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Weiße Rosen und die Titanic - Christiane Lind


Amazon Kurzbeschreibung: 
Berlin, im Frühjahr 1912: Der Schauspielerin Paula und der Kostümbildnerin Luise steht eine glänzende Theaterkarriere bevor. Doch von einem Tag auf den anderen zerplatzen ihre Zukunftsträume. Die jungen Frauen verlieren Arbeitsplatz und Wohnung, ein gefälschter Schuldschein treibt sie zur Flucht. Letzte Rettung ist das großzügige Geschenk eines amerikanischen Verehrers: ein Erste-Klasse-Ticket für die Titanic. An Bord des eleganten Luxusdampfers findet Luise ihr Glück mit dem Steward Leonard, während Paulas Verehrer Ferdinand von Fahlbusch einen perfiden Plan verfolgt …

Meine Bewertung: * * * *

Meine Meinung:
Dieses Mal begeben wir uns mit der Autorin Christian Lind auf die Jungfernfahrt der Titanic.
Die verarmte Adelige Paula von Sablonski hat mit ihrer Familie gebrochen und wohnt mit ihrer Freundin aus Kindheitstagen, Louise, in Berlin. Paula ist Schauspielerin am Theater und hat gute Aussichten auf die Hauptrolle im kommenden Stück, die Verehrer stehen Schlange. Einer davon schickt jeden Abend einen riesigen Strauß weißer Rosen - ohne Absender. Gerade als die Karriere von Paula anfängt anzulaufen, erhält als sie völlig unvorgesehen die Kündigung. Ebenso ergeht es Louise, die am selben Theater als Kostümbildnerin arbeitet. Die Beiden fallen aus allen Wolken, als ihnen auch noch die Wohnung gekündigt wird. Da kommen die zwei Tickets für die Jungfernfahrt der Titanic, die Paula von einem Verehrer geschenkt bekommen hat, gerade recht, denn die Geldsorgen spitzen sich durch einen gefälschten Schuldschein noch zu. In der auswegslosen Situation entscheiden sich Paula und Louise den Wink des Schicksals zu akzeptierten und das versprochen Engangement in New York anzunehmen. Doch die Vergangenheit wird sie auch an Bord der Titanic einholen, denn die Vorfälle in Berlin wurden geschickt von jemanden eingefädelt. Und diese Person schwört Paula Rache.....

Kaum hatte ich angefangen war ich auch schon mitten im Geschehen. Die Seiten flogen nur so dahin. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, denn ich war im Sog der Geschichte gefangen. Trotzdem hatte ich zu Beginn das Gefühl, dass es dem Roman an manchen Stellen an Tiefe fehlte. Ich wusste von Beginn an, wer der heimliche "Verehrer" ist, der hier sein Spiel mit den beiden jungen Frauen spielt. Die Liebesgeschichte, die ebenfalls nicht fehlen durfte, hat mich auch nicht ganz überzeugt, auch wenn ich Luises Auserwählten sehr sympathisch fand.

Erst im letzten Drittel, als die Titanic den Eisberg schrammte, war ich fasziniert von der tollen Recherche der Autorin. Besonders die Schicksale einzelner Passagiere berührten mich sehr. Ich hatte das Gefühl selbst auf dem riesigen Dampfer zu sein bzw. in den Fluten in einem der Rettungsboote...frierend und zitterend vor Angst....mit unglaublichen Ensetzen auf die unsinkbare Titanic starrend, die sich neigte und in den Fluten versank.
Neben den fiktiven Personen hat Christiane Lind auch bekannte Figuren, die sich damals tatsächlich auf dem Schiff befanden miteinbezogen, wie etwa Molly Brown, Madeleine Astor oder Helen Candee. Großartig gelungen ist ihr auch die Atmosphäre an Bord des Schiffes, vorallem die Szenen kurz nach dem Unglück. Viele Passagiere begriffen das Ausmaß der Katastrophe erst, als es zu spät war und auch Paula und Luise sind sich zuerst der Gefahr nicht wirklich bewusst. Diese Passagen sind so eindrucksvoll beschrieben, dass man als Leser am liebsten laut aufschreien und den Protagonistinnen sagen möchte, dass sie sich sofort auf die wenigen Rettungsboote begeben sollen. Fazinierend und packend erlebt man hier den Untergang mit, auch wenn man immer wieder kurz im Hinterkopf die Verfilmung mit Leonardo di Caprio und Kate Winslet hat.....

Schreibstil:
Der Schreibstil von Christiane Lind ist wieder packend, emotional und lebendig. Man kann kaum aufhören zu lesen und lebt mit der Geschichte zu 100% mit. Die Autorin versteht es einfach, uns Leserinnen mit jedem Thema erneut zu faszinieren undzu packen. Auch das Thema und die Geschichte der Menschen an Bord der unsinkbaren Titanic, berührt noch heute und wurde hier einfach grandios umgesetzt.

Fazit:
Ein Roman, bei den mir zu Beginn etwas die Tiefe fehlte, der jedoch unglaublich emotional und packend geschrieben ist. Besonders das letzte Drittel, nach dem Zusammenstoß der Titanic mit dem Eisberg, wurde grandios recherchiert und ließ mich nicht mehr los. Christiane Lind hat hier sehr eindrucksvolle Passagen geschrieben, die so bewegend sind, dass ich Gänsehaut hatte. 


Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar und die tolle Leserunde bei Lovelybooks!

Unsere Hälfte des Himmels - Clarissa Linden




    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (10. Januar 2017)
    • ISBN-10: 3426519011
    • ISBN-13: 978-3426519011
    • Genre:  Gegenwartsliteratur, historischer Roman


Knaur Kurzbeschreibung:
Frankfurt in den 30er Jahren: Johanna und Amelie sind dicke Freundinnen, die eine gemeinsame Sehnsucht verbindet: Sie wollen Pilotinnen werden und den Himmel erobern. Doch dieser Traum scheint im Deutschland der Nazi-Zeit unmöglich zu sein. Trotzdem halten beide zunächst an ihm fest – bis Amelie sich in Johannas Fluglehrer verliebt. Ein folgenschwerer Verrat trennt die beiden Freundinnen schließlich für immer.
Kassel in den 70er Jahren: Amelies Tochter Lieselotte, die zu ihrer Mutter stets eine sehr distanzierte Beziehung hatte, wird plötzlich mit deren aufregender Vergangenheit konfrontiert. Allmählich lernt sie eine Amelie kennen, die sie hinter der kühlen Fassade niemals vermutet hätte – und ihr wird klar, dass diese Erkenntnis ihr eigenes Leben verändern wird.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von Clarissa Linden hat zwei Kernthemen: Frauen als Pilotinnen und die Frauenbewgeung der 70-iger. Aber auch das Thema Freundschaft und Mutter/Tochter-Beziehung stehen im Vordergrund. In zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt die Autorin von Lieselotte und ihrer Mutter Amelie.

Während Lieselotte Anfang der 1970-iger in einer unglücklichen Ehe "gefangen" ist, erleidet ihre Mutter einen schweren Autounfall. Das Verhältnis der Beiden war eher unterkühlt, da Amelie ihrer Tochter nicht viel Beachtung schenkte. Liebe und Aufmerksamkeit erhielt sie nur von ihrer Großmutter Luise. Als Lieselotte die Nachricht erhält, dass ihre Mutter Amelie im Koma liegt, reist sie nach Frankfurt. Dort quartiert sie sich kurzfristig in ihrer Wohnung, was ihrem Mann Eduard gar nicht recht ist. Bald schon stellt sie fest, dass die junge Studentin Marga, die in der Wohnung gegenüber wohnt, ein ganz anderes Bild von ihrer Mutter hat. Und dann scheint Amelie auch noch ein Mitglied der "Himmelsstürmerinnen" zu sein, einer Gruppe von Frauen, die sich dem Fliegen verschrieben haben. Lieselotte macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit und lernt eine ganz andere Frau kennen, als die, die sie meint zu kennen....

Im Vergangenheitsstrang lernen wir Amelie als junges Mädchen kennen, die gerne Segelfliegerin werden möchte. Nur in der Luft fühlt sie sich frei und gemeinsam mit ihren Freundinnen sind sie die "Himmelsstürmerinnen". Doch 1935 stehen bereits alle Zeichen auf Sturm und für Frauen wird es immer schwerer überhaupt einen Beruf zu ergreifen, denn die "richtige deutsche Frau" ist Ehefrau, Hausfrau und Mutter vieler arischer Kinder.

 "Wie du schon gesagt hast: Frauen müssen sich entscheiden, was ihnen wichtiger ist. Männer können alles haben. Männer müssen sich nie gegen etwas entscheiden"   - Seite 251

Doch Amelie und ihre beste Freundin Hanni geben ihre Träume nicht so schnell auf. Nichts soll ihren gemeinsamen Weg als Freundinnen und Fliegerinnen trennen. Doch dann verliebt sich Amelie in Felix von Bissingen.... 

Wie bei fast allen Büchern, die in zwei Zeitstränge geteilt sind, hat mir auch hier wieder der Part in der Vergangenheit besser gefallen.

Amelie ist eine junge Frau, die es nicht leicht hat, aber ihren großen Traum leben möchte. Ihre Mutter Luise unterstützt sie dabei. Amelie steht jedoch immer im Schatten der willensstarken Johanna, ihrer besten Freundin. Diese setzt alles daran ihr gemeinsames Ziel zu  erreichen und schreckt dabei auch nicht vor unlauteren Mitteln zurück....
Die Freundschaft zwischen Hanni und Amelie nimmt großen Raum in der Handlung ein. Hanni war für mich zwar kein angenehmer Charakter, aber ich hatte sie sehr lebendig vor Augen. Sie ist verwöhnt und egozentrisch, fokusiert sich alleine auf ihren großen Wunsch und zerstört dabei alles um sich herum. Ihr nahm ich die Liebe zum Segelfliegen ab, bei Amelie hatte ich allerdings nicht immer das Gefühl. Leider geht die Geschichte rund um die Fliegerei im Laufe des Romans zugunsten der Liebesgeschichte verloren. Das fand ich sehr schade! Auch die politischen Ereignisse sind nur kurz angerissen und hier hätte ich gerne etwas mehr Hintergrundinformationen dazu gehabt.

Lieselotte entspricht den damaligen Frauenbild. Sie ist nicht viel mehr als die Haushälterin ihres Mannes und versucht ihm alles recht zu machen. Dabei stellt sie alle ihre Bedürfnisse zurück. Erst durch den Unfall ihrer Mutter und der Gleichgültigkeit ihres Mannes gegenüber dem Geschehen, scheint Lieselotte aufzuwachen.
Mit Marga haben wir eine selbstbewusste Studentin, die Lieselotte zu helfen versucht, endlich auf ihren eigenen zwei Beinen zu stehen. Hier verbindet die Autorin gekonnt das Thema Frauenbewegung in den Siebziger Jahren in den Roman mit ein. Es geht um das Recht der Abtreibung (Mein Körper gehört mir!) und auch Scheidungen werden immer öfter zum Thema. Diese Passagen haben mir gut gefallen und zeigen auf, was sich im letzten Jahrhundert punkto Gleichberechtigung alles getan (oder nicht getan) hat.
So richtig überzeugt von Lieselottes Wandlung war ich allerdings nicht. Sie bleibt mir zu lasch und selbst die Recherchen über die Vergangenheit ihrer Mutter gibt sie in fremde Hände.

Ein bewegender Roman mit sehr interessanten Themen, der mich allerdings nicht auf allen Ebenen vollkommen überzeugt hat. Auch die obligatorische Katze durfte wieder nicht fehlen und findet mit "Cat Balou", der Katze von Marga, ihren Einsatz =).
Sehr empfehlen kann ich Clarissa Lindens Roman "Ich warte auf dich, jeden Tag" *meine Rezi*, den ich wirklich großartig fand!

Schreibstil:
Der Schreibstil von Clarissa Linden alias Christiane Lind ist wahnsinnig gut zu lesen, flüssig und bildgewaltig. Bei ihr rauscht man immer durch die Handlung und möchte gar nicht aufhören zu lesen, egal unter welchen Namen oder über welche Themen sie schreibt.
Zu Beginn des Romans gibt es eine kleine Personenliste, unter den Kapitelüberschriften des Stranges aus der Vergangenheit stehen Zitate bekannter Fliegerinnen.

Fazit:
Ein bewegender Roman mit sehr interessanten Themen, der mich allerdings nicht auf allen Ebenen vollkommen überzeugen konnte. Vielschichtig und wunderbar zu lesen!
Vielen Dank an die sympathische Autorin Christiane Lind und an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Philipps letztes Geschenk - Christiane Lind




    • Taschenbuch: 186 Seiten
    • Verlag: Amazon Publishing (8. November 2016)
    • ISBN-10: 1503942503
    • ISBN-13: 978-1503942509
    • Genre: Roman; Kurzgeschichte

Amazon Kurzbeschreibung:
Seit ihr Mann gestorben ist, verkriecht sich Carolin in ihrer Trauer und meidet alle Menschen. Überraschend erhält sie eines Tages ein Geschenk, das Phillip noch vor seinem Tod für sie ausgesucht hatte: ein Katzenjunges. Auf Samtpfoten schleicht es sich in ihr Leben und in ihr Herz – obwohl sein Freiheitsdrang sie gehörig auf Trab hält. Beim Suchen lernt Carolin ihre Nachbarn besser kennen und gewinnt langsam neuen Lebensmut. Bis zu dem Tag, als ihr Kätzchen verschwindet, und das, wo der Winter vor der Tür steht!

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In der Vorweihnachtszeit lese ich immer wieder gerne tierische Weihnachtsromane. Als fünffache Katzenmama liebe ich Katzengeschichten ganz besonders. Die Autorin Christiane Lind, selbst Katzenliebhaberin und Besitzer von vier Samtpfoten, schrieb auch dieses Jahr wieder eine ganz bezaubernde Geschichte über ein kleines Kätzchen.

Philipp und Carolin sind ein glückliches Paar bis bei ihm Krebs diagnostiziert wird. Da sich seine Frau lieber einigelt und nicht viele Menschen zu ihrem Freundeskreis zählen, macht er sich Sorgen, dass sie nach seinem Tod einsam und verlassen in der Wohnung sitzt. Obwohl Carolin keine Tierliebhaberin ist, entscheidet er sich dafür, ihr ein Kätzchen als Abschiedsgeschenk zu schenken, welches sie nach seinem Tod erhalten soll. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Anka sucht er eine Katze aus, die Anka ihr zum ausgemachten Zeitpunkt überreichen soll. Doch wird das gutgehen? Wird sie ihr Herz für die Samtpfote öffnen? Carolin ist nämlich alles andere als erfreut, als sie plötzlich einen kleinen schwarzen Kater in ihre Wohnung geliefert bekommt.....

Carolin erschien mir anfangs sehr distanziert und als Tierliebhaber hat man immer einen skeptischen Blick auf Menschen, die zu Tieren keine Beziehung aufbauen können. Christiane Lind schafft es jedoch ihre Protagonistin im Laufe der Geschichte wachsen zu lassen. Durch den Verlust ihres Mannes und der Fürsorge gegenüber dem kleinen Kätzchen, das sie eigentlich nur in Obhut nehmen will, öffnet sie sich auch langsam ihren Mitmenschen. So wird Carolin aufgeschlossener und wirkt sympathischer. Auch die Nachbarn im Haus, in dem sie wohnt, werden sehr bildhaft und ausgesprochen lebendig beschrieben. Allen voran der schüchterne Nachbar Herr Rebbach oder die resolute Hausmeisterin Frau Bauernkamp, die plötzlich ganz gefühlvoll und rührselig wird, wenn sie von ihren verstorbenen Vierbeinern erzählt.

Kaum hat man den (Weihnachts-)roman begonnen, ist man auch schon durch....nicht nur wegen der 186 Seiten, sondern vorallem wegen der berührenden Geschichte, die man mit einem lachenden und einem weinenden Auge zufrieden zuklappt. Schade, dass sie so kurz ist!

Schreibstil:
Wer schon andere Bücher der Autorin, die auch unter den Namen Chris Lind (freche Frauenromane), Laura Antoni (Jugendbücher), Carolyn Luca (Fantasy) oder Clarissa Linden ("moderne" historische Romane) schreibt, gelesen hat, kennt ihren tollen Schreibstil bereits.
Auch hier überzeugt sie wieder mit viel Einfühlungsvermögen, bildhafter Sprache und einer Prise Humor, dass sie wirklich wunderbar schreiben kann. Christiane Lind erzählt uns eine zu Herzen gehende Geschichte, welche die Themen Trauerbewältigung, Freundschaft, Fürsorge und Hoffnung auf nur 186 Seiten gelungen wiedergeben. Mit einer Leichtigkeit, die wohl auch angelehnt an wahre Geschichten ihrer eigenen Fellnasen sind, erzählt sie von Missgeschicken wie angekotze Teppiche oder einer lebendigen Christbaumkugel, die zwischen den Ästen des Weihnachtsbaumes hervorlugt, während der Baum gefährlich schwankt. Ich kenne niemanden, der den Samtpfoten in seinen Geschichten so viel Leben einhaucht, wie Christiane Lind.

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte, die Hoffnung gibt. Berührend, einfühlsam und trotzdem mit einer Prise Humor passt sie hervorragend in die Vorweihnachtszeit. Vorallem Katzenliebhaber werden ihre Freude daran haben.

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Das Shakespeare Geheimnis - Christiane Lind




    • Taschenbuch: 388 Seiten
    • Verlag: Amazon Publishing (10. Mai 2016)
    • ISBN-10: 1503937747
    • ISBN-13: 978-1503937741
    • Genre: Historischer Roman

Amazon Kurzbeschreibung: 
London 1592. Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann landet die junge Alice in der Welt der Theater, Bordelle und Tierkämpfe. Als Mann verkleidet und mit Hilfe des Autors Christopher Marlowe wird sie Schauspieler im Rose Theatre. Trotz der Sorge aufzufliegen, wird Alice am Theater glücklich – spätestens als sie dort ihre große Liebe findet. Doch dann spürt ihr Ehemann sie auf, und Alices Leben gerät in höchste Gefahr …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon als Kind liebt Alice das Theater und das Schauspiel. Sie ist ein aufgewecktes junges Mächen, das jedoch durch die arrangierte Ehe mit dem herzlosen und brutalen Stephen Compton, zu einer verängstigten jungen Frau wird. Als sie vor den brutalen Schlägen ihres Mannes flüchtet, schließt sie sich in London, in der Verkleidung eines jungen Mannes, der Schauspielgruppe unter Christopher "Kit" Marlowe an. Hier erfährt sie Geborgenheit und Schutz vor ihrem Ehemann und darf außerdem auf der Bühne stehen. Als junger Mann verkleidet, bekommt sie Frauenrollen übertragen, da zu dieser Zeit nur Männer Schauspieler sein durften. Alice ist als "Allen" glücklich und kann endlich ihrem großen Traum nachgehen. Doch auch innerhalb der Schauspielgruppe gibt es Neid und Intrigen. Besonders James spioniert ihr heimlich nach und Bridget scheint sie zu hassen. Aber auch Stephen lässt die Schmach des verlassenen Ehemannes nicht auf sich sitzen, schwört Rache und macht sich auf die Suche nach Alice. Da bricht die Pest wieder aus und die Tore der Hauptstadt werden geschlossen. Auch die kleine Theathergruppe muss aus London flüchten und sich auf den Weg in die umliegenden Dörfer wagen. Dabei geht es der fahrenden Schauspieltruppe eher schlecht als recht und Alice fürchtet dabei Stephen über den Weg zu laufen....

Der sehr bildhafte Schreibstil der Autorin und die zusätzlichen Informationen während der Leserunde über das historische London katapultiert den Leser direkt ins Geschehen der englischen Hauptstadt. Man läuft durch verwinkelte Gassen, riecht den Unrat auf den Straßen, steht nervös auf der Theaterbühne oder säuft bis zum Umfallen im nahen Pub. Das Theaterleben der damaligen Zeit wird sehr genau beschrieben und man erfährt worauf ein Geschichtenschreiber besonders achten muss. Auch gab es damals schon gestaffelte Preise für Theaterbesucher, damit sich auch die arme Bevölkerung die Vorstellungen ansehen konnten.  Doch auch die Politik kommt nicht zu kurz. Christiane Lind hat hier geschickt historische Fakten mit dichterischer Freiheit zusammengeführt, sowie die Gerüchte um Christopher Marlowe's Spionagetätigkeiten miteingebracht. Die Autorin hat hervorragend recherchiert und viele bekannte Personen, wie Robert Deveraux, Robert Cecil, Sir Francis Walsingham und natürlich Wiliam Shakespeare in ihrem Roman einfließen lassen. Man fühlt sich beim Lesen mitten im Geschehen und bangt mit Alice und auch mit Christopher Marlowe, der als Spion zwischen den Stühlen sitzt, um deren Leben.

