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- Hörbuch: 11 Stunden und 35 Minuten
- Gesprochen von: Anne Düe, Tim Gössler
- Erscheinungstermin: 14. August 2026
- Herausgeber: Argon Verlag
- Genre: Thriller, Psychothriller
Kurzbeschreibung:Es sollte der sicherste Ort der Welt sein. Das gemütliche Reetdachhaus hinter den Dünen, wo Lotta die glücklichsten Tage ihrer Kindheit verbrachte. Sie weiß genau, wo der Schlüssel liegt, wie die Krähen im Garten klingen. Hier will sie sich verstecken, hier wird sie niemand finden.
Doch anders als früher, als der Strand voller Touristen und alles bunt und lebendig war, scheint das Örtchen am Meer jetzt verwaist. Und auch im Haus ist etwas anders als früher. Lotta hat immer öfter das Gefühl, nicht allein zu sein. Jemand beobachtet sie. Jemand folgt ihr, wenn sie draußen ist. Jemand ist bei ihr, wenn sie schläft.
Lotta beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln. Was ist mit diesem Haus, das sie so gut kannte? Warum sind die Menschen so abweisend?
Als sie anfängt, Fragen zu stellen, setzt sich ein düsteres Bild zusammen. Das Haus in den Dünen scheint eine Geschichte zu haben, die es tief in sich bewahrt. Eine Wahrheit, verborgen in einem Tagebuch.
Dann erfährt Lotta von der jungen Frau, die vor ihr hier war. Die auch in diesem Haus wohnte. Die vor ihr hier gestorben ist…
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur Reiselust Challenge
Meine Meinung:
Dieser Psychothriller lässt mich etwas zwiegespalten zurück und es fällt mir relativ schwer eine Rezension zu schreiben. Einerseits war "Das Krähenzimmer" wirklich düster, unheimlich und spannend, aber es war auch langweilig und es dauerte bis es an Fahrt aufnahm. Wie kann ein Buch langweilig und spannend sein? Eben DAS ist hier eingetroffen. Irgendwie passierte viel, aber gleichzeitig auch wenig. Das und einige Logikfehler sind auch der Grund für meinen Zwiespalt!
Der Einstieg hat mich zuerst einmal gepackt. Lotta steckt in einer ziemlichen Lebenskrise und bricht alle Brücken hinter ihr ab. Sie flüchtet etwas überstürzt aus Berlin an den einzigen Ort, an dem sie jemals glücklich war. Als Kind hat sie die Sommer im Haus ihrer Stiefmutter in Geelekow an der Ostsee verbracht. Doch von der damaligen Idylle ist nichts geblieben und im November sieht der Ort nicht mehr so einladend aus. Die Einwohner begegnen ihr mit Ablehnung und das modernisierte Haus, welches nun einer Immobiliengesellschaft gehört, hat den Charme von damals eingebüßt. Noch beunruhigter ist jedoch die Villa selbst. Lotta hat das Gefühl nicht dort alleine zu sein und beobachtet zu werden. Verstörende Geräusche verunsichern sie zunehmend und lassen sie an ihrem Verstand zweifeln. Lotta beginnt ihre eigenen Wahrnehmungen in Frage zu stellen. Doch dann werden die Warnungen real und sie weiß, sie ist hier unerwünscht. Als sie erfährt, dass in ihrem geliebten Krähenzimmer ein Mädchen gestorben ist und die junge Frau, die vor ihr in der Villa gewohnt hat, nach kurzer Zeit verschwunden ist, möchte sie herausfinden, was vor sich geht. Was ist damals passiert? Und warum wirkt der früher so heimelige Ort plötzlich so bedrohlich?
Lotta als Charakter wirkte mir etwas zu naiv, aber gleichzeitig auch unerschrocken. Ihr Aufbruch aus Berlin wirkte ziemlich unüberlegt und ich konnte sie während der ganzen Geschichte nicht wirklich greifen. Oftmals fragte ich mich ob alles, was sie wahrnimmt, der Realität entspricht oder ob sie womöglich eine unzuverlässlige Erzählerin ist.
Die Nebenfiguren und die Dorfgemeinschaft fand ich hingegen stimmig eingefangen. Die Zurückhaltung der Älteren und die Offenheit der Jüngeren wirkte authentisch. Sie kamen mir teilweise näher als Lotta selbst.
Die düstere und beklemmende Atmosphäre hat die Autorin wunderbar eingefangen. Der Sog, der mich nach dem packenden Einstieg kurz eingefangen hatte, ließ jedoch bald nach und hat mich erst wieder im letzten Drittel so richtig gepackt. Einige Handlungen und Entwicklungen wirkten auf mich des Öfteren unlogisch.
Da ich das Buch nicht gelesen, sondern das Hörbuch gehört habe, weiß ich nicht, ob es in der Printversion eine deutliche Abgrenzung zwischen einigen Kapiteln gibt. Ich fand nämlich erst nach der Hälfte der Handlung heraus, dass hier noch eine weitere junge Frau erzählt. Zwischen diesen Tagebucheinträgen und den Vorkommnissen in der Villa bei Lotta liegen einige Monate. Im Hörbuch wurde von der Sprecherin Anne Düe weder mit einer anderen Stimmlage gesprochen, noch wurde eine Zeitangabe gemacht. Deshalb war ich oftmals verwirrt...z.Bsp. wusste ich, dass Lotta keine Mutter mehr und keine Geschwister hatte und plötzlich war von genau diesen Personen die Rede. Das war sehr verwirrend! Eine deutliche stimmliche und zeitliche Abgrenzung wäre hier von Nöten gewesen.
Die männliche Stimme von Tim Gössler, der nur wenige Parts zu lesen hatte, fand ich hingegen äußerst ansprechend....nicht nur erotisch, sondern auch gleichzeitig angsteinflößend. Ja, sowas gibt es ;)
Als Buch für die Scary Book Season Lese Challenge war "Das Krähenzimmer" allerdings perfekt, denn es war irgendwie eine moderne Spukhausgeschichte, die beim Hören doch viele unheimliche Momente bot. Auch wenn ich vieles doch etwas zu sehr konstruiert und unlogisch fand. Interessant fand ich, dass in einigen Rezensionen das offene Ende kritisiert wird. Da bin ich ja auch immer eine der Ersten, aber ich fand hier das Ende gar nicht wirklich so offen. Der Täter wurde überführt - und dass ist mir bei einem Thriller das Wichtigste. Auch das Motiv wurde genannt und obwohl ich dieses etwas an den Haaren herbeigezogen fand, wurde es erklärt. Einige Handlungsstränge verliefen jedoch tatsächlich im Sand. Leider wurde das Potential der Geschichte in meinen Augen nicht wirklich ausgeschöpft.
Fazit:
Ein Thriller, der mich sehr zwiegespalten zurücklässt. Zu Beginn und im letzten Drittel wirklich spannend und gruselig. Leider viele unlogische Szenen und ein etwas naives Verhalten der Protagonistin. Ein Thriller mit guten Ansätzen, einem interessanten Plot, aber einer noch nicht perfekten Umsetzung. Hier geht noch was....