Posts mit dem Label Jenny Colgan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jenny Colgan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

[Happy Ever After] Wo das Glück zuhause ist - Jenny Colgan



    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 4. (2. März 2020)
    • Übersetzer: Sonja Hagemann
    • ISBN-10: 3492316344
    • ISBN-13: 978-3492316347
    • Originaltitel: The Little Shop of Happy Ever Afte
    • Reihe: ja - Band 1 der Happy-Ever-After Reihe




Piper Kurzbeschreibung:
Bibliothekarin Nina weiß genau, was ihre Kundinnen lesen sollten, was gegen Liebeskummer hilft oder Trübsal vertreibt. Doch als die Bibliothek geschlossen und Nina arbeitslos wird, helfen Bücher ihr auch nicht weiter. Oder vielleicht doch? Nina eröffnet ihre ganz besondere eigene Buchhandlung: Mit einem Bücherbus kutschiert sie durch die schottischen Highlands, um Leser mit Lektüre zu versorgen – nur um festzustellen, dass das Happy End im wahren Leben komplizierter ist als in manchen Romanen. Glücklicherweise gibt es da den zwar etwas mürrischen, aber dafür extrem attraktiven Farmer von nebenan, der sie aus so mancher Notlage rettet.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was für eine nette Idee, die sich Jenny Colgan für ihr neuerstes Buch ausgesucht hat. Eine buchverrückte Hauptprotagonistin und ein Bücherbus, der Nachschub in die entferntesten Winkel Schottlands bringt. Jeder, der wie ich Bücher liebt, kommt daran kaum vorbei. Erwartet habe ich eine buchige Wohlfühlgeschichte, die ich einerseits auch bekommen habe. Jedoch gibt es für mich doch so einige Kritikpunkte.
Doch worum gehts?
Die schüchterne Nina hat ihren geliebten Job in der Bibliothek in Birmingham verloren. Nun steht sie vor der schweren Entscheidung, wie ihr weiteres Leben aussehen soll. Auf jeden Fall sollen Bücher darin vorkommen und eine kleine Idee schwirrt ihr bereits im Kopf herum: ein fahrender Bücherbus, der auch Nichtleser von Büchern überzeugen soll. Allerdings steht das einzige in Frage kommende Gefährt in Kirrinfief in Schottland. Und so beweist Nina Mut und macht sich auf nach Schottland...

Die Idee mit der fahrenden Buchhandlung fand ich gelungen. Ninas Idee ihre Liebe zu Büchern auch anderen Menschen vermitteln zu wollen, ist genial. Jenny Colgan bringt die Liebe ihrer Protagonistin zu den Büchern sehr lebendig und mit viel Gefühl zum Ausdruck. Auch die landschaftlichen Beschreibungen sind bildgewaltig, wie auch die der schottischen Männer. Gefallen hat mir auch die Idee mit dem Bücherbaum oder die Beschreibung des Mittsommerfestes.
Die erste Hälfte hat so in etwa meine Erwartungen erfüllt, doch dann kam die zweite Hälfte...und hier hat mich die Geschichte im Stich gelassen. Nicht mehr Bücher stehen im Vordergrund, sondern Ninas Selbstfindung und die Liebe. Ersteres fand ich gut dargestellt, zweiteres nicht. Das dramatische Liebeschaos wirkte für mich unglaubwürdig. Nina wechselt von der einen Schwärmerei zur nächsten, ohne dass man als Leser das Knistern oder die plötzlich aufkommende Liebe einem Mann gegenüber, der nur mürrisch ist und kaum mit ihr redet, nachempfinden könnte. Es kamen keinerlei Gefühle bei mir an. Auch die Gedanken von Surindras, Ninas Freundin, die sich immer nur um die muskulösen, bärtigen Schotten und Sex drehte, nervte mich mit der Zeit.

Die Charaktere sind mir ebenfalls etwas fern geblieben. Den Figuren fehlt es, meiner Meinung nach, an Tiefe. Zu Beginn habe ich mich gefragt, ob Stadtmenschen wirklich so eine naive Vorstellung vom Landleben haben? Vorallem zu Beginn musste ich oftmals den Kopf schütteln. Doch gut - es ist nur eine Geschichte und Nina ist ein etwas anderer Charakter ;) Gefallen hat mir allerdings ihre Suche nach Identität und Glück. Als Mensch entwickelt sich Nina bis zum Ende der Geschichte enorm weiter, auch wenn ich sie nicht wirklich verstehen konnte.
Zusätzlich plätschert die Geschichte so vor sich hin. Mir fehlte es an Ereignissen, Höhen und Tiefen. Die Liebesgeschichte hinterließ ebenfalls keinen wirklichen Eindruck.
Die erste Hälfte fand ich noch ganz gut, aber ab der Hälfte ging mir nicht nur Nina ziemlich auf die Nerven, sondern auch das unglaubwürdige Liebeschaos samt Ex.
Bisher kann ich von der Autorin eigentlich nur den ersten Band der kleinen Bäckerei am Strandweg empfehlen, den ich sehr mochte. Die nachfolgenden Bände waren schon nicht mehr meins und die zweite Reihe um die Sommerküche habe ich gleich gelassen. Mit dem Thema Bücher bei ihrer neuen Reihe wollte ich der Autorin eine weitere Chance geben, doch das wird wohl eher nichts mehr...

Cover:

von links nach rechts:
drei englischsprachige Titel, wobei sich diese auch unterscheiden, dann das bulgarische, das tschechische, das schwedische und ein persisches Cover.

Fazit:
Ein leichtes und süßes Buch, das mir allerdings kaum in Erinnerung bleiben wird. Der "Wohlfühlroman" war mir zu oberflächlich, die Charaktere zu blass und gewöhnungsbedürftig. Band 2 werde ich mir schenken und lieber zu einem anderen Buch greifen...
 

Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg - Jenny Colgan




    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: Deutsche Erstausgabe
      (2. Oktober 2017)
    • Übersetzer: Sonja Hagemann
    • ISBN-10: 3492311539
    • ISBN-13: 978-3492311533
    • Originaltitel: Christmas at the Little Beach Street Bakery
      Reihe: ja - Band 3


PIPER Kurzbeschreibung:
Es weihnachtet sehr an Cornwalls Küste, und Polly hat nur ein Ziel: Dieses Fest der Liebe muss das Beste aller Zeiten werden. Aber wann verläuft das Leben schon nach Plan? Prompt schneit ihre Freundin in der Bäckerei vorbei und vertraut ihr ein heikles Geheimnis an, das bald nicht mehr zu verbergen sein wird. Wird es Polly trotzdem gelingen, mit ihrem Freund Huckle und Papageientaucher Neil das fröhlichste aller Feste zu feiern?

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im dritten Band der Reihe rund um Polly, Huckle und dem Papageientaucher Neil freuen sich die Drei auf ein ruhiges Weihnachtsfest. Doch mit der gewünschten stillen Vorweihnachtszeit ist es bald vorbei, denn in Mount Polbearne wird ein Weihnachtsbazar veranstaltet, bei dem alle Betreiber unentgeltlich ihre Ware verkaufen sollen. Für Polly und Huckle nicht sehr einfach, da sowohl die Bäckerei, als auch das Honiggeschäft viel zu wenig abwirft. Außerdem benötigen die Beiden jeden Cent für die Restaurierung des Leuchtturms. So sagt Polly zögerlich zu, als sie Reuben zu den Weihnachtsfeiertagen für ein Catering benötigt. Außerdem bringt ein folgenschweres Geheimnis rund um Kerensa Polly viel zu viel zum Grübeln. Vorbei ist es mit der erhofften Ruhe....

Die ersten Kapitel der Story konnten mich diesmal nicht sofort fesseln und ich benötigte einige Zeit um mich wieder in Mount Polbearne wohlzufühlen. Die positive Ausstrahlung und der Charme des ersten Bandes fehlte auch diesmal wieder, auch wenn die allgemeine Stimmung nicht ganz so negativ war, wie in Band 2.

