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[Ungelöst] Die erste Zeugin - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch, 4. Auflage  (25. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 359671298X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596712984
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 1 der Cold Case Reihe


Fischer Kurzbeschreibung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll. Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat. Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Die Thriller von Arno Strobel lassen sich immer richtig gut "wegsnacken", bleiben bei mir aber immer wieder nur sehr lückenhaft präsent. So geschehen auch bei seiner neuen Cold Case Reihe "Ungelöst".

Luisa Menkhoff erlebt eine böse Überraschung, als sie auf einem Plakat in der Nähe ihrer Uni, die Frau nach der gesucht wird, erkennt. Es ist Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner. Dieser Mann hat Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind mit Hilfe dieser Frau entführt. Daraufhin meldet sich Louisa bei der Polizei und trifft auf den engagierten Hauptkommissar Ramin Brunner. Dieser ist von Luisas eidetischen Gedächtnis fasziniert. Sie kann sich an jedes nur so kleines Teil ihrer Entführung erinnern und wird zum Fall als externe Beraterin hinzugezogen. Mit ihrer Gabe und als Tochter des ehemaligen Kriminalhauptkommissars Bernhard Menkhoff ist sie für die Polizei tatsächlich eine große Hilfe.
Als kurze Zeit später ein kleines Mädchen entführt wird, welches Luisa sehr ähnlich sieht, läuten bei beiden die Alarmglocken. Der Verdacht fällt sofort auf Lichner, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde. Zusätzlich fühlt sich Louisa laufend beobachtet....

In „Die erste Zeugin“ verbindet Arno Strobel einen aktuellen Ermittlungsfall mit einem lange zurückliegenden Cold Case. Gleichzeitig bildet der Thriller den Auftakt seiner neuen Reihe „Ungelöst“.
Mit den beiden Protagonisten Luisa Menkhoff und Ramin Brunner hat der Autor zwei sehr spannende Charakter entworfen. Beide sind ehrgeizig und verfügen über besondere Fähigkeiten. Die Medizinstudentin, die forensische Psychiaterin werden will, hat mit ihrem eidetischen Gedächtnis eine Schlüsselrolle in diesem Fall.
Ramin Brunner, mit deutsch-iranischen Wurzeln, ist der jüngste Kriminalhauptkommissar Bayerns. Sein Vater Jakob ist ein verurteilter Straftäter.
Zum Team um Ramin gehört auch noch Sebastian Grohmann. Ein eher untypischer Polizist, der chaotisch wirkt, aber durch seine witzige und sarkastische Art punkten kann. Außerdem ist er durch seine besondere Empathie bei Verhören unverzichtbar für Ramin.
Allerdings merkt man dem Roman an, dass der Schwerpunkt zunächst auf der Einführung der Figuren und ihrer Hintergründe liegt. Dadurch entstehen stellenweise kleinere Längen, die für den Auftakt einer neuen Reihe jedoch nachvollziehbar sind.

Neben den Kapiteln aus der Sicht von Luisa und Ramin sorgen die Einschübe aus Nicole Klements Perspektive für zusätzliche Spannung. Gerade diese Passagen haben bei mir eine beklemmende, stellenweise sogar fast unheimliche Atmosphäre erzeugt. Lange bleibt offen, welche Rolle Nicole tatsächlich spielt und auf wessen Seite sie steht. Man weiß nur, dass sie ein traumatisches Erlebnis durchlebt hat, welches sie bis heute nicht loslässt und ihr Handeln maßgeblich beeinflusst. Diese Ungewissheit macht sie zu einer der interessantesten Figuren des Romans.

Der Spannungsbogen baut sich eher langsam auf. Dank der kurzen Kapitel entsteht jedoch ein angenehmer Lesefluss, sodass man sich immer wieder denkt: „Ein Kapitel geht noch.“ Gegen Ende wirkte der Thriller auf mich allerdings etwas konstruiert und stellenweise auch verwirrend. Eine unerwartete Wendung sorgte schließlich aber noch einmal für Spannung und weckt meine Neugier auf die Fortsetzung.

Fazit :
„Die erste Zeugin“ ist ein kurzweiliger Thriller, der sich flüssig lesen lässt und gut unterhält, auch wenn die Handlung nicht lange nachhallt. Besonders überzeugen konnte mich jedoch das Ermittlerteam rund um Ramin, Sebastian und Luisa. Arno Strobel gelingt es, mit seiner neuen Reihe interessante und vielschichtige Figuren einzuführen, deren weitere Entwicklung neugierig macht. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit dem Team in den nächsten Bänden weitergeht.



Welcome Home - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch, 1. Auflage (27. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596711517
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596711512
    • Genre: Thriller



Fischer Kurzbeschreibung:
Ines und Marco Winkler können ihr Glück kaum fassen, als sie den Schlüssel zu ihrem ersten eigenen Haus in Händen halten. Sofort nach dem Einzug mit ihrer kleinen Tochter Emilia wissen sie: Jetzt sind wir als Familie angekommen. Hier, in unserem kleinen Reich, in der neu gebauten Siedlung Auf Mons im beschaulichen Spessart. Auch in der Nachbarschaft finden die Winklers schnell Anschluss. Doch dann hat Ines eines Nachts das Gefühl, im Schlaf beobachtet zu werden. Sie reißt die Augen auf, aber da ist niemand. Auch im Haus kann sie nichts entdecken, was auf einen Einbrecher deuten könnte. Als sie kurz darauf im noch leerstehenden Nachbarhaus einen Schatten zu sehen glaubt, versucht sie sich zu beruhigen. Wahrscheinlich hat der Umzug sie mehr gestresst als sie dachte. Bestimmt hat sie sich getäuscht. Bis sie am nächsten Morgen begreift: Sie hat ganz richtig gesehen. Es war jemand im Nachbarhaus. Und sie weiß jetzt auch, was er dort wollte. Einen Menschen töten. 

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ines und Marco Winkler freuen sich mit ihrer kleinen Tochter Emilia und den Familienhund auf ihr neues Zuhause. In einer neuen Eigenheimsiedlung im Spessart wollen sie der Großstadt entfliehen, als sie an einem nebeligen Novembertag "Am Mons" einziehen. Die Nachbarschaft ist super freundlich und vor allem die Familie Mannschein freunden sich schnell mit Ines und Emilia an. Hier möchten sie ihr restliches Leben verbringen, denn sie fühlen sich willkommen.
Doch bereits in den ersten Nächsten haben sie das Gefühl nicht alleine im Haus zu sein. Immer wieder fällt nachts die Hauptsicherung aus und auch der Hund verhält sich komisch - liegt träge herum und reagiert oft nicht. Einbruchsspuren werden jedoch keine gefunden. Als im leerstehenden Nachbarhaus eine grausam zugerichtete Tote gefunden wird, bricht Panik in der Siedlung aus. Die Männer wollen nachts Patrouille gehen und ihre Familien beschützen. Doch bald schon passiert ein weiterer Mord....

Der Beginn ist stark und der Spannungsaufbau gelungen. Leider lässt dieser im Laufe der Geschichte nach und die Figuren bleiben insgesamt zu blass, obwohl es diesmal kaum Ermittlungsarbeit gibt, sondern sich alles um die Nachbarschaft und deren Befindlichkeiten dreht. 

Dem Täter bin ich nicht auf die Spur gekommen, obwohl ich viele Thriller lese. Strobel hat wieder viele falsche Fährten gelegt und die Stimmung ist während den gesamten 352 Seiten düster und sehr atmosphärisch. Leider bleiben einige Handlungsstränge offen oder werden einfach nicht weiter verfolgt. Das Ende wirkt auch teilweise etwas konstruiert.

Ich habe bereits viele Bücher von Arno Strobel gelesen, hinke aber mit meinen Rezensionen seiner Thriller extrem hinterher. Sie lassen sich schnell lesen und die Spannung ist meistens auf einem höheren Level, aber den Inhalt vergesse ich viel zu schnell wieder....wie leider oftmals bei Thriller. Ausnahmen sind meistens nur die wenigen 5 Sterne Thriller.

Fazit:
"Welcome Home" lässt sich wie die meisten Thriller von Arno Strobel gut und flüssig lesen und ist diesmal außerdem sehr atmosphärisch. Trotzdem bleiben die Figuren etwas blass und das Ende wirkt etwas zu gewollt. Ein "Popcorn-Thriller" zum wegsnacken - wie manche sagen würden.


FAKE(T) Wer soll dir noch glauben? - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: FISCHER Taschenbuch; 2. Edition (31. August 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596706661
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596706662
    • Genre: Thriller



Fischer Kurzbschreibung:
»Du warst es nicht. Aber sie haben dich auf Video. Wer soll dir jetzt noch glauben?« Patrick Dostert freut sich auf einen freien Tag mit seiner Frau Julia, als noch vor dem Frühstück zwei Beamte der Kripo Weimar vor der Tür stehen. Patrick bittet sie herein, und von einer Minute zur anderen ändert sich alles für ihn. Er wird verdächtigt, drei Tage zuvor eine Frau misshandelt und entführt zu haben. Patrick hat ein Alibi für die Tatnacht, doch der einzige Zeuge, der ihn entlasten könnte, bleibt unauffindbar. Und die beste Freundin des Opfers belastet ihn schwer. Patrick beteuert seine Unschuld, bis das Video auftaucht. Das Video, in dem er zu sehen ist. Das ihn überführt. Obwohl er das Opfer noch nie gesehen hat. Aber das glaubt ihm keiner. Er kommt in Haft, soll verurteilt werden. Und kann absolut nichts tun, denn Bilder sagen mehr als tausend Worte. Oder?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Fakt/Fake"- Wer soll dir noch glauben? ist der neue Thriller von Arno Strobel und erinnert mich vom Thema her ein bisschen an Ursula Poznanskis letztes Buch "Stille blutet", das ich erst gelesen habe. Nicht umsonst haben die Beiden auch schon einige Bücher gemeinsam geschrieben.
Die Grundidee ist ziemlich ähnlich, auch wenn sich die Inhalte später auseinander bewegen. Es gibt einen Mann, der einer Tat verdächtigt wird und gegen eine Beweislast ankämpfen muss, die deutlich seine Schuld belegt. Die gegenwärtige Medienwelt zeigt sehr oft auf, dass nicht alles der Wahrheit entspricht, was man liest, hört oder sieht. Man  fragt sich unwillkürlich: Was ist Fakt und was ist Fake?

Schon der Prolog nimmt einem sofort gefangen. In diesem wird eine Frau vor ihrem kleinen Sohn brutalst verprügelt und beschimpft.
Danach lernen wir Patrick Dostert kennen, der mit seiner Frau Julia eine glückliche Ehe führt. Eines Morgens steht die Polizei vor der Tür und klagt ihn wegen Misshandlung und Entführung einer ihm unbekannten Frau an.
Die Freundin der Vermissten erhebt schwere Anschuldigungen gegen ihn. Doch Patrick hat ein Alibi. Als ein Video auftaucht, welches ihn schwerer belastet, glaubt ihm niemand mehr, obwohl er beteuert das Opfer noch nie gesehen zu haben. Als auch noch sein Alibi nicht auffindbar ist und es weder den Mann, noch die Firma gibt, mit dem er zum Tatzeitpunkt ein Geschäftsessen hatte, wird er festgenommen. Patricks Leben wird von einem Tag auf den anderen völlig auf den Kopf gestellt und auf perfide Art und Weise zerstört.

Im Gefängnis in Untersuchungshaft sitzend, schreibt Patrick seine Geschichte in der dritten Person in Romanform nieder. Darin erzählt er haargenau was passiert ist und wie er unschuldig festgenommen wurde. Im späteren Verlauf lesen wir auch aus der Sicht seines Anwalts. Das hat mir gut gefallen.

Strobels Thriller sind Pageturner und man legt sie ungern aus der Hand. Wie auch Ursula Poznanski beschäftigt sich der Autor sehr viel mit den allerneuersten technischen Spielereien. Seine Thriller sind zeitgemäß und modern. Strobel legt viele Spuren und versteht es den Leser immer wieder zweifeln zu lassen. Was ist nun die Wahrheit und was nicht? Mittlerweile wissen wir, dass alles gefälscht werden kann, was jedoch für einen Laien nicht ersichtlich ist. Deepfakes machen kriminelle Machenschaften schier unbegrenzt - was mir wirklich Angst macht!

Die Charaktere sind ein bisschen blass geblieben. Besonders von Julia konnte ich mir kein richtiges Bild machen. Mit der Auflösung am Ende hat mich der Autor überrascht. Sie ist gelungen, aber so ganz plausibel fand ich sie nicht, wenn man länger darüber nachdenkt ;)

Der Schreibstil ist wie immer sehr dialoglastig, modern und lebendig. Die kurzen Kapitel lassen einem schnell durch das Buch fliegen. Zusätzlich gibt es leider auch einige halbleere Seiten und eine nicht so kleine Schrift. Dies fällt mir in letzter Zeit sehr oft auf - vorallem, wenn von den Verlagen aus Taschenbüchern Klappbroschuren werden, die zu einem Preis von fast einem Hardcover verkauft werden.

Der Verlag hat sich wieder eine tolle Idee einfallen lassen, indem er zwei verschiedene Versionen veröffentlicht hat. Auf einem der Cover steht "FAKT" mit einem "T", darunter das E für Fake und auf dem anderen sieht man das Gegenteil - wie oben angezeigt. 

Fazit:
Wieder ein Pageturner, den uns Arno Strobel hier geliefert hat. Spannend zu lesen und immer mit der Frage im Hinterkopf:"Was ist die Wahrheit?" Aber auch ein Thriller, der sich nicht wirklich von anderen unterscheidet und für kurze Zeit spannend zu lesen ist, aber ebenso schnell wieder vergessen wird: Fast Food eben.


Mörderfinder - Die Macht des Täters - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch; 1. Edition (9. März 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596706688
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596706686
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 2 der Max Bischoff Reihe



Fischer Kurzbeschreibung:
Der Anruf kam unerwartet. Eine Ex-Kollegin bittet Fallanalytiker Max Bischoff um Hilfe. Ihr Neffe wurde des Mordes beschuldigt und hat sich daraufhin das Leben genommen. Mit 22. Ein Schuldeingeständnis? Oder die Tat eines Verzweifelten? Max sichtet die Fakten, die Beweislast ist erdrückend, aber nichts passt zusammen. Kein Motiv, vollkommene Willkür. Und dann die vage Verbindung zu einem anderen Fall. Irgendetwas ist da, das kann Max beinahe körperlich spüren. Aber der Kopf des Mörders bleibt ihm verschlossen. Hat er sich verrannt? Oder versagt die Fallanalyse und damit Max zum ersten Mal in seiner gesamten Laufbahn? 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im zweiten Band um Max Bischof und der Mörderfinder Reihe von Arno Strobel gerät der ehemalige Polizist in eine brutale Mordserie, als ihn eine Ex-Kollegin um Hilfe bittet. Ihr Neffe wird des Mordes angeklagt. Max soll seine Unschuld beweisen, doch alle Indizien deuten auf den 22jährigen Studenten. Kurze Zeit später verübt er Selbstmord. Es dauert jedoch nicht lange bis der nächste Mord passiert, der dieselbe Handschrift trägt. Ist es ein Trittbrettfahrer oder wurde der falsche Mann verdächtigt?
Als Fallanalytiker steht Bischof vor einem Rätsel. Ein Motiv scheint zu fehlen. Die Fälle passen nicht zusammen und trotzdem ist er sich sicher, dass es sich um einen Serienmörder handelt.

Arno Strobel hat wieder einen rasanten Thriller geschrieben, der von Beginn an fesselt. Der Spanungsbogen bleibt die gesamten 368 Seiten aufrecht und ich bin durch den Thriller nur so geflogen. Bischoff arbeitet wieder mit seinem Exkollegen Horst Böhmer zusammen. Die beiden vertrauen einander, jedoch hat Horst auch auf seine Dienstvorschriften zu achten. Die neue Chefin des Kommissariats, Eslem Keskin, ist anfangs gegen die Zusammenarbeit mit einem Privatermittler, was es Bischoff schwer macht. Zusätzlich kann er sich nicht in den Kopf des Täters denken, was für ihn als Fallanalytiker ein großes Problem darstellt.

Als Figur ist Max sympathisch, denn er bleibt seinen Prinzipien treu und sorgt sich um seine Schwester Kirsten. Auch die Freundschaft zu Böhmer macht ihn geselliger, als manche anderen Ermittler, die oftmals Einzelgänger sind.
Im zweiten Teil treffen wir auf einige bekannte Charaktere, wie auch auf einige neue, wie die bereits erwähnte Kriminalrätin und Chefin von Böhmer. Der interessanteste Neuzugang ist wohl Dr. Marvin Wagner, ein Graphologe.

Der Fall ist äußerst komplex. Strobel lässt den Leser mit überraschenden Wendungen immer wieder in eine Sackgasse laufen. Miträtseln ist schwierig. Und dann gerät Max mit seinem Verhalten ungewollt selbst in den Fokus der Ermittlungen.

Einzelne Kapitel sind wieder in kursiver Schrift geschrieben und lassen uns in den Kopf des Täters blicken. Diese nehmen aber nichts vorweg, sondern lassen die Spannung noch ein Stück weiter steigen. Das Tempo ist hoch und die Handlung - obwohl sie manchmal ein bisschen auf der Stelle tritt - kurzweilig.

Zum Ende gibt es einen Showdown und eine Auflösung, die einerseits gelungen und ungewöhnlich ist, aber andererseits auch ein bisschen konstruiert ausfällt. Ein paar
mehr Details zur Auflösung und kein so abruptes Ende hätte mir besser gefallen. Das ist aber wiederum schon meckern auf hohem Niveau.

Fazit:
Ein spannender und temporeicher Thriller, der die Abgründe der menschlichen Psyche aufzeigt und mich sehr gut unterhalten hat. Band 2 "Die Macht des Täters" fand ich sogar eine Ticken besser als den ersten Mörderfinder Band, deshalb vergeben ich gerne 4 1/2 Sterne und freue mich schon auf Band 3.

Mörderfinder: Die Spur der Mädchen - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch; 3. Edition (24. März 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596700515
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596700516
    • Genre: Thriller
    • Reihe: Band 1 der Max Bischoff Reihe



Fischer Kurzbeschreibung:
Seine Zeit beim KK 11 in Düsseldorf ist Geschichte. Jetzt fängt Fallanalytiker Max Bischoff an der Polizeihochschule in Köln neu an. Bildet die aus, die so gut werden wollen wie er. Aber die Fälle finden ihn trotzdem. Als ihn der Vater der seit sechs Jahren verschwundenen Leni Benz um Hilfe bittet, will Max sofort ablehnen. Aber er merkt, dass er es nicht kann. Zu viele Fragen sind ungeklärt im Fall der Grundschülerin, die auf dem Schulweg verschwand und nie mehr gesehen wurde. Doch wieso taucht jetzt Lenis Ranzen wieder auf, steht an seinem Platz in ihrem Elternhaus, als sei nichts geschehen? Wie kann das sein, nach all der Zeit? Und vor allem: Weshalb gibt es so viele Parallelen zu einem aktuellen Fall? Max begibt sich auf die Spur des Täters ... 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Zu den Thrillern von Arno Strobel greife ich immer wieder gerne, auch wenn es eigentlich keine fünf Sterne Bücher für mich sind. Sie unterhalten mich fast immer mit einem relativ hohem Tempo und Spannungsbogen und kurzweiliger Handlung.

Für Max Bischoff beginnt ein neues Kapitel in seinem Leben. Die Zeit beim KK1 ist vorüber. Der Fallanalytiker unterrichtet als Dozent an der Polizeihochschule in Köln. Nach einer Vorlesung bittet ihn der Vater von Leni, die vor sechs Jahren verschwunden ist, den Fall neu aufzurollen. Erst vor kurzem wurden wieder zwei Mädchen nach demselben Schema entführt und Lenis Vater denkt, dass der Täter wieder aktiv geworden ist. Max lehnt seine Hilfe vorerst ab, doch sowohl der alte, als auch die neuen Fälle lassen ihm keine Ruhe. Als plötzlich Lenis Schultasche und ein Püppchen nach dieser langen Zeit im Elternhaus auftauchen, begibt Max sich auf die Spur des Täters. Dabei stößt er auf den Widerstand der Kölner Ermittler, vorallem beim leitenden Kommissar Bernd Menkhoff...

Nachdem plötzlich Lenis Sachen nach sechs Jahren unversehrt wieder auftauchen, lassen gruselige Tonbandaufzeichnungen und alte Skelette die Spannung noch weiter ansteigen. Von Leni fehlt jedoch weiterhin jede Spur. Überraschende Wendungen bringen neue Verdächtige ins Spiel und man rätselt gerne mit. Welches Ausmaß die alten, wie auch die neuen Fälle nehmen, habe ich allerdings nicht erwartet. Max ermittelt in allen Richtungen und erhält schlussendlich doch noch Unterstützung vom ermittelnden Kölner Kommissar.

Ich habe die Reihe rund um Max Bischoff als polizeilicher Fallanalytiker nicht gelesen, was mir allerdings keinerlei Probleme bereitete. Man findet sehr schnell in die Geschichte, wobei die kurzen Kapitel und der fesselnde Schreibstil von Arno Strobel viel dazu beiträgt. Die Perspektivwechsel aus der Sicht von Max Bischoff, Bernd Menkhoff, den namentlich unbekannten Täter, sowie weitere Einblicke in die Gedanken eines jungen Mädchens, erhöhen die Spannung.
Die Charaktere blieben mir manchmal jedoch etwas zu sehr an der Oberfläche. Hier hätte ich mir eine etwas differenzierte Beschreibung gewünscht und keine klischeehafte Rollenverteilung. Auch die Auflösung ging mir einen Hauch zu schnell. Trotzdem war der Thriller spannend und hat mir manchmal etwas Gänsehaut beschert.

Vielleicht wäre eine Triggerwarnung zu Beginn sinnvoll, doch ich denke wer Thriller liest, weiß worauf er sich einlässt.

Fazit:
Arno Strobel gelingt es in seiner neuen Reihe um Max Bischoff auch Lesern, die den Ermittler noch nicht kennen, diesen schmackhaft zu machen. Ein spannender und temporeicher Thriller, der die Abgründe der menschlichen Psyche aufzeigt. 


Die APP - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: FISCHER Taschenbuch; 7. Edition (23. September 2020)
    • ISBN-10 : 3596703557
    • ISBN-13 : 978-3596703555
    • Genre: Thriller



Fischer Kurzbeschreibung
:
Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Hamburg-Winterhude, ein Haus mit Smart Home, alles ganz einfach per App steuerbar, jederzeit, von überall. Und dazu absolut sicher. Hendrik und Linda sind begeistert, als sie einziehen. So haben sie sich ihr gemeinsames Zuhause immer vorgestellt. Aber dann verschwindet Linda eines Nachts. Es gibt keine Nachricht, keinen Hinweis, nicht die geringste Spur. Die Polizei ist ratlos, Hendrik kurz vor dem Durchdrehen. Konnte sich in jener Nacht jemand Zutritt zum Haus verschaffen? Und wenn ja, warum hat die App nicht sofort den Alarm ausgelöst? Hendrik fühlt sich mehr und mehr beobachtet. Zu recht, denn nicht nur die App weiß, wo er wohnt … 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich letztes Jahr "Offline" von Arno Strobel gelesen habe, wollte ich auch seinen neuen Thriller "Die APP" lesen. Seine Geschichten sind immer sehr kurzweilig und spannend geschrieben, jedoch fand ich auch hier wieder einiges zu konstruiert und überspitzt, wie es leider in letzter Zeit oftmals bei Thriller vorkommt und mir nicht gefällt.

Die Idee fand ich allerdings top und die Geschichte schreckt sicherlich auch von zu viel Digitalisierung ab. Für mich würde so und so kein Smart Home in Frage kommen, aber nach dieser Lektüre würde ich auf jeden Fall zweimal darüber nachdenken ;)

Hendrik und Linda haben sich allerdings für diese Variante entschieden und sind begeistert von ihrem neuen Heim und den Möglichkeiten, die sie damit haben. Doch dann verschwindet Linda eines Nachts spurlos und auf den Überwachungskameras ist nichts zu sehen. Hendrik wendet sich verzweifelt an die Polizei, doch diese denkt Linda wäre kurz vor der Hochzeit abgehauen. Ihm bleibt nichts anderes übrig als selbst nachzuforschen, denn Hendrik denkt nicht, dass ihn Linda freiwillig verlassen hat. Bald fühlt auch er sich beobachtet und plötzlich lässt sich die App für das Smart Home nicht mehr deaktivieren...

Arno Strobel behandelt auch in seinem neuen Thriller ein brandaktuelles Thema: die immer weiter verbreitete Digitalisierung. Er zeigt die positiven, aber auch die negativen Seiten auf, die uns in unserem täglichen Leben durch verschiedene technische Hilfsmittel begleiten.
Während Hendrik verzweifelt versucht Linda und den Fehler in der App zu finden, wird die Atmosphäre immer beklemmender und die Verdächtigen immer mehr.

Der Schreibstil ist eher einfach, die Sätze und Kapitel sind kurz und knapp. Die Spannung ist hoch und bleibt ziemlich auf diesen Level. Man möchte unbedingt wissen, was hinter dem Verschwinden von Linda und der App, die auf einmal nicht mehr funktioniert, steckt.

Leider wusste ich auch ziemlich schnell wer hinter all den Ereignissen steckt. Die Auflösung fand ich etwas weit hergeholt und wirkte gezwungen. Was spannend beginnt, wird leider durch den unglaubwürdigen Showdown zu einem Mittelklassethriller, wie ich ihn in letzter Zeit leider viel zu oft lese.

Fazit:
Ein Thriller, der beklemmend und stark beginnt, jedoch immer mehr abfällt und am Ende ins Unglaubwürdige abdriftet, wie leider viele Bücher dieses Genres. Kann man lesen, muss man aber nicht...


Offline - Arno Strobel




    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 8. (25. September 2019)
    • ISBN-10: 3596703948
    • ISBN-13: 978-3596703944
    • Genre: Thriller, Psychothriller


Fischer Kurzbeschreibung:
Fünf Tage ohne Internet. Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox. So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist. Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg. Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen ...


Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Thriller von Arno Strobel ist mir bereits im Vorfeld aufgefallen. Schon alleine das Cover ist ein Hingucker und das Thema Detox momentan in aller Munde. Ich sitze zwar auch täglich im Büro und danach auch zuhause Stunden vor dem PC, aber ein Handyfreak bin ich überhaupt nicht. Im Gegensatz zu den jungen Leuten von heute bin ich ohne Handy aufgewachsen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich mich nicht so sonderlich gut auskenne, auch wenn ich auf Instragram bin. Ein paar Tage ohne dem Teil wäre für mich eher kein Problem.
Für die Gruppe, die sich bei der Agentur Triple-O Journey angemeldet haben, um sich auf eine digitale Auszeit zu begeben, scheint es jedoch nicht so einfach zu sein. Die Veranstalter Johannes, Ellen und Nico haben sich als Location für dieses Abenteuer ein noch nicht fertig gestelltes Hotel am Königssee ausgesucht. Obwohl heftiger Schneefall gemeldet wird, soll die Wanderung auf den Watzmann stattfinden. Hier musste ich das erste Mal mit der Stirn runzeln, denn kein erfahrener Bergführer würde mit einer Gruppe unerfahrener Wanderer bei dem gemeldeten Wetterbedingungen aufsteigen. Aber gut...es ist ein Thriller und dieses Detail ist wichtig für den Plot...also ein Auge zugedrückt.
Zur Reisegruppe gehören auch Jenny, die Chefin einer Kommunikationsgesellschaft, die mit ihrem Team rund um Thomas, Anna und Florian ein Wochenende offline verbringen möchte. Sie ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und Hauptprotagonistin. Dabei sind auch Sandra, eine Angestellte, das Ehepaar Annika und Matthias, sowie der Vermögensberater David. Es kommt, wie es kommen muss....der angekündigte Schneefall setzt noch stärker ein, als prognostiziert und die Gruppe ist im Hotel mit den anwesenden zwei Hausmeister eingeschlossen.
Bereits in der ersten Nacht ist ein Teilnehmer der Gruppe verschwunden und wird später zwar lebend gefunden, ist jedoch all seiner Sinne beraubt. Er kann weder hören, noch sehen oder sprechen und ist in seinem eigenen Körper gefangen....eine sehr grausame Vorstellung!

Vom Autor kenne ich bereits "Fremd", das er gemeinsam mit Ursula Poznanski geschrieben hat. "Offline ist nun mein erstes Buch von Arno Strobel, das aus seiner Feder stammt. In seinem neuen Thriller nimmt er sich einer nicht mehr ganz neuen Idee an, die aber noch immer zieht: Eine Gruppe Menschen eingesperrt in einem Gebäude, abgeschnitten von der Außenwelt, das wachsende Misstrauen der Figuren untereinander und ein Toter nach dem anderen, wobei man die Gewissheit hat, dass sich der Täter nur unter den Teilnehmern der eingeschlossenen Gruppe befinden kann. Richtig perfekt für Gänsehautfeeling!
Das erhält man allerdings nur teilweise. Die Tötungsart ist grausam, die Spannung hoch, jedoch fand ich die Figuren etwas stereotyp, die etwas mehr Tiefe vertragen hätten. Auch die immer selben Dialoge und Streitigkeiten beginnen mit der Zeit zu nerven und die Handlungen der Figuren sind nicht immer nachvollziehbar, erhöhen aber die Spannung. Und spannennd ist das neue Werk von Arno Strobel allemal. Man rast förmlich durch das Buch und hält den Atem an. Das Ende hätte gerne noch etwas länger und ausführlicher sein können und der Titel "Offline" birgt eigentlich nur für die angegebene handylose Zeit, die durch die Störung des Netzes wegen dem Schneesturms sowieso eingetroffen wäre....

Wie schon vorher erwähnt ist der Plot nicht unbedingt neu, aber seit Agathe Christie`s "Zehn kleine Negerlein" noch immer sehr beliebt. Ich muss aber sagen, dass ich bei dieser Art von "Whodunit Krimis" den wirklich sehr guten Krimi "Blutlauenen" von Christof Gasser bevorzuge, den ich sehr gerne weiterempfehle. Ich fand ihn weitaus besser und er hat auch noch einen Strang aus der Vergangenheit, der dem Morden a la 10 kleine Negerlein wirklich auch Sinn ergibt...

Schreibstil:
Der Schreibstil ist eher einfach, lässt sich aber wunderbar flüssig lesen. So eilt man von Seite zu Seite, um der Auflösung näher zu kommen. Die unheimliche Stimmung im teilweise restaurierten Hotel wird großartig vermittelt. Um die Spannung noch zu erhöhen lesen wir neben der Ich-Perspektive der Hauptprotagonistin Jenny auch noch aus anderen Sichweisen.

Fazit:
Ein sehr spannender Thriller, der allerdings nicht unbedingt etwas Neues erzählt. Das Motiv für die Tötungen ist interessant, die Lösung gut gewählt. Für spannende Lesestunden kann ich den neuen Thriller von Arno Strobel allemal empfehlen!


Fremd - Ursula Poznanski und Arno Strobel




    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag: Wunderlich; Auflage: 1. Auflage (29. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3805250843
    • ISBN-13: 978-3805250849
    • Genre: Thriller


Wunderlich Kurzbeschreibung:
 Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?

Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?

Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Sehr gespannt war ich auf die erste Zusammenarbeit der beiden Bestseller-Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel. Mit "Fremd" ist ihnen ein guter Thriller gelungen, der anfangs fesselt, jedoch leider sehr stark nachlässt.

Der Klappentext versprach Spannung pur. Denn man kann sich nicht vorstellen, wie man selbst in der Situation reagieren würde: Du bist zuhause und plötzlich steht ein Mann vor der Tür, der behauptet dein Ehemann zu sein....oder umgekehrt...deine Ehefrau erkennt dich nicht wieder und im ganzen Haus gibt es keinerlei Spuren von dir! Eine erschreckende Vorstellung!
Und so nahm mich der Beginn des Buches sofort gefangen. Die beiden Autoren zeigen hier ihr Können und vermögen den Leser augenblicklich zu fesseln. Abwechselnd wird die Geschichte aus Johannas und aus Eriks Sicht erzählt.
Als Leser zweifelt und rätselt man die ganzen Seiten über, wer nun von den Beiden die Wahrheit spricht. Die Ängste und Zweifel der beiden Protagonisten werden hervorragend dargestellt und man fiebert mit den beiden Protagonisten mit. Überraschende Wendungen erhöhen die Spannung und die Frage, was hier eigentlich dahintersteckt.
 Leider hatte ich im letzten Drittel das Gefühl, dass sich das die Autoren auch langsam zu fragen begannen, nämlich wie denn die Lösung nun aussehen könnte....
Der Thriller entpuppt sich, je länger man darin liest, zu einer immer unwahrscheinlicheren Geschichte, die zum Ende hin, mehr als unglaubwürdig daherkommt und das finde ich sehr schade. War ich anfangs begeistert und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, konnte ich später nur mehr den Kopf  über völlig unzureichende und an den Haaren herbeigezogene Erklärungen schütteln.
Kommen wir zu den positiven Punkten: Charaktere und Schreibstil...

Charaktere:
Die Darstellung der Charaktere ist sehr gut gelungen. Johanna ist glaubwürdig, verunsichert und ängstigt sich. Man nimmt ihr ihre Gefühle ab und ist verstört, als sie plötzlich den Gedanken hat, Erik das Messer in den Rücken zu stechen.
Erik ist irritiert und verzweifelt. Er hat keine Vorstellung, was passiert sein könnte, sodass ihn seine Frau nicht mehr erkennt und sich vor ihm fürchtet. Er glaubt an ihre Liebe und bemüht sich um sie. Umso verstörter ist er, als Johanna plötzlich mit dem Messer auf ihn losgeht. Trotzdem geben beide Protagonisten nicht so schnell auf und versuchen hinter dieses Psychodrama zu kommen...

Schreibstil:
Nicht umsonst sind sowohl Ursula Poznanski, als auch Arno Strobel, Bestsellerautoren. Schreiben können sie und den Leser an eine Geschichte fesseln, ebenso. Die Spannung bleibt über die ganzen 400 Seiten erhalten und überraschende Wendungen geben der Geschichte noch einen zusätzlichen "kick". Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, abwechselnd aus Johannas und Eriks Sicht. Die Erzählstränge greifen perfekt ineinander, der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Aber was die Autoren schlussendlich daraus gemacht haben, ist eine andere Sache....

Fazit:
Toller Beginn, der einem an das Buch fesselt. Die Autoren spielen gekonnt mit der Psyche der Leser. Jedoch lässt der Thriller immer mehr nach und zum Schluss fragte ich mich, ob die Autoren selbst noch wussten, was für ein Ende sie sich hier eigentlich überlegt hatten.... völlig an den Haaren herbeigezogen und unrealistisch! Schade! 3 1/2 Punkte wegen des tollen ersten Drittels....



 

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