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Der Totentanz zu Freiburg - Astrid Fritz

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (13. Dezember 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 349900593X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499005930
    • Genre: Historischer Krimi, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 7 um die ehemalige Begine Serafina



Rowohlt Kurzbeschreibung:
September 1419: Armenapothekerin Serafina und Stadtarzt Adalbert Achaz sind glückliche Eltern der einjährigen Kathrin. Gemeinsam schauen sie sich ein Possenspiel auf dem Michaelismarkt an, in dem Serafinas Sohn Vitus die Magd spielt. Grell geschminkt und mit einer roten Perücke verkleidet, verfolgt die Magd mit einem Brotmesser in der Hand im Stück einen Bauern. Das Publikum duckt sich lachend weg, die Magd flieht von dannen. Dann folgt der Schock: Ein Zuschauer liegt da, mit einem Messer in der Brust. Es ist der reiche Gerbermeister Oblathus. Damit beginnt ein ganz persönlicher Albtraum für Serafina.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

**Wer die Vorgängerbände noch nicht kennt, kann auch ohne Probleme
später einsteigen**

Meine Meinung:
Mittlerweile sind wir beim siebenten Band um die ehemalige Begine Serafina angelangt. Sie ist inzwischen Mutter einer einjährigen Tochter, als ihr Sohn Vitus mit der Gauklertruppe wieder nach Freiburg kommt.  Zum Michaelsmarkt wird ein Possenstück aufgeführt in dem Vitus eine Magd spielt. Doch diesmal steht der Auftritt der Gaukler unter keinem guten Stern. Dieser endet für den reichen Gerbermeister Oblathus tödlich. Vitus wird des Mordes beschuldigt, denn jeder der Zuschauer hat gesehen, dass die Magd, in deren Kostüm Vitus stecken sollte, das Messer geführt hat. Doch Vitus wurde selbst überfallen und sitzt zusammengeschnürt wie ein Paket im Wohnwagen...Serafina greift ein, denn sie muss ihren Sohn beschützen, der als Teil der Gauklergruppe sofort verurteilt werden würde....

Serafina und Adalbert stecken in der Zwickmühle, denn niemand weiß, dass Vitus Serafinas unehelicher Sohn ist. Er wird seit Jahren als ihr Patenkind gehandelt. Nun ist es an der Zeit für Vitus einzugestehen, doch zuerst muss Serafina seine Unschuld beweisen. Dass ist aber schwieriger als gedacht, denn die Ratsherren sind überzeugt davon, dass Vitus der Täter ist. Als ein zweiter junger Mann aus der Gauklergruppe nicht auffindbar ist und dieser tot aufgefunden wird, wird ihm auch dieser Mord angehängt. Somit ist Feuer auf dem Dach...

Der historische Krimi beginnt zuerst eher langsam und bedächtigt. Die kleine Kathrin ist der Sonnenschein der Familie und steht zuerst im Mittelpunkt. Erst als es Vitus an den Kragen geht, versuchen Serafina und Adalbert den wahren Mörder zu finden. Achaz wird jedoch aus den Reihen der Ratsherren ausgeschlossen, weil er privat involviert ist. Außerdem scheint es kein Motiv für den Mord am Gerbermeister zu geben. Für Serafina ergeben sich aber mit der Zeit immer mehr Hinweise und langsam gibt es auch immer mehr Motive für den Mord...
Damit steigt die Spannung und man ist schnell durch das Buch, denn "Der Totentanz zu Freiburg" hat leider keine 300 Seiten und das merkt man diesem Band leider etwas an. Die Vorgänger hatten zwar auch nicht wirklich mehr Seiten, aber die Spannungskurve begann viel früher und baute sich immer mehr auf. Diesmal war es mir ein bisschen zu wenig.

Interessant ist die Schilderung der damaligen Gesetze und die gerichtliche Verurteilung eines nicht anwesenden Täters. Die damaligen Lebensumstände sind wieder wunderbar beschrieben. Die Sprache ist historisch angepasst. Am Ende des Romans befindet sich ein Glossar für viele der mittelalterlichen Begriffe.

Fazit:
Ein sehr persönlicher Fall für Serafina, der einiges in ihrem Leben verändern wird. Für mich war der siebente Band aber leider etwas schwächer als die Vorgänger und vorallem viel zu kurz. 

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe rund um Begine Serafina:

  1. Das Aschenkreuz
  2. Hostienfrevel   *meine Rezi*
  3. Das Siechenhaus   *meine Rezi*
  4. Tod im Höllental *meine Rezi'
  5. Die Tote in der Henkersgasse  *meine Rezi*
  6. Die Wölfe vor den Toren  *meine Rezi*

 

Die Wölfe vor den Toren - Astrid Fritz

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; 2. Edition (15. Dezember 2020)
    • ISBN-10 : 3499001829
    • ISBN-13 : 978-3499001826
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 6 um die ehemalige Begine Serafina



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Februar 1418: Die Menschen leiden unter der beißenden Kälte. Erschreckend nah heulen des Nachts die ausgehungerten Wölfe und reißen die ersten Schafe. Dann fällt ihnen in dem Dörfchen Würi, gleich vor der Stadt, der junge Badersohn Jörgelin zum Opfer. Zum Schock gesellen sich Spukgeschichten über Werwölfe. Man hängt zur Abschreckung sogar einen Wolf an den Galgen. Das Töten geht weiter. Als die junge Heilerin Mia stirbt, kommen der Armenapothekerin Serafina und ihrem Mann, Stadtarzt Achaz, Zweifel, ob die Tiere für das Morden verantwortlich sind oder wer anders sein Unwesen treibt. Das erste Mal ermitteln sie als Ehepaar gemeinsam. In der Würi stoßen die beiden jedoch auf eine Mauer des Schweigens, der sie mit Spürsinn, Wissen und Hartnäckigkeit begegnen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge 

***Wer die Vorgängerbände noch nicht kennt, kann auch ohne Probleme
später einsteigen****

Meine Meinung:
Im sechsten Band ist die ehemalige Begine Serafina mit dem Stadtartzt Adalbert Achaz verheiratet und kümmert sich als Armenapothkerin um die mittellosen Menschen in Freiburg.
Der besonders kalte und lange Winter lässt die Menschen hungern und frieren, denn die Vorräte sind fast aufgebraucht. Auch die Tiere haben kaum mehr etwas zu fressen und nähern sich immer mehr den menschlichen Ansiedlungen. Die ersten Schafrisse im Dörfchen Würi, das vor den Toren der Stadt liegt, versetzen die Menschen in Angst und Schrecken. Kurze Zeit später wird der erste Tote gemeldet. Der junge Badersohn Jörgelin scheint von den Wölfen angefallen und getötet worden zu sein. Die Angst der Menschen steigert sich immer mehr und schon bald ist von einem Werwold die Rede. Die Dörfler rotten sich zusammen und beginnen mit einer groß angelegten Jagd auf die Wölfe vor den Toren von Freiburg. Kurze Zeit später gibt es im Dorf Würi die nächste Tote: die junge Heilerin Mia. Langsam erhärtet sich bei Stadtarzt Adalbert Achaz und seiner Frau Serafina jedoch der Verdacht, dass Mia keinen Wolf zum Opfer gefallen sein kann, sondern dass ein Mörder sein Unwesen treibt und die Wölfe als Vorwand nimmt....

Wie schon die letzen Bände der Reihe rund um Serafina und Adalbert hat mich auch "Die Wölfe vor den Toren" sofort gefesselt und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Serafina hat ein Näschen für ungewöhnliche Morde und steckt dieses immer wieder in Angelegenheiten, die sie eigentlich nichts angehen. Leider siegt ihre Neugier oftmals über die Vernunft und bringt sie immer wieder in große Schwierigkeiten. So auch in dieser Geschichte. Serafina begibt sich immer wieder ins Dorf Würi und versucht die Menschen besser kennenzulernen. Ihr vertraut man eher, als ihrem Mann, dem Stadtarzt. Doch erst als die Kräuterfrau Gisla Serafina begleitet, öffnet sich die eine oder andere Dörflerin den beiden Frauen. So kommt sie langsam dem Mörder auf die Schliche....

Die Verdächtigen sind zahlreich. Der unbeliebte Müller, der selbst in Saus und Braus lebt und sich als Dorfoberster aufspielt; der seltsame Schäfer, der angeblich Mia so sehr geliebt hat, vor dem sich Mia aber fürchtete oder die junge aufsäßige Magd des Baders, die gerne selbst Herrin wäre.

Der Aberglaube spielt auch diesmal wieder eine große Rolle. Die Menschen glaubten viel zu schnell an das Übernatürliche, wenn sie mit einfacher Logik nicht weiterkamen. Werwölfe, Hexen, Zauber...all diese Dinge gehörten zum damaligen Leben dazu.

Am Beginn des Buches gibt es ein ausführliches Personenregister. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer bei dieser Reihe leicht und flüssig, sowie der Zeit angepasst. Der Leser erhält wunderbare Einblicke in das mittelalterliche Leben. Am Ende findet man ein invormatives Nachwort und ein Glossar.

Man kann diesen Roman alleinstehend lesen, jedoch empfehle ich bei Bänden immer die Reihenfolge einzuhalten. Durch das Lesen der Vorgängerbände lassen sich alle handelnden Figuren verstehen und ihre Entwicklung besser nachvollziehen.

Fazit:
Auch der sechste Band um Serafina hat mich wieder in das mittelalterliche Freistadt eintauchen lassen. Besonderen Augenmerk hat die Autorin diesmal auf den damaligen Aberglauben gesetzt. Ein spannender historischer Roman mit Krimielementen. Ich freue mich schon auf weitere Abenteuer von Serafina.

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe rund um Begine Serafina:

  1. Das Aschenkreuz
  2. Hostienfrevel   *meine Rezi*
  3. Das Siechenhaus   *meine Rezi*
  4. Tod im Höllental *meine Rezi'
  5. Die Tote in der Henkersgasse  *meine Rezi*
  6. Die Wölfe vor den Toren

Der Turm aus Licht - Astrid Fritz



    • Taschenbuch: 816 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 2. (19. Mai 2020)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3499001195
    • ISBN-13: 978-3499001192
    • Genre: Historischer Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Der packende, groß angelegte Ensembleroman der Bestsellerautorin nimmt uns als erster Roman überhaupt mit auf den spannenden Bau des so faszinierenden, wie beindruckenden Freiburger Münsters. Es hat das Angesicht Freiburgs für immer verändert und gilt als eines der Meisterwerke der Gotik: «Der schönste Turm auf Erden». Der sechzig Jahre andauernde Turmbau brachte Reichtum und Verderben, stiftete Liebe und besiegelte Schicksale. Episch und bewegend erzählt Fritz, wie die Menschen von Freiburg - protzende Grafen, aufstrebende Kaufleute, machtbewusste Kirchenleute, leidenschaftliche Baumeister, ihre Familien und gemeine Leute - im Schatten des Baus lebten, hassten, kämpften, um schließlich nach sechzig Jahren im Jahr 1330 glorreich zu triumphieren.


Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was für ein Schmöker! Sechzig Jahre verfolgt der Leser den Bau des Freiburger Münsters in Astrid Fritz neuem historischen Roman. Und dies wird wirklich spannend und sehr bildgewaltig erzählt.
Wir beginnen im Jahr 1270. Unter Graf Konrad I von Freiburg soll endlich der Kirchenbau weiter voranschreiten. Zehn Jahre wurde an der Liebfrauenkirche nicht mehr gearbeitet, weil die Befestigung der nördlichen Vorstadt Priorität hatte. Zu diesem Zweck soll Baumeister Gerhard mit seiner Frau Odilie nach Freiburg geholt werden, der bisher als Parlier an der Straßburger Bischofskirche mitgearbeitet hat. Doch nicht alle Bewohner der Stadt stehen dem Weiterbau positiv gegenüber. Als Graf Konrad ein Jahr später stirbt, kommt sein Sohn Egino II an die Macht. Dieser gibt das Geld mit beiden Händen lieber für Raufhandel und Kleinkriege aus und schon bald stoppt der Bau an der Kirche erneut....

Über 60 Jahre dauerte die Vollendung des Münsters - ein Menschenleben. Und so begleiten wir nicht nur Gerhard von Straßburg, sondern auch seinen Nachfolger Erwin von Steinbach mitsamt ihren Gehilfen (Steinmetze, Zimmerer, Bildhauer) über diese Zeit. Im Vordergrund steht immer der Bau der Kirche, doch Astrid Fritz gelingt es mit interessanten Lebensgeschichten einiger Bewohner von Freiburg und den Arbeitern an der Kirche die Geschichte noch lebendiger zu gestalten. Verknüpft mit den historischen Persönlichkeiten dieser Zeit begleiten wir manche Familien über Generationen hinweg bis der Münster fertiggestellt ist. Der Leser erhält informative Kenntnisse über den Bau des Freiburger Münsters, sowie über den Alltag der Menschen zu dieser Zeit.
Alle Figuren sind lebendig und facettenreich dargestellt. Man durchlebt hier sämtliche Gefühle von Freude, Angst, Zorn, Trauer und Hoffnungslosigkeit. Es fällt einem schwer liebgewonnene Charaktere loszulassen, doch im nächsten zeitlichen Abschnitt findet man immer einige bekannte Gesichter wieder.

Auch die politischen Anteile haben beim Bau Gewicht, denn der Baumeister und seine Gehilfen sind vom Grafen oder den kirchlichen Fürsten abhängig. Zusätzlich sind sich die alten Stadträte, die aus Adeligen und Rittern bestehen, und den neuen Räten, die sich aus Kaufleuten und Handwerkern zusammensetzen, nicht wirklich grün. Die Meinungen driften hier oftmals auseinander und führen zu Streitereien. Das Streben nach Macht und das Gerangel um Zuständigkeiten bleiben über all die Jahre des Turmbaus bestehen.

Der Roman ist trotz der vielen Protagonisten und der komplexen Handlung nicht unübersichtich, auch wenn mich das umfangreiche Personenregister am Anfang des Buches gleich mal leicht geschockt hat. Aber keine Angst! Dies gilt nur als Nachschlagwerk, sollte man einmal wirklich nicht wissen, von wem gerade die Rede ist.
Die Autorin verwebt alle fiktiven Figuren mit den historisch belegten und kreiert damit einen spannenden historischen Roman über den Münsterbau. Dabei muss man die gründliche Recherche, die sicherlich jede Menge Zeit beansprucht hat, wirklich hervorheben. Die Autorin hat sich gründlich mit der Geschichte des Freiburger Münsters auseinandergesetzt und dieses historische Zeitzeugnis sehr lebendig erzählt. Sie vergisst dabei nicht, dass dieses grandiose Bauwerk von Menschenhand aufgebaut wurde und dies zu einer Zeit ohne jeglicher technischer Hilfsmittel. Man kann nur staunen, was Menschen vor Jahrhunderten bereits geleistet haben. Schaut euch doch bei eurem nächsten Münster- oder Dombesuch die vielen Einzelheiten, wie Wasserspeier, Schnitzereien oder Glasfenster, genauer an.

Schreibstil:
Astrid Fritz schreibt lebendig und spannend. Bei ihr fühlt sich das Eintauchen in eine ferne Zeit sehr real an. Trotz der historisch angepassten Sprache lässt sich der Roman wunderbar flüssig lesen. Dazu gibt es zusätzlich ein Glossar am Ende des Buches. Auf der Coverinnenseite befindet sich eine Zeichnung des Turmes. Die etwas mehr als 800 Seiten sind in drei große Abschnitte geteilt: Liebfrauen, Himmelwärts und Glaube, Hoffnung, Liebe.

Fazit:
Ein hervorragend recherchierter und erzählter historischer Roman um den Bau des Freiburger Münsters. Eine intensive Erzählung, die mich bei meinem nächsten Dom- oder Münsterbesuch begleiten wird.
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar, sowie Astrid Fritz für die hervorragende Begleitung bei der Lovelybooks Leserunde

Die Tote in der Henkersgasse - Astrid Fritz



    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 3. (17. September 2019)
    • ISBN-10: 3499276542
    • ISBN-13: 978-3499276545
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 5 um Begine Serfina

Rowohlt Kurzbeschreibung:
Im Mai 1417 liegt in der düsteren Henkersgasse eine junge Frau mit eingeschlagenem Schädel, das Gesicht mit einem falschen Muttermal am Kinn seltsam geschminkt. Die reiche Kaufmannsgattin ist eines gewaltsamen Todes gestorben. Serafina, Frau des Arztes Achaz, findet in der missgünstigen Hausmagd des Witwers eine erste Verdächtige, der eine weitere Spur folgt. Damit nicht genug, führt Serafinas Bruder nichts Gutes im Schilde, und Stadtapotheker Jonas will ihre Armenapotheke schließen. Serafina hat alle Hände voll zu tun.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

***Wer die Vorgängerbände noch nicht kennt, kann ohne Probleme auch
später einsteigen****

Meine Meinung:
Nachdem wir in den Vorgängerbänden Serafina Stadlerin als Begine begleitet haben, ist sie seit der Hochzeit mit dem Stadtmedicus Adalbert Achaz nun Ehefrau und Bürgerin der mittelalterlichen Stadt Freiburg.
Im fünften Band der Reihe müssen die Beiden wieder so einige Abenteuer bestehen. Konkurrenzneid und die Furcht, dass die Vergangenheit von Serafina die frisch getrauten Eheleute einholt, hebt zusätzlich zum Mord an einer jungen Frau die Spannung. Die Tote wird in der berüchtigten Henkersgasse, drapiert auf einen Steinhaufen, merkwürdig geschminkt und mit eingeschlagenen Schädel, gefunden. Natürlich kann Serafina wieder nicht die Finger von eigenen Nachforschungen lassen und versucht die Identität der ermordeten Frau herauszufinden, was ihr auch sehr schnell gelingt. Sie ist die junge Ehefrau eines reichen Kaufherren aus einer der Nachbarstädte. Doch wer wollte ihren Tod? Und warum war sie in Freiburg unterwegs?

Während Serafina natürlich wieder herauszufinden versucht, wer hinter dem Mord steckt, widmet sie sich auch ihrer Armenapotheke. Achaz hatte gehofft, sie damit von weiteren unüberlegten Nachforschungen abzulenken, doch diese wird kurzfristig geschlossen. Stadtapotheker Johans setzt alles daran Serafines Armenapotheke für immer zu schließen. Damit will sich Serafina natürlich nicht abfinden! Auf den Weg zum Stadtapotheker begegnet Serafina überraschend ihren älteren Bruder Peter, den sie das letzte Mal vor zwanzig Jahren gesehen hat. Damals hat er sie in einer schlimmen Situation im Stich gelassen. Diesmal ist er es, der Serafina um Hilfe bittet. Dass er nichts Gutes im Schilde führt merkt der Leser, als auch Achaz Hauhälterin Irmla, sehr schnell. Wird Serafina ihm verzeihen und ihm zu Hilfe eilen ?

Mit den Problemen um ihre Armenapotheke, dem plötzlichen Auftauchen ihres Bruders und den Nachforschungen rund um die Tote in der Henkersgasse, hat Serafina jede Menge um die Ohren. Als ihr Bruder Serafina und Achaz erpresst, hängt der Haussegen schief.
Die Spannung baut sich sehr schnell auf und durch den leichten und flüssigen Schreibstil rast man wieder durch die Geschichte.
Die Charaktere sind authentisch und mitten aus dem Leben gegriffen. Serafina ist mir in all den Vorgängerbänden sehr ans Herz gewachsen und auch Adalbert Achaz ist ein Mann mit dem Herz am rechten Fleck. Die kleinen Kabbeleien zwischen den Eheleuten sind liebevoll und amüsant dargestellt. Man spürt das Vertrauen und die Liebe zwischen den Beiden und bangt das eine oder andere Mal um ihr Leben, denn Serafina versteht es wieder meisterlich sich (und diesmal auch Achaz) in Schwierigkeiten zu bringen.

Astrid Fritz gibt in ihrem Roman Einblicke in das mittelalterliche Leben in Freiburg, wobei die Autorin durch großartige Recherche die Hierarchie und Rechtssprechung der Stadt, die Arbeit der Beginen, als auch das damals noch penibel organiserte Bordellwesen, integriert. Man fühlt sich mitten im Geschehen und in der damaligen Zeit.

Man kann diesen Roman alleinstehend lesen, jedoch empfehle ich bei Bänden immer die Reihenfolge einzuhalten. Durch das Lesen der Vorgängerbände lassen sich alle handelnden Figuren verstehen und ihre Entwicklung besser nachvollziehen.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist in der Reihe rund um die Begine Serafina leicht und flüssig zu lesen. Wie immer sind die historischen Begebenheiten hervorragend recherchiert, die Sprache ist der Zeit angepasst.
Am Beginn des Buches findet man ein aufschlussreiches Personenverzeichnis. Am Ende gibt es ein Nachwort der Autorin, ein Glossar und eine Auflistung ihrer bereits erschienen historischen Romane.

Fazit:
Ein weiterer gelungener historischer Roman mit Krimielementen rund um die ehemalige Begine Serafina. Lebendige Figuren, ein bildhafter Schreibstil und ein Plot, der immer mehr an Spannung aufbaut ...was will man mehr? Auch für Einsteiger ins historische Genre geeignet!

