu bekommen. Beobachtet werden sie dabei von einem gnadenlosen Killer, der sie manipuliert und ihnen unaufhaltsam näher kommt. Bald bemerken auch die Spieler, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und der Slogan der Reality Show "Niemand geht" (lebend!) treffender nicht sein könnte....
Neben der eigentlichen Story um die Reality Show sind wir auch zu Gast bei "Das Unerwartete erwarten", einem True Crime Podcast, in dem Bonnie ihre Sicht der Ereignisse erzählt.

Die Geschichte setzt sich aus verschiedenen Handlungsebenen zusammen. In der Gegenwart sind wir live mit den Teilnehmern der Reality Show dabei, während sie ihre Rätsel lösen. Dazwischen werden Kommentare der Zuschauer zur Show eingeblendet und ein Ranking der beliebtesten und unbeliebtesten Teilnehmer präsentiert, die sich Extra-Rätseln stellen müssen. Ich muss zugeben, dass ich keines der Rätsel hätte lösen können. Die Auflösungen fand ich jedoch schlüssig.
Gleichzeitig erfahren wir von Bonnie, die im Podcast "Das Unerwartete erwarten" zu Gast ist, wie sie ihre Teilnahme an der Reality Show empfand.
In der Vergangenheit begleiten wir die Bewerber beim Casting der Show und lernen sie und ihre Eigenheiten besser kennen.
 
Anfangs hatte ich noch einige Probleme mit den vielen Charakteren und ich musste mir tatsächlich Notizen machen, um sie auseinander zu halten. Doch schon bald konnte ich sie unterscheiden und begann zu rätseln, wer hier ein falsches Spiel spielen könnte. Jeder von ihnen hat Geheimnisse, die nach und nach an die Oberfläche gelangen. Die Atmosphäre wird mit jeder Herausforderung beklemmender und die Aufgaben immer gefährlicher. Durch die ständige Bedrohung werden die Teilnehmer immer mehr an ihre Grenzen gebracht. Bald schon zeigt sich, wie schnell Angst und Überlebensinstinkte zivilisiertes Verhalten verdrängen können und jeder nur mehr an sich denkt.
Der Schreibstil ist fesselnd, die Kapitel eher kurz gehalten. Mit überraschenden Wendungen hält die Autorin die Spannung weitgehend aufrecht. Auch die Charaktere sind größtenteils sehr vielschichtig dargestellt. Nur wenige von ihnen waren wirkliche Sympathieträger, was dem Ganzen noch mehr Authentizität verleiht.

Während ich noch fleißig gerätselt habe, meine Sympathien verteilte und versuchte die Zusammenhänge zu durchschauen, nahm die Handlung so an Fahrt auf, dass ich nur noch weiterlesen und erfahren wollte, wies es weitergeht und was dahintersteckt. Gerade zum Ende hin steigt die Spannungskurve rasant an und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Eigentlich war ich mit dem Ende sehr zufrieden, doch dann setzt die Autorin im letzten Kapitel noch einen letzten Twist drauf, der zwar genial und böse ist, aber wieder ein neues Fragezeichen hinterlässt.
Ihr wisst, dass ich das weniger mag.....

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das indonesische und das arabische Cover

Fazit:
Ein packender Escape-Room Thriller, der richtig Spaß gemacht hat, aber auch nicht mit grausamen Details spart. Ein paar überraschende Twists und ein fesselnder Schreibstil machen "Die Festung" zu einer klaren Leseempfehlung.



Eine zu viel - Samantha Hayes

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 3. Auflage (2. Juli 2026)
    • Übersetzer: Anne Rudelt
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423221925
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423221924
    • Originaltitel: ‎ The Inheritance
    • Genre: Thriller


dtv Kurzbeschreibung:
Einer von ihnen ist tot. Und einer von ihnen ist ein Mörder. Nach dem Tod des Familienvaters Ray lädt Mutter Connie ihre drei Töchter samt Partnern und Kindern in eine abgelegene schottische Lodge ein. Zehn Tage sollen sie dort verbringen: nachtrauern, zusammenrücken, vielleicht neu beginnen. Doch Connie hütet ein brisantes Geheimnis: Rays Testament – und die Wahrheit, die es an die Oberfläche bringen wird. Während Connie den richtigen Moment für ihre Offenbarung sucht, kippt die Stimmung wie das Wetter in den Highlands. Wer steht zu wem? Und was geschieht, wenn die größte Gefahr nicht draußen lauert, sondern mit am Tisch sitzt?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Soeben habe ich das Buch zugeklappt und ich muss sagen, dass ich noch nicht wirklich sicher bin, ob es mir gefallen hat. Es war definitiv kein Thriller, sondern eher ein Familiendrama, wobei die letzten fünfzig Seiten wirklich sehr spannend waren, während sich die Mitte etwas zog.
Was mir allerdings schon wieder nicht gefällt ist das Ende! Wird es jetzt "modern", dass Thriller mehr offene Enden haben, als eine gute Aufklärung? Wenn ja, dann muss ich wohl das Genre wechseln....nein, Spaß bei Seite. Es gab schon ein Ende, aber ich bin nicht damit zufrieden, denn es wirkt alles andere als realistisch und glaubwürdig. Einige Fakten finde ich auch nicht stimmig!

