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Sonnenwende - Ulrike Gerold & Wolfram Hänel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch, 1. Auflage  (27. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596711738
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596711734
    • Genre: Thriller, Krimi



Fischer Kurzbeschreibung:
Ein kleiner Ort in den Alpen. Jeden Sommer wird hier die Sonnenwende mit Johannisfeuern und Flammenketten entlang der Bergkämme gefeiert. Das zieht Touristen, Alt-Hippies und Esoteriker an, und auch die Tatsache, dass vor zwei Jahren eine junge Frau in den Flammen ums Leben gekommen ist, schreckt niemanden ab. Kurz vor der diesjährigen Sommersonnenwende geht eine anonyme Warnung bei der Polizei ein: Es wird wieder jemand brennen. In einem Wettlauf gegen die Zeit ermittelt die Polizistin Hannah am Mittsommertag, was es mit der Drohung auf sich hat – und stößt auf einen abgelegenen Hof, verschwundene Frauen und ein dunkles Familiengeheimnis.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich letztes Jahr gemeinsam mit Nicole und Jessi "Rauhnächte" gelesen habe, wollte ich auch "Sonnenwende" des Autoren-Duos Gerold und Hänel lesen. Die anderen Bücher kenne ich nicht. Die Handlung von "Sonnenwende" fand ich jedoch sehr ähnlich aufgebaut. Auch diesmal steht Brauchtum und ein ewig gestriges Dorf im Zentrum und es wird wieder sehr mit Klischees gespielt.

In Wildbrunn in den deutschen Voralpen haben die jährlichen Johannisfeuer Berühmtheit erlangt. Denn beim "Burning Valley Festival" sind bereits zwei Menschen in den Flammen der Sonnwendfeuer ums Leben gekommen. Auch diesmal liegtt Gefahr in der Luft, denn die anonyme Drohung "Es wird wieder jemand brennen" versetzt die Wildbrunner Polizei in Alarmbereitschaft. Hannah Meyer von der Sondereinheit für Sekten und okkulte Gruppierungen wird deshalb hinzugezogen. Mit Polizistin Toni Martin, die nicht nur die örtlichen Begebenheiten kennt, sondern auch mit der Geschichte des Ortes und dessen Einwohner bekannt ist, hat sie eine kompetente Kollegin zur Seite. Nur zu den Alt-Hippies und Esoterikern, die jedes Jahr zum "Burning Valley Festival" kommen, hat Hannah durch ihren Hippie-Vater etwas mehr Connection. Fragen wirft auch der Neumetzler Hof auf, der auch "Spukhof" genannt wird. Die weibliche Bewohner des Hauses sind verdächtig oft vorzeitig aus dem Leben geschieden. Und nun - kurz vor dem nächsten Johannisfeuer - ist Bauer Alois Neumetzler verschwunden. 

Erzählt wird aus der Sicht von Hannah. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Kapitel einer entführten Frau, die wohl für das anstehende Johannisfeuer gefangen gehalten wird. Hier hatte ich leider viel zu schnell die Erkenntnis, wer diese Frau ist.
Zusätzlich gibt es Rückblenden in das Jahr 1970, die Teile der Geschichte der Familie Neumetzler erzählen. Besonderes Interesse hat Hannah aber an Jenny, dem toten Hippie-Mädchen vor zwei Jahren. Warum musste Jenny sterben?
Deshalb führen ihre Ermittlungen zuerst zum Campingplatz der Festivalbesucher, die im Dorf alles andere als gerne gesehen werden. Doch die Einnahmen der Besucher und die Werbung für Wildbrunn lässt viele der Einwohner schnell verstummen. Nur im "Deutschen Hof", der zurecht diesen Namen trägt, hat sich eine Gemeinschaft um den Wirt Klaus-Peter Fischbauer versammelt, die am liebsten alles brennen lassen möchte, was nicht zu ihrer Ideologie passt. Doch es gibt auch noch andere Menschen, deren Geheimnisse nicht ans Licht kommen sollen....

