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Träume von Freiheit: Ferner Horizont - Silke Böschen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


     

    • Taschenbuch: 510 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag; 2021. Edition (7. April 2021)
    • ISBN-10 3839228638
    • ISBN-13 978-3839228630
    • Genre: Historischer Roman




Gmeiner Kurzbeschreibung:

Die amerikanische Kolonie im Dresden des 19. Jahrhunderts: Zu den reichen Amerikanern gehört auch Florence de Meli. Sie ist der umschwärmte Mittelpunkt der High Society. Doch ihr Ehemann tobt vor Eifersucht. Er schmiedet ein Komplott und lässt sie für verrückt erklären. Florence landet in der Irrenanstalt. Doch sie kämpft für ihre Kinder und Gerechtigkeit. Ihre abenteuerliche Reise führt sie quer durch Europa bis nach New York. Eine Scheidungsschlacht beginnt … 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auch der zweite Roman von Silke Böschen, der unter dem Übertitel "Träume der Freiheit" im Gmeiner Verlag erschienen ist, erzählt über wahre Schicksale von amerikanischen Frauen in Deutschland.

Diesmal begleiten wir die blutjunge Florence de Meli in Dresden des 19. Jahrhunderts. Sie ist Mitglied der amerikanischen Gesellschaft in der sächsischen Hauptstadt. Die junge, hübsche und nicht auf den Mund gefallene Florence ist ein immer gern gesehener Gast in der Dresdner High Societey, was besonders ihrer Schwiegermutter Antoinette ein Dorn im Auge ist. Ihr krankhaft eifersüchtiger Mann Henri, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist, hört immer mehr auf die bösartigen Einflüsterungen seiner Mutter und lässt Florence entmündigen. In einer Nacht und Nebel Aktion wird sie mithilfe eines befreundeten Arztes in die Irrenanstalt Sonnenstein gebracht. Florence versucht mit Hilfe ihrer Freundinnen zu fliehen und die Scheidung einzureichen. Doch in einer Zeit, wo in der Irrenanstalt Menschen gebrochen werden, um danach einfach vor sich hinzuvegetieren und Frauen keinerlei Rechte haben, ist dies nicht einfach. Nur mit Hilfe der angesehenen Ehemänner ihrer Freundinnen gelingt ihnen die Verlegung in ein Sanatorium, wo Florence die Flucht gelingt. Doch es stellt sich noch immer die Frage: Kann sie ihre Kinder zurückgewinnen und vom europäischen Kontinent in die alte Heimat fliehen?

Wie schon im ersten Roman von Silke Böschen "Flammen am Meer" hat sie auch diesmal eine historische Figur in den Mittelpunkt ihres Romans gestellt. Es ist wiederum eine starke Frau, die um ihre Freiheit und Unabhängigkeit kämpft, was zu dieser Zeit nur sehr schwer möglich war. Die Autorin zeigt vorallem das damalige Sittenbild und die gesellschaftlichen Zwänge sehr genau auf. Als Frau war man völlig vom Vater oder Ehemann abhängig. Er bestimmte und konnte sie, wenn sie ihm lästig wurde, jederzeit entmündigen oder wegsperren lassen. Hysterie oder Ungehorsam waren nur eine von vielen "Krankheiten" die von Männern gerne als Grund für einen Aufenthalt in der Psychatrie rechtfertigten. Was Florence in der Irrenanstalt erlebt, lässt einem die Haare zu Berge stehen.

Silke Böschen hat das Leben ihrer Florence etwas abenteuerlicher gestaltet, als die historisch belegte Figur. Dies hält auch den Spannungsbogen im Roman höher und lässt einem trotzdem in das wahre Leben von Florence blicken. Vorallem die Intrigen ihrer Schwiegermutter haben mich beim Lesen richtig aufgeregt. Nur in der Mitte flachte die Handlung ein bisschen ab.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist der Zeit angepasst und lässt sich sehr gut lesen. Er ist sehr bilhaft, denn ich hatte Florence Leben in Bildern in meinem Kopf. Auch die damalige Kleidung und das Stadtbild von Dresden konnte ich mir wunderbar vorstellen.
Fiktion und wahre Begebenheiten werden von der Autorin gekonnt vermischt. Sie hat wieder akribisch recherchiert und im Nachwort genau erklärt, was der Fiktion und Wahrheit entspringt. Dazu gibt es Personenregister, die fast gesamte Lebensläufe erzählen, und sich interessant lesen lassen.

Fazit:
Ein weiterer Roman über das Schicksal einer jungen amerikanischen Frau in Deutschland, die um ihre Unabhängigkeit kämpft. Ein Sittengemälde des 19. Jahrhunderts - spannend erzählt. Trotzdem gefiel mir "Flammen am Meer" eine Spur besser...

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag und an Lovelybooks für das Rzensionsexemplar!