Aber beginnen wir von vorne: Connie Hunter hat ein Geheimnis zu enthüllen, nachdem ihr Mann Ray verstorben ist und in seinem Testament etwas verkündet, was einige Familienmitglieder in höchste Aufruhr versetzen wird. Bevor ihre drei Töchter Kate, Darby und Bea das Schreiben des Notars erhalten, möchte Connie ihnen etwas anvertrauen und lädt sie samt Partner und Kindern in ein Ferienhaus in den schottischen Highlands ein. 
Doch bevor Connie überhaupt das Testament erwähnen kann, beginnt die Stimmung in der Lodge mehr und mehr zu kippen. Jede der Schwestern kämpft mit ihren eigenen Ängsten und ihrer Vergangenheit, aber auch andere Familienmitglieder scheinen mehr zu verbergen, als man denkt.  
Es geht vor allem darum, wie Geheimnisse, Schuld und ungelöste Konflikte Menschen und Familien über Jahre hinweg prägen können. Diese zwischenmenschliche Aspekte waren für mich am interessantesten und je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr bekommt man das Gefühl, dass das alles kein gutes Ende nehmen wird.

Allerdings erwarte ich mir von einem guten Thriller, dass er mich durchgehend fesselt und ich gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. So ganz traf dies leider nicht zu. Bis Connie das Testament erwähnt, dauert es.....
Obwohl Samantha Hayes locker und flüssig schreibt und das Setting wirklich perfekt war, konnte mich "Eine zu viel" nicht ganz überzeugen.
Das lag auch an den Charakteren. Die Kapitel aus verschiedenen Perspektiven fand ich zwar gut, weil man etwas mehr über die einzelnen Figuren erfährt. Gleichzeitig hatte ich aber bei wirklich jeder das Gefühl, dass sie etwas verheimlicht. Auch die teilweise sehr schnelle Wandlung der Charaktere einiger Familienmitglieder konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Selbst wenn sie im Laufe der Geschichte an ihre Grenzen geraten, wirkten ihre Veränderungen auf mich stellenweise zu schnell und dadurch etwas unrealistisch. Es wirkt, als wären sie plötzlich ganz andere Personen.

Was mir sehr gut gefallen hat war das Setting, denn dieses war einfach perfekt: Ein abgelegenes Cottage an einem schottischen Loch, umgeben von Regen und Nebel – und eine Familie, die mehr Geheimnisse hütet, als zunächst zu erahnen ist. Aber alleine davon kann die Geschichte nicht leben!

Egal ob Thriller oder Familiendrama, so ganz hat es nicht für mich gereicht. Da greife ich lieber wieder zu den Büchern von Malin Stehn, die Spannung rund um Familien perfekt beherrscht!

Cover:

Hier habe ich nur das Originalcover auf Englisch und das portugiesische Cover gefunden.

Fazit:
Die Geschichte dreht sich vor allem um die zwischenmenschlichen Beziehungen der Figuren, die Konflikte innerhalb der Familie und die Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Die unterschwellige Spannung ist da, aber es dauert...
Und das Ende empfand ich nicht als rund und logisch.



Keine Angst, Darling - Vera Buck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschierte Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe, 1. Auflage (3. August 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757702689
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757702687
    • Genre: Thriller, Psychothriller




Lübbe Kurzbeschreibung:
In der Luxussiedlung Santa Familia in Florida hat Lea endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: ein sicheres Zuhause, eine Tochter, die sie über alles liebt, und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Für ihr schillerndes Leben wird sie online von Millionen gefeiert - nur ihre Schwester Paula misstraut der makellosen Inszenierung. Als Lea plötzlich verstummt, reist Paula besorgt von Deutschland nach Florida. Doch in der Sancta Familia ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behauptet, sie sei in einem Retreat. Aber warum gibt es kein Lebenszeichen? Je tiefer Paula in die scheinbar heile Welt der Siedlung eindringt, desto sichtbarer werden die Risse: Strenge Regeln erfordern bedingungslosen Gehorsam. Und Frauen, die sich widersetzen, verschwinden ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Vera Bucks neuer Thriller ist wieder absolut gelungen! "Keine Angst, Darling" befasst sich ebenfalls mit dem Tradwife Thema, nachdem der Roman "Yesteryear" erst vor kurzem das Thema aufgegriffen hat. 

Lea lebt als sogenanntes "Tradwife", das Ideal einer Ehefrau und Mutter nach dem Vorbild der 1950er Jahre. Als erfolgreiche Influencerin teilt sie ihr makelloses Leben mit Millionen von Followern. Für ihre ältere Schwester Paula ist dieser neue Lebensentwurf von Lea unverständlich und sie kann ihren radikalen Sinneswandel nicht nachvollziehen. Seit einem folgenschweren Vorfall in der Jugend ist das Verhältnis der beiden Schwestern nicht mehr dasselbe. Dennoch fühlt sich Paula weiterhin für Lea verantwortlich. Als ihr Kollege Paula darauf anspricht, dass Lea seit einiger Zeit nichts mehr veröffentlicht hat, wird sie misstrauisch. Alle ihre Versuche Lea zu erreichen bleiben erfolglos. Ihre Schwester scheint wie vom Erdboden verschluckt und Paulas Bauchgefühl sagt ihr, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Kurzerhand lässt sie ihren Lebensgefährten und ihre drei Jungs in Deutschland zurück und fliegt in die Staaten, um nach Lea zu sehen. Doch in der Gemeinde der Santca Familia, einer Gated Community (= bewachte, geschlossene Wohnanlage mit strengen Zugangsbedingungen) wo Lea mit ihrem Mann Matt und ihrer Tochter Emma lebt, ist sie nicht. Matt versichert ihr, dass Lea in einem Retreat wäre, um sich eine kleine Auszeit zu gönnen. Doch Lea bleibt unauffindbar und Paula macht sich auf die Suche....
Bald erkennt Paula, dass diese sogenannte Santca Familia Strenge regeln aufgestellt hat: bedingungslosen Gehorsam der Ehefrauen gegenüber ihrem Ehemann, systematische Erniedrigungen und Unterwerfung sind selbstverständlich. Frauen, die sich widersetzen sind eines Tages verschwunden...wie Lea.....

Die Story hat mich von der ersten Seite an gepackt und in einen regelrechten Lesesog gezogen, dem ich mich kaum entziehen konnte. Im Mittelteil gibt es zwar ein paar kleinere Längen, doch das fulminante Finale macht diese mehr als wett.

Die Geschichte wird einmal aus der Sicht von Lea und einmal aus der von Paula erzählt. Zusätzlich gibt es noch Ausschnitte aus einem Haushaltsbuch, welches als Tagebuch verwendet wurde, sowie Posts von Lea und Kommentare von Followern, wie auch Interviews.
Durch die wechselnde Erzählperspektive entsteht eine unterschwellige Spannung, die sich immer weiter aufbaut. Ein Gefühl der Bedrohung schwingt von Anfang an mit. Die Grundstimmung ist beklemmend, die Dynamik jederzeit greifbar.

Die Figuren sind facettenreich und lebendig dargestellt. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und fesselnd.

Das Thema Tradwife ist für mich verstörend. Ein Trend, der seit einigen Jahren wieder ins Rampenlicht rückt und hart erkämpfte Errungenschaften von Selbstbestimmung und Emanzipation mit einem Schlag infrage stellt. Ich frage mich, wofür wir Frauen über Jahrzehnte hinweg so hart gekämpft haben: für das Recht auf ein eigenes Konto, auf Bildung, einen Beruf, den Führerschein und ein selbst bestimmtes Leben. Umso unverständlicher ist es für mich, wenn heute Lebensentwürfe glorifiziert werden, in denen bedingungsloser Gehorsam und die Unterordnung unter den Mann als erstrebenswert gelten. Dieser Gedanke ist für mich absolut erschreckend.
Im Nachwort greift Vera Buck das zentrale Thema des Buches nochmals auf und liefert dazu so einige Denkanstöße.

Fazit:
Ein sehr spannender und atmosphärischer Thriller, der mir Gänsehaut bereitet hat. Ich empfehle "Keine Angst, Darling" sehr gerne weiter!


Vielen Dank an Bastei Lübbe und Lovelybooks für das Vorabexemplar

Die Psychiaterin - Freida McFadden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag, deutsche Erstausgabe (15. Juli 2026)
    • Übersetzer: Frank Dabrock
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453443551
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453443556
    • Originaltitel: ‎ Never Lie
    • Genre: Thriller, Psychothriller


Heyne Kurzbeschreibung:
Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Lange im Vorfeld der Veröffentlichung von "Die Psychiaterin" habe ich immer wieder gehört und gelesen, dass dieses Buch neben "Wenn sie wüsste" das beste der Autorin sein soll. Umso gespannter war ich darauf und kann nun sagen, dass es auch für mich gleich nach "Wenn sie wüsste" in meiner Beliebtheits-Skala kommt.

Ethan und Tricia sind erst seit wenigen Monaten verheiratet und auf der Suche nach ihrem zukünftigen Traumhaus. Bisher war jedoch noch nicht das Passende dabei. Ausgerechnet das abgelegene Anwesen der renommierten Psychiaterin Dr. Adrienne Hale, die vor Jahren spurlos verschwand, hat es Ethan besonders angetan. Wegen eines heftigen Schneesturms erreichen sie das Haus jedoch alleine. Von der Maklerin fehlt jede Spur. Als sie die verschneite Auffahrt hinauffahren, glauben sie ein Licht im Obergeschoß gesehen zu haben. Im Inneren des Hauses wirkt das Haus allerdings verlassen. Eine dicke Staubschicht bedeckt die Möbel, doch der Kühlschrank ist frisch aufgefüllt. 

