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Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan - Anni. E. Lindner

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 366 Seiten
    • Verlag: ‎ Francke-Buch (1. Februar 2021)
    • ISBN-10: 3963622121
    • ISBN-13: 978-3963622120
    • Genre: Jugendroman


Francke Kurzbeschreibung:
Die 16-jährige Tally hat unerwartet ihren Vater verloren und das Letzte, was sie jetzt braucht, sind die Ratschläge ihrer selbst überforderten Mutter. Oder der merkwürdigen Therapeutin, die ihr empfiehlt, ihre Gefühle aufzuschreiben! Erst als Tally zufällig Frau Möller kennenlernt, eine alte Dame mit einem Papagei sowie einer Vorliebe für Marzipan, und ihr das Foto von deren jung verschollenen Onkel in die Hände fällt, findet sie doch noch etwas, was sie zum Schreiben inspiriert. Außerdem sind da ja auch noch ihre beste Freundin Sanna und nicht zu vergessen Mr Wow, der eigentlich Timo heißt und Tally einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Dummerweise ist er Christ und mit diesem religiösen Quatsch kann sie so gar nichts anfangen …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Warum ich so richtig auf diesen Roman aufmerksam geworden bin, kann ich eigetnlich gar nicht mehr wirklich sagen. Jugendromane snd ja eher selten bei mir am Blog zu finden und trotzdem hat mich die Geschichte direkt angesprochen.
Die 16jährige Tabitha, genannt Tally, wird mit dem plötzlichen Tod ihres Vaters konfrontiert. Sie fällt daraufhin in ein tiefes Loch, denn die Beziehung zu ihrer Mutter war nie richtig eng. Tally ist gefangen in ihrem Schmerz und lässt niemand an sich heran. Sie zieht sich auf ihre eigene imaginäre Insel zurück. Ihre Mutter geht anders mit ihrer Trauer um und empfiehlt Tally eine Psychologin. Doch auch diese kann Tally nicht helfen. Sie übergibt ihr jedoch ein Tagebuch um ihre Gedanken niederzuschreiben. Einzig ihre beste Freundin Sanne, die Kraft und Stärke in ihrem Glauben findet, bekommt etwas Zugang zu ihr. Und da ist auch noch Timo, der Leiter der Jugendgruppe, zu der Sanne regelmäßig geht. Mit Religion kann Tally aber nichts anfangen - schon gar nicht nach dem Tod ihres geliebten Vaters.
Eines Tages lernt Tally ganz unverhofft eine alte Dame kennen, die sich mit ihrem Rollator und den Einkäufen abmüht. Tally hilft ihr und lernt Helga Möller und ihren Papagei Gustav näher kennen. In der Wohnung gibt es viele Erinnerungsstücke aus Frau Möllers Leben. Tally beginnt sich dafür zu interessieren.  Dabei fällt ihr auch das Foto eines gutaussehenden jungen Mannes in die Hände, der sie fasziniert. Sie beginnt in ihrem Tagebuch eine Geschichte rund um diesen Mann zu spinnen und ihm ein "Happy End" zu vergönnen. Darin beginnt sie ihre Gefühle und den Schmerz zu verarbeiten. Aber auch die Zufallsbekanntschaft mit der alten Dame scheinen Tally zu helfen und es beginnt eine ganz besondere Freundschaft...

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und ich bin schnell in die Geschichte gekommen. Die Autorin hat die jugendliche Tally sehr authentisch und ihrem Alter entsprechend beschrieben. Beim Lesen spürt man die tiefe Trauer des Mädchens, sowie ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit. Diese wirkt vorallem zu Beginn sehr erdrückend. Tally weiß nicht, wie sie ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen soll.
Anni E. Lindner fängt den Schmerz von Tally sehr gut ein und lässt den Leser intensiv daran teilhaben. Sehr einfühlsam erzählt die Autorin über Verlust und Trauer. Gerade der Beginn der Geschichte ist diese jedoch sehr bedrückend. Gleichzeitig zeigt die Autorin aber auch auf, dass es immer Hoffnung gibt und das Leben trotz all dem Schmerz und der Trauer positiv weitergehen kann.

Die Figuren sind bis hin zu den kleinsten Nebencharaktere sehr liebevoll gezeichnet. Sanne ist für Tally immer da und eine wirklich gute Freundin. Sie nimmt selbst ihre Ausraster hin. Helga Möller habe ich sofort ins Herz geschlossen und auch ihre Liebe zu Marzipan und ihrem sprechenden Papagei Gustav. Mit Tallys Mutter wurde ich nicht wirklich warm. Timo hingegen ist ein feiner Kerl...fast zu gut um wahr zu sein.

Was ich weniger mochte, waren die Tagebucheinträge von Tally. Darin schreibt sie einen kleinen Roman rund um Eugen, dem Mann auf dem Foto, und lässt ihm ein Happy End zukommen. Eine nette Idee, aber für den Roman komplett unwichtig. Die Geschichte, die sie sich selbst zusammenspinnt, ist sprachlich der damaligen Zeit sehr angepasst. Ich denke nicht, dass sechzehnjährige Mädchen, die sich kaum für historische Romane interessieren, diese Sprache beherrschen. Ich will jetzt niemanden beleidigen, aber ich lese sehr viele historische Romane und oftmals ist die Sprache bei einigen Autorinnen nicht wirklich zeitgemäß. Dass dies ein junges Mädchen schafft, das sich vorher überhaupt nicht damit auseinandersetzt, finde ich unwahrscheinlich. Das ist allerdings mein einziger Kritikpunkt. Die Geschichte ist sehr intensiv und hat mich vorallem am Beginn emotional richtig mitgenommen.

Ich möchte eine kleine Triggerwarnung an jene Leserinnen geben, die erst vor Kurzem jemanden verloren haben.

Fazit:
"Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan" ist ein ruhiges Buch voller Emotionen und einer tiefgründigen Botschaft. Die Autorin hat das Thema Trauer sehr gekonnt in Worte gefasst und perfekt vermittelt. Eine wunderbare Geschichte direkt aus dem Leben gegriffen.

Vielen Dank an Literaturtest und den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Sünden aus der Vergangenheit - Dani Pettrey



    • Broschiert: 287 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Dezember 2018)
    • Übersetzer: Dorothee Dziewas
    • ISBN-10: 3963620420
    • ISBN-13: 978-3963620423
    • Originaltitel: Cold Shot 
    • Genre: Krimi, Thriller, christlicher Roman
    • Reihe: ja - Band 1 der Baltimore Reihe  (im Original  Chesapeak Valor Reihe)



Francke Kurzbeschreibung:
Mit seiner Vergangenheit hat Griffin McCray eigentlich abgeschlossen: Nach einem missglückten Einsatz kündigte er seinen Job als Scharfschütze einer Polizeieinheit und arbeitet seitdem als Park Ranger auf den historischen Schlachtfeldern von Gettysburg. Mit der Ruhe ist es allerdings vorbei, als er auf einer seiner Patrouillen eine Leiche entdeckt und die attraktive Dr. Finley Scott die Ermittlungen aufnimmt. Für die forensische Anthropologin steht schnell fest, dass der Tote erst kürzlich ermordet wurde, allem Anschein nach von einem professionellen Scharfschützen. Als sich ausgerechnet Declan Gray, FBI, und Parker Mitchell, Gerichtsmediziner, in die Ermittlungen einschalten, gerät Griffin vom Regen in die Traufe. Plötzlich steckt er mittendrin in dem Fall und ihm bleibt keine andere Wahl, als sich seiner Vergangenheit zu stellen …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die im Francke Verlag erschienene Alaskan Courage Reihe von Dani Pettrey hat mich sehr gut unterhalten. Sie ist eine Mixtur aus Krimi, christlichen Roman und Abenteuerroman und lässt sich schwer in ein Genre pressen. Die landschaftlichen Beschreibungen von Alaska und die spannende Handlung hat mich damals überzeugt. Deswegen war ich schon sehr auf ihre neue Serie gespannt.

