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Fünf, sechs, sieben, acht - Ewald Arenz

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG, 1. Auflage (16. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3755800578
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3755800576
    • Genre: Gegenwartsroman


Dumont Kurzbeschreibung:
Anton, 60 Jahre alt, ist Stepptänzer. Ja, er ist nicht mehr so schnell wie früher, aber mit seiner Erfahrung und Ausdruckskraft tanzt er – noch – allen davon. Wer sollte ihm also die Stelle als Choreograf an einer Theaterbühne streitig machen? Doch die neue Intendantin sieht das anders – und engagiert ausgerechnet Emma, Antons Tochter. Anton ist verletzt, wütend, traurig und zugleich stolz auf seine Tochter. Zeigen kann er ihr das nicht. Die Absage spült etwas in ihm hoch, das er nicht länger verdrängen kann: das Gefühl des Älterwerdens. Plötzlich spürt er die eigene Endlichkeit und fragt sich, ob er sein Leben richtig gelebt hat. Eine Frage, die ihn wieder an eine alte große Liebe denken lässt. Jo war damals einfach spurlos verschwunden. Hätte er mit ihr ein besseres Leben gelebt? Es ist Emma, die auf Jos Spur stößt. Mit ihr reist er nach Irland. Alte Konflikte zwischen Vater und Tochter brechen wieder auf. Für Anton wird es eine Reise zu sich selbst und er begreift: Zu Ende ist es erst, wenn es zu Ende ist. Bis dahin will das Leben gelebt werden.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von Ewald Arenz "Fünf, sechs, sieben, acht" widmet sich dem Älterwerden, dem Stepptanz und der Vater-Tochter Beziehung zwischen Anton und Emma. Ebenso spielt die Theaterwelt im Roman eine bedeutende Rolle. 

Anton ist 60 Jahre alt und auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Stepptänzer. Doch die neue Intendantin sieht das nicht ganz so und will zukünftig das Programm verjüngen. Antons Job bekommt ausgerechnet seine Tochter Emma, was ihn zutiefst kränkt. Eigentlich ist er auch stolz auf sie, doch er kann es nicht wirklich zeigen. Seine gekränkte Eitelkeit und der Gedanke, dass er nicht mehr gebraucht wird, erfüllen Anton mit Entsetzen. Keiner hatte ihn vorgewarnt – weder seine Exfrau Katja, mit der er  noch immer eine freundschaftliche Beziehung verbindet, noch seine Tochter. Dass beide ihn im Ungewissen gelassen haben, trifft Anton tief. Beleidigt verschließt er sich jeder weiteren Erklärung. 
Seine Gedanken wandern zurück zu seiner Jugend und die Frage, ob er sein Leben so gelebt hat, wie er es eigentlich wollte. 
Vor allem seine erste große Liebe Jo kommt ihm in den Sinn, die ihn von einem Tag auf den anderen ohne Erklärung verlassen hat und seitdem verschwunden ist. Katja findet dazu die richtigen Worte:

 „So eine ungelebte Liebe ist immer größer als die gelebte … Keiner kann rückwärts leben. Auch du nicht.“ (S. 61)

Anton fragt sich, ob sein Leben mit Jo anders verlaufen wäre? Obwohl er später mit Katja eine Familie gegründet hat, nagt dieses Verlassen werden - ohne zu wissen warum - noch immer an ihm. Seit der Scheidung steht außerdem die Beziehung zu seiner Tochter nicht zum Besten. In letzter Zeit haben sich die beiden zwar wieder angenähert, doch seitdem Emma Antons Job angeboten bekam, ist die Distanz wieder da. Emma versucht daraufhin für ihn Jo zu finden und gemeinsam reisen sie nach Irland. Diese Reise soll auch Emma und Anton wieder näher bringen und Verständnis für den anderen schaffen. Doch das geht gründlich schief.....

Anton ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Zu sehr kreisen seine Gedanken um sich selbst. Die Erkenntnis, dass er im letzten Lebensdrittel angekommen ist, lässt ihn nicht los. Er fühlt sich plötzlich nutzlos und ersetzbar. Ich kann ihn verstehen und trotzdem fand ich ihn sehr Ich-bezogen in seiner Art. Ich bin ebenfalls sechzig Jahre alt und kann viele seiner Gedanken nachvollziehen. Man fühlt sich selbst eigentlich nicht so alt und denkt, man schafft noch alles mit Leichtigkeit oder sogar besser mit der Erfahrung der Jahre. Und Anton ist gesund und fit. Er tanzt sein Programm durch. Er lebt für die Musik, den Takt, dem Rhythmus.....Und doch rücken die Gedanken näher, dass er nicht mehr viel Zeit haben könnte....
Einzig Katja versucht ihm zu zeigen, dass er nicht in der Vergangenheit leben soll, sondern in der Gegenwart, die ihm doch noch einiges zu bieten hat. 

Die Charaktere sind sehr vielschichtig und liebevoll gezeichnet. Sie sind lebensecht und glaubwürdig. Katja und Antons Mutter sind kluge Frauen, die ihr Herz auf der Zunge tragen. Der Autor beschreibt seine Figuren trotz kleiner Macken und Fehler mit viel Empathie und leisem Humor. In Bezug auf Jo bietet Arenz eine überraschende Wendung. Warum sie damals Anton verlassen hat, fand ich hingegen nicht wirklich nachvollziehbar. Hier hatte ich mir mehr erwartet....

Ewald Arenz greift in seinem neuen Roman universelle Themen auf: das Älterwerden mit seinen Herausforderungen, die konfliktreiche Beziehung zwischen Eltern und Kindern, sowie die Frage nach verpassten Chancen und ungelebten Träumen. Es dauert bis Anton erkennt, dass er gedanklich in der Vergangenheit feststeckt und dadurch die Gegenwart verpasst. Das Ende des Buches hat mir sehr gut gefallen.