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe rund um Begine Serafina:

  1. Das Aschenkreuz
  2. Hostienfrevel   *meine Rezi*
  3. Das Siechenhaus   *meine Rezi*
  4. Tod im Höllental *meine Rezi'
  5. Die Tote in der Henkersgasse

Tod im Höllental - Astrid Fritz



    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (15. Dezember 2017)
    • ISBN-10: 3499273470
    • ISBN-13: 978-3499273476
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 4 um die Begine Serafina


Rowohlt Kurzbeschreibung:
November 1416: Die ehemalige Begine Serafina heiratet endlich ihre große Liebe, den Stadtarzt Achaz. Sie bleibt der Schwesternsammlung aber nach wie vor verbunden. Die plagen seit kurzem große Sorgen: Ein Basler Wanderprediger hetzt gegen die freien Schwestern auf, an ihren Häusern prangen schon Wandschmierereien. Und dann der Schock: Eine Lämmlein-Schwester wird in einer Gasse erschlagen aufgefunden. Die Situation spitzt sich zu, als Catharina, die Meisterin der Beginen, schwer verletzt von ihrer Reise nach Konstanz zurückgebracht wird, wo sie den Bischof als Fürsprecher gewinnen wollte. Sie musste den Weg durch die enge Schlucht bei der Ruine Falkenstein nehmen, genannt Höllental, und wurde an einer Engstelle blutüberströmt vorgefunden. Nun beschließt Serafina, selbst nach Konstanz aufzubrechen. Dafür muss auch sie das Höllental passieren…

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
 Buch zur Weltenbummler Challenge

 ***Wer die Vorgängerbände noch nicht kennt, kann ohne Probleme auch
später einsteigen****

Meine Meinung:
Im vierten Band rund um die Begine Serafina steht die Arbeit der Christoffelschwestern nicht so stark im Fokus, wie in den Vorgängerbänden, denn unsere Hauptprotagonistin steht kurz vor der Hochzeit mit dem Stadtmedicus Adalbert Achaz.
Doch die Idylle wird durch die Hetzreden des Basler Dominikanermönches Thomas gestört. Eine Schmähschrift und blutige Wandschmierereien gegen die Beginen lassen Serafina die Hochzeitsvorbereitungen vergessen. Immer mehr Bürger der Stadt stehen den Christoffelschwestern plötzlich feindlich gegenüber. Auch Achaz kann den Stadtrat nicht überzeugen, dass die Hetzreden Unheil über die Einwohner von Freiburg bringen. Als dann auch noch die junge Lämmlein Schwester Mia erschlagen aufgefunden wird, ist Serafina entsetzt und fürchtet um das Leben ihrer Mitschwestern. Serafinas Meisterin Catherina macht sich gemeinsam mit Hedwig, einem Neuzugang im Beginenhaus, auf den Weg nach Konstanz, um den Bischof um Hilfe zu bitten. Dabei müssen die beiden Frauen auch durch das gefürchtete Höllental. Als eine Gauklertruppe mit einer schwerverletzten Frau in Freiburg ankommt, die sie am Ausgang dieses Tales gefunden haben, sind auch Serafina und Achaz nicht mehr zu halten. Die Beiden begeben sich ebenfalls ins gefürchtete Tal Richtung Konstanz....

Wie schon im letzten Band gibt es zu Beginn ein Personenregister, welches auch Quereinsteiger ermöglicht die vielen Figuren zuzuordnen. Wer die Reihe schon kennt, hat keine Probleme damit, da es sich neben ein paar neuen Namen um altbekannte Charaktere aus den Vorgängerbänden handelt. Diesmal ist auch eine Karte der Höllenschlucht integriert, sowie ein Glossar am Ende des Buches.

Wer Serafina noch nicht kennt, wird schnell feststellen, dass sie eine sehr sympathische Protagonistin ist, die meistens intuitiv handelt bevor sie nachdenkt. Das bringt sie immer wieder in größere Schwierigkeiten. Dabei hat sie aber das Herz auf den rechten Fleck und ist eine hilfsbereite Frau, die sich für Gerechtigkeit einsetzt und zupacken kann.
Die mittelalterliche Stimmung und Atmosphäre hat die Autorin wieder hervorragend eingefangen. Der damalige Aberglaube spielt ebenso eine große Rolle, wie die Arbeit der Beginen.

Der Krimianteil, den wir aus den anderen Büchern der Reihe kennen und bei dem Serafina leidenschaftlich ihre Nase in Dinge steckt, die sie immer wieder in lebensgefährlichen Situationen bringt, ist in diesem vierten Band kleiner gehalten. Sie spielt diesmal weniger Ermittlerin, als in den ersten drei Bänden, ist aber wieder mitten im Geschehen. Trotzdem ist der Spannungsbogen sehr hoch, denn natürlich befindet sich unsere zukünftige Arztfrau sehr schnell wieder in Schwierigkeiten. Überraschende Wendungen lassen keinerlei "Ermüdungserscheinungen" beim Lesen aufkommen und man fliegt nur so durch die Seiten. Ich war in einigen Stunden durch und habe es sehr genossen Serafina zu begleiten.

Man kann diesen Roman alleinstehend lesen, jedoch empfehle ich bei Bänden immer die Reihenfolge einzuhalten. Durch das Lesen der Vorgängerbände lassen sich alle handelnden Figuren verstehen und ihre Entwicklung besser nachvollziehen.


Schreibstil:
Der Schreibstil von Astrid Fritz ist bei dieser Reihe leicht und flüssig zu lesen. Wie immer sind die historischen Begebenheiten hervorragend recherchiert, die Sprache ist der Zeit angepasst. Der Spannungsbogen wird diesmal sehr hoch gehalten und bleibt auch konstant.

Fazit:
Für Einsteiger in das historische Genre ist diese Reihe rund um die Begine Serafina perfekt geeignet. Der leichte und flüssige Schreibstil und die spannenden Elemente lassen einem durch das Buch rasen. Man rätselt und fiebert mit der sympathischen zukünftigen Frau des Medicus mit und erhält ebenfalls die gewünschte mittelalterliche Atmosphäre.

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!
  
Die Reihe rund um Begine Serafina:
  1. Das Aschenkreuz
  2. Hostienfrevel   *meine Rezi*
  3. Das Siechenhaus   *meine Rezi*
  4. Tod im Höllental

Unter dem Banner des Kreuzes - Astrid Fritz




    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Wunderlich; Auflage: 1 (22. Juli 2016)
    • ISBN-10: 3805251009
    • ISBN-13: 978-3805251006
    • Genre: Historischer Roman



Wunderlich Kurzbeschreibung:
Freiburg 1212: Die siebzehnjährige Anna leidet unter ihrem jähzornigen Vater. Eines Tages hört sie von den Heerscharen junger Leute, die zu Fuß das Rheintal hinaufziehen, um das heilige Jerusalem zu befreien. Anna ergreift die Gelegenheit zur Flucht. Zunächst ziehen die Kinder mit fröhlichem Gesang und Gebet gen Basel, himmeln ihren Anführer an, werden am Wegesrand bejubelt und in den Ortschaften versorgt. Doch bald folgen die ersten Durststrecken und Gefahren.
Seit der Freiburger Gegend begleitet sie der angehende Priester Konrad. Seine Worte gegen den unseligen Kinderkreuzzug und gegen den Anführer, der sich mehr und mehr wie ein König huldigen lässt, verhallen ungehört. Kann er seine kleine Schar retten?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im Mittelalter hatten viele Herrscher die Ansicht durch Kreuzzüge die "Ungläubigen" von der "richtigen Religion" zu überzeugen und den heiligen Gral zu finden. Viele Romane berichten uns auch heute noch davon. Doch kaum jemand ist bekannt, dass sich im 13. Jahrhundert Kinder und Jugendliche auf einen religiösen Feldzug nach Jerusalem begaben. Diese sammelten sich um den einfach Hirtenjungen Nikolaus, der von einem Engel den Befehl erhielt, dass Heilige Grab ohne Waffengewalt von den ungläubigen Sarazenen zu befreien.

Astrid Fritz hat die wenigen bekannten Fakten dieses Kinderkreuzzuges als Rahmenhandlung für ihren Roman "Unter dem Banner des Kreuzes" verwendet und mit einer fiktiven Geschichte verbunden. In dieser geht es um die siebzehnjährige Anna, die sich nach einem weiteren Streit mit ihrem strengen Vater unverstanden fühlt und flüchtet. Sie schließt sich der Gruppe rund umden Knappen Gottschalk von Ortenburg an, einem Werber für den Pilgerzug nach Jerusalem.  Gemeinsam mit dem Straßenjungen Jecki, den schüchternen Christian und zwei kleinen Mädchen befindez Anna sich ich im Zug der Freiburger, der großteils aus Kinder und Jugendlichen aus ärmlichen Verhältnissen besteht. Diese ahnen nicht, wie weit und beschwerlich sich der Weg bis Jerusalem gestalten wird. Zu Beginn sind noch alle voller Vorfreude und den festen Glauben an Gott. Sie erhalten anfangs auch noch Wegzehrung von der Bevölkerung und werden teilweise sogar wie Helden gefeiert. Doch je weiter sie in den Süden kommen, umso unerwünschter ist der „Bettelzug“. Selbst durch Missernten am Hungertuch nagend, will die Bevölkerung keine Nahrungsmittel mit Tausenden von Fremden teilen. Und auch nicht alle Bischöfe sind dem Kreuzzug positiv gestimmt. Mit Konrad, einem angehenden Priester, hat die Freiburger Gruppe einen Beschützer gefunden, der sein Herz auf den rechten Fleck hat. Und während die Kinder im Laufe der Wanderung beginnen, wie die Fliegen zu sterben, hat er immer ein Auge auf Christian, Anna und Jecki. Doch gegen manche Ereignisse ist auch Konrad machtlos....
Der Zug der Pilger, der Richtung Süden wandert, durchlebt Himmel und Hölle. Leider gab es für mich in der Mitte ein paar kleine Längen und einen richtigen Höhepunkt habe ich auch vermisst.

Charaktere:
Die Figuren sind sehr lebendig und liebevoll dargestellt. Astrid Fritz vermittelt die anfängliche Euphorie plausibel. Die Visionen der Gläubigen und der Aberglaube spielen ebenfalls eine große Rolle.
Anna ist anfangs ein sehr naives junges Mädchen, die sich den Gefahren, die sie sich ausgesetzt hat, nicht bewusst ist. Sie ist sehr behütet und streng aufgewachsen. Mit Konrad hat sie einen Beschützer, der nicht nur ein Auge auf Anna, sondern auch auf Jecki und Christian geworfen hat und diese vor einigen Bedrohungen und Schwierigkeiten schützt. Jecki ist ein sehr aufgeweckter Junge, der seine Zunge nicht im Zaum halten kann. Als ehemaliges Straßenkind, weiß er sich zu wehren. Christian ist dagegen ein sehr schüchterner Junge, der zuhause in Freiburg wegen seiner schmächtigen Figur und den roten Haaren gehänselt wurde.
Die meisten Figuren sind allerdings etwas zu schwarz/weiß gezeichnet.

Schreibstil:
Ich kenne den Schreibstil der Autorin schon aus ihrer Reihe um die Begine Serafina. Bei ihr fühlt sich das Eintauchen in eine ferne Zeit sehr real an, da sie diese dem Leser richtig gut vermitteln kann. Astrid Fritz verwendet wie immer in ihren historischen Romanen die typischen altertümlichen Ausdrücke und Stilmittel und trotzdem lässt sich die Geschichte wunderbar lesen. Die Autorin hat wie immer sehr gut recherchiert und verknüpft Historie mit Fiktion.
Am Anfang des Buches, hinter dem Schutzumschlag, ist eine Karte mit der Reiseroute der Kinder festgehalten und am Ende befindet sich ein Glossar und ein Nachwort zum Kinderkreuzzug.

Fazit :
Ein sehr interessanter und eher ruhiger historischer Roman, der Historie und Fiktion verbindet. Sehr gut recherchiert und feinfühlig erzählt. Gleichzeitig eine Mahnung nicht jedem religiösen Fanatismus mitzumachen.


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Das Siechenhaus - Astrid Fritz



    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (26. Februar 2016)
    • ISBN-10: 3499269457
    • ISBN-13: 978-3499269455
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 3 um die Begine Serafina


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Tausend Schritte vor der Stadt: Hier im Freiburger Siechenhaus wohnen die Aussätzigen – Sie gelten als lebende Tote. Gerade ist der Bäcker Kannegießer symbolisch zu Grabe getragen worden. Der wähnt sich gesund und bittet Begine Serafina um Hilfe. Serafina will den Wundarzt Achaz hinzuziehen, doch in der Nacht wird Achaz niedergeschlagen und scheint fortan nicht mehr recht bei Verstand. Dabei drängt die Zeit: Selbst wenn Kannegießer gesund ist, unter den anderen Kranken wird er es bald nicht mehr sein. Also fängt Serafina an zu forschen. Gelingt es Serafina, die Wahrheit rechtzeitig ans Licht zu bingen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge 

****Wer die Vorgängerbände noch nicht kennt, kann ohne Probleme auch später einsteigen****


Meine Meinung:
Nach "Das Aschekreuz" und "Hostienfrevel" (meine Rezi *hier*) ist dies nun der dritte Band rund um die Begine Serafina (Beginen sind fromme Frauen, die sich um Arme und Kranke kümmerten). Auch im dritten Band steckt die muntere Protagonistin aus dem Christoffelshaus ihre Nase in Dinge, die sie wie gewohnt in große Schwierigkeiten bringen.
Als der Bäckermeister Kannegießer mit Verdacht auf Lepra ins Siechenhaus vor der Stadtmauer gebracht wird, bittet er Serafina um Hilfe. Er sei nicht krank, sondern habe nur eine Mehlstauballergie, von der er oft die Krätze bekommt. 
Da Serafina jeden zweiten Tag die Kranken vor den Toren von Freiburg besucht, hat sie ebenfalls bald Zweifel an einer Lepraerkrankung des Bäckermeisters. Sie bittet den Wundarzt Albert Achaz hinzu und bittet Kannegießerrs Frau nochmals beim Rat vorzusprechen, damit eine zweite Leibesbeschau durchgeführt werden kann. Doch diese wird von den Ratsherren abgelehnt und kurz darauf wird Achaz niedergeschlagen. Das erweckt erst recht Serafinas Misstrauen......

Am Beginn des Buches gibt es ein Personenregister, wo alle im Buch erwähnten Charaktere aufscheinen. Danach folgt der Prolog, in dem der Mörder seine Taten vor Gott rechtfertigt und bereits die Neugierde des Lesers entfacht.
Schnell ist man mitten in der Geschichte und rätselt mit Serafina mit, was hier eigentlich vor sich geht. Man fragt sich, ob jemand den Bäckermeister aus dem Weg räumen will bzw. ob es überhaupt darauf hinausläuft oder ein anderer Grund hinter all dem steckt, denn schon bald gibt es den ersten Toten.Verdächtige gibt es einige und die Autorin hat hier die eine oder andere Überraschung parat.

Charaktere:
Serafina ist eine sehr sympathische Hauptprotagonistin, die nicht immer das tut, was sie als Begine tun sollte. Sie ist neugierig, steckt ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen und setzt sich für die Armen sein. Außerdem ist da noch diese Anziehungskraft zum Arzt Adalbert Aachaz, die schon im Vorgängerband spürbar war. Auch Serafinas Mitschwestern sind wieder wunderbar beschrieben. So erfährt auch jeder Einsteiger der Reihe, wer welche Aufgaben im Christoffelhaus hat.
Da ist zum Beispiel Brida, eine verwöhnte Adelstochter und der Neuzugang im Haus, die Serafina zugeteilt wird. Sie sollen zusammen regelmäßig dem Siechenhaus einen Besuch abzustatten. Da ihr Vater das gesamte Vermögen verspielt hat, hat Brida keine andere Möglichkeit als bei den Beginen unterzukommen. Doch Brida hat weder Lust ohne Mann zu bleiben, noch will sie den Leprakranken zu Nahe kommen. Dann gibt es ebenfalls ein Wiedersehen mit Catharina, der Meisterin im Christoffelhaus, die vor hat, Serafina bei der anstehenden Meisterinnenwahl als ihre Nachfolgerin vorzuschlagen. Oder die nach außen hin griesgrämige und mürrische Heiltrud, der das Leben übel mitgespielt hat....

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und lässt sich trotz der typischen historischen Redewendungen leicht lesen. Es gibt sehr viele interessante historische Fakten und der Leser erhält informative Kenntnisse über die Lepra. Durch den Krimianteil im historischen Roman bleibt die Geschichte auch richtig spannend und man klebt richtig an den Seiten.

Fazit:
Auch der dritte Teil der Reihe rund um die Begine Serafina ist ein gelungener historischer Roman mit Krimianteilen, der wunderbar zu lesen ist und eine starke und sympathische Protagonistin hat. Ich freue mich schon auf weitere Bände der Reihe.


Die Reihe um die Begine Serafina: 
  1. Das Aschekreuz
  2. Hostienfrevel
  3. Das Siechenhaus

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag, der Autorin Astrid Fritz für die interessante Leserunde und Lovelybooks

Hostienfrevel - Astrid Fritz


    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. September 2014)
    • ISBN-10: 3499267969
    • ISBN-13: 978-3499267963
    • Genre: historischer Roman, historischer Krimi
    • Reihe: ja - 2. Band


Rowohlt Kurzbeschreibung: 
Begine Serafina hat sich in ihrer neuen Heimat gut eingelebt. Da erschüttert ein schlimmer Frevel Freiburg. Entweihte Hostien – im Münster, dem heiligsten Ort der Stadt! Der alte Kreuzbruder des Gotteshauses - grausam ermordet! Der Verdacht fällt auf einen jüdischen Schuster, der unter der Folter auch alles gesteht, was man von ihm hören will. Serafina indes hat einen anderen Verdächtigen im Blick. Doch dann geschehen Dinge, die Serafina an ihrem heimlichen Verbündeten, dem Stadtarzt Achaz, zweifeln lassen…

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Deutsche Autoren Challenge

Buch zur Einnmal um die Welt Challenge

Meine Meinung:
Diesen historischen Krimi von Astrid Fritz erhielt ich für eine Lesechallenge bei Lovelybooks. Es ist der 2. Teil der Serie um die Begine Serafine (laut Wikipädia ist eine Begine eine Angehörige einer Gemeinschaft christlich andächtigen Lebens ohne Klostergelübde).
Den ersten Teil "Das Aschenkreuz" hatte ich leider noch nicht gelesen, werde ihn mir aber sobald wie möglich kaufen. Gleich vorab...wer den ersten Band - so wie ich - noch nicht kennt, kann dieses Buch ohne Probleme lesen. Es wird zwar einiges aus der Vergangenheit von Serafine erzählt, doch sind dies größtenteils Geheimnisse, die auch in "Das Aschenkreuz" noch nicht gelüftet wurden.

Wenn man das Buch aufschlägt, sieht man zuerst ein Personenregister. Ist man nicht mehr sicher, wer wer ist, kann man hier immer wieder nachschlagen. Im anschließenden Prolog geschieht bereits die erste Tat: im Münster von Freiburg werden Hostien entweiht und der alte Kreuzbruder wurde brutal niedergeschlagen.
Der Verdacht konzentriert sich schnell auf die drei Judenfamilien, die sich in Freiburg angesiedelt haben. Der jüdische Schuster Mendel, der als Einziger in der Tatnacht anwesend war, wird angeklagt. Serafina jedoch zweifelt am so "offensichtlichen Umstand", denn es gibt jede Menge Einwohner, die bei den Juden sprichwörtlich in der Kreide stehen und hohe Schulden haben. Die junge Frau beginnt  zu recherchieren und bald gibt es jede Menge Verdächtige. Der kleinwüchsige Barnabas und Achaz, der Stadtarzt, sind ihr dabei eine große Hilfe.

Wer Serafina noch nicht aus dem ersten Band kennt, erfährt sehr bald, dass sie einfach nicht anders kann, als ihre Nase in Dinge zu stecken, die sie eigentlich nichts angehen. Als Begine hat sie oft den Vorteil Neuigkeiten von ihren Mitmenschen zu erfahren und auch ziemlich frei in Freiburg herumlaufen zu können, was für die meisten Frauen zu dieser Zeit nicht möglich war. Da ich "Das Aschenkreuz" nicht gelesen hatte, war ich überrascht zu erfahren, dass Serafine erst seit einem halben Jahr bei den Schwestern zu Sankt Christoffel lebt. Toll fand ich die genaue Erklärung der Mitschwestern....wer welche Aufgaben hat und auch die verschiedenen Charaktere. So kann man sich sofort ein Bild dieser Frauen machen.
Auch den kleinwüchsigen Bettelzwerg Barnabas schließt man schnell ins Herz. Er kennt die Bürger der Stadt wie kein anderer und nicht nur die feinesn Herrschaften. So ist er Serafina eine große Hilfe.

Der historische Teil steht in diesem Roman eher im Vordergrund und nicht der Kriminalfall an sich, jedoch ist letzterer glaubwürdig konstruiert. Als Leser rätselt man gerne mit und auch als Thriller- und Krimileser hatte die Autorin dann doch noch die eine oder andere Überraschung für mich parat.

Schreibstil:
Mit ihrer Heldin, der Begine Serafina, hat Astrid Fritz eine sehr sympathische, starke und eigenwillige Figur geschaffen. Dies könnte der Beginn einer richtigen Reihe um die "ermittelnde" Begine werden - verpackt in einem historischen Roman. Gefällt mir, muss ich sagen!
Man merkt, dass die Autorin sehr viel recherchiert hat und dies dem Leser richtig gut vermitteln kann. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, jedoch typisch für historische Romane. Während der Leserunde hat uns Astrid Fritz viele Fragen beantwortet und uns immer wieder klar gemacht, dass die Judenverfolgung schon vor Jahrhunderten begonnen hat!
Fazit:
Ein gut recherchierter historischer Roman mit einer starken und sympathischen Frau im Mittelpunkt. Der Krimianteil ist vorhanden, lässt sich gut lesen und bringt auch Überraschungen mit sich. Ich würde das Buch jedoch eher bei den historischen Romanen, als bei den Krimis einordnen. Eine Lesempfehlung für Liebhaber des historischen Genre!




 

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