Gleich zu Beginn gibt es sehr viele Rückblicke und Wiederholungen, die mir zu viel Raum einnahmen. Auch für alle Erstleser der Reihe erübrigt sich nach dem Lesen von Band 3 ein Kauf der beiden ersten Bücher der Reihe, da viel zu viel verraten wird.
Jenny Colgan's Schreibstil lässt sich wieder schnell und flüssig lesen. Der Fokus dieses dritten Teils liegt eindeutig beim Thema Familie und Pollys nicht intakte Beziehung zu ihrer Mutter.
Als größten Schnitzer sehe ich allerdings, dass sich die Autorin die Freiheit genommen hat Pollys Lebenslauf umzuschreiben! Verliert Polly im ersten Band ihren Vater mit 20 Jahren an einem Herzinfarkt, ist sie diesmal seit ihrer Geburt "vaterlos". Ihre Mutter Doreen hingegen ist eine verbitterte sitzengelassene Frau, die Polly alleine aufgezogen hat und durch die Schande eines unehelichen Kindes vollkommen isoliert lebt. Diese Story benötigte Jenny Colgan anscheindend, um ihre Geschichte rund um Pollys Zweifel gegenüber einer Ehe und Kinder mit Huckle besser darstellen zu können. Dieser Schuss geht hier aber gehörig nach hinten los!

Auch in allen anderen Bereichen kann der 3. Band, wie schon Band 2, nicht mit dem ersten Teil der Reihe mithalten. Nicht nur der fehlende Charme des ersten Buches, als auch der seiner Protagonisten, lassen mich enttäuscht zurück. Polly ist wieder etwas weinerlich gestimmt und Reuben benimmt sich diesmal  wie ein echter Kotzbrocken. Sein Verhalten gegenüber der schwangeren Kerensa und seine Aussagen über sie, sind allesamt unter der Gürtellinie. Neil, der Papageientaucher und unser aller Liebling, kommt diesmal leider viel zu wenig vor, genauso wie die titelgebende kleine Bäckerei am Strandweg. Ebenso fehlt es an besinnlichen Momenten, die den Leser in vorweihnachtliche Stimmung versetzen sollte. Die ganze Story erscheint mir viel zu konstruiert und kratzt nur an der Oberfläche.
Einzig das Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren und der bezaubernden Gezeiteninsel machen diesen dritten Roman noch lesenswert. Der Rest ist leider eine große Enttäuschung!

Cover:

Diesmal konnte ich nur die beiden englischsprachigen Cover (Hardcover und Paperback), sowie die schwedische Übersetzung finden. Wie schon bei den Vorgängern mag ich das deutsche Cover wieder am liebsten.

Fazit:
Leider kann auch der dritte Band nicht mit dem ersten Buch mithalten. Die weihnachtliche Stimmung fehlt, das Ganze kratzt viel zu sehr an der Oberfläche und auch die meisten Charaktere verlieren zunehmend ihren Charme.
Was jedoch gar nicht geht ist, dass die Autorin anscheinend nicht mehr den Lebenslauf ihrer Protagonistin kennt. Ein absolutes NO-GO! Meine 2 1/2 Sterne gebe ich für das Wiedersehen mit altbekannten Charakteren und dem einmaligen Setting. Leseempfehlung kann ich leider keine abgeben. Schade!
 

Vielen Dank an den PIPER Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe rund um die kleine Bäckerei:
  1. Die kleine Bäckerei am Strandweg   *meine Rezi*
  2. Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg  *meine Rezi*
  3. Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg

Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg - Jenny Colgan




    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (2. Juni 2017)
    • Übersetzer:Sonja Hagemann
    • ISBN-10: 3492311296
    • ISBN-13: 978-3492311298
    • Originaltitel: Summer at Little Beach Street Bakery
    • Reihe: ja - Band 2


PIPER Kurzbeschreibung: 
Endlich hat der Sommer an Cornwalls Küste Einzug gehalten, und Polly Waterford könnte nicht glücklicher sein: Ihre kleine Bäckerei läuft blendend, und zusammen mit Huckle, der Liebe ihres Lebens, genießt sie die lauen Abende in dem Hafenstädtchen Mount Polbearne, das inzwischen zu ihrer Heimat geworden ist. Doch plötzlich ist die Bäckerei in Gefahr, denn die alte Besitzerin stirbt. Außerdem fällt es Huckle schwer, seine Vergangenheit in Amerika gänzlich hinter sich lassen, zu oft holt sie ihn ein. Und während Polly Mehl siebt, Teig knetet und Brot backt, bangt sie um ihre Zukunft …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung: 
Nach fast einem Jahr durfte ich wieder auf die Gezeiteninsel nach Mount Polbearne reisen und mit Polly, Huckle und meinem Lieblingsvogel Neil Zeit verbringen.
Schnell tauchte ich wieder in der Geschichte ein, doch obwohl mich der Schreibstil von Jenny Colgan schon im ersten Buch überzeugen konnte, sprang der Funken diesmal nicht ganz über.

Polly hat sich in Mount Polbearne gut eingelebt und ist mit Huckle und Neil in den Leuchtturm eingezogen. Alles scheint perfekt zu laufen bis Mrs Manse, die Vermieterin der Bäckerei, stirbt.  Nachfolger wird ihr Neffe Malcolm, der Pollys Ideen von gutem Backwerk nicht teilt und stattdessen effizient und billig arbeiten möchte. In Plastik verpackte Eclairs und Brötchen mit Ablaufdatum bis zum Nimmerleinstag sind da nur einige Ideen, die er umsetzten will. Es dauert nicht lange bis sich Malcolm und Polly in die Haare kriegen und sie schlussendlich kündigt. Bald sind Pollys Geldreserven aufgebraucht, der Leuchtturm gehört saniert und der Kauf eines Food Trucks verschlingt das letzte Pfund. Huckle will Polly helfen und geht zurück in die Staaten, um mehr Geld zu verdienen und sie zu unterstützen. Er versucht der Freundin seines Bruders Dubose auf der Farm unter die Arme zu greifen, die sein kleiner Bruder mit der ganzen Arbeit einfach hängen gelassen hat und stattdessen in der Weltgeschichte herumfährt. Zu guter Letzt taucht auch noch die Witwe von Tarnie in Mount Polbearne auf....

Polly war mir im ersten Buch sehr sympathisch. Leider konnte ich in diesem Band keine großartige Entwicklung bei ihr feststellen - im Gegenteil! Nachdem sie von Malcolm nur schikaniert wird und er alles versucht, dass sie mit ihren Backwaren keinen Fuß mehr auf die Insel setzen kann, wirkt Polly hilflos und verschüchtert. Wo bleibt die starke Frau aus dem ersten Band?
Polly kam mir im ersten Teil stärker vor und hatte mehr Durchsetzungsvermögen. Gegenüber von Malcolm ist sie so eingeschüchtert, dass es sogar mir, die sich auch nur schwer durchsetzen kann, zu bunt wurde. Sooo nett kann man doch gar nicht sein, dass man sich all diese Schikanen gefallen lässt! Polly versinkt in Selbstmitleid. Sie vermisst Huckle und Neil, den sie auf Anraten von Tierarzt Patrik wieder in die Papageienkolonie gebracht hat. Bis sie aus ihrer Lethargie erwacht, haben sich einige Längen in die Geschichte eingeschlichen.
Leider verliert auch Huckle an Sympathie. Er ist eigentlich ein netter Typ, doch die Beweggründe noch länger in seiner Heimat zu bleiben, konnten mich nicht wirklich überzeugen. Nicht nur die Entfernung, sondern auch die Unvernunft der Beiden, alles zu beschönigen und die Probleme nicht anzusprechen, beginnt sie immer weiter auseinander zu bringen. Der Kitschfaktor, der im ersten Band fehlte, kommt diesmal doch ein bisschen zum tragen.

Der Charme des ersten Teiles kann sich leider nur teilweise durchsetzen. Die Geschichte wirkt manchmal etwas plump und einige Dinge kennen wir schon aus Band Eins. Trotzdem kommt gerade an diesem Punkt, wo sich Pollys Schicksal wiederholt, wieder mehr Schwung in die Handlung. Einige unvorhersehbare Wendungen und die tolle Beschreibung des Lebens auf der Gezeiteninsel konnten ebenfalls punkten.
Ich werde sicherlich auch noch den dritten Band der Reihe rund um Polly, Huckle und Neil lesen, der in der Weihnachtszeit spielen wird.

Noch ein Tipp:
Man sollte zuerst "Die kleine Bäckerei am Strandweg" lesen, sonst könnte man mit den vielen Personen und deren Schicksale etwas überfordert sein!

Schreibstil:
Auch schon in Band 1 konnte mich Jenny Colgans flüssiger und sehr bildhafter Schreibstil überzeugen. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt und zu Beginn jedes Kapitels ist ein Leuchtturm abgebildet.
Die vielen facettenreichen Nebencharaktere bereichern den Roman und natürlich ist Neil, der Papageientaucher, wieder der Liebling aller, auch wenn er diesmal nicht so

Cover:

Ganz eindeutig ist auch beim zweiten Teil das deutsche Cover das Schönste. Das Französische ganz links gefällt mir auch wieder gut und passt ebenso perfekt zu Band 1, während ich das zweite von links total unpassend finde.

Fazit:
Leider reicht Band 2 nicht an die süße Geschichte aus dem Vorjahr heran. Sie wirkt diesmal etwas plumper und kitschiger, aber für alle Freunde von Polly, Huckle und Neil liest sich auch "Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg" nett und lädt zum Entspannen ein.



Vielen Dank an den PIPER Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe rund um die kleine Bäckerei:
  1. Die kleine Bäckerei am Strandweg   *meine Rezi*
  2. Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg
  3. Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg - erscheint am 2. Oktober 2017

Die kleine Bäckerei am Strandweg - Jenny Colgan



    • Taschenbuch: 496 Seiten
    • Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (1. Juni 2016)
    • ISBN-10: 3833310537
    • ISBN-13: 978-3833310539
    • Originaltitel: The Little Beach Street Bakery
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur

Berlin Verlag Kurzbeschreibung:
Es klingt fast zu gut um wahr zu sein - Polly wird ihr Hobby zum Beruf machen, und das in Cornwall, auf einer romantischen Insel mit Männerüberschuss. Genau die richtige Kur für ein leeres Konto und ein gebrochenes Herz. Aber die alte Bäckerei ist eine windschiefe Bruchbude, am Meer kann es sehr kühl sein, und der Empfang, den manche Insulaner ihr bereiten, ist noch viel kälter. Gut, dass Polly Neil hat, einen kleinen Papageientaucher mit gebrochenem Flügel. Doch bald kauft der halbe Ort heimlich ihr wunderbares selbstgebackenes Brot, und als sie Neil fliegen lassen soll, ist sie schon fast heimisch geworden. Nur das mit der Liebe gestaltet sich komplizierter als gedacht ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
 
Buch zur Weltenbummler Challenge 

Meine Meinung:
Nach der Insolvenz der gemeinsamen Firma von Polly und Chris, gehen die Beiden auch privat erstmals getrennte Wege. Während Chris eher im Selbstmitleid badet und zu seiner Mutter nach Hause zieht, versucht Polly alle Brücken hinter sich abzubrechen. Da ihnen nicht viel Geld geblieben ist, hat Polly nicht gerade viel Auswahlmöglichkeiten. Das Einzige, das sie sich leisten könnte, ist ein Zimmer in einem kleinen heruntergekommenes Häuschen, einer ehemalige Bäckerei, auf einer Insel vor Cornwall. Doch Polly verliebt sich auf den ersten Blick in die Bruchbude mit den undichten Fenstern und einem Loch in der Wand! Doch der atemberaubende Ausblick auf das Meer, sowie die Ruhe und die erschwingliche Miete, sind genau das, was Polly sucht. Doch wovon soll sie zukünftig leben? Um sich abzulenken, widmet sie sich ihrem liebsten Hobby: dem Brot backen. Bald schon versorgt sie die Fischer und den Tierarzt von Mount Polbearne mit ihren selbstgebackenen Brötchen und Ciabattas. Doch Polly ist keine Einheimische und außerdem macht sie der einzigen Bäckerei im Dorfe Konkurrenz. So hat sie sehr schnell die erste Feindin auf dem Hals, die ihr fortan das Leben schwer macht....

Die Idee des Romans ist nicht wirklich neu, aber die Autorin hat hier eine bezaubernde Geschichte rund um einen Neuanfang geschrieben, der wirklich gelungen ist. Die bildhafte Sprache lässt die Gezeiteninsel vor Cornwall, die nicht mit den anderen touristisch angehauchten Inseln mithalten kann, vor dem eigenen Auge entstehen. Man spürt den Wind und die Wellen und erschnuppert den Duft von Pollys Backwaren. Und mit dem Papageientaucher Neil hat Jenny Colgan einen süßen tierischen "Protagonisten" miteingebaut, an dem ich sofort mein Herz verloren habe. Die Leserinnen, die sich vorallem eine Liebesgeschichte wünschen, könnten enttäuscht werden (mit Ausnahme des Happy Endes am Schluss), denn diese bleibt hier eher im Hintergrund, was mir jedoch sehr zugesagt hat. Viel mehr geht es um das Erkennen, was einem im Leben wirklich wichtig ist.
Es gibt viele Sommerromane, die auf ähnliche Themen aufbauen, doch es kommt darauf an, wie die Autorin diese auch umsetzt. Und Jenny Colgan hat hier wirklich alles aus dem Thema rausgeholt und mit ihrem fabelhaften und flüssigen Schreibstil eine ganz wunderbare Geschichte geschrieben. Den einzigen Wermutstropfen bildet der letzte Teil des Buches. Meine Meinung nach hätte man die letzten 50-100 Seiten auch weglassen können. Zum Abschluss gibt es noch einige Brotbackrezepte zum Ausprobieren.

"Die kleine Bäckerei am Strandweg" ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie, die auf Englisch bereits erschienen ist. Ich hoffe, dass auch die anderen Titel auf Deutsch übersetzt werden.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin macht diese Geschichte erst zu dem, was sie ist. Man spürt alle Emotionen, riecht den Duft von Brot und das salzige Meer. Lebendig und bildreich, flüssig und rund.....für mich perfekt!
Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt und am Anfang jedes Kapitels im Buch ist ein gefüllter Brotkorb zu sehen. Die Charaktere sind insgesamt sehr lebendig und facettenreich beschrieben. Man spürt die Gemeinschaft der Inselbewohner und die Skepsis gegenüber Fremden. Am liebsten würden sie alles so lassen, wie es immer schon war und stehen Neuem sehr skeptisch gegenüber. Man erfährt vieles über das karge und gefährliche Leben der Fischer, bekommt Einblicke in die Imkerei und hat die malerische Landschaft immer wieder vor Augen. Nur Pollys beste Freundin Kerensa, die sich ein Leben ohne Party und Shoppen nie vorstellen könnte, bringt etwas Chick Lit mit in die Handlung. Selbst Neil, der kleine Papageientaucher, der mein Herz sofort erobert hat, hat "menschliche Züge" ;)

Cover:


Das deutsche Cover lädt zum Träumen ein und gefällt mir sehr, sehr gut. Die englisch- und französischen Buchcover sind sehr unterschiedlich, aber so wirklich gut gefällt mir keines davon. Das Dritte von rechts ähnelt außerdem eher Kinder- und Jugendbüchern, statt einem Erwachsenenroman.

Fazit :
Einige humorvolle Turbulenzen, aber auch traurige Momente, erlebt der Leser in diesem gefühlvollen Roman, der mich absolut überzeugen konnte und mir schöne (Lese-)Stunden schenkte. Wundervoller Schreibstil, jedoch hätten die letzten 50 Seiten nicht unbedingt sein müssen. 4 1/2 Sterne gibt es von mir.


 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos