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Die Zuverlässigkeit des Zufalls - Lilli Beck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Atlantik; 1. Edition (7. Januar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3455018432
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3455018431
    • Genre: Roman



Atlantik Kurzbeschreibung:
Nina-Marie hat eine kleine, feine Buch- und Blumenhandlung am Stadtrand. Seit dem Verlust ihrer großen Liebe hat sie sich in die Arbeit gestürzt und findet Trost darin, wunderschöne Sträuße zu binden oder ihre Kundinnen und Kunden und mit einer Buchempfehlung glücklich zu machen. Dass sie selbst noch einmal glücklich sein kann, daran glaubt sie nicht mehr. Als sie eines Tages einen wohlriechenden Strauß an einen übellaunigen älteren Herren ausliefert, wendet sich das Schicksal. Der Herr ist ein Bestsellerautor, der aber seit langem nicht mehr schreibt. Und auch sein Sohn ist Nina-Marie nicht unbekannt... Der Zufall beginnt, eine zarte Liebesgeschichte zu schreiben, die Ninas Leben neu aufblühen lässt.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von Lilli Beck ist diesmal im Atlantik Verlag veröffentlich worden und liest sich auch deutlich "einfacher" als ihre Hardcover Einzelbände aus dem Blanvalet Verlag. 
Ich muss ehrlich sagen, dass mir ihre Romane, die rund um die beiden Weltkriege oder der Nachkriegszeit besser gefallen, als ihre Gegenwartsliteratur. Auch ihre letzte Trilogie fand ich etwas zu "leicht" und hatte nicht die Tiefe ihrer ersten Romane, obwohl Lilli Beck immer wieder ernste Themen aufgreift. In "Die Zuverlässigkeit des Zufalls" geht es zum Beispiel um Trauerbewältigung. 

Nina-Marie hat vor drei Jahren ihre große Liebe Eric verloren. Seitdem vergeht kein Tag, an dem sie nicht an ihn denkt. Der Zufall hat Eric damals in den kleinen Blumenladen ihrer Mutter geführt und sie haben eine wunderschöne gemeinsame Zeit miteinander verlebt.  Als kurz nach Erics Tod die kleine Änderungsschneiderei neben dem Blumengeschäft ihrer Mutter zusperrt, erfüllt sich Nina-Marie den Traum einer eigenen Buchhandlung. Mit "Buch und Blume" - Buchladen und Blumengeschäft - ist sie in Berlin-Spandau ab sofort eine gefragte Geschäftsfrau.
Als sie statt einer Stammkundin, die jede Woche duftende Blumensträuße abholt, diese direkt an den Empfänger liefern soll, steht sie vor ihrem Lieblingsschriftsteller, der schon lange keinen neuen Krimi mehr veröffentlicht hat. Der mürrische Mann, der so gar nicht in das Bild von Nina-Maries Lieblingsautor passt, hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich. Dabei trifft sie auch auf dessen Sohn Jack, den sie aus derselben Selbsthilfegruppe kennt, die sie manchmal besucht. Nina-Marie möchte, dass der Schriftsteller wieder zurück zu sich selbst findet und seine Krimireihe weiterschreibt und macht sich ihre eigenen Gedanken..

Um ihre eigene Trauer aufzuarbeiten, beginnt sie ihre Zeit mit Eric aufzuschreiben. Dadurch erfahren die Leser in Rückblenden, wie sich die Beiden kennen- und lieben gelernt haben.

Neben der Trauerbewältigung geht es - wie das süße Cover bereits verrät - viel um Bücher, was mit ein Grund war, dass ich zu diesem Roman gegriffen habe. Ich mochte die Atmosphäre, die durch "Buch und Blume" entsteht und die Lilli Beck ganz wunderbar vermittelt hat. 
Obwohl Nina-Maries Geschichte sehr bewegend ist, konnte ich nicht so ganz nachvollziehen, dass sie auch nach drei Jahren noch immer laufend in Tränen ausbricht und komplett in ihrer Trauer gefangen ist. Jeden Tag denkt sie an Eric, sie träumt von ihm und sie vergleicht jeden und alles mit ihrer großen Liebe. Ihr Tag besteht aus ihrer Arbeit im Blumenlädchen und ihrem Buchladen. Sie hat sich total zurückgezogen und trifft nur manchmal ihrer Freundin, die auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet und deshalb auch selten für sie da ist.

Die einzelnen Figuren sind sehr lebendig gezeichnet und ich konnte sie mir lebhaft vorstellen. Die verschiedenen Charaktere bereichern - bis hin zur kleinsten Nebenfigur - den Roman. Besonders den Zusammenhalt zwischen Mutter und Tochter mochte ich sehr.
Der Schreibstil von Lilli Beck ist gewohnt bildhaft und lebendig. 