Fazit:
Ein sehr leiser Roman, der sich um das Älterwerden und die Vergangenheit dreht, um das loslassen und Neuanfänge, sowie die Erkenntnis, dass man das Leben nur vorwärts leben kann


Vielen Dank an Dumont und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Home Story - Cleo Konrad

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe, 1. Auflage  (29. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757702050
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757702052
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Der Steingruberhof ist ein abgeschiedener Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Als dort in einem flirrend heißen Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der charismatischen Gründerin hat sie früher selbst in der Kommune gelebt. Nach dreizehn Jahren kehrt sie zurück. Doch der Ort, der einst ihre Heimat war, erscheint ihr nun fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten stößt Eva auf eine Mauer des Schweigens. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird ihr: Dieser Hof verbirgt mehr als ein Geheimnis - und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller von Cleo Konrad und mich konnte er von Beginn an begeistern. Wir befinden uns am Steingruberhof, einem ökologisch geführten Selbstversorgerhof, der ziemlich abgelegen liegt. Dort lebt eine eingeschworene Gesellschaft von Menschen, eine Kommune. Als eines Tages eine Investigativ-Journalisten dort herumschnüffelt und die Bewohner um ein Interview bittet, wird sie verjagt. Am nächsten Tag wird sie unweit des Hofes tot aufgefunden. Sehr schnell stehen die Bewohner unter Verdacht. Eva, die Tochter der Hofbesitzerin, wird als Anwältin nach jahrelanger Abwesenheit zu Hilfe geholt und kehrt eher widerwillig von München zurück in ihr ehemaliges Zuhause. Als Umweltanwältin hat sie nicht wirklich die Kenntnisse, wie eine Rechtsanwältin oder ein  Verteidiger. Trotzdem versucht sie zu helfen und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Bald erkennt sie, dass die Menschen am Hof ein Geheimnis verbergen....

Der Thriller lebt vor allen von den starken Charakteren und der tollen Atmosphäre.
Obwohl zu Beginn sehr viele Figuren eingeführt werden, hatte ich sehr schnell ein Bild von jedem Einzelnen des Steingruberhofes. Die Charaktere sind nämlich sehr individuell und das macht sie einzigartig.
Den ökologischen Selbstversorgerhof führt Wilma in fünfter Generation. Sie ist die "übermächtige Hofmutter", die ein Herz für gescheiterte und hilfsbedürftige Existenzen hat. Dazu gehören das Hippiemädchen Blossom und ihr Mann Kai; der verletzte und sensible Teddy; seine kleine Schwester Toni, die immer die Ferien am Hof verbringt und gerne Detektiv spielt; die ehemalige Umweltaktivistin Katja, ihre Schwester Mel mit den Kindern; Heidrun, die größte Stütze von Wilma, deren drogenabhängiger Enkel Merlin; Irina, tschetschenischer Flüchtling und ihr Mann Ralph, Biologe und Imker.
Am Beginn des Thrillers findet man ein zusätzliches Personenregister. Ich habe es nicht benötigt, denn man merkt sich die einzelnen individuellen Charakter sehr schnell. Auch eine Karte des Hofes und der Umgebung ist abgedruckt.

Erzählt wird außerdem aus mehreren Perspektiven und zwar aus der Sicht von Wilma, Eva, Toni und Teddy. Dazwischen gibt es Einschübe in kursiver Schrift von einer Person, die gefangen gehalten wird. 
Besonders gut haben mir die Kapitel von Toni gefallen, die als Hobby-Detektivin eine relativ gute Spürnase hat und gut beobachtet. Dadurch gerät sie aber auch bald in große Gefahr. Ihre Kapitel hat die Autorin kindgerecht wiedergegeben, was manch anderen Autor:innen nicht immer authentisch gelingt. 

Der Umgang mit Wilmas Demenz wird von Cleo Konrad sehr einfühlsam dargestellt. Man erfährt sowohl Wilmas Gedanken dazu, als auch die Reaktionen ihres Umfeldes. Es macht Wilma jedoch zu einer unzuverlässigen Erzählerin.

Die Atmosphäre und das Setting ist absolut gelungen. Die flirrende Hitze und die Probleme wegen Ernteausfällen der Selbstversorger passten perfekt zur Hitzewelle, die bei uns herrschte, als ich das Buch gelesen habe. Man spürt den Zusammenhalt der Gemeinschaft, aber auch die unterschwellige Bedrohung. Als Leser ahnt man, dass der Mörder am Steingruber Hof leben muss. Dadurch gewinnt die Lage an Brillanz. Mit einigen überraschenden Twists hält die Autorin die Spannung und lässt mich meine Ideen immer wieder verwerfen. Bei einer Sache hatte ich allerdings den richtigen Riecher.
 
Der einzige Minuspunkt aus meiner Sicht ist die Länge. Die rund fünfhundert Seiten hätten problemlos gekürzt werden können, was der Spannung zusätzlich zugutegekommen wäre.

Fazit:
Ich fand den Thriller richtig gelungen, empfand ihn aber eher als Krimi. Bei der Leserunde gab es gemischte Meinungen, aber ich empfehle ihn wirklich sehr gerne weiter! Wer komplexe Geschichten und sehr charismatische Figuren mag, ist hier richtig.



Das Blau auf der anderen Seite - Lucinde Hutzenlaub

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschierte Ausgabe: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag, Originalausgabe (17. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 332811338X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328113386
    • Genre: zwei Zeitebenen, Roman


Penguin Kurzbeschreibung:
Ihre Hochzeitsreise sollte Karla und Sebastian nach Neuseeland führen. Doch Sebastian stirbt, und Karla steht vor den Scherben ihres Lebens. Dass es ihr gelungen ist, den Flug nach Christchurch dennoch zu buchen, wundert sie selbst am meisten. Als sie einen Zwischenhalt auf der Apfelplantage der 97-Jährigen Auswandererin Marge macht, stößt sie in der Scheune auf Dokumente von Dr. Joshua Eichelbaum, die von einer dunklen Epoche in Deutschland erzählen. Und von einem Band, das die beiden ungleichen Frauen auf schicksalhafte Weise verbindet. Ein tief unter die Haut gehender Roman über Neuanfänge in Neuseeland, eine höchst ungewöhnliche Frauenfreundschaft und die Möglichkeit einer jungen Witwe, über Mut, Liebe und Freundschaft einen Weg in die Zukunft zu finden.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Lucinde Hutzenlaub hat mich mit ihrem neuen Roman "Das Blau auf der anderen Seite" nicht nur in mein Traumland Neuseeland entführt, sondern mich auch emotionale abgeholt.

Als Karla, statt ihrer Hochzeitsreise die Beerdigung ihres Verlobten Sebastian organisieren muss, liegt ihre Welt in Trümmern. Sie beweist jedoch enormen Mut und tritt die Reise später alleine an. Die Route hatten sie noch gemeinsam ausgewählt. Mit einem Van, den sie am Beginn der Reise vor Ort umbauen möchte, bricht sie von Christchurch aus auf. Auf dem Weg zu einem großen Festival in Motueka, wofür Karla Karten geschenkt bekommen hat, trifft sie auf Alex. Er bietet ihr an beim Umbau des Vans zu helfen und lädt sie auf die Apfelfarm "Wilson Orchard" seiner Großmutter Marge ein. Dort ist in der Scheune genügend Platz für den Umbau. Doch die eigenwillige 97jährige Marge ist alles andere als erfreut und zeigt ihren Unwillen ohne Hemmungen...
 
