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Das Gefühl, das man Liebe nennt - Julie Cohen



    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Diana Verlag (15. Juni 2015)
    • ISBN-10: 3453358384
    • ISBN-13: 978-3453358386
    • Originaltitel: Where Love Lies
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur


Diana Kurzbeschreibung: 
Felicity ist glücklich. Sollte sie zumindest sein, denn sie hat den besten Ehemann der Welt, lebt in einem bezaubernden Cottage, und ihre Kinderbücher sind ein Riesenerfolg. Doch in letzter Zeit kommen immer häufiger Erinnerungen an ihre erste große Liebe Ewan zurück, der ihr vor vielen Jahren das Herz gebrochen hat. Warum verspürt sie plötzlich solche Sehnsucht nach ihm? Felicity kann nicht anders und folgt diesen Gefühlen, die sie selbst nicht versteht. Ist sie dabei, sich zu finden – oder zu verlieren? Fast zu spät erkennt sie, was wirklich mit ihr los ist …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Felicity ist eine junge Frau, die eigentlich ein glückliches Leben führen könnte. Sie hat vor kurzem ihrem Mann Quinn geheiratet, der sie auf Händen trägt und einen Job als Illustratorin, den sie liebt. Doch da ist auch der Verlust ihrer Mutter, Schuldgefühle die sie quälen, ihre Zeichenblockade und der Druck ihr Manuskript endlich abzuliefern. Und seit kurzem hat sie immer wieder den Duft von Frangipani in der Nase, einer exotischen Blume, die sie an ihre Mutter und an ihre große Liebe Ewan erinnert. Sie fühlt sich zerissen zwischen ihrer Liebe zu ihrem Mann und der Erinnerung an ihren Exfreund. Auch das einengende Dorfleben und Quinn's Familie, die alles scheinbar besser wissen, was ihr gut tut, lässt sie nach London flüchten, wo sich Felicity mit ihren Zweifeln, Hoffnungen und ihren Ängsten auseinandersetzen will.

Meine Meinung:
Felicity ist eine Künstlerseele: verträumt und im Moment lebend. Gemeinsam mit ihrer Mutter, einer Malerin, ist sie bereits als Kleinkind um die Welt gejettet und kennt keine Zwänge oder das einengende Kleinstadtleben. Quinn ist das genaue Gegenteil. Er lebt seit seiner Kindheit im Ort Tillingham, umgeben von seiner ganzen Familie und den Dorfbewohnern, die ihn schon seit seiner Geburt kennen. Als Journalist schreibt er für die örtliche Zeitung und ünscht sich weder Karriere, noch ein Leben in der Großstadt. Für ihn ist die Familie das Wichtigtse. Dabei liest er seiner Frau jeden Wunsch von ihren Augen ab. Zwei Menschen wie Feuer und Wasser...

Ich konnte Felicity irgendwie verstehen, dass sie als Künstlerin und sehr eigenständiger Mensch, den enormen Druck der Familie und des Dorfes nicht lange aushält. Wenn die Dorfbewohner vom Gynäkologen noch VOR dem eigenen Ehemann erfahren, dass Felicity EVENTUELL schwanger sein könnte, wäre dies für mich ebenfalls ein Grund gewesen, die Flucht zu ergreifen, auch wenn ich selbst in einem kleinen Kaff lebe, wo sich Fuchs und Henne Gute Nacht sagen! Quinn nimmt ihr die Luft zum Atmen, auch wenn er sie auf Händen trägt, und ihre Schwiegermutter meint es zwar gut, mischt sich aber in jede nur erdenkliche Angelegenheit. Doch da sind auch noch die Kopfschmerzen, der plötzlich auftretende imaginäre Duft von Frangipani und die damit verbundenen Glücksgefühle, sowie die Erinnerung an Ewan, ihren Exfreund. Der Druck wird immer größer und so verlässt sie Tillingham und wohnt für einige Zeit in der Wohnung ihrer Jet-set Freundin Lauren in London. Dort macht sie sich auf die Suche nach ihrem Exfreund und dem Glück..........

