Im Takt der Freiheit - Hanna Caspian

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    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Knaur TB; 1. Edition (1. Oktober 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426659506
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426659502
    • Genre: Historischer Roman


Knaur Kurzbeschreibung:
Berlin, im Dreikaiserjahr 1888: Als Tochter eines Eisenbahn-Tycoons hat Felicitas Louisburg scheinbar unendliche Möglichkeiten und kann sich leisten, was immer ihr Herz begehrt. Nur eines ist in ihrem Leben nicht vorgesehen: persönliche Freiheit. Das erkennt die junge Frau schmerzlich. Auf einem opulenten Sommerball soll sie anders als gedacht keineswegs nach einem geeigneten Heiratskandidaten Ausschau halten – den hat ihr Vater längst für sie ausgesucht. Nach seinem Willen wird Felicitas den Sohn eines Grafen heiraten, um seinem Unternehmen einen gigantischen Großauftrag zu sichern. Doch dann lernt sie Lorenz kennen, der sich für Zweiräder begeistert und mit seiner Unbeschwertheit alles infrage stellt, was Felicitas bislang für unausweichlich hielt …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Music meets book Challenge

Meine Meinung:
Hanna Caspians wunderbare Reihe "Gut Greifenau" ist mir noch immer in sehr guter Erinnerung. Nachdem ich die "Schloss Liebenberg" Reihe nicht gelesen habe, war ich wieder neugierig auf ihren neuesten Roman, der mittlerweile auch schon wieder ein halbes Jahr alt ist.

Berlin 1888. Die neunzehnjährige Felicitas Louisburg stammt aus reichem Haus und wächst wohlbehütet auf. Nach dem Tod ihrer Mutter werden Felicitas und ihre Schwester Tessa von der Gouvernante erzogen. Ihr Vater Egidius ist ein Eisenbahn Großunternehmer und führt die Töchter mit strenger Hand. Doch Felicitas hasst sie Konventionen, die ihr als höhergestellte Tochter vorgeschrieben werden und sehnt sich nach Freiheit. Sie kann sich nicht vorstellen, direkt aus dem einengenden Elternhaus in die Hände eines ihr unbekannten Ehemannes zu wechseln, der ihr weiterhin keine Freiheiten lässt. Diesen Zukünftigen scheint ihr Vater bereits ausgewählt zu haben, denn er plant einen feudalen Sommerball, den auch der Kaiser besuchen soll. Während des Balles soll Felicitas aus wirtschaftlichen Gründen mit dem Grafensohn eines hochrangigen Beamten im Reichseisenbahnamt verlobt werden. Doch Felicitas Herz gehört bereits dem Maschinenbau-Studenten Lorenz, den sie bei einem Spaziergang mit ihrer Gouvernante kennengelernt hat. Dieser interessiert sich für die neuen Zweiräder, die die Hochräder ablösen sollen. Bald interessiert sich auch Felicitas mehr für diese Fahrräder, die auch ihr etwas mehr Freiheit verschaffen....
Felicitas sucht sich Hilfe bei ihrer eigenwilligen Tante Apollonia, der Schwester ihrer Mutter, die nach einem Streit eigentlich Hausverbot von Egidius Louisburg bekommen hat. Gemeinsam schmieden Felicitas, ihre Schwester Tessa und Tante Apollonia einen Plan, wie sie die Verlobung mit dem hochnäsigen und unsympathischen Grafensohn verhindern können. Es wird spannend, als der Sommerball langsam aus dem Ruder gerät und die drei Frauen ihre kreativen Ideen umsetzen.

Felicitas ist eine sympathische und intelligente junge Frau, die sich ebenfalls für Technik und Maschinenbau interessiert, aber von ihrem Vater nicht ernst genommen wird. Außerdem ziemt es sich nicht für eine Frau sich mit diesen Themen zu beschäftigen....
Zu dieser Zeit ist der Lebensweg von Mädchen/Frauen vorbestimmt. Bildung ist nur eingeschränkt möglich und selbstständig zu agieren ist generell verboten. Auch die Nebencharaktere, vor allem die afrikanische Zofe Minna und Tante Apollonia, sind wunderbar gezeichnet. Durch Minna erfährt Felicitas, dass nicht nur sie eine "Gefangene der Gesellschaft" ist, sondern auch Frauen in anderen Gesellschaftsschichten. 
Hanna Caspian zeigt dieses Sittenbild des späten 19. Jahrhunderts sehr eindringlich. Auch die politische und historische Entwicklung ist ein Thema. Die Mobilisierung der Menschen und der wirtschaftliche Fortschritt sind der rote Faden durch den Roman.

Der lebendige Schreibstil von Hanna Caspian hat mich auch in ihrem neuen Roman wieder in den Bann gezogen. Sie überzeugt mit ihrem historischen Wissen und dem tollen Aufbau ihrer Geschichten.

Fazit:
"Im Takt der Freiheit" kommt zwar nicht an die "Gut Greifenau-Saga" heran, unterhält aber gut und bringt den Leser dieses Zeitalter näher. 



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