In einem zweiten Handlungsstrang sind wir im Jahr 1938. Die jüdische Familie um Dr. Joshua Eichelbaum bereitet sich - dank der Hilfe von seinem damaligen Studienkollegen Friedrich Adler, auf ihre Flucht aus Deutschland vor. Ihr Weg endet nicht, wie gewollt in Großbritannien, sondern führt sie schlussendlich ans andere Ende der Welt: nach Neuseeland. In Brief- und Tagebuchform erleben wir, wie Joshua, seine Frau Hannah und die Kinder Rebecca, Margret und Hans versuchen in der Ferne Fuß zu fassen. Doch das Leben meint es nicht immer gut mit ihnen....

Die Geschichte wird aus der Sicht von Karla und von Marge erzählt und mit Tagebucheinträgen und Briefen ergänzt. Die Handlung spielt größtenteils in der Gegenwart, doch vor allem die Erzählungen aus der Vergangenheit der Eichelbaums haben mich sehr berührt. Beide Handlungsstränge - aus Gegenwart und Vergangenheit - fließen mit der Zeit perfekt ineinander.
Feinfühlig und berührend schildert die Autorin wie aus Trauer allmählich Hoffnung und Zuversicht wachsen können. Aber auch die Auswirkungen der Traumata auf die Nachkommen der Familie, die die Eichelbaums erleben mussten, wird hier klar ersichtlich.

Lucinde Hutzenlaub erzählt sehr feinfühlig, eindrücklich und authentisch. Der Schreibstil ist warmherzig, packend und flüssig. Die Figuren sind lebendig dargestellt und haben Ecken und Kanten. Besonders Marge wirkt in ihrer rauen Art sehr greifbar.
Sehr gefallen hat mir auch die bildhafte und atmosphärische Beschreibung der neuseeländischen Landschaft und der Apfelplantage. Einzig einige Zufälle waren mir ein bisschen zu viel.

"Das Blau auf der anderen Seite" erzählt über Mut, Abschied, Trauer, Freundschaft und Hoffnung, sowie Vertrauen in die Zukunft. Im Mittelpunkt steht jedoch die Zuversicht, dass wir aus jedem Schicksalsschlag wertvolle Erfahrungen und neue Erkenntnisse mitnehmen können.

Fazit:
Ein berührender Roman über Trauer, Mut und Selbstfindung, Familie und Hoffnung. Auch das Setting Neuseeland wird wunderbar vermittelt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Gretas Männer - Judith Reusch

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ List Hardcover, 1. Auflage (26. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 347137003X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471370032
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman




List Kurzbeschreibung:
Greta war fünfmal verheiratet, und alle Ehemänner bis auf einen sind kurz nach der Hochzeit gestorben. »Die Bienenkönigin« nennt man sie in der Familie. Als ihre Enkelin Lola ihre kleine Tochter nach der unbekannten Großmutter benennt, bricht ein jahrzehntealter Familienkonflikt wieder auf. Warum hat Lolas Mutter Marie den Kontakt zu Greta abgebrochen? Neugierig besucht Lola die 87-Jährige und entdeckt hinter den Gerüchten eine Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Von den 1950er Jahren bis heute entfaltet sich ein bewegendes Panorama weiblicher Selbstbestimmung, tragischer Verluste und unerwarteten Glücks.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Hinter diesem Cover und dem Titel, der vielleicht ein bisschen an "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" von Taylor Jenkins Reid erinnert, steckt eine wundervolle Geschichte, die mich sehr berührt hat. Judith Reusch hat mit "Gretas Männer" einen emotionalen Roman über verschiedene Erinnerungen, Vorurteile und Vergebung geschrieben.

Als Lola ihre neugeborene Tochter nach ihrer Großmutter nennen möchte, bricht ein Familienzwist aus. Ihre Mutter Marie hat mit ihre eigenen Mutter Greta, genannt "die Bienenkönigin", seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr. Nicht einmal ihr Name durfte laut ausgesprochen werden – und jetzt möchte ihre Tochter Lola ihr Kind Greta nennen? Das kommt doch gar nicht in Frage!
Lola möchte jedoch endlich wissen, was damals zum großen Bruch geführt hat und warum Greta fünfmal geheiratet hat. Wer ist diese Frau, die ihre Großmutter ist und die sie nicht kennt? Lola setzt eine Geburtsanzeige in die Zeitung und erhält von Greta einen sehr einfühlsamen Brief, der an ihre Tochter gerichtet ist. Lola öffnet diesen nach tagelangen Zweifeln und erfährt, dass ihre Großmutter gar nicht weit entfernt in einem Seniorenheim wohnt. Sie beschließt die bereits 87-jährige Greta mit ihrer neugeborenen Tochter Greta zu besuchen.....

Bei diesen Zusammentreffen erzählt Greta ihrer Enkeltochter von den fünf Männern, die ihr Leben geprägt haben und die sie jeweils auf unterschiedliche Weise liebte. Obwohl ihre Ehemänner kaum unterschiedlicher sein könnten, wird nachvollziehbar, weshalb sie sich für jeden von ihnen entschieden hat. Schritt für Schritt erfährt Lola mehr über eine Frau, deren Leben von Leid und zahlreichen Rückschlägen gezeichnet wurde. Gretas großes Herz und ihr Mitgefühl haben ihr nicht nur Wohlwollen und Akzeptanz gebracht - im Gegenteil. Besonders schmerzhaft empfand sie den Kontaktabbruch ihrer Tochter Marie. Diese Entfremdung durchzieht den Roman wie ein roter Faden und macht deutlich, welche Spuren ungelöste Konflikte und verdrängte Verletzungen innerhalb einer Familie hinterlassen. 

Sehr gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Erzählweisen. Diese machen den Roman besonders lebendig und abwechslungsreich. Judith Reusch lässt verschiedene Figuren zu Wort kommen. Abwechselnd erzählen Lola und Marie ihre Sicht der Ereignisse, während Greta ihre eigene Geschichte vorliest und Lola an ihrer Vergangenheit teilhaben lässt. Dazwischen findet man auch Briefe, die weitere Informationen liefern.

Greta ist eine vielschichtige, intelligente und emotionale Frau, die ihr Leben lang zu kämpfen hat. Sie hat ein großes Herz und kümmert sich rührend um andere Menschen. Ich habe mit ihr geweint, mitgelitten und gekämpft. 
Lola leidet hingegen an der Last ihrer Vergangenheit, ihrer sturen Mutter, die sich strikt weigert mit ihr über Greta zu sprechen und dem großen Schweigen.

Geheimnisse, Missverständnisse und jahrzehntelanges Schweigen sind vertraute Motive vieler Familiengeschichten. Judith Reusch gelingt es jedoch, diesen Stoff in eine berührende und facettenreiche Erzählung zu verwandeln. Das Thema Demenz ist ebenfalls ein großes Thema, welches de Autorin sehr einfühlsam behandelt.
Das Ende hat mich betroffen zurückgelassen.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman voller Emotionen und Geheimnissen, sowie mit starken Charakteren. Mich hat dieses Buch mitgerissen und vollkommen eingenommen. Eine große Leseempfehlung!


