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Das Korsett - Laura Purcell

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: ‎Festa Verlag, (15. November 2021)
    • Übersetzer: Eva Brunner
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3865529402
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3865529404
    • Originaltitel: The Corset
    • Genre: historischer Roman, viktorianischer Thriller



Festa Kurzbeschreibung:
Als ihre gemeinnützige Arbeit Dorothea Truelove zum Oakgate-Gefängnis führt, freut sie sich über die Gelegenheit, die Theorie der Phrenologie zu erforschen. Kann die Form des Schädels eines Menschen ein Licht auf seine dunkelsten Wesenszüge werfen? Doch als Dorothea die junge Schneiderin Ruth Butterham trifft, stellt sie sich ganz andere Fragen: Ist es möglich, mit Nadel und Faden zu töten? Denn Ruth schreibt ihre Verbrechen einer übernatürlichen Kraft zu, die ihren Stichen innewohnt. Die Geschichte, die sie über ihre tödlichen Kreationen zu erzählen hat – von Bitterkeit und Verrat, von Tod und Kleidern – wird Dorotheas Glauben an die Wissenschaft erschüttern. Ist Ruth verrückt? Nur ein Opfer? Oder eine eiskalte Mörderin?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

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Meine Meinung:
Nachdem ich "Die stillen Gefährten" gemeinsam mit einigen lieben Bloggerfreundinnen hier gelesen habe, wollten wir im Herbst wieder gemeinsam "Das Korsett" lesen.
Sabine von Buchmomente, Gisela von Giselas Lesehimmel  und ich sind wieder in die Welt von Laura Purcell eingetaucht.

Der Einstieg gelang uns allen leicht und wir waren sehr schnell in der Geschichte. Dorothea Truelove kommt aus gutem Hause und verbringt ihre Freizeit mit Wohltätigkeitsarbeit. Schon ihre geliebte Mutter lehrte sie Barmherzigkeit.
Dorothea ist bereits 25 Jahre alt und noch unverheiratet, was ihrem Vater ein Dorn im Auge ist. Doch sie hängt an ihrem Heim und an dem von der verstorbenen Mutter geerbten Geld. Soll sie das alles für einen Mann aufgeben? Außerdem interessiert sich Dorothea für Phrenologie. Anhand von Kopfformen erforscht sie die Eigenschaft und Bereitschaft zu Gewalt. Lässt sich anhand des Schädels vorhersagen, ob jemand zum  Mörder taugt?
Regelmäßig geht sie deshalb ins Oakgate Frauengefängnis und versucht nicht nur den Frauen Trost zu spenden, sondern auch ihrer Leidenschaft nachzugehen. Als sie von einer sehr gewalttätigen Mörderin erfährt, die erst kürzlich ins Gefängnis eingewiesen wurde, muss sie diese kennenlernen.
Die erst 16jährige Ruth Butterham wurde angeklagt mit Nadel und Faden ihre Herrin getötet zu haben. Sie glaubt, dass in ihren Stichen eine übernatürliche Kraft steckt. Dorothea hält dies für reinen Aberglauben...
Ruth stammt aus ärmlichen Verhältnissen, die sich nach dem Tod des Vaters noch weiter verschlimmern. Ihre kurze Lebensgeschichte ist eine einzige Tragödie, die sie Dorothea während ihrer Besuche erzählt.

Abwechselnd wird aus der Sicht von Dorothea und Ruth erzählt, wobei die Spannung aufrecht bleibt. Ruths Erzählungen haben mich sehr berührt. Die Grausamkeiten, die sie erleiden muss, sind wirklich heftig. Ihr Leidensweg ist geprägt von Armut, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Oftmals kommt sie einfach unverschuldet in eine noch schlimmere Situation, die mich ungläubig den Kopf schütteln hat lassen.

Laura Purcell entführt uns in eine düstere und atmosphärische Welt. Ihr gelingt es perfekt die Kluft zwischen Arm und Reich zu dieser Zeit zu zeigen und zeigt uns, wie Frauen aus der Armut heraus oftmals ausgebeutet und versklavt wurden. Aber auch in der Oberschicht müssen sich Frauen den gesellschaftlichen Normen der damaligen Zeit anpassen.
Die Sprache ist poetisch und der Zeit angepasst. Ich mag ganz einfach ihre Art zu schreiben, auch wenn ich mit den Enden hadere...
Die überraschenden Wendungen zum Ende hin haben uns wieder spekulieren lassen, denn auch diesmal lädt es zur Diskussion ein.

Obwohl ich offenen Enden nichts abgewinnen kann, habe ich mich diesmal weniger damit gehadert.

Cover:
von links nach rechts:
das kroatische, das chinesische, das italienische Cover und das englische Originalcover

Fazit:
"Das Korsett" von Laura Purcell hat mir noch besser als "Die stillen Gefährten" gefallen und wird sicher nicht mein letztes Buch der Autorin sein, auch wenn ich offenen Enden nichts abgewinnen kann.