Träume von Freiheit - Silke Böschen



    • Taschenbuch: 439 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2019 (10. Juli 2019)
    • ISBN-10: 3839224640
    • ISBN-13: 978-3839224649
    • Genre: Historischer Roman



Gmeiner Kurzbeschreibung:
An einem sonnigen Wintermorgen 1875 herrscht großer Andrang im Hafen von Bremerhaven. Gleich wird die »Mosel« ablegen. Ihr Ziel: New York. Plötzlich zerreißt ein Knall die Luft. Menschen, Tiere, ganze Fuhrwerke werden durch die Luft geschleudert. Eine Dynamit-Explosion mit vielen Toten und Verletzten. Die »Thomas-Katastrophe« macht weltweit Schlagzeilen. Beim Begräbnis stehen sich zwei Frauen gegenüber. Die eine hat gerade fast ihre gesamte Familie verloren. Die andere ist die Ehefrau des »Dynamit-Teufels«. Beide Frauen beginnen ein neues Leben, bis die eine, Jahre später, unvermittelt in New York vor der Tür der anderen steht

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Flammen am Meer", so der Untertitel zum Debütroman von Silke Böschen und gleichzeitig der Auftakt einer Trilogie über wahre Schicksale von amerikanischen Frauen in Deutschland.

Dezember 1875 in Bremerhaven.
Die "Mosel", ein Auswandererschiff liegt bereit zum Auslaufen im Hafen, als ein lauter Knall ertönt. Die darauffolgende Druckwelle wirbelt Menschen, Tiere und sogar ganze Fuhrwerke durch die Luft. Wer nicht sofort tot ist, wird durch herumfliegene Teile erschlagen oder verletzt. Die Bilanz nach dem Unglück ist verheerend: Mehr als 200 tote oder verletzte Menschen.
Eine davon ist Johanne Clausen. Gemeinsam mit ihrem Mann, der kleinen Tochter und ihrer Familie war sie am Hafen, um ihren Bruder Gustav zu verabschieden, der sich an Bord der Mosel befand. Sie und ihre kleine Tochter Elsie sind die einzigen Überlebenden der gesamten Familie. Der Attentäter ist schnell gefunden. William King Thomas hat sich in seiner Kabine eine Kugel in den Kopf geschossen. Er verstirbt wenige Tage später und hinterlässt seine Frau Cecilia und ihre vier gemeinsamen Kinder. Als Ehefrau des "Dynamit-Teufels" hat sie in Deutschland keine Zukunft mehr und flüchtet unter falschen Namen mit den Kindern nach New York. Dort möchte sie einen Neuanfang wagen, doch die Vergangenheit holt sie auch tausende Kilometer weit entfernt ein....

Silke Böschen hat für ihren Roman die sogenannte "Thomas-Katastrophe" als Ausgangspunkt genommen. Es ist eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. In akribischer Recherche hat die Autorin geschickt Fakten und Fiktion miteinander verwoben und einen wunderbaren historischen Roman geschaffen, den man kaum aus der Hand legen kann. Durch die Einbindung realer Personen wird die Geschichte noch authentischer.
Wir lesen abwechselnd aus der Sicht von Johanne und Cecilia. Orts- und Datumsangabe unter der Kapitelüberschrift sind dabei hilfreich. Die beiden Frauen sind sehr unterschiedlich und dennoch verbindet sie diese Katastrophe aus dem Dezember 1875. Während Johanne durch das Unglück einen Teil ihrer rechten Hand verliert und zusätzlich in ihrer Trauer gefangen ist, versucht Cecila sich und die Kinder durchzubringen. Dabei ist ihr ihr Status immer wichtig und sie gibt das Geld, wie sie es gewohnt war, mit vollen Händen aus. Richtig sympathisch ist mir Cecilia nicht geworden, jedoch sind beide sehr starke Frauen, die ihren Weg gehen...komme, was wolle.
Johanne findet lange nicht zurück ins Leben. Einzig ihre kleine Tochter hält sie aufrecht. Durch den Verlust der rechten Hand muss sie wieder schreiben lernen, um ihren Schwiegervater im Kontor zu helfen. Die Arbeit bringt sie auf andere Gedanken, denn die Menschen neiden ihr die finanzielle Unterstützung, die alle Opfer der Katastrophe erhalten. Doch ihre Lieben ersetzt es nicht...
Was im Klappentext angedeutet wird, passiert allerdings spät, denn die beiden Frauen treffen erst im letzten Viertel des Buches aufeinander. Das fand ich schade, denn hier hätte ich gerne eine längere Zeit verweilt.
Am Ende des Romans gibt es einen kleinen Zeitsprung. In einer Art Rückblick der gealterten Johanne erfährt der Leser, wie ihr und Cecilias Leben am Ende ihres Weges ausgesehen hat.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Silke Böschen lässt sich wunderbar lesen. Er ist flüssig und der Zeit angepasst, aber nicht sperrig. Man hat absolut nicht das Gefühl einen Debütroman zu lesen. Die Kapitel sind eher kurz gehalten. Die Charaktere sind ausdrucksstark und facettenreich.
Das wunderschöne Cover ist zusätzlich ein Eyecatcher.

Am Ende des Romans befindet sich nach dem Nachwort ein Personenregister der handelnden Figuren. Dabei erhält man als Leser Einblicke in die historischen Personen und erfährt, was Fakt und was Fantasie ist. Es handelt sich dabei um fast gesamte Lebensläufe, die sich interessant lesen lassen.

Fazit:
Ein bewegender Schicksalsroman, der die Thomas-Katastrophe als Ausgangspunkt für diese komplexe Geschichte über zwei starke Frauencharaktere verwendet. Akribisch recherchiert und großartig umgesetzt. Diesen Debütroman kann ich aus vollem Herzen weiterempfehlen!

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

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