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Was der Morgen verspricht - Kristina Herzog

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 447 Seiten
    • Verlag: ‎ Tinte & Feder (10. Mai 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 2496711239
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-2496711233
    • Genre: Historischer Roman

     

Amazon Kurzbeschreibung:
Berlin 1904: Gegen den Widerstand ihrer Eltern verbringt die Jüdin Hannah viel Zeit in der Arztpraxis ihres Großvaters. Heimlich träumt sie davon, Medizin zu studieren. In Tübingen soll das auch für Frauen möglich sein. Doch das schickt sich nicht für ein Mädchen aus gutem Hause – anders als eine Hochzeit. Abrupt vor vollendete Tatsachen gestellt, lässt Hannah ihren Verlobten beim ersten Treffen einfach stehen. Dabei hat Daniel nur Augen für sie. Und je näher sie ihn kennenlernt, desto mehr fühlt Hannah sich zu dem einfühlsamen jungen Mann hingezogen. Ob sie ihm von ihrem Traum erzählen kann?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auch Kristina Herzog wagt sich an das Genre historischer Roman, wie in letzter Zeit einige Autor:innen, die sonst in anderen Genres schreiben. Die Autorin konnte mich vor einigen Jahren mit ihren Krimi "Abschiedskonzert" begeistern und fragte bei mir an, ob ich nicht den ersten Band ihrer geplanten Sternberg-Saga lesen möchte - und ich wollte.

Hannah ist ein junges jüdischen Mädchen aus gutem Haus, das sich am liebsten bei ihrem Großvater aufhält, der eine gutgehende Arztpraxis führt. Immer wieder verliert sie die Zeit aus den Augen, wenn sie in den medizinischen Büchern liest und ihr Wunsch Medizin zu studieren wird immer größer. Doch in Deutschland gibt es für Frauen nur in Tübingen die Möglichkeit ein Studium aufzunehmen und für ihre Eltern kommt ihr Ansinnen überhaupt nicht in Frage. Sie haben bereits einen Heiratskandidaten in Aussicht und stellen Hannah vor vollendete Tasachen: Die Verlobung und Heirat mit Daniel Friedländer ist bereits beschlossene Sache. Für Hannah bricht eine Welt zusammen...

Kristina Herzog stellt in ihrem historuischen Roman ihre Figuren ins Zentrum und schreibt ihnen facettenreiche Charaktere auf den Leib. Standesunterschiede und das enge Korsett der Frauen, die einzig den gesellschaftlichen Verpflichtungen als Ehefrau nachzukommen haben, sind die großen Themen in diesem ersten Band der Sternberg-Saga.

Kristina Herzog zeichnet ein sehr anschauliches Bild vom Leben zur damaligen Zeit. Hannah ist eine mutige und willensstarke junge Frau, die versucht ihren Traum zu leben. Ich mochte ihre Art nicht immer, denn sie ist zeitweise auch sehr naiv. Manche ihrer Handlungen fand ich etwas widersprüchlich und die plötzlich doch aufkommende Liebe zu Daniel empfand ich als nicht wirklich glaubwürdig. Sonst hat sie mir aber mit einigen ihrer Handlungen und ihrem Drang nach Wissen sehr imponiert. Als einzige Frau unter den Medizinstudenten muss sie sich vielen Anfeindungen entgegenstellen und ihren Platz hart erkämpfen. Der Konkurrenzkampf ist groß und Männer werden natürlich bevorzugt. Den größten Gegenwind bekommt Hannah, neben ihrer Mutter und Schwiegermutter, allerdings von anderen Frauen.

Kristina Herzog hat auch die Geschichte rund um das Dienstmädchen Alma bei den Sternbergs weitererzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Sie ist lange Zeit die einzige Vetraute für Hannaf und die beiden jungen Frauen werden trotz des Standesunterschiedes Freundinnen. Almas Geschichte hat mich in den Bann gezogen. Besonders ins Herz geschlossen habe ich allerdings die Großeltern von Hannah, die damals schon viel aufgeschlossener als Hannahs Eltern waren und ihre Enkelin immer unterstützten.

Die immer größer werdenden Zeitsprünge in der zweiten Hälfte der Geschichte haben mich leider ziemlich gestört. Ich bekam immer mehr das Gefühl, dass die einzelnen Abschnitte zu schnell abgearbeitet werden. Zeitangaben und Jahreszahlen vermisste ich ebenfalls. So konnte ich nur erahnen, wie alt Hannah am Ende des Buches ist.
Gott sei Dank gibt es am Ende keinen Cliffhanger, sondern die Geschichte kann man auch gut als alleinstehenden Roman lesen. Trotzdem bin ich schon gespannt auf den zweiten Band, der demnächst schon erscheint.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist bildhaft, kurzweilig und lebendig. Die damalige Zeit wird sehr anschaulich beschrieben. Die Figuren sind greifbar und konnten mich jede auf ihre Weise überzeugen.

Fazit:
Ein gefühlvoller Roman über den Kampf einer jungen Frau, die Anfang des letzten Jahrhunderts versucht ihre Träume zu verwirklichen. Mir fehlte es etwas an Spannung und die Zeitsprünge im letzten Drittel waren mir zu groß. Trotzdem mochte ich die Geschichte um Hannah und ihren großen Wunsch Medizin zu studieren sehr und freue mich shcon auf den Folgeband.

Vielen Dank an Kristina Herzog für das Rezesionsexemplar!

Abschiedskonzert - Kristina Herzog


Edition Oberkassel Kurzbeschreibung: 
Die Berliner Klassik-Szene ist erschüttert: Der Kopf des renommierten Dirigenten Kolja Fechner liegt verlassen im Foyer eines Konzerthauses.  Mehr ist vom Körper nicht auffindbar. Neuberliner Alexander Rosenberg und die alleinerziehende Kathleen Neubauer müssen während der Ermittlungen zu einem Team werden. Als sie Unvorhergesehenes im Leben des Dirigenten entdecken, wird der Fall immer komplexer, die Zahl der möglichen Motive und somit der Täter steigt. Wird ein in der Spree versenkter Basskoffer zur Lösung beitragen

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Im Berliner Konzerthaus findet die rumänische Putzfrau den abgetrennten Kopf des Star-Dirigenten Kolja Fechner. Vom Rest der Leiche fehlt jede Spur. Der Heidelberger Neuzugang bei der Kripo, Alexander Rosenberg, wird vom Chef als Teamleiter mit dem Mordfall beauftragt. Das schmeckt den Kollegen natürlich gar nicht. Gemeinsam mit seiner Kollegin Kathleen Neubauer soll er den Mörder überführen. Die Alleinerzieherin ist alles andere als erfreut mit dem Grünschnabel zusammenzuarbeiten und Kollege Lukas Meister ist sauer, da er sich übergangen fühlt. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für den Neuling, der in Berlin sein Referendariat als Jurist abgebrochen und seine untreue Ex-Verlobte zurückgelassen hat. Auch sein Vater, Professor für Strafrecht und seine Mutter, Ärztin, sind von seiner Entscheidung alles andere als begeistert. Doch Alexander will es allen beweisen.

Meine Meinung:
Die Ermittler in Kristina Herzog's Kriminalroman wachsen dem Leser schnell ans Herz. Alexander und Kathleen sind zwei sympathische und lebensechte Charaktere, die sich zwischen Job und Privatleben aufreiben. Während Kathleen, wie jede berufstätige alleinerziehende Frau Schwierigkeiten hat, Beruf und Privatleben unter einem Hut zu bringen, und ihr Chef ihr immer wieder Steine in den Weg legt, versucht Alexander in Berlin und im neuen Job Fuß zu fassen. Die Untreue seiner langjährigen Verlobten hat ihn außerdem ziemlich aus der Bahn geworfen. Trotz der in die Handlung eingebauten privaten Probleme der Ermittler nehmen diese nicht Überhand und der Fokus bleibt bei den Ermittlungen im Konzerthaus.
Diese laufen allerdings alles andere als gut! Nicht nur der Chef des LKA unterstützt die Beiden in keinster Weise, sondern auch die Presse teilt heftig aus und die Pressesprecherin des Konzerthauses versucht ebenfalls alles, um die Ermittlungen zu stören....
Während sich Alexander in der Welt der klassischen Musik wie zuhause fühlt, bleibt Kathleen bei den Verhören am Ball und so ergänzen sich die beiden im Laufe des Krimis immer mehr und werden ein eingespieltes Team. Doch das dauert mehr als 200 Seiten und bis dahin haben beide alle Hände voll zu tun: Der ermordete Dirigent hatte nämlich nicht nur zahlreiche Affären, sondern war auch in dubiose Geschäfte verwickelt. So sind die Tatverdächtigen zahlreich. Doch dann findet man eine weitere Leiche......

Schreibstil:
Der Krimi lässt sich flüssig lesen und der Spannungsbogen steigt kontinuierlich. Sehr gefallen haben mir die Dialoge und Gedankengänge der Ermittler. So bemerkt man als Leser, wie Kathleen und Alex langsam zu einem Team zusammenwachsen und hat nebenbei auch einiges zum schmunzeln. Die Beiden haben Persönlichkeit und sind äußerst lebendig beschrieben. Gerne würde ich noch mehr Krimis mit diesem sympatischen Ermittlerpaar lesen!

Cover:
Das Cover ist mit dem Bild von einem Cello und einem blutbefleckten Tuch absolut passend. Auch die rote Farbe des Einbandes lässt auf einen Krimi schließen.

Fazit:
Ein solider Krimi im Musikmilieu mit einem sehr sympathischen Ermittlerpaar, von dem ich noch gerne mehr lesen möchte! Interessante Wendungen erhalten die Spannung auf den rund 250 Seiten. Für Krimifans zu empfehlen!


Mein Dank geht an den Verlag Edition Oberkassel, an die Autorin Kristina Herzog und an Lovelybooks!
 

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