Es gibt viele Personen, die im Thriller eine Rolle spielen. Dementsprechend sind diese oftmals oberflächlich ausgearbeitet. Mehr im Fokus stehen hingegen Heiner Brink, der Organisator des Festivals; Sabine, seine Sekretärin; die Neumetzlers, wie auch Hannah und Toni. Besonders gut gefallen hat mir, dass diesmal zwei Polizistinnen die Ermittlungen übernehmen.
Stetig spürt man die unterschwellige Bedrohung, wie auch den Wettlauf gegen die Zeit, die die beiden Frauen an ihre Grenzen bringen. Hannahs Alleingänge gefielen mir hingegen weniger, auch wenn ich weiß, dass damit die Spannungskurve gesteigert werden soll. Manchmal schüttelt man aber als Leser nur mehr den Kopf über so viel Leichtsinnigkeit. 

Gefallen hat mir wieder, wie das Autorenduo die Atmosphäre im Dorf in den Voralpen dargestellt hat. Man fühlt sich beim Lesen direkt vor Ort. Der Schreibstil liest sich flüssig und man bemerkt nicht, dass hier zwei Autoren daran beteiligt sind. Etwas, was ich immer wieder bewundere. Dem Autorenduo gelingt es perfekt die Stimmung rund um den Brauch der Sonnenwende und der Johannisfeuer einzufangen. 
Zum Ende hin wird es dramatisch und die Spannung treibt auf einen feurigen Höhepunkt zu.

Fazit:
"Sonnenwende" besticht vor allem durch das Brauchtum rund um die Sonnenwende, den Eigenheiten der Dorfbewohner, wie auch den Besuchern des Burning Valley Festivals. Atmosphärisch, aber sehr ähnlich aufgebaut wie ihr Thriller "Rauhnächte". Außerdem hatte ich schnell ein paar Ahnungen, die sich schlussendlich als richtig erwiesen. 


Rauhnächte - Ulrike Gerold & Wolfram Hänel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch; 2. Edition (26. Oktober 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 359670698X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596706983
    • Genre: Thriller, Krimi


Fischer Kurzbeschreibung:
Junge Frauen verschwinden. In diesen magischen Nächten zwischen den Jahren. Nach zwölf Tagen kehren sie zurück, verwirrt und verstört. Zwei von ihnen haben es nicht mehr ausgehalten, sie gingen freiwillig in den Tod. Andere sind aus dem Tal weggezogen und nie wieder zurückgekehrt. Die wenigen, die geblieben sind, sprechen nicht darüber. Als Lisa an Weihnachten zu ihren Großeltern ins Tal fährt, sucht sie Antworten. Was geschah damals mit ihr? Auch dieses Jahr ist wieder ein Mädchen verschwunden. Warum spricht niemand darüber?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit der lieben Nicole von Zeit für neue Genres und der lieben Jessi von In Büchern leben haben wir diesen Thriller/Krimi, der bei uns in Westösterreich in den Bergen spielt, gelesen.

Die Rauhnächte, die zwölf Nächte, die vom 25. Dezember bis zum 5. Januar angesiedelt sind, sind die magische Zeit des Jahres. Es geht um Rückschau, innehalten, Ruhe und zu sich finden. Doch es gibt auch die andere Variante, denn zu dieser Zeit steht das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen haben "Ausgang". Und zur Mitte der Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, soll die Wilde Jagd aufbrechen. Diesem Thema widmen sich die Autorin Ulrike Gerold und der Autor Wolfram Hänel in diesem Thriller/Krimi. Deshalb hat mich auch der Klappentext sofort angesprochen. Ich liebe die Berge bei uns in Österreich, das Brauchtum zum Thema Krampus oder den Schiach-Perchten, die die bösen Geister des Winters austreiben sollen.

Der Einstieg war auch gelungen. Lisa kommt nach einigen Jahren in München zu den Weihnachtsfeiertagen wieder zurück in das Dorf in Salzburg, wo sie gelebt und von ihren Großeltern aufgezogen wurde. Schon immer hat sie die besondere Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag fasziniert. Im Rahmen ihrer Professur recherchiert sie über die Rauhnächte und kehrt noch einmal nach Oberalmdorf zurück, obwohl sie kein gutes Verhältnis zu ihren Großeltern hat.
Immer wieder verschwinden im kleinen Dorf in diesen Tagen junge Frauen, die nach acht Tagen verwirrt und völlig verstört zurückkehren. Das Dorf sucht weder nach ihnen, noch sprechen die Frauen darüber, was vorgefallen ist. Manche ziehen danach weg oder verüben sogar Selbstmord - und die Dorfbewohner schweigen dazu.
Auch Lisas Familie wirkt geheimnisvoll, denn sowohl ihre Mutter, als auch ihr Vater sind unabhängig voneinander verunglückt und das Schicksal ihrer Schwester Kathi bleibt unklar.
Da wird ein Mann, aufgespießt mit einem Horn einer Perchtenmaske, tot aufgefunden. Als Ermittler kommt Max, ein alter Freund von Lisa, von Salzburg in ihr Heimatdorf. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was hinter diesen mysteriösen verschwinden der Frauen steckt und wer den Mann ermordet haben könnte....

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lisa erzählt. Dabei gibt es immer wieder kurze Einschübe einer jungen Frau, die anscheinend von den Perchten entführt wurde. Man weiß nicht wer sie ist und auch nicht, ob die Erzählung bereits vergangen oder gerade aktuell ist. Dies bringt noch einen Hauch mehr Spannung in den Thriller. Denn auch im selben Jahr, als Lisa nach Oberalmdorf zurückkehrt, ist wieder eine junge Frau verschwunden. 
Und das erste Drittel wird auch sehr spannend erzählt, während in der Mitte die Spannung etwas abflaut. Hier hatte ich das Gefühl, dass sich die Autoren etwas verloren haben in ihrer Geschichte. Was bleibt, ist die düstere und beklemmende Stimmung, die von Beginn an anwesend ist.

Die Nebenfiguren, allen voran Moni, Lisas beste Freundin, und Max bleiben undurchsichtig. Man rätselt die gesamte Zeit fleißig mit und hat seine eigenen Verdächtigen. Bei manchen Aktionen musste ich allerdings auch den Kopf schütteln und habe mich gefragt, ob das in Wirklichkeit überhaupt durchführbar wäre. Aber hier kann man getrost ein Auge zudrücken, denn dieses "Phänomen" hat man doch sehr oft in diesem Genre.

Was ich richtig gut fand war, wie das norddeutsche Autorenpaar diese mystische Atmosphäre und das Dorfleben eingefangen haben. Ich hatte als Österreicherin nie das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmen und nicht in die salzburgische Bergwelt passen könnte. Die Eigenheiten der Dörfler wurden lebendig beschrieben und man hatte laufend das Gefühl, dass jeder der Einwohner Dreck am Stecken hat. Die Bedrohung war konstant durch die Zeilen zu spüren. Authentische Ermittlungsarbeit gibt es hingegen eher weniger, denn auch der Dorfpolizist unterschlägt jegliche Beweismittel und wird auch nicht wirklich aktiv.

Die Auflösung fand ich hingegen etwas oberflächlich und es bleiben einige Fragen offen. Hier haben es sich die Autoren etwas leicht gemacht. Trotzdem hat mich dieser atmosphärische Krimi gut unterhalten und vor allem die unheimliche Stimmung im Dorf hat mir gut gefallen.

Fazit:
Ein sehr atmosphärischer Thriller/Krimi, der vom Brauchtum und die Eigenheiten eines kleines Dorfes in den Bergen, das sich ihre eigenen Gesetze schafft, erzählt. Einige ungelöste Fragen und ein Abfallen der Spannung im Mittelteil begründen meine Bewertung.


 

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