Manche Themen rund um den Krimiautor und einem Vorfall im letzten Drittel des Buches fand ich hingegen etwas unausgegoren. Vor allem die Beschuldigung und die eher lasche und unaufgeregte Auflösung dieses Ereignisses kam mir zu kurz.

Fazit:
Eine nette Geschichte über Trauerbewältigung, aber auch Wohlfühlthemen, wie Bücher und Blumen und dem Zufall, der so einiges ins Rollen bringt. Dass die Geschichte lange in Erinnerung bleiben wird, bezweifle ich allerdings.



Die Schwestern vom See - Lilli Beck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag
     


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet; Originalausgabe Edition (18. Juli 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 373411084X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734110849
    • Genre: Familiensaga



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Auerbach am Bodensee: Als Max König im Alter von 86 Jahren stirbt, hinterlässt er eine große Lücke. Er war die Seele der Pension, die mit viel Herz und Verstand von ihm geführt wurde. Zur Beisetzung sind seine Enkelinnen Iris, Rose und Viola und der Rest der Familie nach langer Zeit wieder vereint. Doch ausgerechnet am Tag der Beerdigung entdecken die Schwestern ein verheerendes Geheimnis des Großvaters. Bald mischen sich auch Sorgen um die Pension in die Trauer: Eine anonyme Anzeige bringt den Lebensmittelkontrolleur ins Haus. Führt jemand absichtlich eine Schmutzkampagne gegen den Betrieb?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Lilli Beck hat mich bisher mit ihren Romanen sehr beeindruckt. Vorallem ihren letzten "Wenn die Hoffnung erwacht" fand ich großartig. Von "Die Schwestern am See" erwartete ich mir ähnliches, jedoch ist diese Geschichte nicht mit ihrem letzten Roman vergleichbar.
Uns erwartet nämlich eine sommerlich, leichte Geschichte. Es gibt zwar wieder einige Kapitel in der Vergangenheit, die sogar in Wien spielen, was mir ganz besonders gut gefallen hat, aber der Fokus liegt diesmal in der Gegenwart.

Wir befinden uns in Auerbach am Bodensee. Der Gründer der familiengeführten Pension und des Cafés "Tortenhimmel", Max König, ist verstorben. Die Torten- und Gebäckkreationen, die Max in Erinnerung an seine Lehrzeit im Hotel Sacher in Wien mitgebracht hat, sind in der ganzen Umgebung bekannt und die Pension immer gut besucht. Doch jemand scheint der Familie übel mitspielen zu wollen, denn eine anonyme Anzeige bringt den Familienbetrieb in Verruf und die Lebensmittelinspektion ins Haus....

Im Mittelpunkt des Romans stehen die drei Schwestern mit den blumigen Namen Viola, Iris und Rose. Sie sind die Enkelinnen des verstorbenen Gründers und allesamt sehr symapthische junge Frauen. Neben Großvater Max im Vergangenheitsstrang begleiten wir aber vorallem Iris, die älteste Tochter von Herbert und Florence König.
Im Prolog steht sie kurz vor der Hochzeit mit dem Hotelierssohn Christian Bonhoff. In Zukunft wird sie im Hotel ihres zukünftigen Ehemanns in Köln mitarbeiten. In der Nacht vor Iris Hochzeit schwören sich die Schwestern immer füreinander da zu sein. Drei Jahre später steckt die Ehe von Iris und Christian in einer Ehekrise. Iris wünscht sich nichts sehnsüchtiger als ein Kind, doch bisher hat es noch nicht geklappt. Mit der ausbleibenden Schwangerschaft häufen sich die Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern. Ein großer Krach und der Tod von ihrem Großvater Max, lässt Iris zurück nach Auerbach reisen. In der Zwischenzeit leitet, nach einem Herzinfarkt ihres Vaters Herbert, ihre Schwester Rose die Familienpension. Viola, die jüngste Schwester, ist in die Fußstapfen ihres Großvaters geschlüpft und eine preisgekrönte Konditormeisterin geworden.
Am Tag der Beerdigung finden die Familienmitglieder im Zimmer des Großvaters einen ominösen Brief und ein Foto, welche an der Vergangenheit von Max König einige Zweifel aufkommen lassen.... 

Der erste Abschnitt des Romans hat mich etwas enttäuscht. Trotz der teilweise schwierigen Themen kam mir einiges zu oberflächlich und zu locker-leicht daher. Von den Romanen der Autorin bin ich etwas anderes gewöhnt. Doch mit dem Fortschreiten der Handlung wurde die Geschichte etwas facettenreicher und tiefgründiger. Mit einem Ereignis hat mich die Autorin hingegen regelrecht geschockt.

Die Figuren wurden liebevoll gezeichnet. Die drei Schwestern sind sympathische junge Frauen. Ihre verschiedenen Persönlichkeiten machen sie zu interessanten Charakteren. Die Probleme von Iris konnte ich sehr gut nachvollziehen. Das Verhalten von Christian fand ich teilweise grenzwertig und er hat keinerlei Sympathiepunkte von mir bekommen.
Besonders hervorgehoben wird auch der Familienzusammenhalt im Hause König. Tante Annemarie ist eine sehr vielschichtige und etwas ausgeflippte Person, die für die drei Schwestern immer da ist. Die Eltern der drei Schwestern, Herbert und Florence, bleiben hingegen etwas blass. Zum Dahinschmelzen waren die beschriebenen Tortenkreationen, die Viola in ihrem "Tortenhimmel" herstellt.

Die Rückblenden in die Fünfziger Jahre in Wien mochte ich sehr, auch wenn es mir zum Schluss hin etwas zu kitschig wurde. Den Charme unserer Hauptstadt hat Lilli Beck sehr gut eingefangen und ich fühlte mich sofort heimisch. Generell mochte ich die bildhaften Beschreibungen der Landschaft rund um den Bodensee und der Wiener Innenstadt.

Dass es sich bei "Die Schwestern vom See" um einen Reihenauftakt handelt, ist mir erst durch die angehängte Leseprobe klar geworden. Ich finde es schade, dass es nun auch diesem Genre bald keine Einzelbücher mehr gibt. 

Fazit:
Ein charmanter und leicht lesbarer Familienroman, der sich perfekt für die Sommertage eignet. Für mich konnte der Reihenauftakt des Sommerromans nicht an die anderen Bücher der Autorin heranreichen, was wohl am Genre liegt. Trotzdem hat er  micht gut unterhalten.

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und an Lovelybooks, sowie an Lilli Beck für das Rezensionsexemplar!

Wenn die Hoffnung erwacht - Lilli Beck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebunden Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (14. Juni 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764507446
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764507442
    • Genre: Historischer Roman



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Deutschland 1947: Nora wird von ihrer Freundin zu einer deutsch-amerikanischen Silvesterfeier eingeladen und ist überwältigt, als sie dort den attraktiven US-Officer William kennenlernt. Lange versucht sie, die frisch entflammte Liebe vor ihrem Vater geheim zu halten, doch als sie ein Kind erwartet und William in die USA zurückbeordert wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Farbe zu bekennen. Ihr Vater ist außer sich, hat aber bald eine Lösung parat, die Nora zu einer wohlhabenden Frau werden ließe und für die Familie finanzielle Vorteile hätte. Nora, die nicht daran denkt, in den Plan einzuwilligen, flieht mit ihrem Sohn nach München, wo ihr auf der Straße eine fiebrige, verwirrte wirkende junge Frau begegnet. Sie begleitet Celia nach Hause, zur Villa der wohlhabenden Wagners, und ahnt nicht, dass ihr Schicksal eine überraschende Wendung nehmen wird ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf den neuen Roman von Lilli Beck habe ich schon hingefiebert. Bisher habe ich alle ihre Romane gelesen und auch der neuerste "Wenn die Hoffnung erwacht" hat mir sehr gut gefallen.

Die Nachkriegszeit im amerikanisch besetzten Regensburg ist trotz Kriegsende nicht leicht. Noch immer hungern die Menschen. Auch Nora, die aus einem behüteten katholischen Apothekerhaushalt kommt, geht jeden Tag hingrig zu Bett. Als ihre beste Freundin Hedi sie zu einer deutsch-amerikanische Silvesterfeier einlädt, ist Nora begeistert. Endlich kann sie sich wieder einmal satt essen. Ihren Vater muss sie das Fest allerdings verschweigen, der streng über Nora wacht und die Amerikaner hasst. Gemeinsam mit Hedi genießt sie den Abend und lernt den interessanten US-Offizier William Bowman kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. So oft wie möglich versuchen sie sich zu treffen, was beim strengen und autoritären Vater schwer möglich ist - jedoch genügt, dass Nora schwanger wird. William will um ihre Hand anhalten, doch bevor es dazu kommt wird er kurzfristig abkommandiert. Nora muss sich dem Zorn ihres Vaters stellen. Die Schande ist groß! Ihr Vater verlangt von ihr einen anderen zu heiraten und gleichzeitig seine Schulden zu tilgen. Doch Nora hat William nicht aufgegeben und wartet auf seine Rückkehr...dabei kommt es zum Eklat!
Puh, was habe ich mit Nora mitgelitten! Der hartherzige Vater, der sich unmenschlich gegenüber seiner Tochter verhält, die furchtsame Mutter und der verschollene Verlobte - Nora büßt schwer für die wenigen Stunden Glückseligkeit.

In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir die Familie Wagner kennen. Sowohl Wolf, als auch Helene fand ich sympathisch, obwohl beide ihre Macken haben und keinesfalls nur Gutmenschen sind. Zusätzlich haben sie schwere Schicksalsschläge hinter sich. Luis, der Neffe der Beiden, ist ein sehr lebenslustiger Kerl, der für die Fotografie und den Film lebt. Mit der Familie Wagner schnuppern wir ins damalige Verlagswesen und auch ein bisschen in die Welt des Films und der Fotografie. Ich fand die Entstehung der Illustrierten und die damaligen Themen sehr interessant. Wie die beiden Handlungsstränge letztendlich zusammengehören, erfährt man im Laufe der Geschichte.

Lilli Beck  hat einen emotionsgeladenen Roman geschrieben, der mich beim Lesen richtig mitgenommen und auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt hat. Manchmal habe ich mich gar nicht getraut weiterzulesen, denn ich befürchtete das Schlimmste. Die Schilderungen der Nachkriegszeit und das damaligen Gesellschaftsbild sind von Lilli Beck wahnsinnig ausdrucksvoll und bildhaft erzählt.
Die Gegenüberstellung der damaligen Gesellschaftsschichten, denjeningen den es trotz des Krieges kaum an etwas mangelt und diejenigen, deren Häuser ausgebombt wurden oder aus dem Osten geflüchtet sind, kann größer nicht sein. Kinder, die im Schutt graben, sind das tägliche Straßenbild.

Nora fand ich anfangs ein bisschen naiv, allerdings war das vorallem ihrer Erziehung geschuldet. Sie durfte kaum das Haus verlassen und hatte absolut keine Ahnung vom anderen Geschlecht. In München trifft sie allerdings eine Entscheidung, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Die Entwicklung von Nora ist gewaltig. Sie wird zu einer selbstständigen Frau, die trotzdem oftmals an die Grenzen der damaligen Gesetze stößt. Frauen brauchen eine Bewilligung des Ehemannes oder des Vater, damit sie arbeiten oder den Führerschein machen dürfen. Ledige Mütter sind generell nur "Abschaum", erhalten weder eine Wohnung und oftmals nicht einmal das Sorgerecht für ihr Kind.
Mit der Familie Wagner hat Nora freundliche und hilfsbereite Menschen gefunden, die trotz schwerer Schicksalsschläge warmherzig geblieben sind.
Zum Ende hin werden alle Fragen beantwortet und Schicksale aufgeklärt.

Fazit:
Packend und emotional von der ersten bis zur letzten Seite. Ich war gefesselt von dieser Geschichte und gebe gerne fünf Sterne, auch wenn ich mit einer Entscheidung Noras sehr gehadert habe und sie nicht verstehen konnte. Trotzallem ein wahnsinnig tolle Geschichte - bewegend und ergreifend! Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Mehr als tausend Worte - Lilli Beck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Originalausgabe (25. März 2019)
    • ISBN-10: 3764506504
    • ISBN-13: 978-3764506506
    • Genre: Historischer Roman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Berlin, 9. November 1938: Aliza erwacht von durchdringenden Schreien, als ihr Großvater von der Gestapo abgeholt wird. Die politische Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu, doch entgegen aller Mahnungen weigert sich ihr Vater, ein jüdischer Arzt, das Land zu verlassen. Nur seine Tochter will er im Ausland in Sicherheit bringen. Aliza ist am Boden zerstört, dass sie Fabian, ihre große Liebe, zurücklassen muss. Beim Abschied versprechen sich die beiden, nach ihrer Rückkehr zu heiraten. Doch werden sie die Wirren des Krieges überstehen?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Seit der Veröffentlichung des Erscheinungstermins von Lilli Beck's neuem Roman "Mehr als tausend Worte" fieberte ich den Tag entgegen, an dem ich endlich darin lesen durfte. Auf meinem Blog gab es auch noch mit zwei weiteren Bloggerinnen eine kleine Leserunde zum Buch. Leider hat mich Lilli Becks neuerstes Werk etwas zwiegespalten zurückgelassen. Warum das ist so ist, erzähle ich euch gleich.

Die Geschichte beginnt in der Progromnacht, den 9. November 1938, mit dem Sturm der Gestapo in das Haus des jüdischen Arztes Samuel Landau und seiner Familie mitten in Berlin. Die 16jährige Aliza erfährt, dass ihr Großvater abgeholt wurde. Ihr Bruder Harald musste sein Medizinstudium abbrechen und arbeitet nun als Leichenschieber um Geld zu verdienen. Er fleht seine Familie an das Land zu verlassen, doch sein Vater fühlt sich als Arzt verpflichtet zu helfen. Anfangs darf er noch jüdische Patienten behandeln, doch nach und nach wird ihm jegliches Recht entzogen. Blockwart Karoschke nutzt dies zu seinen Gunsten und verspricht ihm zu helfen, wenn er das Haus überschrieben bekommt.
Die schleichende Brutalität gegen die Juden und die Enteignungen werden sehr plastisch erzählt. Die Bemühungen das Land zu verlassen werden immer geringer. Samuel gelingt es zumindest Aliza mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu schicken. Aliza bricht das Herz. Sie möchte weder ihre Familie noch ihren Freund Fabian verlassen. Doch auch Fabian hat seinen Einberufungsbefehl bereits erhalten. Die Beiden verloben sich und schwören nach dem Krieg zu heiraten...

Sehr berührend waren die Szenen des Kindertransportes nach Großbritannien. Darüber hatte ich noch nicht viel gelesen und Lilli Beck hat diese Szenen so anschaulich beschrieben, dass einem besonders als Mutter die Tränen in den Augen brannten. Ganz kleine Kinder wurden von ihren Familien in die Fremde geschickt - mutterseelenallein und ohne die Sprache zu sprechen, um ihnen das Leben zu retten. Als Aliza in London ankommt wird sie liebevoll von einer befreundeten jüdischen Familie aufgenommen. Dort trifft sie auf Mizzi, die ebenfalls eine geflohene Jüdin ist. In der lebenslustigen jungen Frau findet Aliza eine gute Freundin.Doch als der Krieg immer näher kommt, werden die Jüdinnen auch in Großbritannien als Nazis beschimpft. Es wird nicht differenziert und man merkt, dass die Engländer gar nicht genug über das Grauen, das den Juden in Deutschland angetan wird, wissen. Aliza und Mizzi kämpfen um Quartier und eine Anstellung, werden aber oftmals als feindliche Ausländerinnen vertrieben.
Bis hierhin hat mich der Roman mitgerissen und wirklich überzeugt. Die Erzählungen waren lebendig und haben mich berührt. Ebenso habe ich einiges Neues, vorallem betreffend dem Kindertransport, erfahren.

Doch dann wandelt sich Alizas Charakter. Als noch eher naives, aber liebenswertes Mädchen lernt man sie noch in Berlin kennen. Die große Liebe zu Fabian lässt sie hoffen und nicht verzweifeln. In der lebenslustigen Mizzi findet sie eine wunderbare Freundin, die Aliza sehr oft über die Runden hilft. Obwohl sie immmer mehr als Feinde verachtet werden, geht es ihr relativ gut. Doch Aliza träumt von Reichtum und während andere hungern, hat sie schöne Kleider und genug zu essen...und findet es gerechtfertigt. Sie wirft mit Geld und Zigaretten um sich, während sie in Stöckelschuhen und eleganter Kleidung durch das völlig zerbombte Berlin stapft. Nein, das war nicht die Aliza, die man zu Beginn kennenlernen durfte.

Wiederum wunderbar beschrieben fand ich eben genau diesen Gang durch das völlig zerbombte Berlin kurz vor Ende des Krieges. Der Schwarzmarkt und die ersten Versuche Wiederaufbau zu betreiben wurden so emotional und bildreich erzählt, dass ich Aliza durch die Ruinen der Stadt begleitet habe.

Die restlichen Charaktere sind sehr gut gezeichnet und lebendig. Als Leser verachtet man die Habgier von Blockwart Karoschke, leidet mit Samuel und seiner Frau, zürnt mit Herbert und wünscht sich für Fabian, dass er überlebt.
Die extreme Wandlung einer bestimmten Figur fand ich hingegen absolut unglaubwürdig. Vermisst habe ich einen Strang um Fabian und weitere Einblicke aus dem Leben der Landaus. Letzterer riss völlig ab. Der Liebe zu Fabian wurde immer wieder Raum gegeben, jedoch ohne Fabian selbst einen eigenen Erzählstrang zu geben. Das Ende fand ich zu konstruiert. Für mich hat der Roman auf den letzten 200 Seiten seine anfängliche 5 Sterne Bewertung verloren. Sehr, sehr schade!

Fazit:
Die erste Hälfte des Buches fand ich wirklich sehr, sehr gut, doch leider wurde mir im Laufe der Zeit die Protagonistin immer unsymapthischer und eine Wendung fand ich ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Auch das Ende war mir zu konstruiert. Ich wollte diesen Roman wirklich lieben, aber im letzten Drittel war es mir nicht mehr möglich! Sehr schade!

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar und die nette Signierung der Autorin

[LESERUNDE] Mehr als tausend Worte - Lilli Beck


Morgen am 12. April startet die gemeinsame

LESERUNDE
zu
"Mehr als tausend Worte"
von Lilli Beck 

****
KLAPPENTEXT
Berlin, 9. November 1938: Aliza erwacht von durchdringenden Schreien, als ihr Großvater von der Gestapo abgeholt wird. Die politische Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu, doch entgegen aller Mahnungen weigert sich ihr Vater, ein jüdischer Arzt, das Land zu verlassen. Nur seine Tochter will er im Ausland in Sicherheit bringen. Aliza ist am Boden zerstört, dass sie Fabian, ihre große Liebe, zurücklassen muss. Beim Abschied versprechen sich die beiden, nach ihrer Rückkehr zu heiraten. Doch werden sie die Wirren des Krieges überstehen?
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EINTEILUNG DES BUCHES:

Abschnitt 1 (Kapitel 1 - 8)
Abschnitt 2 (Kapitel 9 - 16)
Abschnitt 3 (Kapitel 17 - 25)
Abschnitt 4 (Kapitel 26 - 32)
Abschnitt 5 (Kapitel 33 - Ende)

Teilnehmer:
Sabine von Buchmomente
Daniela von Stempelbavaria
und ich

Jeder, der noch gerne mitlesen möchte meldet sich!!!  Conny???

Wie der Wind und das Meer - Lilli Beck



    • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (18. September 2017)
    • ISBN-10: 376450577X
    • ISBN-13: 978-3764505776
    • Genre: historischer Roman, Drama


Blanvalet Kurzbeschreibung:
München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Blanvalet Challenge

Meine Meinung:
Sehr gespannt war ich auf Lilli Becks zweiten Roman, der nicht aus der heiteren Ecke kommt. Nachdem mir "Glück und Glas", das vor zwei Jahren erschienen ist, sehr gut gefallen hat, freute ich mich auf "Wie der Wind und das Meer" der Autorin.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und beginnt im letzten Kriegsjahr, 1945. Man steigt mitten in das Kriegsgeschehen ein und harrt mit den Münchner Einwohnern in den Luftschutzkellern aus. Hier sind auch der elfjährige Paul, seine Stiefmutter und seine Stiefschwester Rosalie, sowie Onkel Fritz und Tante Tilli untergekommen. Sie sind Flüchtlinge aus Pommern, die in München bei den Verwandten ein neues Zuhause gefunden haben. Doch diesmal trifft eine Bombe das Haus und der kleine Paul bleibt als einziger Überlebender zurück. Hungrig und zitternd irrt er mit seinem Lederkoffer, der die Besitzurkunde des Gutes in Pommern, sowie Fotos beinhaltet, durch das zerbombte München. Hinter einem Trümmerhaufen findet er ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah Silbermann, ist Jüdin und hat ebenfalls ihre Familie verloren. Die Kinder beschließen zusammenzubleiben und Paul überredet Sarah sich fortan Rosalie zu nennen und sich als seine Schwester auszugeben. So können sie zusammenbleiben und Sarah muss auch nicht weiter Angst vor den Nazis haben. Eine Jungenbande gewährt ihnen Unterschlupf bis sie bei der Blumen-Oma ein neues Zuhause finden. Die Marktfrau Agathe gibt sie als ihre Großnichte und -neffen aus, doch die Mühlen der Bürokratie mahlen auch am Ende des Krieges zielsicher und Paul und Rosalie/Sarah wandern ins Waisenhaus. Ihr gemeinsamer Wahlspruch

"Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen.“ - Seite 28

wird auf eine harte Probe gestellt.
Als sie als Teenager plötzlich beginnen mehr füreinander zu empfinden, macht ihnen der Pakt von einst, sich als Geschwister auszugeben, einen Strich durch die Rechnung. Mit der Wahrheit können sie nicht mehr herausrücken, ohne Agathe und ihre neuen Adoptiveltern zu gefährden.