Mit ihrem ersten Band "Die Sünden aus der Vergangenheit" lässt uns die Autorin nicht lange warten und katapultiert den Leser bereits im Prolog mitten ins Geschehen.
Parkranger Griffin McCray überrascht zwei Grabräuber bei den historischen Schlachtfeldern von Gattysburg. Dabei wird eine Leiche gefunden, die erst relativ kurz unter der Erde liegt. Die forensische Anthropologin Dr. Finley Scott wird um Hilfe gebeten. Doch der Täter setzt alles daran die Identifizierung der Toten zu verhindern, die allen Anschein nach von einem professionellen Scharfschützen hingerichtet wurde. Das ruft Declan Gray vom FBI und auch Parker Mitchell, Freunde von Griffin, auf den Plan. Ihre gemeinsame Vergangenheit ist allerdings durch zwei schwere Verluste gekenntzeichnet und hat die Männerfreundschaft schwer beeinträchtigt. Gemeinsam versuchen die drei Männer und Finley die Identität der Toten herauszufinden und den Täter zu finden.

Zu Beginn tat ich mir bei der Zuordnung der vielen Namen etwas schwer. Oftmals hatte ich das Gefühl keinen ersten Band in meinen Händen zu halten, da die Autorin sehr oft Geschehnisse aus der Vergangenheit der beiden Hauptprotagonisten erwähnte. Das ist zwar nichts Ungewöhnliches und im gewissen Rahmen okay, auch wenn es ein Nachfolgeband wäre. Ich hatte jedoch manchmal das Gefühl etwas versäumt zu haben, obwohl es keinen Vorband gibt. Einige Erlebnisse aus der Vergangenheit der beiden Hauptprotagonisten Griffin und Finley wurden noch in diesem Band aufgeklärt, viele aber nicht. Hier hoffe ich auf die Folgeteile dieser neuen Reihe.

Wie schon bei ihrer Alaskan Courage Reihe spielt auch hier der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Figuren eine große Rolle. Waren es in den anderen Büchern vorallem die Familienmitglieder, sind es hier die Freunde, die trotz der großen Verluste zusammenhalten und füreinander da sind. Alle treten bedingungslos für den anderen ein.
Die Charaktere sind sehr authentisch und lebensnah gezeichnet. Alle haben eine etwas schwierige Vergangenheit hinter sich und sind aufrichtige Menschen. Griffin hat seinen ehemaligen Beruf hinter sich gelassen und hat seitdem einen richtigen Schutzwall um sich gebaut. Er lässt niemand an sich ran. Finley ist eine toughe Frau, die eine traumatische Erfahrung hinter sich hat. Declan und Parker haben das Herz auf den rechten Fleck. Zwischen Griffin und Parker gibt es jedoch eine Sache aus der Vergangenheit, die noch nicht bereinigt ist. Mit Avery und Kate kommen noch zwei weitere weibliche Charaktere hinzu, die hier noch eine Nebenrolle spielen, aber wahrscheinlich in den kommenden Büchern mehr in den Vordergrund treten.

Obwohl Dani Pettreys Bücher im christlichen Francke Verlag erscheinen, spielt der Glaube zwar immer wieder eine Rolle, steht aber nicht im Vordergrund. Er wird vorallem durch Gebete und Gedanken der beiden Hauptprotagonisten ausgedrückt, sowie deren Zuversicht, dass alles gut werden wird. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch. Die aufkeimende Liebesgeschichte zwischen Griffin und Finley fand ich wieder perfekt und lockert die Krimihandlung etwas auf - wird aber nicht zu kitschig oder überlagernd. Nach und nach setzen sich alle Puzzleteile zusammen und ergeben zum Ende eine interessante Auflösung, auf die ich nie gekommen wäre. Der Titel ist auf jeden Fall Programm.
Den Spannungslevel fand ich diesmal höher, denn der Krimi ist wirklich temporeich. Dafür waren es mir aber zu wenige Seiten und manchmal zu wenige Informationen.

Schreibstil:
Der gewohnt flüssige und sehr temporeiche Schreibstil lässt einem das Buch schwer aus der Hand legen. Durch die wiederholten Perspektivwechsel lernt der Leser auch die anderen Charaktere besser kennen, die wahrscheinlich in den kommenden Büchern der Reihe abwechselnd die Hauptprotagonuisten sein werden. Doch auch ein Blick hinter die Stirn des Täters lässt uns die Autorin blicken...
Viele überraschende Wendungen und falsche Fährten steigern die Spannung und lassen den Leser lange im Dunkeln tappen. Bildreiche Landschaftsbeschreibungen, wie die in Alaska spielende Vorreihe, habe ich in diesem Reihenauftakt leider vermisst.
Die Kapitel sind eher kurz gehalten.

Cover:

Das Originalcover gefällt mir so überhaupt nicht - sorry!Diese riesengroße Schrift und dann der Mann, der auch nicht ganz meinen Geschmack trifft.
Egal..auf jeden Fall hätte ich in der Buchhandlung nicht nach dem Buch gegriffen.


Fazit:
Wieder ein sehr temporeicher Krimi voller Spannung, bei dem ich jedoch des ödfteren das Gefühl hatte, dass mir einige Informationen fehlten. Ein paar mehr Seiten hätten dem Auftakt der neuen Reihe gut getan, ebenso wie eine nicht ganz so schnelle Einführung in die Charaktere.
Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Cranberrysommer - Irene Hannon

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 318 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (29. Juni 2018)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3963620064
    • ISBN-13: 978-3963620065
    • Originaltitel:  Hope Harbour
    • Genre: christlicher Roman, Gegenwartsliteratur


Francke Kurzbeschreibung:
Es ist der Name, der Michael Hunter in den malerischen Küstenort Hope Harbor zieht. Einen Hafen der Hoffnung kann der ausgebrannte Geschäftsmann aus Chicago nun gut brauchen. Doch dann hat das einzige Motel im Ort geschlossen und er bringt, kaum in der Stadt, eine Fahrradfahrerin zu Fall. Kann eigentlich noch mehr schiefgehen? Zum Glück ist Tracy Campbell nicht nachtragend. Sie verpflichtet ihn kurzerhand für ihre Wohltätigkeitsorganisation und bringt ihn außerdem dazu, auf ihrer Cranberryfarm zu helfen. Und schon bald weht eine Brise der Veränderung durch Hope Harbor, die nicht nur für Michael und Tracy, sondern auch für etliche andere Menschen Heilung und Hoffnung mit sich bringt.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Ich war noch niemals in New York Challenge

Meine Meinung:
Michael Hunter hat sich eine Pause von seinem Job genommen und reist von Chicago an die Westküste íns kleine Städtchen Hope Harbour im Staat Oregon. Der Geschäftsführer einer wohltätigen Origanisation ist ausgebrannt und hat außerdem seine Frau vor 18 Monaten verloren. Doch der Aufenthalt im Ort mit dem hoffnungsvollen Namen beginnt alles andere als gut. Die gebuchte Unterkunft ist geschlossen und die Motels der Umgebung ausgebucht. Als er auch noch ins Fahrrad von Tracy Campell läuft, würde er am liebsten den Rückzug nach Chicago antreten. Doch dann erhält er eine unerwartete Einladung. Gerade Anna Williams, die "Einsiedlerin" des Städtchens, bietet ihm ein Apartment an. Michael erinnert sie an ihren Sohn John, der vor 20 Jahren im Streit senin Elternhaus verlassen und zu dem sie den Kontakt verloren hat. Michael nimmt die Einladung an und beginnt langsam Annas Schutzschicht aufzubrechen, indem er ihr eine neue Herausforderung gibt...

Tracy Campbell wuchs in Hope Harbour auf, hat aber ihre Heimat zum Studium verlassen. Aber das Leben hat oft andere Pläne und nun ist sie zurück, um ihren Onkel auf der Cranbverryfarm zu helfen. Sie ist entschlossen die Farm zu retten, die seit Generationen ihrer Familie gehört und finanzielle Schwierigkeiten hat. Neben der anstrengenden Arbeit auf der Farm sitzt sie abends über die Buchhaltung ihrer Klienten und engagiert sich unentgeltlich im Vorstand einer wohltätigen Organisation. Nicht nur die Farm braucht dringened Hilfe, sondern auch Tracy, der alles über den Kopf zu wachsen beginnt....

Anna hingegen ist seit 20 Jahren zur Einsiedlerin des Städtchens mutiert, als sie sich mit ihrem Sohn zerstritten hat. Seitdem ist der Kontakt zu ihm abgebrochen. Mit John hat sie auch ihre Lebensfreude  verlassen und sie hat sich in ihrem Häuschen eingeigelt, wo sie verletzen Tieren hilft und für das Pfarrhaus kocht und bäckt.

Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet. Die drei Hauptprotagonisten des Romans haben in ihrer Vergangenheit alle eine Entscheidung getroffen, die noch heute Schuldgefühle bei ihnen hervorrufen. Alle drei haben das Gefühl, dass es für sie keine Hoffnung mehr gibt und haben eine Mauer rund um sich aufgebaut. Erst ganz langsam fängt diese an zu bröckeln, als sie versuchen auf andere zuzugehen. Nach und nach werden die Geheimnisse der drei Protagonisten aufgedeckt und die drei Stränge verbinden sich am Ende zu einem gefälligen Ende. Es geht um Hoffnung, Vertrauen, das Verlassen alter Wege und die Stärke neue einzuschlagen.

Die Entwicklung der Protagoinisten ist realistisch und findet genau im richtigen Tempo statt um glaubwürdig zu sein. Alle drei wachsen an ihren neuen Herausforderungen und man fühlt sich mit ihnen verbunden. Gerne wäre ich mit Anna zusammen auf der Terrasse gesessen und hätte ihre köstlichen Plätzchen gegessen oder den Streitgesprächen von Pater Kevin und Reverend Baker gelauscht. Der Star des Buches ist aber tierisch! Seemöwe Floyd sorgt für heitere Einlagen.

Komplettes Neuland war für mich der Anbau und die Ernte von Cranberries (Moosbeere). Ich hatte ebenfalls keine Ahnung, dass es auch in Oregon Cranberry Farmen gibt. So habe ich wieder etwas dazu gelernt....lesen bildet einfach! =)

Die Kulisse einer nebligen Stadt am Meer bietet das perfekte Ambiente für diese Geschichte von Liebe, Vergebung und einem Neubeginn.
Weitere Folgebände rund um Hope Harbour und seine Einwohner sollen noch erscheinen.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Irene Hannon ist flüssig, einfühlsam und lässt sich gut lesen. Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus drei verschiedenen Sichtweisen (Michael, Tracy und Anna) in der 3. Person, sowie wenige Kapitel aus der Sicht von John, Annas Sohn. Die Charaktere sind ganz wunderbar gezeichnet, ebenso punkten die bildhaften Beschreibungen des Ortes.

Cover:

Hier ist das deutsche Cover eindeutig mein Favorit! Die englischen finde ich eher nichtssagend.

Fazit:
Ein Wohlfühlroman, in dem es um Hoffnung und Vertrauen, sowie das Verlassen alter Wege geht, eingebettet in einem wunderbaren Ambiente einer amerikanischen Kleinstadt an der Küste.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Schwert der Hoffnung - Tanja Riegel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 488 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2018)
    • ISBN-10: 3963620080
    • ISBN-13: 978-3963620089
    • Genre: Historischer Roman, christlicher Roman



Francke Kurzbeschreibung:
Die Französin Anna und der Brite Edward kennen sich kaum, als sie im Süden Frankreichs nichtsahnend ein uraltes Schwert berühren – und sich plötzlich auf Malta wiederfinden, mitten im Jahr 1564! Mitten in der Zeit von Rittern, Galeeren und Schwertkämpfen. Mitten in der Zeit, in der ein Großangriff der Osmanen bevorsteht und die Ritter des Johanniterordens fest entschlossen sind, um der Verteidigung ihres Glaubens willen notfalls sogar ihr Leben zu lassen. Dem draufgängerischen Briten und der zurückhaltenden Französin bleibt nichts anderes übrig, als sich zusammenzutun – trotz aller Unterschiedlichkeit und Meinungsverschiedenheiten. Während Ed im Schwertkampf und Anna in spätmittelalterlicher Heilkunde unterrichtet wird, suchen sie verzweifelt nach einer Möglichkeit, wieder nach Hause zu gelangen. Doch die Ereignisse überschlagen sich und eine Rückkehr in die Gegenwart erscheint unwahrscheinlicher als jemals zuvor …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon länger bin ich auf der Suche nach einem neuen Zeitreiseroman, der mich unterhält und überzeugen kann. Ist es Tanja Riegel mit "Schwert der Hoffnung" gelungen? Teils, teils...

Der Roman ist im christlichen Francke Verlag erschienen und somit ist auch klar, dass hier der Glaube ein Rolle spielt. Mit der Location Malta, den Ritterorden der Johanniter und der Jahreszahl 1564 sind wir damit auch schon beim Thema und zwar bei der Belagerung von Malta durch die Osmanen.

Doch bevor wir mitten im Kampf zwischen Christen und Muslimen stecken, befinden wir uns in der Gegenwart in Frankreich. Die Französin Anna und der Brite Edward sind sehr unterschiedliche Protagonisten. Anna ist sehr strukturiert, hat ihre Zukunft bereits geplant und sich für ein Medizinstudium eingeschrieben. Selbst bezeichnet sie sich als graue Maus und ist eher zurückhaltend. Edward kommt zwar aus reichem Haus, lebte aber die letzte Zeit als Anführer einer Gang auf der Straße. Er ist großspurig und weiß mit dem Messer umzugehen. Das ist auch der Grund warum er als Strafe im Schuppen seines Großvaters aufräumen muss. Anna, die Tochter des Gärtners, hilft ihm dabei. Sie finden eine Holzkiste mit einem Art Tagebuch, sowie ein mit Edelsteinen besetztes Rapier. Bei der Berührung wird der Dolch heiß und die Beiden verlieren das Bewusstsein. Als sie erwachen befinden sie sich in einer Höhle in Malta im Jahr 1564....

Der Zeitprung passiert bereits auf den ersten Seiten und es ist interessant zu lesen, wie sich Anna und Ed versuchen zurechtzufinden. Sie sind weder ansprechend gekleidet, noch haben sie eine Ahnung in welcher Zeit sie gelandet sind. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich als Ehepaar ausgeben und so unauffällig wie möglich zu bleiben. Doch vorallem müssen sie versuchen das Rapier zu finden, um wieder in ihre Zeit zurückzukommen.
Leider konnte mich der Roman nicht immer fesseln. Manche Abschnitte gehen viel zu schnell und überhastet voran. Einer davon war sehr spannend, jedoch überstürzen sich die Ereignisse dermaßen, dass ich am Ende verwundert zurückgeblättert und nachgeschaut habe, ob ich etwas überlesen hatte. Dem war nicht so und leider folgten auch später keinerlei Erklärungen dazu. Für mich waren diese Szenen nicht wirklich schlüssig und zu unglaubwürdig. Danach wurde die Geschichte wieder ruhiger und man begleitet Anna und Ed, die versuchen sich der Zeit anzupassen. Edward wird im Schwertkampf ausgebildet und Anna bekommt Einblicke in die mittelalterliche Medizin. Beide wachsen an der Situation und kommen sich auch etwas näher. Als sie bemerken, dass sie nicht vor dem großen Angriff der Osmanen in ihr altes Leben zurückkehren können, kämpfen sie nicht nur um ihr eigenes Überleben, sondern auch um diejenigen, die während des Aufenthalts zu ihren Freunden geworden sind. Im weiteren Verlauf des Romans stehen die Kämpfe im Mittelpunkt. Dies verleiht der Geschichte mehr Spannung und hat mich endlich etwas mehr an die Seiten kleben lassen. Auch wenn der Roman eine durchschnittliche Seitenanzahl von nicht ganz 500 Seiten hat, lässt er sich nicht schnell lesen. Man braucht dazu Zeit und Muße.

Die geschichtliche Komponente und den Glaubenskrieg hat die Autorin wunderbar recherchiert und dargestellt. Der rote Faden in diesem christlichen Roman ist das Vertrauen auf Gott. Auch in diesem Buch habe ich wieder eine Epoche näher kennenlernen dürfen, die bis jetzt an mir vorübergegangen ist. Ich kenne zwar das Malteser Kreuz und weiß ein bisschen über die Ritter des Johanniterordens, aber das war es schon. Ein weiteres Thema ist die Medizin des 16. Jahrhunderts und ein ganz besonderes Heilmittel, das nur auf der maltesischen Insel Gozo zu finden ist.
Laut Verlag soll es noch einen weiteren Teil geben. Ich bin allerdings noch unschlüssig, ob ich diesen lesen werde.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen. Die Beschreibungen sind bildlhaft und detailliert. Die Autorin spricht viele Themen an und setzt sich damit auseinander.
Die unterschiedlichen Charaktere der beiden Hauptprotagonisten wurden sehr lebendig beschrieben. Im Laufe des Romans entwickeln sich beide weiter.
Zu Beginn des Buches gibt es zwei Orientierungskarten, am Ende Begriffserklärungen und historische Anmerkungen der Autorin.

Fazit:
Ein Roman, der mich etwas zwiegespalten zurücklässt. Interessanter historischer Hintergrund und Plot, Zeitreisen mag ich sowieso, aber manche Abschnitte waren mir zu "unausgegoren" und unlogisch. Für ein Erstlingswerk aber nicht schlecht, außerdem sehr gut recherchiert.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensiosnexemplar

Wer sein Herz riskiert - Tamara Alexander



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Januar 2018)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868277072
    • ISBN-13: 978-3868277074
    • Originaltitel: To wager her heart 
    • Genre: historischer Roman, christlicher Roman, Liebesroman
    • Reihe: ja - Belle Meade Plantation 3


Francke Kurzbeschreibung:
Nashville, Tennessee, 1871: Alexandra Jamison ist eine junge Südstaatlerin aus gutem Hause. Seit ihr Verlobter David bei einem tragischen Eisenbahnunglück ums Leben kam, ist sie fest entschlossen, ihrem Leben eine neue Wendung zu geben. Gegen den Willen ihrer Eltern, die sie mit einem betagten Gentleman verheiraten wollen, bewirbt sich Alexandra um eine Stelle als Lehrerin. An einer neugegründeten Schule will sie ehemalige Sklaven unterrichten. Doch ihrem Traum stellen sich unerwartete Hindernisse entgegen. Da begegnet sie Sylas Rutledge, einem attraktiven, aber ungehobelten Eisenbahnbesitzer aus Colorado. Er nimmt ihre Berufung ernst und unterstützt sie. Doch kann es sein, dass Sylas in den mysteriösen Unfall verwickelt war, der David das Leben kostete?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Ich war noch niemals in New York" Challenge

Meine Meinung:
Von der amerikanischen Autorin Tamara Alexander habe ich bereits den Roman "Rebekkas Melodie", der ebenfalls im Francke Verlag erschienen ist, gelesen. Dieses Buch war eines meiner Jahres-Highlights im letzten Jahr. Umso gespannter war ich auf den neuen Roman der Autorin.

In "Wer sein Herz riskiert" hat Tamara Alexander neben den gewohnten christlichen und musischen Themen, auch den Ausbau der Eisenbahn in den Süden der USA thematisiert.
Wir sind im Jahr 1871 und ein Jahr zuvor gab es in Nashville, Tennessee, ein furchtbares Zugunglück. Die 25-jährige Alexandra Jamison hat dabei ihren Verlobten David verloren. Nach dem Trauerjahr setzt Alexandras Vater seine Tochter unter Druck sich endlich zu verheiraten. Doch Alexandra möchte den gemeinsamen Traum von David und ihr erfüllen und unterrichten. Sie will Lehrerin werden und nicht heiraten. Deswegen bewirbt sie sich an der Fisk University, die freien Schwarzen die Möglichkeit bietet lesen und schreiben zu lernen oder sich weiter fortzubilden. Als sie ihrem Vater davon erzählt, stellt er ihr ein Ultimatum: Entweder die Heirat mit einem älteren Herrn, den ihr Vater bereits ausgesucht hat oder das Elternhaus ohne ihre Besitztümer zu verlassen. Alexandra weigert sich und geht. Doch wohin soll sie nun?
Da begegnet sie Sylas Rutledge, der vor ein paar Tagen bei ihrem Vater im Büro war. Dem Mann gehört die Northeast Line Railroad, eine Eisenbahnlinie, die er gerne erweitern möchte. Sie soll bis zur Belle Meade Plantage ausgebaut werden. Für seine Bewerbung hat er den weiten Weg von Colorado nach Nashville auf sich genommen. Doch Sylas hat nicht nur den Wunsch seine Eisenbahnlinie zu vergrößern, sondern er hat ein Geheimnis, das mit dem Unglück vor einem Jahr zusammenhängt....

Der Einstieg ist mir wunderbar gelungen und ich war sofort von der Geschichte gefesselt. Ich konnte Alexandras Trauer spüren und ihr Entsetzen, als ihr Vater von ihr verlangt das Haus zu verlassen und er jeden Kontakt zu ihr abbricht. Seine Abneigung gegen Schwarze und seine Stellung scheinen ihm wichtiger zu sein,  als die Zukunft seiner Tochter.
Mit dem geheimnisvollen und ungehobelten Sylas Ruthledge lernt Alexandra einen Mann kennen, der auf der einen Seite sehr hilfsbereit ist, aber auch ein größeres Geheimnis zu haben scheint.
Beide Figuren haben Ecken und Kanten, sind sympathisch und wurden sehr authentisch beschrieben. Ich konnte mir sowohl Alexandra, als auch Sylas wunderbar vorstellen. Aber auch alle Nebenfiguren wurden sehr lebendig beschrieben, besonders Mr. White, der Direktor der Fisk University, und Ella, Alexandras Zimmergenossin.

Es war sehr interessant zu erfahren, wie zu dieser Zeit das Land erkundet und wie die Eisenbahnlinien ausgebaut wurden. Diese wurden nicht, wie heute bei uns üblich vom Staat gebaut, sondern von Privatmenschen/Unternehmern. Um jeden Abschnitt wurde verhandelt und gefeilscht....nicht immer mit rechten Mitteln. Auch die Sicherheit steckt hier noch in den Kinderschuhen.
Aber auch der Rassismus wird hier sehr direkt angesprochen. Auch nach der Freilassung der Sklaven haben sie in vielen Regionen und Städten keinerlei Rechte. Besonders in den Südstaaten ist die Diskriminerung noch sehr groß.

Die perfekte historische Rechereche der Autorin von Geschichten und Personen, verbunden mit einer eigenen fiktiven Geschichte, machen die Romane von Tamara Alexander zu etwas ganz Besonderem. Von der Fisk-Universität und ihrem international bekannten Chor, den Jubilee Singers, über den Hymnenschreiber Philip Bliss bis zu den vorherrschenden Vorurteilen dieser Zeit, ist dieser Roman reich an historischen Details. Besonders gut gefällt mir die musische Komponente, die ich schon bei "Rebekkas Melodie" so grandios fand.

Ich fand es allerdings schade, dass die Liebesgeschichte so sehr im Vordergrund stand und interessante Themen, die die Autorin aufgegriffen hatte, mit wenigen Sätzen abgehandelt wurden. Hier hätte ich mir mehr Hintergrund und Spannung gewünscht. Besonders als es um die Vergabe des Auftrages betreffend der Eisenbahnlinie und um die Hintergründe des Unglücksfalles ging. Aber auch zu den Jubilee Singers hätte ich gerne noch mehr Einzelheiten erfahren.

Leider habe ich erst zu spät bemerkt, dass "Wer sein Herz riskiert" der dritte Band der Belle Meade Plantagen Reihe ist. Ich hatte allerdings keine Probleme, da jedes Buch der Reihe vollkommen eigenständig ist.

Schreibstil:
Tamara Alexander hat einen wunderbaren einfühlsamen und warmherzigen Schreibstil. Sie schreibt sehr lebendig, recherchiert ganz hervorragend zu ihren Themen und bringt diese dem Leser sehr authentisch näher. Die Dialoge zwischen Alexandra und Sylas sind mit viel Humor gespickt. Die Autorin hat ihre Botschaften und christlichen Werte in die Geschichte miteingebracht.

Cover:
Der Francke Verlag hat das originalcover komplett übernommen, was ich toll finde. Man stellt sich Alexandra vor, wie sie in der Eisenbahn sitzt und aus dem Fenster schaut.

Anderssprachige Cover habe ich diesmal leider nicht gefunden.

Fazit :
Auch dieser Roman der Autorin hat mir wieder sehr gut gefallen, auch wenn mir die Liebesgeschichte zu viel Platz eingenommen hat. Gerne hätte ich noch ein paar mehr Hintergründe zum Eisenbahnunglück oder den Jubilee Singers gelesen. Deshalb diesmal "nur" 4 Sterne.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rebekkas Melodie - Tamara Alexander



    • Taschenbuch: 489 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. August 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868276610
    • ISBN-13: 978-3868276619
    • Originaltitel: A note yet unsung 
    • Genre: Historischer Roman, christlicher Roman
    • Reihe: ja - Band 3 der Belmont Manison Reihe


Francke Kurzbeschreibung:
Nashville, 1871: Die junge Musikerin Rebekka kehrt nach ihrer Ausbildung in Wien in ihre alte Heimat zurück. Doch sie weiß, dass ihr ihr früheres Zuhause in Nashville keine Zuflucht mehr bietet. Dort herrscht mittlerweile ihr Stiefvater. Und so macht Rebekka sich auf die Suche nach einer Anstellung. Ihr größter Herzenswunsch ist es, im Sinfonieorchester ihrer Heimatstadt Violine spielen zu dürfen. Aber Nathaniel Whitcomb, der Dirigent, lehnt Rebekka ab. In seinem Orchester ist kein Platz für Frauen. Nach und nach jedoch erkennt er, dass Rebekka nicht nur äußerst reizend ist, sondern auch eine außergewöhnliche Gabe besitzt ...

Meine Bewertung: * * * * *

♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥
 
Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Rebekka hat vor zehn Jahren ihre Heimatstadt Nashville verlassen, um in Wien Musik zu studieren. Nun kehrt sie nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter nach Hause zurück. Die alte Dame war nach dem frühen Ableben des Vaters ihr letzter Halt, denn zu ihrer Mutter hatte Rebekka nie eine sehr enge Verbindung. Diese hat auch nicht lange gewartet und sich schnell wiederverheiratet. Ihr Stiefvater Barton Ledbetter ist ein grausamer Mann und Rebekka möchte nicht zurück in ihr altes Zuhause. Ihr Herzenswunsch ist es, in einem Sinfonieorchester mitzuspielen, doch nur wenige Orchester in den Vereingten Staaten nehmen Frauen überhaupt auf. Diese sind reine Männerdomänen und weibliche Musiker sind unerwünscht. Auch der neue Dirigent der Philharmonie Nashville, Nathaniel Whitcomb, sieht keine Möglichkeit eine Frau einzustellen. Nicht nur, dass er selbst überzeugt ist, dass Frauen diesen Job nicht beherrschen, ist er auch abhängig von den Gönnern der Philharmonie. Diese unterstützen nicht nur ihn, sondern auch den Neubau des Opernhauses. Da bekommt Rebekka die Chance im Haus Belmont von Adelicia Cheatham als Musiklehrerin ihre Tochter Pauline zu unterrichten. Und kurze Zeit später wird sie als Assistentin des Dirigenten angestellt, der Hilfe beim aufschreiben seiner Symphonie benötigt....

Dies ist der dritte Band der Belmont Manison Reihe, was ich bei meiner Bewerbung zum Buch nicht gewusst habe. Einige von euch wissen, dass ich selten ein Buch bei dem es um Musik geht, auslassen kann ;) ...deswegen musste ich den Roman auch unbedingt lesen. "Rebekkas Melodie" lässt sich ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Bände lesen, denn jeder Band handelt von einer anderen begabten Frau, die sich ihrer Leidenschaft widmet. Ist es hier die Musik, so sind es in den anderen Geschichten die Kunst und die Natur.
Inspiriert wurde die Autorin von einer ganz besonderen Frau, nämlich Adelicia Hayes Franklin Acklen Cheatham, der Herrin von Belmont.

Der Roman überzeugt mit viel Herzenswärme und interessanten Ansätzen. Die klassische Musik ist über die fast 500 Seiten immer präsent und man spürt diese wunderbare Hingabe zur Musik und die ungewöhnliche Begabung von Nathaniel "Tate" und Rebekka durch jede Zeile. Für Tate steht viel auf dem Spiel, denn er soll bei der Eröffnung des neuen Musiktheaters mit einer Eigenkomposition glänzen. Doch über den ersten Satz der Symphonie ist er noch nicht hinausgekommen. Zusätzliche persönliche Probleme halten ihn von seiner Komposition ab, ebenso wie die Förderer des neuen Opernhauses, die ihre eigenen Pläne haben.
Die Arbeit, die hinter einem Musikstück steckt, ebenso wie die des Orchesters bis zur Aufführung, wurde großartig beschrieben. Aber nicht nur die Abschnitte, bei denen es um Musik geht, sondern auch die Zweifel und Ängste der beiden Hauptprotagonisten sind spürbar.
Rebekka ist ein großes Talent auf der Violine, doch sie ist der Zeit weit voraus. Ihr Traum vor einem großen Publikum zu spielen und einem Orchester anzugehören, scheint immer mehr in weite Ferne zu rücken. Zu groß sind noch die Vorurteile gegenüber Frauen, die den Anforderungen nicht gewachsen sein können, weil sie zu zart und schwach sind. Außerdem erscheint eine musizierende Frau schamlos.

Die Charaktere sind lebendig, warmherzig und haben Ecken und Kanten. Besonders ans Herz gewachsen sind mir Delphia, die Köchin in Rebekkas ehemaligen zuhause, sowie auch Mrs. Adelicia Cheatham, hinter deren rauhen Außenschale ein großes Herz steckt. Die Charaktere sind authentisch und nicht nur schwarz-weiß gezeichnet. Besonders Tate hat viele Facetten.

Als Österreichein finde ich es beschämend, dass man vor mehr als einem Jahrhundert bereits die ersten Frauen in amerikanischen Orchestern aufgenommen hat, auch wenn dies nur vereinzelt galt. Die Wiener Philharmoner nahmen erst 1997 die erste Frau in ihr Orchester auf, nachdem der massive Druck heimischer Politiker, sowie internationale Proteste und Boykottaufrufe der Entscheidung vorausgegangen sind. Man kann darüber nur den Kopf schütteln...

Schreibstil:
Tamara Alexander hat einen wunderbaren und lebendigen Schreibstil. Man versinkt in der Geschichte und hat Tate und Rebekka wahrlich vor Augen, wenn sie zusammen am Klavier sitzen und komponieren, aber auch bei ihren Ausflügen in die Appalachen. Tamara Alexander hat das Nashville im Jahre 1871 perfekt eingefangen

Cover:
Ich finde beide Cover absolut gelungen, aber das englische Cover, das der Francke Verlag übernommen hat, gefällt mir trotzdem besser. Und die deutsche Varianate finde ich noch eine Spur besser, da die Schrift dezenter ist bzw. nicht dreiviertel des Covers einnimmt, sondern der Name der Autorin im oberen Bereich dezenter gesetzt wurde und der Titel über den Rock des Kleides steht. Ich finde es einfach wunderschön!
Das Opernhaus am Cover ist übrigens das Akademische nationale Theater für Oper und Ballett in Odessa (Ukraine). Es erinnert mich auch sehr an das Wiener Konzerthaus, wo alljährlich das Neujahrskonzert stattfindet.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman um eine starke Frau, die ihren Traum leben möchte. Toller Schreibstil, viel Atmosphäre und facettenreiche Charaktere runden das musikalische Thema ab. Eines meiner Highlights dieses Jahres in diesem Genre! Unbedingt lesen! 
 
Mein Dank gilt dem Francke Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Heimat meines Herzens - Judith Pella



    • Taschenbuch: 439 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868276726
    • ISBN-13: 978-3868276725
    • Originaltitel: Homeward my Heart 
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 4 von 4 (Sturmzeitentetralogie)


Francke Kurzbeschreibung:
1946–48: Der Krieg ist vorüber. Das Leben der Hayes-Schwestern könnte wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen – wäre da nicht das ungeklärte Schicksal von Camerons Mann. Nachdem sich der Eiserne Vorhang gesenkt hat, kann er die Sowjetunion nicht mehr verlassen. Doch aus Liebe zu seiner Frau setzt er alles auf eine Karte: Im Dienst des amerikanischen Geheimdienstes will er die Flucht in die Freiheit erzwingen. Als sein Plan scheitert, können Cameron, Blair und Jackie nicht länger tatenlos abwarten. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in das Reich des roten Zaren.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle die Einhaltung der Reihenfolge! Man sollte unbedingt die ersten drei Bände zuerst lesen.

Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Im Abschlussband der Sturmzeitentetralogie befinden wir uns in der Nachkriegszeit. Wie schon in den Vorgängerbänden schließen die Bücher lückenlos aneinander an.

Alle drei Hayes-Schwestern sind in die USA zurückgekehrt und versuchen ihr Leben wieder aufzunehmen. Blair und Gary leben in Washington, nachdem Gary eine Festanstellung im Pentagon erhalten hat. In ihrem Leben fehlt es an nichts, außer an Kindern. Doch der ersehnte Nachwuchs stellt sich nicht ein.

Cameron feiert ihren ersten Hochzeitstag alleine, ebenso Alex. Ihre Ausreise- bzw. Einreisebewilligungen werden immer wieder abgelehnt. Dazu trägt auch die neue Spannung zwischen den beiden Supermächten bei, die immer größer wird. Die Aussichten auf eine gemeinsame Zukunft sehen düster aus....

Jackie sollte sich langsam wieder nach einem Partner umsehen, ist die Meinung ihrer Mutter und auch ihrer Schwiegermutter. Doch die Amerikaner sehen in den Japanern noch immer ihre Feinde und das fremdländische Aussehen ihrer Tochter ist nicht unbedingt ein Vorteil. Doch Jackie ist auch noch nicht bereit einen neuen Mann in ihr Leben zu lassen und die potentiellen Bewerber tragen auch nicht wirklich dazu bei, sich neu zu verlieben.

Alex erhält in der Zwischenzeit ein verlockendes Angebot, um endlich an eine Ausreisebewilligung zu kommen und lässt sich auf einen Deal mit einem zwielichtigen US-Geheimagent ein. Doch Alex Unternehmungen bleiben nicht unentdeckt und er wird festgenommen. Sein Schicksal ist somit besiegelt....
Als Cameron diese Neuigkeit erfährt, setzt sie alles daran endlich nach Russland zu gelangen und Alex herauszuholen. Das "wie" ist ihr noch ein Rätsel, aber sie muss einfach vor Ort bei ihrem Mann sein. Durch eine unverhoffte Hilfe bekommt sie die langersehnten Papiere und reist sofort nach Moskau. Blair und Gary lassen sich in die Botschaft nach Moskau versetzen, um Cameron beizustehen und auch Jackie hat sich dazu entschieden Cameron zu helfen. Überraschender Weise erhält auch sie eine Einreisebewilligung und geht nach Moskau. Diese "Zufälligkeit", dass plötzlich alle drei Schwestern einreisen dürfen, nachdem Cameron vorher jahrelang erfolglos darum gekämpft hat, war mir etwas zu unrealistisch. Dies stellt aber das einzige Manko am Buch dar.

In Russland treffen wir auf einige alte Bekannte und bangen mit Cameron und ihren Schwestern um das Leben von Alex. Aber auch Semjon kommt wieder ins Spiel und bringt noch mehr Schwung in die Geschichte, genauso wie zwei plötzliche Verehrer von Jackie.

Der Großteil des Romans spielt diesmal in Moskau. Der Autorin gelingt es wieder meisterhaft die Zeit des Kalten Krieges zwischen Amerika und der Sowjetunion darzustellen. Die Hoffnung, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Normalität wieder einkehrt, zerschlägt sich sehr rasch. Cameron entdeckt schnell, dass die Spitzeleien und die Überwachung noch härter durchgeführt werden, als bei ihrem letzten Besuch. So sieht sie anfangs auch überhaupt keine Chancen an Alex ranzukommen.

Der Schreibstil ist gewohnt bildhaft. Die Figuren sind mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen und sind so real und liebenswert, dass ich nun einen richtigen Abschiedsschmerz verspüre, diese nun gehen zu lassen. Zum Abschluss der Tetralogie rund um die Hayes-Töchter kann ich nur sagen, dass ich diese Reihe jedem empfehle, der Familiensagen, die im Zweiten Weltkrieg spielen, liebt. Die Bücher sollten aber unbedingt der Reihe nach gelesen werden!

Cover:
Wie ein Filmplakat der Fünfziger Jahre....das ist mein erster Gedanke, wenn ich mir das Originalcover so ansehe. Nie würde ich zu diesem Buch greifen! Was natürlich sehr schade wäre...
Allerdings passt es auch genau zu den drei Vorgängerbänden, die ein ähnliches Cover zu bieten haben. Rechts in der Mitte wird Bezug auf den inhaftierten Alex genommen. Warum allerdings ein Dampfer darauf aufgebildet ist, erschließt sich mir nicht wirklich. Die drei Frauen sind mit Flugzeug und der Eisenbahn nach Russland gereist.

Fazit:
Ein krönender Abschluss der Tetralogie rund um die Hayes Töchter, der mich insgesamt total überzeugt hat. Natürlich ist nicht jeder Band der Reihe gleich stark, aber ich habe die 5 Sterne immer sehr gerne vergeben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich von dieser Reihe, die einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal einnehmen wird.


Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Sturmzeitenreihe:

Bevor der Morgen dämmert - Judith Pella



    • Taschenbuch: 507 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868276718
    • ISBN-13: 978-3868276718
    • Originaltitel: Toward the Sunrise
    • Genre: historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 3von 4 (Sturmzeitentetralogie)


 Francke Kurzbeschreibung: 
1942–45: Über drei Kontinente verstreut, führt jede der drei Töchter des Zeitungsmagnaten Hayes ihren eigenen Kampf gegen das innere und äußere Chaos. Der Zweite Weltkrieg hat ihre Welt in Flammen gesetzt und ihre Familie zerrissen. In einem kalifornischen Internierungslager teilt Jackie mit ihrem frisch gebackenen Ehemann das harte Los der Amerikaner japanischer Herkunft. Doch irgendwie gehört sie nirgends mehr richtig dazu: Weder die Japaner noch die Amerikaner sehen sie als eine der ihren. Wird ihr Glaube ihr die Kraft geben durchzuhalten?

 Meine Bewertung: * * * * *


Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle die Einhaltung der Reihenfolge! Man sollte unbedingt die ersten beiden Bände zuerst lesen.

Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Auch der dritte Band der Sturmzeiten-Tetralogie schließt nahtlos an den Vorgängerband an.
Die drei Hayes Töchter kämpfen jede für sich im Krieg; Eine im Untergrund auf den Philippinen, eine als Journalistin in Moskau und die Jüngste gegen die Vorurteile im Internierungslager.

In Amerika beginnt nun ebenfalls der Krieg Einfluss auf das Leben der Bevölkerung zu nehmen. Die Lebensmittel werden rationiert und die japanische Bevölkerung wird nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour interniert. Auch Sam und seine Familie kommen ins Lager und die schwangere Jackie folgt ihm nach, da auch ihr Ungeborenes zur Hälfte japanischer Herkunft ist. Durch die ungerechte Behandlung und die Perspektivlosigkeit beginnt es unter den Gefangenen bald zu brodeln. Es bilden sich unterschiedliche Gruppierungen. Sams Bruder T.J. steckt voller Hass und schließt sich einer radikalen Bewegung an, während die älteren Japaner um ihre Würde fürchten. Ein diskriminierender Fragebogen zur Rekrutierung in die amerikanische Armee lässt schließlich das Blut überkochen....

Blair lebt unterdessen im Untergrund im philippinischen Dschungel. Gemeinsam mit Gary und anderen Untergrundkämpfer versuchen sie zu überleben. Dabei kämpfen sie nicht nur gegen die Japaner, sondern auch gegen Hunger und die Malaria. Blair hat wohl die größte Wandlung durchgemacht und nichts erinnert mehr an die verwöhnte junge Frau, die im Dunstkreis Hollywoods und als Barsängerin völlig in den Tag hinein lebte.

Auch Cameron und Alex müssen ihre Liebe weiterhin geheimhalten. Eine Verbindung zwischen einem Russen und einer Amerikanerin ist nicht möglich und hat keine Zukunft. Als Cameron einmal doch zu unvorsichtig ist, müssen Beide mit den Folgen leben...

Der Glaube nimmt im dritten Band mehr Raum ein, als in den Vorgängerbänden. Durch die unmenschlichen Situationen in denen vorallem Blair steckt, beginnen sich die Menschen wieder mehr an Gott zu orientieren und durch Gebete Hoffnung zu schöpfen. Dies wird in "Bevor der Morgen dämmert" sehr überzeugend und eindringlich dargestellt.

Der Schreibstil ist wie gewohnt bildhaft und hat Atmosphäre. Man versinkt in den Romanen der Autorin und taucht erst wieder auf, wenn man die letzte Seite zugeschlagen hat.
Judith Pella fasziniert auch im 3. Band der Sturmzeit-Tetralogie den Leser mit ihrer unvoreingenommenen Art und der bildreichen Erzählweise. Man versinkt regelrecht in ihren Geschichten, die das Leben während des Zweiten Weltkrieges auf den drei Kontinenten bereithält. Differenziert und ohne dem typischen zu viel an amerikanischen Nationalstolz erzählt Judith Pella wieder völlig frei von Vorurteilen. Wir erleben Verbrechen auf beiden Seiten bzw. sind diese leider im Krieg alltäglich. Mit dieser Familiensaga ist der Autorin wirklich etwas Großartiges gelungen!

Cover:

Das altbackene Cover, das fast wie ein Filmplakat wirkt, passt auch zu den Vorgängerbänden.

Man bemerkt, dass sich diesmal die Geschichte mehr um Jackie und die Internierung der Japaner bzw. als Feinde auf den Philippinen dreht.


Fazit:
Auch der dritte Band der Sturmzeit-Tetralogie überzeugt ebenso, wie seine Vorgänger. Hier gibt es weder einen schwachen Mittelteil, noch ein Ende....alle drei Bücher halten das hohe Nieveau. Nun bin ich gespannt auf den vierten und letzten Band und blicke dem Ende der Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar !

Die Sturmzeiten Reihe:

Von ferne klingt ein Lied - Judith Pella



    • Taschenbuch: 515 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 386827670X
    • ISBN-13: 978-3868276701
    • Originaltitel: Somewhere a Song
    • Genre: historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 von 4 (Sturmzeitentetralogie)


Francke Kurzbeschreibung: 
1941/42: Das Jahr 1941 endet mit einem Paukenschlag: dem Angriff auf Pearl Harbour. Und auch die Philippinen werden bombardiert – ausgerechnet jetzt, wo Blair dort ist. Sie wollte einen letzten, verzweifelten Versuch unternehmen, ihre Ehe zu retten. Deshalb folgte sie ihrem Mann in ein Pulverfass. Jetzt muss Blair nicht nur um ihre Ehe, sondern auch ums Überleben kämpfen. Währenddessen sehen ihre Schwestern sich in Russland und den USA mit ganz eigenen Problemen konfrontiert. Wo werden die drei Halt finden in einer Welt, die auf den Abgrund zutaumelt?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle die Einhaltung der Reihenfolge! Man sollte unbedingt den ersten Band zuerst zu lesen.


Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Der zweite Band der Sturmzeiten-Tetralogie schließt nahtlos an den ersten Band "Geschrieben im Wind" an und spielt diesmal hauptsächlich auf den Philippinen, was man auch auf dem Cover erkennen kann.....Palmen und Strand sind hier abgebildet. Doch der Schein trügt, denn auch die Philippinen hat der Zweite Weltkrieg erreicht. Die Japaner überrennen die Insel förmlich und Blair, die nach einer langen Schifffahrt endlich angekommen und auch Gary wiedergefunden hat, lebt in ständiger Gefahr. Gary legt ihr Nahe aus Manila zu fliehen. Doch anfangs denkt Blair gar nicht daran und lebt in ihrer eigenen Welt. Mit Claudette, einem philippinischen Mädchen, das sie als Hausmädchen anstellt und dem Pastorensohn Mateo,
macht sie sich schlussendlich doch auf den Weg in die Berge. In der Missionsstation der Doleys finden sie zunächst Schutz, doch auch dieser ist nicht von Dauer.
Ich musste immer wieder den Kopf schütteln, wie egoistisch und blauäugig Blair anfangs handelt. Sie hat überhaupt nicht begriffen, was Krieg bedeutet. Doch auf der Flucht erkennt sie sehr schnell, wie priviligiert sie bis dahin gelebt hat. Und bis zum Ende des zweiten Bandes erkennt man Blair kaum wieder....
Judith Pella lässt uns auch an Gary's Soldatenleben teilhaben. Besonders auf den letzten hundert Seiten des Buches spürt man die Verzweiflung und Mutlosigkeit der amerikanischen Truppen, die gegen die Japaner keine Chance haben. Hunger und Malaria sind ihre ständigen Begleiter. Die Autorin hat hier die Gefühlswelt der Soldaten und den Wandel von Blair großartig beschrieben.

Cameron verliebt sich hingegen immer mehr in Russland und auch in Alex. Jedoch beginnen die Beiden aus religiösen Dingen auseinanderzudriften und schlussendlich trennen sie sich. Auch bei der Kriegsberichterstattung tritt Cameron auf der Stelle. So widmet sie sich den Briefen von Jakow an ihre Mutter. Man erhält ein bisschen Einblick in sein Leben bzw. zu den ersten Lebensjahren von Semjon. Eine erschütternde Geschichte. Ob Cameron ihren Halbbruder je finden wird???
Im letzten Kapitel gibt es noch einen Schockmoment, der mich wirklich sehr betroffen gemacht hat.

Jackie und Sam erleben all den Hass der Amerikanier auf die Japaner hautnah mit. Sie dürfen nicht zu ihrer Liebe stehen. Der Aufruf der amerikanischen Regierung, dass alle Japaner in Internierungslager gesteckt werden sollen, zwingt sie zu Handeln.
Das Schicksal von Sam und Jackie hat mich sehr berührt und zeigt auf, wie schnell wir Menschen Schuldige gefunden haben. Sam, der in Amerika geboren wurde und die amerikanische Staatsbürgerschaft hat, hat genauso wenig Chancen wie sein Vater, der zwar in die USA gekommen ist, aber noch immer japanischer Staatsbürger ist. Die Grausamkeit und der offene Rassismus hat nicht nur in Europa stattgefunden, wie uns die Amis oft so schön unterstellen wollen....

In diesem zweiten Teil erleben Blair und Jackie die Auswirkungen des Krieges nun ebenso hautnah mit. Der Glaube spielt in "Von ferne klingt ein Lied" eine größere Rolle als im ersten Band. Besonders auch durch den Konflikt zwischen Cameron und Alex, wo dieser als Trennungsgrund herhalten muss.
Neben Blair scheinen auch Keagon und Cecilia eine größere Wandlung durchzumachen. Leider kann ich hier nicht mehr dazu sagen, ohne zu spoilern.

Schon im ersten Teil habe ich bewundert, wie Judith Pella, eine amerikanische Autorin, so wertfrei erzählen kann. Sie verurteilt hier niemand und rühmt auch keineswegs ihr eigens Volk - im Gegenteil. Schongslos erzählt sie auch von den Verbrechen der Amerikanier im Krieg. Der Krieg verändert alle.

Cover:
Das Cover der sehr alten englischen Ausgabe passt hervorragend zum ersten Band, hinterlässt aber genau denselben schon sehr "angestaubten" Eindruck.

Auch hier zeigt das Cover, dass Blair diesmal im Mittelpunkt des zweiten Romans steht. Man sieht sie im Vorder- und Gary im Hintergrund. Unten wird der Blick noch zu den bombardierten Flecken auf den Philippinen gelenkt.

Fazit:
Auch der zweite Band der Sturmwind-Tetralogie konnte mich begeistern und steht dem ersten Band der Reihe keineswegs nach. Krieg und Glauben stehen hier etwas mehr im Mittelpunkt als bei "Geschrieben im Wind". Es war wieder ein tolles Erlebnis die drei Schwestern zu begleiten und ich freue mich schon auf den dritten Band "Bevor der Morgen dämmert".


Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar !

Die Sturmzeiten Reihe:

Stadt der Verschwundenen - Dee Henderson




    • Taschenbuch: 381 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Juni 2017)
    • Übersetzer: Dorothee Dziewas
    • ISBN-10: 3868276645
    • ISBN-13: 978-3868276640
    • Originaltitel: Traces of Guilt
    • Genre: Spannungsroman, christlicher Roman
    • Reihe: ja - Evie Blackwell Cold Cases #1


Francke Kurzbeschreibung: 
Evie Blackwell ist jung, ehrgeizig – und Ermittlerin. Vom Gouverneur wird sie in eine neue Task Force berufen, die sich nur mit ungelösten Vermisstenfällen beschäftigt. Als »Probelauf« soll Evie zwei Fälle lösen, die seit Jahren wie ein düsterer Schatten über der Kleinstadt Carin in Illinois liegen: Die Familie eines Polizisten ist ebenso spurlos verschwunden wie ein kleines Mädchen. Mit Hilfe des sympathischen Sheriffs Gabriel Thane und ihrer Freunde Ann und Paul Falcon gräbt Evie in der Vergangenheit. Wird sie die Wahrheit aufdecken oder reißt sie nur alte, mühsam verheilte Wunden wieder auf?

Meine Bewertung: schwache * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Romane aus dem Francke Verlag konnten mich bis jetzt immer begeistern und als ich diesen Spannungsroman lesen durfte, habe ich mich sehr darüber gefreut. Mir ist noch die tolle Alaskan Courage Reihe von Dani Pettrey im Gedächtnis, die eine Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte mit christlichen Elementen ist und die mir richtig gut gefallen hat.
Auch bei "Stadt der verschwundenen Kinder" erhoffte ich mir eine ähnliche Zusammensetzung von Krimispannung und einer netten Geschichte drumherum. Mein Wunsch wurde großteils erfüllt, aber nicht ganz, denn es fehlte mir vorallem im Mittelteil etwas an Spannung. Trotzdem hat die Autorin hier einen Roman geschrieben, der mir gut gefallen hat und noch Ansätze für Folgeromane hat, die ich natürlich gerne lesen würde.

Der Einstieg gelang mir gut. Der Roman beginnt mit der Ankunft der Ermittlerin Evie Blackwell in Clarin, die etwas anders als geplant abläuft. Durch einen Wildunfall verliert sie zuerst die Kontrolle über ihr Auto und irrt mit ihren beiden Hunden verletzt in der Gegend umher. Dabei hatte sie Glück im Unglück, denn sie  hat nur kleine Blessuren davongetragen. Der Grund für ihren Aufenthalt in der Kleinstadt in Illinois ist beruflich. Der Gouverneur möchte in Zukunft eine eigene Task Fource für unaufgelöste Vermisstenfälle einrichten und schickt deshalb Evie für kurze Zeit für zwei "Probefälle" nach Carin. In der Kleinstadt sind ein sechsjähriges Mädchen, das mit ihren Eltern unterwegs war und die nur für einen kleinen Zwischenstop hielten, sowie die gesamte Familie eines Polizisten von einem Tag auf den anderen verschwunden. Keine leichte Aufgabe für die smarte Evie, die frischen Wind in den Ort bringt. Dadurch, dass sie keinen persönlichen Bezug zu den Vermissten hat, sieht sie die beiden Fälle aus einer anderer Sicht als Sheriff Gabriel Thane oder der Rest der damals ermittelnden Polizei. Die sehr ehrgeizige Evie ist auch schnell erfolgreich und hat bald einige neue Spuren gefunden....

Der Roman lebt vorallem durch die Ermittlungsarbeit und den vielschicthtigen Beziehungen, sowie den großen Zusammenhalt der Familie Thane und den Einwohnern der Kleinstadt. Die Charaktere werden sehr lebendig und detailliert beschrieben. Man bekommt als Leser ein sehr gutes Bild von den Personen, die einen wichtigen Teil im Handlungsstrang einnehmen.
Während Josh Thane als ehemaliger Soldat sehr zurückgezogen lebt, steht Gabriel Thane, der in die Fußstapfen seines Vaters als Ortssheriff gestiegen ist, eher im Mittelpunkt. Er ist auch derjenige, der mit Evie zusammenarbeitet. Mit Ann und deren Mann Paul, einem FBI Ermittler, kommen noch weitere Spezialisten für die Task Force hinzu. Will Thane, der ältere der Brüder, liebt Karen, die im Café arbeitet, aber ein Geheimnis hütet.... Und Grace kommt aus Chicago nach Clarin zurück, das sie als Kind von einem Tag auf den anderen verlassen hat. Sie möchte das Elternhaus verkaufen und vermutet die Leichen ihrer Eltern auf dem Grundstück verscharrt. Josh nimmt sich der Suche an, der schon im Kindergarten in Grace verknallt war.

Obwohl es Hinweise auf die eine oder andere mögliche Lovestory im Buch gibt, fehlt hier die Romanze gänzlich und der Fokus liegt bei den zwischenmenschlichen freundschaftlichen Beziehungen. Abwechselnd begleiten wir die drei Thane Brüder Gabriel, Will und Josh, sowie Evie und Ann, bei ihren Versuchen hinter das Verschwinden der Polizistenfamilie und der kleinen Ashley zu kommen. Diese Personenwechsel werden im Buch sofort ersichtlich, denn der Name der Figur steht zu Beginn jedes Abschnittes ersichtlich über den weiteren Textverlauf. Schon bald deuten Hinweise in eine Richtung, die eine grausame Wahrheit ans Licht bringen.  Diese neuen Fakten werfenallerdings wieder neue Frage im zweiten Cold Case Fall auf und hieraus entwickeln sich weitere Handlungsstränge. Leider blieb einer davon offen, der meiner Ansicht nach einen tollen Plot hatte und der der Handlung etwas mehr Schwung hätte geben können.
Während die Geschichte im Mittelteil etwas vor sich hindümpelt und man sich fragt, wohin die Handlung driftet, wartet sie mit einem spannenden Finale und einem unerwarteten Ende auf, das mir sehr gut gefallen hat und die kleinen Längen im Mittelteil damit etwas vergessen lassen.

Ich habe bereits gesehen, dass es im englischen bereits einen weiteren Teil rund um Evie Blackwell und neuen Cold Cases gibt und hoffe auf einen etwas höheren Spannungsanteil im Folgeband.

Cover:

Das Originalcover links wurde auch in die niederländische Version übernommen. Mir gefällt wieder einmal die deutsche Version besser, da ich die Andeutung der verschwundenen Menschen als Schatten sehr gut finde.

Fazit:
Ein christlicher Kriminalroman mit kleinen Längen im Mittelteil und noch etwas Luft nach oben, aber mit einem spannenden und unerwarteten Ende, das mich absolut überzeugen konnte. Ich bin schon neugierig auf den Folgeband und hoffe auf einen höheren Spannungsanteil.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensiosnexemplar und an Lovelybooks.
 

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