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Wer blind vertraut - Tessa Duncan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage  (18. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 342322178X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423221788
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 3 der Canterbury Fälle


dtv Kurzbeschreibung:
Ein neuer Fall aus ihrer therapeutischen Praxis bringt Lily Brown an ihre Grenzen und sogar in höchste Lebensgefahr. Was ist der Tochter ihrer schwer depressiven Patientin Mary-Ann zugestoßen, die seit fast drei Jahren vermisst wird? Lebt die inzwischen 13-jährige Laura noch? Und wie kann sie dem Heiratsschwindler Paul das Handwerk legen, der ihre Patientin Caroline um viel Geld betrogen hat? Aber nicht nur das: Ist dieser Mann womöglich ein Mörder?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challege

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
"Wer blind vertraut" ist der dritte Teil der Canterbury Reihe von Tessa Duncan aka Marita Spang aka Marie Lacrosse. Diese Reihe rund um Psychotherapeutin und ehemaliger Polizeipsychologin Lily Brown wird von Band zu Band spannender. Man kann die abgeschlossenen Fälle auch alleinstehend lesen, jedoch erschließt sich Lilys Background viel besser, wenn man diese ab dem ersten Band kennenlernt.

Lily hat es diesmal mit zwei sehr unterschiedlichen Patientinnen zu tun, deren Fälle sie sehr beschäftigen: Mary-Ann Lewis, eine extrem verschüchterte Mutter, deren Tochter Laura vor etwas mehr als zwei Jahren spurlos verschwand. Der Fall wurde zu den Akten gelegt, doch Mary-Ann kann den Verlust ihrer Tochter nicht verwinden. Außerdem fürchtet sie um ihre zweite Tochter Emma, denn die Lebensumstände im Haus von Mary-Anns Mutter sind prekär. Zusätzlich sind ihre Aussagen sehr widersprüchlich, was Lily verdächtig erscheint. Sie erkennt schnell, dass es in Mary-Anns Familie etwas nicht stimmt. Kurz bevor Lily einen Platz für sie und ihre Tochter Emma im Frauenhaus findet, verschwindet Mary-Ann spurlos...

Die zweite Patientin ist das genaue Gegenteil von Mary-Ann. Die selbstbewusste und alleinstehende Witwe Caroline scheint von einem Heiratsschwindler betrogen worden zu sein. Auch Sally ist ein Opfer dieses Mannes, der sich Paul Taylor nennt und der sie ebenfalls um ihr Erspartes betrogen hat. Gemeinsam und mit Lilys Hilfe wollen die beiden Frauen den Mann überführen, doch dann passiert etwas Schreckliches....
Lily findet ebenfalls heraus, dass einige der Frauen, die auf diesen Mann hereingefallen sind, angeblich Selbstmord verübt haben. Lily wäre nicht Lily, wenn sie nicht ihre Verbindungen zur MET ausnützen würde. Sie bittet ihren Lebenspartner Dan nach weiteren Opfern des Heiratsschwindlers zu suchen.

In einem weiteren Strang verschwinden junge Mädchen in Canterbury, die die zuständige Polizei bei ihren Ermittlungen an ihre Grenzen bringt. Als Leser bekommen wir einen kleinen Einblick in die Methode des Killers, wie er seine Opfer aussucht und seine grausame Methode sie für immer verschwinden zu lassen....

Durch die beiden Erzählstränge und so einigen Figuren ist der Beginn des Krimis noch etwas langsamer, um in die Geschichte hineinzukommen. Hat man alles intus, wird es immer rasanter und spannender. Ab der Hälfte konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. 
Man rätselt, ob und wie die beiden Handlungsstränge zusammengehören und wer hinter all diesen Grausamkeiten und psychischen Manipulationen dahinterstecken könnte. 
Natürlich kann sich Lily wieder nicht zurückhalten und gerät abermals in große Gefahr...

Dank ihrer Ausbildung als Psychotherapeutin versteht es die Autorin hervorragend, die Gedanken und das Verhalten ihrer Figuren nachvollziehbar und authentisch darzustellen. Die Charaktere sind vielschichtig, glaubwürdig und alles andere als perfekt. Die hochschwangere Lily hat diesmal nicht nur mit den Fällen in ihrer Praxis zu kämpfen, sondern auch um Lebenspartner Dan, dessen Noch-Frau ihnen das Leben schwer macht. Auch Katerchen Mick hat in diesem Band seinen eigenen Krimi zu bestehen.

Im Nachwort beschreibt die Autorin welche realen Fälle sie zu ihrem Krimi inspiriert haben und betont, dass die Wirklichkeit leider noch viel grausamer ist, als ihre Handlung rund um häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, Missbrauch, dem Messie-Syndrom und psychischer Manipulation. 

Das Finale ist temporeich, schlüssig aufgebaut und führt die verschiedenen Handlungsstränge auf überzeugende Weise zusammen.

Fazit:
Ein äußerst spannender Kriminalroman, der vom Verlag erneut als Roman eingestuft wird, was ich nicht nachvollziehen kann. Auch die Themen, die Tessa Duncan aufgreift sind nicht leicht und alleine schon der Prolog hat mir richtige Gänsehaut bereitet. 
Ich finde diese Reihe von Band zu Band besser und empfehle sie gerne weiter!


Vielen Dank an die Autorin und an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!


Die Canterburry Falle:

  1. Wer das Vergessen stört  *Rezi*
  2. Wer mit den Wölfen heult  *Rezi*
  3. Wer blind vertraut
 

Firewatch - Colin Hadler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage (19. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264632
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264631
    • Genre: Thriller, Romantic Thrill



dtv Kurzbeschreibung:
Ein Jahr zuvor: Aaron übernimmt bei einem Ferienjob die Firewatch in einem kalifornischen Nationalpark. Stationiert im Firetower nebenan: Der gleichaltrige Schriftsteller Kian, der eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Aaron ausübt – obwohl er spürt, dass Kian etwas verbirgt. Für ihn verlässt Aaron heimlich seinen Posten – und kehrt nie zurück. Als die Ermittlungen eingestellt werden, fasst sein bester Freund Robin einen riskanten Plan: Er will Kian daten, um sein Vertrauen zu gewinnen und Aaron zu rächen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nach dem Vampir-Thriller folgt ein weiteres Thriller-Untergenre, welches ich sehr selten lese.
Über vorablesen durfte ich das neue Buch von Colin Hadler lesen - mein erstes. Es ist kein normaler Thriller, sondern eine Mischung aus Suspence Romance/New Adult und eben dem Thrillerthema. Es hat mich ein bisschen an die Bücher von Karen Rose erinnert, die ebenfalls immer eine Liebesgeschichte beinhalten. Normaler Weise mag ich ja das nicht so, aber hier hat es perfekt zum Plot gepasst und hat sich perfekt eingefügt, auch wenn es mir manchmal doch zu spicy war. Dass es sich auch um Gay Romance handelt, war ebenfalls eine neue Erfahrung für mich.

