Posts mit dem Label Marion Johanning werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marion Johanning werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Der fremde Reiter - Marion Johanning



    • Taschenbuch: 496 Seiten
    • Verlag: Tinte & Feder (16. Januar 2018)
    • ISBN-10: 1542049784
    • ISBN-13: 978-1542049788
    • Genre: Historischer Roman


Amazon Kurzbeschreibung:
Vissel am Rhein, 1188: Als das Bauernmädchen Lioba einen bewusstlosen jungen Mann im Wald findet, ahnt sie nicht, dass ihr Leben eine entscheidende Wendung nehmen wird. Der Verletzte überlebt, hat aber keinerlei Erinnerung an sein früheres Leben. Thomas, wie er genannt wird, arbeitet von nun an als Tagelöhner auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Lioba und er kommen sich näher und spüren eine starke Verbindung, werden aber getrennt, als Thomas zurück zu seiner wahren Identität und Familie findet. Er erfährt, dass er ein Ritter ist, der sich einem Kreuzzug verschrieben hat. Doch Lioba kann den Mann nicht vergessen, der nun ein ganz anderer zu sein scheint. Und auch sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mit ihrem Debütroman "Die honigsüßen Hände" hat mich Marion Johanning bereits vor zwei Jahren begeistern können.
Nun durfte ich ihren neuen Roman um die junge Lioba lesen, die bei ihrem Vater, der Stiefmutter und ihrem jüngeren Halbbruder Fiedi auf einem Bauernhof wohnt. Lioba liebt es im Wald nach Kräutern zu suchen. Ihre Mutter und Stiefgroßmutter, selbst kräuterkundige Frauen, haben ihr einiges an Heilkunde beigebracht. Eines Tages findet sie im Wald einen schwer verletzten jungen Mann, der augenscheinlich überfallen wurde. Er wird ins Dorf zum Pastor gebracht und Lioba behandelt heimlich seine Wunden. Der Mann überlebt, hat aber keinerlei Erinnerungen an sein früheres Leben. Der Pastor gibt ihm den Namen Thomans, da er am Tag des heiligen Thomas gefunden wurde. Da Lioba ihm das Leben gerettet hat, befiehlt die Gutsherrin ihn als Taglöhner am Bauernhof ihrer Eltern arbeiten zu lassen. Es ist die Zeit der Ernte und jede helfende Hand ist nützlich. Lioba und Thomas mögen sich, doch viel zu schnell wird seine wahre Identität herausgefunden. Thomas ist ein Ritter und heißt Otto von Linn. Er hat sich kurz vor dem Überfall für den Kreuzzug nach Jerusalem verpflichtet....

Der Aberglaube trägt zu dieser Zeit reichlich Blüten, die auch die katholische Kirche unterstützt. Die Menschen sehen in jedem Unwetter, jedem Mal auf der Haut oder in zu großer Schönheit oder Hässlichkeit das Werk des Teufels. So hat es auch Lioba nicht leicht, deren Mutter als Hexe von den Dörflern ertränkt wurde. Ihre Stiefmutter hasst sie ebenso, wie der Pastor. Ihr Vater ist zu schwach und geht den Weg des geringsten Widerstandes. Als Lioba ebenfalls als Hexe beschimpft wird, muss sie aus dem Dorf fliehen, um ihr Leben zu retten. Doch nicht nur die Dörfler trachten Lioba nach dem Leben....

Im zweiten Handlungsstrang erzählt die Autorin von Ottos Schicksal. Es ist das Jahr 1188 - die Zeit der ersten großen Kreuzzüge ins Heilige Land. Unter Kaiser Friedrich I., auch Barbarossa genannt, bricht auch Otto Richtung Jerusalem auf. Er hat ein Dekret unterschrieben, mit dem er sich für die Rückeroberung Jerusalems verpflichtet hat. Gemeinsam mit seinem Onkel und den beiden Vettern tritt er die Reise ins Ungewisse an. Hier hat die Autorin sehr gut recherchiert und viele Begebenheiten des dritten Kreuzzuges, die bekannt sind, in die Handlung einbezogen.

