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Die Spionin - Imogen Kealey

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 457 Seiten
    • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 3. (18. Februar 2020)
    • Übersetzer: Gabriele Weber-Jarić
    • ISBN-10: 3352009465
    • ISBN-13: 978-3352009464
    • Originaltitel: Liberation
    • Genre: Historischer Roman, Biografischer Roman


Rütten & Lohning Kurzbeschreibung:
Marseille, 1940: Nancy und Henri lieben sich und genießen ihr mondänes Leben. Dann wird Frankreich von den Deutschen besetzt, und fortan riskiert Nancy ihr Leben für die Résistance. Ihre Schönheit und ihre glamouröse Erscheinung werden zur besten Tarnung der "Weißen Maus", auf die ein Millionenkopfgeld ausgesetzt ist – denn die Nazis vermuten in ihr stets einen Mann. Schließlich wird Henri verhaftet. Nancy entkommt nach England, wo sie zur Geheimagentin ausgebildet wird. Per Fallschirm gelangt sie zurück in die Wälder der Auvergne und übernimmt das Kommando über 7.000 Partisanen. An der Seite ihrer Männer kämpft Nancy blutige Schlachten gegen die Deutschen – ihr gefangener Mann gerät indes in immer größere Gefahr.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Für die Nazis ist sie die meistgesuchte Person Frankreichs, ein gefürchtetes Phantom, auf dessen Kopf fünf Millionen Francs ausgesetzt sind. Ihr Name ist Nancy Wake - und sie kämpft für die Liebe".

Mit den oben genannten Sätzen wirbt der Verlag für die Geschichte der 1912 in Neuseeland geborenen Nancy Wake, die im Zweiten Weltkrieg für den britischen Geheimdienst als Spionin in Frankreich gegen die Deutschen kämpfte.
Unter dem Pseudonym Imogen Kealey schrieben der amerikanische Drehbuchator Darby Kealey und die britische Autorin Imogen Robertson über die faszinierende Persönlichkeit, die die Deutschen "Die weiße Maus" nannten und die unter dem Codename Hélène agierte.

In Marseille heiratet sie 1939 den französischen Unternehmer Henri Fiocca, ihre große Liebe. Bereits zu dieser Zeit half sie erfolgreich im Widerstand mit, der von Henri mitfinanziert wird. Auf den Kopf der "weißen Maus" werden von den Deutschen daraufhin 5 Millionen Franc ausgesetzt. Sie schicken den intelligenten und kompromisslosen Major Böhm als neuen Kommandanten in den Süden Frankreichs um den gefürchteten Spion zu fangen. Und dieser findet bald heraus, wer hinter der weißen Maus stecken könnte. Er lässt Nancy's Mann verhaften, woraufhin diese nach Großbritannien flieht. Dort lässt sie sich als Geheimagentin ausbilden. Anschließend kehrt sie zurück in die Auverne und kämpft mit den Partisanen für ein freies Frankreich.

Fakten werden mit fiktiven Elementen verwoben und machen den Roman zu einem spannenden "Spionagekrimi", der allerdings ein bisschen den Touch eines actionreichen Agentenfilmes hat. Nancy wird dabei zu Superwoman und oftmals hatte ich das Gefühl, dass die beiden Autoren etwas zu sehr übertreiben. Man merkt einfach, dass ein amerikanischer Drehbuchautor am Werk war, der die Geschichte bereits filmreif geschrieben hat. Auch die Sprache ist dem angepasst: sehr dialoglastig und manchmal etwas derb. Damit will ich aber die Taten von Nancy Wake nicht schmälern, denn sie muss eine sehr toughe und starke Persönlichkeit gewesen sein, die sich für Frankreich, das nicht etwa ihr Heimatland war, einsetzte. Sie kämpfte vorallem gegen Hitler und seine Schergen.
Trotz alldem lässt sich der Roman gut lesen und vorallem in der zweiten Hälfte flog ich durch die Seiten.

Die Handlung wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei die von Nancy den Hauptteil einnimmt. Zusätzlich erleben wir die Ereignisse noch aus der Sicht ihres Mannes Henri und dem deutschen Major Markus Friedrich Böhm, ihrem ärgsten Feind.
Wirklich sympathisch war mir die Hauptprotagonistin leider nicht, auch wenn ich ihren Einsatz sehr bewundere. Mehr Empfinden fand ich für Major Böhm, der nichts anderes als Hass in mir auslöste. Er ist eine fiktive Figur und steht stellvertretend für die Gräuel der Gestapo.
Die Beschreibung der Umgebung ist sehr bildhaft und ich hatte immer eine perfekte Szene vor meinen Augen.

Am Ende des Romans geben die Autoren mehr Infos über Wahrheit und Fiktion in ihrem Roman preis. Hier zeigt sich, dass doch einige zeitliche und personelle Änderungen vorgenommen worden sind, was ich schade finde. Die Karte von Frankreich im Inneren des hinteren Buchdeckels fand ich sehr hilfreich.

Cover:
von links nach rechts: die beiden englischsprachigen Cover, das schwedische, das rumänische und das niederländische Cover

Fazit:
Ein spannender Roman, der wahre und fiktive Begebenheiten erzählt. Allerdings erschien mir hier Nancy Wake oftmals wie eine Art Superwoman. Man merkt deutlich, dass ein amerikanischer  Drehbuchautor die Hände mit im Spiel hat. Ansonsten aber eine interessante Geschichte über eine wahrlich großartige Frau, die den Kampf gegen Hitler und seine Schergen aufnimmt.

Die Donauprinzessin - Beate Maly



    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch (10. Oktober 2014)
    • ISBN-10: 3548286410
    • ISBN-13: 978-3548286419
    • Genre: Historischer Roman

Ullstein Kurzbeschreibung: 
Wien im Herbst 1530: Winzertochter Fanny ist nach dem frühen Tod ihres Mannes wieder bei ihrem Vater eingezogen. Das geordnete Leben der jungen Winzerin gerät ganz kräftig durcheinander, als eine Leiche hinter dem Wirtshaus gefunden wird. Der tote Stadtrat war in dunkle Machenschaften verwickelt. Ausgerechnet der schweigsame Mathematiker Sebastian soll den Mörder finden – die Zusammenarbeit mit ihm ist eine Herausforderung für die zupackende und sehr direkte Fanny. Aber jeder weiß: Was sich streitet, das liebt sich ...

Meine Bewertung: tolle * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Deutschen Autoren Challenge

Buch zur Jahreszeiten Cover Challenge

Meine Meinung:
Die österreichische Autorin Beate Maly hat mich bereits mit ihrem Roman "Die Hebamme von Wien" begeistert, zwei weitere Bücher von ihr liegen noch auf meinen SuB. Daher freute ich mich besonders für diese Leserunde bei Lovelybooks ausgewählt worden zu sein und ein bisschen mit meiner Landsmännin zu plaudern.

In "Die Donauprinzessin" lernen wir die resolute Winzertochter Fanny kennen. Sie ist verwitwet und lebt wieder bei ihren Vater in dessen Wirtshaus "Zur Donauprinzessin" vor den Toren Wiens. Nach der ersten Türkenbelagerung im Jahre 1529 atmen die Wiener befreit auf, doch die umliegenden Vororte Hernals und Dornbach sind ein einziger Trümmerhaufen und es gibt kaum Überlebende. Die Zeit ist hart und der Unterschied zwischen den reichen Herren und der armen Bevölkerung ist groß.
Da entdeckt man eines Morgens die Leiche des Rathsherren Philipp Schacht im Hof des Gasthaues von Fanny's Vater. Am Vorabend saß er noch zusammen mit zwei weiteren Ratsherren am Wirtshaustisch, eher er sich mit dem Wirt und einem seiner zwei Freunde heftig stritt. Sofort fällt der Verdacht auf Fannys Vater. Der Bürgermeister der Stadt fürchtet um seinen guten Tropfen, denn Fannys Vater hat den besten Wein weit und breit. Außerdem ahnt er, dass hinter der Tat weit mehr stecken und er vielleicht ebenfalls in Gefahr sein könnte. So beauftragt er Sebastian Grün, den jungen Bauingenieur der Stadt, den Mord aufzuklären. Der etwas chaotische, aber liebenswerte Sebastian ist alles andere als erfreut und macht sich auf dem Weg zur Dorfschenke. Er hat allerdings nicht mit Fanny gerechnet, die die Unschuld ihres Vaters beweisen und gemeinsam mit ihm den Mord aufklären will.

Die Charaktere im Buch sind wunderbar beschrieben. Sie sind zwar etwas stereotyp, aber das störte mich bei diesem Roman nicht wirklich.
Fanny, die neugierige und resolute Winzertochter und ihr gegenüber der gerechte, von Flugmaschinen träumende Sebastian, der seiner entstellten Schwester Margarethe ein liebevoller Bruder ist.
Ihnen gegenüber die Ratsherren, verwickelt in dunkle Machenschaften, geldgierig und nur an ihre Vorteile bedacht.
(Die Autorin meinte dazu, dass sich die Zeiten nicht wirklich geändert hätten und ihr die Idee dazu eigentlich nach einigen Vorfällen in der heutigen Politik eingefallen wäre....)
Dazu das einfache Volk, die unter den reichen Leuten leiden und hungern. Auch die Religion spielt hier eine Rolle, denn die Toten in Hernals und Dornbach waren größtenteils Anhänger der neuen Reform von Martin Luther.

Die Autorin hat das erste Mal versucht ein bisschen Krimihandlung in ihre historischen Romane einzubauen und ich denke, dass ist ihr wirklich hervorragend gelungen! Ich bin ein Thrillerleser, aber ich hatte, wie alle anderen Mitleserinnen, jemand ganz anderen in Verdacht. Der Täter war für mich eine Überraschung und die Lösung dazu war stimmig! Das zeichnet einen Autor/eine Autorin, der sich ins Krimi-/Thrillergenre wagt, wirklich aus!

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Man weiß auf den ersten Blick, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Die Weintrauben in der Hand der jungen Frau ergeben den Bezug zu den Weingärten und dem Winzerberuf. Gelungen!

Schreibstil:
Der Schreibstil von Beate Maly ist sehr flüssig und lässt sich richtig gut lesen. Ich bin nur so durch die Seiten "geflogen". Als Österreicherin hat mir auch die Beschreibung der Straßen von Wien sehr gut gefallen, die ich selbst teilweise kenne oder mir auf jeden Fall die Namen etwas sagen. Außerdem wurde auch die Entstehung des "Kipferls" erwähnt ;) Jeder Österreicher kennt die Sage, dass ein findiger Bäcker nach der Türkenbelagerung Wiens sein Gebäck nach dem Halbmond geformt hat und daraus wurde unser heißgeliebtes "Kipferl" ;)

An "Die Hebamme von Wien" reicht dieser Roman nicht ganz. Für die volle Punktezahl fehlte mir noch etwas mehr vom historischen Hintergrund. Trotzdem wurde ich wunderbar unterhalten!

Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer und flüssig zu lesender historischer Roman, der eine Krimihandlung beinhaltet und einige Überraschungen bereit hält. Wunderbare Charaktere und eine sehr bildhafte Erzählung.



Mein Dank geht auch an Lovelybooks, dem Ullstein Verlag für das Buch zur Leserunde und an die Autorin, die diese Leserunde sehr interessant gemacht hat!

Ein letzter Tanz - Judith Lennox


    • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
    • Verlag: Pendo (6. Oktober 2014)
    • ISBN-10: 3866122950
    • ISBN-13: 978-3866122956
    • Originaltitel: One Last Dance
    • Genre: Famliensaga

Amazon Kurzbeschreibung: 
Zu ihrem 75. Geburtstag hat sich Esme etwas Besonderes ausgedacht: Sie versammmelt ihre gesamte Familie in dem einstigen Herrenhaus »Rosindell«. Doch trotz der traumhaften Kulisse mag keine feierliche Stimmung aufkommen, zu viele traurige Erinnerungen stecken in den Wänden des alten Gemäuers … Alles begann mit einem Tanz, für Esme der schönste Tanz ihres Lebens – ausgerechnet Devlin, für den sie schon seit Kindertagen schwärmte, forderte sie auf der Verlobungsfeier ihrer Schwester Camilla auf. Wie glücklich sie damals war! Doch dies sollte sich als der größte Irrtum ihres Lebens erweisen, denn mit dem Tanz nahm eine unheilvolle Liebesgeschichte ihren Lauf, die noch immer in ihrer Familie nachklingt. Bis Esme sich an ihrem Geburtstag entschließt, dem Fluch ein Ende zu setzen …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Meine Meinung:
Ich habe bereits einige Bücher von Judith Lennox gelesen, wobei mir ihre früheren Romane sehr gut gefallen haben. Ihr letztes Buch "Der italienische Geliebte" konnte mich schon nicht mehr so richtig begeistern und auch hier hatte ich teilweise Probleme mit der Geschichte.
Eigentlich liebe ich Familiensagen...vielleicht habe ich aber auch nur einfach zwei sehr ähnliche Geschichten zu schnell hintereinander gelesen, denn zu Beginn konnte ich einige kleine Parallelen zu "Ashord Park" finden.