Der Roman umspannt ganze 45 Jahre, spielt in München und Berlin und erzählt abwechselnd aus der Sicht von Paul und Rosalie.
Der erste Abschnitt bis zum Jahr 1952 ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die von der Autorin grandios erzählt wurde. Diese sehr eindringliche Passage erzählt von den Tagen als Trümmerkinder, den Hunger und die folgende liebevolle Aufnahme bei der Blumen-Oma. Die Willkür der Bürokratie die beiden Kinder  der fürsorglichen Liebe von Agathe zu entreißen und sie in ein katholisches Waisenhaus zu stecken, wo Zucht und Ordnung herrscht, hat mich emotional sehr mitgenommen.
Den Mittelteil, der Paul und Rosalie ihre Gefühle füreinander entdecken lässt, empfand ich nicht ganz so stark. Hier wird viel auf die Empfindungen der Beiden eingegangen und wie sie damit umgehen. Während Paul sich bei seiner neuen Familie und der Verantwortung am Gemüsemarkt wohl fühlt und seine Zukunft darin sieht, träumt Rosalie noch immer davon ihre Leben ähnlich dem ihrer Mutter zu gestalten. Als sie beim Münchner Radiosender für ein Hörspiel vorspricht und genommen wird, sieht sie sich ihren Träumen näher. Hier fehlte mir allerdings etwas Atmosphäre. Die Dialoge und Liebesschwüre empfand ich manchmal etwas aufgesetzt. Man spürte die tiefe Verbundenheit der Beiden, aber trotzdem fehlte mir  das gewisse Etwas.

Die Auswirkungen der verboten Liebe sind das Hauptthema des Romans. Diese sind der rote Faden der Geschichte. Dabei hat Lilli Beck auch die politische Zeitgeschichte gut eingefangen. Angefangen von den Hungerjahren bis zum Wiederaufbau, dem dauffolgenden Wirtschaftsaufschwung, der Bau der Mauer, der Kalte Krieg, Studentenbewegungen und Hausbesetzungen.

Die dramatischen Ereignisse im letzten Teil des Buches haben wiederum meine volle Aufmerksamkeit bekommen und haben mich am Ende ziemlich fassungslos zurückgelassen.

Charaktere:
Die Charaktere sind lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Agathe, die Blumen-Oma, die sich den beiden Kindern annimmt und bis zu ihrem Lebensende ihre Ersatzoma bleiben wird. Sie ist auch die Einzige, die das Geheimnis um Sarah/Rosalie kennt. Gut gefallen haben mir auch "die Überkandidelten" im Haus von Rosalie in Berlin.
Die beiden Hauptprotagonisten fand ich als Kinder überzeugender, als im erwachsenen Alter. Nicht alle ihre Handlungen konnte ich nachvollziehen, besonders der ältere Paul wurde mir fremd. Trotzdem entwicklen sich beide Charaktere stark weiter und dennoch bleibt ihre Liebe für alle Ewigkeit bestehen.....wie der Wind und das Meer....

Schreibstil:
Lilli Beck schreibt wunderbar bildhaft, flüssig und lebendig. Ich war mit Paul und Rosalie am Gemüsemarkt, durchlebte mit ihnen die Ängste im Waisenhaus und fand die Bewohner der verrückten WG in Berlin herzerfrischend.
Die Geschichte ist in fünf Teile und Zeitabschnitte unterteilt und umspannt die Jahre 1945 bis 1990. Die Kapitel sind eher kurz gehalten bzw. haben eine angenehme Länge. Die Autorin erzählt abwechselnd aus Sicht von Pauls und Rosalie/Sarah.

Fazit:
Ein berührender Roman, der neben der Handlung rund um Paul und Rosalie auch deutsche Zeitgeschichte eingefangen hat. Eine dramatische Zeitreise, die im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges beginnt und kurz vor dem Mauerfall endet. Bewegend und ergreifend.

Danke an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar!


 *** Inwiefern sich mein vorliegendes, unkorrigiertes Leseexemplar von der endgültigen Fassung unterscheidet, kann ich nicht beurteilen. ***

Glück und Glas - Lilli Beck



    • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (24. August 2015) 
    • ISBN-10: 3764505435
    • ISBN-13: 978-3764505431
    • Genre: Roman


Blanvalet Kurzbeschreibung: 
Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern – doch kann die Zeit alle Wunden heilen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Blanvalet Challenge 

Darum geht's:
Marion, genannt Moon, und Hannelore werden am selben Tag im Jahre 1945 geboren. Durch einen Zufall lernen sich ihre Mütter, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen, in der Frauenklinik kennen. Die beiden Mädchen werden die besten Freundinnen und wachsen wie Schwestern auf - nichts kann sie trennen! Doch das Leben hat mit den beiden Frauen andere Pläne und schlussendlich scheiden sich ihre Wege nach einem Zwischenfall.....

Meine Meinung:
Dieser Roman erzählt die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft und deren Bruch...."Glück und Glas, wie leicht bricht das". Dieser oft verwendete Spruch für Poesiealben ist nicht nur titelgebend, sondern kommt auch immer wieder im Rahmen der Handlung vor.
Im Jahre 1945 kommen zwei kleine Mädchen zur Welt, die unterschiedlicher nicht sein können und trotzdem die besten Freundinnen werden. Während Marion aus ärmlichen Verhältnissen kommt, wird Hannelore in eine reiche Industriellenfamilie geboren. Durch einen glücklichen Zufall findet Marions Mutter bei hannelores wohlhabender Familie Arbeit und Unterschlupf. Und so wachsen beide Mädchen gemeinsam auf. Die arme, aber bildhübsche und rebellische Marion und die reiche, eher konservative, bodenständige Hannelore. Während Marion mit ihren feuerroten Locken überall auffällt und bereits in der Schule gehänselt wird, hilft ihr Hannelore immer wieder aus Situationen, die gegen das rothaarige Arbeiterkind gerichtet sind. Durch die Ungerechtigkeiten gegen ihre Freundin kristallisiert sich bald ihr Berufswunsch heraus: Sie will Juristin werden und für Gerechtigkeit sorgen. Marion träumt hingegen davon als Modeschöpferin zu arbeiten und die Welt zu bereisen, jedoch findet sie mit ihrem schlechten Abschlusszeugnis kaum Arbeitsmöglichkeiten. Doch im Laufe der Jahre wendet sich das Blatt und Marion wird als Model entdeckt....

Die Autorin hat in diesem Roman einige Aspekte aus ihrem eigenen Leben einfließen lassen. Die Modelwelt ist für sie nichts Fremdes und Marion, die vor der Kamera nur mehr Moon genannt wird, erlebt alle Höhen und Tiefen dieses glamurösen Daseins. Ihr Antrieb, noch mehr zu erreichen und zu verdienen, kommt aus ihrer frühen Kindheit, wo sie oft hungern musste und kein eigenes Bett hatte.
Wir verfolgen die beiden Frauen beginnend von der Nachkriegszeit über die wilden Siebziger bis hin ins Jahr 2015, wo Marion mit Hannelore ihren gemeinsamen 70. Geburtstag feiern möchte. Auch hier schöpft die Autorin aus dem Vollen, denn sie beschreibt genau die Zeit, in der sie selbst groß geworden ist. Kommunen, freie Liebe, Drogen, aber auch Demonstrationen, wie die Studentenbewegungen, und das Leben der Yuppies. Der Leser wird Zeitzeuge der letzten 70 Jahre in Deutschland und somit ist für jeden von uns ein Wiedererkennungswert vorhanden - für den einen mehr, für den anderen weniger. Auch die Entwicklungen der Frauenrolle und die noch immer aktuelle Frage, ob und wie man Beruf und Familie verbinden kann, wird des öfteren aufgegriffen.

Schreibstil und Charaktere:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, bildhaft und man merkt, dass sie weiß, wovon sie schreibt. Die Geschichte wechselt zwischen den Jahren und zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ort, Monat und Jahreszahl stehen unter jedem Kapitel.
Neben den beiden Hauptprotagonistinnen, die ich oben schon genauer beschrieben habe, lernen wir noch einige sehr liebenswerte Charaktere wie Karl, Charles Kalkowski, Wolf oder auch Hannelores Vater, kennen. Diese sind nicht nur Randfiguren, sondern tragen zu einigen sehr schwerwiegende Entscheidungen im Leben der beiden Frauen bei.

Besonders hervorzuheben ist, dass sowohl Marion, als auch Hannelore, immer wieder denken, dass die Andere ein besseres Leben führt. Obwohl sie sich von ganzen Herzen lieben, neiden sie sich gegenseitig genau das, was sie selbst nicht haben und augenscheinlich die beste Freundin besitzt. Das bereitet ihrer Freundschaft öfters Tiefschläge...bis es zum Bruch kommt. Auch wechseln sich die Phasen des Glücks und des Unglücks kontinuierlich ab. Deshalb passt auch der Titel des Buches so perfekt.

Fazit:
Eine berührende Geschichte über Freundschaft - mitten aus dem Leben gegriffen. Sehr interessante Charaktere und eine lesenwerte Reise durch siebzig Jahre deutsche Geschichte runden diesen Roman ab.



Wer mehr über die Entstehung des Romans wissen will - bei Claudias Bücherregal gab es ein Interview mit der Autorin zum Buch:
http://claudias-buecherregal.blogspot.co.at/2015/08/story-hinter-dem-buch-beck-lilli-gluck.html


Vielen Dank an das Bloggerportal und den
Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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