Vielen Dank an Judith Reusch für das Rezensionsexemplar, welches liebevoll verpackt hier ankam und für die Begleitung bei der Lovelybooks Leserunde.

Weil sie lügt - Caroline Seibt

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    • Broschierte Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Droemer TB, 1. Auflage  (1. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426567008
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426567005
    • Genre: Thriller



Droemer Kurzbeschreibung:
Juli ist weg. Die Polizei ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Der Hauptverdächtige: Ausgerechnet ihr eigener Vater. Während die Familie unter den Anschuldigungen zerbricht, versucht Julis jüngere Schwester Anna stark zu sein – für ihre Eltern, die an der Trauer ersticken. Vor allem aber für ihren kleinen Bruder, der noch nicht begreift, dass Juli nie mehr zurückkommen wird. Als die Ermittlungen kurz vor dem Durchbruch stehen, muss Anna sich eingestehen, dass der Albtraum für ihre Familie noch nicht vorbei ist. Er hat gerade erst angefangen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Annas Schwester Juli ist vor mehr als einem Jahr verschwunden. Die Polizei geht von einem Mord aus, der Vater sitzt in Untersuchungshaft. Anna ist jedoch überzeugt, dass er unschuldig ist. Die Mutter lebt seitdem in einer eigenen Welt und ist unberechenbar. Anna versucht irgendwie über die Runden zu kommen und kümmert sich zusätzlich um ihren kleinen Bruder Leon. Außerdem versucht sie den wahren Mörder ihrer Schwester zu finden und gerät selbst in Verdacht....

Der Thriller hat mich von Beginn an gepackt. Annas Alltag ist seit dem Verschwinden ihrer Schwester geprägt von Schwere und Düsternis. Sie ist für ihren kleinen Bruder Leon die größte Stütze, denn ihre Mutter ist in eine schwere Depression gefallen und kümmert sich nicht. Alle Verantwortung liegt in den Händen von Anna. Zusätzlich möchte sie herausfinden, wo ihre Schwester steckt oder wer ihr etwas angetan haben könnte. Als sich plötzlich ein Mithäftling ihres Vaters bei der Polizei meldet und das angebliche Versteck der Leiche von Juli bekannt gibt, kommen die Ermittlungen wieder ins rollen. Mark Faber, der damals bereits den Fall behandelt hat und Katharina Engel beginnen zu ermitteln.....

Ich habe fleißig mitgerätselt, doch kaum dachte ich dem Ganzen näher zu kommen, baute Caroline Seibt einen neuen Twist mit ein, der alles wieder veränderte. Ihr Schreibstil ist fesselnd, dialoglastig und atmosphärisch. 
Die Spannungskurve bleibt vor allem durch die zahlreichen Fährten und überraschenden Wendungen hoch. Die Autorin verstand es, beim Lesen immer wieder neue Zweifel und Vermutungen hervorzurufen

Caroline Seibt gliedert ihren Thriller in drei Teile mit den Überschriften „Knochen“, „Rache“ und „Wahrheit“. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Anna und der ermittelnden Kommissarin Katharina erzählt. Dadurch erhält man zwei unterschiedliche Sichtweisen. 
Das Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist gelungen. Die verschiedenen Handlungsstränge sind perfekt verwoben. 
Die Kapitel sind kurz und enden oft mit einem Cliffhanger. Der Thriller lebt vor allem auch durch seine Charaktere und die anhaltende düstere Stimmung. Die Figuren sind vielschichtig, denn jeder von ihnen birgt Geheimnisse - manche von ihnen leiden unter Schuldgefühlen. Die einzelnen Charaktere sind nicht wirklich sympathisch, was mich aber nicht gestört hat.

Bis zum letzten Viertel war es für mich ein absoluter 5-Sterne-Thriller. Danach konnte mich die Geschichte nicht mehr ganz so überzeugen: Einige Wendungen wirkten etwas konstruiert und das Ende erschien mir etwas zu schnell abgehandelt. Zudem fielen mir einige Logiklücken auf und zum Schluss gab es für mich auch noch einige offene Fragen. Deshalb wird es nur bei Portalen, bei denen man auf- oder abrundet 5 Sterne von mir geben - auf allen anderen vergebe ich 4 1/2 Sterne.
Trotzdem war "Weil sie lügt" richtig spannend und es hat wahnsinnig Spaß gemacht, mitzuraten. Die Autorin behalte ich im Auge.

Fazit:
Ein wendungsreicher und absolut spannender Thriller, der mich an die Seiten gefesselt, aber am Ende mit einigen kleinen Schwächen und Logiklücken das Highlight-Potenzial vergeben hat. Trotzdem eine Leseempfehlung für Thriller-Fans!


Vielen Dank an Lovelybooks und an Droemer für das Rezensionsexemplar!


Blaue Zitronen - Kristina Kreuzer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
    • Verlag : ‎ Karibu, 1. Auflage (3. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3961295417
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3961295418
    • Genre: Jugendbuch
    • Lesealter ‏ : ‎ Ab 11 Jahren


Karibu Kurzbeschreibung:
Antonia kann ihr Glück kaum fassen: Den ganzen Sommer darf sie mit ihrer Patentante auf einer kleinen italienischen Insel verbringen. Zwischen Meer, Sonne und Zitronenbäumen fühlt sich das Leben endlich wieder leicht an – denn nach der plötzlichen Trennung ihrer Eltern im letzten Jahr war nichts mehr wie zuvor. Antonia entdeckt ihre Liebe zum Schnorcheln und lernt Letizia und Gio kennen. Gemeinsam genießen sie unbeschwerte Sommertage. Doch schon bald spürt Antonia, dass Probleme nicht einfach verschwinden, nur weil man woanders ist. Als dann auch noch ein unerwarteter Besucher auf der Insel auftaucht, ahnt Antonia, dass mehr hinter diesen Ferien steckt, als sie wahrhaben will, denn ein Familiengeheimnis stellt ihre ganze Welt auf den Kopf.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Antonias Welt hat sich zum Ende des Schuljahres dem grauen und regnerischen Wetter in Deutschland angepasst. Ihre Eltern leben seit kurzem getrennt und die 14jährige fühlt sich einfach nur einsam und traurig. Ihr Zeugnis ist eine Katastrophe und das auch noch in der 8. Klasse. Nun soll sie vier Wochen zu ihrer Patentante Claire, doch ein Wasserrohrbruch hat deren Wohnung zur Zeit unbewohnbar gemacht. Kurz entschlossen bucht Claire vier Wochen auf einer italienischen Insel, die sich die beiden übers Internet ausgesucht haben und die Form einer Krake hat - wie Antonias Kuscheltier.
Auf der Insel angekommen, kann Toasti, wie ihre Eltern und Claire sie nennen, ihre Sorgen hinter sich lassen. Bald schließt sie Freundschaft mit Gio und Letizia, die in ihrem Alter sind. Gemeinsam liegen sie am Strand, gehen schnorcheln oder springen von den Klippen. Und die köstlichen Eiskreationen von Letizia bringen Antonia auf eine zündende Idee für das kommende Krakenfest. Auch Patentante Claire genießt die tolle Inselatmosphäre und findet ebenso schnell Anschluss. Doch die Anrufe von Antonias Eltern, die sie absichtlich nicht beantwortet, lassen Toasti immer wieder über die Situation zu Hause grübeln....bis die Situation aus dem Ruder läuft.....

Die Inselatmosphäre lässt sofort Urlaubsstimmung aufkommen. Kristina Kreuzer bringt unheimlich viel italienisches Flair und Atmosphäre in den Jugendroman. Man hat das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Auch der Schreibstil ist perfekt der Zielgruppe ab 11 Jahren angepasst. Er ist flüssig und leicht verständlich, wodurch das Buch insbesondere jüngere Leserinnen und Leser anspricht, zugleich aber auch für eine ältere Zielgruppe ansprechend bleibt.

Erzählt wird aus der Sicht von Antonia. Dabei nimmt man an ihren Gedanken und Gefühlen teil, die sehr authentisch dargestellt wurden. Neben den vielen unbeschwerten Momenten kämpft sie mit den Folgen der Trennung ihrer Eltern, familiären Problemen und einem großen Geheimnis. Ihre Unsicherheiten, Ängste und inneren Konflikte werden einfühlsam und glaubwürdig geschildert.
Die einzelnen Charaktere sind lebendig beschrieben und wirken authentisch. 

Mir hat besonders gefallen, wie sich Antonia im Verlauf der Geschichte weiterentwickelt und langsam neue Freundschaften schließt. Die Beziehungen wirken authentisch und glaubwürdig, ohne künstlich aufgebauschter Konflikte und übertriebenen Missverständnissen. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Familie und Selbstfindung.


Die kleinen Grafiken zu den Kapitelanfängen haben mir sehr gefallen und hübschen das Buch zusätzlich zum ansprechenden Cover auf.

Fazit:
Ein rundherum gelungener und sommerliche Jugendroman, der mir sehr gut gefallen hat und für alle Altersgruppen geeignet ist. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter - aber ganz besonders für Leser und Leserinnen ab 11 Jahren.


Vielen Dank an Lovelybooks und den Karibu Verlag für das Rezensionsexemplar

Dead Girls don't dance - M.K. Pagano

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 432 Seiten
    • Verlag:  ONE, 1. Auflage (1. Juni 2026)
    • Übersetzer: ‎ Michael Krug
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3846603031
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3846603031
    • Originaltitel ‏ : ‎ Girls Who Burn
    • Genre: Jugendthriller



One Kurzbeschreibung:
Addie Blackwood bereut nichts so sehr wie jene Nacht letzten Sommer. Nachdem sie ihrer Schwester Fiona scheußliche Dinge an den Kopf geworfen hatte, wurde diese tot am Grund einer Schlucht gefunden. Die Polizei spricht von einem Unfall, aber Addie ist sich sicher: Fiona wurde gestoßen - und zwar von Thatcher Montgomery, dem reichen Nachbarsjungen, der unglücklich in Fiona verliebt war. Doch dann wird Thatchers Leiche ein Jahr später in derselben Schlucht gefunden, und Addie wird selbst zur Verdächtigen. Ihr einziger Verbündeter - und zugleich ihr Alibi - ist Seth, mit dem sie seit Kindheitstagen auf Kriegsfuß steht. Schaffen die beiden es, zusammenzuhalten, um den wahren Täter zu finden?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challennge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Addie ringt noch immer mit dem Tod ihrer Schwester Fiona, die vor genau einem Jahr bei einem Sommerfestival in eine tiefe Schlucht gestürzt ist. Zuvor hat sie Fiona mit Thatcher, dem reichen Nachbarjungen der Montgomerys gesehen, als sie sich lautstark stritten. Seitdem ist sie sich sicher, dass er ihre ältere Schwester ermordet hat. Obwohl die Polizei den Tod  von Fiona als Unfall oder Suizid einstuft, setzt Addie alles daran, sie von einem Mord zu überzeugen. Unter einem Pseudonym schreibt sie sogar in einem True-Crime-Forum, um Aufmerksamkeit für den Tod von Fiona zu erzeugen.

Als die Mitglieder der Familie Montgomery den darauffolgenden Sommer in die Stadt zurückkehren, sieht Addie ihre Chance gekommen, Thatcher zur Rede zu stellen und ihm ein Geständnis zu entlocken. Doch als Thatcher unter denselben Umständen ums Leben kommt, gerät Addies Theorie ins Wanken. Ist der Täter noch immer auf freiem Fuß – und könnte sie sein nächstes Opfer sein?
Addie wird zur Hauptverdächtigen - gemeinsam mit Seth, Thatchers Cousin, mit dem sie beide Male zur Zeit der Unfälle zusammen war. Doch auch Seth gehört zum reichen Montgomery Clan und Geld regiert bekanntlich die Welt....

Der Jugendthriller beginnt ruhig. die Spannung baut sich eher langsam auf. Das Setting und die Personen werden vorgestellt und die Hintergründe zum Tod von Addies Schwester dargelegt. Die Kleinstadtatmosphäre und das Sommerfeeling habe ich gefühlt. Die Geschehnisse des vergangenen Sommers hinterließen bei allen deutliche Spuren, und auch Addies komplizierte Familiensituation verleiht der Geschichte zusätzliche Emotionen.

Die Dynamik zwischen Seth und Addie konnte man spüren, aber den angegebenen Trope "Enemies to Lovers" fand ich nicht passend. Man erkennt schon zu Beginn, dass die beiden sich mögen.
Neben den Montgomery Clan spielen auch Jeremy, Addies Ex-Freund, und ihre ehemalig beste Freundin Gen, eine große Rolle.

Die Charaktere wirkten authentisch und greifbar. Sie haben Ecken und Kanten und man konnte ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen.
Addie ist ein junges, eher verschlossenes Mädchen, welches seit dem Weggang ihrer Mutter voller Selbstzweifel steckt. Sie fühlt sich auch schuldig am Tod ihrer Schwester, weil sie sich zuvor noch gestritten hatten. Addie wollte nicht, dass Fiona die Familie wegen ihrer Liebe zum Ballett verlässt und war neidisch auf ihr Stipendium. Nun waren nur noch ihr Vater und ihr kleiner Bruder Davy übrig.
Ihre Verzweiflung, ihre Unsicherheit und ihr Frust kam beim Lesen deutlich rüber, sodass ich mich gut in ihre Lage hineinversetzen konnte.

Addies Bruder Davy hingegen war mir zu wenig greifbar und zeigte immer wieder verschiedene Charaktereigenschaften, die sich widersprachen. Man hatte das Gefühl, dass seine Figur einfach den Anforderungen der jeweiligen Szenen angepasst wurde.

Der Schreibstil war sehr flüssig und angenehm zu lesen. Es gab einige Verdächtige, wobei ich bald den richtigen Riecher hatte, aber meine Tendenz nicht wirklich erklären konnte. Die Auflösung war deshalb nicht wirklich überraschend für mich. Das Motiv für die Morde konnte mich am Ende allerdings nicht vollständig überzeugen.

Cover:
von links nach rechts:
die beiden englischsprachigen Cover und das französische

Fazit:
Ein Jugendthriller perfekt für Einsteiger ins Genre, der sich gut lesen lässt, aber dem es manchmal etwas an Spannung fehlt.


Vielen Dank an den One Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar

Heimatsommer - Petra Durst-Benning

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschierte Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag, Originalausgabe (29. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764508922
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764508920
    • Genre: Roman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Fleur liebt das Leben in Goldberg. Nirgendwo ist es so schön und idyllisch wie in ihrer Heimat. Doch alles gerät ins Wanken, als ihre Mutter Helene stirbt und die Zukunft des Weinorts auf dem Spiel steht. Zusammen mit ihrer besten Freundin Eleonore beschließt Fleur, für ihre Stadt zu kämpfen. Goldberg soll richtig aufblühen! In Schwung kommen ihre Pläne allerdings erst, als Jean-Claude, Koch und vielgereister Weltenbummler, in die Heimat zurückkehrt. Plötzlich liegt Hoffnung in der Luft – und wird auch Fleurs Herz wieder eine Heimat finden?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Jahrelang habe ich die historischen Romane von Petra Durst-Benning gelesen und geliebt. Auch ihre Maierhofen Saga war nett zu lesen und genau in diesem Genre hat sie nun wieder einen Wohlfühlroman geschrieben.
In "Heimatsommer" sind wir im deutschen Remstal im fiktiven Städtchen Goldberg. Hier leben viele vom Weinbau. Der zurückgehende Weinkonsum, wie auch das Winzersterben, macht nicht nur den örtlichen Winzern zu schaffen, sondern der ganzen Gegend. 
Als Jean Claude, Weltenbummler und Koch, in seinem Heimatort auf Besuch kommt, trifft ihn der Tod von Helene, der besten Freundin seiner Mutter Agnes, heftig. Seine Kindheit hat er mit ihr, seiner Schwester Eleonore und Helenes Tochter Fleur verbracht. Bald erkennt er, dass im Städtchen zur Zeit einiges nicht rund läuft. Eleonore, die als Landrätin, die Sorgen der Region kennt, bringt die Menschen auf eine tolle Idee: das Rebenbeben entsteht. Bis in den Spätherbst sollen alle zusammenhelfen und einiges auf die Füße stellen, um den Ort wieder zu beleben. Als krönenden Abschluss soll das "Rebenbeben" stattfinden. Jean Claude, der früher eine Ausbildung zum Winzer gemacht hat, tritt die vakante Stelle des Kellermeisters an, Eleonore übernimmt die Schirmherrschaft und bemüht sich um Fördermittel und die jungen Leute im Ort planen Events und wollen diese auf Social Media posten. Die Dorfgemeinschaft ist plötzlich wie ausgewechselt und Feuer und Flamme für das Projekt....

Wie schon in ihrer Maierhofen-Reihe hat Petra Durst-Benning das Thema Gemeinschaft, Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt als Grundthema gewählt. Man erlebt, wie ein Dorf zusammenrückt und gemeinsam etwas auf die Beine stellt.
"Heimatsommer" vermittelt Wärme und Wohlfühlmomente....man möchte sich am liebsten in die Geschichte "einkuscheln".
Trotz der lockeren Atmosphäre und den manchmal klischeehaften Wendungen, bietet die Geschichte auch Themen zum Nachdenken und Innehalten. Sie inspiriert dazu, neue Wege zu gehen und Gewohntes hinter sich zu lassen. 

Der Roman lebt von den einzelnen Figuren, die alle sehr lebendig und herzlich sind und dem locker leichten Schreibstil der Autorin. Sie versteht es Genüsse und Empfindungen bildhaft darzustellen.
Das stimmungsvolle Setting und die bildhafte Beschreibung der Kleinstadt Goldberg und den umliegenden Weinbergen war sehr atmosphärisch dargestellt. Mein Kopfkino lief auf Dauerschleife und ich hatte die Fachwerkhäuser und die Weingärten direkt vor meinem inneren Auge. Natürlich hilft es auch, dass ich selbst nicht weit vom Weinbaugebiet der Region Wachau wohne. 
Natürlich werden den Einwohnern von Goldberg auch Steine in den Weg gelegt. Manche Probleme lösten sich dabei etwas zu schnell. Sehr gerne gelesen habe ich die Rückblicke in die Achziger Jahre, die ich leider viel zu kurz empfand. Hier hätte ich gerne mehr davon gehabt.
Im weiteren Verlauf verliert die Geschichte auch etwas an Tiefe, Konflikte lösen sich zu schnell auf und manche Handlungsstränge verlaufen sich. 

Das Buch greift sich toll an. Es wirkt edel, die Innenklappen und -seiten sind wunderschön gestaltet und am Ende gibt es noch einige Rezepte, die in der Geschichte vorkommen. Nachdem die Temperaturen jetzt endlich ansteigen, werde ich mir demnächst einen "Heimatsommer-Schorle" mixen.

Fazit:
Ein leichter Wohlfühlroman zum Eintauchen, Abschalten und Genießen. Gerade jetzt, wo die ganze Welt verrückt spielt, nimmt man sich gerne eine kleine Auszeit. "Heimatsommer" ist der perfekte Roman dafür.


 Vielen Dank an Lovelybooks und Blanvalet für das Rezensionsexemplar!

39 Grad - Quentin Peck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 388 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag, Originalausgabe (22. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734112613
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734112614
    • Genre: Psychothriller
    • Reihe: ja - Band 2 von 2 der Johannsen Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Sie trägt ein weißes Kleid, auf ihrem Gesicht liegt ein unnatürliches Lächeln: So wird eine ermordete Frau in einem Abrisshaus entdeckt. Auf ihrer Haut hat der Täter drei Zahlen hinterlassen. Ein Rätsel – und der Beginn einer Mordserie. Kriminalkommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein folgen der Spur des Serienkillers durch die sommerlichen Felder. Der Psychopath spielt mit ihnen, er schickt seine mörderischen Botschaften direkt an Johannsen. Ein gefährliches Duell beginnt, das unter der brütend heißen Augustsonne unausweichlich auf den fatalen Höhepunkt zutreibt ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nach "Minus 22 Grad" hat Quentin Peck eine Fortsetzung geschrieben, die auf den Vorgänger aufbaut. Man kann zwar "39 Grad" auch alleinstehend lesen, aber glaubt mir, wenn ihr diesen Thriller gelesen habt, wollt ihr Band Eins nicht missen!

Auch diesmal sind wir sofort direkt mitten im Geschehen. Ein Mörder hat es auf Frauen abgesehen, die er zuvor wochenlang stalkt, um sie danach brutal zu töten. Arrangiert werden die Opfer auf öffentlichen Plätzen. Alle tragen ein weißes Kleid, das Gesicht zu einem unnatürlichen Lächeln verunstaltet. Außerdem hinterlässt der Mörder immer wieder eine andere dreistellige Zahl, die Kriminalkommissar Lukas Johannsen Kopfzerbrechen verursacht. Gemeinsam mit Profilerin Berit Pernstein versucht er hinter das Spiel des raffinierten Täters zu kommen. Die Botschaften werden bald persönlich, denn der Mörder hat mit Lukas noch eine Rechnung offen. Das führt dazu, dass er vom Fall abgezogen wird. Doch wer Lukas kennt weiß, dass er nicht ans Aufgeben denkt....

Schon der erste Fall hat mir sehr gut gefallen. Mit "39 Grad" legt der Autor nochmals nach und lässt einem das Buch nur schwer aus der Hand legen. Leider konnte ich nicht immer so lesen, wie ich gerne gewollt hätte, denn dann hätte ich den Thriller wohl innerhalb eines Tages verschlungen.
Das Kopfkino ratterte ununterbrochen, denn jede Szene wird so bildgewaltig dargestellt, dass man direkt in der Handlung lebt und an den Seiten klebt. 
Die Leserunden mit dem Autor sind immer wieder äußerst unterhaltsam. Er nimmt uns Leser direkt mit und verwirrt uns zusätzlich mit seinen perfiden Gedanken. Quentin Peck versteht es, den Leser auf falsche Fährten zu locken und mit überraschenden Wendungen zu punkten. Aber er verbreitet auch Hoffnung, wo man trotz allem weiß, dass sie vergebens sein wird.

Quentin Pecks Schreibstil ist direkt, temporeich und knackig. Die Handlung lebt vom spannungsvollen Wechsel zwischen Erwartung und unerwarteter Wendung.
Die Rückblicke in die Vergangenheit des Täters lassen einem oft sprachlos zurück. Der Autor versteht es, die menschliche Psyche und die Auswirkungen von dramatischen Ereignissen schonungslos einzubauen und darzustellen. 
Hatte ich im ersten Teil noch den kleinen Kritikpunkt, dass Lukas als ermittelnder Kommissar zu wenig im Mittelpunkt steht und etwas blass bleibt, ist er im zweiten Teil omnipräsent. Er ist mir schnell ans Herz gewachsen und hat gemeinsam mit Berit den Fall getragen.

Gegen Ende nimmt die Handlung eine Wendung, die ich zwar geahnt/befürchtet habe, die mich aber dennoch überrascht, aber vor allem sprachlos zurückgelassen hat.

Fazit:
Ein temporeicher, intelligenter Psychothriller, der die tiefsten menschlichen Abgründe aufzeigt und der einem atemlos zurücklässt. Packend und eine große Empfehlung für Psychothriller-Fans!


Vielen Dank an Lovelybooks und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar, sowie für die tolle Begleitung des Autors bei der Leserunde

Ein dunkles Versteck - Saskia Calden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 399 Seiten
    • Verlag:‎ Edition M, (31. März 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 2496717474
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-2496717471
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 4 der Evelyn Holm Reihe


Amazon Kurzbeschreibung:
Isabell kommt beim Einkaufen mit einem Fremden ins Gespräch und ahnt zunächst nichts Böses. Als dieser jedoch ihren Namen weiß, ihre Gewohnheiten kennt, ihr zunehmend auflauert und vor ihrer Tür ein geflochtenes Armband hinterlässt, beschleicht sie ein ungutes Gefühl, das rasch in pure Angst umschlägt. Ohne Zweifel hat er Isabell nicht zufällig ausgewählt. Doch was hat er vor? Zur gleichen Zeit steht die Freiburger Kommissarin Evelyn Holm vor einem rätselhaften Fall: Eine Studentin wird als vermisst gemeldet. Zunächst deutet alles darauf hin, dass sie mit ihrem Liebhaber durchgebrannt ist – bis wenig später eine grausam zugerichtete Frauenleiche in einem Waldstück entdeckt wird. Es ist nicht die Vermisste, aber beide Frauen verbindet ein Detail: ein geflochtenes Armband.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselustchallenge

Meine Meinung:
Für mich ist es der erste Thriller aus dieser Reihe rund um Kommissarin Evelyn Holm. Die Bücher von Saskia Calden habe ich aber alle auf meiner Wunschliste und nun werden wohl auch die anderen hier einziehen. "Ein dunkles Versteck" hat mich nämlich super unterhalten. 

Kommissarin Evelyn Holm hat es diesmal nicht wirklich leicht. Einer ihrer aktuellen Fälle befasst sich mit einem vermutlichen Serienmörder, der Frauen entführt, einsperrt und danach bestialisch ermordet. Zusätzlich hat sie noch einen Fall eines Stalkers liegen. Man hat bereits eine der entführten Frauen tot aufgefunden, eine zweites Entführungsopfer ist noch verschwunden. Nachdem die schlimm zugerichtete Frauenleiche gefunden wurde, werden interne Informationen der Polizei an die Presse weitergeleitet. Diese fallen auf Evelyn zurück und sie bekommt Druck von ganz oben. Außerdem bekommt die Kommissarin eine neue Kollegin, die auffällig an ihrer Vergangenheit interessiert ist. 
Als der Stalker sogar am Arbeitsplatz seiner "Angebeteten" auftaucht und Drohungen ausstößt, spitzt sich die Lage immer mehr zu.....