Aaron, Robin und Haley sind beste Freunde. Haley ist die Beschützerin der Gruppe, Robin der zurückhaltende Träumer, der sich als Schauspieler versucht und Aaron ein Draufgänger, der nichts anbrennen lässt. Als er wieder einmal über die Stränge schlägt, schicken ihn seine Eltern während der Ferien als Firewatcher im Goldanfalls Nationalpark in Kaliforniern. Auf einem der beiden Firetowers soll er den Nationalpark überwachen und Brände sofort melden. Ohne Internet und Handy verläuft die Zeit nur langsam. Es gibt nur Funkkontakt zur Außenwelt und zum zweiten Turm, wo sich ein gewisser Kian den Job mit Aaron teilt. Für ihn verlässt Aaron heimlich seinen Posten und kehrt nicht mehr zurück. Er gilt als verschwunden. Als Monate später die Polizei die Ermittlungen einstellt, möchten Robin und Haley dies einfach nicht akzeptieren. Robin beginnt Kian, den Firewatcher im zweiten Turm, den sie als vermeintlichen Täter vermuten, zu stalken und aus ihm ein Geständnis heraus zu kitzeln. Dass dies in die Hose geht, ist wohl jedem von uns klar....

Eine Ausgangssituation, die ich als ziemlich naiv einschätze, die aber natürlich die Spannung in der Handlung erhöht. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit sind wir bei Aaron im Nationalpark und erleben, wie er sich dort nur schwer einlebt - bis er Kian kennenlernt. Es gibt ebenfalls Rückblicke in die Zeit davor, wie die drei gemeinsam Studium, Job und ihr tägliches Leben meistern, wobei Aarons Leben mehr aus Parties besteht.
In der Gegenwart begleiten wir Robin bei seinem Versuch mehr über den mysteriösen Kian zu erfahren, ihn in Sicherheit zu wiegen und sein Vertrauen zu erschleichen..
Dabei hat mich oft die Naivität von Robin gestört, der wirklich mehr als blauäugig seine Ideen umsetzt, um Kian als Aarons Mörder zu entlarven. Dabei gerät er selbst in einige kritische Situationen und empfindet schlussendlich immer mehr für den jungen Mann.

Fasziniert hat mich der Schreibstil des jungen österreichischen Autors. Er ist sehr dialoglastig, aber fesselnd und die Kapitel sind kurz und knackig gehalten. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, auch wenn ich oftmals den Kopf über Robins Naivität geschüttelt habe. Einige Szenen fand ich etwas weit hergeholt, blieb aber immer gerne in der Geschichte. Fasziniert hat mich, wie der Autor immer wieder versucht hat den Leser zu beeinflussen. Ich war mir nie sicher, wem ich trauen kann und wem nicht. Colin Hadler hat dies perfekt umgesetzt.

Zum Ende hin gibt es eine unerwartete Wendung, die ich nicht kommen sah. Hier passte dann die Bezeichnung Thriller perfekt, denn es wird blutig und schockierend. 

Fazit:
Der Suspence Romance Anteil ist bei diesem Thriller hoch, liest sich aber flott weg und hat sich perfekt in den Plot eingefügt. Kurze Kapitel und überraschende Wendungen halten den Spannungsanteil hoch. Manche Szenen fand ich etwas weit hergeholt, aber insgesamt habe ich "Firewatch" gesuchtet und schnell weggelesen. Für New Adult Leser, die auch gerne Thriller lesen und für Thriller Leser, die sich nicht an einigen spicy Szenen stören. 


Vielen Dank an vorablesen und dtv für das Rezensionsexemplar!


Coram House - Bailey Seybolt

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2. Auflage (11. September 2025)
    • Übersetzer: ‎Susanne Goga-Klinkenberg
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264314
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264310
    • Originaltitel: Coram House


dtv Kurzbeschreibung:
Vermont, 1968: An einem glühend heißen Sommertag verschwindet der neunjährige Tommy spurlos aus Coram House, einem Waisenhaus am Lake Champlain. Auch fünfzig Jahre später ist sein Verschwinden immer noch ungeklärt. Für Alex Kelley, eine angeschlagene True-Crime-Autorin, scheint der Auftrag, über das Waisenhaus zu schreiben, die perfekte Gelegenheit, sich aus ihrer beruflichen Krise zu befreien. Im winterlichen Vermont taucht sie tief ein in die Transkripte und Originaldokumente aus dieser Zeit. Schnell wird ihr klar, dass sie einen brisanten Fall vor sich hat: Was ist wirklich mit dem kleinen Tommy geschehen? Bereits wenig später taucht eine weitere Leiche auf und Alex beginnt zu begreifen, dass sie das nächste Opfer sein könnte …

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Noch fehlt mir ein "C" für die ABC Challenge und da kam "Coram House" von Bailey Seybolt gerade recht. Der Thriller ist mir bei meinem letzten Buchhandlungsbesuch aufgefallen und rutschte auf meine Wunschliste. Da er gebraucht relativ günstig bei rebuy zu haben war, habe ich ihn mir dort geholt.
Und das ist auch gut so, denn so ganz überzeugen konnte mich der Thriller nicht.

True-Crime Autorin Alex Kelley sieht nach dem Tod ihres Mannes, und einem Shitstorm nach ihrem letzten Buch, einen Neuanfang in einem neuen Auftrag. Laut ihrem Auftraggeber, dem pensionierten Rechtsanwalt Alan Steadsan, soll sie nicht nur an den Ort des Geschehens ihres neuen Buches ziehen, sondern auch als Ghostwriter schreiben. Er möchte sich ein "Denkmal" setzen und sie sieht darin eine Chance als Autorin wieder Fuß zu fassen.
Alex soll die tragischen Hintergründe hinter den Missbrauchsvorwürfen in "Coram House", einem von Nonnen und Priestern geführten Waisenhaus, aufarbeiten. Bereits in den 1980-er Jahren kam es zu einem Gerichtsprozess, der jedoch mit einem Vergleich endete. In der Zwischenzeit sind viele Bewohner des ehemaligen Waisenhauses verstorben, doch Alex erhält alte Dokumente, Aufzeichnungen und Interviews als Material. Dabei fällt ihr das mysteriöse Verschwinden des kleinen Tommy auf, dessen Spur sich 1968 von einem Tag auf den anderen verliert. Ein damaliges Waisenkind spricht in den Aufzeichnungen von einem Mord und dass Tommy ertrunken sei. Die Nonnen erzählten hingegen, dass er weggelaufen ist. Der kleine Junge lässt Alex nicht los. Doch bald hat Alex andere Probleme, denn sie stößt bei ihrer Joggingrunde auf eine Leiche. Und plötzlich zieht sich die Schlinge um Alex und ihre Nachforschungen immer mehr zusammen...

Der Thriller ist in fünf Teile aufgeteilt und wird atmosphärisch, aber langsam erzählt. Wir kreisen viel um Alex Gedanken und Vermutungen, die zum Verschwinden des kleinen Tommy führten. Erst nachdem in der Gegenwart die erste Tote gefunden wird, kommt etwas mehr Spannung auf.
Zwischen den beiden Handlungssträngen in der Vergangenheit in den 1960er Jahren und der Gegenwart, die in den 2000ern spielt, gibt es Transkripte und Aufzeichnungen aus den späten 1980er Jahren.

Alex fand ich nicht unbedingt als Sympathieträgerin. Sie fokussierte sich zu sehr auf eine einzige Person, die sie in Verdacht hat. Doch gerade diese Verbissenheit hat ihr bei ihrem letzten Buch fast ihre Karriere gekostet. Sie wirkt dadurch nicht unbedingt lernfähig. Und auch die leicht angedeuteten romantischen Avancen zwischen Alex und anderen Charakteren fand ich unpassend und in diesem Genre überflüssig.  

Das Thema hingegen ist interessant. Ich habe bereits jede Menge über Waisenhäuser, brutalen Erziehungsmethoden und Vertuschung darüber, gelesen. Trotzdem ist es immer wieder verstörend darüber zu lesen, wie unschuldige Kinder gequält und misshandelt werden. 

Die klirrende Winterkälte in Vermont hat die Autorin großartig eingefangen. Auch die etwas mystische Stimmung um die Geschichte eines Waisenkindes um ein Monster im See, an dem Coram House liegt. Das verlassene Waisenhaus ist leicht gruselig dargestellt und verbreitet negative Schwingungen.

Immer wieder geht es um die Fragen nach Wahrheit, Schuld, Verlust und Gerechtigkeit.
Im Nachwort erklärt die Autorin, dass ihr Thriller von den wahren Ereignissen im St. Joseph' s Orphanage in Burlington, Vermont, inspiriert wurde. Gleichzeitig führt sie aber auch an, dass es leider jede Menge ähnlicher Vorkommnisse in ähnlichen Einrichtungen gegeben hat.

Cover:
von links nach rechts:
das englische Original, das spanische und das niederländische Cover.

Fazit:
Ein sehr atmosphärischer Thriller mit einem Thema, welches immer wieder entsetzt. Die Umsetzung hat mir hingegen nur mittelmäßig gefallen und das Tempo zieht erst sehr spät an. Die Geschichte wird wohl eher nicht im Gedächtnis bleiben. 

Du musst meine Hand fester halten Nr. 104 - Susanne Abel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 4. Auflage (14. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423283920
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423283922
    • Genre: historischer Roman, zwei Zeitebenen


dtv Kurzbeschreibung:
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Wer ist man, wenn man niemand ist? Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn Hardy nennt und schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend. Die kleine Emily leidet unter dem hartnäckigen Schweigen ihrer Urgroßeltern Margret und Hardy, bei denen sie wegen des unsteten Lebenswandels ihrer Mutter aufwächst. Als Jugendliche beginnt sie schließlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wird es ihr gelingen, das Erbe der unverarbeiteten Traumata ihrer Familie endlich aufzubrechen?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book Challenge"

Meine Meinung:
Mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges wird ein kleiner Junge während eines Kindertransportes von seiner Schwester getrennt. Zuvor ist die Mutter vor ihren Augen verstorben. Der erst dreijährige Junge wird in ein Kinderheim gebracht. Da er seinen Namen nicht kennt und nicht spricht, wird er einfach Hartmut genannt und gilt als schwachsinnig.
Im Kinderheim herrscht Zucht und Ordnung. Die Kinder werden "entmenschlicht" und erhalten Nummern. Hartmut wird zur Nummer 104 und erlebt viel Grausames. Nur die fünf Jahre ältere Margret kümmert sich um den kleinen Jungen, den sie Hardy nennt. Sie erkennt, dass er nicht schwachsinnig, sondern völlig verstört ist. Doch die beiden werden später getrennt und erleben noch weitere Grausamkeiten, bis ihr Weg sie wieder zusammenführt.

In der Gegenwart sind Margret und Hardy seit langem verheiratet. (Das ist kein Spoiler, denn es ist direkt auf den ersten Seiten zu lesen). Niemand aus der Familie kennt ihre gemeinsame Vergangenheit. Hardy leidet besonders darunter, dass er nicht weiß, wer er wirklich ist. Seine Selbstzweifel und Ängste lassen ihn auch Jahrzehnte danach nicht los. 
Tochter Sabine und Enkelin Julia sind beide alleinerziehend und keine guten Mütter. Julia ist mit der Erziehung ihrer Tochter überfordert und fliegt lieber als Stewardess in der Weltgeschichte herum. Emily lebt deshalb bei den Urgroßeltern. Trotzdem bleibt das Familienleben und das schwierige Aufwachsen von Emily zwischen der unzuverlässigen Mutter, der selbstsüchtigen Großmutter und der extrem besorgten und kontrollierenden Urgroßmutter schwierig.
Als Emily in ein Heim eingewiesen werden soll, weil Julia sich nicht richtig um sie kümmern kann und die Urgroßeltern zu alt sind, weckt das traumatischer Erinnerungen in Margret und Hardy. Vor allem Hardy setzt sich sehr dafür ein, dass Emily bei ihnen bleiben kann. Ihre Beziehung zueinander ist sehr liebevoll. Und nur Emily erkennt, dass es etwas gibt, was ihre Urgroßeltern verheimlichen und geht der Sache auf den Grund...

Susanne Abel hat mit ihren neuen Roman eine bewegende Geschichte geschrieben, die sich dem Thema der Heimkinder und den damaligen Missständen widmen. Es ist nicht mein erster Roman zu diesem Thema und trotzdem bleibt mir immer wieder die Luft weg, wenn ich über derartige Grausamkeiten an Kinder lesen muss. Es kommt sogar zu Medikamententests, die Ärzte an den Heimkindern immer wieder durchführen - denn es gibt ja niemand, der sie dafür anklagen könnte. 
Man spürt die Hilflosigkeit der Kinder, die den Erwachsenen ausgeliefert sind und kann einfach nicht verstehen, wie Menschen sich an ihnen abreagieren oder sie als "Versuchskaninchen" benutzen. 

Die Handlung ist fesselnd und bewegend und doch beschreibt die Autorin diese eindringlichen Szenen mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Sie erzählt detailliert und doch schnörkellos. Die Handlungen wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dabei wird aus mehreren Sichtweisen erzählt.

Die Traumata, die Hardy und Margret erleben, werden unbewusst an die nachfolgenden Generationen weitergegeben und beeinflussen die Familiengeschichte negativ. Verhaltensmuster prägen und bestimmen nachhaltig das Leben aller Familienangehörigen.
Deshalb möchte auch ich mich, als Tochter von Eltern, die den Zweiten Weltkrieg als junge Menschen miterlebt haben, endlich mit diesem Thema weiter beschäftigen und erkennen, wie es mich und meine Tochter in unserem Leben beeinflusst hat.

Fazit:
"Du musst meine Hand fester halten Nr. 104" ist kein Buch, welches man schnell weglesen kann. Es ist emotional, bewegend und man muss ab und zu kleine Pausen einlegen. Aber es ist eine Geschichte, die nachhallt und die man nicht so schnell vergisst! Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Die Freiheit so weit - Theresa Kern


    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage (14. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264276
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264273
    • Genre: Familienroman, zwei Zeitebenen
    • Reihe: ja - Band 2 der Dilogie


dtv Kurzbeschreibung:
Nach dem schweren Autounfall auf Hawaii liegt Elias im Koma. An seinem Krankenbett lernt Emma dessen Mutter und Schwester noch besser kennen und spürt eine enge Verbindung zu den Frauen. Sie begibt sich auf Spurensuche und geht den Schicksalen ihrer beider Familien auf den Grund, die in der Vergangenheit tragisch miteinander verwoben waren. Gleichzeitig drohen die zarten Bande zwischen ihr und Elias von Emmas Freund zerstört zu werden. Seit Michael weiß, dass Emma von ihm schwanger ist, setzt er alles daran, sie zurückzugewinnen. Emma gerät in einen tiefen Gewissenskonflikt: Will sie wirklich Mutter werden? Was bedeutet das für ihre berufliche Karriere? Ist sie überhaupt bereit für eine neue Beziehung? Mit Michael? Mit Elias? Ist sie bereit für ein neues Leben? Was bedeutet das für ihre berufliche Zukunft als Astronautin?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man sollte diesen zweiten Band nicht ohne den Vorgänger lesen

Meine Meinung:
Nachdem mir der erste Band "Der Unendlichkeit so nah" großartig gefallen hat, war ich schon sehr neugierig auf den zweiten und letzten Band - vor allem nachdem der Vorgänger mit einem miesen Cliffhanger geendet hat. 
Es ist sinnvoll den Vorgänger zuerst zu lesen, denn die Vorgeschichte aus dem ersten Band ist wichtig für das Verständnis der Handlung in "Die Freiheit so nah". Außerdem schließt Band zwei direkt an Band eins an.

Nachdem Emma und Elias einen schweren Unfall hatten, liegt Elias im Koma. Auch Emma ist verletzt und kann sich nicht an den Unfallhergang erinnern. Zurück in Deutschland steht ihre Bewerbung für die ESA an und Michael steht plötzlich wieder vor der gemeinsamen Wohnung und will die Trennung nicht anerkennen. Emma weiß bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht, denn Michael drängt, die Eltern verstehen sie anfangs nicht und Elias erkennt sie nicht....werden die Beiden wieder zusammen finden?

Im Teil, der in der Vergangenheit spielt, sind wir einerseits wieder in Temeswar in Rumänien, welches 1916 noch zu österreichischen Monarchie gehörte. Dort lebten vor allem deutsch- und ungarisch stämmige Einwohner. Susanna hat in ihrer Heimat schwer um Anerkennung zu kämpfen und hat einige schwere Prüfungen zu überstehen.
Im zweiten Handlungsstrang in der Vergangenheit sind wir in New York bei Marie, die mit ihrem Vater Temeswar noch vor Beginn des ersten Weltkrieges verlassen hat. Beide versuchen sich in Brooklyn ein neues Leben aufzubauen. Obwohl sie Juden sind, erfahren auch sie - kurz bevor die USA in den Zweiten Weltkrieg einsteigt - Feindseligkeit, denn alles Deutsche wird abgelehnt. Diese Rückblicke in Maries und Susannas Leben bringen immer mehr ans Licht und die Verbindung in die Gegenwart zu Elias und Emma wird aufgelöst.

Diesmal waren mir die Sprünge zwischen den einzelnen Handlungssträngen fast zu schnell, denn jedes Mal, wenn ich gerade ganz tief in der Geschichte versunken war, wechselte man wieder zu einer der anderen Figuren. Im letzten Viertel gab es auch einen großen Zeitsprung, der jedoch zur Auflösung des Familiengeheimnisses nötig war.
Bis kurz zum Ende hin lässt uns die Autorin wieder ganz schön schmoren, denn ob Emma und Elias wieder zusammenkommen und wie sich das Familiengeheimnis schlussendlich auflöst, wird sehr spät aufgelöst.

Die Charaktere sind sehr lebendig und detailliert beschrieben. Sie sind facettenreich und entwickeln sich weiter. Besonders eine Figur hat mich sehr überrascht, die eine sehr starke Charakterentwicklung hinlegt.
Theresa Kern erzählt mitreißend und emotional. Ich habe wieder mit allen drei Frauen mitgefiebert und fand es am Ende schade, dass Maries Geschichte in der Vergangenheit nicht wirklich abgeschlossen wird. Der Strang blieb etwas in der Luft hängen.

Das Cover passt hervorragend zum ersten Teil  (ich liebe diese Retro-Zeichnungen), jedoch nimmt New York die wenigste Handlung im Buch ein.
In der Klappe innen findet man den Stammbaum der Familien von Susanna und Marie - bis hin in die Gegenwart.

Fazit:
Band zwei ist genauso emotional, spannend und atmosphärisch erzählt, wie Band ein. Mir war der Zeitsprung im letzten Viertel fast zu groß und das Ende kommt dann relativ plötzlich. Den anschließenden kurzen Prolog hätte ich wiederum nicht gebraucht. Deshalb sind es diesmal 4 1/2 Sterne statt 5 Sterne geworden.
Es gibt aber auf jeden Fall eine dicke Empfehlung für diese tolle Dilogie von mir!


Vielen Dank an den dtv Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!



RESET: Die Wahrheit stirbt zuerst - Peter Grandl

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage (12. Juni 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 33423284722423284722
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423284721
    • Genre: Spionage-Thriller, Zukunftsthriller, Verschwörungsthriller


dtv Kurzbeschreibung:
Im Oktober 2024 rufen US-Streitkräfte die höchste Sicherheitsstufe aus, in München soll ein angeblich von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abgeschossen werden und global nimmt die Zahl bedrohlicher Fake News dramatisch zu. Anrufe und Video-Botschaften werden so täuschend echt gefälscht, dass niemand mehr weiß, ob er wirklich mit einem vertrauten Menschen spricht. Superintendent Valentine O’Brien ermittelt in Deutschland, als die digitalen Netze kollabieren und keine Verbindung mehr sicher ist. Während O’Brien sich auf eine gefährliche Reise quer durch Europa begibt, um seine vermisste Schwester zu suchen, bricht weltweit das Chaos aus – und die Menschheit steht vor ihrer dunkelsten Stunde.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets books Challenge"

Meine Meinung:
Peter Grandl gibt mit seinem neuesten Roman einen Einblick in die nahe Zukunft, die durch einen KI-Virus im Chaos versinkt. Alle digitalen Geräte und Kanäle scheinen davon infiziert zu sein. Den Menschen werden täuschend ähnliche Videos vorgespielt, die größtenteils Horrorszenarien darstellen. Telefonanrufe von geliebten Menschen, die in Not sind oder die Nachricht, dass auf Kiew eine Atombombe abgeworfen wurde sind KI-generierte Fake-News, die ein mehr als beängstigendes Szenario darstellen. Niemand weiß mehr, was Wirklichkeit und ein Deep Fake ist, während die Welt im CHaos versinkt....

Wir steigen sehr rasant ein und begleiten einen Kampfpiloten bei seinem  Einsatz, der über Funk die Meldung bekommen hat, dass sich ein Terrorist in einem Passagierflugzeug von London nach München befindet. Die Nachricht, dass die Maschine in das Flughafengebäude gelenkt werden soll, bringt den Piloten in eine furchtbare Situation. Soll er das Passierflugzeug mit über hundert unschuldigen Menschen abschießen oder nicht?

Diese ersten Seiten haben mich total gefesselt. Was für eine Situation! Niemand möchte diese Entscheidung treffen...
Doch bald stellt sich heraus, dass die Nachricht ein Deep Fake war und sich kein Terrorist an Bord des Passagierflugzeuges befand. Wir befinden uns plötzlich in einer Welt, in der selbst seriöse Medien nicht mehr garantieren können, dass ihre Inhalte keine perfekt gefälschte Lüge ist. Ein Szenario, das sich leider gar nicht allzu weit weg von der nahen Zukunft abspielen könnte....

Nach dieser Szene wechseln wir in fast zu schneller Reihenfolge zwischen neuen Protagonisten und Handlungsorten. Es dauerte ein bisschen, bis ich die wichtigsten Charaktere besser kennenlernen durfte. Zu diesen gehört Seiko Ito, eine Cyber-Crime Expertin aus Japan, der Ire Valentine O'Brian, der für das britische Counter Terrorism Command arbeitet, Camille Miloz, die für eine Spezialeinheit für Interpol arbeitet und Jill Jones, ehemalige Archivarin und Großaktionärin der New York Times.
Das internationale Team versammelt sich in Lyon, dem Interpol-Sitz in Frankreich, um das Problem zu lösen, während jeden Tag mehr Anarchie, Gewalt und Plünderungen entsteht. Alle von ihnen gehören zu einer Spezialeinheit, die auf ihre Weise versucht gegen den Zusammenbruch der internationalen digitalen Kommunikation anzukämpfen und das Unaufhaltsame zu stoppen. Dadurch müssen sie auf ehemalige Geräte aus den Achtziger Jahren und davor zurückgreifen, die analog sind.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und trotzdem konnte ich keine so richtige Beziehung zu ihnen aufbauen. Ich denke es lag daran, dass die Wechsel zwischen den Schauplätzen und den Figuren allzu schnell sind.
Die dramatische Storyline lässt einem besonders im ersten Drittel das Buch kaum aus der Hand legen. Danach begann die Geschichte für mich zu schwächeln. Es ging plötzlich Schlag auf Schlag und die Handlung wirkte etwas zu überfrachtet. Auch die Auflösung hat mir nicht ganz gefallen. Mehr kann ich jedoch nicht dazu sagen, denn sonst würde ich spoilern.
Noch ein Tipp:
Man sollte den Thriller nicht nebenher lesen, sondern der Geschichte die volle Aufmerksamkeit schenken.  

Fazit:
"Reset" - Die Wahrheit stirbt zuerst" verspricht auf jeden Fall spannende Unterhaltung, die man auch erhält. Jedoch sind mir durch die raschen Wechsel von Schauplatz und Personen diese nicht wirklich nahe gekommen. Nachdenklich stimmt die Geschichte auf jeden Fall, denn das geschaffene Szenario erscheint mir nicht zu weit hergeholt.


Vielen Dank an vorablesen und den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

Locked in - Henri Faber

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage (15. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264233
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264235
    • Genre: Thriller



dtv Kurzbeschreibung:
In Heidelberg verschwinden Menschen. Die Hoffnung, sie lebend wiederzusehen, sinkt von Tag zu Tag. Als Kommissar Paul Maertens endlich eine Spur zum Entführer findet, kommt es bei der Festnahme zu einem fatalen Unfall. Der Täter fällt ins Wachkoma, und seine Opfer scheinen verloren. Um sie zu retten, bleibt Maertens nur eine Chance: Der berühmte Neurologe Dr. Theo Linde hat eine Methode entwickelt, mit der er die Gedanken von Komapatienten lesen kann. Gemeinsam dringen sie in das Bewusstsein des Täters ein, um das Versteck der Entführten zu finden. Doch die Uhr tickt. Hinter jedem Gedanken verbirgt sich ein Hintergedanke. Und das Böse lauert nicht nur im Kopf des Entführers.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Das ist mein drittes Buch des österreichischen Thriller-Autors und ich muss leider sagen, dass mich "Locked In" bisher am aller wenigsten überzeugen konnte. Dabei finde ich das Thema und die Idee wirklich toll.

In Heidelberg und Umgebung verschwinden innerhalb kurzer Zeit Menschen. Diese Entführungen halten Kommissar Paul Maertens und sein Team auf Trab, denn er kann zwischen all den Entführungsopfern einfach keine Gemeinsamkeiten finden. Als er bei einem Einsatz auf den vermeintlichen Entführer schießt, fällt dieser daraufhin ins Koma. Somit schwindet die Möglichkeit ein noch nicht aufgefundenes Entführungsopfer zu finden. Maertens erhofft sich durch den berühmten Dr. Theo Linde, einer Koryphäe auf seinem Gebiet, Unterstützung. Dieser hat einen Apparat erfunden, mit dem er mit Komapatienten kommunizieren kann. Kann Maertens noch rechtzeitig eingreifen und das letzte Opfer dank dieser Maschine finden?

Die Idee, in einem Thriller mit Hilfe eines neurologischen Verfahrens in den Kopf des Täters zu sehen, fand ich sehr spannend und innovativ.
Nach einem wirklich guten Start, der neugierig macht, wird der Thriller leider immer verworrener. Ich habe kein Problem mit vielen verschiedenen Erzählperspektiven, aber hier wurden sie oftmals viel zu abrupt gewechselt. Außerdem fehlte es mir an einer durchgehenden Spannung und Tiefe. Zusätzlich verwirrt der Autor den Leser mit zu vielen und zu raschen Wendungen. Ab der Mitte wurde es mir einfach zu viel, denn Faber stellt alles bis dahin gelesene auf den Kopf und das Tempo zieht nochmals an.
Die Geschichte verlor irgendwie ihren Fokus und das eigentliche Thema, im eigenen Körper eingesperrt zu sein ("Locked in") trat zunehmend in den Hintergrund. Die vielen Wendungen machten es schwierig der Handlung konzentriert zu folgen. 
Insgesamt waren es mir einfach zu viele konstruierte und wirre Szenen, zu viele Ungereimtheiten und Zufälle. Auch der Epilog war mir einfach zu viel des Guten.

Der Schreibstil von Henri Faber hebt sich von anderen Autoren ab. Er schreibt sehr knackig, die kurzen und knappen Kapitel und die schnell wechselnden Perspektiven muss man mögen. Ich hatte bei seinen Vorgängern damit keine Probleme und im Großen und Ganzen auch nicht bei "Locked in"...es war mir hier nur einfach alles sprunghaft und zu unglaubwürdig. Schade!

Fazit:
Im Großen und Ganzen hat mich dieser Thriller von Henri Faber leider ab der Hälfte nicht mehr abholen können und hat meinen Geschmack nicht getroffen.




Aschesommer - Benjamin Cors

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag:‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 2. Auflage (15. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423220988
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423220989
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 2 um die Ermittlergruppe 4


dtv Kurzbeschreibung:
In der brütenden Hochsommerhitze markiert der Fund zweier Leichen in einem Kühlhaus den Beginn einer beispiellosen Mordserie. Jakob Krogh und Mila Weiss ahnen schon in den ersten Stunden, dass sie es mit einem äußerst intelligenten und penibel planenden Täter zu tun haben müssen. Gemeinsam mit ihrem Team – der Sonderermittlungsgruppe 4 – müssen sie all ihre Kräfte aufbieten, um das Sterben zu stoppen. Doch die Tatsache, dass der Hauptverdächtige in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt sitzt, macht die Jagd auf den gnadenlosen Mörder nicht einfacher …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich "Krähentod" von Benjamin Cors gelesen habe, freute ich mich schon auf seinen neuen Thriller um die Sonderermittlergruppe 4 mit Jakob Krogh und Mila Weiss. Während mich der erste Band noch nicht ganz für eine Höchstbewertung überzeugen konnte, hat es "Aschesommer" nun geschafft. 

Über eine mysteriöse Todesanzeige mit Koordinaten zur "Trauerfeier" finden Jakob und Mila auf einem verlassenen Bauernhof eine Tiefkühlkammer mit zwei erfrorenen Leichen. An der Wand eine rätselhafte Botschaft in Asche geschrieben: "Das Sterben hat begonnen".
Weitere Todesopfer mit derselben Botschaft folgen und führen das Team zu Paläontologen Jan-Christian Bode. Der Wissenschaftler sitzt jedoch seit acht Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung, nachdem er zwei Studenten und seine Frau brutal ermordet hat. Als er noch als Wissenschaftler gearbeitet hat, schrieb er einige Bücher über das Massensterben im Laufe der Erdgeschichte. Die Botschaften aus Asche erinnern an seine Werke, jedoch kann Bode nicht der Täter sein. Wer steckt also hinter den brutalen Morden? Und kann das Sonderermittlerteam diese stoppen?

Benjamin Cors hält sich nicht mit viel Geplänkel auf, sondern wir steigen direkt ins Geschehen ein. Die Morde und die Ausführung sind grausam und werden bildhaft beschrieben. Generell ist der Schreibstil temporeich, atmosphärisch und dialoglastig. Die brütende Sommerhitze und die Zeit, die den Ermittlern davon läuft, ist immer im Hintergrund spürbar. Atmosphärisch ist der Thriller wirklich gelungen.

Die Ermittler, die ich im ersten Band der Reihe noch mit "es gibt noch etwas Potenzial nach oben" bei der Charakterzeichnung beschrieben habe, sind mir im zweiten Band schon ans Herz gewachsen. Vor allem die quirlige IT-lerin Lucy ist eine absolute "Marke" und bringt Schwung in die Gruppe. Umso schöner wäre es, noch mehr über den Hintergrund der weiteren Teammitglieder zu erfahren.
Einige Gerüchte um den Fortbestand des Teams wecken hingegen Zweifel bei der Gruppe 4. Staatsanwalt Sattmann möchte Einsparungen treffen und die "Doppelspitze" mit nur einem Top-Ermittler ersetzen. Natürlich wird - wie immer - der männliche Part bevorzugt. Doch Jakob lehnt diesen Vorschlag kategorisch ab.

Psychopath Jan-Christian Bode wird sehr komplex und beängstigend dargestellt. Er ist ein hochintelligenter Manipulator und Planer. Beim Lesen erhält man ein sehr ungutes Gefühl, wenn er auftaucht. Immer wieder ist er den Ermittlern voraus und spielt seine Überlegenheit gekonnt aus.
Das Thema bzw. der Plot für die Mordfälle fand ich sehr interessant und ist Neuland.
Auch wenn ich Ermittler mit persönlichen Problemen, die noch immer gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen, bei Thriller immer mehr aus dem Weg gehe, hat mich der hohe Spannungsanteil und die fesselnde Erzählweise davon abgelenkt. Trotzdem gibt es eine kleine Kritik! Die Schuldgefühle und die vorhandenen "Dämonen" müssen nicht laufend wiederholt werden. Als Leser weiß man bereits davon...

Die Spannung ist von der ersten Seite an hoch und die temporeiche Erzählweise lässt einem kaum Luft holen. Zum Ende hin gibt es noch zwei überraschende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.
Der Fall wird logisch aufgeklärt und lässt keine Fragen offen.

Die verwelkte Sonnenblume am Cover ist absolut gelungen, denn sie passt hervorragend zum Inhalt. Da muss ich dem Verlag gratulieren!

Wer den ersten Band "Krähentage" noch nicht gelesen hat, sollte sich eher an die chronologische Reihenfolge halten, denn in "Aschesommer" werden einige Geheimnisse aus dem ersten Band preisgegeben!

Fazit:
Temporeich, spannend, grausam - ein absoluter Pageturner, den ich allen Thrillerfans gerne weiterempfehle. Ich rate jedoch zuvor den ersten Band zu lesen!



The Surf House - Lucy Clarke

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 432 Seiten
    • Verlag:  dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG, Erscheinungstermin: ‎ 28. März 2025
    • Übersetzer: ‎ Urban Hofstetter
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264241
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264242
    • Originaltitel: The Surf House
    • Genre: Thriller


dtv Kurzbeschreibung:
Mit einer Auszeit in Marokko will Bea ihr Leben neu sortieren. Doch nach einer gefährlichen Begegnung in den engen Gassen Marrakeschs sind Geld und Ausweis weg. Dass sie trotzdem einen Job ergattert, scheint wie ein Wink des Schicksals: Die Belegschaft eines Surfhotels an den endlosen, goldenen Sandstränden des Landes nimmt sie mit offenen Armen auf. Das Meer ist kristallklar, am Abend taucht die Sonne die roten Klippen in ein magisches Licht. Surfer und Yogis gehen ein und aus. Doch es dauert nicht lange, bis die Idylle Risse zeigt. Bea kommen Gerüchte über eine spurlos verschwundene Urlauberin zu Ohren. Dann spült die Brandung die Leiche eines Gastes an. Und Bea muss sich fragen, wem sie noch trauen kann …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Lucy Clarkes neuer Thriller ist sehr schnell bei mir eingezogen - wie auch ihre beiden letzten Bücher, die ich jedoch noch immer nicht gelesen habe *shame_on_me*

Der Einstieg ist leicht und man ist direkt im Geschehen. Wir sind diesmal in Marokko unterwegs, wo wir Model Bea begleiten, die sich gerade für ein Shooting vorbereitet. Sie fühlt sich jedoch der ganzen Oberflächlichkeit nicht mehr gewachsen und wirft ihren Job hin. Auf dem Weg in ihr neues Hotel verirrt sie sich in den engen Gassen von Marrakesch und wird überfallen. Der Rucksack mit ihrem Geld und ihrem Pass wird gestohlen. Glücklicher Weise kommt ihr Marnie zu Hilfe, die ihr anbietet in ihrem kleinen Surf House in Mallah für Kost und Logie auszuhelfen. Bea ist fasziniert vom kleinen Aussteigerparadies, das sich wie eine eigene kleine Community anfühlt. Sie nimmt das Angebot an, nichtsahnend was sie noch erwarten wird....
Als ein Tourist auftaucht, der nach seiner verschwundenen Schwester Savannah sucht, die das letzte Mal auf einer Party im Surf House gesehen wurde, hängt über der Idylle plötzlich eine angespannte Stimmung. Bea stößt auf kleine Ungereimtheiten und versucht herauszufinden, wo Savannah sein könnte.

Mit dem Einzug von Bea ins Surf House wird die Geschichte etwas ruhiger. Bea überdenkt ihr Leben und entdeckt die Liebe zum Surfen. Man lernt weitere Surfer kennen und erfreut sich am exotischen Schauplatz. Das Setting ist wunderbar atmosphärisch beschrieben. Man spürt direkt die Sonne auf der Haut und die Meeresbrandung. Als Binnenlandmädchen und nicht wirklich eine Wasserratte, konnte ich mit dem Surferjargon leider gar nichts anfangen. Es hat mich jedoch nicht wirklich gestört. (außerdem lese ich momentan schon wieder ungewollt im Surfermileu ;) )

Die Spannung baut sich nur langsam auf. Die Anzahl der Figuren ist begrenzt und so fängt man bald an mitzuraten, was mit der verschwundenen Backpackerin wohl passiert sein könnte. Ist sie wirklich mit den beiden Niederländerinnen abgereist? Warum ist sie einen Tag zuvor offline gegangen?  

Erzählt wird aus der Sicht von Bea, wir bekommen aber auch Einblicke in Savannahs Tagebuch. So spüren wir die aufkommenden Zweifel von Bea und erhalten Kenntnisse über Savannahs Aufenthalt. Mit Seth, der nach seiner Schwester sucht, lernen wir einen gänzlich anderen Typ Mensch kennen, als die Urlauber der Surfer Community. Warum hat sich Savannah damals komplett von der Familie abgewandt und den Kontakt abgebrochen?

Als Thriller empfand ich die Geschichte nicht, auch wenn man eine unterschwellige Spannung spürt, die am Ende hin ordentlich ansteigt. Es wird rasant und es folgen einige unerwartete Twists, die mich teilweise noch ziemlich überrascht haben.

Cover:
Diesmal habe ich nur zwei englischsprachige Cover gefunden

Fazit:
Trotz kleiner Schwächen und keinem richtigen Thrillerfeeling ist "The Surf House" mit der exotischen Kulisse und einem spannenden Finale ein gut zu lesender Spannungsroman, den ich gerne gelesen habe.

 

Maikäferjahre - Sarah Höflich

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (17. April 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423262885
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423262880
    • Genre: Historischer Roman, zweiter Weltkrieg



dtv Kurzbeschreibung:
»Wir haben überlebt«, sagte Anni. »Das hat mit Schuld nichts zu tun.« Adam wiegte den Kopf. »Ich fürchte, in manchen Fällen schon.«
Frühjahr 1945, Europa ist zerstört. Anni flieht mit ihrer kleinen Tochter und dem halbjüdischen Geiger Adam aus dem brennenden Dresden, quer durch das besetzte Deutschland – auf der Suche nach einer sicheren Zuflucht. Im Tiroler Bergdorf bei Annis Schwiegereltern werden sie dann vor eine folgenreiche Entscheidung gestellt: Will Anni bleiben, muss Adam gehen.
Ihr geliebter Zwillingsbruder Tristan ist als junger Luftwaffenpilot nur knapp dem Tod entronnen und in englische Kriegsgefangenschaft geraten. Trotz schwerer Anfeindungen pflegt ihn die britische Krankenschwester Rosalie – es entsteht eine Liebe, die vom Gesetz verboten ist.
Was kann Liebe leisten, was kann sie verzeihen?
Eine Frage, die sich Anni & Adam, Tristan & Rosalie angesichts von Leid und Zerstörung stellen müssen.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book" Challenge

Meine Meinung:
"Maikäferjahre" steht eigentlich schon ewig auf meiner Wunschliste und wenn ich mich nicht täusche, wurde das Cover seitdem drei Mal geändert. Außerdem sollte der Roman schon wesentlich früher als 2025 erscheinen. Nun ist er endlich da und ich habe ihn über vorablesen, nachdem mich die kurze Leseprobe richtig geflasht hat, tatsächlich gewonnen.

Dresden 1944. Gottlieb Baumgartner ist Violinist bei der Sächsischen Stadtkapelle und fürchtet um seinen "Jahrhundertgeiger" Adam Loewe, der als Halbjude auf der Liste der Deportierenden steht. Der Krieg hat ihm bereits seinen ältesten Sohn Siegfried genommen. Sein jüngerer Sohn Tristan ist Kampfpilot und dessen Zwillingsschwester Anni ist hochschwanger und wartet auf die Rückkehr ihres Mannes Fritz, von dem sie seit Monaten keinerlei Lebenszeichen mehr erhalten hat. Die äußerst musikalische Familie ist politisch zweigeteilt. Während Gottliebs Frau Friederike Baumgartner dem Gedankengut Adolf Hitlers einiges abgewinnen kann und auch der bereits gefallene Siegfried begeistert in den Krieg gezogen ist, sind vor allem Anni und ihr Vater nicht begeistert von der Herrschaft der Nationalsozialisten. Deshalb schmiedet Annis Vater einen gewagten Plan, um das Leben seines talentierten Schützlings zu verschonen.
Doch dann bombardieren die Engländer Dresden und Anni verliert alles - bis auf Töchterchen Clara und die Geige ihres Vaters. In ihrer dunkelsten Stunde trifft sie auf Adam und gemeinsam flüchten sie aus Dresden, welches in Schutt und Asche liegt.
Tristan gerät bei der Bombardierung von Portsmouth in Beschuss, wird schwer verletzt, kommt ins Lazarett und anschießend in Kriegsgefangenschaft. Einzig der Gedanke an seine Zwillingsschwester Anni und die bezaubernde Krankenschwester Rosalie, lassen ihn um sein Leben kämpfen. Doch die Liebe zu Rosalie ist verboten und er ist der Feind im fremden Land....

Mehr will ich hier nicht verraten. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Anni und Tristan erzählt. Wir befinden uns in Deutschland, in Österreich und Großbritannien und erleben das Ende des Zweiten Weltkrieges mit. Doch die Anfeindungen gegenüber dem ehemaligen Feind und gegen einen Halbjuden hören nicht mit dem unterschriebenen Friedensvertrag auf. Die Anfeindungen der Tiroler Dorfgemeinschaft gegen Annis Begleitung, wie auch der ihrer Schwiegereltern, die auf die Rückkehr ihres Sohnes hoffen, lassen die Beiden spüren, wie unerwünscht sie sind. Wo können sie jemals einen Ort finden, der sie so annimmt, wie sie sind? Und ist das überhaupt möglich?
Härter trifft es Tristan, der als deutscher Kriegsgefangener in England dem Hass seiner ehemaligen Feinde ausgesetzt ist. Nur wenige lassen ihm Empathie und Solidarität spüren. Diese Menschen erfahren jedoch früher oder später dieselbe Abneigung, die Tristan entgegen gebracht wird.

Anni und Tristan hören nie auf, einander Briefe zu schreiben, auch wenn ihnen der Aufenthaltsort des anderen in den Wirren des Krieges nicht bekannt ist. Diese Briefe stehen vor einigen Kapitelanfängen und heben sich durch Schreibschrift ab.
Vor jedem Kapitel findet man eine Zeitangabe (Monat und Jahr) und diverse Schlagworte zum Fortschritt des Zweiten Weltkrieges in verschiedenen Regionen und Ländern. Nur der letzte Satz bezieht sich auf das Schicksal der Zwillinge.

Sarah Höflich erzählt eine sehr bewegende und emotionale Geschichte über Ausgrenzung, Hass, Konflikte und Zusammenhalt. Der Roman hat mich von Beginn an völlig in den Bann gezogen.
Durch den gefühlvollen Schreibstil  fliegt man durch die Seiten, jedoch immer mit einer kleinen Anspannung und Furcht, was als Nächstes passieren könnte. Man fühlt mit den Protagonisten mit und erlebt ihre Gefühlswelt, Angst und Schrecken hautnah mit. Die vier gehen einen harten und steinigen Weg und wachsen über sich hinaus.

Warum ich zwischen 5 und 4 1/2 Sternen schwanke? Das Ende hat mich dann ein bisschen verloren zurückgelassen. Es schreit förmlich nach einer Fortsetzung.
Nachdem mich die Geschichte jedoch die ganzen 464 Seiten über in Bann gehalten hat, vergebe ich gerne 5 Sterne und hoffe, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Fazit:
Ein emotionaler Roman über die Hoffnung und den Schrecken des Krieges; über Schuld und Vergebung. Sehr berührend und gefühlvoll erzählt. Man erhält das Gefühl, dass die Konflikte von heute aus diesen nicht abgeschlossenen Hass, der oftmals über Jahrzehnte oder noch länger schwelt und andauert, immer wieder neu entstehen. Macht nachdenklich! Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an den dtv Verlag und an vorablesen für das Rezensionsexemplar!

One Perfect Couple - Ruth Ware

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 3. Edition (27. Dezember 2024)
    • Übersetzer: Susanna Goga-Klinkenberg
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264136
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264136
    • Originaltitel:
    • Genre: Thriller


dtv Kurzbeschreibung:
Lyla steckt in einer Krise: Ihre berufliche Zukunft an der Universität ist ungewiss und die Beziehung zu ihrem Freund Nico – einem aufstrebenden Schauspieler – läuft alles andere als gut. Als Nico das Angebot bekommt, bei einer Realityshow dabei zu sein, willigt Lyla ein, das Abenteuer mit ihm einzugehen. Nach einem turbulenten Vorsprechen werden die beiden in ein tropisches Paradies entführt – die Insel Ever After mitten im Indischen Ozean wirkt wie ein Traum. Sie sollen dort gegen vier andere Paare antreten. Doch plötzlich wird aus dem wunderschönen Paradies ein Albtraum. Ein Sturm schneidet die Gruppe von jeglicher Zivilisation und allen Kommunikationsmöglichkeiten ab und schon bald beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Mit "One Perfect Couple" habe ich nun den zweiten Thriller von Ruth Ware gelesen und er hat mich wieder sehr gut unterhalten. Vor allem hat mich diesmal das Setting sofort gefangen genommen. Die tropische Traumkulisse in Südostasien dient nämlich als Hintergrund für eine Reality Show, die das "perfekte Paar" sucht.
Lyla, eine unserer Protagonisten, ist Virologin und hat mit Reality-Shows gar nichts am Hut. Momentan steckt sie allerdings in einer beruflichen Krise, denn sie weiß nicht, ob ihr Vertrag verlängert werden wird, da ihr Projekt ausläuft. Ihr Freund Nico ist Schauspieler und träumt von einer steilen Karriere. Allerdings läuft es noch nicht so richtig gut. Als er das Angebot bekommt bei "One Perfect Couple" mitzumachen, versucht er Lyla so lange zu überreden, bis sie schließlich einlenkt.  Danach geht alles sehr schnell, denn die beiden sind das letzte Paar, welches zur Show dazustößt.
Nach dem Flug nach Jakarta/Indonesien geht es mit einer 20stündigen Schifffahrt weiter, bis sie die einsame Insel, auf der sie die nächsten Wochen bleiben sollen, erreichen. Schon bei der Überfahrt werden allen Teilnehmern ihre elektronischen Geräte und mobilen Telefone abgenommen. Die vier weiteren Paare, gegen die Nico und Lyla antreten sollen, sind Angel und Bayer, Zana und Conor, Romi und Joel und Santana und Dan. Jedes Pärchen kämpft ab nun gegeneinander. Die Sturmwarnung, die die Einheimischen an die Crew weitergeben, wird ignoriert. Lyla ist zudem überrascht, dass das angebliche Traumressort noch gar nicht richtig fertig gestellt ist und auch das Personal noch fehlt. Während sich Nico begeistert in die erste Runde des Auswahlverfahrens begibt, kommen Lyla immer mehr Zweifel. Außerdem scheint sie in die Riege der Teilnehmer, die vorwiegend aus Influencern und Teilzeit-Models besteht, gar nicht reinzupassen. 
Während die Crew den ersten Verlierer von der Insel abholt, zieht ein gewaltiger Tropensturm auf, der nicht nur Teile der Infrastruktur zerstört, sondern auch Menschenleben fordert. Das Fernsehteam kehrt nicht mehr zurück und die Essens- und Wasservorräte sind endlich. Die Teilnehmer sind von der Zivilisation abgeschnitten. Bald beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben.... 

Die Geschichte beginnt langsam, denn zuerst werden die einzelnen Teilnehmer der Reality-Show genauer vorgestellt. Die einzelnen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und perfekt in Szene gesetzt. Mit der Zeit brechen Konflikte auf und durch die ausweglose Situation offenbaren sich bald die tiefsten menschlichen Abgründe. Die Dynamik in der Gruppe ist spürbar. Man beginnt zu rätseln, wer überleben wird und ob die Teilnehmer gerettet werden. 

Die Atmosphäre ist beklemmend und der Schreibstil von Ruth Ware fesselnd. Die Autorin versteht es Zweifel zu säen und den Leser auf falsche Fährten zu führen. Die Beschreibung des Insellebens und all den Gefahren, die die Teilnehmer der Reality-Show ausgesetzt sind, ist sehr bildhaft. 

Der Großteil der Handlung wird aus der Sicht von Lyla erzählt. Dazwischen gibt es aber immer wieder Auszüge, die einem Tagebucheintrag gleichen. Mit der Zeit unterscheiden sich diese Einträge aber immer mehr von Lylas Gedanken, was verwirrt und ich mich als Leser frage, wer nun die Wahrheit erzählt. 
Das Ende hat mir gut gefallen, lässt aber noch ein paar kleine Fragen offen. Für mich hätte es gerne noch ein paar mehr Erklärungen geben können. Das ist aber schon jammern auf hohem Niveau.

Cover:

von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das estnische, das finnische und das niederländische Cover

Fazit:
Ein Pageturner vor tropisch-tödlicher Kulisse, der vor allem von den zwischenmenschlichen Beziehungen während einer Ausnahmesituation lebt. Für mich wieder ein toller Thriller der Autorin mit kleinen Schwächen. 



 

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