Während mich die Geschichte wirklich in ihren Bann gezogen hat, gibt es aber auch einen Kritikpunkt, der die Höchstbewertung leider ausschließt. Ich hatte manchmal das Gefühl Passagen überlesen zu haben, da mir einige Informationen oder genauere Erklärungen fehlten. Einige Fragen blieben dadurch für mich offen und haben mich etwas irritiert zurückgelassen.

Einige Leser erhofften sich einen reinen Shakespeare-Roman, doch der berühmte Dichter spielt hier nur eine kleine Nebenrolle. Dazu muss man sagen, dass der Titel und das Cover doch eher diese Erwartungen wecken und manche Leser daher enttäuscht sein könnten. Meinen Erwartungen konnte der Roman jedoch entsprechen und das Geheimnis um den Buchtitel wird am Ende des Romans für alle Neugierigen gelüftet.

Erwähnen möchte ich noch das Personenverzeichnis am Beginn des Buches, das Glossar über die damals gebräuchlichen Wörter und über die Währungseinheiten zur Elisabethanischen Zeit in England, sowie die Anmerkungen der Autorin zu den historischen Hintergründen. Hier wurde wirklich perfekt recherchiert und dem Leser die damalige Zeit verständlich erklärt.

Schreibstil:
Christiane Lind besticht durch ihren bildhaften und flüssigen Schreibstil, der uns die farbenfrohe Welt des Theaters näher bringt. Aber auch die ausdrucksvollen Beschreibungen Londons zur Zeit von Elizabeth I., die keineswegs unseren heutigen Vorstellungen entspricht, haben mich begeistert. Am Beginn des Buches gibt es dazu noch eine zeitgemäße Karte von London und eine Zeichnung des Globe Playhouses.
Die Geschichte wird in der dritten Person aus der Sicht von Alice erzählt, sowie einige Kapitel aus der Sicht von Stephen. Die Sprache ist der Zeit angepasst, weder modern noch zu "historisch". Durch diese Attribute des Schreibstils ist der Roman auch für Einstieger des Genres geeignet.

Cover:
Das Cover finde ich äußerst gelungen. Der Theatervorhang und die Frau mit der Schreibfeder in der Hand sehen einfach großartig aus und passen perfekt zur Geschichte.

Fazit:
Ein wunderbarer, farbenprächtiger Roman rund ums Theater, der spannend geschrieben und eindrucksvoll erzählt wird. Einige Fragen blieben leider offen, deshalb gibt es von mir 4 1/2 Sterne und keine Höchstbewertung. Trotzdem möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen!

Vielen Dank an Lovelybooks, sowie an die Autorin für die sehr interessante Leserunde und für das Rezensionsexemplar

Das Haus auf der Blumeninsel - Christiane Lind




    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (3. Juni 2013)
    • ISBN-10: 3426513331
    • ISBN-13: 978-3426513330
    • Genre: Familiensaga, Roman



Knaur Kurzbeschreibung: 
Die junge Laura flieht vor ihren Erinnerungen nach Madeira in das Haus am Leuchtturm, das ihrer Familie gehört. Wie ihre Vorfahrin, die Blumenmalerin, verfällt auch sie sofort dem Zauber der Insel. Auf der Suche nach weiteren Blumenbildern findet Laura Briefe, in denen eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe offenbart. Ihre Nachforschungen führen Laura in die Zeit zwischen den Weltkriegen und zu zwei Schwestern, die denselben Mann geliebt haben. Eine von ihnen traf eine folgenschwere Entscheidung, deren Spuren Laura auch heute noch begegnet. Doch welche Verbindung haben sie zu ihrem eigenen Leben?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Laura flieht nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Fabian in die Einsamkeit, auf die Insel Madeira. Dort befindet sich schon seit Generationen ein kleines Häuschen am Leuchtturm, das urspünglich Lauras Vorfahrin Amalia gehörte. Sie war eine begnadete Blumenmalerin und Laura liebt ihr wunderschönen Zeichnungen, die in einem Buch über die Blumen Madeiras veröffentlicht wurden. Als ihre Großtante Grace unerwartet bei Laura in Amalias schmucken Häuschen auftaucht und Laura eine Kassette mit Briefen Amalias an ihre ungeborene Tochter findet, beschließen die beiden Frauen mehr über die geheimnisvolle Frau zu erfahren, die in ihrer Familienchronik kaum erwähnt wird...

Meine Meinung:
"Das Haus auf der Blumeninsel" spielt teilweise, wie uns der Titel schön verrät, auf der portugiesischen Mittelmeerinsel Madeira, und in Cornwall, England.
Der Roman besteht aus drei Zeitebenen und ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas Probleme mit den Zeitsprüngen hatte. Obwohl ich oft Bücher (meistens Familiensagen) mit zwei Zeitebenen lese, waren die Jahre in der Vergangenheit, die den Leser in die 20-iger und in die 50-iger Jahre des letzten Jahrhunderts führte, manchmal etwas unübersichtlich. Vorallem, als dann auch noch Teile kurz nach dem zweiten Weltkrieg spielten. So musste ich sehr oft überlegen, zu welchem Zeitpunkt ich mich gerade befand, wenn sich die Handlung um dieselbe Hauptprotagonistin drehte! Hier wäre vielleicht ein kleiner Familienstammbaum am Anfang des Romans hilfreich gewesen. Mit der Zeit wurde es besser und die Teile in der Gegenwart brachten ebenfalls ein wenig Licht ins Dunkel.

Im Prolog lernen wir die Blumenmalerin Amalia kennen. Sie ist zu Beginn noch eine junge und unerfahrene Frau und schreibt hochschwanger Briefe an ihre zukünftige Tochter. Sie fürchtet um ihr Kind und man spürt direkt das Unheil, das über ihr schwebt. Nicht umsonst nennen die Einwohner der Insel auch später noch das Häuschen am Leuchtturm "Das Haus der traurigen Frauen".
Bevor sie jedoch in diese Situation kommt, wächst Amalia als älteste Tochter Lord Percys, dem Gutsbesitzer von Tristyans Manor in Cornwall auf. Ihre Mutter starb bei der Geburt und ihr Vater heiratete daraufhin Lady Norah, die Schwester seiner verstorbenen Frau. Bei ihrem gemeinsames Kind, Bethany, findet man schon in jungen Jahren die Charaktereigenschaften, die sie am besten beschreiben: kalt, rücksichtlos, egoistisch und grausam. So hat es Amalia nicht leicht, denn Bethany setzt alles daran Amalia in allem auszustechen und ihr alles zu nehmen, was ihr lieb ist. Die Fäden, die sie spinnt, ziehen sich über die ganzen 480 Seiten und zerstören einige Leben aus Tristyans Manor.

Als Leser taucht man in die noch etwas steife Welt des englischen Adels zur Jahrhundertwende ein, wo Neuerungen und das Moderne, der Aufschwung und vorallem die gesellschaftlichen Umbrüche noch nicht angekommen sind. Das Festhalten an Traditionen und den Gesellschaftsschichten ist wichtiger als jedes Gefühl.

In der Gegenwart versuchen Laura und Grace die Machenschaften ihrer Verwandten aufzudecken und stoßen auf Unglaubliches. Alle Frauen, die einst im Haus der traurigen Frauen wohnten, erlebten furchtbare Tragödien. Dies ließ mich immer wieder fragen, was die Autorin hier noch für Schicksalschläge geplant hat und was den armen Protagonistinnen noch so blühen wird....
Trotzdem sind die weiblichen Charaktere des Romans allesamt starke Frauen, auch wenn sie anfangs etwas unsicher oder unselbstständig erscheinen.  Jede von ihnen geht ihren Weg, lässt sich - soweit es möglich ist - nicht von Schicksalsschlägen aufhalten und findet zu sich selbst. 

Trotz der anfangs verwirrenden Zeitebenen lässt sich der Roman wunderbar lesen und kaum eingetaucht, findet man so schnell nicht wieder aus dieser Geschichte heraus. 

Schreibstil:
Der Roman lässt sich - bis auf die Probleme mit den vielen Zeitsträngen - sehr flüssig lesen. Die landschaftlichen Beschreibungen der Blumeninsel Madeira, sowie des Landgutes in Cornwall, fand ich atmosphärisch gelungen und sehr bildhaft. Auch die Charaktere mit ihren guten und schlechten Seiten waren sehr gut gezeichnet, authentisch und lebendig. Einzig Mathhew blieb mit fremd und konnte auch nicht meine Sympathie erringen. Zu viel waren mir auch die vielen Schicksalsschläge, die unsere Protagonistinnen erleiden mussten.

Fazit:
Ein interessanter Roman über ein generationenübergreifendes Familiengeheimnis -  eine Geschichte voller Intrigen und Schicksalschläge. Für Fans von Familiensagen.



Weihnachtspunsch & Weihnachtskater



    • Gebundene Ausgabe: 190 Seiten
    • Verlag: Rowohlt (1. November 2012)
    • ISBN-10: 3499259702
    • ISBN-13: 978-3499259708
    • Genre: Kurzgeschichten




Rowohlt Kurzbeschreibung:
Ob die Tierheimkater Max Kleinpfote und Moritz Fleck so kurz vor Heiligabend noch ein neues Zuhause finden werden? Was soll der Witwer Gottfried mit dem Kätzchen anfangen, das ihm beim Tannenbaumkauf im wahrsten Sinne des Wortes in die Hände fällt? Muss Iris nach der Trennung von ihrem Freund wirklich alleine Weihnachten feiern, oder kann ihr verfressener Kater Maunz in letzter Minute dafür sorgen, dass sie doch noch Gesellschaft bekommt? In heiteren und humorvollen, besinnlichen und zuweilen auch nachdenklich stimmenden Geschichten zeigt Christiane Lind, dass unsere Samtpfoten meistens mehr vom Fest der Liebe verstehen, als wir Menschen denken.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung: 
Eigentlich bin ich kein Kurzgeschichtenleser...eigentlich. Aber wenn es um Katzengeschichten geht und die auch noch vorweihnachtlich sind, greife ich gerne zu! Ich habe sogar eine CD mit Katzen Weihnachtsgeschichten, die ich mir jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit anhöre. Selbst Katzenmama von fünf Fellnasen gehört dies einfach in der Adventzeit dazu =)

Und unsere Autorin weiß auch wovon sie schreibt, denn sie hat ebenfalls fünf flauschige Bewohner bei ihr zuhause. Angelehnt an ihre eigenen Vierbeiner, die sie aus dem Tierheim geholt hat oder die ihr zugelaufen sind, hat sie sieben Katzengeschichten zum Weihnachtsfest geschrieben. Für jede ihrer sieben Geschichten hat Christiane Lind eine ihrer Katzen als Vorbild genommen und damit eine sehr lebhafte und identische Erzählung geschrieben, auch wenn es manchmal ein bisschen märchenhaft zugeht. Denn wusstet ihr, dass laut einer Sage die Tiere am Heiligen Abend sprechen können ;)

Wir lernen unter anderem die Tierheimkater Max und Moritz kennen, die schon viel zu lange auf ein neues Zuhause warten, weil die Zweibeiner entweder Katzenkinder oder Rassekatzen möchten, wir erleben mit der Birmakatze MyaMya ein paar haarige Abenteuer in den Straßen einer Großstadt oder erfahren durch Frau Buchecker, was eigentlich der Sinn von Weihnachten ist. Ganz besonders hat mir die letzte Geschichte gefallen, bei der Witwer Gottfried beim Weihnachtsbaumeinkauf einen Streuner findet, an dem er sein Herz verliert und ihm ein neues Zuhause gibt.

Alle Geschichten stimmen auf Weihnachten ein, machen manchmal nachdenklich oder bringen den Leser zum schmunzeln. Sie sind aber auch zum Vorlesen für Kinder geeignet.

Der Rowohlt Verlag hat ein wunderschönes Hardcover herausgegeben, das für EURO 8,30 (A) oder EURO 8.- (D) wirklich preisgünstig ist und jedes Jahr als Einstimmung in die Vorweihnachtszeit wieder gelesen werde kann. Übrigens kommt ein Teil des Verkaufserlöses verschiedenen Tierschutzprojekten zugute.

Fazit:
Ein wunderbares Büchlein mit herzerwärmenden Kurzgeschichten für Katzenliebhaber und alle, die es noch werden wollen!
 

Mein Dank gilt dem Rowohlt Verlag, Lovelybooks und der Autorin Christiane Lind, die uns Leser auch in der Leserunde mit wunderbaren Katzenerlebnissen unterhalten hat

Ich warte auf dich, jeden Tag - Clarissa Linden


    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (2. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3426516055
    • ISBN-13: 978-3426516058
    • Genre: Roman




Knaur Kurzbeschreibung: 
Die Amerikanerin Erin steht vor den Scherben ihres Lebens: Ihr Mann hat sie verlassen, und ihr Job in der Buchhandlung ihrer Freundin ist gefährdet. Da findet sie auf dem Speicher ihres Elternhauses unter den Hinterlassenschaften ihres Großvaters ein Flugticket nach Deutschland und einen Liebesbrief aus dem Jahr 1993, unterschrieben von einer Lily. Erin ist wie vom Donner gerührt, denn sie hat ihren Großvater stets als kalten und unnahbaren Menschen kennengelernt. Und ausgerechnet er soll eine heimliche Liebe gehabt haben? Erin reist nach Deutschland und begibt sich auf die Spur der geheimnisvollen Lily, die in den dreißiger Jahren eine leidenschaftliche Gegnerin der Nazis war …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung: 
Dies ist mein erstes Buch der Autorin Christinane Lind, die hier unter dem Pseudonym Clarissa Linden einen wunderbaren Roman geschrieben hat. Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks durfte ich dabei sein und ich muss gleich ein riesengroßes Kompliment an die Autorin loswerden. Sie hat wirklich jedes Kommentar aller Leserundenbeteiligten beantwortet. Ich hatte so etwas Ähnliches nur einmal bei "Verloren in der grünen Hölle" mit Ute Jäckle. Hut ab...solche Beteiligung eines Autors wünscht man sich für jede Leserunde!!!!

Erin, eine Mitvierzigerin, steht vor einem großen Wendepunkt in ihrem Leben. Ihr Mann hat sie verlassen, ihre Eltern verkaufen das Haus ihrer Kindheit und übersiedeln in eine Seniorenresidenz und der Buchladen ihrer besten Freundin Charlotte, in dem sie arbeitet, steht kurz vor dem Aus. Vor dem Verkauf des Hauses bitten sie ihre Eltern die Sachen am Dachboden durchzusehen. Dabei entdeckt sie einen Liebesbrief an ihren Großvater und ein One-Way Ticket nach Deutschland. Beides ist auf das Jahr 1993 datiert, als ihr Großvater bereits über 80 Jahre alt ist. Erin ist verwirrt, denn sie kennt ihren Großvater als sehr distanzierten und eher gefühlskalten Mann, bei dem an erster Stelle seine Katzen kamen und dann der Rest der Familie.
Erin nimmt sich eine kleine Auszeit und fliegt nach Europa. Zuerst besucht sie ihren Sohn Kyle in Barcelona, der dort Architektur studiert, um anschließend nach Frankfurt zu fliegen. Sie möchte der geheimnisvollen Vergangenheit ihres Großvaters auf sie Spur kommen.

