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Heimat meines Herzens - Judith Pella



    • Taschenbuch: 439 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868276726
    • ISBN-13: 978-3868276725
    • Originaltitel: Homeward my Heart 
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 4 von 4 (Sturmzeitentetralogie)


Francke Kurzbeschreibung:
1946–48: Der Krieg ist vorüber. Das Leben der Hayes-Schwestern könnte wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen – wäre da nicht das ungeklärte Schicksal von Camerons Mann. Nachdem sich der Eiserne Vorhang gesenkt hat, kann er die Sowjetunion nicht mehr verlassen. Doch aus Liebe zu seiner Frau setzt er alles auf eine Karte: Im Dienst des amerikanischen Geheimdienstes will er die Flucht in die Freiheit erzwingen. Als sein Plan scheitert, können Cameron, Blair und Jackie nicht länger tatenlos abwarten. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in das Reich des roten Zaren.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle die Einhaltung der Reihenfolge! Man sollte unbedingt die ersten drei Bände zuerst lesen.

Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Im Abschlussband der Sturmzeitentetralogie befinden wir uns in der Nachkriegszeit. Wie schon in den Vorgängerbänden schließen die Bücher lückenlos aneinander an.

Alle drei Hayes-Schwestern sind in die USA zurückgekehrt und versuchen ihr Leben wieder aufzunehmen. Blair und Gary leben in Washington, nachdem Gary eine Festanstellung im Pentagon erhalten hat. In ihrem Leben fehlt es an nichts, außer an Kindern. Doch der ersehnte Nachwuchs stellt sich nicht ein.

Cameron feiert ihren ersten Hochzeitstag alleine, ebenso Alex. Ihre Ausreise- bzw. Einreisebewilligungen werden immer wieder abgelehnt. Dazu trägt auch die neue Spannung zwischen den beiden Supermächten bei, die immer größer wird. Die Aussichten auf eine gemeinsame Zukunft sehen düster aus....

Jackie sollte sich langsam wieder nach einem Partner umsehen, ist die Meinung ihrer Mutter und auch ihrer Schwiegermutter. Doch die Amerikaner sehen in den Japanern noch immer ihre Feinde und das fremdländische Aussehen ihrer Tochter ist nicht unbedingt ein Vorteil. Doch Jackie ist auch noch nicht bereit einen neuen Mann in ihr Leben zu lassen und die potentiellen Bewerber tragen auch nicht wirklich dazu bei, sich neu zu verlieben.

Alex erhält in der Zwischenzeit ein verlockendes Angebot, um endlich an eine Ausreisebewilligung zu kommen und lässt sich auf einen Deal mit einem zwielichtigen US-Geheimagent ein. Doch Alex Unternehmungen bleiben nicht unentdeckt und er wird festgenommen. Sein Schicksal ist somit besiegelt....
Als Cameron diese Neuigkeit erfährt, setzt sie alles daran endlich nach Russland zu gelangen und Alex herauszuholen. Das "wie" ist ihr noch ein Rätsel, aber sie muss einfach vor Ort bei ihrem Mann sein. Durch eine unverhoffte Hilfe bekommt sie die langersehnten Papiere und reist sofort nach Moskau. Blair und Gary lassen sich in die Botschaft nach Moskau versetzen, um Cameron beizustehen und auch Jackie hat sich dazu entschieden Cameron zu helfen. Überraschender Weise erhält auch sie eine Einreisebewilligung und geht nach Moskau. Diese "Zufälligkeit", dass plötzlich alle drei Schwestern einreisen dürfen, nachdem Cameron vorher jahrelang erfolglos darum gekämpft hat, war mir etwas zu unrealistisch. Dies stellt aber das einzige Manko am Buch dar.

In Russland treffen wir auf einige alte Bekannte und bangen mit Cameron und ihren Schwestern um das Leben von Alex. Aber auch Semjon kommt wieder ins Spiel und bringt noch mehr Schwung in die Geschichte, genauso wie zwei plötzliche Verehrer von Jackie.

