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Beim Leben meiner Tochter - Michel Bussi




    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (16. Mai 2016)
    • ISBN-10: 3746631939
    • ISBN-13: 978-3746631936
    • Originaltitel: Ne lâche pas ma main
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Krimi


Aufbau Kurzbeschreibung:
Das junge Ehepaar Bellion macht mit seiner sechsjährigen Tochter Josapha Urlaub auf der paradiesischen Insel La Réunion. Eines Nachmittags lässt Liane ihre Tochter und ihren Mann Martial am Pool zurück, um sich hinzulegen. Als Martial kurze Zeit später nach ihr sucht, ist sie verschwunden, das Hotelzimmer verwüstet und voller Blut. Die Polizei nimmt ihre Ermittlungen auf, und schnell steht Martial unter Verdacht, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Doch bevor er festgenommen werden kann, gelingt es Martial mit Josepha zu fliehen. Eine Hetzjagd beginnt, denn niemand weiß: Ist seine Tochter bei ihm überhaupt noch sicher?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Michel Bussi habe ich schon "Das Mädchen mit den blauen Augen" (meine Rezi *hier*) gelesen und liebte bereits in seinem deutschen Debütroman seinen eigenwilligen Schreibstil. Auch hier hat er wieder eine Geschichte mit Krimianteile, einen Spannungsroman, geschrieben, der mich die ganzen 400 Seiten immer wieder rätseln ließ, ob unser Protagonist ein Mörder ist oder nicht. Wirklich geschickt verwebt Bussi seine Fäden und lassen den Leser immer wieder an unserem Hauptprotagonisten zweifeln!

Doch was ist passiert? Liane und Martial Bellion verbringen gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter Josapha den Urlaub auf der idyllischen Insel La Rèunion im Indischen Ozean. Plötzlich ist Liane verschwunden und Martial wird des Mordes an seiner Frau verdächtigt. Blutspuren im Zimmer des Ehepaares und Augenzeugenberichte lenken den Verdacht auf den Ehemann, der kurz darauf mit der kleinen Sopha die Flucht ergreift.

Als Leser ist man von Beginn an direkt mitten in der Geschichte. Man begleitet Liane auf ihr Zimmer und danach ist nichts mehr, wie es einmal war. Doch was wird hier wirklich gespielt? Wer ist hier der Gute, wer der Böse? Der Autor beherrscht das Spiel der Irreführung großartig und man kann gar nicht aufhören zu lesen, denn man will endlich wissen, wie der Fall sich schlussendlich auflöst. Und das tut er - logisch und ohne offfene Fragen.
Das rasante Tempo, das der Autor vorgibt, lässt einem kaum Luft holen. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen und plötzlich stellen sich dem Leser wieder ganz neuen Fragen.
Mit den beiden Ermittlern Aja Purvi, eine junge und ehrgeizige Commissaire, sowie ihren Sous-Lieutnant Christos Konstantinov, lernen wir zwei sehr verschiedene Persönlichkeiten kennen. Purvi ist blitzgescheit und stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Nach ihrem Studium in Paris ist sie in ihre Heimat im Indischen Ozean zurückgekommen. Christos hat in La Réunion sein neues Zuhause gefunden und hat sich schnell an das träge, tropische Leben gewöhnt. Er liebt Imelda, eine Einheimische, die gerne Krimis liest und selbst ganz gerne "Miss Marple" spielt.

Neben der spannungsgeladenen Geschichte beschreibt der Autor die Insel sehr lebendig. Man begleitet Martial auf seiner Flucht durch die Berge und rund um den noch heute aktiven Vulkan Piton de la Fournaise.
Auch die verschiedenen Völker der Insel, die Cafres (aus Madagaskar und Ostafrika stammende Menschen), die Zarabes (sunnitische Muslime), die Les Zorails (die aus Frankreich kommenden bzw. stammenden Franzosen) und die Malbars (Tamilen, Hindus und Christen), die alle friedlich zusammenleben, werden vom Autor vorgestellt.
Interessant ist dabei die Geschichte um Martials Vergangenheit, die eine große Rolle im Ganzen spielt.