Hier beginnt nun der Zeitenwechsel ins Jahr 1933. Wir lernen Lily kennen, eine politisch engagierte junge Studentin aus der Arbeiterschicht, die für die Sozialsozialisten gegen Hitler als Widerstandskämpferin auftritt. Die Nationalsozialisten werden immer stärker und die Stimmung immer bedrückender und feindlicher. Zu dieser Zeit lernt sie den jungen Alexander Kirchner kennen und verliebt sich in ihn. Er kommt allerdings aus der Oberschicht und genießt wie seine Freunde einfach das Leben, während Lily  Flugzettel verteilt. Trotz ihrer Liebe scheinen die Beiden nichts gemeinsam zu haben. Da überstürzen sich auf einmal die Ereignisse.....

Der Roman spielt in zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Während Erin im Haupterzählstrang 1999 in Amerika gerade vor den Scherben ihrer Ehe steht und versucht die Trennung zu überwinden,  erzählt der zweite Handlungsstrang von der Vorkriegszeit 1933 in Frankfurt. Dort lebt unsere Hauptprotagonistin Lily.
Da ich erst einen Roman gelesen habe, der ebenfalls die Vorkriegszeit in Deutschland als zweiten Handlungsstrang aufwies, hatte ich hier einige Vergleichsmöglichkeiten. In Clarissa Lindens Geschichte um Lily erfährt der Leser viel über den Widerstandskampf der Sozialsozialisten, während ich im anderen Roman einiges über die Judenverfolgung lesen konnte. Die Übergänge zwischen den beiden Zeiten fand ich bei "Ich warte auf dich, jeden Tag" leider nicht immer gelungen. Es fehlte mir oft einiges an Informationen. Erin wusste einige Male Dinge, die wir zwar als Leser erfahren haben, aber in keiner Weise im Handlungsstrang der Gegenwart erwähnt wurde. Das kostete dem Buch die fünf Sterne....

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und sehr bildhaft beschrieben. Mit Erin konnte ich mitfühlen, fand sie aber anfangs für ihr Alter etwas naiv. Durch die Reise in die Vergangenheit ihres Großvaters macht sie  eine großartige Entwicklung durch und findet schließlich zu sich selbst. Lily ist sehr engagiert und für sie steht der Kampf gegen Hitler an erster Stelle. Dabei übersieht sie leider einige wesentliche Dinge.... trotzdem fand ich Lily sehr sympathisch und authentisch. Alexander blieb irgendwie etwas blass, doch mit seiner Katzenliebe gewann er schließlich doch mein Herz. Als Katzenmama von fünf Katzen kann man gar nicht anders....
Charlotte ist eine Freundin, wie man sich sie nur wünschen kann. Absolut quirlig und voller Ideen, die immer für andere Menschen da ist und nicht an ihren eigenen Problemen verzweifelt. Erins Mutter ist hingegen das komplette Gegenteil: kühl und nicht wirklich liebenswert. Erin fühlt sich in ihrere Gegenwart immer unsicher.

Jedes Kapitel des Buches ziert eine Art Zitat. Es ist der erste Satz eines Romanes. Diese Zeilen wurden von Charlotte ausgewählt und sollen Erin die Aufgabe stellen, das Buch zu erkennen und zu lesen. Damit will sie Erin über die Trennung hinweghelfen und ihre beste Freundin auf andere Gedanken bringen. Gleichzeitig bemüht sie sich Bücher zu verwenden, die Erins momentane Lebenslage wiederspiegeln. Dies fand ich einfach eine großartige Idee und rätselte jedes Mal fleißig mit. Eine Auflistung über die Zitate bzw. Bücher, die verwendet wurden, befindet sich am Buchende. Einige meiner Mitleserinnen in der Leserunde hatten jedoch ähnliche Gedanken wie ich. Wie soll Erin bitte all diese Bücher in dieser kurzen Zeit lesen? Die Autorin meinte zu unserer Frage, das Erin die meisten Bücher schon kenne....

Schreibstil:
Die Geschichte lässt sich sehr leicht und flüssig lesen. Wie ich schon oben erwähnt habe, sind die Charaktere wunderbar beschrieben. Man hat das Gefühl alle zu kennen und fühlt sich wie unter "Freunden". Die Autorin hat sehr gut rechercheirt und am Ende des Romans noch einiges über den historischen Hinterrgund erläutert.
Es kommen neben den ersten Sätzen über jedes Kapitel noch viele andere Zitate vor, die oft zum Nachdenken anregen.

Fazit:
Eine gefühlvolle und bewegende Geschichte über die Irrungen und Wirrungen des Lebens und der Liebe.....facettenreiche Charaktere und historisch gut recherchiert. Wegen der nicht immer gelungenen Übergänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit ziehe ich einen halben Stern ab.



Vielen Dank an Lovelbooks und den Droemer Knaur Verlag für dieses bezaubernde Buch und ganz besonders an die wunderbare Autorin, die diese Leserunde zu einem tollen Erlebnis gemacht hat!
 

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