Zwei junge Mädchen (hier Geschwister), die verschiedener nicht hätten sein können. Camilla, die ältere Tochter, strahlend schön, aber extrem von sich eingenommen. Eine junge Frau, die rücksichtlos ist und nur sich selbst liebt. Esme, die kleine Schwester, steht im Schatten ihrer schönen und beliebten Schwester, hat jedoch ein Herz aus Gold. Sie verliebt sich schon als kleines Mädchen in Devlin Rosindell, der verbittert und verletzt aus dem ersten Weltkrieg zurückkehrt. Sein Vater hat in der Zwischenzeit den Herrensitz, ein  malerische Anwesen genannt "Rosindell" halb verfallen lassen und so sucht Devlin nach einer reichen Erbin. Camilla hat schon während eines Urlaubs von der Front sein Herz erobert und für sie will er das Haus umbauen lassen. Doch Camilla kann nicht warten und hat längst einen reicheren Mann gefunden, der ihr mehr bieten kann. Esme besucht ihn eines Tages und wegen eines Sturms kann sie nicht mehr nach Hause. Da sie die Nacht im Herrenhaus verbracht hat, sieht sich Devlin gezwungen sie zu heiraten.......
Und auch hier beginnt die Geschichte mit einem Geburtstagfest, dem 75. Geburtstag, unserer Hauptprotagonistin, Esme. Danach verlieren sich Gott sei Dank die Ähnlichkeiten zu "Ashford Park".
Wir begleiten Esme, die versucht Devlins Herz zu gewinnen. Sie verhilft mit einem jährlichen Sommerfest Rosindell zu einer neuen Blüte. Doch das Haus scheint ein Geheimnis zu verbergen und seinen Bewohnern Unglück zu bringen...

Wir begleiten Esme durch die Jahrzehnte....unter anderem durch den zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit. Judith Lennox hat schon in anderen Romanen über die Zeit des Zweiten Weltkrieges erzählt - ein Thema, das sie beherrscht und gekonnt wiedergibt. Die Geschichten der Kinder von Esme, Matthew und Zoe, fand ich dagegen nur teilweise geglückt.

Die Kulisse um Rosindell ist einfach wunderbar und sehr bildhaft beschrieben. Man sieht die steilen Klippen, das Meer und den wunderschönen Garten rund um das malerische Anwesen förmlich vor Augen.
Umso blasser fand ich hingegen einige Personen im Buch. Was mich aber am meisten gestört hat, waren die teilweise sehr langen Abschnitte, wo meiner Meinung viel zu wenig passiert und die Autorin kein Ende finden konnte. Dann gab es wieder große Zeitsprünge und ich hier hätte ich wiederum sehr gerne mehr über einige Begebenheiten erfahren. So wurden mir einige Stellen zu lange und andere viel zu kurz.

Auch die Charaktere fand ich zu schwarz/weiß gezeichnet. Mir fehlte die Tiefe und die Vielschichtigkeit, besonders wo diese Familiensaga im Jahr 1917 beginnt und erst in den späten siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts endet.

Cover:
Auf beiden Covern können wir junge Frauen sehen. Auf dem Originalcover steht diese im Haus, während sie auf dem deutschen Cover im Garten vor dem Haus steht. Keines der beiden Cover spricht mich richtig an, passen aber zum Inhalt.


Fazit:
Eine Familiengeschichte mit einigen Längen und etwas zu blassen Charakteren. Nicht das beste Buch von Judith Lennox. Die Autorin kann das definitiv besser!



Mein Dank geht auch an Lovelybooks und dem Piper Verlag für das Buch zur Leserunde!

Hostienfrevel - Astrid Fritz


    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. September 2014)
    • ISBN-10: 3499267969
    • ISBN-13: 978-3499267963
    • Genre: historischer Roman, historischer Krimi
    • Reihe: ja - 2. Band


Rowohlt Kurzbeschreibung: 
Begine Serafina hat sich in ihrer neuen Heimat gut eingelebt. Da erschüttert ein schlimmer Frevel Freiburg. Entweihte Hostien – im Münster, dem heiligsten Ort der Stadt! Der alte Kreuzbruder des Gotteshauses - grausam ermordet! Der Verdacht fällt auf einen jüdischen Schuster, der unter der Folter auch alles gesteht, was man von ihm hören will. Serafina indes hat einen anderen Verdächtigen im Blick. Doch dann geschehen Dinge, die Serafina an ihrem heimlichen Verbündeten, dem Stadtarzt Achaz, zweifeln lassen…

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Deutsche Autoren Challenge

Buch zur Einnmal um die Welt Challenge

Meine Meinung:
Diesen historischen Krimi von Astrid Fritz erhielt ich für eine Lesechallenge bei Lovelybooks. Es ist der 2. Teil der Serie um die Begine Serafine (laut Wikipädia ist eine Begine eine Angehörige einer Gemeinschaft christlich andächtigen Lebens ohne Klostergelübde).
Den ersten Teil "Das Aschenkreuz" hatte ich leider noch nicht gelesen, werde ihn mir aber sobald wie möglich kaufen. Gleich vorab...wer den ersten Band - so wie ich - noch nicht kennt, kann dieses Buch ohne Probleme lesen. Es wird zwar einiges aus der Vergangenheit von Serafine erzählt, doch sind dies größtenteils Geheimnisse, die auch in "Das Aschenkreuz" noch nicht gelüftet wurden.

Wenn man das Buch aufschlägt, sieht man zuerst ein Personenregister. Ist man nicht mehr sicher, wer wer ist, kann man hier immer wieder nachschlagen. Im anschließenden Prolog geschieht bereits die erste Tat: im Münster von Freiburg werden Hostien entweiht und der alte Kreuzbruder wurde brutal niedergeschlagen.
Der Verdacht konzentriert sich schnell auf die drei Judenfamilien, die sich in Freiburg angesiedelt haben. Der jüdische Schuster Mendel, der als Einziger in der Tatnacht anwesend war, wird angeklagt. Serafina jedoch zweifelt am so "offensichtlichen Umstand", denn es gibt jede Menge Einwohner, die bei den Juden sprichwörtlich in der Kreide stehen und hohe Schulden haben. Die junge Frau beginnt  zu recherchieren und bald gibt es jede Menge Verdächtige. Der kleinwüchsige Barnabas und Achaz, der Stadtarzt, sind ihr dabei eine große Hilfe.

Wer Serafina noch nicht aus dem ersten Band kennt, erfährt sehr bald, dass sie einfach nicht anders kann, als ihre Nase in Dinge zu stecken, die sie eigentlich nichts angehen. Als Begine hat sie oft den Vorteil Neuigkeiten von ihren Mitmenschen zu erfahren und auch ziemlich frei in Freiburg herumlaufen zu können, was für die meisten Frauen zu dieser Zeit nicht möglich war. Da ich "Das Aschenkreuz" nicht gelesen hatte, war ich überrascht zu erfahren, dass Serafine erst seit einem halben Jahr bei den Schwestern zu Sankt Christoffel lebt. Toll fand ich die genaue Erklärung der Mitschwestern....wer welche Aufgaben hat und auch die verschiedenen Charaktere. So kann man sich sofort ein Bild dieser Frauen machen.
Auch den kleinwüchsigen Bettelzwerg Barnabas schließt man schnell ins Herz. Er kennt die Bürger der Stadt wie kein anderer und nicht nur die feinesn Herrschaften. So ist er Serafina eine große Hilfe.

Der historische Teil steht in diesem Roman eher im Vordergrund und nicht der Kriminalfall an sich, jedoch ist letzterer glaubwürdig konstruiert. Als Leser rätselt man gerne mit und auch als Thriller- und Krimileser hatte die Autorin dann doch noch die eine oder andere Überraschung für mich parat.

Schreibstil:
Mit ihrer Heldin, der Begine Serafina, hat Astrid Fritz eine sehr sympathische, starke und eigenwillige Figur geschaffen. Dies könnte der Beginn einer richtigen Reihe um die "ermittelnde" Begine werden - verpackt in einem historischen Roman. Gefällt mir, muss ich sagen!
Man merkt, dass die Autorin sehr viel recherchiert hat und dies dem Leser richtig gut vermitteln kann. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, jedoch typisch für historische Romane. Während der Leserunde hat uns Astrid Fritz viele Fragen beantwortet und uns immer wieder klar gemacht, dass die Judenverfolgung schon vor Jahrhunderten begonnen hat!
Fazit:
Ein gut recherchierter historischer Roman mit einer starken und sympathischen Frau im Mittelpunkt. Der Krimianteil ist vorhanden, lässt sich gut lesen und bringt auch Überraschungen mit sich. Ich würde das Buch jedoch eher bei den historischen Romanen, als bei den Krimis einordnen. Eine Lesempfehlung für Liebhaber des historischen Genre!




 

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