Der Thriller wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die perfekt ineinander greifen. Man liest aus der Sicht von Evelyn, aus der von Isabell, die gestalkt wird und aus der Sicht von einer der gefangen gehaltenen Frauen. Die Einblicke in die Qualen des Entführungsopfers waren sehr berührend und teilweise wirklich schlimm zu lesen. Aber auch die Stalker-Thematik war sehr intensiv und hat mir Gänsehaut bereitet.
Der Spannungsbogen war von Beginn an hoch und steigert sich noch weiter. Die tollen Plott-Twists und überraschenden Wendungen, welche die Autorin eingebaut hat, haben mich oftmals richtig kalt erwischt.
Der Schreibstil ist fesselnd, eindringlich und gut zu lesen. Ich konnte mühelos in die Handlung eintauchen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Obwohl dies bereits der vierte Band der Reihe ist und ich die vorherigen Teile nicht gelesen habe – obwohl ich normalerweise großen Wert auf die richtige Reihenfolge lege – hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir entscheidende Zusammenhänge gefehlt hätten. Natürlich wusste ich nichts über die Vergangenheit von Evelyn, aber das werde ich nachholen. Gespoilert wurde ich Gott sei Dank nicht.
Die Figuren waren bildhaft dargestellt und wirkten für mich durchwegs authentisch. Sie sind nicht schwarz-weiß gemalt, sondern jeder hat seine Ecken und Kanten - und Geheimnisse.
Besonders überzeugt hat mich auch die gelungene Abschlusspointe.

Fazit:
Ein spannender Thriller voller Twists und einem unerwarteten Ende. Ich werde auf jeden Fall noch die Vorgänger lesen und möchte Evelyn Holm besser kennenlernen.


Vielen Dank an Edition M und an Lovelybooks für das Leseexemplar

Die Evelyn Holm Reihe:
  1. Der Puppenwald
  2. Die falsche Patientin
  3. Das geheime Zeichen
  4. Ein dunkles Versteck

Guilty Pleasure - Linda Schipp

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschierte Ausgabe: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Originalaushabe (16. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453443985
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453443983
    • Genre: Thriller



Heyne Kurzbeschreibung:
Hotel Guilty Pleasure ist weltberühmt. Das Luxusresort erfüllt dem obersten Prozent geheime Wünsche – ohne Tabus und mit höchster Diskretion. Nicht mal die erlesenen Gäste kennen den Standort. Erbaut auf einer tropischen Insel, ist das Hotel komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Für fünf Gäste scheinbar die perfekte Gelegenheit, um ihren persönlichen Begehren freien Lauf zu lassen. Dabei wissen sie nicht, dass ihre Machenschaften von einem Kamerasystem beobachtet werden. Und in ihren kühnsten Albträumen hätten sie sich nicht ausmalen können, dass dieses System die Geschehnisse im Hotel online streamt. Als brutal-reale Reality Show. Live. In die ganze Welt. Niemand kann sie kontaktieren. Niemand kann sie aufhalten. Und die Hotelgäste sind im Begriff, vor den Augen aller entsetzliche Verbrechen zu begehen.

Meine Bewertung: * * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Was war ich gespannt auf diesen Thriller von Linda Schipp! Alleine das coole Cover fällt extrem ins Auge und die tropische Location hat mich ebenfalls sofort gepackt. Außerdem liebe ich diese Art von "Locked-In" Situationen, wo man irgendwo festsitzt.

Was ist dein Guilty Pleasure? Ich bin überzeugt, dass deine Gedanken sich deutlich von denen der Gäste im Hotel von Linda Schipp unterscheiden. Abgelegen auf einer einsamen Insel auf den Seychellen liegt das Hotel "Guilty Pleasure", wo spezielle Wünsche erfüllt und Alpträume wahr werden. Niemand kennt den Aufenthaltsort der Gäste und was sie erwarten wird.....

Als Leser begleiten wir fünf Personen: die Maid, den Assistenten, den Rächer, die Security und eine unbekannte Person. Ein Teil davon ist bereits im Hotel anwesend oder kommt - wie Zoe - gerade an. Sie flieht vor ihrem gewalttätigen Ehemann und hat sich als Zimmermädchen beworben. Alle Gäste wissen nicht, dass sie Teil einer Reality-Show sein werden, die in die ganze Welt gesendet wird. Mit Hilfe von Minikameras, die Fliegen ähneln, werden sie überwacht....

Der Debüt-Thriller der Autorin, die sich sonst in einem anderen Genre bewegt, ist auf jeden Fall anders, als gedacht. Der Schreibstil ist modern, das Tempo rasant, die Handlung aktuell. Man spürt die beklemmende Atmosphäre während der gesamten Handlung. Zahlreiche unerwartete Wendungen erzeugen eine hohe Spannungskurve. 
Linda Schipp bringt in ihrem Thriller gekonnt Kritik an unserem Konsumverhalten und am Quotenwahnsinn. Reality-Shows werde immer abartigen und brutaler. Die Autorin geht dabei der Frage nach, wohin diese Entwicklungen – im Zusammenspiel von Darknet und modernster KI – noch führen könnten, und zeichnet dabei ein eindrucksvoll zugespitztes Szenario, denn bei "Guilty Pleasure" geht es schlussendlich ums nackte Überleben.

Die kurzen Kapitel, die aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt werden, sind äußerst fesselnd und geben der Geschichte Dynamik. Sie enden oft mit einem Cliffhanger. Zahlreiche falsche Spuren und Spekulationen sorgten für intensives Miträtseln.
Das tropische Setting war für mich reizvoll, wurde aber nach der Ankunft im Hotel total ausgeblendet. Man bewegt sich durch einige wenige Hotelräume, während der Außenbereich ausgeblendet bleibt. Das fand ich etwas schade, denn gerade dort hätte ich mir mehr Stimmung und bildhafte Beschreibungen gewünscht. 
Manche der einzelnen Handlungsstränge griffen durch die verschiedenen Sichtweisen übereinander und wurden aus anderer Sicht nochmals erzählt. Für mich wären diese Überschneidungen nicht notwendig gewesen.

Zum Ende hin wird es sehr actionreich, was mir bei Thriller nicht immer gefällt. Klingt es eher nach einem Hollywood Blockbuster, bin ich nicht mehr so richtig dabei und komme ins Augen rollen. Die Auflösung des Thrillers ist sehr komplex und wird im Epilog "Sechs Monate später" wieder aufgegriffen und teilweise verändert. Das war mir dann etwas zu kompliziert und war mir zu viel an "Nachbesprechung". 

Nun sind doch einige Kritikpunkte zusammen gekommen, aber tatsächlich fand ich diese frische und intensive Art eines Thrillers wirklich gut. Linda Schipp hat damit das Thrillergenre etwas "aufgefrischt" und mir spannende Lesestunden beschert.

Fazit:
Ein rasantes und komplexes Lesevergnügen, welches man schwer aus der Hand legen kann - ein richtiger Pageturner. Mir hat "Guilty Pleaseure" gut gefallen - trotz kleiner Kritikpunkte.


Vielen Dank an Lovelybooks und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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