Die stillen Gefährten - Laura Purcell

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Festa Verlag; . Auflage, 10. Februar 2021
    • Übersetzer: Eva Brunner
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3865528783
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3865528780
    • Originaltitel: The Silent Companions
    • Genre: Historischer Gruselroman, historische Mysterynovelle


Festa Kurzbeschreibung:
England, 1866: Als Elsie den reichen Erben Rupert Bainbridge heiratet, glaubt sie, nun ein Leben im Luxus vor sich zu haben. Doch nur wenige Wochen nach ihrer Hochzeit ist sie bereits verwitwet. Und dazu schwanger. Elsie bezieht das alte Landgut ihres verstorbenen Mannes. Da ihre neuen Diener ihr gegenüber äußerst reserviert sind, hat Elsie nur die ungeschickte Cousine ihres Mannes zur Gesellschaft. Zumindest glaubt sie das. Doch in ihrem neuen Zuhause existiert ein verschlossener Raum. Als sich dessen Tür für sie öffnet, findet sie ein 200 Jahre altes Tagebuch und eine beunruhigende, lebensgroße Holzfigur – eine stille Gefährtin ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book" Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit anderen lieben Bloggern haben wir bei Sabine von Buchmomente "Die stillen Gefährten" von Laura Purcell gelesen. Bis auf Aleshanee war es wohl für den Rest der Gruppe das erste Buch der Autorin (wenn ich mich nicht irre).
Die Erwartungen waren hoch, denn die Bücher der Autorin werden immer wieder sehr gut bewertet.

England 1865. Elsie Bainbridge ist noch nicht lange verheiratet, als sie bereits zur Witwe wird. Ihr Mann Rupert ist bei einem Umfall ums Leben gekommen und die hochschwangere Elsie soll auf dessen Landgut "The Bridge" ziehen - so wie es eigentlich vorgesehen war. Begleitet wird sie von Sarah, der Cousine ihres Mannes.
Bei ihrer Ankunft muss Elsie feststellen, dass das Landhaus noch nicht fertig renoviert ist und sich im umliegenden Dorf hartnäckige Gerüchte halten. Das Landhaus soll verflucht sein, seitdem eine der Vorfahren der Familie Bainbridge als Hexe angeklagt und verbrannt wurde. Das Dorf wirkt heruntergekommen und die Bewohner meiden das Anwesen und die Bewohner. Auch die Dienerschaft verhält sich äußerst merkwürdig.
Elsie fühlt sich in den kalten und ungemütlichen Gemäuern unwohl. Sie ist einsam und hört während der Nacht immer wieder scharrende Geräusche. Auch Sarah hört das komische Knarren und Knirschen.
In einem verschlossenen Raum finden die beiden das Tagebuch von Anne Bainbridge aus dem Jahr 1635 und eine Holzfigur, einen stillen Gefährten. Dieser scheint sie zu beobachten...und auf mysteriöse Weise scheinen sich die Gefährten zu vermehren....
Während Sarah immer mehr in Anne Bainbridges Tagebuch versinkt und sich von ihrer stummen Tochter Hetta nah fühlt, wird Elsie immer ängstlicher...

Die Autorin nimmt sich Zeit um Hintergründe, Personen und Szenen einzuführen. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und auf zwei bzw. drei Zeitebenen, denn zu Beginn befinden wir uns in einer psychischen Einrichtung. Elsie wurde dort als Brandopfer eingeliefert und erzählt einem behandelten Arzt ihre Geschichte.

Der Schreibstil ist der Zeit angepasst und sehr atmosphärisch. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und facettenreich dargestellt. 
Elsie ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, aber sie tat mir trotzdem leid in ihrer Situation: hochschwanger, nur kurz verheiratet und jetzt Witwe und in einem düsteren Herrenhaus "untergebracht", welches keinerlei Geborgenheit gibt, sondern eher zum Fürchten ist. Sie vermisst ihr altes Zuhaue und ihren Bruder Joylon mit dem sie gemeinsam die Streichholzfabrik ihrer Eltern geführt hat.
Sarah ist eine etwas naive Figur, jedoch liebenswürdig und hilfsbereit. Sie steht Elsie zur Seite, die sie jedoch mit Missachtung straft.

Das Setting mit Großbritannien im viktorianischen Zeitalter ist eine meiner liebsten Epochen und eignet sich perfekt für historische Schauerromane oder Gruselgeschichten. Die angespannte gruselige Atmosphäre ist von Beginn an allgegenwärtig und zieht sich bis zum Ende durch die Geschichte. Man möchte unbedingt wissen, was es mit den Geräuschen, den seltsamen Vorkommnissen und den Geheimnissen um die "Stillen Gefährten" auf sich hat und kann das Buch schwer aus der Hand legen.
Die titelgebenden Holzfiguren habe ich mir wie eine lebensgroße Figur auf einem Holzsockel vorgestellt, die jedoch nicht platt, sondern eher reliefartig aussieht. Es war super interessant, wie unterschiedlich wir uns alle die stillen Gefährten vorgestellt haben.

Aber nicht nur die titelgebenden Figuren haben zum diskutieren angeregt, sondern auch das Ende. Es wird nicht alles aufgelöst und lädt zu Spekulationen ein. Einige von uns hatten diese eine Meinung dazu, die anderen waren anderer Meinung, wie das Ganze nun wirklich passiert ist und welche Rolle Elsie gespielt hat. Man bleibt deshalb mit einigen Fragen zurück, was für mich leider nicht gänzlich zufriedenstellend war. Ihr wisst ja - ich hasse offene Enden! 
Ganz so schlimm war es nicht, aber einige Fragen hätte ich trotzdem gerne beantwortet gehabt.

Cover:
von links nach rechts:
das englische Cover, das spanische, weitere englischsprachige Cover und das tschechische 

Fazit:
Eine atmosphärischer und geheimnisvoller Schauerroman, der im viktorianischen Zeitalter spielt und von Beginn an fesselt. 
Schade, dass das Ende noch Fragen aufwirft und somit etwas unzufriedenstellend bleibt. Trotzdem werden wir im Herbst wieder gemeinsam das nächste Buch der Autorin lesen. Ich freue mich schon darauf!


 

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