Posts mit dem Label Katja Maybach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Katja Maybach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Die Zeit der Töchter - Katja Maybach



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: Knaur TB; Auflage: 2. (2. September 2019)
    • ISBN-10: 3426523655
    • ISBN-13: 978-3426523650
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 (Mütter und Töchter)



Knaur Kurzbeschreibung:
Maria und Vivien haben den Krieg überstanden, ihre Töchter entdecken im München der 50er-Jahre das Leben. Doch während Anna und Antonia heimlich ein Wiedersehen ihrer Mütter mit den Frauen vorbereiten, die sie bei Kriegsende aus dem Lager retten konnten, sehen Maria und Vivien sich erneut Anfeindungen ausgesetzt: Ihr Einsatz für Flüchtlinge aus dem Osten sowie die sogenannten »Besatzungs-Kinder« führt immer wieder zu teils handgreiflichen Auseinandersetzungen. Als dann auch noch eine junge Ostpreußin auftaucht, deren Kind offensichtlich einen dunkelhäutigen Vater hat, bahnt sich eine Katastrophe an.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im Nachfolgeband von "Die Stunde der Mütter" begleiten wir Marias und Vivians Töchter Anna und Antonia in der zweiten Hälfte der 50iger Jahre, die Jahre des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders. Die jungen Frauen haben sich aus den Augen verloren und sehen sich nach vielen Jahren wieder. Anna versucht ihr Glück am Residenztheater in München, nachdem sie am Theater an der Wien seit Jahren als "das Naturtalent" gehandelt wird, aber die großen Rollen immer wieder ausbleiben. Sie zieht bei Antonia ein, die ihr Medizinstudium abgebrochen hat und als Krankenschwester arbeitet. Die Cousinen, die gemeinsam aufgewachsen sind, verstehen sich auch nach all den Jahren hervorragend.
Maria und Vivian unterstützen nach wie vor Menschen die Hilfe benötigen. Maria engagiert sich vor Ort in der Flüchtlingshilfe, Vivian wird Schuldirektorrin an der örtlichen Schule. Im kleinen Dorf werden Besatzungskinder und ihre Mütter ausgegegrenzt und auch Vivian, "die Engländerin" spürt Gegenwind, weil sie sich dafür einsetzt, dass Mädchen Beruf und Ehe sehr wohl vereinbaren können. Die rechte Partei "Freunde der Heimat" sorgen immer wieder für Ausschreitungen. Auch Daniel ein kleiner schwarzer Junge wird zur Zielscheibe von Ausländerhass. Seine aus Ostpreußen geflüchtete Mutter Veronika arbeitet Tag und Nacht und muss unter der Intoleranz ihrer Mitmenschen leiden. Daniel nutzt die Zeit, die er unbeaufsichtigt ist, um am Bahnhof auf seinen amerikanischen Vater zu warten. Dabei trifft er eines Tages auf Vivian, die sich seiner annimmt und damit einen weiteren Grund liefert, dass sie nicht die Richtige für den Direktorposten an der Schule ist...
Währenddessen versuchen Anna und Antonia ein Treffen der Frauen zu organisieren, die Vivian und Maria zu Kriegsende aus dem Lager retteten. In einem weiteren Strang lernen wir noch Marie-Luise kennen, die in einem Klosterr eine abgeschiedene Kindheit erlebt, wo sie von der Außenwelt abgeschirmt wird, denn ihr Vater war im örtlichen KZ-Lager der Anführer.

Mit ihrem neuen Roman weist Katja Maybach auf die Intoleranz und auf den Fremdenhass hin, der auch in der heutigen Zeit wieder vermehrt auftritt. Die Brisanz des Themas könnte genauso gut im Heute spielen und macht einem sehr nachdenklich!
Besonders ins Herz geschlossen habe ich den kleinen Daniel, der so voller Lebensfreude und mit offenen Augen durch die Welt geht. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass sein Vater heimkehrt und er einen Freund findet und muss gegen so viele Vorurteile und Gemeinheiten ankämpfen. Sein Schicksal hat mich zu Tränen gerührt.
In wechselnden Perspektiven lesen wir abwechselnd aus der Sicht von Vivien, Maria, Antonia und Anna und auch von Veronikas Schicksal, die von den Russen aus Ostpreußen vertrieben wurde und dabei nicht nur ihre Heimat verloren hat. Diese Perspektivwechsel halten die Spannung aufrecht, die besonders durch die lauernde Präsenz der Gefahr spürbar ist.
Trotz des Buchtitels standen meiner Meinung eher Vivian und Anna im Vordergrund, wobei Maria eher im Hintergund blieb und mir Antonia zu blass erschien. Ihren Einsatz für Marie-Luise fand ich ein bisschen bedenklich. Auch ihre Liebesgeschichte konnte ich nicht nachvollziehen, die einfach viel zu schnell und unglaubwürdig dargestellt wurde. Hingegen fesselte mich Vivians Schicksal und ich litt und fieberte mit ihr mit.