Der Roman ist in drei Teile geteilt, jeweils mit einem Zitat am Beginn. Die Hauptprotagonistin erzählt in der Ich-Form im Präsens, die Kapitel sind kurz gehalten. Einige davon sind auch den Männern gewidmet. Man erkennt an der Überschrift, ob es gerade um Quinn oder Ewan geht. Hier wird allerdings nicht in der Ich-Form, sondern in der 3. Person erzählt.

Leider konnte mich die Geschichte sehr lange nicht wirklich packen. Ich verstand Felicitys Zweifel und ihre innere Zerissenheit, ihre Fragen nach dem Warum und ihre Suche nach dem Glück, aber die erste Hälfte des Romans plätscherte irgendwie nur so vor sich hin. Erst nachdem Felicity sich langsam entscheiden konnte, was sie von ihrem Leben erwartet, kam die Wende....und danach gleich die nächste, denn die Autorin wartete plötzlich mit einer unerwarteten Richtung in der Geschichte auf. Leider nahm aber das Zitat von von Dostojewski am Anfang des dritten Teils diese Überraschung im Roman etwas vorweg. Das fand ich sehr schade, da es zu viel verraten hat!
Das letzte Drittel war dann einfach perfekt und gab der Geschichte das gewisse Etwas mit einem Ende, das ich so nicht erwartet hatte.

Das Nachwort sollte jeder unbedingt lesen - es erklärt einiges!

Schreibstil:
Julie Cohen schreibt sehr flüssig und sehr gefühlvoll. Ich habe bereits ihren Roman "Mit den Augen meiner Schwester" gelesen, der mir (viel besser) sehr gut gefiel. Die Autorin beweist ihre Schreibkunst in beiden Büchern mit einer sehr einfühlsamen Handlung und sehr gut gezeichneten Charakteren.

Cover:
Das Originalcover vermittelt irgendwie etwas ganz anderes als das deutsche Cover.
Der deutschsprachige Einband wirkt fröhlich und nimmt Bezug zu London. Auch die Farben vermitteln eher etwas Leichtes und Fröhliches. Das Originalcover wirkt eher träumerisch. Die roten langen Haare der Protagonistin bilden ebenfalls einen Blickfang.
Ich würde mich eher für das deutsche Cover entscheiden...

Fazit:
Ein Roman, der leider einige Längen in der Mitte aufzuweisen hat. Das letzte Drittel wartet mit einer überraschenden Wendung auf, die der Geschichte das gewisse Etwas gibt und das ich so nicht erwartet hatte.

Mein Dank geht an den Diana Verlag und dem Bloggerportal für diese einfühlsame Geschichte.

Mit den Augen meiner Schwester - Julie Cohen


    • Taschenbuch: 496 Seiten
    • Verlag: Diana Verlag (9. Mai 2012)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453356594
    • ISBN-13: 978-3453356597
    • Originaltitel: Getting Away With It
    • Genre: Roman

