- Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
- Verlag: novum Verlag, Erscheinungstermin 31. Juli 2025
- ISBN-10 : 3991309068
- ISBN-13 : 978-3991309062
- Genre: Dystopie
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Nach einem Fahrradunfall kehrt Frau Löffler nach Hause zurück – und findet ihr Viertel völlig verändert vor. Erst trifft sie auf längst verstorbene Nachbarn, dann steht auch noch ihre tote Großmutter in der Tür! Bald stellt sie fest: Sie selbst ist eine der Toten. Im Jenseits hausen die Toten – für die Lebenden unsichtbar – in ihren alten Häusern und führen ihre gewohnten Routinen fort. Doch der trügerische Frieden wird zum Höllenritt, als der charmante Herr Tober ins Viertel zieht und den Toten ein Paradies auf Erden verspricht, wenn sie die Lebenden aus dem Viertel vertreiben. Der Preis? Nur ein wenig Angst und Schrecken …
Ich mag die Bücher von Olivia Monti, die immer eine etwas andere Geschichte erzählen und dabei einen kritischen Blick auf unsere Gesellschaft werfen. Oftmals sind sie auch ein bisschen gruselig oder haben kriminelle Inhalte. Nach "Das Haus" und "Sterbewohl" ist "Die Toten von nebenan" nun mein drittes Buch der Autorin.
Als mich Olivia Monti gefragt hat, ob ich ihr neues Buch lesen möchte, habe ich gleich zugesagt. Die Inhaltsangabe hat mich sofort wieder angesprochen und ich war neugierig, was uns die Autorin diesmal unterschwellig sagen will ;)
Als Nadja Löffler knapp einen Fahrradunfall mit einem LKW entgeht, stellt sie jedoch bald fest, dass irgend etwas anders ist. Als sie in ihr Viertel kommt, sieht sie viele tote Menschen. Als sie in ihrer Wohnung ankommt, wird sie bereits von ihrer verstorbenen Großmutter erwartet. Bald erkennt sie, dass ihr normales Leben geendet hat und sie für ihre Mutter, die als Pflegefall im Obergeschoß lebt, nicht mehr sichtbar ist. Dafür sieht sie längst verstorbene Nachbarn, die sie willkommen heißen. Sie alle leben in ihren alten Häusern und Wohnungen, als wäre nichts passiert. In dieser Parallelwelt verweilen sie unbemerkt neben den Lebenden und warten darauf in eine höhere Ebene aufzusteigen. Sie können ihr Alter wählen und haben weder Schmerzen, noch Hunger und kennen keine Müdigkeit.
Doch die friedliche Existenz wird kurz nachdem Frau Löffler angekommen ist, von Herrn Tober gestört. Der charmante Mann verspricht den Toten ein Paradies, wenn sie die Lebenden, die in ihren Häusern wohnen, vertreiben. Bald ist es vorbei mit der Ruhe, denn Tober überredet einige der Familien und Frau Löffler bei seinen Aktionen teilzunehmen. Vor allem Frau Kantner ist gar nicht mit der zugezogenen syrischen Familie einverstanden, die in ihrem Haus wohnen. Auch die Sauers würden die Klingers am liebsten aus ihrem Heim vertreiben und die Henne Schwestern, stolze ehemalige Hitler-Anhängerinnen sind sowieso sofort dabei, wenn es darum geht jemand zu denunzieren. Tobers Spiel gerät bald aus dem Ruder, denn er versteht die Menschen zu manipulieren. Er erscheint den Toten anziehend, in dem er sie an eine ehemalige Liebe erinnert oder an eine bekannte Persönlichkeit, die sie verehrten. Er versteht es Neid und Missgunst zu wecken, Begehrlichkeiten zu erfüllen oder Ängste zu schüren. Tober bringt das Schlechteste im Menschen zum Vorschein...
Olivia Monti hat wieder in den Tiefen der menschlichen Abgründe gewühlt und einen spannenden Roman geschrieben, der uns humorvoll den Spiegel vor die Nase hält. Dazu kommt der leicht gruselige Touch und die Frage, wie weit wir gehen würden, um das "Paradies" zu erlangen.


















