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LITTLE GERMANY - Der Geschmack von Freiheit - Maria Nikolai

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: Penguin Verlag, Originalausgabe, (24. September 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328111778
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328111771
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 der Dilogie der Bäckerinnen von Manhattan


Penguin Kurzbeschreibung:
Little Germany, Manhattan, 1904: Eine verheerende Katastrophe hat das deutsche Viertel in Schockstarre versetzt. Trotz des schweren Schicksalsschlags, der auch sie getroffen hat, kämpfen Lissi und Julia weiter für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch bald schon zeichnet sich ab, dass Little Germany nie mehr die Heimat sein wird, zu der es für sie geworden war. Noch einmal müssen die beiden jungen Frauen von vorn beginnen – und eröffnen »Lissi's Kleine Konditorei« auf der 86th Street in Yorkville. Wie ein aufstrebender Stern am German Broadway erobert die schwäbische Confiserie schnell die Herzen aller. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage. Zur selben Zeit beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man sollte zuerst den ersten Band lesen, um Band zwei besser verstehen zu können

Meine Meinung:
Auf den zweiten Teil von "Die Bäckerinnnen von Manhattan" von Maria Nikolai habe ich mich schon sehr gefreut, nachdem der erste Band von mir  ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥  erhalten hat. Außerdem gab es am Ende einen Cliffhanger, der mich auf die Fortsetzung hin fiebern hat lassen.
Der zweite Band schließt nahtlos an den ersten an. Die große Katastrophe hat auch Lissi und Julia betroffen, aber vor allem ist "Little Germany" nicht mehr das, was es war. Man spürt die Trauer der Einwohner des Viertels, die nach und nach abzuwandern beginnen. Julia und Lissi wollen sich jedoch nicht unterkriegen lassen und kämpfen weiter für ihre Bäckerei. Sie müssen jedoch einsehen, dass das deutsche Viertel einfach nicht zur Ruhe kommt. Nach einigen Überlegungen versuchen sie einen Neuanfang in Yorkville.

Maria Nikolai fängt in ihrem Roman die Themen Verlust, Neuanfang und Zusammenhalt ein. Man spürt, wie tief die Katastrophe in der deutschen Gemeinschaft nachwirkt. Im ersten Viertel überwiegt noch die Trauer der Einwohner von "Little Germany" und die Wut auf die Verantwortlichen der Tragödie, dessen Gerichtsverhandlungen immer mehr hinausgezögert werden. Hier habe ich vor allem die historischen, oftmals trockenen Fakten, die die Autorin intensiv recherchiert hat, als spannend und lebendig erzählt empfunden. Die Atmosphäre ist in diesem Abschnitt gedrückt und wird erst mit dem Neuanfang wieder lebhafter und positiver. Neben der Bäckerei, die manchmal fast ein bisschen zu kurz kommt, stehen vor allem auch die privaten Handlungsstränge rund um Lissi und Julia im Vordergrund.

Der Schreibstil von Maria Nikolai lässt sich sehr angenehm lesen, ist bildgewaltig und versprüht eine ganz besondere Atmosphäre. Sie versteht es historische Fakten mit fiktiven Vorkommnissen perfekt zu verknüpfen und daraus ihre wundervollen Geschichten zu kreieren.
Man fühlt sich direkt in New York Anfang des 20. Jahrhunderts angekommen, flaniert durch die Straßen, riecht den Duft der leckeren Gebäckstücke oder fährt mit Julia Rad durch den angrenzenden Park. 
Aber auch die Bandenkriege, in die Giovanni und Bernardo hineingezogen werden, sowie ein persönlicher Stalker, geben der Geschichte Dynamik. 
Die Charaktere sind liebenswert und authentisch gezeichnet. Die enge Freundschaft zwischen Lissi und Julia gibt beiden in herausfordernden Situationen Halt. Sie unterstützen sich gegenseitig in allen Bereichen.
Auch die Nebenfiguren, wie Toby und Frederick, Giovanni, Annedorle, Harry und Nonna Antonella bringen Leben in die Geschichte. Eine sehr interessante und schillernde Figur ist auch Alva Vanderbildt Belmont - eine der historisch belegten Personen, die ebenfalls eine Rolle im Roman spielt.

Am Ende gibt es ein Personenverzeichnis, historische Romanhintergründe und einige leckere Rezepte aus Lissis Bäckerei.

Mir hat der erste Band ein kleines bisschen besser gefallen, aber wirklich nur um Nuancen. Das ist sicher reine Geschmackssache. Im Ganzen gesehen ist diese Dilogie jedoch eine wunderbare Zeitreise nach New York, gespickt von Erlebnissen der vielen Einwanderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ihren Neuanfängen.

Fazit:
Ein gelungener Abschluss der Dilogie, die mich nach New York ins beginnende 20. Jahrhundert geführt hat. Zwischen historischen Ereignissen und liebenswerten Charakteren, Einblicke in die Welt der Einwanderer und viel Atmosphäre, hat mich auch die Fortsetzung der "Little Germany" Reihe wieder begeistert. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für diese Dilogie!


Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

LITTLE GERMANY - Der Duft der neuen Welt - Maria Nikolai

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 656 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag; Originalausgabe Edition (1. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 332811176X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328111764
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 1 der Bäckerinnen von Manhattan



Penguin Kurzbeschreibung:
Stuttgart/Hannover, 1901: Entgegen aller Vernunft hat sich das Dienstmädchen Lissi auf eine unerlaubte Liaison eingelassen. Doch ihre Hoffnung auf eine Heirat zerschlägt sich jäh. Schwanger und allein beschließt sie, der Heimat den Rücken zu kehren. Julia von Varrell dagegen wurde mit falschen Versprechungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Unabhängig voneinander wagen sie den Ausbruch und fliehen in die Neue Welt. An Bord des Schnelldampfers nach New York entwickelt sich eine innige Freundschaft – die beiden Frauen wollen den abenteuerlichen Neuanfang gemeinsam wagen. Eine Bäckerei im deutschen Viertel Little Germany bietet ihnen eine Anstellung und ein Dach über dem Kopf. Bald ist sie bis in die besten Kreise bekannt für ihre duftenden Zuckerbrezeln. Doch am Horizont braut sich eine Katastrophe zusammen, die nicht nur Julias und Lissis neues Leben in seinen Grundfesten erschüttern wird ...

Meine Bewertung: * * * * *

♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Maria Nikolais neue Dilogie startet mit Band 1 "Der Duft der Neuen Welt" und hat mich von der ersten Seite an begeistert.
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich schon bei ihrer Schokoladenvilla total eingenommen hat.

In "Little Germany" lernen wir zwei junge Frauen aus unterschiedlichen Schichten kennen, die den Sprung über den Atlantik wagen.
Lissi arbeitet als Dienstmädchen in der herrschaftlichen Villa Wagner in Stuttgart und ist vom Sohn des Hauses schwanger. Sie hofft auf eine Heirat, doch stattdessen wird sie auf die Straße gesetzt.
Julia kommt aus gutem Haus und wird mit falschen Voraussetzungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Ihre Liebe gehört den Pferden und ganz besonders ihrem Hengst Achill. Eigentlich sollte sie ihrem Mann Frederick bei der Gestütsleitung helfen, doch ihre herrische Schwiegermutter will sie als vorzeigbare Ehefrau ihres Mannes präsentieren. Als Frederick Achill verkauft, bricht für Julia die Welt zusammen. Sie verlässt heimlich das Rittergut Eckerde ihres Mannes und schifft sich in Bremerhaven auf der "Kaiser Wilhelm der Große" ein. Auch Lissi hat eine Fahrkarte im Mitteldeck ergattern können und so treffen die beiden Frauen aufeinander und freunden sich an. Die Überfahrt ist abenteuerlich. Kaum in New York angekommen möchte Lissi ins "Deutschländle", der Ecke von NY, wo sich deutsche Auswanderer angesiedelt haben. Dort möchte vor allem Lissi wenn möglich in einer Bäckerei arbeiten, denn sie liebt das Backen: Sie hat das Rezeptbuch ihrer Großmutter mit auf die Reise genommen, wo sich auch das Geheimrezept ihrer Brezeln befindet...

Maria Nikolai hat nicht nur die Reise über den Ozean und die Ankunft auf Ellis Island bildhaft und lebendig beschrieben, sondern auch die weiteren gemeinsamen Jahre von Lissi und Julia, die sich ein neues Standbein schaffen. Ich habe die beiden Frauen sehr gerne begleitet und habe mich auch an meinem Besuch im Auswanderermuseum in Hamburg 2018 erinnert. Lissi und Julia sind zwar von Bremerhaven aus gestartet, aber die Museen werden sich sicher etwas ähneln.

Wir erfahren über das Leben in "Little Germany", den Bekanntschaften, die die beiden Frauen machen, von diversen Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellen, aber auch von neuen Hoffnungen. Alles wird so wunderbar lebendig beschrieben, dass man nicht nur mit den beiden Figuren mit fiebert, sondern sich mitten drinnen in "Little Germany"  fühlt.
Die unbeschreibliche Atmosphäre in New York zur Jahrhundertwende, all die neuen Möglichkeiten, aber auch Armut und Bandenkriege, lassen uns in diese Zeit "hineinschnuppern".
Die Charaktere sind facettenreich und obwohl man manchen von ihnen nicht trauen kann, schließt man sie trotzdem ins Herz. Neben vielen fiktiven Figuren lernen wir auch historische kennen. Die fundierte Recherche der Autorin muss man ebenfalls einfach hervorheben. Ich habe über Instagram auch ihren Besuch im ehemaligen deutschen Stadtviertel "Little Germany" in New York mit Interesse mitverfolgt.

Die Geschichte ist in vier Teile geteilt und das Ende dramatisch. Teil 1 schließt mit einem Cliffhanger, der mich bestürzt zurücklässt und das Warten auf Band 2 noch länger erscheinen lässt.

Im Anhang befindet sich noch ein Personenverzeichnis historischer und fiktiver Figuren, historische Romanhintergründe, wie zur Auswanderung, dem Fahrrad fahren, über Little Germany und anderen Vierteln in New York, sowie ein Glossar und Rezepte.

Fazit:
Ein großartiger erster Band, der uns zur Jahrhundertwende nach "Little Germany" in New York führt und die Geschichte von Lissi und Julia erzählt, die als Auswanderer ein neues Leben beginnen. Spannend und atmosphärisch, hervorragend recherchiert und fesselnd. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und warte schon sehnsüchtig auf den Folgeband!


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!


[Die Schokoladenvilla] - Goldene Jahre- Maria Nikolai



    • Taschenbuch: 720 Seiten
    • Verlag: Penguin Verlag; Auflage: Originalausgabe (14. Oktober 2019)
    • ISBN-10: 3328104062
    • ISBN-13: 978-3328104063
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 der Schokoladenvilla

Penguin Kurzbeschreibung:
Stuttgart, 1926: Die junge, abenteuerlustige Serafina zieht zu ihrem Halbbruder Victor in dessen prächtiges Familienanwesen, das alle nur »Die Schokoladenvilla« nennen. Denn die Rothmanns sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für ihre feinen Schokoladenkreationen, von denen sich auch Serafina nur zu gern verführen lässt. Mit ganzem Herzen stürzt sie sich in die Verlockungen der aufregenden neuen Zeit, und als sie den attraktiven Anton kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch Anton ist im Begriff, sich mit einer anderen zu verloben. Derweil wird das Schokoladenimperium der Rothmanns durch heimtückische Sabotageakte bedroht – und Serafina von einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit eingeholt ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich durfte den zweiten Teil der Schokoladenvilla bereits vorab lesen und kann somit heute am Tag der Veröffentlichung bereits die Rezension für euch posten. Herzlichen Dank an den Penguoin Verlag und Lovelybooks!

Das wunderschöne herbstliche Cover passt ebenso vorzüglich zur momentanen Jahreszeit, wie auch der Untertitel "Goldene Jahre" zum Inhalt, der die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts widerspiegelt.
Nicht nur in Berlin, sondern auch in Stuttgart erlebte das Theater, das Varieté und der Stummfilm einen Höhepunkt sondergleichen. Die Menschen suchen nach dem Ersten Weltkrieg Zerstreuung und Vergnügen. Aber auch wirtschaftlich kehrt für kurze Zeit der Aufschwung zurück. Auch die Schokoladenmanufaktur der Rothmanns läuft prächtig. Judith und Victor Rheinberger sind glücklich verheiratet, Sohn Martin studiert Klavier in Paris und Töchterchen Victoria scheint die Begeisterung für die Schokoladenherstellung von ihrer Mutter gererbt zu haben. Das vorwitzige Mädchen ähnelt sehr ihren Onkel Karl, der auch als fast Dreißigjähriger, im Vergleich zu seinem Zwillingsbruder Anton, noch immer ein "Lausbub" geblieben ist. Während sich Anton selbstständig gemacht hat und Klaviere baut, sucht Karl noch immer seinen Platz in der Firma. Seine modernen Ideen prallen vorallem bei seinem Schwager immer wieder ab. Als Victor, nach dem Tod seines Vaters, der Vormund seiner noch minderjährigen Halbschwester Serafina wird, kommt frischer Wind in die Schokoladenvilla. Die junge Frau verdreht den Zwillingsbrüdern den Kopf...

Der Fokus der ersten Hälfte des zweiten Teils liegt eindeutig bei Karl und Anton. Während Anton bereits seinen Platz gefunden zu haben scheint und kurz vor der Verlobung mit Elise steht, sucht Karl verzweifelt mehr Fuß in der Firma zu fassen. Als Serafina bei den Rheinbergers einzieht, verdreht sie beiden Männern ungewollt den Kopf und stört das ohnehin nicht so gute Verhältnis der Zwillinge. Nach dem Tod ihres Vaters ist sie noch sehr verunsichert. Der Umzug von Berlin nach Stuttgart und ihre unsichere Zukunft sind dabei weitere Faktoren. Die Zufallsbekanntschaft mit der exzentrischen Französin Lilou, die als Ensemblemitglied rund um den Bühnenstar Josephine Baker angereist ist, wird eine Freundschaft fürs Leben. Als Serafina erpresst wird, ist es Lilou, die ihr zu Hilfe eilt. Währenddessen macht sich Karl Sorgen um einige auffällige Maschinengebrechen in der Fabrik.
Die Atmosphäre der goldenen Zwanziger ist wunderbar eingefangen. Mit Lilou blicken wir in die Welt der Musik und des Varietés; mit Mathilda, der kleinen Freundin von Victoria erhaschen wir, durch ihren Vater Robert, einen Einblick in die aufsteigende sozialistische Bewegung. Die Freundschaft zwischen seiner Tochter und einer Rheinberger/Rothmann ist ihm zuwider.

Für mich war die erste Hälfte des Romans zu wenig Schokoladenfabrik und zu viel Liebesgeplänkel zwischen Serafina und den Zwilliingen. Auch das Leben der Dienstboten wird diesmal kaum angeschnitten. Allerdings treffen wir wieder auf Figuren aus dem ersten Band, wie Alois, Dorothea, Edgar oder auch Judiths Mutter Hélène und einem Mann, der auf Rache sinnt.
Erst durch ein großes Unglück wird der Fokus in der zweiten Hälfte des Romans wieder auf die Schokoladenfabrik gelenkt. Dieser Abschnitt hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Und schlussendlich geraten auch Serafina und ihre Erpresser in den Mittelpunkt, was den Spannungsbogen noch mehr nach oben schnellen lässt. Jedoch war mir das Ende dann fast zu schnell und die Begebenheiten in der zweiten Hälfte des Romans zu gerafft, während die erste Hälfte etwas langgezogen wirkte.

Die Charaktere sind wieder - bis in die kleinsten Nebenfiguren - äußert lebendig und detailliert beschrieben. Ich konnte mir jeden einzelnen wunderbar vorstellen und lebte mit den Figuren mit. Neben den altbekannten Personen, die mir bereits alle im ersten Teil ans Herz gewachsen sind, lernen wir auch neue Figuren kennen, die wir wohl teilweise auch im letzen Band der Trilogie wiedersehen werden.

Schreibstil:
Wie schon im ersten Band überzeugt Maria Nikolai mit ihrem wunderbaren flüssigen und einnehmenden Schreibstil, sowie ihren facettenreichen Charakteren. Ebenso lebendig werden die Schauplätze beschrieben und historische Begebenheiten miteingebunden. Die mehr als 700 Seiten lassen sich schnell und flüssig lesen.

Im Anschluss gibt es wieder ein Personenregister, ein Glossar und einen kleinen Blick in die Historie dieser Zeit.

Fazit:
Ein toller zweiter Band, der für mich allerdings nicht ganz an Teil 1 heranreicht. Mir war es diesmal zu viel Liebesgeplänkel und in der zweiten Hälfte ein zu geraffter Schluss, der jedoch spannend und rasant war. Trotzallem hat mir auch "Goldene Zeiten" wieder sehr gut gefallen und hat mir wunderschöne Lesestunden beschert. Wer Teil 1 gelesen hat, muss unbedingt auch zum zweiten Teil greifen!

Vielen Dank an Lovelybook und an den Penguin Verlag für die Chance dieses Buch vorab lesen zu dürfen und für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um die Familie Rothmann:
  1. Die Schokoladenvilla  *Rezi*
  2. Die Schokoladenvilla - Goldene Jahre

Die Schokoladenvilla - Maria Nikolai

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 656 Seiten
    • Verlag: Penguin Verlag (8. Oktober 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 9783328103226
    • ISBN-13: 978-3328103226
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 1


Penguin Kurzbeschreibung:
Stuttgart, 1903: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Doch ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein – noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt ihr Weg den des charismatischen Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Schokoladenmanufaktur Rothmann ist in Stuttgart des Jahres 1903 eine der führenden Arbeitgeber der Stadt. Tochter Judith interessiert sich selbst sehr für die Schokoladenherstellung und probiert immer wieder neue Ideen aus, doch ihr Vater sieht die Firma in den Händen ihrer jüngeren Zwillingsbrüder Karl und Anton. Judith möchte er hingegen gewinnbringend verheiraten und hat auch schon - ohne ihr Wissen - einen potentiellen jungen Mann im Auge.
Zur selben Zeit wird Victor Rheinberger aus der Gefangenschaft auf Burg Ehrenbreitstein entlassen. Der Weg zurück in seine Heimatstadt Berlin ist ihm verwehrt und so sucht er sein Glück in der auftrebenden schwäbischen Stadt Stuttgart. Seine Liebe zu Maschinen und seine Fertigkeiten sind schnell gefragt. Als er Karl bei einem ihren vielen Dummenjungen-Streiche, die die Zwillinge aushecken, das Leben rettet, lernt er Wilhelm Rothmann kennen. Als Belohnung wünscht er sich kein Geld, sondern einen Job in seiner Schokoladenfabrik und entdeckt bald, dass die Manufaktor nicht mehr auf den neuersten Stand ist. Doch Rothmann will nicht investieren. Außerdem macht er sich Sorgen um seine Frau Hélène, die schon viel zu lange auf Kur am Gardasee weilt....

Gleich vornweg eine Warnung an alle Leser:
Ohne Schokolade in unmittelbarer Nähe kann man dieses Buch einfach nicht lesen! Es läuft einem bei der Beschreibung all der schokoladigen Köstlichkeiten immer wieder das Wasser im Mund zusammen.
Judiths Begeisterung für die Schokoladenherstellung ist aus jeder Zeile zu spüren, wenn sie in der Manufaktur neue Rezepte ausprobiert. Ihr Vater ist jedoch ein alter Patriarch, der Frauen keinerlei Rechte zugesteht. Seine Frau Hélène leidet unter der lieblosen Ehe und unter Depressionen. Sie flüchtet an den Gardasee, in ein zur damaligen Zeit beliebtes Kurhaus, welches Treffpunkt von Künstlern und Adeligen ist. Judith hat seitdem die Aufgabe auf ihre jüngeren Brüder aufzupassen, die genauso lieblos vom Vater behandelt werden, wie sie selbst. Beide Frauen lieben ihre Unabhängigkeit und möchten sich nicht in das enge Korsett der damaligen Zeit pressen lassen, vorallem wo diese gerade im Wandel ist und Frauen beginnen für ihre Rechte zu kämpfen. In ihrer Zofe Dora hat Judith eine Freundin gefunden, die obwohl als Dienstbote im Herrenhaus arbeitet, zu ihrer Herrin steht. Judith ist auch eine der seltenen hochgestellten Töchter, die sich für ihre Arbeiter und Dienstboten interessiert und sie in der Manufaktur miteinbezieht. Sie ist wissbegierig, liebenswürdig und hartnäckig. Judith verfolgt ihre Ziele mit einer Vehemenz und lebt für die Schokolade.

Die Autorin lässt uns auch einen Blick auf das Leben der Dienstboten werfen. Der beginnende Wirtschaftsumschwung und die Politik sind immer wieder Thema bei den Dienstboten. Während Fabriksarbeiter mehr Lohn und Freizeit bekommen, haben die Hausangestellten der Herrenhäuser kaum einen freien Tag und oft nur Kost und Logis. Auch Hausknecht Robert möchte nicht mehr unter den Arbeitsbedingungen arbeiten, die bei den Rothmanns herrscht. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten wird sehr deutlich angesprochen. Aber auch die Aufbruchsstimmung ins kommende neue Zeitalter ist spürbar.

Victor kämpft ebenfalls gegen die ihm auferlegte Zukunft. Sein Vater ist in der Armeé und erwartet sich von seinem Sohn denselben Aufstieg, den er gemacht hat. Victor ist jedoch kein Offizier. Er liebt es zu tüfteln und mit seinen Händen zu arbeiten. Bald schon weiß man, dass Judith und Victor das ideale Paar wären, jedoch steht dem nicht nur Victors Vergangenheit im Wege, sondern auch die Pläne von Wilhelm Rothmann, der unter keinen Umständen von seinem Plan abweicht.

Die Charaktere sind lebendig und wunderbar ausgearbeitet - und das bis in den kleinsten Nebencharakter. Besonders ans Herz gewachsen sind mir Karl und Anton. Die Streiche der Zwillinge haben immer wieder ein Lächeln in mein Gesicht gezaubert. Auf welche Ideen die beiden Lausbuben kommen, ist einfach nur genial. So kommt auch der Humor im Roman nicht zu kurz.

Einzig die Handlung am Gardasee hat der Geschichte ein bisschen an Schwung genommen. Als Nebenschauplatz nahm mir dieser Strang etwa zu viel Raum ein.
Die Schokoladenvilla wird weitergehen und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung. Und jetzt mache ich mir eine leckere Gewürz-Schokolade...

Schreibstil:
Der Schreibstil von Maria Nikolai ist flüssig und lässt sich wunderbar lesen. Er ist leicht und trotzdem hat die Autorin die Sprache dieser Zeit perfekt eingefangen. Man fühlt sich, als befände man sich selbst im letzten Jahrhundert und versuche gegen den Strom zu schwimmen. Maria Nikolai hat großartig recherchiert, erzählt lebendig und hat sich liebevoll ihren Charakteren angenommen.
Am Anfang jedes Kapitels sind Zeit und Ort des Geschehens angegeben. Auf den beiden Innenseiten des Covers gibt es ein leckeres Rezept.

Am Ende des Romans gibt es ein Personenregister, ein Glossar und einige Erklärungen zum historischen Hintergrund.

Fazit:
Ein toller Auftakt einer Trilogie rund um die Schokoladenmanufaktor Rothmann in Stuttgart, die man nicht ohne Schokolade in Griffnähe lesen sollte. Der Autorin gelingt ein faszinierendes Bild der verschiedenen Gesellschaftschichten, sowie die Aufbruchstimmung in ein neues Zeitalter. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und warte sehnsüchtig auf den nächsten Teil.

Herzlichen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für die Leserunde und das Rezensionsexemplar
 

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