Der Großteil des Romans spielt diesmal in Moskau. Der Autorin gelingt es wieder meisterhaft die Zeit des Kalten Krieges zwischen Amerika und der Sowjetunion darzustellen. Die Hoffnung, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Normalität wieder einkehrt, zerschlägt sich sehr rasch. Cameron entdeckt schnell, dass die Spitzeleien und die Überwachung noch härter durchgeführt werden, als bei ihrem letzten Besuch. So sieht sie anfangs auch überhaupt keine Chancen an Alex ranzukommen.

Der Schreibstil ist gewohnt bildhaft. Die Figuren sind mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen und sind so real und liebenswert, dass ich nun einen richtigen Abschiedsschmerz verspüre, diese nun gehen zu lassen. Zum Abschluss der Tetralogie rund um die Hayes-Töchter kann ich nur sagen, dass ich diese Reihe jedem empfehle, der Familiensagen, die im Zweiten Weltkrieg spielen, liebt. Die Bücher sollten aber unbedingt der Reihe nach gelesen werden!

Cover:
Wie ein Filmplakat der Fünfziger Jahre....das ist mein erster Gedanke, wenn ich mir das Originalcover so ansehe. Nie würde ich zu diesem Buch greifen! Was natürlich sehr schade wäre...
Allerdings passt es auch genau zu den drei Vorgängerbänden, die ein ähnliches Cover zu bieten haben. Rechts in der Mitte wird Bezug auf den inhaftierten Alex genommen. Warum allerdings ein Dampfer darauf aufgebildet ist, erschließt sich mir nicht wirklich. Die drei Frauen sind mit Flugzeug und der Eisenbahn nach Russland gereist.

Fazit:
Ein krönender Abschluss der Tetralogie rund um die Hayes Töchter, der mich insgesamt total überzeugt hat. Natürlich ist nicht jeder Band der Reihe gleich stark, aber ich habe die 5 Sterne immer sehr gerne vergeben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich von dieser Reihe, die einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal einnehmen wird.


Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Sturmzeitenreihe:

Bevor der Morgen dämmert - Judith Pella



    • Taschenbuch: 507 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868276718
    • ISBN-13: 978-3868276718
    • Originaltitel: Toward the Sunrise
    • Genre: historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 3von 4 (Sturmzeitentetralogie)


 Francke Kurzbeschreibung: 
1942–45: Über drei Kontinente verstreut, führt jede der drei Töchter des Zeitungsmagnaten Hayes ihren eigenen Kampf gegen das innere und äußere Chaos. Der Zweite Weltkrieg hat ihre Welt in Flammen gesetzt und ihre Familie zerrissen. In einem kalifornischen Internierungslager teilt Jackie mit ihrem frisch gebackenen Ehemann das harte Los der Amerikaner japanischer Herkunft. Doch irgendwie gehört sie nirgends mehr richtig dazu: Weder die Japaner noch die Amerikaner sehen sie als eine der ihren. Wird ihr Glaube ihr die Kraft geben durchzuhalten?

 Meine Bewertung: * * * * *


Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle die Einhaltung der Reihenfolge! Man sollte unbedingt die ersten beiden Bände zuerst lesen.

Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Auch der dritte Band der Sturmzeiten-Tetralogie schließt nahtlos an den Vorgängerband an.
Die drei Hayes Töchter kämpfen jede für sich im Krieg; Eine im Untergrund auf den Philippinen, eine als Journalistin in Moskau und die Jüngste gegen die Vorurteile im Internierungslager.

In Amerika beginnt nun ebenfalls der Krieg Einfluss auf das Leben der Bevölkerung zu nehmen. Die Lebensmittel werden rationiert und die japanische Bevölkerung wird nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour interniert. Auch Sam und seine Familie kommen ins Lager und die schwangere Jackie folgt ihm nach, da auch ihr Ungeborenes zur Hälfte japanischer Herkunft ist. Durch die ungerechte Behandlung und die Perspektivlosigkeit beginnt es unter den Gefangenen bald zu brodeln. Es bilden sich unterschiedliche Gruppierungen. Sams Bruder T.J. steckt voller Hass und schließt sich einer radikalen Bewegung an, während die älteren Japaner um ihre Würde fürchten. Ein diskriminierender Fragebogen zur Rekrutierung in die amerikanische Armee lässt schließlich das Blut überkochen....

Blair lebt unterdessen im Untergrund im philippinischen Dschungel. Gemeinsam mit Gary und anderen Untergrundkämpfer versuchen sie zu überleben. Dabei kämpfen sie nicht nur gegen die Japaner, sondern auch gegen Hunger und die Malaria. Blair hat wohl die größte Wandlung durchgemacht und nichts erinnert mehr an die verwöhnte junge Frau, die im Dunstkreis Hollywoods und als Barsängerin völlig in den Tag hinein lebte.

Auch Cameron und Alex müssen ihre Liebe weiterhin geheimhalten. Eine Verbindung zwischen einem Russen und einer Amerikanerin ist nicht möglich und hat keine Zukunft. Als Cameron einmal doch zu unvorsichtig ist, müssen Beide mit den Folgen leben...

Der Glaube nimmt im dritten Band mehr Raum ein, als in den Vorgängerbänden. Durch die unmenschlichen Situationen in denen vorallem Blair steckt, beginnen sich die Menschen wieder mehr an Gott zu orientieren und durch Gebete Hoffnung zu schöpfen. Dies wird in "Bevor der Morgen dämmert" sehr überzeugend und eindringlich dargestellt.

Der Schreibstil ist wie gewohnt bildhaft und hat Atmosphäre. Man versinkt in den Romanen der Autorin und taucht erst wieder auf, wenn man die letzte Seite zugeschlagen hat.
Judith Pella fasziniert auch im 3. Band der Sturmzeit-Tetralogie den Leser mit ihrer unvoreingenommenen Art und der bildreichen Erzählweise. Man versinkt regelrecht in ihren Geschichten, die das Leben während des Zweiten Weltkrieges auf den drei Kontinenten bereithält. Differenziert und ohne dem typischen zu viel an amerikanischen Nationalstolz erzählt Judith Pella wieder völlig frei von Vorurteilen. Wir erleben Verbrechen auf beiden Seiten bzw. sind diese leider im Krieg alltäglich. Mit dieser Familiensaga ist der Autorin wirklich etwas Großartiges gelungen!

Cover:

Das altbackene Cover, das fast wie ein Filmplakat wirkt, passt auch zu den Vorgängerbänden.

Man bemerkt, dass sich diesmal die Geschichte mehr um Jackie und die Internierung der Japaner bzw. als Feinde auf den Philippinen dreht.


Fazit:
Auch der dritte Band der Sturmzeit-Tetralogie überzeugt ebenso, wie seine Vorgänger. Hier gibt es weder einen schwachen Mittelteil, noch ein Ende....alle drei Bücher halten das hohe Nieveau. Nun bin ich gespannt auf den vierten und letzten Band und blicke dem Ende der Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar !

Die Sturmzeiten Reihe:

Von ferne klingt ein Lied - Judith Pella



    • Taschenbuch: 515 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 386827670X
    • ISBN-13: 978-3868276701
    • Originaltitel: Somewhere a Song
    • Genre: historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 von 4 (Sturmzeitentetralogie)


Francke Kurzbeschreibung: 
1941/42: Das Jahr 1941 endet mit einem Paukenschlag: dem Angriff auf Pearl Harbour. Und auch die Philippinen werden bombardiert – ausgerechnet jetzt, wo Blair dort ist. Sie wollte einen letzten, verzweifelten Versuch unternehmen, ihre Ehe zu retten. Deshalb folgte sie ihrem Mann in ein Pulverfass. Jetzt muss Blair nicht nur um ihre Ehe, sondern auch ums Überleben kämpfen. Währenddessen sehen ihre Schwestern sich in Russland und den USA mit ganz eigenen Problemen konfrontiert. Wo werden die drei Halt finden in einer Welt, die auf den Abgrund zutaumelt?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle die Einhaltung der Reihenfolge! Man sollte unbedingt den ersten Band zuerst zu lesen.


Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Der zweite Band der Sturmzeiten-Tetralogie schließt nahtlos an den ersten Band "Geschrieben im Wind" an und spielt diesmal hauptsächlich auf den Philippinen, was man auch auf dem Cover erkennen kann.....Palmen und Strand sind hier abgebildet. Doch der Schein trügt, denn auch die Philippinen hat der Zweite Weltkrieg erreicht. Die Japaner überrennen die Insel förmlich und Blair, die nach einer langen Schifffahrt endlich angekommen und auch Gary wiedergefunden hat, lebt in ständiger Gefahr. Gary legt ihr Nahe aus Manila zu fliehen. Doch anfangs denkt Blair gar nicht daran und lebt in ihrer eigenen Welt. Mit Claudette, einem philippinischen Mädchen, das sie als Hausmädchen anstellt und dem Pastorensohn Mateo,
macht sie sich schlussendlich doch auf den Weg in die Berge. In der Missionsstation der Doleys finden sie zunächst Schutz, doch auch dieser ist nicht von Dauer.
Ich musste immer wieder den Kopf schütteln, wie egoistisch und blauäugig Blair anfangs handelt. Sie hat überhaupt nicht begriffen, was Krieg bedeutet. Doch auf der Flucht erkennt sie sehr schnell, wie priviligiert sie bis dahin gelebt hat. Und bis zum Ende des zweiten Bandes erkennt man Blair kaum wieder....
Judith Pella lässt uns auch an Gary's Soldatenleben teilhaben. Besonders auf den letzten hundert Seiten des Buches spürt man die Verzweiflung und Mutlosigkeit der amerikanischen Truppen, die gegen die Japaner keine Chance haben. Hunger und Malaria sind ihre ständigen Begleiter. Die Autorin hat hier die Gefühlswelt der Soldaten und den Wandel von Blair großartig beschrieben.

Cameron verliebt sich hingegen immer mehr in Russland und auch in Alex. Jedoch beginnen die Beiden aus religiösen Dingen auseinanderzudriften und schlussendlich trennen sie sich. Auch bei der Kriegsberichterstattung tritt Cameron auf der Stelle. So widmet sie sich den Briefen von Jakow an ihre Mutter. Man erhält ein bisschen Einblick in sein Leben bzw. zu den ersten Lebensjahren von Semjon. Eine erschütternde Geschichte. Ob Cameron ihren Halbbruder je finden wird???
Im letzten Kapitel gibt es noch einen Schockmoment, der mich wirklich sehr betroffen gemacht hat.

Jackie und Sam erleben all den Hass der Amerikanier auf die Japaner hautnah mit. Sie dürfen nicht zu ihrer Liebe stehen. Der Aufruf der amerikanischen Regierung, dass alle Japaner in Internierungslager gesteckt werden sollen, zwingt sie zu Handeln.
Das Schicksal von Sam und Jackie hat mich sehr berührt und zeigt auf, wie schnell wir Menschen Schuldige gefunden haben. Sam, der in Amerika geboren wurde und die amerikanische Staatsbürgerschaft hat, hat genauso wenig Chancen wie sein Vater, der zwar in die USA gekommen ist, aber noch immer japanischer Staatsbürger ist. Die Grausamkeit und der offene Rassismus hat nicht nur in Europa stattgefunden, wie uns die Amis oft so schön unterstellen wollen....

In diesem zweiten Teil erleben Blair und Jackie die Auswirkungen des Krieges nun ebenso hautnah mit. Der Glaube spielt in "Von ferne klingt ein Lied" eine größere Rolle als im ersten Band. Besonders auch durch den Konflikt zwischen Cameron und Alex, wo dieser als Trennungsgrund herhalten muss.
Neben Blair scheinen auch Keagon und Cecilia eine größere Wandlung durchzumachen. Leider kann ich hier nicht mehr dazu sagen, ohne zu spoilern.

Schon im ersten Teil habe ich bewundert, wie Judith Pella, eine amerikanische Autorin, so wertfrei erzählen kann. Sie verurteilt hier niemand und rühmt auch keineswegs ihr eigens Volk - im Gegenteil. Schongslos erzählt sie auch von den Verbrechen der Amerikanier im Krieg. Der Krieg verändert alle.

Cover:
Das Cover der sehr alten englischen Ausgabe passt hervorragend zum ersten Band, hinterlässt aber genau denselben schon sehr "angestaubten" Eindruck.

Auch hier zeigt das Cover, dass Blair diesmal im Mittelpunkt des zweiten Romans steht. Man sieht sie im Vorder- und Gary im Hintergrund. Unten wird der Blick noch zu den bombardierten Flecken auf den Philippinen gelenkt.

Fazit:
Auch der zweite Band der Sturmwind-Tetralogie konnte mich begeistern und steht dem ersten Band der Reihe keineswegs nach. Krieg und Glauben stehen hier etwas mehr im Mittelpunkt als bei "Geschrieben im Wind". Es war wieder ein tolles Erlebnis die drei Schwestern zu begleiten und ich freue mich schon auf den dritten Band "Bevor der Morgen dämmert".


Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar !

Die Sturmzeiten Reihe:

Geschrieben im Wind - Judith Pella



    • Taschenbuch: 526 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2017)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868276696
    • ISBN-13: 978-3868276695
    • Originaltitel: Written on the Wind
    • Genre: historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 1 von 4 (Sturmzeiten-Tetralogie)



Francke Kurzbeschreibung:
1941: Keagan Hayes, der mächtigste Zeitungsmogul Kaliforniens, ist ein harter und verbitterter Mann. Was seine drei Töchter auch tun – die Anerkennung ihres dominanten Vaters können sie nicht erreichen. So versucht jede auf ihre Art, mit ihrem Schicksal ins Reine zu kommen.
Blair geht den Weg der Rebellion, Jackie sucht Kraft im Glauben und Cameron flieht in die Karriere. Als ehrgeizige Journalistin schlägt sie sich auf die Seite des schärfsten Konkurrenten ihres Vaters. Er schickt sie als Korrespondentin nach Europa. Für Cameron wird ein Traum wahr.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Sturmzeiten Tetralogie wurde im Mai 2017 vom Francke Verlag neu verlegt und ich finde die neuen Cover sehen richtig toll aus und passen auch sehr gut zusammen.

Im ersten Teil "Geschrieben im Wind" machen wir die Bekanntschaft der Familie des mächtigen Zeitungsmoguls Keagan Hayes, welcher als irischer Einwanderer in die Staaten kam. Er arbeitete sich zur Nummer Eins in Kalifornien hoch, doch trotz seines Erfolges ist er ein verbitterter und herzloser Mann: ein Tyrann. Sein Wunsch nach einem Sohn wurde ihm nie erfüllt und so hat er seinen drei Töchtern einfach Jungennamen gegeben: Cameron, Blair und Jackie. Das Versagen keinen männlichen Erben vorzeigen zu können, lässt er nicht nur seinen Töchtern, sondern auch seiner eher stillen Ehefrau Cecilia spüren, die sich Stärke im Glauben holt.
Die drei Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Cameron, die Älteste, tritt in die Fußstapfen des Vaters und ihre Liebe gehört ebenfalls dem Journalismus. Als ihr Vater ihr immer weniger Anerkennung in der Firma zukommen lässt und ihr Steine in den Weg legt, verlässt sie die väterliche Firma und geht zu Keagans größten Konkurrenten. Dort erhält sie endlich die erhoffte Chance als Auslandskorrespondentin zuerst nach Europa und dann nach Russland zu gehen und direkt von den Kriegsschauplätzen zu berichten. Denn es ist das Jahr 1941 und die Deutschen stehen vor Moskaus Türen....
Blair hingegen möchte Schauspielerin werden und kämpft genauso verbissen für ein bisschen Anerkennung ihres Vaters wie Cameron und Jackie. Dabei gerät sie aber immer tiefer in den Sumpf Hollywoods und die große Schauspielkarriere bleibt aus. Als sie schließlich in einer Bar als Nachtclubsängerin landet und sich ihr Vater ebenfalls von ihr lossagt, verfällt sie immer mehr dem Alkohol...
Jackie ist die Ruhigste der Schwestern und studiert noch. Sie ist sehr gläubig und setzt sich für andere Menschen ein. So hilft sie auch Blair immer wieder aus der Patsche und freundet sich mit ihrem Mitstudenten Sam, einem Amerikaner mit japanischen Wurzeln, an. Wer etwas von der Geschichte Amerikas während des Zweiten Weltkrieges kennt, weiß was diese Freundschaft bedeutet....

Diese Tetralogie hat mich bereits mit dem ersten Band, der in der Zeit von Februar bis Dezember 1941 spielt, "eingefangen". Das Leben der Familie Hayes und diese abgrundtiefe Kälte des Vaters gegenüber seines eigen Fleisch und Blut hat mich zutiefst berührt. "Kotzbrocken" ist noch ein viel zu harmloses Wort für diesen herzlosen Tyrann, der seine Familie nach und nach von sich stößt.
Obwohl die Geschichte von allen Familienmitgliedern erzählt, steht Cameron in diesem Band im Mittelpunkt. Sie ist dem Vater noch am ähnlichsten und leidet doch am allermeisten. Durch die fehlende Anerkennung und Liebe hat auch sie eine Mauer um ihr Herz aufgebaut und geht keine tiefe Beziehung zu Männer ein. Mit ihrem Kollegen Johnny verbindet sie aber eine tiefe Freundschaft. Ihre Liebe zu Russland entstand durch die einzige Zeit, die sie ihrem Vater ein klein bisschen näher gebracht hat, als er selbst in Russland als Journalist tätig war und Cameron ab und zu mitgenommen hat.
Vom Weltkrieg ist zu diesem Zeitpunkt in den Staaten kaum etwas zu bemerken. Das Leben der Amerikaner geht noch den gewohnten Lauf. Nur die Medien rücken die Geschnisse ins Blickfeld, doch der Krieg ist weit weg. Cameron versucht die Lage in Russland ihren Landsmännern zu übermitteln, doch die straffe Zensur macht ihr einen Strich durch die Rechnung....

Blair gibt sich nach außen hin stark und ist doch unheimlich weich. Sie gibt sich für alles die Schuld und als sie endlich glaubt den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, stößt auch sie als Buße den einzigen Menschen von sich, den sie liebt.

Jackie spielt im ersten Teil eine noch kleine Rolle und fällt vorallem als Vermittlerin und ruhigste Schwester auf. Sie spielt noch nach den Regeln des Vaters und scheint auch gegen seine Hartherzigkeit mehr immun zu sein, als ihre beiden Schwestern. Doch auch sie kommt eines Tages an dem Punkt, sich von ihm loszusagen..
 
Judith Pella zeigt in ihrer Geschichte auch unangenehme Seiten der Amerikaner, wie zum Beispiel den Rassismus auf, der auch heute noch ein Thema ist. Die Kriegsschauplätze werden sehr bildhaft beschrieben und auch die Eigenart der Russen und ihre Liebe zum Vaterland wird sehr authentisch erzählt.
Besonders gut hat mir die Pasage gefallen, als Cameron im Krankenhaus Kriegsverletzte aus Russland und Deutschland interviewt, und deutlich wurde, wie wenig sich das eigentlich Fußvolk unterscheidet. Einfache Soldaten, die sich nur nach ihrer Familie sehnen und keinen Sinn im Krieg sehen....egal auf welcher Seite sie stehen. Dieser Teil hat mich sehr berührt.

Schreibstil:
Die Autorin besitzt die Fähigkeit von Beginn an den Leser zu fesseln. Man taucht sehr schnell in diese interessante Familiengeschichte ein, deren über 500 Seiten, die leider sehr klein gedruckt und dicht beschrieben sind, trotzdem schnell gelesen sind. Man mag nämlich das Buch gar nicht mehr zur Seite lesen, sondern möchte einfach wissen, wie es weitergeht. Auch die Beschreibung der Figuren ist Judith Palla großartig gelungen. Vielleicht sind einige auch ein wenig klischeehaft, aber alleine meine Gefühle gegen Keagan Hayes haben mein Blut während des Lesens in Wallung gebracht!

Cover:

Man merkt, dass die Tetralogie schon etwas älter ist.
Bei Goodreads habe ich keines der deutschen Cover gefunden - weder alt noch neu - aber dieses englische/amerikanische Cover aus dem Jahr 2009.

Es sieht jedoch sehr nach Groschenroman aus oder erinnert mich auch stark an ein DVD Cover eines Filmes. Und trotzdem hat diese Geschichte so viele Themen zu bieten, die in dieser Art von Romane nicht vorkommt.


Fazit:
Ein fulminater und interessanter Auftakt einer Tetralogie um Krieg, Hoffnung, Rassismus, Glaube, Familie und Träume, der mich von Beginna an fesseln konnte. Ich bin schon sehr auf die nachfolgenden Bände gespannt und freue mich auf ein Wiedersehen mit Cameron, Blair und Jackie.


Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar !

Die Sturmzeiten Reihe:



 

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