The Deep - Alma Katsu

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    • Taschenbuch: 560 Seiten
    • Verlag: ‎ Festa Verlag (25. April 2024)
    • Übersetzer: ‎Heiner Eden
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3986761144
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3986761141
    • Originaltitel: The Deep
    • Genre: Horror, Geistergeschichte, historische Mysterynovelle


Festa Kurzbeschreibung:
 Etwas Übernatürliches sucht die Titanic heim. Das ist die einzige Erklärung für die unheimlichen Ereignisse auf der Jungfernfahrt des Ozeandampfers. Viele der Passagiere sind überzeugt: Es ist etwas Jenseitiges an Bord. Doch bevor man mehr herausfinden kann, geschieht, wie man weiß, die wahre Katastrophe. Vier Jahre später, der Erste Weltkrieg hat begonnen, versucht Annie Hebbley, die jene schicksalhafte Nacht überlebt hat, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie dient als Krankenpflegerin auf dem Schwesternschiff der Titanic, der Britannic, die gerade zum Lazarettschiff umgerüstet wurde. Verfolgt von den Albträumen der ersten Reise, stößt Annie unter den Patienten auf einen bewusstlosen Soldaten. Sie erkennt den jungen Mark Fletcher. Er war ebenfalls auf der Titanic. Aber sie ist sich sicher, dass er den Untergang nicht überlebt hat ...

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Diesen Gruselroman habe ich schon im Februar gemeinsam in einer Leserunde mit der lieben Nicole von Zeit für neue Genres und der lieben July von julybookish gelesen. Es wird Zeit für eine Rezension!

Der Klappentext war vielversprechend. Erwartet haben wir uns einen spannenden Schauerroman, der auf der Titanic spielt. Bekommen haben wir ein historisches Drama auf zwei Zeitebenen. Horror und Grusel hat fast komplett gefehlt, was sehr schade ist. Trotzdem hat Alma Katsu dieses Unheilvolle auf der Titanic sehr gut eingefangen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und springt zwischen 1912 und 1916 hin und her.
Annie Hebbley, unsere Hauptprotagonistin, erlebt die Jungfernfahrt der Titanic mit. Sie soll sich als Stewardess um die Gäste aus der 1. Klasse kümmern. Ihr zugeteilt ist auch das junge Ehepaar Mark und Caroline Fletcher und ihr Baby Odine.
Die illustren Gäste der Oberschicht sind so bekannte Namen wie die Astors, Benjamin Guggenheim, die Modeschöpferin Lady Lucille Duff-Gordon und ihr Mann Cosmo, sowie der Journalist und Spiritist W.T. Stead.
Bereits in den ersten Tagen stirbt der Dienstjunge Teddy der Familie Astor, während einer Séance, die zu dieser Zeit in der Oberschicht sehr beliebt war. Die sonderbaren Ereignisse auf dem Schiff häufen sich und die Menschen an Bord glauben, dass sich etwas Übernatürliches an Bord befindet. Auch die abergläubische Annie sieht immer wieder den einen oder anderen Schatten und fühlt sich vom Meer angezogen.
Trotzdem geht es hier auf und unter dem Deck der Titanic größtenteils um die Beschreibung der verschiedenen Charaktere und dessen Tagesabläufe.

Aber wir sind nicht nur auf der Titanic, sondern auch auf dem Schwesternschiff, der Britannic und zwar vier Jahre später. Annie Hebbley, die den Untergang der Titanic überlebt hat und danach einige Zeit in einer Nervenheilanstalt in Liverpool verbracht hat, arbeitet als Krankenschwester auf dem Lazarettschiff. Der erste Weltkrieg fordert viele Verletzte, die auf der Britannic versorgt werden. Abbie erkennt unter den Verwundeten Mark Fletcher, den sie und seine Frau, sowie Baby Odine versorgt hat. Sie dachte der Mann sei beim Untergang der Titanic ertrunken. Die Verbindung zu diesem Soldaten ist etwas seltsam.

Natürlich weiß man, was mit der Titanic passiert und wartet auf den Untergang, der ziemlich spät bei den insgesamt 560 Seiten startet.
Leider fand ich auch zu Annie nicht wirklich Zugang. Sie bleibt blass, distanziert und wirkt unnahbar. Außerdem wird nicht wirklich aufgeklärt, ob Annies Wahnvorstellungen ernst zu nehmen sind oder nicht. Auch den Rest der Figuren fehlte es an Charaktertiefe. Der Schreibstil ist sehr detailverliebt und beschreibend.
Die Atmosphäre und die Darstellung der beiden Schiffe fand ich allerdings gelungen und sehr bildhaft. Die Längen - vor allem im Mittelteil - konnten diese Beschreibungen jedoch auch nicht richtig auffüllen. Das Übernatürlich und Gruselige vermisste ich gleichfalls.
Das Ende ließ mich eher etwas unzufrieden zurück und trotzdem war das Buch nicht so schlecht, wie es sich jetzt anhört. Es war ganz einfach anders, als ich es mir erwartet hatte.

Mein Senf dazu: Eigentlich wäre die Geschichte um Violet Jessop, der Freundin von Annie, viel interessanter gewesen. Während Annie eine fiktive Figur im Roman ist, hat Violet wirklich gelebt. Ihre Lebensgeschichte ist außerordentlich! Sie hat 1911 den Zusammenstoß der Olympic mit dem britischen Kreuzer Hawke miterlebt. Danach war sie 1912 auf der Titanic und 1916 ebenfalls auf der Britannic, dessen Untergang sie ebenfalls überlebte. Eine wahre Geschichte, die grandioser Stoff wäre. Violet Jessop starb 1971 als 83jährige an Herzinsuffizienz.  

Cover:
von links nach rechts:
das US amerikanische Cover, das bulgarische, das englische Paperback, das englische Hardcover und das russische Cover
Das bulgarische Cover finde ich großartig! Man muss es allerdings genau ansehen und passt perfekt zur Geschichte

Fazit:
Leider nicht die erwartete Schauergeschichte, sondern eher ein Drama mit vielen Längen und zum Ende hin einigen Ungereimtheiten. Der Grusel blieb ebenfalls aus. Hier wäre so viel rauszuholen gewesen, was die Autorin schlicht versäumt hat. Trotzdem ist es kein schlechtes Buch und ich gebe noch 3 Sterne.


 

1 Kommentar:

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