Die Touristin - Jess Ryder

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    • Taschenbuch: 411 Seiten
    • Verlag: ‎ Aufbau Taschenbuch, 2. Auflage (15. April 2026)
    • Übersetzer: Melike Karamustafa
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3746642906
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746642901
    • Originaltitel : ‎ The Island Escape
    • Genre: Thriller


Aufbau Kurzbeschreibung:
Gleißendes Sonnenlicht, weiß getünchte Gebäude vor wolkenlosem Himmel, schaukelnde Segelboote im malerischen Hafen. Als Juno zum ersten Mal die griechische Insel Inios betritt, ist sie von der Schönheit des Ortes geblendet. Dennoch hat sie ihr Ziel fest vor Augen: Juno will unbedingt ihren unbekannten Vater finden. Aber je länger sie bleibt, desto deutlicher zeigt sich die Insel als ein Ort der Schatten und Bedrohungen. Und für Juno könnte es schon bald zu spät sein, um zu entkommen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Gleich vorab: Die Touristin ist nicht wirklich ein Thriller, sondern eher Familiendrama und Spannungsroman. Wer sich darauf einlässt, wird eine spannende Geschichte mit einem sehr atmosphärischen Setting bekommen. Also Griechenlandfans: zugreifen!

Juno steckt mitten in einer Ehekrise. Zudem hat sie vor Kurzem ihre Großmutter verloren, bei der sie aufgewachsen ist und die ihr stets die wichtigste Bezugsperson war. Zu ihrer Mutter Estelle, die heute in Portugal lebt, verbindet sie kein besonders enges Verhältnis. Ihren Vater hat Juno nie kennengelernt. Als sie den Nachlass ihrer Großmutter ordnet, stößt sie auf alte Briefe und Postkarten, die ihre Mutter einst aus Griechenland an ihre Eltern geschickt hat. Estelle hat Juno ihr Leben lang erzählt, ihr Vater sei ein italienischer Kellner gewesen – das Ergebnis eines One-Night-Stands. Doch beim Lesen der Briefe kommen Juno Zweifel. Sie ist überzeugt, dass ihre Wurzeln in Griechenland liegen. Ihre Mutter hielt sich damals genau zu der Zeit auf der griechischen Insel Inios auf. Entschlossen, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden, macht sie sich auf die Suche nach ihrem biologischen Vater.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart sind wir mit Juno unterwegs und in der Vergangenheit befinden wir uns in den Jahren 1984 und 1985 und es wird aus der Sicht von Estelle erzählt. Dazwischen gibt es noch kurze Auszüge von den Postkarten, die Estelle geschrieben hat. Diese abwechselnden Einblicke sorgen für einen Sog, der einen immer mehr in die Geschichte zieht.

Neben der langsam aufgebauten Spannung punktet "Die Touristin" vor allem aber mit der wahnsinnig bildhaften Beschreibung der fiktiven Insel Inios. Die Autorin besuchte jedoch eine ähnliche Kykladeninsel in Griechenland und das merkt man. 
Man spürt die Wärme der Sonne auf der Haut, den Wind im Haar und hört das Rauschen des Meeres. Gleichzeitig werden die Schattenseiten des vermeintlichen Paradieses sichtbar. Eine unterschwellige Bedrohung ist während der gesamten Handlung präsent und erzeugt eine permanente Spannung. Dadurch entsteht beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass Juno in Gefahr schwebt – ein Eindruck, der sich letztlich als berechtigt erweist.
Jess Ryder hat viele Themen in die Handlung eingebaut, die jedoch alle stimmig zusammenlaufen: die Suche nach dem Vater und seinen eigenen Wurzeln, die gestörte Beziehung zur Mutter, Machenschaften und Geheimnisse, Familienzwiste, Umweltthemen und die griechische Kultur. Der Unterschied zwischen den traditionellen griechischen Traditionen und den touristischen Sommermonaten, sowie die Beziehungen von Einheimischen und weiblichen Touristinnen. 
 
Die Figuren sind auf beiden Zeitebenen gut ausgearbeitet und lebendig gezeichnet. Junos Verhalten konnte ich gut nachvollziehen. Mit Estelle konnte ich mich nicht immer identifizieren, obwohl ihre Geschichte in der Mitte der achtziger Jahre spielt – einer Zeit, die genau in meine Jugend fiel und in der ich etwa so alt war wie sie.

Zum Ende hin nimmt die Story an Fahrt auf und Jess Ryder überrascht zusätzlich noch mit einen kleinen Plot Twist, der noch eine Überraschung bringt.

Cover:

Gefunden habe ich nur das original englischsprachige Cover, welches auf jeden Fall mehr griechisches Flair hat, als das deutsche Cover. Schon alleine die typischen Farben blau und weiß vermitteln griechische Vibes. Dafür finde ich den Titel fast zu dominant am Cover.

Fazit:
Nicht überall, wo „Thriller“ draufsteht, ist auch wirklich ein Thriller drin. Mir hat "Die Touristin" aber gut gefallen und kann als Familiendrama oder Spannungsroman sehr gut unterhalten. Das bildhafte Setting der griechischen Insel verleiht zusätzlich Sommervibes.



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