Amazon Kurzbeschreibung:
Als Kind konnte Liza Haven es kaum erwarten, ihrem beschaulichen Heimatort Stoneguard zu entfliehen. Lange war sie schon nicht mehr dort – seit jenem schrecklichen Weihnachtsfest, als die Mutter Lizas Schwester Lee zu ihrer Nachfolgerin in der familieneigenen Eiscreme-Manufaktur bestimmte. Als Liza nun nach Jahren in Amerika nach England zurückkehrt, muss sie feststellen, dass ihre scheinbar perfekte Schwester sich aus dem Staub gemacht hat. Unbeabsichtigt schlüpft sie in Lees Rolle und erkennt, dass deren Leben nicht so leicht und sorgenfrei ist, wie sie immer angenommen hatte. Ihren kleinen Heimatort hingegen findet sie gar nicht mehr so übel – Lees festen Freund Will übrigens auch nicht …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Meine Meinung:
Wieder eine Autorin, die mir noch unbekannt war und deren restliche Bücher ich noch gerne lesen möchte.
Julie Cohen hat hier eine wunderbare Geschichte über Zwillinge geschrieben, die unterschiedlicher nicht sein können.
Elizabeth, genannt Liz, und Emily, genannt Lee, sind zwar eineiige Zwillinge, doch die angeblich so starke Bindung zwischen den Beiden sucht man vergeblich. Liz ist eine toughe Stuntfrau, genießt ihr Singleleben und möchte nie wieder zurück in das Kaff ihrer Kindheit, wo ihre Mutter und ihre Schwester eine Eiscreme-Manufaktur besitzen. Lee, deren Leben sich seit ihrer Kindheit in Stoneguard abspielt und die sich um ihre an Alzheimer erkrankte Mutter und das Eisgeschäft annimmt, wächst mittlerweile alles langsam über dem Kopf. Sie ist nicht nur Geschäftsfrau und kümmert sich um ihre Mutter, sondern engagiert sich in allen möglichen Vereinen und ist bei allen Einwohnern beliebt. Liz dagegen ist nur die eingebildete und selbstsüchtige Schwester.
Nach einem schweren Unfall bei einem Stunt ist Liz plötzlich ohne Job und verspricht ihrer Schwester zum Wohltätigkeitsball in ihrem Heimatort zu kommen. Als sie dort auftaucht ist allerdings von Lee nichts zu sehen und Liz übernimmt kurzfristig die Rolle ihrer Schwester, die sich anscheinend nur verspätet. Doch der Abend geht vorüber und Lee taucht nicht auf.
Liz macht es anfangs Spaß in die Rolle ihrer "tugendhaften" Schwester zu schlüpfen, doch nachdem diese auch am nächsten Tag nicht zurückkehrt und sich nur kurz am Handy meldet, ist Liz nicht mehr über ihre neue Rolle erfreut. Außerdem wollte sie ja nur den einen Abend bleiben und dann wieder nach London fahren.
Dank einzelner Listen, die sich Lee ganz nach dem Vorbild ihrer Mutter gemacht hat, kann Liz anfangs die Geschäftstermine einhalten undeinige Dinge erledigen. Doch das Leben einer Stuntfrau ähnelt so gar nicht dem der Besitzerin einer Eisfabrik und Liz kommt doch ganz schön oft ins trudeln....
Zunehmend merkt sie was Lee alles geleistet hat und was ihre Angestellten, ihre Mutter und die Einwohner von Stoneguard so alles von ihrer Zwillingsschwester verlangen.Und dann gibt es auch noch Lees Freund, den charmanten Will Naughton, der Lizas Herz höher schlagen lässt. Und damit fangen die Schwierigkeiten erst richtig an.....

Das Landleben im Ort Stoneguard wird wirklich amüsant beschrieben. Einige Charaktere sind zwar ein bisschen überzeichnet, aber findet sich nicht in jedem Kaff mindestens ein Mensch, der den anderen etwas suspekt ist oder der/die von allen bewundert oder als verrückt dargestellt wird?

Und auch das Thema "Leben tauschen" oder der Neid vieler Menschen, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind und gerne ein anderes führen möchten, wird hier aufgegriffen. Es muss nicht immer eine Zwillingsschwester sein, in deren "Schuhen man schlüpft".
Gedanken habe ich mir auch über die Aussage gemacht, dass Zwillinge immer nur als eine Einheit angesehen werden, aber selten als einzelne Individuen. Für viele muss das oft sehr schwer sein....

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut, lässt aber vielleicht eher einen Chick-Lit Roman vermuten.

Schreibstil:
Der ausdrucksstarke und angenehme Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Die Protagonisten sind alle wunderbar charakterisiert und ich konnte mich teilweise in beide Zwillingsschwestern richtig gut hineinversetzen. Man schließt Lee und Liz sofort ins Herz, wobei es bei Liz eine Spur länger dauert, doch dies ist wohl von der Autorin auch genauso gewollt.

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte, die einem nicht nur nette Unterhaltung bietet, sondern auch einige Probleme aufgreift und dem Leser zeigt, dass es oft doch nicht so wünschenswert ist, sein Leben mit jemanden tauschen zu wollen.


 

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