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Eine Liebe ohne Sommer - Timothy Paul

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 1. Auflage  (15. Mai 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499017563
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499017568
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Ein verregneter Tag, eine zufällige Begegnung: Als Rosa vor Nikolas steht, macht ihr Herz den ersten von vielen Sprüngen. Zwischen dem humorvollen Mann mit den perfekten Haaren und ihr funkt es gewaltig; sollte es da stören, dass er sie trotz großer Innigkeit nie seinen Freunden vorstellt? Doch dann stirbt Nikolas bei einem Unfall – und lässt Rosa mit zwei Fragen zurück: Was war das zwischen ihnen, und hat sie ihn überhaupt richtig gekannt? Auf der Suche nach Antworten trifft sie seine Exfreundin, seinen besten Freund, der überraschend feindselig ist, und ein Kind mit dem Charme einer Naturgewalt. So lernt Rosa eine neue Seite von Nikolas kennen: eine, die sie hätte lieben können?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
"Eine Liebe ohne Sommer" ist das Debüt von Timothy Paul und war für mich eine Liebesgeschichte, die etwas anders war.
Man weiß von Beginn an, dass Nikolas bei einem Unfall stirbt und irgendwie habe ich immer auf diesen Moment gewartet, der dann doch etwas kurz und knapp ausfiel. Timothy Paul widmet sich in seinem Roman eher den Geheimnissen hinter den Charakteren und der Frage: "Wie gut kennt man seinen Partner?"
Rosa und Nikolas lernen sich im Treppenhaus kennen und bemerken bald, dass sie mehr füreinander empfinden. Sie werden ein Paar, doch Rosa beginnt immer wieder an der Beziehung zu zweifeln, denn sie kennt auch nach drei Monaten noch niemanden aus seinem Freundeskreis. Die einzige Person aus seinem Umkreis, die sie kennenlernt, ist seine dominante Mutter Ellen. Auch was seine Vergangenheit betrifft, hält er sich bedeckt. Welche Geheimnisse verbirgt er vor Rosa? 
Nach Nikolas Tod bleibt nicht nur Trauer, sondern auch die Frage: "Wie trauert man um einen Menschen, mit dem man nur drei Monate zusammen war und der anscheinend Geheimnisse vor einem hatte? Deshalb beschließt Rosa mehr über ihn zu erfahren...

Die Geschichte ist in zwei Teile aufgeteilt. Ich hatte mit einem stärkeren Fokus auf die Zeit nach dem Tod gerechnet, wurde jedoch überrascht, da ziemlich genau die Hälfte des Buches in der Vergangenheit spielt.
Im ersten Teil erfahren wir, wie sich Rosa und Nikolas kennenlernen, wie ihre Beziehung beginnt und welche Zweifel Rosa begleiten.
Im zweiten Teil lernt Rosa Nikolas durch Gespräche mit seinen Freunden gewissermaßen ein zweites Mal kennen. Stück für Stück erkennt sie, was ihn wirklich ausgemacht hat.

Jeden von uns wird das Thema Trauer früher oder später treffen und jeder Mensch geht anders damit um. Auch Rosa schwankt zwischen Wut, Trauer und Unsicherheit. Darf sie um jemanden trauern, den sie erst so kurze Zeit und vielleicht nie wirklich kannte?
Trotz der ernsten Thematik wirkt der Roman nicht bedrückend, da immer wieder humorvolle Dialoge und Gedanken aufblitzen. Timothy Paul verbindet Tiefgang und Humor auf eine Weise, die die Geschichte zugleich berührend, aber auch unterhaltsam macht. Man erkennt, dass Verständnis oftmals erst entsteht, wenn die Gelegenheit zum Gespräch längst vorbei ist.

Die Grundidee der Geschichte hat mich angesprochen, jedoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen. Timothy Paul behandelt zugleich zentrale Themen wie Familie, Trauer und Queerness. Der Schreibstil ist eher ruhig, obwohl es zu einigen überraschenden Enthüllungen kommt, die man nicht erwartet hat. Einige davon fand ich allerdings etwas überzogen und skurill. 

Die einzelnen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und einige davon auch leicht exzentrisch. Nikolas übergriffige Mutter, die sich ihr Weltbild zurechtrückt, wie es ihr passt; sein Bruder Stefan, der immer im Schatten von Nikolas stand; Vater Dieter, der früh die Familie verließ; das Nachbarskind, welches sich selbst "Dickeskind" nennt und sehr an Nikolas hing; Steffi, die beste Freundin von Rosa, die immer für sie da ist und Martin, Nikolas bester Freund, der immer wieder im falschen Moment auftaucht und sich feindselig gegenüber Rosa verhält.
Interessant fand ich Rosas Beruf als Lektorin und Ghostwriterin. Hier hätte ich gerne noch mehr darüber gelesen.
Hingegen tat ich mir manchmal ein bisschen schwer mit der Dynamik zwischen Rosa und Nikolas. So ganz konnte ich die Verbindung der beiden nicht spüren. Die Zweifel, die Rosa spürt und einige Dinge hinterfragt - wie zum Beispiele Nikolas regelmäßiges abtauchen für ein paar Tage - konnte ich hingegen jederzeit nachempfinden.
Das Ende empfand ich etwas zu pathetisch....

Fazit:
Der Roman handelt von Menschen, die einander nicht immer erreichen, aber dennoch etwas Bleibendes hinterlassen. Nicht alles konnte mich überzeugen, aber im Großen und Ganzen ist Timothy Pauls Debüt ein gelungenes!

Vielen Dank an vorablesen und den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Schlafende Vulkane - Michael Hjorth und Bjarni Thorsson

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundenes Buch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Wunderlich, 1. Auflage (15. Mai 2026)
    • Übersetzer: Wibke‎ Kuhn
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3805201311
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805201315
    • Originaltitel: ‎ Våldets ö
    • Genre: Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band aus der Helga und Bjarki Reihe


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller vom Michael Hjorth, dessen Thriller mir meine Freundin Claudia laufend ans Herz legt. Sie hat die gesamte Sebastian Bergmann Reihe verschlungen.
Hier schreibt der schwedische Autor jedoch gemeinsam mit dem Isländer Bjarni Thorsson. Der Thriller spielt auf Island.

Schon die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen und den Wunsch geweckt, unbedingt weiter lesen zu wollen.
Als Hilmar frühmorgens die Pferde im Reitstall versorgen möchte, findet er in der einzigen leeren Pferdebox eine nackte Frauenleiche. Helga Jónsdóttir, die erst die Polizeischule beendet hat, wird wegen Personalmangels zum Tatort gerufen. Es ist ihr erster Mordfall und sie fühlt sich noch etwas unsicher. Nachdem die Tote identifiziert ist, ist man auf der Suche nach ihrem zehnjährigen Sohn Kristoffer, der anscheinend aus dem Elternhaus geflüchtet ist. Die Suche nach ihm gestaltet sich äußerst schwierig, denn Kristoffer scheint in die Richtung der gefährlichen Lavafelder gelaufen zu sein. Verkehrspolizist Bjarki, der früher bei der Mordkommission gearbeitet hat, aber wegen seiner Eigengänge versetzt wurde, macht sich mit Spürhund Salka auf die Suche. Er ist ein Einzelgänger und kennt die Gegend wie kein anderer.
Doch bald darauf passiert ein weiterer Mord. Wieder ist es eine junge alleinerziehende Frau, die in die Fänge des Täters gelangt ist. Bald ist klar: Wir haben es mit einem Incel, einem frauenverachtenden Täter zu tun, der seine Morde filmt und an den Meistbietenden im Darknet verkauft. Opfer sind alleinstehende Frauen mit Kind.

Wir lesen aus verschiedenen Sichten und raschen Perspektivwechsel erhöhen die Spannung. Auch der Täter kommt in eingeschobenen Kapiteln zu Wort. Wir dürfen in seinem Kopf schauen, was viele Szenen noch unangenehmer macht. Man ist hautnah dabei, wie er seine perversen Ideen umsetzt und diese zu Geld machen will. Er ist schlau und entkommt der Polizei immer wieder aufs Neue, was Helgas Platz als Teamleiterin nicht unbedingt stärkt. Sogar die Hintergrundgeschichte des Mörders wurde mit erstaunlicher Tiefe ausgearbeitet.

Die Charaktere sind alle voller Ecken und Kanten. Durch die verschiedenen Perspektivwechsel und Sichten der Ermittler, lernen wir alle von ihnen gut kennen. Das Team wirkt dynamisch, auch wenn Kollege Benni immer wieder seine Spitzen gegen Helga austeilt, die er abfällig "Die Schwedin" nennt. Helga, halb Schwedin und halb Isländerin, lebt gerade in Scheidung. Sie ist jung, ehrgeizig und äußerst sympathisch. Als "Frischling" im Team wird es ihr nicht immer leicht gemacht. Ihr passieren im Laufe des Falles auch noch einige Fehler, die vor allem Benni, aber auch ihren geltungssüchtigen Chef Gisli Freyr, kritisieren. Doch Helga hat ein gutes Gespür und mit Bjarki, der sich nicht immer an die Regeln hält, einen starken Partner an ihrer Seite. 

Der Schreibstil ist wunderbar atmosphärisch und bildhaft, hat aber auch ein sehr hohes Tempo. Die kurzen Kapitel verleiten einem "schnell noch ein weiteres" lesen zu wollen. Vor allem die düsteren Schauplätze, die beklemmende Stimmung und die Einblicke in das Darknet haben den Thriller noch eindringlicher wirken lassen. Nicht nur, die für uns ungewöhnlichen Namen, sondern auch die wunderbaren Naturbeschreibungen geben dem Leser das Gefühl, mit auf dieser einzigartigen Insel im Norden zu sein. Erst vor Kurzem habe ich zwei Thriller gelesen, die zwar mit einem spannenden Setting überzeugt haben, bei denen jedoch nie wirklich das Gefühl entstanden ist, tatsächlich vor Ort zu sein.
Im Gegensatz zu vielen skandinavischen bzw. isländischen Thrillern, die eher ruhig erzählt sind, setzen Hjorth und Thorsson auf ein hohes Tempo, wodurch man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Zum Ende hin wird die Spannungskurve nochmals erhöht und endet in einem richtigen Showdown, der nicht zu überzogen wirkt, wie oftmals bei anderen Thrillern. 

Cover:
von links nach rechts:
das schwedische Originalcover, das niederländische und das norwegische Cover

Fazit:
Ein fulminanter Start der neuen Island-Thriller-Reihe von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson, die ich auf jeden Fall weiterlesen werde. Spannend, atmosphärisch und düster. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an vorablesen und den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Sommer, Glück und Ringelblumen - Ally Zetterberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage (20. Februar 2026)
    • Übersetzer: ‎ Vanessa Lamatsch
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499013169
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499013164
    • Originaltitel : ‎ The Second Chance Bus Stop
    • Genre: Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf …
Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte – aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Vom Rowohlt Verlag habe ich den neuen Roman von Ally Zetterberg erhalten. Das Setting Schweden hat mich sofort angesprochen. Für mich ist es das erste Buch der Autorin.

Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman etwas zu viel Problematik hineingepackt. Es hat auch etwas gedauert, bis ich in die Geschichte fand.

Edith ist 64 Jahre alt und leidet unter starker Demenz. Jeden Tag macht sie sich auf zur Bushaltestelle Hornton Street in London. Die Menschen, die täglich dort vorbeikommen, kennen Edith und denken, sie wäre eine Obdachlose. Doch Edith wartet seit 27 Jahren auf ihre große Liebe Sven. Der Schwede ist damals nicht zum vereinten Treffpunkt gekommen und Edith hat ihn bis heute nicht vergessen.
Ihr Sohn Blade betreut seine Mutter seit drei Jahren rund um die Uhr und hat keine Kraft mehr. Trotzdem möchte er Edith nicht in ein Heim geben. Eines Tages macht sie ihm jedoch den Vorschlag ihn zu entlasten, wenn er nach Schweden fahren und Sven suchen würde. Danach würde sie in ein Heim gehen und Blade könnte seinen alten Job wieder aufnehmen. Nach kurzer Recherche und einigen Zweifeln macht sich Blade auf, um Sven zu suchen und seiner Mutter ihren vielleicht letzten Wunsch zu erfüllen....

Sophia hat gemeinsam mit ihren Brüdern den Blumenladen ihres Onkel geerbt. Sie hat fünf Jahre Zeit ihn erfolgreich zu führen, damit sie ihre Brüder auszahlen kann oder sie muss ihn nach dieser Frist verkaufen. Sophia liebt ihre Blumen, kennt alle bei ihren lateinischen Namen und war die Einzige der Familie, die auch darin ihre Zukunft sieht. Die autistische junge Frau hasst Veränderungen und trotzdem muss sie versuchen mit Großaufträgen ihre Erträge zu steigern, um den Blumenladen halten zu können. Deshalb nimmt sie den Auftrag, bei einer Blumenmesse in verschiedenen schwedischen Städten auszustellen, an. Als ihr Auto schon auf dem Weg zur ersten Messe-Location liegen bleibt, sieht sie ihr Vorhaben als gescheitert an. Doch dann hält ein junger Mann mit seinem Wohnmobil neben ihr und bietet ihr eine Lösung an....

Blade hat statt dem gebuchten Fiat 500 einen Camper bei der Autovermietung bekommen, was sich bald als Glücksgriff ergibt. Er trifft auf Sophie, der er zuvor schon in ihrem Laden über den Weg gelaufen ist.
Der einfühlsame junge Mann nimmt Sophia genauso an, wie sie ist. Durch den gemeinsamen Roadtrip lernen sie sich besser kennen und werden Freunde. 
Blade erkennt, dass er die letzten Jahre kein eigenes Leben mehr geführt hat. Er kann Edith zwar beistehen, darf sich selbst aber nicht aufzugeben.
Sophia bekam von ihren Eltern und Brüdern nie Bestätigung - im Gegenteil: Sie wurde immer wieder ausgegrenzt und fühlte sich unverstanden. Die Therapeutin, die ihre Eltern für sie besorgten, damit sie "normal" wird, hat sie zusätzlich traumatisiert. Dabei ist Sophie eine wahnsinnig starke junge Frau, die über sich hinaus wächst.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet. Neben Blade, Sophia und Edith sind Zara, Line und Eliza spannende Nebenfiguren, die mich überzeugen konnten. 
Ally Zetterbergs Roman erzählt von Ängsten und Sorgen, aber auch von Selbstfindung, Familie und den Mut, für sich selbst zu sprechen. Für Sophia ist ihr Blumenladen ihr Safe Space, genauso wie für Edith die Bushaltestelle an der Horton Street.
Für Blade und Sophia ist der Roadtrip quer durch Schweden eine Reise zu sich selbst, die ihr weiteres Leben verändern wird.

Das Thema Demenz wurde sehr feinfühlig behandelt, ebenso Sophias Autismus. Für mich hätte jedoch eine der beiden Krankheiten als Schwerpunkt der Geschichte genügt. Trotzdem ist die Atmosphäre immer hoffnungsvoll und angenehm.  

Fazit:
Ein sehr feinfühliger und ruhiger Roman, von dem ich einen leichten Inhalt erwartet hatte, der aber mit ernsten Themen aufwartet. 


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Das kleine Zuhause in Prag - Julie Caplin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 1. Auflage  (12. August 2025)
    • Übersetzer: Christiane Steen
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499017261
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499017261
    • Originaltitel: ‎ A Little Place in Prague
    • Genre: Liebesroman
    • Reihe: ja - Band 12 der Romantic Escape Reihe


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Anna braucht dringend Abstand zu ihrer englischen Heimat und der familiengeführten Brauerei. Umso willkommener ist die Einladung zu einer Fortbildung in Prag: Endlich darf sie selbst Hand anlegen und ein eigenes Bier entwickeln. Sie freut sich auf inspirierende Wochen und bezieht ein Zimmer in einer gemütlichen Dachwohnung. Der Ausblick von der Terrasse ist spektakulär, und Anna fühlt sich auf Anhieb wohl. Wäre da nur nicht ihr Mitbewohner! Leo ist Annas Exmann und wurde ebenfalls zu der Fortbildung eingeladen. Und nun sollen sie unter einem Dach leben? Anna ist fest entschlossen, ganz professionell mit der Situation umzugehen und nicht nochmal Gefühle für Leo zu entwickeln. Doch schon bald beginnt der Zauber der romantischen Stadt auf sie zu wirken …

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Kann einzeln gelesen werden, da unzusammenhängend

Meine Meinung:
Der zwölfte Band der "Romantic Escape Reihe" spielt in einer meiner Lieblingsstädte: Prag. Deshalb habe ich mich schon sehr auf diese Geschichte gefreut, die in sich abgeschlossen ist, aber bei der man meistens einen Charakter aus einem der Vorgängerbände wieder trifft.

Julie Caplins Bücher dieser Reihe sind für mich immer wieder wie ein Glückskeks. Manche verzaubern mich von Beginn an, andere wiederum lassen mich etwas enttäuscht zurück. Cosy sind sie aber alle und was ich am meisten mag ist, dass wir bei jedem ihrer Romane in ein anderes Land reisen dürfen.

Anna hat früh ihre Eltern verloren und wurde adoptiert. Ihre Adoptivfamilie besitzt eine Brauerei und deshalb ist sie schon früh mit der Bierbraukunst in Kontakt gekommen. Doch bisher durfte sie ihre eigenen Ideen nie umsetzen. Im Moment fühlt sie sich weder in der Familie, noch mit ihrer Beziehung wohl und freut sich über eine kleine Auszeit. Diese soll sie in Prag verbringen und bei einem Wettbewerb antreten. Sie will der Familie beweisen, dass sie sich in der Braukunst auskennt und will unbedingt gewinnen. Jeder der Teilnehmer muss sein eigenes Bier brauen und vorstellen. Dem Gewinner winkt ein toller Preis - ein komplette Ausstattung für die eigene Brauerei.
Anna verliebt sich sofort in die ihr zugeteilte Dachgeschoßwohnung in einer alten Villa mitten in der Stadt, in der sie einige Monate wohnen wird. Doch als sie ihren neuen Mitbewohner und Mitbewerber kennenlernt, fällt sie aus allen Wolken. Es ist Leo, mit dem sie eine gemeinsame Vergangenheit hat. Und außerdem: Seit wann interessiert sich Leo fürs Bier brauen?
Beide werden in einer jeweils anderen ansässigen Brauerei eingeschult und versuchen sich mehr oder weniger aus dem Weg zu gehen und sich zu arrangieren. Doch so ganz klappt das nicht...

Die Ausgangssituation ist eine, die ich normaler Weise nicht mag: Eine Frau und zwei Männer, wobei Anna mit ihrem derzeitigen Freund Steve einen wirklichen Kotzbrocken an der Hand hat. Somit ist man als Leserin sofort auf Leos Seite und hofft auf ein kleines Happy End. Doch sowohl Anna, als auch Leo wollen ihre gemeinsame Vergangenheit hinter sich lassen.

Julie Caplin schreibt bildhaft und locker leicht. Die Ausflüge in die Welt der Braukunst ist spannend und fand ich interessant, auch wenn ich Bier überhaupt nicht mag. Nachdem ich erst 2023 wieder in Prag war, habe ich auch einige Plätze wiedererkannt und bin gerne mit Anna und Leo durch diese bezaubernde Stadt gelaufen.
Die Autorin versteht es sehr gut ihre gewählten Settings so zu beschreiben, dass man am liebsten gleich den Koffer packen möchte. Auch für das leibliche Wohl ist buchtechnisch mit tschechischen Spezialitäten gut gesorgt. Manche davon sind natürlich uns Österreicher bekannt, da wir selbst noch aus der Kaiserzeit viele böhmische Köstlichkeiten bei uns finden.

Die beiden Protagonisten lassen uns abwechselnd einen Blick in ihre Gedankenwelt erhaschen. Man versucht ihre Sichtweisen zu verstehen, die mich allerdings oftmals die Haare raufen ließen. Vor allem mit Anna und ihrer vorgefertigten Meinung über Leo hatte ich immer wieder zu kämpfen. Sie ist keine einfache Protagonistin. Auf der einen Seite liebenswert, aber auch stur und voller Selbstzweifel. Diese führten auch dazu, dass sie sich einfach von Leo trennte, bevor er sich von ihr trennen konnte. Eine Handlung, die ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Zusätzlich sprechen die Beiden nicht über die früheren Konflikte miteinander und Anna bildet sich einfach immer wieder ihre eigene Meinung - ohne Rücksicht auf Verluste.
Leo ist das komplette Gegenteil: offen, immer guter Laune und voller positiver Energie. Nach einer gescheiterten Beziehung, die ihm das Herz gebrochen hat, bleiben seine weiteren Beziehungen gewollt oberflächlich.
Die Nebencharaktere sind sehr sympathische Figuren, allen voran die netten Nachbarn Jan und Michaela, die den beiden auch das Land etwas näher bringen.

"Das kleine Zuhause in Prag" hat viele Momente, die ich sehr mochte. Leider gab es aber auch einige Handlungsstränge, die irgendwie ins Leere liefen. Außerdem fand ich einige Handlungen etwas sehr weit hergeholt, wie zum Beispiel, dass Anna und Leo die einzigen Teilnehmer bei diesen hoch dotierten Wettbewerb sind oder generell ihr Zusammentreffen.

Cover:

von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das tschechische, das ungarische und das kroatische Cover

Warum auf dem deutschen Cover ein Kaffee abgebildet ist, obwohl es um Bier geht, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht hätte ein "Biercover" nicht so viele Leserinnen angesprochen? Was meint ihr?

Fazit:
Eine nette Unterhaltung, die mir an manchen Stellen zu unlogisch war. Dafür ist das Setting wieder toll gewählt. Die kleinen Wohfühlmomente dieser Reihe sprechen mich immer wieder an und lassen mich regelmäßig zu den Büchern der "Romantic Escape Reihe" greifen. 


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Romantic Escape Reihe:
  1. Das kleine Café in Kopenhagen  *Rezi*
  2. Die kleine Bäckerei in Brooklyn
  3. Die kleine Patisserie in Paris
  4. Das kleine Hotel auf Island  *Rezi*
  5. Der kleine Teeladen in Tokio  *Rezi*
  6. Das kleine Chalet in der Schweiz  *Rezi
  7. Das kleine Cottage in Irland   *Rezi*
  8. Die kleine Bucht in Kroatien 
  9. Das kleine Schloss in Schottland  *Rezi*
  10. Das kleine Weingut in Frankreich
  11. Die kleine Villa in Italien
  12. Das kleine Zuhause in Prag

Die Einladung: Mord nur für geladene Gäste - Kelly Mullen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage, (16. September 2025)
    • Übersetzer: ‎ Katharina Naumann
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499016400
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499016400
    • Originaltitel: ‎ This Is Not a Game
    • Genre: Kriminalroman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Mit ihren 76 Jahren hat Rosemary MacLaine sich nur noch gemütlich Kreuzworträtsel lösen sehen. Keine Eile mehr, keine Umarmungen, vor allem keine Partys. Doch dann erhält sie eine Einladung, ihre reiche Nachbarin Jane veranstaltet eine kleine Feier. Anbei eine Notiz: Sollte Rosemary nicht erscheinen, wird ihr dunkelstes Geheimnis ans Licht kommen. Sie weiß, absagen ist keine Option. Und es gibt nur eine Person, die sie begleiten kann – ihre Enkelin Addie, krisenerprobt und nervenstark.
Mit Rosemary haben sieben weitere Menschen eine Einladung erhalten. Sie alle hüten brisante Geheimnisse, die nicht ans Licht kommen dürfen. Und während draußen ein Schneesturm aufzieht, treffen Rosemary und Addie in Janes Herrenhaus auf diesen illustren Kreis geladener Gäste. Da klingt ein Schrei durch die Mauern. Es hat einen Mord gegeben – und die Tote ist die Gastgeberin höchstselbst.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was für ein toller Klappentext, ein ansprechendes Cover und eine kleine Anspielung an die Krimis von Agathe Christie, die sofort Lust auf diesen Krimi machen. Auch ich hatte sofort das Gefühl, dass ich diesen "whodunit" Krimi lesen möchte. Gratulation an den Verlag und das Marketing!
Leider blieb nach dem Zuschlagen der letzten Seite von den positiven Gefühlen nur wenige zurück.

Ich liebe ja Krimis und Thriller, die an einem begrenzten Schauplatz (Hotel, Insel, Haus...) mit einer überschaubaren Anzahl an Personen spielen. Auch "Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste" folgt diesem Schema.
Die 76jährige alleinstehende Rosemary "Mimi" MacLaine lebt zurückgezogen auf Mackinac Island in Michigan. Schon des Öfteren hat sie ihre berühmte Nachbarin Jane Ireland zu ihren legendären Parties eingeladen, doch Mimi möchte einfach nur ihre Ruhe haben. Als eine weitere Einladung zu einer Party im Stil der 1920iger Jahre bei ihr eintrudelt, muss Mimi jedoch annehmen. Der Einladungskarte lag ein Schreiben bei, in dem Jane ankündigt ihr dunkles Geheimnis zu verraten, wenn sie nicht erscheint. Mimi hat keine Wahl und bittet ihre Enkelin Addie sie zu begleiten. Die Beziehung zwischen Großmutter und Enkelin ist nicht die beste, doch Addie hat gerade eine Trennung hinter sich. Außerdem kämpft die Spieleentwicklerin um die Rechte ihres Spieles "Murderscape", welches ihr Exfreund als sein eigenes ausgibt. Deshalb sagt Addie zu mit Mimi die Party zu besuchen. Gemeinsam betreten sie die Villa der schillernden Gastgeberin, die kurze Zeit später tot aufgefunden wird. Neben Mimi hat Jane noch weitere sechs Gäste eingeladen, die nichts gemeinsam zu haben scheinen. Während draußen ein Schneesturm tobt und die Insel von der Außenwelt abgeschnitten ist, wird Mimi klar, dass ein Mörder unter ihnen sein muss....

Der Krimi, der zum Kammerspiel mutiert, beginnt spannend. Man lernt die geladenen Gäste und das Personal kennen und beginnt bald zu rätseln, wer von den Gästen der Mörder sein könnte. Leider blieben die Charaktere aber sehr blass und ich hatte lange Schwierigkeiten diese zuzuordnen. Geholfen hat dabei die toll gestaltete Innenklappe vorne und hinten.
Hier unten könnt ihr einen Teil davon sehen, damit ihr ungefähr ein Bild von den tollen Zeichnungen und Beschreibungen bekommt.


Rosemary "Mimi" wirkt hier jedoch nicht wie eine 76ig jährige Frau, aber das ist eine andere Sache.
Trotz der im Buch bildlich dargestellten Charaktere konnte ich sie oftmals nur schwer auseinander halten und sie wirkten richtig blass. Selbst zu den beiden Hauptprotagonistinnen Addie und Mimi konnte ich keine richtige Beziehung aufbauen.
Die Chemie zwischen den beiden war nicht richtig greifbar bzw. nicht vorhanden. Manche der Gäste wurden kaum näher beschrieben oder vorgestellt, andere hatten hingegen etwas mehr Präsenz.
Nach und nach erfährt man, dass alle geladenen Gäste erpresst wurden und ihre Taten werden nach und nach aufgezeigt.
Das dunkle Geheimnis von Mimi, welches auch Addie nicht kannte, wurde etwas beiläufig erzählt. Als Addie davon erfuhr, reagierte sie auch kaum darauf, was etwas verwunderte.

Der Schreibstil war hingegen angenehm zu lesen und man flog durch die Geschichte. Leider gab es aber einige Logikfehler, Namensverwechslungen und auch Übersetzungsfehler. Wörter, wie "behumpsen" (?) oder eine jaulende Katze, haben mich jedoch bereits in den ersten Kapiteln die Stirn runzeln lassen. Das zieht sich leider durch die ganzen 400 Seiten und hat mich ziemlich gestört.
Oftmals wurden auch Begriffe aus der Spielewelt verwendet, die mir nichts sagten. Darüber kann man zwar hinweglesen, haben aber trotzdem gestört. Besser erging es mir bei den erwähnten Schauspielern oder Filmen, die genannt wurden und ich wegen meines Alters teilweise kannte. Gestört hat mich auch die häufige Nennung von Marken und der starke Alkoholkonsum.
Die vielen Anspielungen auf Agathe Christie oder ihren ermittelnden Figuren, wie Hercule Poirot, sind zwar werbewirksam, aber konnten die Qualität des Krimis nicht verbessern.

Auch die Enthüllung am Ende war enttäuschend! Als Leser konnte man zwar mitraten, aber viele Informationen, die zum Schluss als Infodumping zur Überführung des Täters führten, blieben den Leser verborgen. Ich finde nicht, dass man beim Lesen des Buches wirklich die Chance hatte, selbst auf die Hintergründe zu kommen.....ein weiterer negativer Punkt.

Cover:

von links nach rechts:
Bisher gibt es nur die beiden englischsprachigen Cover

Fazit:
Für mich war dieser Krimi, der an Anlehnung an Agathe Christie beworben wurde, ein Enttäuschung und tut mir für die unvergessene Krimiautorin leid.
Wer gerne Cosy Crime liest, sich nicht an den unlogischen Handlungen stört oder sich durch manche Übersetzung irritiert fühlt, kann nette Lesestunden mit diesem Krimi bekommen. Allen anderen würde ich "Die Einladung: Mord nur für geladene Gäste" nicht weiter empfehlen.


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar

Für immer an deiner Seite - Sarah Martens

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 1. Auflage (15. April 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499015811
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499015816
    • Genre: 



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Emma und Daniel leben die große Liebe. Im kommenden Sommer wollen sie endlich heiraten. Dann aber erhält Daniel eine schlimme Diagnose – und anstatt sich in die Hochzeitsvorbereitungen zu stürzen, beginnt Emma das neue Jahr mit Daniels Beerdigung. Der Verlust ist unerträglich, sie zieht sich komplett zurück. Doch damit Emma nicht zu sehr in ihrer Trauer versinkt, hat Daniel vorgesorgt. Zu ihrem Geburtstag erhält sie posthum von ihm ein Geschenk: Terrier-Mischling Sam. Anfangs ist Emma von dem neuen Mitbewohner wenig begeistert, aber Sam lässt nicht zu, dass sie sich aufgibt. Die gemeinsamen Spaziergänge werden immer länger, die Besuche in der Hundeschule ausgedehnter. Sam findet außerdem Gefallen an Tierarzt Benjamin. Der ist charmant, einfühlsam und würde gut zu Sam und Emma passen. Aber ist Emma wirklich bereit, ihn trotz ihrer Trauer um Daniel in ihr Leben zu lassen?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book" Challenge

Meine Meinung:
Für diesen Roman habe ich etwas länger gebraucht bis ich ihn fertig gelesen hatte. Das lag jedoch nicht daran, dass mir die Geschichte nicht gefallen hat, sondern ich musste bei der Hälfte eine Pause einlegen. Da ich noch zwei weitere sehr emotionale Bücher zu diesem Zeitpunkt gelesen habe, wurde es mir etwas zu viel. Trotzdem kann ich diese gefühlvolle und bewegende Geschichte sehr empfehlen!

Wir lernen Emma und Daniel kennen, die eine sehr glückliche Beziehung haben und im kommenden Sommer heiraten möchten. Doch eine schreckliche Diagnose stellt die Welt der Beiden auf den Kopf...

Der Roman wird aus der Sicht von Emma und Daniel erzählt. Im ersten Drittel erfahren wir anhand von Rückblenden wie sich Emma und Daniel kennenlernen, über ihre gemeinsamen Unternehmungen mit Freunden und wie sie die Hochzeit zu planen beginnen. Die furchtbare Diagnose ist kein Spoiler, sondern wird bereits im Prolog angedeutet und kann man natürlich auch auf dem Klappentext lesen. Diese stellt selbstverständlich das Leben der Beiden vollkommen auf den Kopf. Sarah Martens gelingt es hervorragend diese Abschnitte sehr gefühlvoll zu erzählen.
Für Emma bricht nach Daniels Tod eine Welt zusammen und sie zieht sich komplett zurück. In ihrer Trauer schottet sie sich von ihrer Familie und Freunden ab. Die Phasen des Schmerzes und die Erinnerungen an Daniel begleiten sie jeden Tag.
Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass sie auch nach Daniels Verlust von ihm überrascht wird. Mit dem Terrier-Mischlingshund Sam schickt er ihr eine neue Aufgabe und lockt sie langsam aus ihrem Schneckenhaus. Sie ist sich zu Beginn sehr unsicher, ob sie Sam wirklich behalten soll, doch der Vierbeiner hat schneller als gedacht ihr Herz erobert.
In Abständen wird sie auch mit Briefen von Daniel überrascht, die er für sie geschrieben hat. Diese werfen Emma zwar oftmals auch zurück, aber holen sie gleichzeitig aus ihrem Loch heraus, in welches sie sich verkrochen hat....

Die Geschichte trifft mitten ins Herz. Liebe, Verlust und Trauerbewältigung sind die zentralen Themen in "Für immer an deiner Seite". Dabei ist es der Autorin wunderbar gelungen, die ideale Balance zwischen Trauer und Hoffnung zu finden. Die vielen Emotionen werden von Sarah Mertens mit sehr viel Gefühl und absolut authentisch beschrieben. Man fühlt mit Emma und Daniel mit und spürt neben der tiefen Trauer die Liebe zwischen den Beiden, aber auch die ihrer Familie und Freunde, die zu ihr stehen. Mit Mischlingshund Sam bekommen wir auch einige humorvolle Szenen geliefert, die die Geschichte auflockert. Seine ungestüme Art und seine selbstlose Zuneigung sind einfach zuckersüß. Er hat sich sofort in mein Herz geschlichen.
Ich bin nicht sehr nahe am Wasser gebaut, aber hier habe ich doch des Öfteren etwas schlucken müssen. 

Die schottische Kulisse wird sehr bildhaft beschrieben. Den stürmischen Wind und die raue See spürt man durch die Zeilen hindurch. Generell ist der Schreibstil der Autorin sehr gefühlvoll und lebensnah. Ich habe selten einen Roman über Trauerbewältigung gelesen, der dieses Thema so gefühlvoll und authentisch beschreibt.
Das Buch macht Mut auch schlimme Krisen zu überstehen. Die Zeit heilt zwar nicht alle Wunden, aber die Narben werden weniger sichtbar.

Fazit:
Ein berührender Roman mit schweren Themen, der sehr ans Herz geht und gleichzeitig die Liebe feiert und Hoffnung schenkt. Ich empfehle "Für immer an deiner Seite" sehr gerne weiter!


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

[A Taste of Cornwall] Eine Prise Glück - Katharina Herzog

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch. 1. Auflage (15. Juli 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499017008
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499017001
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur
    • Reihe: ja - Band 1 der Cornwall Reihe



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Sophie Wilde ist eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons. Doch als ihre neueste Kritik einen unerwarteten Shitstorm auslöst, verordnet ihr Chef eine Auszeit und nagelt sie außerdem auf ihre öffentliche Behauptung fest, sie könne überall auf der Welt ein Sterne-Restaurant eröffnen: Er schickt sie nach Port Haven an der Küste von Cornwall. Kurzerhand zieht Sophie mit ihrer Mutter und ihrer Teenager-Tochter in den kleinen Hafenort und übernimmt das heruntergekommene «Smugglers’ Inn». Doch nicht alle Bewohner des Ortes sind mit ihrem ambitionierten Konzept einverstanden. Besonders mit dem gut aussehenden Koch Lennox gerät sie sich andauernd in die Haare. Zwischen Meeresrauschen, Küchenchaos und ungeahnten Gefühlen merkt Sophie bald, dass es manchmal mehr als ein gutes Rezept braucht, um neu anzufangen

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Katharina Herzog habe ich bereits ihre Romane unter ihren Namen Katrin Koppold gelesen, die sie zu Beginn ihrer Schriftstellerkarriere veröffentlicht hat. Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gegangen.
Mit "Eine Prise Liebe", dem Auftaktband der "A Taste of Cornwall" Reihe, sind wir wieder in Cornwall unterwegs.
Sophie Dubois lebt in London und ist eine sehr erfolgreiche Restaurantkritikerin, die als ehrliche und konstruktive Kritikerin bekannt ist. Doch bei der medienwirksamen Eröffnung des neuen Restaurants "Runaway" des Models Annabelle Scott, fällt ihre Kritik ziemlich vernichtend aus, was einen enormen Shitstorm zur Folge hat. Ihr Chef verordnet ihr eine "Auszeit" und schickt sie nach Cornwall. Ihre Aussage, dass sie an jedem Ort der Welt ein Sterne-Restaurant erfolgreich eröffnen könnte, soll Sophie seiner Meinung nun beweisen. Das "Smugglers Inn" in Port Haven sucht schon einige Zeit einen Nachfolger. Die Lage ist top, doch an der Übernahme sind einige Bedingungen geknüpft, die bisher niemand eingehen wollte. Sophie hat nicht wirklich eine Wahl und unterzeichnet den Vertrag, der nicht nur den Erwerb der etwas eigenwilligen Mitarbeiter, sondern auch des Wolfshundes des ehemaligen Besitzers beinhaltet. Ebenso ist keinerlei Veränderung der Inneneinrichtung erlaubt. Wenigstens der Koch scheint sein Handwerk zu verstehen. 
Um ihre Spuren gekonnt zu verwischen ändert Sophie ihren Namen von Dubois auf Wilde um, dem Mädchennamen ihrer Mutter. Außerdem war ihr Vater Antoine Dubois, der vor einem Jahr verstorben ist, ein berühmter Starkoch, der auf der ganzen Welt nach Inspiration gesucht und die Familie verlassen hat, als Sophie noch ein Kleinkind war. Mit neuem Namen und neuer Inspiration geht Sophie ans Werk....

Mit dabei beim Umzug nach Cornwall sind Riley, die Tochter von Sophie, die mitten in der Pubertät steckt und diesen als persönlichen Angriff auf sich empfindet. Anders als ihre Enkelin sieht Tanya, die etwas exzentrische Mutter von Sophie ihr neues Leben in Cornwall. Nachdem sie wegen Anbau von Cannabis und den daraus gebackenen Keksen, die sie an ihre Mitbewohner in der Seniorenresidenz verteilt hat, rausgeflogen ist, freut sie sich auf eine Veränderung. Sie findet in Port Haven sehr schnell Anschluss. Ihre Figur ist sehr lebendig und sympathisch dargestellt, während Riley sich immer mehr zurückzieht. Erst als sie gestrandete Wale an der Küste findet und aktiv an deren Rettung mithilft, taut sie etwas auf.

Sophie hingegen verärgert relativ schnell die Einwohner von Port Haven und sieht ihren Plan aus dem "Smugglers Inn" ein Sternerestaurant zu machen und endlich ihre Kochshow zu bekommen, davonschwimmen. Als Städterin versteht sie deren Traditionsbewusstsein nicht und sieht nur ihre  Neuerungen als positiv. Als jemand beginnt den Pub zu sabotieren, stehen auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter auf wackeligen Beinen...
Sophie erscheint vor allem zu Beginn nicht uneingeschränkt sympathisch, was sie auf jeden Fall authentischer macht. Mit der Zeit verändert sich ihr Fokus und sie stellt sich auch ihrem Trauma. 

Die Geschichte spielt im wunderschönen Cornwall und sorgt für eine bildgewaltige Kulisse. Erzählt wird aus verschiedenen Sichten einzelner Charaktere, jedoch in 3. Person.
Katharina Herzog erzählt in ihrem gewohnt leichten und atmosphärischen Schreibstil eine nette Geschichte mit einem interessanten Plot. Jedoch macht sie meiner Meinung einfach zu viele Töpfe auf. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des Restaurants, allerdings fließen auch andere Themen ein, die mir schlussendlich fast zu viele wurden. Die im Klappentext angedeutete Love-Story bleibt eher ein Nebenschauplatz, was mich aber nicht gestört hat.
Obwohl der Roman eher leicht daherkommt und nicht allzu sehr in die Tiefe geht, vermittelt Katharina Herzog einige Botschaften, die sie uns näher bringt, wie "Wahre Stärke bedeutet, dass man auch Schwäche zeigen darf" oder dass man hinter die Fasse der Menschen schauen sollte.
Im Folgeband wird Annabelle Scott die zentrale Figur sein, über die wir mehr erfahren werden.

Fazit:
Wohlfühlroman mit einer wunderschönen Kulisse, der jedoch etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt und keine wirklichen Überraschungen bereit hält. 


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ein Leben für Barbie - Renée Rosen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage, (18. Februar 2025)
    • Übersetzer: Angela Koonen
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499016605
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499016608
    • Originaltitel: ‎ Let's call her Barbie
    • Genre: Historischer Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Im Jahr 1956 macht sich Ruth Handler, Mitbegründerin des aufstrebenden Spielzeugunternehmens Mattel, daran, den Markt zu revolutionieren: mit einer Puppe, die wie eine erwachsene Frau aussieht. Im Gegensatz zu den üblichen Babypuppen, die die traditionelle Mutterrolle bestärken, soll diese Puppe kleine Mädchen dazu ermutigen, alles sein und tun zu können, was sie wollen. So wird Barbie geboren. Doch nicht jeder sieht Barbie als positiven Einfluss. Und Ruth muss sich nicht nur an beruflicher Front behaupten, sondern gerät auch in Streit mit ihrer Tochter Barbara, Namensgeberin für Barbie, die sich in dem neuen Frauenbild so gar nicht wiederfindet. Aber Ruth weiß, dass ihre Barbie etwas Besonderes ist. Mithilfe ihres Mannes Elliot, des Ingenieurs Jack Ryan sowie der ambitionierten Modedesignerin Stevie Klein macht sie weiter. In den kommenden Jahrzehnten verwandelt das Barbie-Team die Puppe in ein kulturelles Phänomen. Aber je größer der Erfolg, desto tiefer der Fall, und die Probleme bei Mattel fangen gerade erst an …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wer kennt sie nicht die Barbie-Puppe? Barbie ist heutzutage nicht nur eine Puppe für Kinder, sondern ein Markenname, der alles Mögliche vermarktet. Der Barbie-Film mit Margot Robbie und Ryan Gosling war nur einer der großen Hits in den letzten Jahren, doch die Zeichentrick-Filme mit Barbie als Balletttänzerin usw. hat schon meine Tochter gerne geschaut. Ich bekam meine erste Barbie erst mit 11 oder 12....genau weiß ich es nicht mehr, aber eben zu einer Zeit, wo ich nur mehr wenig damit gespielt habe. Ich war aber auch nie ein Puppenmädchen, wobei mich Barbie noch mehr interessiert hat, als Babypuppen. Da war mir mein Teddy "Peter" lieber...

Umso interessanter fand ich die Geschichte der Barbie Puppe von Renée Rosen. Der Roman behandelt eher die Unternehmensgeschichte der Firma, denn Ruth Handler, Mitbegründerin der Firma Mattel, lebte für ihr Unternehmen und vor allem für Barbie, die nach ihrer Tochter Barbara benannt wurde. Die Idee zu einer Gelenkpuppe, die nicht wie eine Babypuppe aussah, kam ihr im Europa-Urlaub, als sie die "Bild Lilli" in einem Schaufenster in Luzern entdeckte. Diese war Vorbild eines gleichnamigen Comics und nicht wirklich für Kinder gedacht. Ruth hatte jedoch die Idee eine solche Puppe zu kreieren, die den Mädchen mehr Möglichkeiten geben soll. Man sollte mit ihr spielen, aber auch immer wieder neu einkleiden können. Ebenso sollte die Puppe in Mädchen die Vorstellung zur vielfältigen Entwicklung fördern und sich nicht nur als Mutter und Ehefrau zu sehen. 
Ihr Mann und Geschäftspartner Elliot, wie auch die Ingenieure und Entwickler bei Mattel, waren nicht wirklich von Ruths Idee überzeugt. Erst mit Jack Ryan fand sie einen Mann der Tat, der jahrelang tüftelte, um das richtige Material zu finden und die beweglichen Gelenke herzustellen. Bis die Puppe jedoch fertig wurde, dauerte es Jahre und der Erfolg ließ zu Beginn ebenfalls auf sich warten. Erst durch einen Werbefilm, der vor allem bei den kleinen Mädchen einschlug, kamen die ersten Bestellungen ins Haus.

Der Roman wird aus drei verschiedenen Sichtweisen erzählt: aus der von Ruth Handler natürlich, aus der von Jack Ryan, dem Chefentwickler und der (fiktiven) Modedesignerin Stevie Kling. Alle drei sind sehr ehrgeizige Charaktere, die für ihre Arbeit leben.
Ruth kämpfte in einer männerdominierenden Firma um ihren Platz als Mitbegründerin und Geschäftsfrau oftmals gegen Windmühlen. Sie ordnete ihr Familienleben eindeutig dem Unternehmen unter. Obwohl sie das Verkaufstalent und die Ideengeberin war, wurde sie systematisch aus der Firma hinausgetrieben.
Doch war sie wirklich die Erfinderin der Barbie? Diese Frage stelle ich mir auch noch nach der Lektüre und muss jeder für sich selbst beantworten. Auf jeden Fall aber besaß sie die Voraussicht, den Ideenreichtum und den Ehrgeiz, um Barbie schließlich herzustellen.

Jack Ryan, Chefentwickler bei Mattel, hatte neben seinen beruflichen Perfektionismus private Probleme. Er war manisch-depressiv und Legastheniker, liebte Partys, Alkohol und hatte jede Menge Affären. Er verfiel mit der Zeit dem Geld und glamourösen Leben abseits seines Jobs.

Stevie wollte eigentlich Haute Couture entwerfen und keine Puppenkleider. Sie findet auch das Abbild von Barbie nicht in Ordnung und fühlt sich anfangs - trotz sehr guter Bezahlung - nicht ganz wohl mit ihrem Job als "Puppenkleiderausstatterin". Doch sie erkennt nach Jahren bei Mattel, wie ihr dieser Job den Weg für eine weitere Karriere ebnete.
Die Charaktere, Haupt- wie Nebenfiguren, sind äußerst lebendig gezeichnet und ich hatte in meinem Kopf sehr reale Vorstellungen ihrer Persönlichkeiten. 

Was mir ebenfalls gefallen hat war, dass der Roman nicht mit dem ersten Erfolg der Barbie Puppe aufhört, sondern auch die weiteren Jahre und Jahrzehnte beschreibt, in denen Mattel zu einer Aktiengesellschaft wurde und das Gefühl der Zusammengehörigkeit der Mitarbeiter zu schwächeln begann. Weitere Höhenflüge, aber auch so einige Misserfolge sind vorprogrammiert.

Cover:
zwei englischsprachige Cover, wobei ich das linke sehr passend finde. Man erkennt sofort, dass es sich um eine Geschichte rund um die Barbie Puppe handeln muss. Das rechte Cover könnte auch ein x-beliebiger Roman sein.

Fazit:
Eine interessante Romanbiografie über die Höhen und Tiefen eines Spielzeugkonzerns und dem Mythos der Barbiepuppe. 



Der dunkle Sommer - Vera Buck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage (13. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499016850
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499016851
    • Genre: Krimi, Thriller



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Ein Haus in Italien für einen Euro: Für die deutsche Architektin Tilda ist die verfallene Villa auf Sardinien ein Glücksgriff. Sie will alle Brücken hinter sich abbrechen und stürzt sich in die Renovierung. Doch die vermeintliche Idylle des verwinkelten Ortes trügt. Ist das Geisterdorf wirklich so verlassen, wie es den Anschein hat? Sonntags läuten die Glocken, und Unbekannte behaupten, ein Fluch liege auf Tildas Haus. Zusammen mit dem Journalisten Enzo, der die Geschichte des Dorfes erforscht, versucht Tilda herauszufinden, was hier geschehen ist. Doch der einzige Bewohner, der mehr weiß, ist der alte Silvio. Und der schweigt beharrlich. Als plötzlich Tildas jüngerer Bruder Nino vor ihrer Tür steht, lässt Tilda ihn zähneknirschend bei sich unterkommen. Er bringt Erinnerungen mit, die sie dringend vergessen will. Dann verschwindet Nino auf mysteriöse Weise. 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auch dieses Buch von Vera Buck hat mir nach "Das Baumhaus" wieder sehr gut gefallen.
Wir sind diesmal in Sardinien in einem kleinen fiktiven Bergdorf. Botigalli ist ein verlassenen Ort in den Bergen - ein Geisterdorf. Alle Häuser stehen leer und werden für einem Euro angeboten, um wieder Leben in die Region zu bringen. Diese Angebote gibt es in bestimmten Gebieten Italiens wirklich und soll gegen das Abwandern am Land wirken.
Die Architektin Tilda erfüllt sich diesen Traum und kauft sich eines der Häuser in Botigalli, wo sie versucht ein neues Leben zu beginnen. Die Halbitalienerin hat nach einem Vorfall alle Brücken in Deutschland abgebrochen. Vor einem Jahr ist ihr Vater verstorben und in seinen Hinterlassenschaften hat sie einen Zeitungsartikel über das sardische Dorf gefunden. Doch als sie mitten in den Renovierungsarbeiten steckt, entdeckt sie, dass doch noch eines der Häuser bewohnt ist und auf ihrem Haus angeblich ein Fluch lastet. Zu Beginn ignoriert sie diese Tatsache, muss sich aber bald eingestehen, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Plötzlich läuten die Kirchenglocken und in ihrem Haus befinden sich Dinge, die vorher nicht da waren.
Tilda trifft auf dem Journalisten Enzo, der sich für die Geschichte des Dorfes interessiert. Vor vierzig Jahren gab es in Botigelli ein Massaker, bei dem es angeblich nur einen Überlebenden gab: Silvio, der noch immer eines der Häuser bewohnt, aber konstant zum Vorfall damals schweigt.
Als eines Tages auch noch Tildas Bruder Nino auftaucht, ist diese nicht wirklich begeistert davon. Tilda möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen, doch Nino bringt einige unerwünschte Erinnerungen mit sich. Als er eines Tages auf mysteriöse Weise verschwindet, versucht Tilda herauszufinden, was passiert ist und deckt nach und nach das Geheimnis von Botigelli auf....

"Der dunkle Sommer" ist von der ersten Seite an fesselnd. Allerdings empfindet man zu Beginn die Charaktere noch etwas unnahbar. Man weiß nicht, warum sie so handeln und was eigentlich ihre Motivation dazu ist. Doch nach und nach werden hier die einzelnen Schichten abgelegt und man erfährt häppchenweise immer mehr. 
In der Gegenwart wird aus der Sicht von Tilda und Enzo erzählt. Es gibt aber noch einen spannenden Vergangenheitsstrang, der das Geheimnis rund um das Dorfleben nach und nach aufdeckt. In diesen Abschnitten erzählt die 17jährige Franca aus ihrem Leben in den Achtziger Jahren. Diese Abschnitte haben mich ganz besonders gefesselt, auch wenn es ein bisschen dauert, bis man beginnt hinter den Kulissen zu blicken und einiges Schlimmes zu erahnen beginnt. Vor allem Francas Figur hat mich wirklich beeindruckt. 

Die Autorin greift hier ein Thema auf, das wahrlich verstört. Die dichte Erzählweise, sowie die düstere und leicht gruselige Atmosphäre halten die unterschwellige Bedrohung aufrecht. Unerwartete Wendungen halten die Spannung oben und die drückende Hitze ist durch die Zeilen hinweg spürbar.

Am Ende führen alle Stränge zusammen. Die Auflösung lässt keine Fragen mehr offen, jedoch sollte man unbedingt noch das Nachwort lesen! Hier erfährt man, dass die Autorin ihre Inspiration für diese Geschichte aus wahren Begebenheiten gezogen hat.

Fazit:
Ein düsterer Pageturner mit einer schlimmen Thematik, die erst nach und nach aufgedeckt wird. Fesselnd und atmosphärisch! 

 

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