Tricia beschleicht ein ungutes Gefühl. Sie ist davon überzeugt, dass sich jemand in dem großen Anwesen vor ihnen versteckt. Durch den dichten Schneefall und ohne Handyempfang sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und müssen die Nacht im Haus verbringen. Tricia kann nicht schlafen und durchsucht das Haus nach einem Einbrecher. Hinter einer verborgenen Tür stößt sie auf ein geheimes Zimmer. Darin befinden sich zahlreiche Tonbandkassetten mit den aufgezeichneten Therapiesitzungen von Dr. Adrienne Hales ehemaligen Patienten – und schon bald wird klar, dass diese Aufnahmen ein düsteres Geheimnis bergen.....

Freida McFaddens Psychothriller sind Lesesnacks, die man innerhalb von 1-2 Tagen "wegsnacken" kann. Der Schreibstil ist fesselnd und eher einfach, das Erzähltempo hoch und die Spannung bleibt die ganze Zeit über erhalten.
Die düstere Atmosphäre und das ständige Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, haben mich zunehmend an den Seiten kleben lassen. Die kurzen Kapitel tun ihr übriges. Obwohl die Autorin sich immer wieder einem ähnlichen Aufbau bei ihren Psychothrillern bedient und ich jetzt schon einige ihrer Thriller gelesen habe, schafft sie es immer wieder, mich mit dem finalen Twist zu überraschen. Dazwischen baut sie gekonnt unvorhersehbare Wendungen ein und führt den Leser geschickt auf die falsche Fährte. 
Auch diesmal hatte ich schnell eine verdächtige Person im Visier, allerdings empfand ich sie als zu offensichtlich. Deshalb zerbrach ich mir den Kopf, wer sonst dahinterstecken könnte. Die Anzahl der infrage kommenden Figuren war ziemlich eingeschränkt und trotzdem hat mich Freida McFadden am Schluss wieder überraschen können. Dabei zaubert sie auch keine neue Figur aus dem Hut, die zuvor überhaupt nie vorkam, wie es leider manche anderen Autoren handhaben.
Die Auflösung war schlüssig und passend. Wer jedoch großen Wert auf Logik und Detailgenauigkeit legt, wird vermutlich kleine Abstriche machen müssen. Mich hat das jedoch überhaupt nicht gestört, denn das Buch bietet genau das, was ich von einem McFadden-Thriller erwarte: beste Unterhaltung, hohes Tempo und eine Geschichte, die mich bis zur letzten Seite fesselt.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, danach die Cover aus Portugal, Polen, Rumänien, Italien, den Niederlanden, Iran und Dänemark 

Man bemerkt, dass der deutsche Buchmarkt anscheinend zu den letzten gehört, die die Bücher der Autorin übersetzen. Manche Leser denken ja, Freida schreibt wie am Fließband, dabei sind ihre Bücher schon seit Jahren im englischen Original erhältlich,

Fazit:
Viele sind der Meinung, dass "Die Psychiaterin" das beste Buch der Autorin nach "Wenn sie wüsste" ist. Ich schließe mich dieser Meinung an. Ein spannender Thriller-Snack für das Wochenende!



Deine Zeit wird kommen - Carl-Johan Vallgren

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ Suhrkamp Verlag, deutsche Erstausgabe  (23. Juni 2026)
    • Übersetzer: Hanna Cranz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3518475517
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3518475515
    • Originaltitel: ‎ Din tid kommer
    • Genre: Krimi, Thriller


Suhrkamp Kurzbeschreibung:
Schweden, 1993. In einem abgelegenen Waldstück treibt eine junge Frau tot im Fluss. Ihr Kopf ist rasiert, sie ist ausgezehrt, Hämatome an Armen und Beinen weisen darauf hin, dass sie gefangen gehalten wurde. Doch auf ihre Identität gibt es keinerlei Hinweise. Kommissar Björling und seine Kollegin Johanna stehen vor der nahezu aussichtslosen Aufgabe, in dem schier endlosen Waldgebiet dem Mörder auf die Spur zu kommen. Dann verschwindet Björlings Tochter Malin während eines Campingausflugs spurlos. Sie ist alles, was Björling seit dem Tod seiner Frau am Leben hält, und sie ist im selben Alter wie die Tote im Fluss … Björling wird klar, dass das Verschwinden seiner Tochter und der Mord miteinander zusammenhängen. Doch Tag um Tag vergeht ohne eine Spur von Malin. Ein qualvoller Wettstreit mit der Zeit beginnt, der Björling weit in die Vergangenheit führt und ihn um den Verstand zu bringen droht.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Es hat etwas gedauert bis dieser Thriller, der für mich viel mehr ein Kriminalroman ist, zu mir gefunden hat. Bei vorablesen gewonnen, dauerte es Wochen bis das Buch versendet wurde und dann noch einige Zeit bis es hier bei mir endlich ankam. Nun ist es gelesen und hat leider einen etwas schalen Geschmack hinterlassen...

Der Krimi - ich nenne ihn nun mal so - beginnt mit dem Auffinden einer weiblichen Leiche in einem Flussbeet. Der jungen Frau wurde der Kopf geschoren und sie ist extrem abgemagert. Alles deutet darauf hin, dass sie über längere Zeit gefangen gehalten wurde. Es gibt keinerlei Übereinstimmung zu den wenigen Vermisstenfällen im schwedischen Halland. Die junge Frau verschwindet zuerst als unbekannte Tote in den Polizeiakten.
Im weitläufigen Waldgebiet gestaltet sich die Spurensuche äußerst schwierig. Kommissar Björling erhält Unterstützung von der Rikskrim aus Stockholm. Die Ermittlerin Johanna, die einige Zeit in Falkenberg gelebt hat, kennt die Gegend bestens und bringt wertvolle Ortskenntnisse in die Untersuchung ein. Wenig später verschwindet Björlings siebzehnjährige Tochter Malin. Seit dem Tod seiner Frau Maria vor einem Jahr, ist sie das Einzige, was ihm geblieben ist. Doch Malin entspricht erschreckend genau dem Profil des letzten Opfers.....

Wir sind im Jahre 1993. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Der Kriminalfall liest sich zuerst spannend und er brachte mir auch die Kommissare als Figuren näher. Wie so oft in nordischen Krimis, stehen Ermittler im Mittelpunkt, die selbst tiefe seelische Narben tragen und mit ihrer eigenen Vergangenheit kämpfen. Auch Björling ist seit dem Tod seiner Frau ein gebrochener Mann. Er hat ihn bis heute nicht überwunden und sieht Maria vor sich, spricht mit ihr, als wäre sie noch am Leben.
Auch Johanna trägt viel Leid mit sich herum. Sie wuchs bei einer alkoholkranken Mutter auf und gibt sich bis heute die Schuld, ihre Schwester nicht vor diesem Leben bewahrt zu haben.

Die Einblicke zu Malins Verschwinden sind interessant und verstörend. Wir begleiten sie zuerst zum Campen mit ihrem Freund Matthias und später in ihrem Verlies, wo sie gefangen gehalten wird. Dabei sind wir immer in ihren Gedanken mit dabei.Die Stimmung ist düster und teilweise deprimierend. Ein richtiger Schwedenkrimi eben....

Leider verliert sich der Autor danach in weitschweifenden und detaillierten Erzählungen über die Landschaft, aber auch über die Trauer, die seinen Protagonisten immerzu begleitet. Die persönlichen Geschichten der Ermittler nehmen sehr viel Raum ein. Besonders in der Mitte steht die Suche um Malin fast still. Gerade als verwitweter Vater, der sich um seine Tochter sorgt, müsste man doch seine Angst und Verzweiflung spüren. Vor allem aber würde er nicht aufhören sie zu suchen und weiter darum kämpfen, dass der Fall nicht zu den Akten gelegt wird. Stattdessen verkriecht er sich in einem einsamen Haus im Wald, wo ihm der Hund eines Kollegen Gesellschaft leistet.
Johanna besucht indessen nach vielen Jahren nochmals ihre Mutter, um eventuell mit ihrer Vergangenheit abschließen zu können.
Der Kriminalfall um die unbekannte Leiche und das Verschwinden von Malin ist plötzlich kaum mehr Thema. Auch Johanna ist nicht mehr involviert, denn sie wird nach Stockholm zurückbeordert. Es war sehr schwer den Figuren überhaupt näher zu kommen.

Bis beide plötzlich einen Lichtblick haben und auf die richtige Spur gelenkt werden, haben wir das letzte Viertel des Buches vor sich. Dieser Umschwung kam mir sehr konstruiert vor. Danach geht alles sehr schnell, wobei wir keine wirkliche Festnahme oder genaue Aufklärung  bekommen. 

Das plötzliche Ende hat mich unzufrieden zurückgelassen. Es bleiben die Hintergründe zum Täter offen oder ob möglicherweise sogar zwei Personen beteiligt waren. Was mich aber sehr gestört hat war, dass das Motiv im Dunkeln bleibt. Der Fall wird letztlich einfach zu den Akten gelegt, und alle, die überlebt haben, gehen ihres Weges.

Cover:
von links nach rechts:
das schwedische Originalcover, das estnische und das norwegische Cover


Fazit:
Für mich war dieser sogenannte Thriller leider ein Enttäuschung. Es muss nicht immer alles aufgeklärt werden, aber man erwartet sich wenigstens ein Motiv für die Morde. Ich empfehle "Deine Zeit wird kommen" nicht wirklich weiter!


Vielen Dank an vorablesen und an den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar!


Home Story - Cleo Konrad

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe, 1. Auflage  (29. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757702050
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757702052
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Der Steingruberhof ist ein abgeschiedener Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Als dort in einem flirrend heißen Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der charismatischen Gründerin hat sie früher selbst in der Kommune gelebt. Nach dreizehn Jahren kehrt sie zurück. Doch der Ort, der einst ihre Heimat war, erscheint ihr nun fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten stößt Eva auf eine Mauer des Schweigens. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird ihr: Dieser Hof verbirgt mehr als ein Geheimnis - und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller von Cleo Konrad und mich konnte er von Beginn an begeistern. Wir befinden uns am Steingruberhof, einem ökologisch geführten Selbstversorgerhof, der ziemlich abgelegen liegt. Dort lebt eine eingeschworene Gesellschaft von Menschen, eine Kommune. Als eines Tages eine Investigativ-Journalisten dort herumschnüffelt und die Bewohner um ein Interview bittet, wird sie verjagt. Am nächsten Tag wird sie unweit des Hofes tot aufgefunden. Sehr schnell stehen die Bewohner unter Verdacht. Eva, die Tochter der Hofbesitzerin, wird als Anwältin nach jahrelanger Abwesenheit zu Hilfe geholt und kehrt eher widerwillig von München zurück in ihr ehemaliges Zuhause. Als Umweltanwältin hat sie nicht wirklich die Kenntnisse, wie eine Rechtsanwältin oder ein  Verteidiger. Trotzdem versucht sie zu helfen und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Bald erkennt sie, dass die Menschen am Hof ein Geheimnis verbergen....

Der Thriller lebt vor allen von den starken Charakteren und der tollen Atmosphäre.
Obwohl zu Beginn sehr viele Figuren eingeführt werden, hatte ich sehr schnell ein Bild von jedem Einzelnen des Steingruberhofes. Die Charaktere sind nämlich sehr individuell und das macht sie einzigartig.
Den ökologischen Selbstversorgerhof führt Wilma in fünfter Generation. Sie ist die "übermächtige Hofmutter", die ein Herz für gescheiterte und hilfsbedürftige Existenzen hat. Dazu gehören das Hippiemädchen Blossom und ihr Mann Kai; der verletzte und sensible Teddy; seine kleine Schwester Toni, die immer die Ferien am Hof verbringt und gerne Detektiv spielt; die ehemalige Umweltaktivistin Katja, ihre Schwester Mel mit den Kindern; Heidrun, die größte Stütze von Wilma, deren drogenabhängiger Enkel Merlin; Irina, tschetschenischer Flüchtling und ihr Mann Ralph, Biologe und Imker.
Am Beginn des Thrillers findet man ein zusätzliches Personenregister. Ich habe es nicht benötigt, denn man merkt sich die einzelnen individuellen Charakter sehr schnell. Auch eine Karte des Hofes und der Umgebung ist abgedruckt.

Erzählt wird außerdem aus mehreren Perspektiven und zwar aus der Sicht von Wilma, Eva, Toni und Teddy. Dazwischen gibt es Einschübe in kursiver Schrift von einer Person, die gefangen gehalten wird. 
Besonders gut haben mir die Kapitel von Toni gefallen, die als Hobby-Detektivin eine relativ gute Spürnase hat und gut beobachtet. Dadurch gerät sie aber auch bald in große Gefahr. Ihre Kapitel hat die Autorin kindgerecht wiedergegeben, was manch anderen Autor:innen nicht immer authentisch gelingt. 

Der Umgang mit Wilmas Demenz wird von Cleo Konrad sehr einfühlsam dargestellt. Man erfährt sowohl Wilmas Gedanken dazu, als auch die Reaktionen ihres Umfeldes. Es macht Wilma jedoch zu einer unzuverlässigen Erzählerin.

Die Atmosphäre und das Setting ist absolut gelungen. Die flirrende Hitze und die Probleme wegen Ernteausfällen der Selbstversorger passten perfekt zur Hitzewelle, die bei uns herrschte, als ich das Buch gelesen habe. Man spürt den Zusammenhalt der Gemeinschaft, aber auch die unterschwellige Bedrohung. Als Leser ahnt man, dass der Mörder am Steingruber Hof leben muss. Dadurch gewinnt die Lage an Brillanz. Mit einigen überraschenden Twists hält die Autorin die Spannung und lässt mich meine Ideen immer wieder verwerfen. Bei einer Sache hatte ich allerdings den richtigen Riecher.
 
Der einzige Minuspunkt aus meiner Sicht ist die Länge. Die rund fünfhundert Seiten hätten problemlos gekürzt werden können, was der Spannung zusätzlich zugutegekommen wäre.

Fazit:
Ich fand den Thriller richtig gelungen, empfand ihn aber eher als Krimi. Bei der Leserunde gab es gemischte Meinungen, aber ich empfehle ihn wirklich sehr gerne weiter! Wer komplexe Geschichten und sehr charismatische Figuren mag, ist hier richtig.



[Ungelöst] Die erste Zeugin - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch, 4. Auflage  (25. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 359671298X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596712984
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 1 der Cold Case Reihe


Fischer Kurzbeschreibung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll. Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat. Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Die Thriller von Arno Strobel lassen sich immer richtig gut "wegsnacken", bleiben bei mir aber immer wieder nur sehr lückenhaft präsent. So geschehen auch bei seiner neuen Cold Case Reihe "Ungelöst".

Luisa Menkhoff erlebt eine böse Überraschung, als sie auf einem Plakat in der Nähe ihrer Uni, die Frau nach der gesucht wird, erkennt. Es ist Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner. Dieser Mann hat Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind mit Hilfe dieser Frau entführt. Daraufhin meldet sich Louisa bei der Polizei und trifft auf den engagierten Hauptkommissar Ramin Brunner. Dieser ist von Luisas eidetischen Gedächtnis fasziniert. Sie kann sich an jedes nur so kleines Teil ihrer Entführung erinnern und wird zum Fall als externe Beraterin hinzugezogen. Mit ihrer Gabe und als Tochter des ehemaligen Kriminalhauptkommissars Bernhard Menkhoff ist sie für die Polizei tatsächlich eine große Hilfe.
Als kurze Zeit später ein kleines Mädchen entführt wird, welches Luisa sehr ähnlich sieht, läuten bei beiden die Alarmglocken. Der Verdacht fällt sofort auf Lichner, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde. Zusätzlich fühlt sich Louisa laufend beobachtet....

In „Die erste Zeugin“ verbindet Arno Strobel einen aktuellen Ermittlungsfall mit einem lange zurückliegenden Cold Case. Gleichzeitig bildet der Thriller den Auftakt seiner neuen Reihe „Ungelöst“.
Mit den beiden Protagonisten Luisa Menkhoff und Ramin Brunner hat der Autor zwei sehr spannende Charakter entworfen. Beide sind ehrgeizig und verfügen über besondere Fähigkeiten. Die Medizinstudentin, die forensische Psychiaterin werden will, hat mit ihrem eidetischen Gedächtnis eine Schlüsselrolle in diesem Fall.
Ramin Brunner, mit deutsch-iranischen Wurzeln, ist der jüngste Kriminalhauptkommissar Bayerns. Sein Vater Jakob ist ein verurteilter Straftäter.
Zum Team um Ramin gehört auch noch Sebastian Grohmann. Ein eher untypischer Polizist, der chaotisch wirkt, aber durch seine witzige und sarkastische Art punkten kann. Außerdem ist er durch seine besondere Empathie bei Verhören unverzichtbar für Ramin.
Allerdings merkt man dem Roman an, dass der Schwerpunkt zunächst auf der Einführung der Figuren und ihrer Hintergründe liegt. Dadurch entstehen stellenweise kleinere Längen, die für den Auftakt einer neuen Reihe jedoch nachvollziehbar sind.

Neben den Kapiteln aus der Sicht von Luisa und Ramin sorgen die Einschübe aus Nicole Klements Perspektive für zusätzliche Spannung. Gerade diese Passagen haben bei mir eine beklemmende, stellenweise sogar fast unheimliche Atmosphäre erzeugt. Lange bleibt offen, welche Rolle Nicole tatsächlich spielt und auf wessen Seite sie steht. Man weiß nur, dass sie ein traumatisches Erlebnis durchlebt hat, welches sie bis heute nicht loslässt und ihr Handeln maßgeblich beeinflusst. Diese Ungewissheit macht sie zu einer der interessantesten Figuren des Romans.

Der Spannungsbogen baut sich eher langsam auf. Dank der kurzen Kapitel entsteht jedoch ein angenehmer Lesefluss, sodass man sich immer wieder denkt: „Ein Kapitel geht noch.“ Gegen Ende wirkte der Thriller auf mich allerdings etwas konstruiert und stellenweise auch verwirrend. Eine unerwartete Wendung sorgte schließlich aber noch einmal für Spannung und weckt meine Neugier auf die Fortsetzung.

Fazit :
„Die erste Zeugin“ ist ein kurzweiliger Thriller, der sich flüssig lesen lässt und gut unterhält, auch wenn die Handlung nicht lange nachhallt. Besonders überzeugen konnte mich jedoch das Ermittlerteam rund um Ramin, Sebastian und Luisa. Arno Strobel gelingt es, mit seiner neuen Reihe interessante und vielschichtige Figuren einzuführen, deren weitere Entwicklung neugierig macht. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit dem Team in den nächsten Bänden weitergeht.



Sonnenwende - Ulrike Gerold & Wolfram Hänel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch, 1. Auflage  (27. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596711738
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596711734
    • Genre: Thriller, Krimi



Fischer Kurzbeschreibung:
Ein kleiner Ort in den Alpen. Jeden Sommer wird hier die Sonnenwende mit Johannisfeuern und Flammenketten entlang der Bergkämme gefeiert. Das zieht Touristen, Alt-Hippies und Esoteriker an, und auch die Tatsache, dass vor zwei Jahren eine junge Frau in den Flammen ums Leben gekommen ist, schreckt niemanden ab. Kurz vor der diesjährigen Sommersonnenwende geht eine anonyme Warnung bei der Polizei ein: Es wird wieder jemand brennen. In einem Wettlauf gegen die Zeit ermittelt die Polizistin Hannah am Mittsommertag, was es mit der Drohung auf sich hat – und stößt auf einen abgelegenen Hof, verschwundene Frauen und ein dunkles Familiengeheimnis.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich letztes Jahr gemeinsam mit Nicole und Jessi "Rauhnächte" gelesen habe, wollte ich auch "Sonnenwende" des Autoren-Duos Gerold und Hänel lesen. Die anderen Bücher kenne ich nicht. Die Handlung von "Sonnenwende" fand ich jedoch sehr ähnlich aufgebaut. Auch diesmal steht Brauchtum und ein ewig gestriges Dorf im Zentrum und es wird wieder sehr mit Klischees gespielt.

In Wildbrunn in den deutschen Voralpen haben die jährlichen Johannisfeuer Berühmtheit erlangt. Denn beim "Burning Valley Festival" sind bereits zwei Menschen in den Flammen der Sonnwendfeuer ums Leben gekommen. Auch diesmal liegtt Gefahr in der Luft, denn die anonyme Drohung "Es wird wieder jemand brennen" versetzt die Wildbrunner Polizei in Alarmbereitschaft. Hannah Meyer von der Sondereinheit für Sekten und okkulte Gruppierungen wird deshalb hinzugezogen. Mit Polizistin Toni Martin, die nicht nur die örtlichen Begebenheiten kennt, sondern auch mit der Geschichte des Ortes und dessen Einwohner bekannt ist, hat sie eine kompetente Kollegin zur Seite. Nur zu den Alt-Hippies und Esoterikern, die jedes Jahr zum "Burning Valley Festival" kommen, hat Hannah durch ihren Hippie-Vater etwas mehr Connection. Fragen wirft auch der Neumetzler Hof auf, der auch "Spukhof" genannt wird. Die weibliche Bewohner des Hauses sind verdächtig oft vorzeitig aus dem Leben geschieden. Und nun - kurz vor dem nächsten Johannisfeuer - ist Bauer Alois Neumetzler verschwunden. 

Erzählt wird aus der Sicht von Hannah. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Kapitel einer entführten Frau, die wohl für das anstehende Johannisfeuer gefangen gehalten wird. Hier hatte ich leider viel zu schnell die Erkenntnis, wer diese Frau ist.
Zusätzlich gibt es Rückblenden in das Jahr 1970, die Teile der Geschichte der Familie Neumetzler erzählen. Besonderes Interesse hat Hannah aber an Jenny, dem toten Hippie-Mädchen vor zwei Jahren. Warum musste Jenny sterben?
Deshalb führen ihre Ermittlungen zuerst zum Campingplatz der Festivalbesucher, die im Dorf alles andere als gerne gesehen werden. Doch die Einnahmen der Besucher und die Werbung für Wildbrunn lässt viele der Einwohner schnell verstummen. Nur im "Deutschen Hof", der zurecht diesen Namen trägt, hat sich eine Gemeinschaft um den Wirt Klaus-Peter Fischbauer versammelt, die am liebsten alles brennen lassen möchte, was nicht zu ihrer Ideologie passt. Doch es gibt auch noch andere Menschen, deren Geheimnisse nicht ans Licht kommen sollen....

Es gibt viele Personen, die im Thriller eine Rolle spielen. Dementsprechend sind diese oftmals oberflächlich ausgearbeitet. Mehr im Fokus stehen hingegen Heiner Brink, der Organisator des Festivals; Sabine, seine Sekretärin; die Neumetzlers, wie auch Hannah und Toni. Besonders gut gefallen hat mir, dass diesmal zwei Polizistinnen die Ermittlungen übernehmen.
Stetig spürt man die unterschwellige Bedrohung, wie auch den Wettlauf gegen die Zeit, die die beiden Frauen an ihre Grenzen bringen. Hannahs Alleingänge gefielen mir hingegen weniger, auch wenn ich weiß, dass damit die Spannungskurve gesteigert werden soll. Manchmal schüttelt man aber als Leser nur mehr den Kopf über so viel Leichtsinnigkeit. 

Gefallen hat mir wieder, wie das Autorenduo die Atmosphäre im Dorf in den Voralpen dargestellt hat. Man fühlt sich beim Lesen direkt vor Ort. Der Schreibstil liest sich flüssig und man bemerkt nicht, dass hier zwei Autoren daran beteiligt sind. Etwas, was ich immer wieder bewundere. Dem Autorenduo gelingt es perfekt die Stimmung rund um den Brauch der Sonnenwende und der Johannisfeuer einzufangen. 
Zum Ende hin wird es dramatisch und die Spannung treibt auf einen feurigen Höhepunkt zu.

Fazit:
"Sonnenwende" besticht vor allem durch das Brauchtum rund um die Sonnenwende, den Eigenheiten der Dorfbewohner, wie auch den Besuchern des Burning Valley Festivals. Atmosphärisch, aber sehr ähnlich aufgebaut wie ihr Thriller "Rauhnächte". Außerdem hatte ich schnell ein paar Ahnungen, die sich schlussendlich als richtig erwiesen. 


 

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