Es ist nicht zwingend nötig den Vorgängerband zu kennen und trotzdem würde ich empfehlen ihn vorher zu lesen, weil in diesem zweiten Band doch viele Anpielungen auf Band Eins zu finden sind und die Geschichte abrundet.

Schreibstil:
Katja Maybach erzählt direkt und mit viel Einfühlungsvermögen aus der Sicht ihrer Protaginisten. Dabei nimmt sie sich vieler Themen an und führt die Geschichte von Vivian und Maria weiter. Ich war entsetzt, traurig, wütend und überrascht und konnte mit ihren Charakteren, die mich nicht alle überzeugten, mitfühlen. Trotzdem hat mich dieser Roman sehr berührt und wird noch länger nachhallen.

Fazit:
Eine Geschichte, die mich berührt und sehr nachdenklich gemacht hat und die die Nachkriegszeit nicht nur als die Zeit des Wirtschaftswunders, sondern auch deren Schattenseiten aufzeigt. Parallelen zur Gegenwart erzeugen Gänsehaut und lassen den Roman noch nachhallen. Ich empfehle den Vorgängerband zu lesen, auch wenn "Die Zeit der Töchter" alleinstehend gelesen werden kann.

Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar, an Lovelybooks und an die Autorin für die interessante Leserunde

Die Reihe:
  1. Die Stunde der Mütter *Rezi*
  2. Die Zeit der Töchter

Die Stunde unserer Mütter - Katja Maybach




    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (1. Juni 2017)
    • ISBN-10: 3426516071
    • ISBN-13: 978-3426516072
    • Genre: Historischer Roman


Knaur Kurzbeschreibung (gekürzt):
Die Schwägerinnen Maria und Vivien müssen während des Krieges eine Schicksalsgemeinschaft bilden, aus der nach und nach tiefe Freundschaft entsteht. Dabei sind die beiden Frauen denkbar unterschiedlich: Während Maria, die ihren Mann, den Forstbeamten Werner, gegen den Willen ihrer Familie heiratete, mittlerweile an ihrer Ehe zweifelt, schmerzt die Engländerin Vivien jede Minute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp, Marias Bruder. Während Maria zu ihrer verträumten Tochter Anna nur schwer Zugang findet, sind Vivien und ihre Tochter Antonia einander sehr ähnlich. Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen werden, je näher der Krieg ihnen kommt und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken die beiden Frauen zusammen …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wie viele von euch wissen, lese ich sehr gerne Bücher über den Zweiten Weltkrieg. Mit "Die Stunde unserer Mütter" befand sich wieder ein Roman, der dieses Zeitepoche beschreibt, auf meiner Wunschliste.
Im Gegensatz zum Klappentext, den ich schon etwas gekürzt habe, sind nicht nur Maria und Vivien hier die Hauptfiguren, sondern auch ihre Töchter Anna und Antonia. Diese sind zu Beginn des Romanes, der von 1940 - 1945 spielt, etwa vierzehn Jahre alt und am Ende des Romans junge Frauen.

Vivian, Marias Schwägerin und gebürtige Engländerin, wird gemeinsam mit ihrer Tochter Antonia von München aufs Land geschickt, da ihr Mann Philipp für den Widerstand arbeitet. In einer nicht näher genannten bayrischen Kleinstadt müssen Maria und Vivien eine Zweckgemeinschaft gründen, denn besonders sympathisch sind sie sich nicht. Auch Anna und Antonia sind von ihrem Wesen her ziemlich verschieden. Während Maria ihren Werner gegen den Willen ihrer Eltern geheiratet hat, aber an ihrer Ehe zweifelt, liebt Vivian Marias Bruder Philipp von Herzen und vermisst ihn schrecklich. Doch der Krieg dauert an und während die Jahre vergehen, wandelt sich die anfängliche Zweckgemeinschaft zu einer wahren und tiefen Freundschaft zwischen den beiden Frauen.
Neben der Geschichte um Maria, Vivian und ihren Töchtern, bekommen wir noch Einblick in das Leben von Marias Eltern, Friedrich und Elsa. In diesem Handlungsstrang wird ausnahmsweise nicht auf Elsa, sondern auf Friedrich das Hauptaugenmerk gelegt und aus seiner Sicht erzählt. Diese Geschichte um ein Familiengeheimnis war zwar interessant, hat aber nicht wirklich etwas mit der eigentlichen Handlung zu tun.

Persönliche Familienerinnerungen, sowie die Feldpostbriefe ihres Vaters inspirierten Katja Maybach zu diesem sehr persönlichen Roman.
Die Autorin beschreibt die Rolle der Frau während der Kriegsjahre sehr lebendig, jedoch fand ich zum Beispiel "Die Nachtigall" von Kristina Hannah viel detaillierter und vorallem eindringlicher. Mir fehlte hier die Dichte und insbesonders ein Mehr an historischen Hintergründen. Außer den Denunzierungen durch die Bevölkerung und das Lager für Frauen in der nahen Umgebung hatte ich oftmals nicht wirklich das Gefühl ein Buch, das während des Zweiten weltkrieges spielt, zu lesen. Natürlich meine ich damit nicht, dass ich lieber nur über Kämpfe an der Front gelesen hätte, aber der Krieg wurde eher eine Rahmenhandlung. Im Vordergrund standen eindeutig die Gefühle der beiden Frauen. Gefallen hat mir aber der Einblick in die deutsche Gesellschaft und der Hinweis, dass nicht jeder Hitleranhänger war. Da spielt der Bäcker, der kleine Botschaften in seinen Brötchen versteckt, die Maria und Vivien ins Frauenlager bringen eine besondere Rolle oder auch Manfred, der sich zu Kriegsbeginn freiwillig gemeldet hat und seinem Vater, der ein SS-Mitglied ist nacheifern möchte, jedoch kurz vor Kriegsende desertiert.
Doch Männer sind in diesem Roman Randfiguren. Von Philipp und Werner bekommt man leider nur ein verschwommenes Bild vorgesetzt. Erster tritt überhaupt nie in Erscheinung und wird nur erwähnt, während man Werner bei einem kurzen Heimaturlaub kurz auf einigen Seiten kennenlernt. Die plötzliche Annäherung des Ehepaares, das sich schon vor dem Krieg entfremdet hat, kam mir jedoch zu unglaubwürdig vor. Ebenfalls erfuhr man auf den ganzen 320 Seiten leider nie, warum oder wodurch diese Entfremdung stattgefunden hat. Auch die große Liebe von Vivian und Philipp konnte ich nicht nachvollziehen. Philipp nahm die ganzen Kriegsjahre über keinerlei Kontakt zu seiner Frau und auch nicht zu seiner Tochter auf. Erst als sich Antonia, kurz vor der Kapitulation der Deutschen, überlegt in München zu studieren, erhält diese einen nichtssagenden Brief ihres Vaters.

Leider habe ich aber auch einige Logikfehler gefunden. Im Frühjahr 1941 bekamen Maria und Vivien vom Bauer frische Birnen und ebenso gingen sie die laubbedeckte Straße entlang. Entweder wurde bei der Kapitelüberschrift die falsche Jahreszeit genannt oder dem Lektorrat fiel nicht auf, dass es im Frühling wohl kaum laubbedeckte Straßen gibt, weil die Blätter auf den Bäumen erst wachsen müssen....

Emotional konnte mich der Roman leider nicht zu 100% überzeugen. Zu diesem Thema gibt es meiner Meinung nach eindringlichere Lektüre!
Dafür hat die Autorin die beiden Frauen sehr lebending dargestellt und vorallem den Unterschied zwischen Maria und Vivien gut vermittelt. Wie sie während der Jahre von einer anfangs eher distanzierten Zweckgemeinschaft zu einer tiefen Freundschaft finden, hat Katja Maybach sehr eindringlich und glaubhaft beschrieben. Hier konnte mich die Autorin absolut überzeugen. Ebenso bei der Erzählung von Antonias tragischer ersten Liebe, die mich sehr berührt hat. Ein paar Seiten mehr und etwas Detail-Liebe hätten dem Roman gut getan, dafür hätte man auch den Handlungsstrang rund um Marias Eltern weglassen können.

Das Ende fand ich allerdings wieder absolut gelungen. Es punktet durch eine sehr bedeutungsvolle und starke Szene zwischen den vier Frauen, die berührt und zeigt, dass man über sich selbst hinauswachsen kann. Ein toller Abschluss, der gleichzeitig ein Beginn eines neuen Lebensabschnittes für Maria, Vivian, Anna und Antonia ist.

Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin fand ich eher einfach. Zu Beginn hatte ich ein paar Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Durch die Logikfehler, die ich bereits oben erwähnt habe, fand ich ebenfalls schwer Zugang zu den Charakteren und der Geschichte. Doch nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten ließ sich der Roman gut lesen und ich fand Zugang zu den Figuren.

Fazit:
Eine sehr interessante Geschichte über eine Frauenfreundschaft, wie der Krieg das Leben beeinflusst und was wir daraus machen. Trotzdem hat mich der Roman nicht so gepackt, wie ich es mir gewünscht hätte. Meiner Meinung nach habe ich zu diesen Themen bereits bessere Romane gelesen. Bitte bildet euch aber selbst eine eigene Meinung, da der Roman begeisterte Rezensionen bekommen hat. Ich gehöre eben nicht dazu....aber Geschmäcker sind nun mal verschieden.

Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos