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Gewinn Knaur Challenge

 Hallo liebe Bücherwürmer!

Heute möchte ich euch auch auf meinem Blog meinen Gewinn von der Knaur Challenge bei Dörte books & family zeigen, der letzte Woche bei mir eingetrudelt ist. Die erste Buchpost 2021 überhaupt....ja, ich bin im Moment fleißig am NICHT Bücher kaufen...wer weiß, wie lange das noch anhält.

Der Verlag hat mir diese drei 

Schönheiten zugeschickt.
Einmal ein tolles Postkartenbuch, das ich als postcrosser www.postcrossing.com
gut verwenden kann.

Dann die Geschichte des Verlages und das Einschreibbuch "Mama, erzähl mal!" Das Buch kenne ich, da es meine Nichte vor Jahren meiner Mutter geschenkt hat und diese auch fleißig eingeschrieben hat, bevor die Demenz zu sehr ihre Leben beeinflusst hat.
Da ich im Moment niemanden habe, der dieses Buch verwenden könnte (Eltern und Schwiegereltern sind bereits gestorben) werde ich es aufheben. Vielleicht schreibe ich mal ein oder verschenke es...





Apfelblütenzauber - Gabriella Engelmann

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Knaur TB; 7. Edition (1. April 2015)
    • ISBN-10 : 3426515776
    • ISBN-13 : 978-3426515778
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur
    • Reihe: ja - Band 2 der "Im Alten Land" Serie




Knaur Kurzbeschreibung:
Ein Meer von rosa-weißen Blüten, malerische Fachwerkhäuser und romantische Flusslandschaften – nach sechs Jahren in ihrer „Freundinnen-WG“ in Hamburg hat Leonie fast vergessen, wie schön das Alte Land ist. Eigentlich führt sie ein erfülltes Leben – doch kurz nach ihrem 41. Geburtstag kommt plötzlich alles anders. Sie verliert ihren Job, ihre Freundinnen wollen aus der gemeinsamen Villa an der Elbe ausziehen und ein Mann für eine ernsthafte Beziehung ist immer noch nicht in Sicht. Als dann ihre Mutter in ihrer Heimat im Alten Land ankündigt, den Vater wegen einer langersehnten Reise mit dem eigenen Apfelhof und der Pension längere Zeit alleine zu lassen, beschließt Leonie, ins Alte Land zurückzukehren. Ein Glück, dass sie sich auf ihre beiden Freundinnen Nina und Stella verlassen kann, die Leonie mit Rat und Tat unterstützen. Unter Apfelblüten trifft sie unerwartet auf einen Mann, der ihr Herz doch noch höher schlagen lässt. Eine aufregende und turbulente Zeit führt von einer Entscheidung zur nächsten.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Knaur Challenge

Meine Meinung:
Obwohl es sich bei "Apfelblütenzauber" um den zweiten Band einer Reihe handelt und wir altbekannte Charaktere wiedertreffen, kann dieser Nachfolgeband auch alleinstehend gelesen werden. Ich habe mich entschieden sie nacheinander zu lesen, nachdem ich vom Verlag überraschender Weise Band 3 zugeschickt bekommen habe.

Sechs Jahre sind vergangen seitdem Leonie, Nina und Stella in der Hamburger Villa in Emsbüttel eingezogen sind. Stella ist Mutter der vierjährigen Emma und erwartet wieder Nachwuchs.
Auch Nina und Alexander sind noch ein Paar, doch Nina hat Angst vor zu viel Nähe und blockt alle Versuche Alexanders ab, mit ihm zusammenzuziehen. Doch dann läuft nach sechs Jahren der Pachtvertrag in der Villa aus und Robert möchte mit Stella zurück in seine Heimat auf Husum. Ist dies das Ende der Drei-Frauen-WG?

Leonie trifft es am schlimmsten, denn sie hat ihren gutdotierten Job im Restaurant "La Lune" verloren. Restaurantinhaber und Ninas Freund Alexander muss das Lokal schließen, nachdem das Haus abgerissen werden soll um neuen Wohnungen zu weichen. Zusätzlich scheinen Leonie's Eltern in einer Ehekrise zu stecken. Ihre Mutter hat kurzerhand eine längere Reise geplant, um endlich auch einmal Zeit für sich zu finden. Der Apfelhof mit Pensionsbetrieb und Hofladen war bisher ihr Lebensmittelpunkt, doch nun möchte sie sich einmal zurücklehnen. Kurzerhand springt Leonie für ihre Mutter ein und verliebt sich erneut in ihre alte Heimat. Aber nicht nur die liebliche Landschaft bringt ihr Herz zum flattern, sondern auch der eine oder andere Mann in ihrer Umgebung.

Diesmal schreibt die Autorin aus der Ich-Persepektive aus der Sicht von Leonie. Als diese bei einem Besuch bei ihren Eltern im Alten Land erfährt, dass sich ihre Mutter eine Auszeit nehmen möchte, ist sie unsicher und fürchtet eine Scheidung. Dabei erscheint alles immer noch so wie früher, als sie ihre Heimat verlassen hat und nach Hamburg gezogen ist. Wird ihr Vater ohne ihre Mutter überhaupt zurechtkommen?

"Apfelblütenzauber" ist eine Mischung aus leichter Lektüre und Selbstfindungsroman, den man am Besten im Frühjahr oder Sommer liest. Die Geschichte verbreitet eine angenehme Stimmung und wohliges Urlaubsvergnügen. Saftige grüne Wiesen, blühende Apfelbäume und Produkte aus dem Hofladen lassen jeden Städter vom Landleben träumen.
Die Handlung ist eher simpel und nicht wirklich etwas Neues; sie lebt vorallem durch die bildhaften Beschreibungen. Doch auch die Freundschaft der drei Frauen ist immer wieder Thema. Die Frage, wo sie demnächst wohnen sollen, wenn Stellas und Robert aus der Villa ausziehen, ist omnipräsent. Werden sich die drei etwa aus den Augen verlieren?

Schreibstil:
Gabriella Engelmann schreibt sehr bildhaft und gefühlvoll. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und Sympathieträger. Die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen lassen einem von erholsamen Urlaubstagen im Alten Land träumen.
Die Gefühlswelt der Protagonisten wird von der Autorin sehr lebendig vermittelt. Man kann sich als Leser sämtliche Situationen bildhaft vorstellen. Auch der Humor kommt dabei nicht zu kurz, wenn sich z. Bsp. ein Pensionsgast an Leonies Vater heranmacht.

Trotzdem konnte mich der zweite Band aus "der Alten Land Reihe" nicht ganz so einnehmen, wie "Eine Villa zum Verlieben".

Fazit:
Ein Wohlfühlroman, bei dem es um Freundschaft, Zukunftsängste und Zusammenhalt geht, der aber auch die wunderschöne Landschaft des Alten Landes sehr bildhaft beschreibt. Mir hat der erste Teil etwas besser gefallen und ist mir in Erinnerung geblieben. Band zwei hingegen hat sich nicht wirklich in mein Gedächtnis gegraben. TRotzdem hatte ich sehr schöne Lesestunden. Ein Buch zum zurücklehnen und genießen...


Der englische Löwe - Mac P. Lorne

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 608 Seiten
    • Verlag: Knaur TB; 2. Edition (1. Dezember 2020)
    • ISBN-10 : 3426522764
    • ISBN-13 : 978-3426522769
    • Genre: Historischer Roman, historische Biografie 




Knaur Kurzbeschreibung:

In seinem historischen Roman lässt Mac P. Lorne mit Richard I. von England einen der berühmtesten Herrscher des Mittelalters lebendig werden. Nur wenig Zeit ist Richard Löwenherz in seiner Heimat England vergönnt: Nachdem er die Rebellion seines Bruders Johann Ohneland niedergeschlagen hat, bricht Richard mit einem kleinen Heer nach Frankreich auf. In der Normandie und Aquitanien hält der französische König Philipp II. Gebiete besetzt, die rechtens ihm gehören und die er von seinem Vater geerbt hat. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit schlägt das Heer des englischen Löwen seine Gegner ein ums andere Mal, doch Richards Kriegskassen sind fast erschöpft. Schließlich stimmt er einem Waffenstillstand mit Philipp zu. Noch während sie ihr Siegel unter den Vertrag setzen, wissen beide Männer, dass es zwischen ihnen keinen Frieden geben kann …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Knaur Challenge

Meine Meinung:
Mein erstes Buch von Mac P. Lorne, den mir die liebe Susanne von Klusi liest immer wieder ans Herz legt. Nachdem ich momentan keine neue Reihe starten wollte, habe ich mich für den neuen Roman des Autors über Richard I., auch Löwenherz genannt, entschieden und mich bei Lovelyboks beworben. ich hatte Glück und durfte mitlesen. Zusätzlich wohne ich in der Nähe der Burg (heute eine Ruine) Dürnstein, wo Richard einst gefangen gehalten wurde. Dazu gibt es auch eine Sage über den Minnesänger Blondel, der ihn angeblich gefunden haben soll...

Mac P. Lorne schreibt in seinem Roman allerdings nicht über den Kreuzzug oder die Gefangenschaft, sondern über die Zeit danach. Nur wenig liest man bisher über das Leben von Richard Plantagenet, genannt Löwenherz, aus dieser Zeit. Als der König endlich aus seiner Gefangenschaft entlassen wird und in seiner Heimat Aquitanien ankommt, muss er feststellen, dass die Gebiete, die er von seinem Vater Henry II. geerbt hat, alle vom französischen König Philipp II. besetzt sind. Sein Bruder John hat nicht nur die Staatskasse geleert, sondern er hat auch dafür gesorgt, dass der Großteil der Ländereien an Philipp übergingen. Richard plant einen Rückeroberungsfeldzug. Dieser Kampf verlangt ihm alles ab, doch ihm gelingt es tatsächlich seine Ländereien zurückzuerobern....

Ich muss zugeben, dass mich der erste Abschnitt noch nicht wirklich fesseln konnte. Die Rückeroberung der Gebiete im heutigen Frankreich nehmen den Großteil des Buches ein. Eine Schlacht jagt die nächste. Doch mit der Zeit lernt man dahinter zu blicken und lernt Löwenherz immer besser kennen. Er wird zum Menschen für den Leser, der seine Mutter verehrt und sich immer wieder von ihr Ratschläge geben lässt. Das Verhalten seiner Frau Berengaria von Navarra lässt ihn verzweifeln und vorallem die große Frage seiner Nachfolge bereitet ihm schlaflose Nächte und lässt ihn bis zu seinem Tod nicht los. Die Feindschaft zwischen Richard und seinem Bruder John Ohneland ist wohl jedem bekannt, der die Robin Hood Filme gesehen hat. John nimmt im Roman nur einen kleinen Teil ein.

Die Darstellung von Richard I. fand ich sehr gelungen. Natürlich weiß heutzutage niemand mehr, wie er tatsächlich war, doch sein Ruf, der bis heute nachhallt, hinterlässt einige Einblicke in den Charakter: ein waghalsiger Kämpfer, ungeduldig, jähzornig, egozentrisch und verschwenderisch, aber auch sehr auf die Ritterehre bedacht und ein großartiger Feldherr und Stratege. Seine blutigen Kämpfe und Morde gegenüber dem Volk lassen dieses ausbluten und mit Wales und Schottland hatte er überhaupt nichts am Hut. Wozu gab es Verwalter für diese Ländereien?
Wie jeder Mensch hatte er seine guten und schlechten Seiten. In "Der englische Löwe" lernen wir ihn durch den Autor noch etwas besser kennen und verstehen viele seiner Reaktionen und Eigenheiten - wenn auch nicht alle.
Mac P. Lorne zeigt viele Facetten des Königs - sein Verhältnis zur Kirche, zum deutschen Kaiser, zu seiner Ehefrau und zu England, das ihm relativ egal war. Sein Herz schlug für Aquitanien.

Interessant fand ich auch die Figur von Philipp II. Er scheint mir das Gegenteil von Richard gewesen zu sein. Er war ein Feigling, der nie direkt in die Kämpfe eingriff, aber ein gewitzter Stratege, der sich einiges von Richard abschauen konnte. Die Unfähigkeit von John spielte ihm zusätzlich in die Hände.

Schreibstil:
Mac P. Lorne erzählt hier sehr nüchtern und teilweise auch trocken über die letzten fünf Jahre von Richard I., König von England. Damit tat ich mich anfangs auch etwas schwer, denn es gab kaum Spannungsbögen, was sich in der zweiten Hälfte etwas ändert. Es wird gänzlich aus der Perspektive von Richard erzählt und wirkt dadurch etwas eindimensional. Abhilfe schafft der Autor mit vielen Dialogen, die die Geschichte etwas auflockern.  

Fazit:
Mac P. Lorne entwirft ein Bild über die letzten fünf Jahre von Richard Plantagenet, dem englischen König, welches ihn so beschreibt, wie er wirklich gewesen hätte sein können. Ein charismatischer Mann, der jedoch im Laufe der Jahre überzeichnet wurde. 

Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar, sowie an Lovelybook und den Autor für die interessante Leserunde


Bergsalz - Karin Kalisa

     

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten 
    • Verlag: Droemer HC; 2. Edition (2. November 2020)
    • ISBN-10 : 3426282089
    • ISBN-13 : 978-3426282083
    • Genre: Gesellschaftsroman, Gegenwartsliteratur



Knaur Kurzbeschreibung:
Dass man so klein wie "füreineallein" eigentlich gar nicht denken und nicht kochen kann, ist von jeher Franziska Heberles Überzeugung. Trotzdem kommt das mittägliche Klingeln an ihrer Haustür unerwartet, ungebeten und ungelegen: Eine Nachbarin. Dann noch eine. Es reicht – und reicht noch nicht. Denn auf einmal fühlt sich das Ungelegene absolut richtig und vor allem steigerungsfähig an: Doch wie kann das überhaupt gehen? Ein Mittagstisch für viele – hier, im ländlichen weiten Voralpenland, wo Einzelhof und Alleinlage seit Generationen tief in die Gemüter sickern? Und es nicht jedem passt, wenn sich etwas ändert. Es braucht Frauen aus drei Generationen: Franzi, Esma und Sabina. Nicht jede 'von hier', aber aus ähnlichem Holz. Es braucht Ben, der wenig sagt, aber wenn, dann in mancherlei Sprachen; es braucht Fidel Endres, einen Vorfahr, der etwas Entscheidendes hinterlassen hat – und einen halbleeren Kübel Alpensalz in einer stillgelegten Wirtshausküche, der zeigt: Dem Leben Würze geben, ist keine Frage der Zeit. 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Vom Verlag habe ich dieses Buch zusammen mit einer Packung Salz als Überraschung bekommen. Nochmals vielen herzlichen Dank! Im Literatursalon bei Lovelybooks wurde der Roman besprochen, deshalb habe ich ihn gleich zur Hand genommen und gemeinsam mit den Leserinnen diskutiert. Leider konnte mich die Geschichte von Karin Kalisa nicht restlos überzeugen.

Der Roman handelt im Großen und Ganzen um eine Graswurzelbewegung: Aus etwas Kleinem entsteht aus der Basis der Bevölkerung eine Initiative, die nach und nach zu etwas Großem wird.
Franzi ist eine der vielen alleinstehenden älteren Frauen in einem kleinen Dorf im Allgäu, die täglich für sich alleine kocht und mehr und mehr vereinsamt. Eines Tages klingelt es kurz vor Mittag an Franzis Haustür. Zuerst ist sie verärgert und will doch eigentlich nur ihre Ruhe haben. Als sie öffnet steht ihre Nachbarin Johanna vor der Tür, die um Mehl bittet. Franzi durchschaut schnell, dass diese nicht wirklich gekommen ist, um sich Mehl zu borgen, denn alle Frauen im Dorf haben mehr als genug Vorräte im Keller. Aus dem ungelegenen Besuch wird ein gemeinsames Mittagessen, das beide genießen. Daraus entsteht der Gedanke sich öfters im Dorf bei einer der alleinstehenden Frauen zum Mittagessen zu treffen. So wird die Idee eines gemeinsamen Mittagtisches für alle Alleinstehenden geboren, der mit großem Interesse angenommen wird. Franzi versucht dieser Eingebung zu folgen und diese kurzentschlossen umzusetzen. Das schon lange stillgelegte Dorfgasthaus "Rössle" kommt als Lokalität perfekt in Frage, jedoch sind dort seit einiger Zeit Flüchtlinge untergebracht. Dort trifft Franzi auf Esme und einen halbvollen Kübel Speisesalz....

Das erste Drittel rund um das Miteinander der Frauen und der Planung des Mittagstisches hat mir gut gefallen. Das dörfliche Leben wird sehr anschaulich beschrieben. Da ich selbst in so einem Dorf im Alpenvorland (allerdings nicht im deutschen, sondern österreichischen) wohne, kamen mir viele Situationen sehr bekannt vor. Da hat sich nicht wirklich viel geändert. Oftmals braucht es eine zupackende Hand und eine zündende Idee um außergewöhnliche Vorhaben umzusetzen.
Leider verliert sich das Hauptthema um den Mittagstisch und das Leben der Frauen im Laufe der Handlung immer mehr. Hinzukommend werden jegliche Hindernisse mühelos aus dem Weg geräumt oder scheinen wie von selbst zu verschwinden. Immer mehr neue Figuren und neue Handlungsstränge kommen hinzu. Diese werden nur angerissen und nicht wirklich zu Ende geführt. Oftmals hatte ich das Gefühl die Autorin verliert sich selbst in ihrer Geschichte und hat den Faden verloren. Das letzte Drittel gefiel mir dann leider gar nicht mehr. Die mystische Komponente, die von ihr eingeflochten wurden, passten so überhaupt nicht zur restlichen Geschichte.

Die Charaktere sind sympathisch, bleiben aber großteils an der Oberfläche. Franzi ist eine typische ältere Frau, wie wir sie hier auf dem Land dutzendfach finden. Die Kinder sind aus dem Haus und führen ihr eigenes Leben, genauso wie der Ehemann - wenn er nicht gestorben ist. Die Frauen sitzen alleine da und führen ein eher einsames Leben. Franzi war für mich am meisten greifbar. Über Esme hätte ich sehr gerne viel mehr erfahren und die anderen Frauen blieben eher Randfiguren. Einzig die junge Sabrina nimmt noch etwas mehr Platz ein, wird mir aber zu klischeehaft beschrieben.

Die kleinen Botschaften und Themen, wie die Flüchtlingsproblematik, die Gesellschaft im Allgemeinen, die Vereinsamung und die geschlossene Infrastruktur sind nur einige der vielen Themen auf diesen eher wenigen Seiten. Sie sind mir leider viel zu allgemein und oberflächlich gehalten.

Schreibstil:
Der sehr poetische Schreibstil hat mir gut gefallen. Einige Sätze und Zitate habe ich mir markiert. Die Autorin regt auch zum Nachdenken an. Der oftmals in Dialogen eingefügte Dialekt bereitete mir als Österreicheirn natürlich keine Probleme. Der Handlungsstrang in der Gegenwart wird durch kurze Kapitel in kursiver Schrift rund um das Jahr 1550 unterbrochen. Lange weiß man nicht, was diese zu bedeuten haben und ich muss zugeben, dass sie mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Am Ende des Buches gibt es ein Glossar zu den mitteralterlichen Begriffen.

Fazit:
Von diesem Roman hatte ich mir eindeutig mehr erwartet. Der erste Abschnitt hat mir gut gefallen, jedoch wurden es mit der Seitenzahl immer mehr Handlungen und Themen, die aufgegriffen und nicht wirklich zu Ende geführt wurden. Die Idee dahinter ist sehr gut, aber die Ausführung hat mir immer weniger gefallen, umso länger ich an der Geschichte gelesen habe. Das ist sehr schade!

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die nette Überraschungspost!


Eine Villa zum Verlieben - Gabriella Engelmann


    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag : Knaur TB; 6. Auflage, Erweiterte Neuausgabe (1. April 2015)
    • ISBN-10 : 3426517108
    • ISBN-13 : 978-3426517109
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur 
    • Reihe: ja - Band 1 der "Im Alten Land" Serie

     
    Knaur Kurzbeschreibung:
    Die drei Frauen Stella, Leonie und Nina haben zunächst kaum Gemeinsamkeiten bis auf ihre Leidenschaft für eine alte Hamburger Stadtvilla, in der die Suche nach einer neuen Wohnung sie zufällig zusammenführt. Jede von ihnen hat ihren eigenen Traum: Stella will als Innenarchitektin Karriere machen, die in ihrem Job unglückliche Leonie wünscht sich sehnlichst eine eigene Familie und die Floristin Nina möchte nach einer großen Enttäuschung endlich wieder glücklich in Hamburg sein. Nach einem holprigen Anfang im gemeinsamen Haus in Eimsbüttel entwickelt sich zwischen den Dreien eine außergewöhnliche Frauenfreundschaft. Aber das Leben in Hamburg hält noch so einige Überraschungen für sie parat: Als ihre individuellen Träume auf dem Spiel stehen, muss die Frauenfreundschaft zwischen Stella, Leonie und Nina eine harte Bewährungsprobe bestehen. 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Knaur Challenge

Meine Meinung:
Diesen Sommer habe ich ganz unverhofft den dritten Band dieser Reihe von Gabrielle Engelmann vom Verlag zugeschickt bekommen. Da ich Buchreihen lieber nacheinander lese, habe ich versucht die ersten beiden Bände gebraucht zu bekommen. Doch dann gab es diese plötzlich in meiner Bücherei und so griff ich sofort zum ersten Band, der sich um eine alte Villa und drei ungleichen Frauen dreht.

Floristin Nina, Innenarchitektin Stella und Reisebürofachfrau Leonie stehen alle vor  beruflichen oder privaten Veränderungen in ihrem Leben.
Nina muss sich einen neuen Job suchen, denn ihre Chefin schließt den Blumenladen, in den sie arbeitet und zieht weg. Die allseits beliebte Florstin gibt zusätzlich per Mail und ihrem Blog Auskunft über Blumenpflege, wobei sich ein sehr intensiver Mailkontakt mit einem Mann namens "Asterdivaricatus" ergibt.
Die erfolgsverwöhnte Stella liebt einen verheirateten Mann und steht beruflich kurz vor einem Burn-Out. Leonie ist unglücklich in ihrem Job als Reisebüroassistentin. Sie kommt ursprünglich aus dem Alten Land und wird von ihrer Chefin gemobbt. Die Romantikerin träumt von einer großen Familie, doch mit ihren 39 Jahren tickt die Uhr  immer lauter.
Alle drei sehen die Zeitungsannonce über eine Villa im Hamburger Stadtteil Emsbüttel. Der Besitzer sucht Bewohner, die sich um Haus, Garten und die zwei Katzen kümmern sollen. Die drei Frauen bekommen den Zuschlag und sind begeistert von der renovierungsbedürftigen Villa, die mit ihrem eigenwilligen Charme glänzt. Nina will sich um den Garten kümmern und Leonie um die beiden Katzen, Stella soll die Renovierungsarbeiten überwachen. Ein perfektes Trio - doch während sich Leonie und Nina auf Anhieb verstehen, werden die beiden mit der erfolgsverwöhnten und "aufgetackelten" Stella nicht wirklich warm.

Der luftig leichte Roman hat mich sehr gut unterhalten. Ich bekam genau das, was ich mir erwartet hatte: einen süßen Roman zum Entspannen und Wohlfühlen mit drei interessanten Hauptprotagonistinnen, unterhaltsamen Dialogen und einem schönen Setting. ..einfach perfekt zum Abschalten.
Es machte Spaß die drei Protagonistinnen zu begleiten. Wider Erwarten werden die Frauen doch noch sehr gute Freundinnen und erleben das eine oder andere Abenteuer und so einige Turbulenzen. Und in die schöne Stadtvilla würde ich am liebsten selbst sofort einziehen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Leonie, Stella und Nina erzählt. So erlebt man immer hautnah ihre Gefühle und Gedankengänge mit.
Ein Auge zudrücken sollte man, wenn aus der gelernten Floristin plötzlich eine großartige Antiquitätenverkäuferin wird, die den Laden fast alleine schupft oder aus der Reisebürofachfrau eine Restaurantsfachfrau wird, die für ihren neuen Chef in dessen Abwesenheit das Nobellolkal leitet. Hier schrammt die Autorin an der Grenze vorbei, die ich noch akzeptieren kann.
Den zweiten Band dieser Reihe habe ich auch schon gelesen...die Rezi dazu folgt in den nächsten Tagen.

Fazit:
Ein romantischer Wohlfühlroman, der sich bestens zum Entspannen und Wohlfühlen eignet. Ein bisschen Dramatik und Romantik geben der Geschichte, die mich gut unterhalten hat, noch etwas Pfeffer.


[Gut Greifenau] Silberstreif - Hanna Caspian

     

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Taschenbuch: 544 Seiten
    • Verlag: Knaur TB; 2. Edition (1. Dezember 2020) 
    • ISBN-10 : 3426525453
    • ISBN-13 : 978-3426525456
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 5 um Gut Greifenau



Knaur Kurzbeschreibung:
Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Auch an den Bewohnern von Gut Greifenau geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei. Doch dann kommt ausgerechnet die Inflation Konstantin zu Hilfe, und er kann das bedrohte Familiengut retten. Als Konstantins geliebte Frau Rebecca ein Mädchen zur Welt bringt, scheint das Glück vollkommen. Doch immer noch schwelt in Rebecca die Angst vor Konstantins hinterhältigem Bruder Nikolaus, und auch das Gutspersonal taumelt von einer Krise in die andere. Währenddessen scheint Katharina endlich ihren Traum vom Medizinstudium verwirklichen zu können.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Knaur Challenge

 Man sollte hier unbedingt zuerst die Bände 1-4 lesen!

Meine Meinung:
Als großer Fan der Reihe habe ich mich natürlich sehr auf einen weiteren Band gefreut, der mit dem sechsten Band im August 2021 das Finale einläutet...leider! Ich glaube, ich könnte hier ewig weiterlesen! Einzig den letzten, vierten Band, fand ich ein bisschen schwächer, aber Band fünf ist wieder großartig!

Noch immer kämpfen die Deutschen um eine stabile Republik. Die Hyperinflation bringt auch die Bewohner auf Gut Greifenau in eine schwierige Sitution, obwohl es den Menschen am Land noch besser, als in der Stadt geht. Viele Menschen verlieren ihr gesamtes Hab und Gut. Es gibt aber auch Gewinner, wie die Urbans, die ihr Vermögen noch vergrößern. Konstantin nimmt trotz Vorbehalte die finanzielle Hilfe seinen Schwagers Julius Urban an, um Greifenau zu retten. Auch Rebecca hat einige Ideen, um das Gut vor dem finanziellen Ruin zu schützen. Langsam sehen die beiden einen Silberstreif am Horizont.
Rebeccas Eltern und ihre Schwester Karoline können nicht mehr zurück nach Berlin und leben noch immer bei Konstantin und Rebecca. Sie fühlen sich nutzlos und wollen der Tochter und dem Schwiegersohn nicht zur Last fallen. Doch mit ihren Aktionen bringen sie Chaos ins Leben der Dienstboten.
Katharina kann sich endlich ihren Traum vom Medizinstudium erfüllen, während Alexander noch immer als Pianist Kinofilme musikalisch begleitet. Doch der Tonfilm ist von den USA auf den Weg nach Europa und er ahnt, dass sein Job bald nicht mehr gebraucht wird.
Aber auch unter den Bediensteten bringt die instabile Politik und Zukunft Deutschlands einige Veränderungen mit sich. Wiebke vermisst Eugen und erkennt langsam, dass es ein Fehler war ihn nach Amerika gehen zu lassen. Bertha nimmt diesmal einen größeren Teil in der Handlung ein und bringt interessante neue Aspekte in die Geschichte. Leah Rosenthal, eine sympathische junge Frau, ist der Neuzugang auf dem Gut. Mit der neuen Dorflehrerin Luise Tetzlaff scheint allerdings keine wirklich Besserung eingetreten zu sein, nachdem Karl Matthis endlich in Rente gegangen ist. Rebecca benötigt jedoch einige Zeit bis sie hinter das wahre Gesicht der neuen Lehrerin blickt...
Ida und Albert sind glücklich, als sich Nachwuchs einstellt. Auch Rebecca erwartet wieder ein Kind und Nikolaus wandelt auf Freiersfüßen. Seine Angebetete muss natürlich Geld haben und von Adel sein....ganz wie es Mutter Feodora wünscht. Beide sind noch immer in der alten Kaiserzeit verhaftet und wollen den politischen Umschwung nicht anerkennen.

Langweilig wird es auf den 544 Seiten nie. Hanna Caspian gelingt es wieder hervorragend alle gesellschaftlichen Schichten und historische Begebenheiten miteinander zu vereinen. In jedem Strang fiebert man mit einem oder mehreren Figuren mit. Mittlerweile sind mir (fast) alle sehr ans Herz gewachsen.
Die politische Situation zu dieser Zeit wird sehr bildhaft dargestellt. Man versteht die Unsicherheit der Menschen, die sich nach dem Großen Krieg, dem Zerfall der Monarchie und der Inflation endlich Stabilität wünschen. Man bemerkt auch das langsame Aufkommen der Nationalsozialisten, die hier noch eine kleine Rolle spielen und von anderen Parteien übertrumpft werden. Wenn man liest, was damals alles vermieden hätte werden können, wenn man das Wissen von heute hätte...
Doch die Menschen suchen nach Schuldigen der Misere und finden sie in den Juden, den Homosexuellen, den Kommunisten und Sozialisten usw. Manchmal habe ich doch die eine oder andere Ähnlichkeit zur heutigen Zeit gesehen, was mir etwas Angst macht.
Auch neue Errungenschaften in der Landwirtschaft und im Haushalt werden angesprochen. Konstantin bemüht sich auch um elektrischen Strom für das Gut, wobei er allerdings den Zuspruch der anderen Gutsbetreiber benötigt. Nicht alle sind so aufgeschlossen wie er...

Es waren wieder kurzweilige Lesestunden, die mich auf Gut Greifenau haben verweilen lassen. Die Seiten fliegen immer nur so dahin und obwohl man es zuvor kaum erwarten kann den neuen Band der Reihe zu lesen, ist man viel zu schnell durch.

Fazit:
Mit dem fünften Band hat Hanna Caspian wieder eine großartige Fortsetzung geschaffen, die mich gefesselt und voller Ungeduld auf den finalen sechsten Band hinfiebern lässt. Eine tolle Reihe, die diese Zeit, sowie das Leben aller Gesellschaftsschichten, bildhaft darzustellen vermag. Ich kann gar nicht genug davon bekommen!

Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar und an Hanna Caspian für die nette Begleitung bei der Lovelybooks Leserunde

Die Gut Greifenau Trilogie: 
  1. Gut Greifenau - Abendglanz  *Rezi*
  2. Gut Greifenau - Nachtfeuer  *Rezi*
  3. Gut Greifenau - Morgenröte *Rezi*
  4. Gut Greifenau - Goldsturm  *Rezi*
  5. Gut Greifenau - Silberstreif 
  6. Gut Greifenau - Sternenwende erscheint im August 2021


[Das Juliusspital] Ärztin in stürmischen Zeiten - Claudia & Nadja Beinert

     

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch : 512 Seiten
    • Verlag:  Knaur TB; 1. Edition (3. August 2020)
    • ISBN-10 : 3426523779
    • ISBN-13 : 978-3426523773
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 um das Juliusspital




Knaur Kurzbeschreibung:
Würzburg Ende des 19. Jahrhunderts Ebenso wie ihre Großmutter Viviana Winkelmann kämpft Henrike für das Recht der Frauen auf ein selbstbestimmtes Leben – und die Zulassung zum Medizinstudium: Ihr Wunsch zu heilen ist so stark, dass sie heimlich als Reserve-Wärterin in der Irrenanstalt des Juliusspitals arbeitet, das dieser Tage wegen der Entdeckung der „Zauberstrahlen“ von Professor Röntgen kopfsteht. Ihr Traum ist es, als Irrenärztin das Leid der Geisteskranken zu lindern und bei dem vielgerühmten Professor Rieger im Spital zu studieren. Als Henrike sich jedoch in einen französischen Medizinstudenten verliebt, kommen ihre Geheimnisse ans Licht. Kurz darauf wird Würzburg von der Tuberkulose heimgesucht, und plötzlich geht es für Henrike um Leben und Tod. Ihr Traum von der Medizin und die Abschaffung des Immatrikulationsverbotes für Frauen rücken in weite Ferne.
 
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
 
Buch zur Weltenbummler Challenge
 
Buch zur Knaur Challenge
 
Meine Meinung:
Im zweiten Teil der Reihe rund um das Juliusspital in Würzburg begleiten wir als Leser die Enkeltochter von Viviana Winkelmann-Staupitz, die bereits im ersten Band darum kämpfte als Frau Medizin studieren zu dürfen. Fünfzig Jahre später hat sich kaum etwas geändert und noch immer ist es für Frauen in Bayern unmöglich Ärztin zu werden.

Henrike Hertz, die Enkelin von Viviana, hat auch vorerst gar nicht vor in die Fußstapfen der Großmutter zu treten. Doch als ihre Mutter mit Magenproblemen ins Juliusspital eingeliefert wird, lernt sie die Wärterin Anna Gärtlein kennen. Diese führt sie in die Welt der "menschlicheren Menschen" ein - zu den Patienten in die Irrenanstalt. Henrike ist fasziniert von den seelenkranken Menschen und möchte ihnen helfen. Sie beginnt heimlich als Reserve-Wärterin zu arbeiten und träumt davon beim vielgerühmten Professor Rieger studieren zu dürfen und zum Medizinstudium zugelassen zu werden. Doch in Bayern besteht noch immer das Immatrikulationsverbot für Frauen - wie schon damals bei ihrer Großmutter. Zusätzlich ist da noch der französiche Medizinstudent Jean-Pierre, der Henrikes Herz erobert....

Zu Beginn tat ich mich etwas schwer und konnte nicht richtig in die Geschichte finden. Zu viele Wiederholungen aus Band Eins, die aufgegriffen wurden und zu detaillierte Ausführungen über das Leben bei Henrike zu Hause, haben mich schnell ermüdet. Erst nach dem ersten Drittel fand ich richtig in den Roman und konnte mich die Handlung gefangen nehmen. Henrike ist genauso mutig wie ihre Großmutter und kämpft in der männerdominierenden Welt um einen Platz in den Hörsälen. Während Viviane Henrike unterstützt, ist ihr Vater Anton-Oskar ein Mann der alten Schule. Er sucht indessen fleißig einen geeigneten Heiratskandidaten und kann selbstständige Frauen nicht ausstehen.

Berlin hat zu dieser Zeit  Würzburg den Rang als Medizinhochburg abgelaufen. Durch die Erfindung der X-Strahlen durch Professor Wilhelm Conrad Röntgen erlebt das Juliusspital wieder einen Aufschwung. Doch dann behauptet Philipp Lenard, er sei eigentlich der Erfinder der "Zauberstrahlen".
Neben Conrad Röntgen sind weitere historische Persönlichkeiten in den Roman miteingeflossen. Die fiktive Handlung wird mit den historischen Begebenheiten geschickt verwoben. 
Die beiden Autorinnen haben sich in diesem Roman aber nicht nur mit der "Affäre Röntgen" genauestens beschäftigt, sondern auch die Frauenrechte stehen wiederum im Mittelpunkt.
 
Es gibt einen Einblick in die Irrenanstalten von damals, wobei wir im Juliusspital in der Abteilung, die Henrike betreut, die leichteren Fälle vorgesetzt bekommen. Die medizinischen Ansätze wurden wieder sehr detailliert und genau beschrieben. Durch Wärterin Anna Gärtlein lernen wir auch das Würzburger Arbeiterviertel Grombühl kennen. Die gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit sind sehr anschaulich dargestellt. Der Kampf um die Rechte der Frauen führt auch Henrike weiter, bis die Tuberkulose über Würzburg hereinbricht....
So richtig anders ist Teil zwei nicht, denn vieles wiederholt sich von Großmutter auf Enkelin. Deswegen fehlte es mir manchmal an Spannung und den Charme des ersten Bandes. Einzig das Ende ist abweichend.

Schreibstil:
Claudia und Nadja Beinert schreiben sehr detailverliebt und haben in ihre Dilogie viele medizinische Begriffe genauestens erklärt. Das ist einerseits spannend (wie der Kampf um die Erfindung der Röntgenstrahlen), führt aber bisweilen zu Längen.
Die Geschichte wird wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Emotionen der einzelnen Figuren werden sehr lebendig wiedergegeben.
Zu Beginn gibt es ein Personenverzeichnis und am Ende ein informatives Nachwort der beiden Autorinnen. Der Roman ist in drei Teile: Mit Angst, mit Hoffnung und mit Mut, aufgeteilt.
 
Fazit:
Ähnlich gestrickt wie Teil Eins konnte mich "Arztin in stürmischen Zeiten" nicht ganz so abholen, wie der Vorgängerband. Es dauert etwas bis die Handlung in Fahrt kommt...einige Seiten weniger hätte ich gut gefunden. Danach wird es aber wieder interessant und spannend. Für medizinhistorische Leser empfehle ich die Dilogie gerne weiter!

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das
Rezensionsexemplar!

Die Tote in der Gracht - Jan Jacobs

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag:  Knaur TB; 1. Edition (1. Oktober 2020)
    • ISBN-10 : 3426524902
    • ISBN-13 : 978-3426524909
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Tödliche Niederlande, Band 2



Knaur Kurzbeschreibung:
In Holland hält ein Winter Einzug, wie es ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gab: Die Windmühlen stehen still, Schnee bedeckt das weite Land, und auf den Grachten bildet sich eine dicke Eisschicht. Ist das seit 1997 die erste Gelegenheit für Hollands nationalen Mythos, den Elfstädtelauf? Das längste und härteste Schlittschuh-Rennen der Welt auf Natureis führt über 200 Kilometer gefrorene Grachten. Noch während das Planungskomitee darüber streitet, ob die Eisdecke wirklich sicher ist, wird in einer Gracht eine tote Reporterin entdeckt – vergiftet, wie sich herausstellt. Die Ermittlungen führen Kommissarin Griet Gerritsen und ihr Team zu einer Gruppe von Verdächtigen, die alle in die Organisation des Elfstädtelaufs eingebunden sind. Und sie haben noch etwas gemeinsam: Jeder von ihnen nahm am letzten Rennen 1997 teil. Was ist damals geschehen, das keinesfalls ans Licht kommen soll?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

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Meine Meinung:
"Die Tote in der Gracht" ist der zweite Band der Reihe "Tödliche Niederlande", jedoch mein erstes Buch des Autors Jan Jacobs.

Der "Elfstedentocht" ist im Norden Hollands das Event schlechthin. Damit dieser Wettbewerb für Schlittschuhläufer allerdings stattfinden kann, benötigt es einen sehr strengen Winter und einer vorgeschrieben Mindestdicke der Eisschicht. Das letzte Mal fand der Lauf durch elf Städte, der über 200 km auf Natureis gelaufen wird, 1997 statt. Umso größer ist die Aufregung als es nach zwanzig Jahren endlich wieder einen "Elfstedentocht" geben wird. Der Lauf über vereiste Grachten, Kanälen und Seen bei klirrender Kälte fordert alles von den Teilnehmern.
Während der Planungen stürzt die junge Journalistin Jessica Jonker über eine der vielen Brücken und kann nur mehr tot aus der Gracht geborgen werden. Kommissarin Griet Gerritsen und ihr Partner Pieter de Vries werden von ihrem Chef von den Cold Cases abgezogen und mit dem Fall beauftragt. Bald ist klar, dass hier kein Selbstmord und auch kein Unfall passiert ist. Hilfe bekommen sie von Kollegin Naomi Boogard, die von Scotland Yard wieder nach Holland und zu ihrem Team zurückkehrt ...was zu einigen Spekulationen führt. Bald entdecken die drei Ermittler, dass Jessica einer alten Geschichte aus dem Jahre 1997 auf der Spur war ... Was ist damals geschehen? Und wer fühlte sich durch ihre Nachforschungen bedroht?

Es bereitete mir keinerlei Schwierigkeiten auch ohne Kenntnisse zu Band 1 in die Geschichte einzusteigen. Die Probleme kamen von andere Seite: Der Autor hat vorallem in der ersten Hälfte des Buches wahnsinnig viele friesische und niederländische Wörter und Sätze eingebaut, die mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Die Verständlichkeit war zwar größtenteils gegeben, aber dadurch fiel die Spannung ab. Ich mag Regionalkolorit in Krimis, aber wenn es Probleme beim Lesen verursacht, finde ich keinen Sinn darin. Mit der Zeit wurde es besser oder ich habe mich daran gewöhnt...ich kann es nicht sagen. Gefallen haben mir aber die Erklärungen vieler friesischen Besonderheiten und Bräuche, sowie die enorme Bedeutsamkeit des Rennens für die Einwohner rund um diese Strecke und der Umgebung.
Der Fall entwickelt sich langsam, nimmt aber an Fahrt auf. Es gibt einige interessante Wendungen und als Leser lässt sich gut miträtseln. Rückblicke in die Vergangenheit zum letzten Elfstedtentocht werden geschickt mit der Gegenwart verwebt.

Auch als Schauplatz fand ich die Niederlande toll, denn ich habe bisher nur wenige Krimis gelesen, die dieses Land als Location hatten. Meistens ist es dann noch Amsterdam, das ich selbst schon besucht habe. Ich war auch schon im Süden der Niederlande, aber noch nie im Norden.

Griet Gerritsen...der Name der Ermittlerin erinnerte mich laufend an eine meiner liebsten Thrillerautorinnnen Tess Gerritsen. Das fand ich etwas irritierend. Zusätzlich ist Griet als Mutter einfach eine Katastrophe und hat bei der Leserunde so einige negative Gefühle hervorgerufen. Die privaten Belange aller drei Ermittler spielen eine größere Rolle im Krimi, wobei Pieter der Sympathieträger der Truppe ist.

Gefallen hat mir das nicht alltägliche Thema und der Schauplatz, sowie das Lokalkolorit. Spannung kommt eher erst in der zweiten Hälfte auf. Den nächsten Band würde ich gerne noch eine Chance geben.

Fazit:
Ein solider Krimi mit einem interessanten Thema und einmal einer anderen Location. Mir machten zu Beginn die vielen friesischen und holländischen Wörter etwas Probleme und die Spannung baut sich erst langsam auf. Dann aber konnte mich der Krimi packen und werde auch den nächsten Band eine Chance geben.

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag und an Lovelybooks, sowie an den Autor für die nette Begleitung bei der Leserunde


Der Junge, der seinen Vater nach Ausschwitz folgte - Jeremy Dronfield



    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: Droemer HC; Auflage: 5. (30. Dezember 2019)
    • ISBN-10: 3426278049
    • ISBN-13: 978-3426278048
    • Originaltitel: The Boy Who Followd His Father into Ausschwitz 
    • Genre: Biografie, biografischer Roman



Droemer Kurzbeschreibung:
1939 werden Gustav Kleinmann, ein jüdischer Polsterer aus Wien, und sein sechzehnjähriger Sohn Fritz mit hunderten anderen jüdischen Männern von der SS festgenommen. Aus dem Kreis ihrer Familie gerissen, werden die beiden zunächst nach Deutschland deportiert. Im KZ Buchenwald zur Zwangsarbeit im Steinbruch eingeteilt, gehören sie zu den Häftlingen, die das Lager überhaupt erst mitaufbauen. Nach einiger Zeit wird Gustav – schwer gezeichnet von den unmenschlichen Zuständen – für die Deportation nach Auschwitz selektiert. Doch für Sohn Fritz ist der Gedanke von seinem Vater getrennt zu werden unerträglich. Trotz seines Wissens darum, dass niemand aus Auschwitz zurückkehrt, erklärt sich Fritz freiwillig bereit, seinen Vater zu begleiten. So beginnt für die beiden ein Leidensweg, der noch brutaler, noch hoffnungsloser ist, als alles, was sie bis dahin erlebt haben – und den Vater und Sohn doch gemeinsam überstehen.

Meine Bewertung: * * * * * Empfehlung!

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Meine Meinung:
Erst vor kurzem habe ich zum Thema #gegendasvergessen eine Biografie einer französichen Jüdin gelesen, die mich - sehr zu meinen Bedauern - überhaupt nicht erreichen konnte. Bei dem oben genannten Titel war ich sehr skeptisch, denn für mich hörte er sich reißerische und unglaubwürdige an. So richtig sprach er mich nicht an. Trotzdem war ich neugierig und nahm mir die biografische Erzählung aus der Bücherei mit. Und was soll ich sagen? Dieser biografische Roman sollte wirklich von so vielen Menschen, wie möglich gelesen werden! Es ist ein unheimlich ergreifendes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann!

Jeremy Dronfield hat diese Geschichte basierend auf den geheimen Tagebüchern des jüdischen KFZ Häftlings Gustav Kleinmann und seinem Sohn aufgeschrieben. Zusätzlich führte er Gespräche mit Fritz und Kurt, die die Aufzeichnungen des Vaters vervollständigten.
Bisher haben mich zu diesem Thema vorallem "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling und "Überleben - Der Gürtel des Walter Fantl" von Gerhard Zeilinger am meisten beeindruckt. Nun reiht sich "Der Junge, der seinen Vater nach Ausschwitz folgte" zu meinen Favoriten ein.

Bevor allerdings Vater und Sohn ins titelgebende Ausschwitz kommen, begleiten wir die beiden noch einige Zeit zuvor. Gustav Kleinmann gehört nicht zu den vermögenden Juden, sondern besitzt eine Polstererwerkstatt in Wien. Er lebt mit seiner Frau Tini, sowie den Töchtern Edith und Herta und den beiden Söhnen Fritz und Kurt, in der Leopoldstadt, dem 2. Bezirk der Bundeshauptstadt, unweit des Praters. Es ist 1938 und für die Kleinmanns und alle anderen Juden in Wien ändert sich alles, als Hitler in Österreich einmarschiert. Es dauert nicht lange bis Gustav und Fritz von der Gestapo abgeholt werden. Sie sind eine der Ersten, die nach Buchenwald kommen, wo sie mithelfen müssen das KZ aufzubauen. Dort sind sie nicht nur von anderen Juden umgeben, sondern auch von Roma, Sinti und anderen Menschen, die für den "deutschen Volkskörper" entbehrlich sind, darunter auch viele politisch anders Gesinnte, Homosexuelle, Priester, Polen oder Vorbestrafte.

Tini versucht unterdessen in Wien alles, um ihre ihre Familie vor einer Deportation zu bewahren. Sie hofft auch noch für Gustav und Fritz, denn noch hieß es zu dieser Zeit, dass auch bereits Juden, die im Arbeitslager sind, mit einer Ausreisegenehmigung das Land verlassen dürfen. Doch wie so viele haben die Kleinmanns vorerst kein Glück. Doch dann erhält Edith für Großbritannien und anschließénd der kleine Kurt eine Ausreisgenehmigung für die USA. Tini und Herta werden hingegen von der Gestapo abgeholt. Für Gustav und Fritz ist Buchenwald noch lange nicht Endstation. Bei einer der Selektierungen soll Gustav nach Ausschwitz kommen. Fritz meldet sich daraufhin freiwillig, damit sie zusammen bleiben und sich gegenseitig unterstützen können. Aber auch Ausschwitz ist nicht die Endstation und schlussendlich werden die Beiden doch noch unfreiwillig getrennt. Ich habe mit Gustav und Fritz mitgelitten und Todesängste ausgestanden. Obwohl ich bereits sehr viele Romane und Biografien zum Thema gelesen, habe ich auch diesmal wieder etwas Neues erfahren.

Jeremy Dronfield hat seinen biografischen Roman nicht wie viele Autoren bei der Deportierung begonnen, sondern er lässt uns anfangs mit den Kleinmanns in Wien den Alltag miterleben und langsam den Umschwung erkennen. Durch den Einmarsch in Österreich passiert die systematische Ausrottung der Juden zwar schneller, als zuvor in Deutschland, wo sich die NSDAP nach und nach etablierte und langsam ihre Grausamkeiten gegen die Juden begannen. Trotzdem spürt man auch immer wieder die Hoffnung der Menschen, dass es nicht so schlimm werden kann, durch die Zeilen. Nach der Deportation verbringen Gustav und Fritz lange Zeit in Buchenwald. Sie erleben ein Martyrium sondergleichen, aber lernen auch, wie man im Lager am Besten überleben kann. Gustav beginnt sein kleines Tagebuch, in das er manchmal schnell ein paar Zeilen notieren kann, die nun die Grundlage für dieses Buch sind. Und Buchenwald ist erst der Anfang ihrer leidensgeschichte.
Trotz der vielen furchtbaren Dinge, die Menschen Menschen immer wieder antun, all den Schrecken und Grausamkeiten spürt man den Zusammenhalt und die Unterstützung zwischen Vater und Sohn, sowie zu einzelnen Lagerinsassen. Das Beide all diese Greueltaten überlebt haben, grenzt an ein Wunder.

Das enthaltene Bildmaterial lässt den Leser noch mehr Anteil nehmen am Schicksal der Familie Kleinmnann. Sie geben den Menschen ein Gesicht.
Für mich gehört "Der Junge, der seinen Vater nach Ausschwitz folgte" zu den besten Büchern, die #gegendasvergessen geschrieben wurden.

Cover:

von links nach rechts:
ein englischsprachiges Cover, das niederländische, polnische, tschechische und portugiesische Cover und am Ende nochmals ein englischsprachiges

Fazit:
Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte. Eine Geschichte, die sich nie wieder wiederholen darf. Ein Zeitzeugnis. welches von Jeremy Dronfield grandios und einfühlsam umgesetzt wurde und in meinen Gedächtnis haften bleiben wird. Leseempfehlung!



Der Tunnel - Chris McGeorge

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Broschiert: 352 Seiten
    • Verlag: Knaur HC; Auflage: 4. (4. Mai 2020)
    • Übersetzer: Karl-Heinz Ebnet
    • ISBN-10: 3426227096
    • ISBN-13: 978-3426227091
    • Originaltitel: Now you see me
    • Genre: Thriller

 
Knaur Kurzbeschreibung:
Sechs junge Leute, seit Jahren beste Freunde, fahren mit dem Boot in Englands längsten Kanal-Tunnel: ein echtes Abenteuer in beklemmender Dunkelheit. Als das Boot nach über zwei Stunden am anderen Ende des Standedge-Tunnels wieder auftaucht, sind fünf der Freunde verschwunden. Der sechste, Matthew, ist bewusstlos. Natürlich behauptet Matthew, nicht zu wissen, was sich in der Finsternis des Tunnels zugetragen hat. Doch niemand kennt Standedge so gut wie er, der dort Führungen für Touristen anbietet. Und möglicherweise war die Freundschaft der sechs schon längst nicht mehr so unschuldig wie zu Kindertagen …

Meine Bewertung: * * *

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Meine Meinung:
Ach, was hat sich der Klappentext doch toll angehört! Sechs junge Leute und ein Hund fahren gemeinsam mit einem Boot in den längsten Kanaltunnel Englands und als sie nach zwei Stunden wieder herauskommen sind fünf davon verschwunden. Nur Matthew, der Tunnelführer, liegt bewusstlos im Boot, daneben der Hund.

Gleich vorweg...ich hatte mir hier wesentlich mehr versprochen! Nach dem Beginn der Lektüre gewinnt die Spannung leider kaum an Fahrt und mir ist es tatsächlich zweimal passiert, dass mir die Augen beim Lesen zufielen! Spricht nicht wirklich für das Buch! So schlecht ist es allerdings nicht...ich war wohl auch etwas übermüdet. Natürlich wollte ich wissen, was hier passiert ist und habe neugierig weitergelesen.
Der Aufbau ist eigentlich gelungen, allerdings hatte ich sehr schnell eine Vermutung, die auch eintraf. Wie das Ganze aber tatsächlich passieren konnte und von statten ging, war mir trotzdem noch immer ein Rätsel.

Den Standedge-Tunnel gibt es wirklich. Er ist der längste Kanaltunnel Großbritanniens und hat eine Länge von 5189 Meter. Er kann nur von einer Seite aus mit einem Narrow Boot befahren werden und ist doch ein perfektes Setting für einen nervenzerreibenden Thriller. Doch es wurde weder richtig spannend, noch gruselig. Allerdings konnten die letzten 80-100 Seiten das Buch noch etwas retten, denn hier nimmt die Geschichte endlich tüchtig an Fahrt auf und verdient das Wort Thriller, das sich vorne am Cover befindet. Auf den englischen originalcover sehrt ihr auch die Bezeichnung "Novel" stehen, was ich passender finde. Ob es allerdings logisch erscheint, sei dahingestellt...

Die Geschichte spielt auf mehreren Zeitebenen bzw. gibt es aus der Gegenwart Rückblenden. Zum einem, als Robins Ehefrau verschwand, als auch die Zeit vor der Tour durch den Tunnel und danach. Zu Beginn des Buches begleiten wir den Schriftsteller Robin Ferringham, dessen Frau Samantha seit drei Jahren vermisst wird. Als Trauerbewältigung hat er darüber ein Buch geschrieben. Bei einer Signierstunde erhält er einen mysteriösen Anruf von einem jungen Mann, der behauptet mit Samantha gesprochen zu haben und ihn um Hilfe bittet. Er würde ihm mehr Details erzählen, wenn Robin ihn aus dem Gefängnis holen würde, wo er unschuldig einsitzt. Ihm wird vorgeworfen seine fünf Freunde ermordet zu haben, mit denen er einen Ausflug durch den Stansted Tunnel gemacht hat. Nur er ist wieder aufgetaucht, aber er kann sich an nichts mehr erinnern. Robin beginnt nachzuforschen und fällt sehr schnell im kleinen Örtchen Marsden auf. Die Einwohner kommen ihm nicht gerade freundlich entgegen und scheinen die Vorkommnisse lieber zu verschweigen. Da ist ein Fremder der herumnschnüffelt, nicht wirklich willkommen....

Die Charaktere waren nicht wirklich sympathisch und Robin eher der Anti-Held. Die Clique wird einerseits als beliebt beschrieben, aber auf der anderen Seite dringen immer wieder brutale Geschichten durch, die sie als grausam bezeichneten. Für mich eher ein Widerspruch.... Zusätzlich bleiben die Nebencharakter doch etwas blass. Hier hätte der Autor sehr viel mehr ausschöpfen können.
Das Verschwinden der Freunde und dessen Auflösung war mir fast etwas zu unspektakulär bzw. zu kurz behandelt. Es gibt allerdings eine sehr intensive Szene, die mich richtig fesseln konnte und mich mitgenommen hat. Sehr gerne hätte ich mehr davon gehabt. Obwohl das Ende spannend war, gab es einige Logiklücken und es blieben auch ein paar Fragen offen. Richtig überzeugen konnte mich "Der Tunnel" leider nicht.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Chris McGeorge hat einige überraschende Wendungen und neue Erkenntnisse eingebaut, die der Geschichte wieder einen kleinen Push gibt. Auf der anderen Seite blieben für mich einige wenige Punkte offen und werden nicht erklärt.
Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was ein schnelles lesen ermöglicht.

Cover:
 
von links nach rechts: 
die beiden englischsprachigen Cover und am Ende das niederländische

Fazit:
Der Klappentext verspricht meiner Meinung nach eine etwas andere Geschichte. Daran will ich mich auch nicht wirklich stören, aber der Plot hätte wirklich größeres Potential gehabt. Die Spannung kommt leider viel zu spät, manches ist etwas unlogisch und das Ende zu konstruiert. Lässt sich zwar schnell lesen, aber die großartige Idee wurde damit leider zum verschenkten Potential. Von mir gibt es gerade noch 3 Sterne für diesen "Thriller".
Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

[Das Juliusspital] Ärztin aus Leidenschaft - Claudia & Nadja Beinert

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 576 Seiten
    • Verlag: Knaur TB; Auflage: 2. (4. Mai 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426523760
    • ISBN-13: 978-3426523766
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 1 der Juliusspital-Reihe


Knaur Kurzbeschreibung:
Würzburg im 19. Jahrhundert: Bankierstochter Viviana Winkelmann träumt davon, Ärztin zu werden – obwohl Frauen seit 1800 nicht mehr studieren dürfen. Als die junge Frau sich unstandesgemäß verliebt und schwanger wird, wirft ihre Familie sie aus dem Stadtpalais. Um sich und ihre kleine Tochter Ella über Wasser zu halten, verdingt sich die einst vornehme Viviana als Gehilfin in der Apotheke des renommierten Würzburger Juliusspitals. Doch soll das wirklich alles sein, was sie als Frau im Leben erreichen kann? Sie belauscht Vorlesungen berühmter Ärzte am Spital und lernt Professor Virchow kennen, der einer Weltsensation auf der Spur ist. Ihre Zukunft, das spürt sie, liegt als Ärztin im Spital – auch wenn ihr dadurch nicht nur der eigene Bruder zum erbitterten Feind wird.

Meine Bewertung: * * * *

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Meine Meinung:
Würzburg 1850. Viviane Winkelmann ist die Tochter eines angesehenen Bankiers. Die aufgeweckte junge Frau soll mit einem Sohn aus gutem Hause verheiratet werden, doch ihr Herz gehört Steinmetz Paul. Als sie von ihm ein Kind erwartet, schicken sie ihre Eltern ins Kloster. Dort soll der Säugling nach der Geburt zur Adoption freigegeben werden. Doch Viviana träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit Paul und ihrer kleinen Tochter Ella und flieht. Daraufhin verstoßen sie ihre Eltern. Fortan lebt sie in der Pleich, dem Armenviertel der Stadt. In der Apotheke neben dem Juliusspital erhält sie die Chance als "Helfnerin" zu arbeiten. Dort entdeckt sie ihr Interesse für die Heilkunde und Medizin....

Romane über Medizin und Frauen, die in früherer Zeit gerne Ärztin geworden wären oder eine der ersten praktizierenden Ärztinnen waren, gibt es momentan sehr viele. Hebammen und Krankenschwestern tummeln sich in den Bücherregalen....auch in meinen. Dabei habe ich schon einge sehr spannende Geschichten gefunden, die mir gut gefallen haben. Natürlich gibt es auch durchschnittliche Romane zum Thema, doch der erste Band der Schwestern Claudia und Nadja Beinert über das Juliusspitals gehört nicht dazu.
Wir begleiten unsere anfangs naive Hauptprotagonistin, die sich von der verwöhnten Bankierstochter zur alleinstehenden Mutter eines unehelichen Kindes wandelt, plötzlich Verantwortung übernimmt und schlussendlich zu einer mutigen jungen Frau wird, die für mehr Frauenrechte kämpft. Dieser Wandel wird von den beiden Autorinnen sehr spannend und deatilliert beschrieben. Ihre Liebe zur Medizin und der Kampf für Frauen ein Studium zu ermöglichen wird fesselnd erzählt. Das große Vorbild von Viviana ist Dorothea Erxleben, die erste Ärztin, die bereits im 18. Jahrhundert promovierte. Doch 1850 sieht die Welt wieder anders aus und Frauen sind nichths anderes als Anhängsel der Männer, die sich vorwiegend um den Ehemann und den gesellschaftlichen Status widmen sollen. Die meisten Männer wollen keine Frauen in ihren Reihen, denn ihrer Meinung nach sind sie weder geistig in der Verfassung sich zu bilden (!), noch körperlich dem Mann ebenbürtig. Um ein Studium als Frau zu erhalten, muss sie ein Abitur haben, doch diese Möglichkeit gabe es für Mädchen im Königlichen Bayern zu dieser Zeit nicht.

Die medizinischen Ansätze haben Claudia & Nadja Beinert sehr anschaulich und detailliert ausgearbeitet. Der damalige Klinikalltag und der Stand der Forschung, aber auch der Unterschied zwischen Arm und Reich sind hervorragend beschrieben. Zu dieser Zeit war das Juliusspital in Würzburg, der heute weitaus bekannteren Berliner Charité, überlegen. In allen universitären Fachbereichen wurden bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Rudolf Virchov forschte damals ebenfalls noch in Würzburg, wo er die Cellular-Pathologie entdeckte, die den Glauben an die Vier-Säfte-Lehre ablöste. Auch vor detaillierte Leichensezierungen nehmen die beiden Autorinnen nicht Abstand. Gut, dass ich so viele Thriller gelesen habe, wo ich bereits öfters mit ähnlichen Passagen konfontriert wurde.

Charaktere und Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr detailliert und teilweise auch mit medizinischen Fachausdrücken gefüllt. Deswegen kommen ab und zu einige kleine Längen auf. Doch er ist auch sehr bildhaft und fesselnd.
Die Figuren sind bis in die Nebencharakter lebendig und authentisch gezeichnet. Viviana entwickelt sich zu einer selbstbewussten Frau, die nicht so schnell aufgibt und für ihre Träume lebt. Sie besitzt Mut und Stärke.
Neben Rudolf Virchov sind weitere historische Persönlichkeiten in den Roman eingeflossen. Zu Beginn gibt es ein Personenverzeichnis und am Ende ein Nachwort der beiden Autorinnen. Der Roman ist in drei Teile: Mit Herz, mit Verstand und mit Gefühl, aufgeteilt.

Fazit:
Ein interessanter Start in diese Reihe rund um das Juliusspital, der mit Vivianas Enkelin Henrike und der Erfindung der Röntgenstrahlen im August fortgesetzt wird. Für Leserinnen, die auch die Charité von Ulrike Schweikert oder Helene Sommerfelds Trilogie "Die Ärztin" mochten. Ich empfehle den Roman gerne weiter.

Vielen Dank an den Knaur Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie die Begleitung der Leserunde durch Claudia Beinert.


[Gut Greifenau] Goldsturm - Hanna Caspian

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 576 Seiten
    • Verlag: Knaur TB; Auflage: 1. (1. April 2020)
    • ISBN-10: 3426525445
    • ISBN-13: 978-3426525449
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 4 um Gut Greifenau


Knaur Kurzbeschreibung: 
Konstantin und Rebecca kämpfen mit den Folgen, die Misswirtschaft und Krieg auf ihrem Pommerschen Gut hinterlassen haben. Doch schwerer als die aufkommende Hyperinflation wiegen die persönlichen Schicksalsschläge. Noch ist nichts entschieden, wenn es um Greifenau geht – nicht, solange Konstantin keinen Erben hat.
Die ehemalige Komtess Katharina dagegen kann sich alles leisten, was sie will. Dieser Luxus ist nicht nur allzu verführerisch, er führt auch zu Neid, der in Bösartigkeit umschlägt. Doch bleibt Katharina der eine große Traum vom Medizin-Studium versagt. Daran ist sie allerdings nicht ganz unschuldig. Erst als sie das erkennt, findet sie zurück auf ihren Weg. Das gefällt allerdings nicht allen.
Auch in der Dienstboten-Etage warten einige noch auf ihr persönliches Glück. Ida war Albert gegenüber wohl doch nicht ganz aufrichtig, was ihre Vergangenheit angeht. Für Eugen und Wiebke jedoch scheint eine gemeinsame Zukunft vorgezeichnet. Doch dann entgleitet Eugen das so sicher geglaubte Glück.

Meine Bewertung: * * * *

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Man sollte hier unbedingt zuerst die Bände 1-3 lesen!

 Meine Meinung:
Was war ich überrascht, als ich vor einiger Zeit lesen konnte, dass die Trilogie rund um Gut Greifenau und seine Bewohner nun doch nicht zu Ende ist. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, denn mir sind die Figuren alle sehr ans Herz gewachsen.

Nachdem der Kaiser gestürzt ist, bewegen wir uns nun in der Weimarer Republik und den nicht immer so goldenen Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wie sie oftmals dargestelllt werden. Diese Zeit steht eher unter keinem guten Stern. Die Reparationszahlungen bringen auch die Reicheren ins Schwitzen, die außerdem unter der Abschaffung ihrer Standesprivilegien "leiden". Die Folgen sind allerdings für alle Bürger dramatisch, denn es kommt zur Hyperinflation. Armut und Hunger begleiten die Menschen in Deutschland, denn selbst ein Stück Brot kostet Millionen von Mark. Jeden Tag verfällt das Geld schneller und auch Konstantin weiß nicht, wie er das Gut noch halten soll. Ohne einen Erben wird es noch schlimmer, denn Nicolaus und Feodora benötigen Geld und wollen Greifenau....doch Konstantin hat bereits Probleme die Dienstboten zu halten...

Die Geschichte umfasst diesmal den Zeitraum von 1919 bis 1923 und wird wie gewohnt aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Wir begleiten sowohl die Herrschaften, als auch die Dienstboten und erleben mit ihnen jede Menge Schicksalsschläge, aber auch wunderbare Momente.
Konstantin versucht alles Mögliche, um das Gut zusammenzuhalten, während Katharina seit der Heirat mit dem Unternehmersohn Julius Urban im Luxus schwelgt. Der Aufschwung der Fabriken und der Industrie ermöglicht einigen Wenigen Geld anzuhäufen, während der Großteil des Volkes hungert. Rebecca und Feodora sind sich noch immer spinnefeind, während Nicolaus auch in der neuen deutschen Republik an seiner Kaisertreue festhält. Alexander schwebt hingegen in der Welt der Musik und studiert weiterhin erfolgreich.
Im Dienstbotentrakt muss ebenfalls gespart werden und Caspers, der obere Hausdiener, muss damit leben gemeinsam mit Ottilie Schott die Aufgaben einer Hausdame zu übernehmen oder seinen Platz auf dem Gut zu verlieren. Albert wurde hingegen zum Gutsverwalter befördert. Um seine wahre Herkunft weiß jedoch nur Ida, die seine Frau geworden ist und mit der Witwe des ehemaligen Gutsverwalters große Probleme hat. Eugen sieht seine Zukunft mit Wiebke, doch sieht sie das ebenso?

Hanna Caspian hat die historischen Begebenheiten wieder sehr lebendig mit ihrer fiktiven Geschichte rund um die ehemalige Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn verbunden. Die Charaktere sind lebendig und mir schon seit dem ersten Band zu lieben Freunden geworden. Alle Figuren entwickeln sich weiter...bis auf Feodora, die noch immer nicht glauben kann, dass die Neureichen nun das Sagen haben und der verarmte Adel nichts mehr zu melden hat.
Hinzu kommen die realistischen Beschreibungen des Verfalles des Geldes. Man bekommt immer weniger Lebensmittel und auch das Tauschgeschäft, wie ein Huhn gegen Schuhe, ist bald nicht mehr möglich. Die schlimmen Nöte der Menschen, vorallem in der Großstadt, sind sehr realistisch beschrieben. Man erlebt hier Geschichte hautnah mit.

Die ersten drei Bände der Reihe haben mich absolut überzeugt und haben alle von mir 5 Sterne bekommen. Band 4 "Goldsturm" hatte für mich jedoch ein paar Längen. Besonders in der ersten Hälfte konnte mich die Geschichte, trotz der geliebten Figuren, nicht ganz abholen. Auch die Zeitsprünge waren mir diesmal oftmals zu groß. Mehrfach wurden interessante Themen zu schnell abgehandelt, während es bei anderen Passagen zu kleinen Längen kam. Trotzdem bin ich schon sehr auf den nächsten Band gespannt und freue mich, dass es mit Gut Greifenau nochmals weitergehen wird.

Fazit:
Band 4 finde ich leider etwas schwächer, als die Trilogie zuvor, die von mir mit Begeisterung gelesen wurde. "Goldsturm" hat einige kleine Längen, aber verspricht historische Kost vom Feinsten. Die liebgewonnenen Charaktere entwickeln sich weiter, jedoch schweift die Autorin oftmals zu sehr aus. Trotzdem kann ich Band 5 kaum erwarten...

  Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Gut Greifenau Trilogie: 
  1. Gut Greifenau - Abendglanz  *Rezi*
  2. Gut Greifenau - Nachtfeuer  *Rezi*
  3. Gut Greifenau - Morgenröte *Rezi*
  4. Gut Greifenau - Goldsturm
  5. Gut Greifenau - Silberstreif kommt voraussichtlich im Dezember 2020
 

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