Schreibstil: 
Der Autor hat einen sehr eigenen Schreibstil. Kurze prägnante Sätze und ebenso kurze Kapitel prägen den Roman. Die Geschichte wird sehr temporeich erzählt und beinhaltet viele überraschende Wendungen.
Die Kapitel sind in Abschnitte mit Uhrzeitangabe eingeteilt. Diese werden aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt. Ausnahme sind die Kapitel aus der Sicht der kleinen Sopha, die in der Ich-Perspektive erzählt werden. In diesen Abschnitten konnte man die innere Zerissenheit Sophas sehr klar erkennen, die selbst damit haderte, ihren Vater nicht vom Verdacht am Mord an ihrer Mutter freisprechen zu können. Für eine Sechsjährige waren mir allerdings einige ihrer Gedankengänge zu erwachsen, auch wenn der Autor mit einem anderen Schreibstil versuchte, die kindliche Komponente von Sopha darzustellen.  

Cover:

Ich habe einige Cover gefunden, die fast alle ein kleines Mädchen auf dem Titelbild haben. Manche davon haben einen exotischen Hintergrund, der auf die Insel im Indischen Ozean verweist. Beim deutschen Cover vermutet man allerdings kaum eine exotische Insel als Handlungsort, da es sehr düster gestaltet ist und man eher an die rauhe Nordsee oder den Atlantik denkt.
Der französische Originaltitel "Ne lâche pas ma main" heißt so in etwa übersetzt: "Lass meine Hand nicht los". Ein Satz, der auch im Buch vorkommt und eine wichtige Szene beinhaltet.

Fazit:
Ein interessanter Spannungsroman, der mit einigen überraschenden Wendungen und einer rasanten Verfolgungsjagd aufwarten kann. Mir hat dieser Roman des Autoren noch besser gefallen als sein Debüt und ich vergebe fesselnde 4 1/2 Sterne.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Mädchen mit den blauen Augen - Michel Bussi


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (17. Februar 2014)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3352008760
    • ISBN-13: 978-3352008764
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Krimi

Amazon Kurzbeschreibung: 
Ein Flugzeugabsturz – nur ein namenloses Baby überlebt 1980. In der Vorweihnachtsnacht kommt es im verschneiten Jura zu einem tragischen Unfall: Ein Flugzeugabsturz, den allein ein kleines Baby überlebt. Doch auf der Passagierliste sind zwei Säuglinge vermerkt, beide Mädchen, beide drei Monate alt. Welches der Babys wurde gerettet? In einer Zeit, in der es noch keine DNA-Tests gibt, ist dies kaum mit Sicherheit nachzuweisen. In einem aufwühlenden Sorgerechtsprozess, den die Großeltern beider Familien führen, fällt trotz letzter Zweifel schließlich ein Urteil.

Meine Bewertung: schwache * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Chaos Challenge 2014

Meine Meinung:
Zum ersten Mal durfte ich bei einer Leserunde bei Lovelybooks mitmachen. Dieses Buch von Michel Bussi stand, schon seit ich das erste Mal die Inhaltsangabe gelesen habe, auf meiner Wunschliste und umso mehr freute ich mich über den Gewinn!

Der Prolog, der direkt vom Flugzeugabsturz berichtet, nahm mich sofort gefangen. Die Geschichte selbst ist in zwei Zeitebenen geschrieben, wobei die Vergangenheit in einem Art Tagebuch des Detektivs Crédule Grand-Duc nacherzählt wird.

Eigentlich hatte ich mir von dieser Geschichte eine Art Selbstfindung der Hauptfigur, dem Mädchen mit den blauen Augen, vorgestellt. Doch die Handlung ist mehr die eines Krimis als eines Romans. Da ich selber gerne Krimis und Thriller lese, hat mich das nicht sehr gestört, doch hatte ich mir etwas ganz anderes vorgestellt.
Das im Titel erwähnte Mädchen mit den blauen Augen wird Lylie genannt, eine Mischung aus Lyse-Rose und Emilie, den beiden Babies, die an Bord des abgestürzten Flugzeuges waren. Doch Lylie, die eigentlich die Hauptperson ist, spielt im Buch nur eine Randfugur. Es dreht sich zwar alles um sie, aber eigentlich ist es die Geschichte der beiden Familien, den reichen Carvilles und den eher ärmlichen Vitrales, sowie die des Detektivs, der die wahre Identität des Mädchen herausfinden soll.

Während der Kampf der beiden Familien um die Enkeltochter beginnt und diese eine der Beiden zugesprochen wird, setzt die andere Familie Grand-Duc als Ermittler ein, der die Wahrheit ans Licht bringen soll. Doch auch nach 18 Jahren konnte er das Rätsel um die Identität von Lylie nicht endgültig lösen und er will nun seinem Leben ein Ende setzen. Lylie hinterlässt er seine Aufzeichungen: ein Heft mit seinen Hypothesen, seinen niedergeschriebenen Indizien und Spuren, denen er in 18 Jahren nachgegangen ist. Diese lassen den Leser an der Vergangenheit teilhaben und beeinflussen gleichzeitig die Gegenwart, denn Lylie flüchtet nach deren Lektüre und bricht vorerst den Kontakt zu allen ab. Während ihr Bruder Marc verzweifelt nach ihr sucht und gleichzeitig herausfinden will, ob es seine leibliche Schwester ist, die er liebt, lernt der Leser auch die anderen Familienmitglieder kennen. Dabei sticht vorallem Malvina, die damals 6-jährige Schwester von Lyse-Rose heraus, die seit dem Absturz ihr ganzes Leben auf die Suche nach ihrer Schwester konzentriert. Sie ist seitdem kaum mehr gewachsen und schwer psychisch krank. Marc und Malvina machen sich auf die Suche nach Antworten und werden schlussendlich fündig.

Leider bleiben die Charaktere im Buch sehr farblos. Weder von Marc, noch von Lylie konnte ich mir ein richtiges Bild machen. Oft dachte ich mir, ich wäre nur von Verrückten umgeben (Pistolengefuchtel, Giftpflanzen, Erpressung...) sowie Teile des Inhaltes wirkten absolut unglaubwürdig. Doch die vom Autor hervorragend inszinierte Spannung ließ mich an der Geschichte kleben und erhöhte meine Neugier, was hinter all den Verdächtigungen und sogar Morden stecken könnte. Der ganze Roman lebt vom hohen Spannungsbogen und der Frage "Wer ist Lylie wirklich"?
Das Ende des Buches ist ein überraschender und krönender Abschluss, der alle losen Enden zu einem Ganzen verknüpft und den Leser mehr als zufrieden zurücklässt. Dieser wiegt die sehr farblosen Charakterdarstellungen des Autors auf.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und einfach. Es gibt keine Probleme beim Lesen und oft konnte man durch die verschiedene Sprachwahl erkennen, um welche Erzählperson es sich gerade handelt. Während die Aufzeichnungen von Grand Duc in der Ich-Form erzählt werden, werden alle anderen Personen in der dritten Person dargestellt.

Cover:
Das Cover mit den "Vintage angehauchten" Farbton und der seitlichen Aufnahme des Mädchens hebt es von den derzeit sehr gängigen und meistens nichtssagenden Mädchengesichtern ab und gefällt mir sehr gut.

Fazit:
Eine Mischung aus Krimi und Roman, die vom hohen Spannungsbogen und der guten Erzählweise des Autors lebt. Während die Charaktere eher blass bleiben, gelingt es Bussi mit vielen Fragen und neuen Wendungen den Leser an der Stange zu halten.




 

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