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Der Duft von Kuchen und Meer - Anne Barns

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch; 2. Edition (11. März 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499016435
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499016431
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Ein Haus auf Amrum! Und das will Oma Undine ihr schenken? Maren kann ihr Glück kaum fassen. Seit ihr Lebensgefährte vor vier Jahren starb, hat die alleinerziehende Mutter es nicht leicht. Und jetzt tun sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten auf. Mit ihrer sechsjährigen Tochter reist die Konditorin auf die bezaubernde Nordseeinsel. Das Reetdachhaus gleich hinter den Dünen begeistert die beiden sofort. Als sie im Gartenschuppen auf einen wunderschönen verstaubten Backtisch stoßen, haben Maren und Leni schon den Duft von Vanille und Butter in der Nase. Doch dann macht Omas Bruder Ocke ihnen klar, dass sie auf Amrum nicht erwünscht sind. Maren möchte die Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht bringen. Warum hat Oma Undine damals Hals über Kopf die Insel verlassen und ist nie zurückgekehrt? Bei der Suche nach Antworten lernt Maren neben ihrer neuen Verwandtschaft auch den Insulaner Mattes kennen. Kann die Insel ein Neuanfang sein? Für ihre Tochter, für sie selbst – und für ihr Herz, das sich mit jedem Atemzug, mit jedem Blick auf Wasser und Horizont weiter öffnet?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von Anne Barns verspricht wieder eine richtige Wohlfühlgeschichte zu werden - und dem war auch so, auch wenn ich diesmal ein wenig Tiefe vermisste.

Maren lebt in Kassel und ist seit vier Jahren Alleinerzieherin ihrer sechsjährigen Tochter Leni, nachdem ihr Mann Florian plötzlich verstorben ist. Ihre Großmutter Undine ist ihr eine große Hilfe, denn sie hütet oftmals ihre Urenkelin, wenn Maren länger im Café arbeiten muss, wo sie leckere Kuchen und Torten bäckt.
Eines Tages eröffnet Undine ihre Enkeltochter, dass sie ein Haus auf Amrum besitzt, in dem ihre Tante Gesche lebt, welche auch das Wohnrecht hat. Diese möchte demnächst ausziehen und da Undine nie mehr nach Amrum zurückkehren möchte, will sie das Haus Maren schenken. Maren fällt aus allen Wolken und nimmt sich erstmals zwei Wochen frei um sich das Haus anzusehen. Noch vor Lenis Einschulung fahren die Beiden auf die Nordseeinsel, um zu überlegen, ob sie das Haus verkaufen oder vermieten sollen. In Amrum angekommen, sind Maren und Leni sofort verzaubert von der Lage des Anwesens, welches direkt an den Dünen liegt. Auch das erste Zusammentreffen mit Gesche und Martje verläuft sehr positiv, doch einfach wird es Maren trotz allem nicht gemacht.....

Anne Barns erzählt die Geschichte in der Gegenwart aus der Sicht von Maren. Es gibt jedoch auch einige Rückblicke in die Vergangenheit. In diesem Strang lernen wir Hedwig kennen, die Mutter von Undine, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Frankfurt nach Amrum gekommen ist, um ihre große Liebe Jordis zu heiraten. In diesem Handlungsstrang und aus Gesprächen zwischen einigen Familienmitgliedern lässt die Autorin den Leser hinter die Kulissen schauen und deckt nach und nach ein paar Familiengeheimnisse auf.

Die Geschichte lässt sich leicht und locker lesen und der angenehme Schreibstil der Autorin lässt einem durch die Seiten fliegen. Allerdings erhält leider die Geschichte auch viel Altbekanntes aus ihren anderen Romanen. Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich, dass Undine ihre Herkunft ihrer Tochter, Enkel- und Urenkeltochter verheimlicht hat. Niemand von ihnen wusste, dass sie auf Amrum geboren wurde und auf der Insel gelebt hat. Das finde ich schon etwas weit hergeholt. 

Lenis Aussagen fand ich außerdem oftmals nicht altersgerecht. Auch wenn sie ein aufgewecktes und neugieriges Kind ist, empfand ich ihre Weisheiten oder Kommentare nicht authentisch. Trotzdem hat mich Lenis offene Art und ihr Überschwang sehr gefallen, auch wenn für mich das Alter nicht wirklich passte.

Anne Barns hat die Amrumer Sprache gut eingesetzt, aber irgendwann wurde es mir dann doch etwas zu viel. Bei österreichischen Büchern ist bei den Verlagen oftmals der Dialekt nicht erwünscht oder wird gekürzt, was ich nicht authentisch finde. Hier wurde auf jeder Seite Öömrang verwendet. Das passt für mich nicht.

Hingegen konnte mich die Atmosphäre wirklich mitnehmen und verzaubern. Das Feeling für die Insel hat durch die bildhafte Landschaftsbeschreibung und durch die Verhaltensweisen der Inselbewohner noch mehr an Ausstrahlung gewonnen. Und als Leckermäulchen habe ich jede Erwähnung der leckeren Backwaren, die Maren zaubert, geliebt. Da läuft einem gleich das Wasser im Mund zusammen. Einige Rezepte davon findet man auf den letzten Seiten des Buches - vielen Dank Anne Barns.

Auch das Ende kam mir dann fast zu plötzlich und erschien mir etwas zu problemlos. Trotzdem mochte ich den Roman gerne, denn er sorgt für entspannte Lesestunden und lässt einem von Urlaub an der Nordsee träumen.

Fazit:
Ein leichter Wohlfühlroman mit leckeren Rezepten, einen Familiengeheimnis und einer atmosphärischen Inselkulisse - zum Entspannen und Wohlfühlen.


Ein Apfelbaum am Meer - Anne Barns

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Taschenbuch; 1. Edition (25. Oktober 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365001255
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365001257
    • Genre: Gegenwartsliteratur





HarperCollins Kurzbeschreibung:

Als Julie die Einladung nach Juist zu Ennas achtzigstem Geburtstag in der Hand hält, kann sie es kaum glauben. Jahre ist es schon her, dass sie die beste Freundin ihrer verstorbenen Oma getroffen hat. In den lebhaftesten Bildern erinnert Julie sich noch an die zauberhaften Urlaube ihrer Kindheit auf der Nordseeinsel mit der Großmutter. Und an Enna, die den besten Apfelkuchen aller Zeiten gebacken hat. Auf Juist angekommen, muss sie feststellen, dass Enna dabei ist, liebgewonnene Dinge zu verschenken, damit sie die Zeit überdauern können. Auch Julie erhält ein Geschenk, mit dem sie niemals gerechnet hätte. Und da ist auch noch Ole, der ihr als kleiner Junge einst versprochen hat, sie zu heiraten, wenn sie beide erwachsen sind. 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher von Anne Barns sind wunderbare Wohlfühlromane, die ich immer wieder gerne lese. Auch in "Ein Apfelbaum am Meer" konnte ich wieder abtauchen und fand mich diesmal auf der Insel Juist wieder.

Vor dem ersten Kapitel gibt es einen kleinen Rückblick ins Jahr 1957 zu Giulietta. Sie ist die italienische Großmutter unserer Hautprotagonistin Julie, die wir in der Geschichte begleiten.
Julie hat sich soeben von ihrem Freund getrennt und außerdem ihren Job verloren. Doch dem nicht genug ist ihre geliebte Nonna Giulietta verstorben. Kurze Zeit später erhält sie eine Einladung ihrer Großtante Enna zum 80. Geburtstag. Sie war die beste Freundin von Giulietta und als Kind war Julie oftmals auf Juist bei Enna zu Gast. Doch die Besuche auf der Insel endeten jäh. Als sie hört, dass Merle, die Enkelin von Enna, dringend Hilfe in ihrem Café und der Backstube benötigt, macht sich Julie auf nach Juist. Schon immer hat sie wahnsinnig gerne gebacken und mit Merle hat Julie sich schon als Kind gut verstanden.
Außerdem ist sie neugierig, warum die Besuche auf Juist damals so plötzlich aufhörten. Gab es dafür einen besonderen Grund? Julie kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur, mit dem sie nicht gerechnet hat...

Wer bereits "Apfelkuchen am Meer" gelesen hat, kennt Oma Enna und Merle bereits. Es ist immer schön, wenn man bekannte Figuren wiedertrifft. Trotzdem kann man diesen Roman unabhängig und ohne Vorkenntnisse lesen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Julie in der Ich-Form. Der Schreibstil ist wieder bildhaft und locker leicht.
Man fliegt durch die Seiten und hat das Gefühl selbst Teil der Familie zu sein. Das Setting auf Juist hat mir wieder sehr gut gefallen und sorgt für Lokalkolorit und für Fernweh. Aber auch der deutsch-italienische Mix zu Beginn und die immer wieder angesprochenen italienischen Wurzeln bereichern die Geschichte...auch backtechnisch. Die leckeren Köstlichkeiten aus Merles Bäckerei lassen einem nämlich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Es wird sehr viel gebacken und man erlebt die Insel selbst wie ein Tourist - mit Familienanhang.

Die Haupt- und Nebencharaktere sind wieder sehr liebevoll ausgearbeitet. Ich habe mit allen mitgefiebert, gelacht und geweint. Die Figuren haben Ecken und Kanten und wirken wie du und ich.
Ich habe mich in der Geschichte sehr wohl gefühlt, allerdings kam dann ein sehr abruptes Ende. Ich habe 2x zurückgeblättert, weil ich dachte ich hätte etwas überlesen. Außerdem gab es nach dem Ende nur einen kurzen Epilog und danach fast siebzig Seiten Rezepte. Ich mag es zwar, wenn es zur Geschichte noch tolle Rezepte gibt, aber dass war mir etwas zu viel und ging zu Lasten des Finales.

Ich hätte mir mehr thematische Tiefe im Roman gewünscht und die Figuren etwas länger begleitet. So hatte ich das Gefühl die Geschichte wäre einfach plötzlich aus. Es gab keinerlei Aufklärung, wer welche Geschenke erhielt (im Klappentext groß angekündigt) und aus welchen Gründen. Sehr schade!

Fazit:
Trotz des abrupten Endes und der Kürze hat mich dieser warmherziger Wohlfühlroman wieder sehr gut unterhalten. Zusätzlich bekommt man Fern- und Meerweh, denn das Setting wird sehr bildhaft beschrieben. Eine leichte Sommerlektüre mit schönen Momenten, die einem aus den Alltag abtauchen lassen....

Vielen Dank an das Bloggerportal von Harper Collins für das Rezensionsexemplar!

Der süße Himmel der Schwestern Lindholm - Andrea Russo

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (14. Dezember 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499004011
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499004018
    • Genre: Familienroman




Rowohlt Kurzbeschreibung:
Schweden, 1936: eine kleine Bäckerei am Rand des Kullabergs. Dort sind die fünf jungen Lindholm-Schwestern zu Hause. Seit Jahrzehnten backt die Familie an der Skåne-Küste Brot und andere Leckereien. Wirtschaftlich sind die Zeiten auch in Schweden schwer. Da kommen Ingrid, Hannah und Matilda auf die Idee, die Bäckerei um ein Gartencafé zu erweitern und die Gäste mit Vanilleherzen und anderen Familienrezepten zu verwöhnen. «Söta Himlen» wird es heißen. Schnell entwickelt sich der «Süße Himmel» zum beliebten Ausflugsziel. Doch dann beginnt ein neuer Krieg in Europa. Plötzlich droht die Weltgeschichte die engen Bande zwischen den Schwestern zu zerreißen – und mit ihnen den «Süßen Himmel».

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf den neuen Roman von Anne Barns alias Andrea Russo habe ich mich schon  sehr gefreut, denn diesmal entführt uns die Autorin nach Schweden. Und wer sie bereits kennt weiß, dass wir wieder so einige Leckereien vorgesetzt bekommen.
Anders als sonst ist auch die Zeit, in die sie uns diesmal entführt, nämlich 1936. Im südschwedischen Fischerdorf Arild auf der Halbinsel Kullaberg wohnt die Familie Lindholm. Die fünf Töchter sind alle sehr unterschiedlich. Während die beiden älteren Töchter Hannah und Ingrid in der familieneigenen Bäckerei mitarbeiten, ist Matilda im Nachbarort Mölle in einem Hotel als Servierkraft tätig. Die Zwillinge Ebba und Ulla gehen noch zur Schule. Die Bäckerei ist ein reiner Frauenbetrieb, denn der Vater der Mächen arbeitet aus wirtschaftlichen Gründen in Kiruna, seiner ehemaligen Heimatstadt und am nördlichsten gelegen, als Bergarbeiter. Doch die Zeiten werden schlechter und die Wirtschaftskrise hat auch Schweden fest im Griff. Obwohl der Vater sein Einkommen nach Hause schickt, kommen die Frauen damit und dem selbst erwirtschafteten Geld kaum über die Runden. Bis Ingrid die glorreiche Idee hat, die Bäckerei um ein kleines Gartencafé zu erweitern. Sie hofft, dass die Bade-Touristen aus Mölle wegen den eigens kreierten Leckereien in den „Söta Himlen", den süßen Himmel, kommen. Hannah entwickelt immer neue Rezepte, die immer mehr Kunden anlocken. Doch dann verliebt sich ausgerechnet Hannah in den Deutschen Karl und setzt den Familienfrieden aufs Spiel …

Im Prolog sind wir jedoch noch in der Gegenwart, wo Britt in der dritten Generation den süßen Himmel führt. Aus der ehemaligen Bäckerei ist ein gut besuchtes Gartencafé gewordem. Eines Tages erhält die Familie von einer gewissen Julia einen Brief aus Deutschland. Sie behauptet ebenfalls eine Lindholm zu sein, denn sie besitzt die Rezeptesammlung der Familie aus den 1930er Jahren. Danach wechselt die Autorin in die Vergangenheit und bleibt bis zum Ende dort. Das fand ich sehr schade, denn ich hätte am Ende gerne einen Blick zurück in die Gegenwart und eine Auflösung gehabt, auch wenn man sich nach den vierhundert Seiten denken kann, wie es in ihren Besitz gekommen sein könnte. Trotzdem blieben für mich noch einige Fragen offen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Sichweisen der drei älteren Schwestern Hanna, Ingrid und Matilde erzählt.
Hannah ist die Älteste der Schwestern und mit ihrem Jugendfreund Gunnar zusammen, als sie sich in den Deutschen Karl verliebt. Die Familie ist davon alles andere als begeistert. Vorallem der Großvater, ein überzeugter Sozialdemokrat, ist gegen Hitler und die Nationalsozialisten und alles Deutsche. 
Matilda ist die aufgewecktere der drei älteren Schwestern. Sie liebt es zu flirten und möchte einmal Schauspielerin werden.
Ingrid ist am Bodenständigsten, aber unglücklich verliebt. Sie hatte die Idee mit dem Café, wollte damit das Einkommen der Familie steigern und ihre Schwestern in Arild halten, fester an die Familie binden. Doch als der Krieg ausbricht, wird das immer schwieriger.

Auch in diesem Roman ist man beim Lesen von einem wohligen Gefühl der Geborgenheit umgeben. Man fühlt die Harmonie und den Zusammenhalt zwischen den Schwestern. Aber auch die Familie hält gegen äußere Einflüsse zusammen. Dazu kommt der Geruch der leckeren Backwaren, den ich immer in der Nase hatte, während Hannah ein neues Rezept ausprobierte. Andrea Russo versteht es ganz besonders diese Leckereien so plastisch dazustellen, weil sie selbst eine begeisterte Köchin und Bäckerin ist. Das spürt man zwischen den Zeilen. Die köstlichen Rezepte aus dem Buch gibt es auch im Anschluss an die Geschichte.
Ebenso bilshaft sind die Landschaftsbeschreibungen der Gegend rund um die Halbinsel Kullaberg. Im Moment verschlinge ich sowieso jede Lektüre, die in Schweden spielt, da meine Tochter für ein Jahr im hohen Norden studiert. 

Mir hat die Geschichte wieder wunderbar gefallen, allerdings habe ich neben dem Kritkpunkt, dass mir am Ende eine Rückkehr in die Gegenwart gefehlt hat, noch einen weiteren. Ich hatte durch den Schreibstil nicht das Gefühl in der Vergangenheit zu sein. Die Mädchen und die Sprache waren mir zu "modern".
Außerdem hätte mich die gesellschaftliche und politische Situation in dieser Zeit in Schweden noch mehr interessiert. Das Land war zwar neutral und nicht aktiv am Zweiten Weltkrig beteiligt, war aber wirtschaftlich stark mit Deutschland verbunden. Hier hätte ich gerne mehr Einblicke gehabt.

Deshalb gibt es von mir 4 Sterne für diesen Wohlfühlroman, bei dem es vorallem um Liebe, Familie und Zusammenhalt geht.

Fazit:
In der Geschichte geht es um Zusammenhalt, Harmonie und vorallem um die Familie. Ich hatte tolle Lesestunden mit diesem süßen Wohlfühlroman, bei dem ich nur kleine Kritikpunkte habe. Ich hoffe, dass die Autorin den Kreis in die Gegenwart doch noch schließt und einen Nachfolgeband schreibt.

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bernsteinsommer - Anne Barns

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; 1. Edition (23. März 2021)
    • ISBN-10 : 3749900205
    • ISBN-13 : 978-3749900206
    • Genre: Gegenwartsliteratur




HarperCollins Kurzbeschreibung
:
Nach ihrer Ausbildung zur Konditorin hat Christina ihr eigenes Café eröffnet. Wunderschöne Aquarelle schmücken dort die Wände. Ihr Vater hat sie ihr geschenkt, doch seit er die Diagnose Alzheimer erhalten hat, malt er nicht mehr. Er verändert sich und verschwindet immer mehr in seiner eigenen Welt. Dass er trotzdem eines Tages  nach seinen Malkreiden fragt, ist für Christina ein Lichtblick. Ohne Zögern macht sie sich in seinem Arbeitszimmer auf die Suche und findet dabei ein Ölgemälde, das nicht von ihrem Vater stammen kann. Trotzdem fühlt sie sich wie magisch angezogen von der lichtdurchfluteten Meerlandschaft und begibt sich bei der Suche nach dem Künstler auf eine Reise, die sie von Hanau nach Rügen und in die Vergangenheit ihrer Familie führt.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von Anne Barns führt uns nach Hanau, Frankfurt und an die Ostsee. Und ich freue mich, dass das Cover des neuen Buches wieder an die alten anknüpft, die ich viel ansprechender finde, als diese Neuauflagen.

Christina Sander liebt ihren Beruf als Konditorin und ist stolze Besitzerin eines Cafés. Zu ihrem Leidwesen ist daraus ein kleines Bistro geworden, um überleben zu können. Auch privat läuft es nicht gerade rosig. Die Scheidung von ihrem Noch-Ehemann läuft noch und ihr dementer Vater, der in einem Pflegeheim untergebracht wurde, bereitet ihrer Mutter und ihr ebenfalls Sorgen. Da kommt ein Wasserrohrbruch im Café noch hinzu und die Ankündigung des Mieters, er wolle das gesamte Haus renovieren. Das Café muss für einige Wochen schließen. Diese Auszeit nutzt Christina, um sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen. In dieser kommt seit kurzem auch Lukas vor, ein ehemaliger Kollege ihres Vaters. Doch ist sie schon bereit für eine neue Liebe?

Eines Tages fragt ihr Vater Christina nach seinen Malkreiden mit denen er früher gemalt hat. Bei der Suche im Arbeitszimmer fallen Christina Zeichnungen in die Hände, die nicht von ihrem Vater stammen können. Die Initialen "GS" und die Jahreszahl 1929" weisen auf jemanden aus ihrer Familie hin. Eines weiß Christina aber sicher - eine Zeichnung ihres Vaters ist das Ölbild des Kreidefelsen auf Rügen nicht. Ihre Neugier ist geweckt und sie beginnt nachzuforschen.
Im Prolog und in kleinen Rückblenden erfahren wir dann auch mehr über die geheimnisvolle "GS", die alles andere als ein erfülltes Leben hatte. Ihre Vergangenheit kam mir dabei ein bisschen zu kurz.

Das Thema Demenz hat die Autorin sehr gefühlvoll und sensibel in ihren Roman miteinbezogen. Es beherrscht nicht die Geschichte, zeigt aber trotzdem auf, wie sehr sich Menschen durch diese Krankheit verändern und wie sich die Angehörigen dabei fühlen, wenn sie immer weniger im Leben von Demenzkranken eine Rolle spielen. Manche Entwicklungen machten mich sehr nachdenklich und traurig, vorallem weil meine Mutter in ihren letzten Jahrem auch an Alzheimer erkrankte.

Die Schicksalsschläge, die Christine durchmachen muss, lösen sich allerdings meiner Meinung etwas zu schnell und zu leicht auf. Auf der anderen Seite wird den Lesern das Gefühl gegeben, dass man auch aus schlechten Zeiten immer wieder etwas Gutes herausholen kann.
Obwohl der Roman zwar die zu erwartenden Wohlfühlmomente erfüllte, plätscherte er grötenteils ohne Höhen und Tiefen dahin. Dies habe ich bereits im letzten Roman "Eisblumenwinter" kritisiert. Im Gegensatz zu ihrem letzten Buch hat mich die Autorin in "Bernsteinsommer" aber mit dem schwierigen Thema Demenz überzeugen können. Sie beschreibt die Krankheit sehr einfühlsam, denn Alzheimer ist nicht "Honig im Kopf", wie manche glauben möchten.

Sehr schön fand ich auch das Wiedersehen mit einigen Figuren aus den anderen Büchern der Autorin, wie Thea, Annie und ihre Enkelinnen Katharina, Pia und Jana. Der titelgebende "Bernsteinsommer", der Christina nach Rügen und nach Hiddensee führt, findet leider erst im letzten Drittel statt. Die stimmungsvollen Landschaftsbilder der Ostseeinseln und die Leckereien, die wieder gebacken werden, erfüllen schlussendlich alle Leser-Erwartungen. Auch das Familiengeheimnis um die geheimnisvollen Initialen "GS" wird aufgeklärt.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und kurzweilig und die Charaktere sehr liebevoll gezeichnet. Mit Liljana hat Christina eine herzensgute Freudin gefunden, die ihr in allen Lebenslagen hilft. Ihre Direktheit mochte ich sehr. Lukas ist ein netter Kerl und schon sehr lange in Christina verliebt. Trotzdem fehlten mir an ihm Ecken und Kanten. Christinas Mutter ist eine sehr sympathische Frau, die sowohl für ihre Tochter, als auch ihren kranken Mann eine große Stüze ist. Sie weiß allerdings auch, wann sie loslassen und wieder ein eigenes Leben führen muss.
Nicht zu vergessen sind die leckeren Rezepte am Ende der Geschichte und die Erwähnung der "Hiddenseer Malweiber" im Nachwort/Danksagung.

Fazit:
Ein herzerwärmender Wohlfühlroman über Familie und Freundschaft, der aber auch einige schweren Themen beinhaltet. Trotzdem bleibt die Geschichte zuckersüß und vieles löste sich für mich zu schnell in Wohlgefallen auf. Wer Anne Barns kennt, findet sie auch in "Bernsteinsommer" wieder, wobei ich schon bessere, aber auch schon schwächere Romane von ihr gelesen habe. Ich vergebe 3 1/2 Sterne, die ich auf anderen Plattformern gerne auf 4 Sterne aufrunde.

Vielen Dank an HarperCollins und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Eisblumenwinter - Anne Barns

     

    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • ISBN-10: 3959675364
    • ISBN-13: 978-3959675369
    • Herausgeber : HarperCollins (25. August 2020)
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Harper Collins Kurzbeschreibung:
Mit ihrer Karamellwerkstatt auf Rügen lebt Pia erfolgreich ihren Traum. Und doch ist sie nicht glücklich. Denn Paul, der Mann, den sie liebt, lebt gut fünfhundert Kilometer entfernt auf der Insel Juist. Als ihre Großmutter sie bittet, sie auf eine Reise zu den Orten ihrer Kindheit zu begleiten, sagt Pia zu. Eine Auszeit mit ihrer Oma ist genau das, was sie jetzt braucht. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Dabei entdecken sie eine Liebesgeschichte, die Zeit und Grenzen überdauert hat – und bis heute nachwirkt.
 
Meine Bewertung: * * *
 
Buch zur Weltenbummler Challenge
 
Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anne Barns und war schon sehr gespannt auf ihren neuen Roman "Eisblumenwinter", der in einer neuen Aufmachung im Harper Collins Verlag erschienen ist. Ich finde es schade, dass die Cover so anders aussehen, denn die leckeren Kirsch- oder Apfelkuchen auf den Büchern der Autorin, die bereits erschienen sind, sehen doch so toll und verführerisch aus. Aber es kommt ja auch auf den Inhalt an... Der konnte mich diesmal leider, wie auch die neue Covergestaltung, nicht so ganz überzeugen.

In "Eisblumenwinter" begegnen wir wieder Oma Annie aus "Drei Schwestern am Meer". Katharina, Pia und Jana, die nach dem Tod der Eltern von der Großmutter aufgezogen wurden, kommen kurz vor Weihnachten wieder alle zusammen um das Fest der Feste zu feiern. Zusätzlich stehen alle drei Schwestern vor einer größeren Entscheidung. Katharina ist sich unsicher, ob sie ihren Freund Miro heiraten soll, der mit ihr in seine Heimat Polen ziehen möchte. Pia lebt auf Rügen und liebt ihre Karamellwerkstatt, doch ihr Freund Paul lebt auf der Nordseeinsel Juist und möchte ein eigenes Restaurant eröffnen. Keiner der beiden möchte "seine Insel" verlassen und doch wollen sie zusammen sein. Im Moment haben sie eine Beziehungspause eingelegt, denn sie stellen sich die Frage: Ost- oder Nordsee? Oder Trennung? Küken Jana hingegen hadert mit ihrem Studium und weiß nicht, ob sie es abbrechen oder fortsetzen soll. 
Als auch noch Annies Schwester Erika mit der Neuigkeit auftaucht, dass ihre Tante Hedwig, von der sie seit der Teilung Deutschlands nichts mehr gehört hatten, noch lebt und in Kürze ihren 94. Geburtstag feiert, machen sich alle auf den Weg nach Schönberg an der Nordsee. Dort stehen ihnen noch weitere Überraschungen bevor...

Anne Barns punktet wieder mit toller Wohlfühlstimmung im Roman. Sie schreibt einfach wundervoll leicht, bildhaft und mit sehr viel Emotionen. Auch der Humor kommt das eine oder andere Mal nicht zu kurz. Die Landschaftsbeschreibungen verführen den Leser die Inselwelt der Ostsee im Winter zu besuchen, auch wenn ich sicherlich die tief verschneiten österreichischen Alpen bevorzugen würde ;).
Man schmeckt die verschiedenen Karamellvariationen, riecht den Duft des frisch gebackenen Hot Milk Cake, süffelt am Badewannen-Gin und verkriecht sich am liebsten selbst mit einer flauschigen Decke und heißer Schokolade auf die Couch. Absolut passend für die Vorweihnachtszeit! Zusätzlich spürt man den Zusammenhalt zwischen den Frauen, die ihre Probleme teilen und sich gegenseitig unter die Arme greifen. Am liebsten wäre man selbst mitten drin...

Auch die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet. Sie sind authentisch und sprühen voller Lebenslust und Sympathie. Sie haben aber auch ihre Ecken und Kanten. Die Schwestern sind sehr verschieden und trotzdem ein Herz und eine Seele.

Leider plätschert diesmal die Geschichte einfach zu sehr dahin. Es gibt kaum Spannung, vieles löst sich zu schnell in Wohlgefallen auf und vorallem waren es mir zu viele Namen und Personen, die plötzlich alle auftauchen, als es um die Vergangenheitsfindung geht. Man erfährt in Rückblicken mehr aus der Zeit rund um die Trennung Deutschlands, den Eisernen Vorhang, Liebe und Flucht. Da gibt es plötzlich neue Verwandte in Dänemark, die mir zu Beginn alle durcheinanderkamen....Gott sein Dank gibt es einen Stammbaum am Ende des Buches. Trotzdem hatte ich manchmal Mühe jemanden aus der Vergangenheit oder der Gegenwart zuzuordnen.
Abgerundet ist die Geschichte wieder mit einigen leckeren Rezepten im letzten Teil des Buches, die zum nachkochen animieren.

Fazit:
Ein eher unspektulärer neuer Roman der Autorin, der mich nicht ganz abholen konnte. Vorhanden ist aber wieder die wunderbare familiäre Atmosphäre, der Wohlfühlmoment und die leckeren Gerichte, die immer in Anne Barns Büchern gekocht und gebacken werden. Zum Zurücklehnen und genießen, aber diesmal leider nicht viel mehr.
Vielen Dank an das Harper Collins Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Kirschkuchen am Meer- Anne Barns

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (24. März 2020)
    • ISBN-10: 3959674198
    • ISBN-13: 978-3959674195
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Belletristik


Harper Collins Kurzbeschreibung:
Völlig unerwartet taucht eine Fremde auf der Seebestattung von Maries Vater auf, zu dem sie selbst in den letzten Jahren kaum noch Kontakt hatte. Niemand scheint sie zu kennen. Es gibt nur einen Hinweis zu dieser Frau, und der führt nach Norderney. Mit zwiespältigen Gefühlen, aber festentschlossen das Geheimnis zu lüften, das Marie hinter dem Erscheinen dieser Frau vermutet, fährt sie von Hooksiel aus auf die beschauliche Nordseeinsel. Und wirklich: Zwischen Dünen und Meer lernt Marie ihren Vater hier noch einmal neu kennen. Es kehren Erinnerungen zurück an warmen Kirschkuchen und Sommertage voller Genuss, Sonne und Glück.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Sommerroman von Anne Barns alias Andrea Russo passt perfekt, um sich in diesen schwierigen Zeiten etwas abzulenken und wenigstens in Gedanken auf Urlaub zu gehen.
Besonders als ich zwei sehr beklemmende Romane parallel gelesen habe, brauchte ich Abwechslung und dafür passt "Kirschkuchen am Meer" einfach perfekt!

Zuerst lernen wir Marie kennen, die nach Abbruch ihres Studium als Drogistin arbeitet. Ihr wurde erst eine Beförderung als Filialleiterin angeboten, doch ihr Herz schlägt fürs Kuchen backen. Zusätzlich wäre der neue Job weiter entfernt und sie müsste umziehen. Die Beziehung zu ihrem Freund Marc ist jedoch seit einiger Zeit etwas angegriffen, da käme ein Umzug nicht wirklich recht. Seit einem Burn Out ist er arbeitslos und steckt in einer Sinnkrise. Zusätzlich wirft die überraschende Nachricht vom Tod ihres Vaters Enno Marie aus dem Gleichgewicht. Seit der Scheidung von ihrer Mutter hatte sie und ihre ältere Schwester Lena kaum mehr Kontakt zu ihm. Das lag vorwiegend an seiner neuen Frau Ilonka, genannt "die Hexe". Trotzdem nimmt der plötzliche Tod ihres Vaters Marie richtig mit. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Oma reist sie nach Hooksiel, um an der Seebestattung teilzunehmen. Die hochschwangere Lena muss leider zuhause bleiben, ebenso wie Maries Freund Marc, der ein Vorstellungsgespräch hat. Das Power-Trio trifft nicht nur auf die verhasste Ilonka und ihren Sohn Hannes, sondern auf eine unbekannte Frau mit kurzen roten Haaren, die weinend das Schiff verlässt, aber für Marie eine Tasche mit Erinnerungen da lässt. Bevor Marie sie ansprechen kann, ist sie verschwunden....

Von Beginn an war ich mitten im Geschehen und bin mit dem "Dreimädlerhaus" Richtung Norden gefahren. Zuerst zur Seebestattung, danach nach Norderney und Juist, wo wir auch auf altbekannte Figuren aus "Apfelkuchen am Meer" treffen. Marie, die unbedingt wissen will, wer die rothaarige Frau ist, beginnt nachzuforschen. Im Laufe ihrer Recherchen erfährt sie nicht nur mehr über ihre Familie, sondern auch über sich selbst. In Maries Erinnerung ist ihr Vater bis zur Scheidung ein toller Mann, der mit ihr zusammen Kirschen pflückte und den allerbesten Kirschenröster gemacht hat. Die ältere Lena hat hingegen die Schwierigkeiten der Eltern bereits mitbekommen. Marie versucht durch ihre Suche den Vater besser kennenzulernen und etwas mehr über sich selbst zu erfahren, denn sie stellt nicht nur ihre Bezieung in Frage, sondern macht sich auch Gedanken über ihren beruflichen Werdegang.

Familienzusammenhalt wird bei den vier Powerfrauen groß geschrieben. Außerdem wird wieder gebacken, was das Zeug hält. Ich hatte den herrliche Duft frischgebackener Kuchen in der Nase. Hungrig sollte man beim Lesen definitiv nicht sein! Schon ohne knurrenden Magen bekommt man Lust auf Süßes - vorallem, wenn man wie ich ein Zuckergoscherl ist!
Aber auch die bildhaften Landschaftsbeschreibungen, die meine Sehnsucht nach Urlaub weckten und das Inselflair haben mich sofort wieder gepackt und sehnsüchtig seufzen lassen.

Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet. Marie ist eine mutige junge Frau, deren große Liebe das Backen ist. Lena ist Maries engste Vertraute, die Oma ein Energiebündel voller Lebenslust. Marc hingegen ist voller Selbstzweifel und ich wusste nicht so recht, was ich von ihm halten soll. Ilonka ist die sprichwörtliche böse Stiefmutter und Hannes steht ihr an Berechnung in nichts nach. Die Inselbewohner neben Merle, die in "Apelkuchen am Meer" unsere Hauptprotagonistin war, sind liebenswürdig und voller Herzenswärme. Vorallem Matthias und Thomas aus der Kaffeerösterei "Bittersüß", aber auch Annie und Jutta werden bald zu guten Freunden.

Schreibstil:
Ich liebe den bildhaften und lebendigen Schreibstil der Autorin, deren Wohlfühlromane mich in eine andere Welt abtauchen lassen. Die atmosphärische und bildhafte Landschaftsbeschreibung sorgt auch in ihrem neuen Roman für das nötige Lokalkolorit.Teils witizge Dialoge sorgen für Humor in der emotionalen Geschichte.
Auch diesmal gibt es am Ende wieder leckere Rezepte, die auch im Roman eine Rolle spielten.

Fazit:
Ein warmherziger Wohlfühlroman, den man auf keinen Fall hungrig lesen sollte. Eine Geschichte zum Abtauchen und um etwas Meerluft zu schnuppern, wenn auch nur in buchiger Form. Eine leichte Sommerlektüre mit schönen Momenten, die auch einige ernstere Töne anschlägt.

Vielen Dank an das Bloggerportal von Harper Collins für das Rezensionsexemplar!

Bratapfel am Meer - Anne Barns




    • Taschenbuch: 298 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (16. September 2019)
    • ISBN-10: 3745700376
    • ISBN-13: 978-3745700374
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Liebesroman



Mira Kurzbeschreibung:
»Bring meine Kette zurück zu meiner großen Liebe, nach Juist!« Nur wenige Stunden vor ihrem Tod hat Caros Patientin ihr dieses Versprechen abgenommen. Nun steht Caro auf dem Klinikflur, der ihr alltäglicher Arbeitsplatz ist, und hält Elfriedes kunstvoll gearbeitete Perlenkette in den Händen. Sie spürt, dass dieses Schmuckstück ein ganz besonderes Geheimnis birgt, und beschließt, zum Jahreswechsel auf die kleine Nordseeinsel Juist zu fahren. So kann sie Elfriedes Wunsch erfüllen und sich, bei eisigem Wind und rauer Brandung vor den Fenstern, mit heißem Apfelpunsch die kleine Auszeit nehmen, nach der sie sich schon lange sehnt.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue winterliche Roman von Anne Barns, der auf der Insel Juist spielt, ist die Fortsetzung zu "Apfelkuchen am Meer". Die Geschichte kann aber auch gut alleinstehend gelesen werden.

Caro Fischer ist Intensivkrankenschwester und betreut ihre Patienten liebevoll. Eines Tages bittet sie eine ihrer Patientinnen um einen letzten Gefallen. Caro soll nach ihrem Tod eine ganz bestimmte Kette zurück nach Juist zu ihrer großen Liebe bringen. Kurze Zeit später ist die alte Dame tot. Nachdem Caro die Weihnachtsfeiertage gearbeitet und sie sich anschließend sowieso zwei Wochen Urlaub eingetragen hat, entschließt sie sich diese Tage gleich für eine Reise nach Juist zu nutzen und ihr Versprechen einzulösen.  Zusätzlich nervt ihr Ex-Mann Jörn wegen ihrer gemeinsamen Wohnung. Caro braucht dringend eine Auszeit und will in aller Ruhe versuchen ihr Leben neu zu sortieren. Sie mietet eine Ferienwohnung und macht sich mit ihrem Bobtail Einstein auf den Weg. Unterwegs gabelt sie einen Autostopper auf, der ihr vage bekannt vorkommt. Mit seinem Gitarrenkoffer und dem Schild "Irgendwohin" trifft er Caros Nerv. Kurze Zeit später erinnert sie sich zurück, dass genau dieser junge Mann vor Jahren am Bett seiner sterbenskranken Frau in der Klinik saß, in der sie arbeitet....

Anne Barns schreibt wieder gewohnt gefühlvoll und lebendig. Die bildhafte Beschreibung der Insel und ihrer Einwohner ist absolut gelungen. Auch als Leser fühlt man sich sofort auf der Nordseeinsel angekommen, wie auch Caro, unsere Hauptprotagonistin. Zusätzlich gibt es ein Wiedersehen mit Merle, Conny, Agata und Großmutter Enna aus dem ersten Band. Besonders gefallen hat mir aber Jana, Caros beste Freundin, die wirklich alles mit ihr teilt und die ein ganz besonderer Mensch ist. Eine Freundin, wie man sie sich nur wünschen kann!
Man begleitet Caro die Zeit über auf Juist und erlebt ihre verschiedenen Gefühlslagen hautnah mit. Dabei werden auch Probleme im Krankenhaus, wie lebensverlängernde Maßnahmen, sowie die Arbeitsüberlastung als Intensivkrankenschwester angesprochen. Größtenteils erleben wir aber einen Wohlfühlroman, der uns auf die idyllische Insel Juist und ihre liebenwerten Menschen entführt. Es ist vorallem Caros Versuch ihrem Leben eine neue Richtung zu geben und ihre Gefühle für Max, den Autostopper, zu erkunden. Dieser lebt jedoch noch viel zu sehr in seiner Vergangenheit und im Selbstmitleid, als dass er die Chance erkennt eine Zukunft mit Caro in Erwägung zu ziehen. Die Liebegeschichte fand ich etwas zu überstürzt und der Funken sprang nicht auf mich über.

Leider driftete der Roman zusätzlich in der zweiten Hälfte etwas ab. Es gab nur mehr wenige überraschende Wendungen und das Geheimnis rund um die Kette verschwand für einige Zeit komplett aus der Geschichte. Zum Ende hin überschlagen sich dann die Ereignisse, wie ich es auch schon bei zwei anderen Romanen bemängelt habe. Hier wurden eindeutig zu viele Themen auf zu wenige Seiten gepackt.
 
Wer bereits die Romane von Anne Barns kennt weiß, dass wir mit allerlei Leckereien verwöhnt werden. Rezepte einiger angeführten Kuchen und Torten findet man im Anhang des Buches.

Fazit:
Ein netter winterlicher Wohlfühlroman mit einigen Schwächen, der mich nicht ganz zufrieden zuück lässt. Ein Buch für einen gemütlichen Leseabend, der einem die Schönheit der Insel Juist, sowie liebevolle Charaktere erleben lässt....und für Zuckergoscherl (=Süßmäuler) wie mich, viele leckerer Rezepte bereit hält.
 
Vielen Dank an Harper Collins für das Rezensionsexemplar!

Honigduft und Meeresbrise - Anne Barns

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (1. April 2019)
    • ISBN-10: 374570004X
    • ISBN-13: 978-3745700046
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Mira Kurzbeschreibung:
Geliebte Martha, von dir zu lesen, gibt mir unendlich viel Kraft! – So beginnt der Brief, den Anna in Händen hält. Die mit Tinte auf das vergilbte Papier geschriebenen Buchstaben sind noch immer gut sichtbar. Trotzdem fällt es Anna schwer, die geschwungene Schrift zu entziffern. Nur am Datum gibt es keine Zweifel: Dezember 1941. Vor fast achtzig Jahren wurde dieser Brief an ihre Urgroßmutter adressiert, und doch hat Anna ihn eben erst gemeinsam mit ihrer Oma geöffnet. Sein Inhalt lässt ein Familiengeheimnis vermuten und Anna beschließt, nach Ahrenshoop zu fahren und dem auf den Grund zu gehen.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Immer wieder verbringe ich buchtechnisch Urlaub an der Ostsee und hoffe eines Tages auch im realen Leben einmal in einem  Strandkorb am Meer sitzen zu können. Mit Anne Barns bin ich diesmal in das Künstlerdorf Ahrenhoop gereist.
Doch zuvor lernte ich unsere Protagonistin Anna kennen. Sie lebt mit ihrem Freund Jens in Dortmund, doch seit dem Tod ihrer besten Freundin Mona und ihres Opas kriselt es vermehrt. Jens kann nicht verstehen, das Anna noch immer Zeit benötigt, um über diese beiden Verluste hinwegzukommen. Er möchte die alte Anna wieder zurück. Bei ihrer Oma Johanna  fühlte sie sich schon immer geborgen und so beschließt sie ein paar Tage bei ihr in Lüdinghausen zu verbringen. Johanna ist Hobby-Imkerin und Anna liebt die Arbeit mit den Bienen und die Gespräche mit ihrer Oma. Eines Tages trifft ein Brief von der Kanalinsel Jersey ein, adressiert an Annas Urgroßmutter Martha Rothermund, unterschrieben von einem Johann und datiert im Dezember 1941. Auf Umwegen hat der Brief nach rund 80 Jahren Marthas Tochter, Oma Johanna, erreicht. Er war in einem Postsack, der von den Briten entwendet wurde, um die Moral der deutschen Besatzer zu schwächen.
Johanna und Anna machen sich auf den Weg nach Ahrenshoop, dem Geburtsort von Martha, und versuchen herauszufinden, wer der geheimnisvolle Absender war. Was wäre gewesen, wenn dieser Brief rechtzeitig eingetroffen wäre?  Dann hätte die Familiengeschichte vielleicht nicht neu geschrieben werden müssen, wie Johanna nach dem Lesen des Briefes so treffend meint...

Mit "Honigduft und Meeresbrise" hat Anne Barns für mich ihren bisher besten Roman geschrieben. Man verliert sich von der ersten Seite an komplett in dieser wunderbaren Geschichte und taucht sehr schnell in die Handlung ein. Ich bin mit Anna und Johanna nach Ahrenshoop gefahren, habe dem Meeresrauschen gelauscht und die Seeluft eingeatmet; bin eigenwilligen Künstlern begegnet, die nach Aktmodellen suchen - egal welches Alter ;)...oder habe endlich meine innerliche Ruhe gefunden. Die Stimmung, die Anne Barns verbreitet ist einmalig und die Charaktere sind liebenswürdig und sympathisch. Eine Oma wie Johanna würde ich mir auch wünschen. Leider habe ich nur eine meiner beiden Großmütter kennengelernt und diese ist nach Jahren schwerer Krankheit verstorben, als ich 12 Jahre alt war.
Johanna ist herzlich, hat jede Menge Humor und ist für Anna ein sicherer Anker in ihrem Leben. Anna ist im Moment verunsichert, trauert um ihre Freundin Mona und die Beziehung zu Jens steht auf der Kippe. Mit Peggy, ihrer ehemaligen Freundin aus Kindertagen und Monas damaligen Partner Timo kommen zwei weitere interessante Charaktere hinzu. Und in Erzählungen von Hinterbliebenen erfahren wir mehr über Martha und Johann....ein Schicksal, das berührt.

"Zu viel nachdenken ist wie schaukeln, man ist zwar in Bewegung, aber man kommt nicht vorwärts"

Das bewegende Familiengeheimnis ist logisch aufgebaut und kann mit so einigen Überraschungen punkten. Mich haben die Umstände sehr berührt. Nur eine einzige Entscheidung kann das Leben bis zur Nachfolge-Generation beeinflussen.
Es geht aber auch um Trauer und Trauerbewältigung, um alte und neue Freundschaften, um Vergebung und das Schicksal, das manchmal ganz schön heftig zuschlagen kann.

Genau wie das Leben, hat auch dieser Roman viele Facetten und am Ende schließt man das Buch mit Wehmut...gerne hätte ich noch stundenlang weitergelesen.

Schreibstil:
Ich liebe den angenehmen spritzigen Schreibstil der Autorin. Mit viel Witz, aber auch mit ernsthaften Themen hat Anne Barns einen absoluten Wohlfühlroman geschrieben, in den man versinken und die Welt ausblenden kann. Die atmosphärische und bildhafte Landschaftsbeschreibung sorgt für das nötige Lokalkolorit.
Protagonistin Anna erzählt das Geschehen aus der Ich-Perspektive.

Das Cover ist wieder ein Augenschmaus. Im Anschluss gibt es wie schon in den Vorgängerromanen Rezepte aus der Küche der Autorin. Die Honigseufzer werde ich sicherlich zur Weihnachtszeit ausprobieren...ich durfte einen bereits probieren und fand ihn köstlich!

Fazit:
Für mich der bisher beste Roman der Autorin. "Honigduft und Meeresbrise" spricht nicht nur leichte Themen an und ist trotzdem ein Buch zum Wohlfühlen, das man mit einem Seufzer zuschlägt und in den man noch stundenlang weiterlesen hätte können. Die leckeren Rezepte am Ende sind nur mehr das Tüpfelchen auf dem i. Ich gebe hier eine klare Leseempfehlung!

Vielen Dank an  Anne Barns aka Andrea Russo für das Rezensionsexemplar und die süßen Leckerein, sowie die Begleitung bei der Leserunde bei Lovelybooks

Drei Schwestern am Meer - Anne Barns



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (5. März 2018)
    • ISBN-10: 3956497929
    • ISBN-13: 978-3956497926
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur


Mira Kurzbeschreibung:
Das Weiß der Kreidefelsen und das Grün der Bäume spiegeln sich türkis im Meer – Rügen! Viel zu selten fährt Rina ihre Oma auf der Insel besuchen. Jetzt endlich liegen wieder einmal zwei ruhige Wochen voller Sonne, Strand und Karamellbonbons vor ihr. Doch dann bricht Oma bewusstlos zusammen, und Rina muss sie ins Krankenhaus begleiten. Plötzlich scheint nichts mehr, wie es war, und Rinas ganzes Leben steht auf dem Kopf.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Drei Schwestern am Meer" ist mein zweiter Roman, den die Autorin unter dem Pseudonym Anne Barns geschrieben hat, aber insgesamt mein drittes Buch von ihr. Bei ihren kulinarischen Geschichten träumt man nicht nur von leckeren Karamellbonbons oder saftigen Ofenfleisch, sondern verliebt sich ebenso in ihre wundervollen Landschaftsbeschreibungen. Dieses Mal sind wir mit Katharina, Pia und Jana auf der Insel Rügen gelandet.

Katharina hat sich endlich wieder ein Wochenende freigeschauftelt um ihre Oma Annie zu besuchen und mit Freund Daniel auszuspannen. Doch der Urlaubstart beginnt mit der Trennung von Daniel und dem Herzinfarkt ihrer Oma. Kurz darauf treffen Katharinas Schwestern Pia und Jana ein. Alle drei Mädchen wurden nach dem Unfalltod ihrer Eltern von Oma Annie aufgezogen. Umso größer ist der Schock als Annie vorerst ins künstliche Koma versetzt wird. Währenddessen versuchen die drei Schwestern im Haus der Oma Klarschiff zu machen und den Urlaubern, die Annie über dem Sommer immer aufnimmt, abzusagen. Doch Rina entdeckt eine Aufforderung der Bank und hört von Annies Freundin Thea, dass ihre Schwester Erika vor kurzem für Unruhe gesorgt hat und die Beiden nicht mehr miteinander sprechen. Warum hat Oma Annie ihr nie davon erzählt?

Die Charaktere sind wieder toll gezeichnet und sehr lebendig. Der Zusammenhalt der Schwestern wird sehr deutlich, auch wenn sie total unterschiedlich sind. Jede für sich ist sympathisch und hat ihre Ecken und Kanten. Während Rina ihr Arztstudium abgeschlossen hat und wegen Daniel nach Berlin gezogen ist, ist sie sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie die richtige berufliche Richtung eingeschlagen hat. Auch Pia und Jana kämpfen mit privaten Problemen und wissen nicht so recht weiter. Da kommt ihnen der gemeinsame Aufenthalt gar nicht ungelegen. Nicht nur Omas Familiengeheimnis wird entdeckt, sondern gemeinsam versuchen sie sich den Problemen zu stellen und sich gegenseitig zu unterstützen....

Die Dialoge zwischen den Schwestern sind spritzig und humorvoll. Die Handlung ist aber nicht nur unterhaltsam, sondern es gibt jede Menge Schicksalsschläge zu bewältigen. Auch ein Familiengeheimnis gibt es zu lüften. In erster Linie geht es jedoch um den Zusammenhalt der Schwestern, um Liebe, Freundschaft und Versöhnung.

Die wunderbare Inselatmosphäre löste bei mir Fernweh aus. Am liebsten würde man sofort seinen Koffer packen und sich mit Rina, Pia und Jana an den Strand setzen. Anne Barns versteht es immer wieder einen richtigen Wohlfühlroman zu schreiben, mit dem man sich auf die Couch kuscheln und sich wegträumen kann.

Erst am Ende komme ich wieder zum einzigen Kritikpunkt. Wie schon bei "Apfelkuchen am Meer" kam das Ende zu übereilt und die Probleme lösten sich innerhalb von kurzer Zeit viel zu schnell auf. Auch hat die Autorin in meinen Augen etwas zu viele Happy Ends eingebracht. Eines hätte für die Glaubwürdigkeit des Romans perfekt gepasst. Mir war es zum Ende hin dann leider zu konstruiert, zu viel Klischee und zwei Happy Ends zu viel. Das ist schade, denn bis dahin hätte ich den Roman ohne zu zögern 5 Sterne gegeben. So sind es schlussendlich 4 Sterne geworden.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen wunderbaren flüssigen Schreibstil, der mich an das Buch fesseln konnte. Protagonistin Katharina erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Die sehr atmosphärische Landschaftsbeschreibung sorgt für das nötige Lokalkolorit und die Charaktere sind allesamt sehr lebendig dargestellt.

Wie bei "Apfelkuchen am Meer"gibt es auch hier am Ende des Buches viele leckere Rezepte, die auch im Roman immer wieder erwähnt werden.

Fazit :
Ein wundervoller Roman über Freundschaft und Familienbande, gewürzt mit einem kleinen Familiengeheimnis und einem (zu großen) Schuss Romantik am Ende. Eine bezaubernde Geschichte, die Fernweh bei mir auslöste, die mir aber am Ende etwas zu konstruiert war. Ein Wohlfühlroman zum Träumen.
 

Ich danke der Autorin ganz herzlich für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares und die süße Beigabe

Apfelkuchen am Meer - Anne Barns




    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (8. Mai 2017)
    • ISBN-10: 3956497104
    • ISBN-13: 978-3956497100
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur


Mira Kurzbeschreibung:
Der süße Duft des warmen Kuchens, der sich mit dem salzigen des Meeres vermischt, das ist für Merle das Aroma der Ferien ihrer Kindheit – das Aroma der Apfelrosentorte. Seit Generationen wird das geheime Rezept in Merles Familie weitergereicht. Als eine Freundin ihr erzählt, dass sie genau diese Torte in einem Café auf Juist gegessen hat, macht Merle sich spontan auf die Suche nach der Bäckerin. Unweigerlich führt ihr Weg sie zurück auf die Insel, wo noch mehr Geheimnisse verborgen liegen als nur ein Familienrezept.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Hufis großen Stall Challenge

Meine Meinung:
Anne Barns alias Anne Töpfer bzw. Andrea Russo hat hier einen absoluten Wohlfühlroman geschrieben, der uns auf die Insel Juist entführt. Diese wird von der Autorin so bildgewaltig beschrieben, dass ich selbst als Österreicherin, die noch nie in dieser Gegend war, das Gefühl hatte am Strand zu stehen, den Wind in den Haaren zu spüren, während meine Zehen im Sand buddeln. Was wünscht man sich mehr? Genau deswegen lese ich auch soo gerne Sommerromane, die im Norden Deutschlands spielen...
Ebenso bildhaft ist die Beschreibung der Kuchen und Torten, die Merle, unsere Hauptprotagonistin im Café bäckt. Deshalb warne ich schon mal vor, bevor ihr den Roman aufschlägt.....deckt euch gründlich ein und/oder liest nicht mit Hunger im Bauch! Es ist auch ohne eine große Herausforderungen für Menschen wie ich, die Süßes lieben!

Aber nun zum Inhalt: Unsere Hauptprotagonistin Merle ist gelernte Konditorin und steht nun kurz vor ihrem BWL-Abschluss, den sie für die Übernahme der Bäckerei ihres Vaters zusätzlich benötigt. Neben dem Studium gibt sie noch Tortendekorationskurse. Doch die Expansion der Bäckerei  verschlingt zu viel Geld und Merles Vaters geht pleite und ihr Zukunftstraum zerplatzt wie eine Seifenblase. Auch die Beziehung zu ihrem Freund Frederik scheint eher den Bach runterzugehen...
Als ihr eine Freundin aus dem Tortenkurs von einer ganz besonderen Kreation, einer Apfelrosentorte, erzählt, die sie auf Juist in einem Café gegessen hat, wird Merle hellhörig. Diese Torte ist nämlich ein altes und geheimes Familienrezept und nur innerhalb ihrer Familie bekannt. Beim online recherchieren entdeckt Merle eine freie Praxisstelle als Kellnerin in genau diesem Café und bewirbt sich. Nachdem sie sich endgültig von ihrem Freund Frederik getrennt hat, beschließt sie nach der Zusage den Job in Juist anzunehmen. Anstatt wie geplant als Bedienung zu arbeiten, hilft sie Laura, der Besitzerin des Cafés, in der Konditorei, als dieser der Koch ausfällt und sie Merles Backkünste erkennt. Ihre Tortenkreationen kommen toll an und Merle ist glücklich und fühlt sich wie zuhause. Als Kind war sie mit ihren Eltern öfters aus Juist zu Besuch bei ihrer Oma, die aber später nach Amerika ausgewandert ist, als ihr Mann und ihre ältere Tochter Undine im Meer ertranken. Dieser Vorfall ist auf der Insel noch immer präsent und Merle hofft mehr über ihre Tante Undine zu erfahren. Außerdem ist ihre Großmutter wieder auf die Insel zurückgekehrt. Merle, will sie unbedingt öfters besuchen und dem Geheimnis der Apfelrosentorte auf die Spur zu kommen.....

Die Charaktere sind toll gezeichnet und sympathisch. Vorallem die quirlige Conny, Merles Freundin aus München und auch Agata, die polnische Kollegin im Café, sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ebenso liebenswert sind Lara, Merles Chefin und ihre Großmutter Enna. Die Frauen der Insel bilden eine kleine Gemeinschaft und unterstützen sich gegenseitig, wobei man das familiäre Flair durch die Zeilen spürt und man sich einfach wohlfühlen muss. Trotzdem hat die Autorin auch einige ernste Themen in den Wohlfühlroman miteinbezogen, die nachdenklich machen.
Spannend umgesetzt ist vorallem Merles Wunsch mehr über das Unglück zu erfahren, bei dem ihr Großvater und ihre Tante Undine gestorben sind. Die vielen Andeutungen der Inselbewohner lassen Merle keine Ruhe und sie versucht hinter das Geheimnis zu kommen, das die Inselbewohnern anscheinend verschweigen. Bald bekommt man eine Ahnung, dass irgendetwas an den Erzählungen der Gegenwart nicht so ganz stimmen kann. Merles Spurensuche rund um ihre Tante Undine und ihrem Großvater wird spannend erzählt und die Autorin überrascht hier mit einem Thema, das ich nicht erwartet hätte.

Die eingebaute Liebesgeschichte fand ich zu Beginn etwas zu übereilt und klischeehaft, doch fügt sie sich mit der Zeit perfekt in den Roman ein.
 Zum Abschluss und als besonderes Highlight gibt es am Ende des Buches die Rezepte für Apfelbutter und der geheimnisumwobenen Apfelrosentorte.

Schreibstil:
Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo, die auch unter Anne Töpfer schreibt. Ihr Schreibstil ist locker und lässt sich ganz wunderbar lesen. Die Dialoge sind teilweise sehr humorvoll und bei einem Abschnitt, bei dem es um eine Wette geht, hätte ich fast meinen Kaffee ausgespuckt vor lauter Lachen. Man fliegt durch die Seiten und hat das Gefühl selbst Teil der Familie auf Juist zu sein. Die bildhaften Beschreibungen der Insel sorgen für Lokalkolorit und für Fernweh...

Fazit:
Ein zauberhafter Wohlfühlroman, der das besondere Flair der Insel Juist einfängt und den Leser in die Geschichte eintauchen und entspannen lässt. Wer nach einer wundervollen Urlaubslektüre sucht, den kann ich "Apfelkuchen am Meer" empfehlen. Eine Fortsetzung könnte ich mir ebenfalls gut vorstellen....

Vielen Dank an Anne Barns für das Rezensionsexemplar und die tollen Zugaben, sowie den netten Austausch bei der Leserunde bei Lovelybooks


 

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