Die Liebesgeschichte steht in diesem Roman nicht wirklich im Vordergrund, vorallem deswegen, weil sich die Wege der Beiden sehr schnell trennen - und das für lange Zeit. Die Handlung ist dicht, der Roman spannend geschrieben und ich konnte ihn nur schwer aus der Hand legen. Erschüttert hat mich Liobas Schicksal, die den Anfeindungen aus dem Dorf und ihrer eigenen Familie ausgeliefert ist. Missgunst, Neid oder einfach Dummheit bringen das Mädchen immer wieder in Gefahr, genauso wie ihre Unschuld und Schönheit. Bis sie zu ihrer eigenen Stärke findet, dauert es einige Zeit.
Thomas oder Otto ist anfangs sehr sympathisch, verändert sich aber nachdem er sein Gedächtnis wiederfindet und auch während des Kreuzzuges. Das hat einige Sympathiepunkte gekostet.
Relindis, eine kräuterkundige Frau, auf die Lioba während des Romans trifft und Christina, ihre beste Freundin vom Nachbarhof, sind weitere sympathische Figuren, die für Lioba sehr wichtig sind.

Überraschende Wendungen ließen mich kurz nach Luft schnappen und hoben die Spannung. Besonders im letzten Drittel ist man völlig in der Geschichte gefangen, bis es zum finalen Showdown kommt.

Schreibstil:
Marion Johanning beschreibt ihre Figuren sehr detailreich und bildhaft. Sie sind wunderbar lebendig und ich konnte mit Lioba weinen und hoffen. Das mittelalterliche Ambiente und der Aberglaube der Menschen wird sehr eindrucksvoll geschildert. Der Schreibstil ist einnehmend und passt zur Zeit, die Geschichte kurzweilig.
Der Roman ist in vier Teile geteilt, die Kapitel haben eine angenehm Länge. Am Ende findet man ein Glossar zu den mittelalterlichen Begriffen.

Fazit:
Ein spannender historischer Roman mit einer sympathichen Protagonistin und überraschenden Wendungen. Der lebendige Schreibstil lässt einem in die Geschichte völlig eintauchen, die Seiten flogen nur so dahin. Diesen historischen Roman kann ich auf für Einsteiger in das Genre empfehlen!

Vielen Dank an Marion Johanning für das Rezensionsexemplar! Meine Bewertung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst!

Die honigsüßen Hände - Marion Johanning




    • Taschenbuch: 498 Seiten
    • Verlag: Amazon Publishing (9. Februar 2016)
    • ISBN-10: 1503954676
    • ISBN-13: 978-1503954670
    • Genre: Historischer Roman



Amazon Kurzbeschreibung:
1266: In einer Burg in der Eifel wird die junge Beatrix von ihrem Gemahl Arnold von der Ahe gefangen gehalten. Der skrupellose Ritter, der nur ihre Mitgift wollte, lebt mit seiner Geliebten zusammen. Eines Nachts gelingt Beatrix die Flucht nach Köln. In der aufstrebenden Stadt lebt sie unerkannt und hofft, sich eine Existenz als Bäckerin aufbauen zu können. Sie lernt den reichen Patrizier Daniel Jude kennen und verliebt sich in ihn, aber auch Daniel ist verheiratet. Als Köln von den Kämpfen zweier verfeindeter Bürgerparteien erschüttert wird, muss Beatrix mehr denn je fürchten, von ihrem Gemahl entdeckt zu werden. Verzweifelt kämpft sie um ihre Liebe und ihr neues Leben.
 
Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Die junge Beatrix wurde nach dem Tode ihrer Eltern mit dem Ritter Arnold von der Ahe verheiratet. Doch dieser wollte nur ihre Mitgift, warf sie in den Kerker und lebt seitdem sein ausschweifendes Leben mit seiner Geliebten Elsa genauso weiter, wie früher. Während Beatrix vor Hunger fast umkommt und nur auf die Hilfe der Dienerin Mechthild bauen kann, feiert Arnold wilde Gelage und Feste. So plant beatrix mit Mechthild die Flucht und macht sich auf den Weg in die nächst größere Stadt. Köln wird zu ihrer neuen Heimat, doch die Vergangenheit ist immer allgegenwärtig....

Meine Meinung:
Schon die Leseprobe bei der Vorstellung des Romans bei Lovelybooks begeisterte mich und ich wollte unbedingt mehr über Beatrix erfahren.
Das Leid, das sie in ihrem Verließ erfahren muss und der Hunger, der sie immer mehr schwächt, wird in den ersten Kapiteln sehr bildhaft beschrieben. Die Grausamkeit ihr gegenüber, obwohl sie doch eigentlich die Herrin der Burg ist, ist unbeschreiblich und ich litt mit Beatrix mit. Gemeinsam mit Mechthild gelingt ihr die Flucht und beginnt in Köln Fuß zu fassen. Als Leser lernen wir nun die Stadtgeschichte und das Leben im mittelalterlichen Köln kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten findet Beatrix ihre Berufung im Backen von Kuchen und dem Leser erschließt sich der Titel des Buches: "Die honigsüßen Hände".

Begeistern konnten mich die Charaktere des Romans. Beatrix, Mechthild und Odilia, aber auch die Nebencharaktere sind so unglaublich bildhaft beschrieben, dass ich mit den Figuren mitlebte. Sie sind authentisch und mitten aus dem Leben gegriffen. Während zu Beginn Mechthild die Stärkere der Beiden ist, wandelt sich dies, als sie Köln erreichen. Beatrix fühlt sich in der großen Stadt wohler. Sie wuchs in Bonn auf und fühlt sich daher in einer größeren Menschenmenge unsichtbar - der beste Schutz vor Arnold und seinen Gefolgsmännern.
Beatrix entwickelt sich weiter und erhält ihr Selbstbewusstein und ihre Stärke wieder. Trotzdem handelt sie im Laufe der Geschichte in manchen Lagen sehr unbesonnen und naiv. Diese Handlungen konnte ich manchmal nicht ganz nachvollziehen.
Natürlich gibt es auch hier einige Bösewichte, die Beatrix immer wieder ihr Leben schwer machen.

Auch die geschichtliche Komponente ist sehr gut ausgearbeitet. Man erhält einen sehr guten Einblick in die damalige Stadtgeschichte und die immer wiederkehrenden Kämpfe zwischen dem Erzherzog und den Patriziern. Zwischen der realen historischen Geschichte und auch einigen historisch belegten Personen hat Marion Johannig einen wunderbaren und spannenden Roman geschrieben.

Kommen wir nun zum Negativen.....die Geschichte ist sehr spannend und hat jede Menge unvorhersehbare Wendungen. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Autorin in diesem Roman wirklich alles, was ihr so eingefallen ist, reinquetschen wollte. Dadurch blieb zwar der Spannungsbogen hoch, aber man hatte nach einiger Zeit das Gefühl, dass man von einem Ereignis ins nächste schlitterte ohne Luft holen zu können. Dadurch erschienen manche Vorfälle etwas unrealistisch und konstruiert. Damit meine ich nicht nur, dass der Retter in der Not immer zur richtigen Zeit in letzter Sekunde auftauchte....das hält man ja auch bei vielen Blockbustern im Kino so ;)........sondern dass Beatrix wirklich Dinge passierten, die nach einiger Zeit einfach unglaubwürdig erschienen. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr einnehmend und flüssig. Besonders gefallen hat mir die Beschreibung der Charaktere, die allesamt sehr detailreich und bildhaft dargestellt wurden. Sie waren lebendig und authentisch. Ebenfalls ein Kompliment an die gute Recherchearbeit betreffend der Stadtgeschichte Kölns, die im Roman gut dargestellt wurde.

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es hat die typische Aufmachung eines historischen Romanes, sticht aber ins Auge. Auch die Farbgebung gefällt mir.

Fazit:
Ein gut recherchierter historischer Roman, dem es nicht an Spannung fehlt. Allerdings wollte die Autorin meiner Meinung nach manchmal etwas zu viel. Liebhaber des Genres sollten Marion Joahnning allerdings im Auge behalten. Hier ist definitiv noch Luft nach oben für zukünftige Bücher!



Vielen Dank an die Autorin für das Leseexemplar und die nette Begleitung bei der Lovelybooks Leserunde!
 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos