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Gretas Männer - Judith Reusch

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ List Hardcover, 1. Auflage (26. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 347137003X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471370032
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman




List Kurzbeschreibung:
Greta war fünfmal verheiratet, und alle Ehemänner bis auf einen sind kurz nach der Hochzeit gestorben. »Die Bienenkönigin« nennt man sie in der Familie. Als ihre Enkelin Lola ihre kleine Tochter nach der unbekannten Großmutter benennt, bricht ein jahrzehntealter Familienkonflikt wieder auf. Warum hat Lolas Mutter Marie den Kontakt zu Greta abgebrochen? Neugierig besucht Lola die 87-Jährige und entdeckt hinter den Gerüchten eine Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Von den 1950er Jahren bis heute entfaltet sich ein bewegendes Panorama weiblicher Selbstbestimmung, tragischer Verluste und unerwarteten Glücks.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Hinter diesem Cover und dem Titel, der vielleicht ein bisschen an "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" von Taylor Jenkins Reid erinnert, steckt eine wundervolle Geschichte, die mich sehr berührt hat. Judith Reusch hat mit "Gretas Männer" einen emotionalen Roman über verschiedene Erinnerungen, Vorurteile und Vergebung geschrieben.

Als Lola ihre neugeborene Tochter nach ihrer Großmutter nennen möchte, bricht ein Familienzwist aus. Ihre Mutter Marie hat mit ihre eigenen Mutter Greta, genannt "die Bienenkönigin", seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr. Nicht einmal ihr Name durfte laut ausgesprochen werden – und jetzt möchte ihre Tochter Lola ihr Kind Greta nennen? Das kommt doch gar nicht in Frage!
Lola möchte jedoch endlich wissen, was damals zum großen Bruch geführt hat und warum Greta fünfmal geheiratet hat. Wer ist diese Frau, die ihre Großmutter ist und die sie nicht kennt? Lola setzt eine Geburtsanzeige in die Zeitung und erhält von Greta einen sehr einfühlsamen Brief, der an ihre Tochter gerichtet ist. Lola öffnet diesen nach tagelangen Zweifeln und erfährt, dass ihre Großmutter gar nicht weit entfernt in einem Seniorenheim wohnt. Sie beschließt die bereits 87-jährige Greta mit ihrer neugeborenen Tochter Greta zu besuchen.....

Bei diesen Zusammentreffen erzählt Greta ihrer Enkeltochter von den fünf Männern, die ihr Leben geprägt haben und die sie jeweils auf unterschiedliche Weise liebte. Obwohl ihre Ehemänner kaum unterschiedlicher sein könnten, wird nachvollziehbar, weshalb sie sich für jeden von ihnen entschieden hat. Schritt für Schritt erfährt Lola mehr über eine Frau, deren Leben von Leid und zahlreichen Rückschlägen gezeichnet wurde. Gretas großes Herz und ihr Mitgefühl haben ihr nicht nur Wohlwollen und Akzeptanz gebracht - im Gegenteil. Besonders schmerzhaft empfand sie den Kontaktabbruch ihrer Tochter Marie. Diese Entfremdung durchzieht den Roman wie ein roter Faden und macht deutlich, welche Spuren ungelöste Konflikte und verdrängte Verletzungen innerhalb einer Familie hinterlassen. 

Sehr gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Erzählweisen. Diese machen den Roman besonders lebendig und abwechslungsreich. Judith Reusch lässt verschiedene Figuren zu Wort kommen. Abwechselnd erzählen Lola und Marie ihre Sicht der Ereignisse, während Greta ihre eigene Geschichte vorliest und Lola an ihrer Vergangenheit teilhaben lässt. Dazwischen findet man auch Briefe, die weitere Informationen liefern.

Greta ist eine vielschichtige, intelligente und emotionale Frau, die ihr Leben lang zu kämpfen hat. Sie hat ein großes Herz und kümmert sich rührend um andere Menschen. Ich habe mit ihr geweint, mitgelitten und gekämpft. 
Lola leidet hingegen an der Last ihrer Vergangenheit, ihrer sturen Mutter, die sich strikt weigert mit ihr über Greta zu sprechen und dem großen Schweigen.

Geheimnisse, Missverständnisse und jahrzehntelanges Schweigen sind vertraute Motive vieler Familiengeschichten. Judith Reusch gelingt es jedoch, diesen Stoff in eine berührende und facettenreiche Erzählung zu verwandeln. Das Thema Demenz ist ebenfalls ein großes Thema, welches de Autorin sehr einfühlsam behandelt.
Das Ende hat mich betroffen zurückgelassen.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman voller Emotionen und Geheimnissen, sowie mit starken Charakteren. Mich hat dieses Buch mitgerissen und vollkommen eingenommen. Eine große Leseempfehlung!


Vielen Dank an Judith Reusch für das Rezensionsexemplar, welches liebevoll verpackt hier ankam und für die Begleitung bei der Lovelybooks Leserunde.

Am Meer ist es schön - Barbara Leciejewski

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ List Hardcover. (30. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3471360883
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471360880
    • Genre: Roman, zwei Zeitebenen


List Kurzbeschreibung:
Sechs Wochen Kuraufenthalt an der Nordsee – ein toller Urlaub, versprechen ihr die Eltern. Doch die achtjährige Susanne und die übrigen Kinder verbringen im »Haus Morgentau« die schlimmste Zeit ihres Lebens. Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den Erzieherinnen hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert. Doch immer wieder schlagen Susanne und ihre Freunde den »Tanten« ein Schnippchen. Dann kommt es zu einem Vorfall, der Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Alpträumen verfolgt – bis sie beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen.

Meine Bewerbung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Vor kurzem habe ich das Buch "Der Sommer am Ende der Welt" von Eva Völler gelesen, bei dem es ebenfalls um das Thema Kinderverschickung geht. Ich bin froh, dass ich es zuerst gelesen habe, denn wenn ich es umgekehrt gelesen hätte, wäre meine Bewertung zu Eva Völlers Buch noch schlechter ausgefallen. Ich habe schon einige gute Bücher der Autorin gelesen, doch bei "Der Sommer am Ende der Welt" hat sich  die Autorin meiner Meinung total verzettelt....

Ganz anders Barbara Leciejewski. Ihre Romane lese ich schon, seitdem sie noch als Selfpublisherin veröffentlicht hat. Ihre letzten Bücher, die im Ullstein/List Verlag erschienen sind, habe ich bisher noch nicht gelesen.

"Am Meer ist es schön" zeigt ungeschönt die Geschichte vieler Verschickungskinder, die zwischen den 60iger bis hinein in die 80iger Jahre, auf Erholung geschickt wurden. Hört sich an, wie Urlaub und wurde den Eltern und Kindern auch so vermittelt. Was jedoch viele in unterschiedlichen Heimen erlebt haben, ist einfach nur grausam.
Auch die achtjährige Susanne soll zur Erholung an die Nordsee fahren. Der Hausarzt findet sie zu dünn und zu klein, außerdem lispelt sie. Den Eltern wird der sechswöchige Aufenthalt schmackhaft gemacht und sie freuen sich für ihr jüngstes Kind. Im "Haus Morgentau" erwarten Susi jedoch harte Strafen, stundenlanges Stehen auf einen Sessel und Isolierung in einem dunklen Raum. Nachts darf nicht zur Toilette gegangen und der Teller muss immer leer gegessen werden. Die "Tanten" quälen die Kinder und setzen drakonische Strafen für die kleinsten Vergehen. Die Karten und Briefe, die die Kinder nach Hause schreiben dürfen, werden kontrolliert. Die Hoffnung, dass die Eltern Susi abholen kommen, wenn es ihr nicht gefällt, schwindet von Tag von Tag. 
Als sie endlich nach Hause kommt, erzählt sie den Eltern von den schlimmsten Wochen ihres Lebens, doch ihr glaubt niemand. Die Folgen dieses Aufenthalts verfestigen sich in Alpträumen bis ins Erwachsenenalter. 
Erzählt wird die Geschichte in Rückblenden am Sterbebett von Susannes dementer 87-jährigen Mutter. Diese lebt im Seniorenheim und hat hin und wieder lichte Phasen. Eines Tages bricht sie bei Susis Besuch in Tränen aus und entschuldigt sich bei ihr. Tochter Julie möchte wissen, was die Großmutter damit meint und so beginnt Susanne von damals zu erzählen..... 

Barbara Leciejweski erzählt mit viel Empathie und zeigt auf, wie es vielen Kindern damals ergangen ist. Unfassbar, dass keinem der Kinder geglaubt wurde und erst Jahrzehnte später diese Misshandlungen aufgedeckt wurden.
Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Leciejewski versteht es wunderbar, die kindliche Naivität, gepaart mit der Angst nicht mehr nach Hause zu dürfen, darzustellen. Man leidet mit Susanne und ihren Freunden Matti, Moni, Rüdiger und dem kleinen Holger mit. Unvorstellbar, dass bereits fünfjährige diesen Quälereien ausgesetzt wurden. 

Neben dem Thema rund um die Verschickungskinder hat die Autorin auch noch ein paar Familiengeheimnisse eingebaut. Generell ist das Thema Familie ein Großes. Durch die Erlebnisse von Susanne im "Haus Morgentau", die sie am Bett der Mutter erzählt, kommen sich nach Jahren der Entfremdung auch die Geschwister wieder etwas näher. Dadurch erhält auch der Gegenwartsstrang etwas mehr Tiefe. 

Dem fiktiven Roman liegen hunderte von ähnlichen Schicksalen zugrunde. Barbara Leciejewski hat mit ihrem Buch all diesen Kindern ein Sprachrohr gegeben. Vielen Dank!

Fazit:
Ein aufwühlender und sehr lesenswerter Roman. Dem Thema rund um die Kinderverschickungen sollte viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Barbara Leciejewski hat schon mal mit "Am Meer ist es schön" einen großartigen Anfang gemacht. Sie erzählt einfühlsam und mit großer Empathie über Kinderschicksale.



In uns der Ozean - Theresia Graw

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ List Hardcover, Erstauflage (31. Juli 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3471360808
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471360804
    • Genre: biografischer Roman, Roman



List Kurzbeschreibung:
Rachel will nur eins: für immer am Meer leben und dessen Wunder erforschen. Doch 1929 findet ihre Karriere als Biologin ein jähes Ende, und sie muss neue Wege finden, um ihre Familie über Wasser zu halten. Statt in der Wissenschaft zu brillieren, schreibt sie Geschichten über das Meer, mit denen sie bald Hunderttausende Leser erreicht. Als ihr bei einem Spaziergang mit ihrem Neffen ein toter Vogel vor die Füße fällt, ist sie beunruhigt. Hat das etwas mit dem neuen Mittel gegen Insekten zu tun, das derzeit überall versprüht wird? Rachel weiß: In der Natur hängt alles miteinander zusammen. Und sie setzt alles daran, sich und der Umwelt Gehör zu verschaffen. Virtuos erzählt Theresia Graw vom leidenschaftlichen Einsatz der Ökologin Rachel Carson, die mit ihrem bahnbrechenden Buch Der stumme Frühling die Welt zum Umdenken brachte.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets books Challenge"

Meine Meinung:
Ich habe bereits einige Bücher der Autorin gelesen und vor allem die Gutsherrin-Saga hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman ist jedoch etwas ganz anderes, auch wenn er ebenfalls in der Vergangenheit spielt. 
Theresia Graw hat sich in ihrer Romanbiografie der Ökologin Rachel Carson angenommen, die bei uns in Europa wohl eher unbekannt ist. Ich muss auf jeden Fall zugeben, dass ich noch nie von ihr gehört hatte. In den Vereinigten Staaten war ihr letztes Werk "Silent Spring" jedoch der Ausgangspunkt der  US-Umweltbewegung in den 1960iger Jahren.

Der Roman spielt von 1929 bis 1963 und hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Rachel Carson wuchs in einfachen Verhältnissen in Pennsylvania auf. Neben ihrer Mutter war sie die Einzige, die sich für die Natur interessierte und auch in der Schule hervorragende Noten schrieb. Mit Stipendien erhielt sie die Chance zu studieren und schloss mit einem Master in Zoologie ab. Ihre Liebe zum Meer fand sie während eines Aufenthaltes am Ozeanologischen Forschungsinstitut auf Cape Code. 
Ihre Doktorarbeit  musste sie jedoch aus familiären Gründen abbrechen und sich Arbeit suchen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Sie beginnt bei der amerikanischen Fischereibehörde als Redakteurin zu arbeiten, wo ihr Talent anschauliche und poetische Geschichten schreiben zu können, auffällt. Diese werden in einer Radiosendung vorgelesen und werden schnell zum Erfolg. Namentlich wird sie jedoch nie genannt. Als einzige Frau unter Männern stieß sie immer wieder - trotz immensen Wissens in ihren Fachgebieten - auf Ablehnung. Bezeichnend dafür die Begrüßung eines Arbeitskollegen am ersten Tag bei der Daily Sun: "So eine hübsche Miss. Jammerschade eigentlich, dass sie sich hier abrackern, anstatt jemanden zu Haus glücklich zu machen." (Seite 87)

Ihr Kunst lebendig zu schreiben und ihre Liebe zum Meer und der Natur ebnen ihr den Weg zu ihrer wahren Berufung: Bücher über das Meer und seine Bewohner zu schreiben, die für jedermann verständlich sind. Sie hat damit großen Erfolg und erfüllt sich ihren Traum und kauft sich ein Häuschen am Meer.
Als ihr immer öfters auffällt, dass das sogenannte Wundermittel DDT, das über große landwirtschaftliche Nutzflächen und gegen Baumschädlinge eingesetzt wird, nicht nur Ungeziefer auslöscht, beschließt sie diese Chemikalie genauer zu untersuchen. Was sie herausfindet, lässt sie nicht mehr los. Bis ein Verlag ihr neues Buch über die Gefahr des Schädlingsmittels verlegt dauert es länger als von ihr gehofft. Damit versucht sie die Menschen darüber zu informieren, dass DDT keineswegs das harmlose Mittel ist, als das es verkauft wird.

„Eine Welt ohne Vögel, ohne Schmetterlinge, ohne Bienen. Stellen Sie sich vor, wie still es in der Natur wäre, ohne den Gesang der Drosseln und Meisen im Wald, ohne Lerchen über den Feldern. Ein stummer Frühling – wäre das nicht traurig?“ (S. 283)

Rachel Carson Quelle: Wikipedia
Wüsste Rachel Carson, dass ihre Kampagne gegen DDT zwar nach vielen Jahren Erfolg hatte, jedoch die chemische Industrie in der Zwischenzeit viele andere Spritzmittel auf den Markt gebracht hat, wäre sie trotz ihres posthumen Erfolges entsetzt. Wir brauchen auch in der heutigen Zeit eine Rachel Carson, die uns vor den Gefahren, warnt.

Oftmals hat mich die Geschichte an Bonnie Garmus Roman "Eine Frage der Chemie" erinnert, was das weibliche Rollenbild angeht. Starke, engagierte und intelligente Frauen, die von den Männern belächelt werden und denen oftmals auch ihre Arbeiten gestohlen und unter einem anderen (männlichen) Namen veröffentlicht werden. 

Fazit:
Theresia Graw hat eine wunderbare Geschichte über diese faszinierende Frau geschrieben, in der man die Liebe zur Natur und zum Meer durch jede Zeile spüren kann. Ein bildgewaltiger Roman einer faszinierenden Frau, die noch viel mehr Menschen kennenlernen sollten. Eine große Leseempfehlung!


Vielen Dank an den List Verlag und an vorablesen für das Rezensionsexemplar!


Über allen Bergen - Valentine Goby

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ List Hardcover (28. November 2024)
    • Übersetzer: ‎ Marlene Frucht
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3471360697
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471360699
    • Originaltitel: ‎ L’Île haute
    • Genre: Historischer Roman


List Kurzbeschreibung:
Auf seiner ersten Zugreise mitten durchs Schneegestöber kann Vadim nur an eines denken: Atmen. Hoch oben in den Bergen, wo das Ende der Welt nicht mehr weit zu sein scheint, fließt die Luft klar und ungehindert in seine Lungen. Dort oben ist weit und breit kein Fliegeralarm zu hören, nur die alles umfassende Stille der Natur. Von nun an wird er als Vincent ein neues Leben führen, fern von seiner russisch-jüdischen Familie, abgeschieden von der Zivilisation. Und trotz der schneidenden Kälte findet er in dem kleinen Dorf am Hang ein Zuhause und Menschen, die ihm Wärme schenken. Doch über allen Bergen bleibt die Zeit nicht stehen, und schließlich wird die Realität 1943 auch über seinen Zufluchtsort hereinbrechen ...

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Puh, was soll ich sagen? Mich hat dieser hochgelobte Roman leider komplett enttäuscht. Nicht nur, dass ich es wieder mit einem offenen Ende zu tun habe - was ich absolut nicht mag - hat die Geschichte leider so gar nicht gehalten, was ich mir versprochen hatte.

Paris, 1943. Vadim lebt in Paris und ist der Sohn einer Französin und eines jüdischen Vaters. Er leidet an Asthma und wird in die Berge nach Vallorcinnes, einem kleinen Dorf bei Chamonix, geschickt. Dort wird aus Vadim Vincent. Bei einer Bergbauernfamilie findet er Unterschlupf, wo er sich vor den Deutschen versteckt. Als Stadtjunge ist ihm die Natur und das Leben mit den Jahreszeiten fremd. Er ist fasziniert von den Bergen und integriert sich schnell in der Dorfgemeinschaft. Doch der Krieg findet auch den Weg nach Vallorcines - bleibt jedoch ein fernes Echo..

Die Leseprobe bei @vorablesen hat mir nämlich gut gefallen und nachdem ich den Klappentext gelesen habe, hatte ich eine komplett andere Erwartung an den Roman. Da ich viele Geschichten rund um den Zweiten Weltkrieg lese, habe ich mit einer Erzählung über die Flucht und die allgegenwärtige Gefahr für den jüdischen Jungen gerechnet. Doch es gibt kaum Geschehnisse und Erlebnisse dieser Art. Seitenweise, nein kapitelweise, werden in sehr poetischen und farbenfrohen Sätzen die Berge, die Landschaft und der Schnee beschrieben. Vadim, der jetzt Vincent heißt, verliert sich in der Natur und in der Bergwelt. Er zeichnet in bunten Farben seine Eindrücke und lernt mit der Zeit das harte Leben der Bergbauern kennen. Er freundet sich mit Moinette an, die ihm vieles zeigt und beibringt.
Zu Beginn ist es ja noch interessant, aber mit der Zeit werden die ewigen Beschreibungen, die ruhige Erzählweise und keinerlei weiteren Geschehnisse langweilig. Mir fehlte die Spannung....

Ich liebe die Berge und bewundere die Autorin, die diese auf so vielen Seiten immer wieder anders beschreiben kann. Der Roman wird in drei Abschnitte geteilt, die weiß (Winter), grün (Frühling) und gelb (Sommer) als Überschrift haben. 
Der Schreibstil ist einfühlsam, poetisch und sehr ruhig. Mir war die Geschichte zu ruhig und zu langweilig. Naturliebhaber, die 300 Seiten lang über dieselbe Gegend und Berglandschaften lesen möchten, können gerne zur Geschichte greifen.
Ich habe viele sehr positive Bewertungen gesehen - lasst euch deswegen nicht von meiner Bewertung abschrecken! Für mich war der Roman allerdings eine Enttäuschung.

Cover:
 
von links nach rechts:
Ich habe drei Cover gefunden, die alle französische Titel haben.

Fazit:
Für mich war "Über allen Bergen" leider nicht das erhoffte Highlight - im Gegenteil. Keinerlei Spannung, zu ruhig und fast nur Beschreibungen der Gegend. Wer gerne seitenweise poetische Landschafts- und Farbbeschreibungen liest, kann hier zugreifen. Wer Geschichtliches über die Zeit des zweiten Weltkrieges lesen möchte, sollte die Finger davon lassen. 


Vielen Dank an vorablesen und den List Verlag für das Rezensionsexemplar!

Der Schacherzähler - Judith Pinnow

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ List Hardcover; 2. Edition (28. Dezember 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 347136059X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471360590
    • Genre: Roman


List Kurzbeschreibung:
Er lebt vor allem in seinen Erinnerungen, der Gegenwart kann er nicht viel abgewinnen. Als er beim Schachspielen unter seiner Kastanie von einem 9-jährigen Jungen angesprochen wird, stellt er sich nur als „Oldman“ vor und erklärt dem Kleinen, dass eh alles vor die Hunde geht. Doch Janne ist neugierig und will Schach spielen lernen. Oldman hat wenig Hoffnung, dass der Junge das lernen wird, er kann ja noch nicht mal still sitzen. Aber Janne lernt schnell, und Oldman beginnt zu reden. Erst über Schach, dann über das Leben. Und Janne hört zu und fühlt sich endlich richtig: Beim Schach und bei dem Alten. Doch eines Nachmittags sitzt Oldman nicht mehr da. Auch am nächsten und übernächsten Tag gibt es keine Spur von ihm. Janne ist voller Sorge und beginnt, ihn zu suchen …

Meine Bewertung: * * * * * bezaubernd

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bei vorablesen habe ich diesen wunderbaren Roman gewonnen, der mich bereits in der Leseprobe wie eine warme Decke eingehüllt hat. "Der Schacherzähler" ist eine Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem neunjährigen Jungen und einem über achzig Jahre alten Mann, der dem Leben überdrüssig geworden ist.

Für ihn ist jeder Tag - seit dem Verlust seiner geliebten Frau Lieschen - zur Routine geworden: aufstehen, anziehen und waschen, frühstücken und sich danach mit seinem Schachbrett auf dem Weg in den Park zu begeben. Beim Verlassen des Hauses bekommen die Rosen noch einen Schluck Wasser. Falls er einen guten Tag hat, erwischt er den Tisch unter den Kastanienbaum. Manchmal beobachtet er dabei die Jungen, die mit ihren Scootern auf den Rampen Kunststücke zaubern. Dazu gehört auch Janne, der seine unbändige Energie dabei freilassen kann, die in der Schule immer wieder zum Problem wird. Eines Tages setzt sich Janne zum alten Mann, der sich ihm gegenüber "Oldman" nennt, an den Tisch. Er ist neugierig und so beginnt Oldman Janne das Schachspiel beizubringen. Der Junge lernt schnell und die beiden treffen sich immer wieder, wobei eine neue Freundschaft entsteht. Oldman, der eigentlich Walter heißt, entdeckt wieder Freude am Leben und Janne findet Spaß am Schach und jemanden, der für ihn Zeit hat, während seine alleinerziehende Mutter Malu im Café "Blue Hour" arbeitet.

So der Inhalt der Geschichte, die jedoch so viel mehr zu bieten hat. Judith Pinnow lässt ihre Figuren aus der Ich-Perspektive erzählen. Janne, Malu; Hinnerk, ihren Chef im "Blue Hour" und Liv, Malus beste Freundin, begleiten wir gemeinsam durch viele Lebenslagen und lernen dabei ihre Gefühlswelt sehr gut kennen. Von Oldman wird hingegen in der dritten Person gesprochen.

Beim Lesen fühlt man mit den jeweiligen Figuren richtig mit. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und ich empfand das Lesen, wie einen Besuch bei Freunden. Malu ist eine bezaubernde junge Frau, die für ihren Sohn versucht Mutter und Vater in einem zu sein. Ihre einfühlsame Art mochte ich ganz besonders. Hinnerk ist ein wunderbarer Chef, der weiß, was er an Malu hat und der sich verzweifelt gegen die drohende Insolvenz stemmt. Liv, mäßig erfolgreiche Künstlerin, ist immer für ihre beste Freundin da...und doch haben alle von ihnen Ecken und Kanten, ihre eigenen Probleme und Eigenheiten. Während der grummelige Oldman wieder Lebensfreude gewinnt, bekommen Janne und Malu ein neues "Familienmitglied".
Die Autorin versteht es auch humorvolle Szenen perfekt einzusetzen und hinterlässt beim Beenden dieser zauberhaften Geschichte ein absolut wohliges Gefühl.

Im Buch sind einige Illustrationen abgebildet, die die Geschichte wunderbar ergänzen.

Fazit:
Ein sehr berührender und warmherziger Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft und über das Leben. Die warmherzigen Charaktere sind allesamt aus dem Leben gegriffen und man fühlt sich inmitten der Figuren als Leser pudelwohl. Hier spreche ich ganz klar eine Leseempfehlung aus!

Vielen Dank an vorablesen und an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Die zwei Leben der Florence Grace - Tracy Rees



    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: List Hardcover (7. April 2017)
    • Übersetzer: Elfriede Peschel
    • ISBN-10: 3471351566
    • ISBN-13: 978-3471351567
    • Originaltitel: Florence Grace. Follow your destiny
    • Genre: historischer Roman


List Kurzbeschreibung: 
Die Waise Florrie Buckley wächst wild und glücklich bei ihrer Großmutter in den weiten Mooren von Cornwall auf. Kurz vor dem Tod offenbart die alte Frau das Geheimnis ihrer wahren Herkunft: Florrie ist Teil der reichen Grace-Familie. Mit dem Umzug zu ihrer unbekannten Familie nach London, verändert sich ihr ganzes Leben. Fortan ist sie für alle nur noch Florence Grace. Doch in der großen Stadt bei der fremden Familie fühlt sie sich nicht willkommen. Als ihr vermeintlicher Cousin Turlington auf der Bildfläche erscheint, findet sie in ihm endlich einen Freund. Über die Jahre entwickeln sich zwischen den beiden leidenschaftliche Gefühle. Aber der charismatische Turlington hat dunkle Geheimnisse.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der zweite Roman von Tracy Rees, deren Debüt "Die Reise der Amy Snow" ein Bestseller wurde, konnte mich leider nicht wirklich überzeugen.

Florrie Buckley wohnt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Großmutter in einem kleinen Dorf in Cornwall. Das Leben ist bescheiden und man lebt mit der Natur, die Florence liebt. Sie besitzt außerdem eine besondere Gabe: Sie fühlt die Emotionen ihres Gegenübers.
Als ihre Großmutter spürt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, weiht sie Florrie in ein langjähriges Geheimnis ein: Ihre Mutter entstammt einer reichen Familie aus gutem Haus und wurde wegen der Heirat mit ihrem Vater verstoßen. Nach dem Tod der Großmutter soll sie nach London zur Familie ihrer Mutter ziehen, den berühmt berüchtigten Graces.
Florence lebt sich in ihrem neuen Leben nur schwer ein. Sie vermisst die Natur und leidet unter der Missbilligung und Kaltherzigkeit ihrer neuen Familie. Einzig das schwarze Schaf der Graces, Turlington, ist ein ähnlicher Freigeist wie sie. Erst mit der Zeit beginnt sie zu verstehen, dass es für sie besser ist, sich anzupassen. Trotzdem bleibt ihr Herz in Cornwall...

Die Idee und die Geschichte der zwei Leben von Florence, die arm, aber liebevoll aufwächst, aber durch den Tod ihrer Großmutter und ihres Vaters bei der reichen, aber kaltherzigen Familie ihrer Mutter leben soll, ist nicht unbedingt neu, aber unterhält. Vorallem die Wandlung der kleinen lebenslustigen Florrie, die spricht, was sie denkt und sich über die komischen Sitten im Hause Grace wundert, ist öfters amüsant zu lesen. Wie sie sich ändert und gleichzeitig aber fürchtet, ebenso steif und kaltherzig zu werden, lässt einem hingegen nachdenklich werden.
 Die Charaktere der Familienmitglieder sind ausführlich beschrieben und lebendig. Trotzdem konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen. Vorallem der Mittelteil war für mich wirklich zäh.  Hier musste ich mich manchmal zwingen weiterzulesen und habe schon überlegt abzubrechen. Jedoch nahm der Roman zum Ende hin wieder an Fahrt auf und obwohl es auch einiges für mich vorhersehbar war, fand ich wieder mehr gefallen an der Geschichte.
Beginn und Ende gefielen mir gut und besonders Florries Begabung zu fühlen, was andere Menschen empfinden, war ein sehr interessanter Aspekt in der Geschichte. Trotzdem blieb dieser zweite Roman der Autorin weit hinter meinen Erwartungen zurück.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Tracy Rees lässt sich wieder flüssig und angenehm lesen. Allerdings musste ich mich im Mittelteil manchmal wirklich zwingen weiterzulesen. Ich hatte das Gefühl auf der Stelle zu treten, denn mir fehlte gänzlich die Spannung. Auch waren einige Dinge doch sehr vorhersehbar. Mit einigen mystischen Elementen versuchte die Autorin etwas Leben in die Geschichte zu bringen. Die detailreichen Landschaftsbeschreibungen sind gelungen.

Cover:
Das linke Cover finde ich ganz ansprechend, auch wenn es nicht wirklich etwas Besonders ist. Aber es passt zum Inhalt.
Das rechte Cover gefällt mir hingegen nicht wirklich, auch wenn es an Klassiker erinnern mag.

Fazit:
Leider hat mich der zweite Roman der Autorin etwas enttäuscht zurückgelassen. Anfang und Ende der Geschichte konnten überzeugen, während der Mittelteil für mich sehr anstrengend und zäh zu lesen war. Hier fehlte mir gänzlich die Spannung. Schade!


Winterblüte - Corina Bomann




    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: List Hardcover (14. Oktober 2016)
    • ISBN-10: 3471351426
    • ISBN-13: 978-3471351420
    • Genre: historischer Roman



List Kurzbeschreibung:
Im eleganten Kurort Ostseebad Heiligendamm bereitet sich die Hotelierfamilie Baabe im Jahr 1900 auf den großen Winterball vor. Feierlich soll die Verlobung von Tochter Johanna bekannt gegeben werden, doch die wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich ihre große Liebe heiraten zu dürfen. Leider ist der junge Mann in den Augen ihrer Eltern keine gute Partie. Da wird eine junge Frau am Strand angespült, die einzige Überlebende eines Schiffsunglücks. Sie kann sich nicht an ihren Namen oder ihre Herkunft erinnern, verzweifelt hält sie einen kleinen Zweig umklammert, der sich in ihrem Kleid verfangen hat. Im Hotel findet sie eine neue Heimat und in Johanna eine Freundin. Die Namenlose weiht Johanna in die Adventstradition des Barbarazweigs ein: Die beiden Frauen stellen am 4. Dezember frisch geschnittene Obstzweige in eine Vase, jede mit der für sie dringendsten Frage – der knospende Zweig wird ihnen die Zukunft weisen. Beide hoffen auf Blüten zum Weihnachtsfest.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zu Hufi große Stall Challenge


Meine Meinung:
Da der Klappentext eigentlich alle nenneswerten Hintergrundinformationen zur Geschichte liefert, werde ich diesmal keine weiteren Details verraten, denn sonst ist auch schon der komplette Roman erzählt.

Die Geschichte spielt im Jahre 1902 im Kurort Ostseebaad Heiligendamm.
Während ich erst vor kurzem den Roman "Das Hotel auf dem Drachenfels" (meine Rezi *klick*) gelesen habe, der ebenfalls zur Jahrhundertwende spielt, hatte ich mir etwas ähnliches vorgestellt, da das Setting ebenfalls in einem Hotel/Gästehaus spielt. Jedoch bleibt bei "Winterblüte" dieses Thema fast außen vor, auch wenn wir einen kurzen Einblick in das Leben der Dienstboten bekommen.
Der Großteil der Geschichte dreht sich hier jedoch um Christian und Johanna Baabe, die Kinder der Hoteliersfamilie. Während sich Christian in die unbekannte Schiffbrüchige verliebt, freundet sich auch Johanna trotz des Verbotes ihre Mutter mit dem Mädchen an. Sie lernt dadurch den Brauch des Barbara Zweiges kennen, durch den sich Johanna Glück erhofft. Ihre Eltern wollen nämlich beim großen Winterball ihre Verlobung bekannt geben. Die beiden Kandidaten, die ihre Mutter dafür ins Auge gefasst hat, sind für Johanna indiskutabel, denn ihre heimliche Liebe gilt dem Sohn der einzigen Familie, die seit Generationen mit den Baabe's verfeindet ist.
Wer sich nun auf einen Roman a la "Romeo und Julia" erwartet, wird bald ernüchtert sein. Aber das hatte ich auch gar nicht erwartet. Die Idee des Plots fand ich wirklich interessant und mir ist dieser Brauch auch bekannt....heiße ich doch nach meiner Oma im zweiten Vornamen auch Barbara =). Trotzdem fand ich die Erzählung rund um den Brauch des Barbara-Zweiges leider etwas vorhersehbar.
Die oft verwendeten zwei Zeitebenen gibt es in diesem Roman nicht. Die Geschichte spielt ausschließlich im Jahr 1902. Trotzdem machten sich auf den nicht ganz 400 Seiten einige Längen breit, die mir das Gefühl gaben in der Geschichte dahin zu dümpeln. Überraschende Wendungen habe ich vermisst und das äußerst merkwürdige Verhalten der Mutter von Christian und Johanna, die das gestrandete Mädchen von Beginn an ablehnt, wirkt etwas überzogen. Ihre Taten konnte ich nicht nachvollziehen.

Die Figuren wirken diesmal leider etwas klischeehaft und sind mir zu schwarz-weiß gezeichnet. Außer der jungen schiffbrüchigen Frau, die Johanna und Christian "Barbara" nennen, bleiben die restlichen Charaktere sehr an der Oberfläche. Vorallem Johanna's Gedanken kreisen nur um ihre baldige Verlobung. Sie scheint keinerlei anderen Interessen und Freundinnen zu haben.
Obwohl sich das alles eher negativ anhört, hatte ich ein paar nette Stunden mit der Geschichte rund im die Irrungen und Wirrungen der Familie Baabe....

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm lesen, ist flüssig und bildhaft. Ich kenne auch ihre anderen Romane und bin immer wieder überrascht wie unterschiedlich ihre Geschichten geraten. Die einen sind fesselnd und interessant, die anderen sehr klischeehaft und vorhersehbar. Es gibt nur eine einzige weitere Autorin bei der ich nie weiß, was mich erwarten wird und das ist Marian Keyes.

Fazit:
Mit den wunderbaren Roman der Autorin "Die Jasminschwestern", den ich wirklich empfehlen kann, hat "Winterblüte" leider wenig gemeinsam. Trotzdem ist es ein netter Roman, der sich dem Brauch des Barbara-Zweiges widmet und der ruhige Stunden auf der Couch verspricht. Für Zwischendurch und in der Vorweihnachtszeit zu empfehlen, aber einen bleibenden Eindruck hat das Buch bei mir leider nicht hinterlassen.


Die Reise der Amy Snow - Tracy Rees




    • Broschiert: 476 Seiten
    • Verlag: List (14. März 2016)
    • ISBN-10: 3471351361
    • ISBN-13: 978-3471351369
    • Originaltitel: Amy Snow
    • Genre: historischer Roman


List Kurzbeschreibung: 
Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England.

Meine Bewertung: noch * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Januar 1891. Die achtjährige Aurelia Hatville findet im verschneiten Park der Villa ihrer Eltern ein nacktes Bayb in ein Stoffbündel gewickelt. Aurelia nennt das Kind nach ihrer Lieblingspuppe Amy. Fortan sind die Beiden ein Herz und eine Seele. Ihre Eltern jedoch dulden das fremde Kind nur um Aurelias Willen im noblen Hatville Court und behandeln sie wie einen Dienstboten.
Doch eines Tages bricht für die beiden Mädchen eine Welt zusammen. Bei Aurelia wird ein Herzfehler diagnostiziert und ihre Eltern müssen den Wunsch auf einen männlichen Nachkommen und Erben begraben und Aurelia denkt aufgrund ihrer Krankheit nicht ans Heiraten. Sie möchte noch etwas von der Welt sehen und nimmt sich eine Art "Auszeit". Doch aus den geplanten drei Monaten wird fast ein Jahr. Amy vermisst ihre beste Freundin sehr. Auch der Briefwechsel wird mit der Zeit immer weniger. Als Aurelia mit 18 Jahren stirbt, wird Amy von Aurelias Eltern sofort vor die Tür gesetzt. Das ehemalige Findelkind hat nun nicht nur ihre beste und einzige Freundin verloren, sondern auch ihr Zuhause. Aurelia hinterlässt ihr noch ein Bündel Geldscheine und einen geheimnisvollen Brief mit einem Rätsel, das nur Amy lösen kann.

Tracy Rees schickt Amy, nach dem Tod von Aurelia, auf eine Reise quer durch das viktorianische England. Die unbedarfte junge Frau, die bis jetzt nur auf Hatville Court gelebt und keinerlei Unterstützung von Aurelias Eltern erhalten hat, ist anfangs ängstlich und unerfahren. Der Leser begleitet sie auf allen Stationen ihrer Reise. Mit jedem Ziel, das sie erreicht, wird sie selbstbewusster und findet immer mehr zu sich selbst. Neben den Erinnerungen an die gemeinsame Zeit lernt sie jedoch noch eine ganz andere Aurelia kennen....eine junge Frau mit Geheimnissen und das allergrößte ist nur Amy bestimmt. Die einzigartige Freundschaft zwischen Aurelia und Amy bildet den Mittelpunkt des Romans und ist sehr berührend. Man erlebt zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die sich im viktorianischen England dem Rollenbild der Frau mehr oder weniger anpassen müssen. Aurelia als Adelige und Amy, die als Waise nicht akzeptiert wird. Vermisst habe ich allerdings historischen Details, die in einem "richtigen" historischen Roman ganz selbstverständlich neben der eigentlich Handlung miteingewoben sind.
Nach einem interessanten und fesselnden Anfang verliert der Roman leider etwas an Tempo. Die verschiedenen Reisestationen erlauben allerdings auch kleine Lesepausen, ohne dass man den Faden verliert. Der Aufenthalt in Bath waren für mich nämlich zeitweise etwas langatmig und Amys Probleme lösen sich manchmal etwas zu schnell und sehr zufällig. Außerdem gab es einige unnötige Wiederholungen und Nebensächlichkeiten. Hundert Seiten weniger hätten dem Roman sicher gut getan. 

Tracy Rees hat mit dieser Geschichte bei einem Schreibwettbewerb gewonnen und viele gute Kritiken erhalten. Idee und Plot finde ich wirklich sehr interessant, jedoch verliert der Roman mit den Seiten zusehends an Format.

Charaktere:
Die Beschreibungen der Charaktere, auf die Amy während ihrer Reise trifft, sind sehr vielfältig und wunderbar beschrieben. Besonders die exzentrische Mrs. Riverthorpe ist eine außergewöhnliche Person, die unterhält und gleichzeitig etwas undurchschaubar erscheint. Auch ihre neuen Freunde in Twickenham sind sehr sympathisch und Amy selbst beginnt sich langsam immer mehr zu einer selbstbewussten Frau zu entwickeln. Allerdings blieb sie mir trotzdem etwas fremd....

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, ziemlich detailliert und der Zeitepoche angemessen. Der Roman ist in zwei Erzählstränge gegliedert, die beide aus der Sicht der Hautprotagonistin erzählt werden. Ein Teil erzählt von Amys Reise in der Gegenwart und der andere wirft Rückblicke auf ihre Kindheit und Jugend. Ergänzt wird das Ganze durch die Briefe Aurelias, die sie Amy hinterlassen hat und die sie auf eine Art Schnitzeljagd führen.

Cover:

Das Cover links lässt sofort auf einen historischen Roman schließen und erinnert etwas an Jane Austen Romane. Das mittlere Titelbild gefällt mir nicht so, auch wenn die Verbindung zum Namen hier durch die Schneeflocken und den blauem Hintergrund passt. Das rechte Cover ist dem deutschen am ähnlichsten.

Fazit:
Eine tolle Idee, die leider nur teilweise gut umgesetzt wurde. Eine großartige erste Hälfte, die sich gut lesen lässt. Leider flacht der Roman danach ziemlich ab und bietet einige Längen - als Romandebüt allerdings gelungen. Ich bin schon auf weitere Romane der Autorin gespannt.

Morgen früh, wenn du willst - Tania Carver



    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: List Hardcover (7. August 2015)
    • ISBN-10: 3471351108
    • ISBN-13: 978-3471351109
    • Originaltitel: The Doll's House
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 5 der Marina Esposito Reihe


List Kurzbeschreibung: 
Ein unauffälliges Haus in den Vororten. Innen ein vermeintliches Kinder-Idyll mit pinkfarbenen Tapeten, gelben Schleifchen und einem reich gedeckten Kuchentisch. Es ist wie ein Puppenhaus. Und am Tisch sitzt eine Puppe, in Lebensgröße, mit blonden Zöpfen und in einem rosa Kleidchen. Sie ist blutverschmiert und tot. DI Phil Brennan ist von dem Tatort verstört und noch mehr von der Toten. Sie hatte sich genau diesen Tod gewünscht. Phil bittet seine Frau, Polizei-Profilerin Marina, um Hilfe. Jagen sie einen Einzeltäter, einen »Puppenspieler«? Oder hängen die Morde mit dem Kult zusammen, dem auch einer ihrer Kollegen zu huldigen scheint?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge 2016

Buch zur Durch die Jahreszeiten Challenge 

Darum geht's:
Als DI Phil Brennan kurz vor Weihnachten zu seinem ersten Fall in seiner neuen Heimatstadt Birmingham gerufen wird, könnte dieser nicht bizarrer und grausamer sein: Eine Frau sitzt am Küchentisch in einem pinkfarbenen Wohnzimmer, blutverschmiert, drapiert als Puppe. Die Leiche und die Umgebung sehen 1:1 aus, wie das im Zimmer stehende Puppenhaus. Nach kurzer Zeit finden Brennan und sein Kollege Sperring heraus, dass die Tote eigentlich ein Mann ist und er sich seinen Tod so gewünscht hat. Und schon bald wartet der zweite Tote auf die beiden Polizisten.....

Meine Meinung:
Neubeginn in Birmingham. Der neue Wohnort für DI Phil Brennan und Marina Esposito. Nach dem Umzug fällt es Phil etwas schwer als Chef in seinem neuen Team, das ihm nicht gerade überschwänglich willkommen heißt. Besonders sein Kollege Sperring, der den Chefposten für sich beansprucht hätte, macht es Phil nicht gerade leicht. Als die beiden Ermittler zu einem grausamen Tatort gerufen werden, müssen sie erkennen, dass sie hier nur gemeinsam eine Chance haben den äußerst brutalen Mord aufzuklären. Denn in einer Wohnung wird die Leiche einer Frau gefunden, die wie eine Puppe ausstaffiert ist und in ihrem pinkfarbenen Wohnzimmer am Küchentisch platziert wurde. Allerdings ist sie tot und wurde äußerst grausam ermordet. Doch die Äußerlichkeiten täuschen, denn die Tote ist nicht das, wonach es aussieht und  hat sich den Mörder slebst ins Haus bestellt. Wer erfüllt Menschen diese absurden Wünsche? Das fragen sich Brannan und Sperring nach einiger Zeit, denn kurz darauf werden sie wiederum zu einem Mordfall gerufen. Allerdings deuten die Spuren zuerst nicht auf Gemeinsamkeiten hin....

Während Phil Brennen um seinen anerkannten Status im neuem Team kämpft und außerdem einen äußert präkeren Fall zu bearbeiten hat, freut sich Marina in Birmingham auf ihren neuen Job als Dozentin an der hiesigen Universität. Doch auch das ändert sich schlagartig.....denn nach einer verhängnisvollen Weihnachtsfeier, nach der Marina plötzliche einige zeitliche Aussetzer hat, ist sie vollkommen verunsichert. Sie  kann sich an einige Stunden der Feier nicht erinnern, was ihr skrupelloser und arroganter Kollege leidlich ausnützt. Bald findet sich Marina in einer sehr misslicher Lage wieder und reagiert völlig untypisch und gegen ihre eigene Überzeugung als Psychologin: Sie wird panisch und vertraut sich Phil nicht an.....
So hilft Marina Phil, wie im Klappentext beschrieben, eigentlich nicht wirklich, denn sie zieht sich mehr und mehr von ihm zurück.

Das neue Buch des Autorenpaares Martyn und Linda Waites, die gemeinsam unter den Namen Tania Carver schreiben, knüpft an die Vorgängerbände an. Allerdings kann man es auch ohne Wissen der bereits erschienen vier Bände lesen, da Phil und Marina einen Neuanfang in Birmingham starten.
Bereits im relativ brutalen und gewaltsamen Prolog weist alles darauf hin, wie es im Laufe der Geschichte weitergehen wird: blutig, korrupt, manipulativ, rücksichtslos....

Der Erzählstil ist diesmal wirklich rasant und der Spannungsbogen sehr hoch. Die vielen verschiedenen Erzählstränge und die wechselnden Zeitabläufe runden nach und nach die Geschichte ab und fügen sich am Ende zu einem ausgefeilten Gesamtbild. Obwohl hier viele Themen, Wendungen und Erzählstränge leicht verwirren könnten, hat das Autorenpaar alles sehr logisch und konstant aufgebaut und der Leser kann der Handlung sehr gut folgen.
Die Themen und die Grundidee dieses Thrillers sind sehr vielfältig und spielen unter anderem auch im Transvestiten und Schwulenmileu. Die Spannung bleibt die ganzen fünfhundert Seiten sehr hoch, steigt nochmals zum Ende hin an und ließen mich den Thriller in einem Rutsch durchlesen.

Negative Punkte sind hier nur wenige zu benennen, doch vorallem fand ich Marinas handeln nicht glaubwürdig. Sie verhält sich als Psychologin wie ein Musterbeispiel ihrer eigenen Patienten und das ist nicht gerade ein Pluspunkt für die sonst so toughe Frau. Außerdem wird es nun bald unglaubwürdig und zu übertrieben, dass Phil und Marina in jedem Fall als Opfer herhalten müssen. Doch dies sind meiner Meinung die einzigen Schwachstellen an dieser rasanten Geschichte, die jedoch diesem fünften Fall die Bestnote von fünf Sternen gekostet hat.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist wie immer flüssig, direkt und temporeich. Das Autorenpaar erzählt aus vielen verschiedenen Perspektiven, wobei Opfer, Täter und Ermittler zu Wort kommen. Der Fokus des 5. Falles liegt diesmal wieder größtenteils bei DI Phil Brennan.

Cover:

Obwohl mir die typischen Thrillercover englischsprachiger Bücher nicht so gut gefallen, hat die Reihe im Original einen Wiedererkennungseffekt. Der Autorenname ist immer ganz unten und in relativ großer Schrift hinzugefügt. Auch der Titel ist auf jedem Band ähnlich dargestellt. Amüsiert war ich auch über die idente "Überschrift": The chilling new Bestseller...wobei hier chilling nichts mit unserem "chillen" zu tun hat ;), sondern abschreckend und grausam bedeutet.

Das deutsche Cover passt nicht zur Reihe, besticht aber wiederum durch eine Knallfarbe und zwar durch ein auffallendes Gelb. Der deutsche Titel hört sich aber eher nach einem Liebesroman, als nach einem Thriller an und hat mit der Geschichte so gar nichts zu tun :(

Fazit:
Ein sehr spannender und brutaler fünfter Band der Reihe, in dem es um Manipulation, menschliche Abgründe und Perversionen geht. Der hohe Spannungsbogen ließ mich das Buch in einem Rutsch durchlesen. Wer gerne blutige Thriller liest, ist hier richtig! Von mir gibt es aber trotzdem "nur" 4 1/2 Sterne, da mir Marinas Verhalten zu unglaubwürdig war.



 

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