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Der Morgen nach dem Regen - Melanie Levensohn

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 431 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; 1. Edition (9. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458644482
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458644484
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur 

     

Insel Kurzbeschreibung:
Johanna und ihre Tochter Elsa stehen sich schon lange nicht mehr nahe – Elsa hat nie überwunden, dass ihre Mutter früher beruflich viel unterwegs war und wenig Zeit für die Familie hatte. Viele Jahre später erbt Johanna das Haus ihrer Tante Toni am Rhein, wo sie und Elsa herrliche Sommer miteinander verbracht haben. Als Elsa sie dort besucht, stellen sie sich endlich der Vergangenheit – und Johanna offenbart ihrer Tochter ein schwerwiegendes Geheimnis.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dieser Mutter-Tochter-Roman von Melanie Levensohn ist eine einfühlsame Geschichte, die mich bereits bei der Leseprobe mitgerissen hat. Johanna arbeitet für die Vereinten Nationen, wo sie Hilfseinsätze in Krisengebieten koordiniert und plant. Sie liebt ihren Beruf und ist gezwungen, oft wochenlang in diversen Kriegsgebieten zu bleiben, was ihre Ehe und das Verhältnis zu ihrer Tochter zunehmens erschwert.
Nach  einigen Jahren und kurz vor ihrer Rente, erbt sie das Haus ihrer geliebten Tante Toni in Sankt Goar am Rhein. Dort möchte sie sich zurückziehen und später zur Ruhe setzen. Mit dem Häuschen verbindet sie wunderschöne Erinnerungen an ihre Kindheit, ebenso wie ihr Tochter Elsa, die sich bei Großtante Toni immer geborgen und geliebt gefühlt hat. Als Elsa nach einem Burnout ebenfalls in Sankt Goar eintrifft, erweist sich der ungeplante gemeinsame Aufenthalt, der von Schuldzuweisungen und Streitereien geprägt ist, als schwierig. Nur langsam beginnen sich die beiden Frauen anzunähern und sich zu öffnen.

Abwechselnd wird aus der Sicht von Johanna und Elsa erzählt. Dabei gibt es viele Rückblicke in die Vergangenheit. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist seit Jahren zerrüttet. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit zeigt das langsame Auseinanderdriften der Familie sehr deutlich. Während Johanna Familie und Karriere unter einem Hut bringen möchte und daran verzweifelt, dass sie nicht überall hundert Prozent geben kann, fühlt sich ihre Tochter Elsa mit zunehmenden Alter ungeliebt. Ich konnte ihre Verzweiflung und Wut auf ihre Mutter verstehen. Als Kind bringt man kein Verständnis für die pausenlose Abwesenheit der Mutter über längere Zeiträume auf - egal, wie wichtig ihre Arbeit ist. Auch die Ehe von Johanna und Ralph leidet darunter, denn Johanna liebt ihren Beruf und ihre humanitären Einsätze in Kriegsgebieten, die unvorhersehbar lang sein können. Aber auch Elsa wurde als erwachsene Frau zu einem Workaholic und ähnelt ihrer Mutter sehr. Sie ist erfolgreiche Staatsanwältin beim Europäischen Gerichtshof in Den Haag. Umso weniger verwunderlich ist es, dass sie zwar ihre Mutter nie verstehen konnte, aber selbst in ihre Fußstapfen tritt. Keine der beiden Frauen möchte ihre Schwächen und ihre Verletzlichkeit preisgeben, egal wie sehr sie darunter leiden. Missverständnisse und Geheimnisse stehen zwischen den Beiden, bis es zu einem Vorfall kommt, der die beiden Frauen entzweit....

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Einfühlsam und bildhaft werden hier Gefühle transportiert, die mich als Leser mitgerissen haben. Die Charaktere sind authentisch und lebendig dargestellt. Die Figuren entwickeln sich weiter und haben Tiefe.
Die Sprachlosigkeit zwischen Elsa und Johanna und ihre Einsamkeit wird mit sehr viel Empathie erzählt. Man fühlt mit den Frauen mit und empfindet für beide Sympathie, denn Melanie Levensohn zeigt beide Seiten und beide Blickwinkel gekonnt auf. Gefallen hat mir auch Tante Tonis Stimme aus dem Off, die etwas Humor in die Handlung bringt und die Schwere aus der Geschichte genommen hat.

Sehr interessant fand ich die Einblicke in die Arbeit der UN Hilfsorganisation. Dabei fühlt man mit Johanna mit und hofft, dass ihr keine der oftmals sehr gefährlichen Situationen Schaden zufügen.
Ein Thema, welches ich bisher noch in keinem Roman als Handlungsstrang hatte und über das ich sehr gerne gelesen habe.
Das im Klappentext angedeutete schwerwiegende Geheimnis hat mich ebenfallls sehr berührt.

Fazit:
Eine einfühlsame Geschichte über eine Mutter, deren berufliches Leben immer im Vordergrund stand, zu Lasten der Beziehung zu ihrer Tochter. Die langsame Annäherung der beiden wirkt sehr authentisch und man empfindet Verständnis für beide Seiten. Ein sehr gelungener Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle!

Vielen Dank an den Insel Verlag und an vorablesen für das Rezensionsexemplar!

Die Sommer mit ihm - Emma Cowell

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 399 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (20. Mai 2024)
    • Übersetzer: Karin Dufner
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458683410
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458683414
    • Originaltitel: ‎ One Last Letter From Greece



Insel Kurzbeschreibung:
Der kleine griechische Küstenort Methoni mit seinen leuchtenden Farben ist genau das, was Sophia jetzt braucht. Nach dem Tod ihrer Mutter und dem Ende einer langjährigen Beziehung lassen das idyllische Dorf und die warmherzigen Menschen sie aufatmen. Genau wie ihre Mutter früher, die Sommer für Sommer herkam, um zu malen. Doch Sophia ist nicht nur hier, um das türkisblaue Wasser der herrlichen Strände, die Olivenhaine und das lebensfrohe Treiben in den Tavernen zu genießen. Sie ist auf der Suche nach einem Gemälde ihrer Mutter, das hier entstanden, jedoch verschollen ist. Zusammen mit dem geheimnisvollen Theo und ihrer Vermieterin Christina findet sie erste Antworten. Doch mindestens genauso viele neue Fragen tun sich auf – nicht zuletzt: Birgt Methoni auch für sie eine Chance auf Glück und Liebe?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler CHallenge

Meine Meinung:
Nach dem frühen Tod ihrer Mutter Lyndsey und dem Ende ihrer Beziehung bricht für Sophia die Welt zusammen. Im Nachlass der berühmten Malerin findet sie Hinweise auf ein verschollenes Gemälde einer Bildreihe. Um sich von der Trauer abzulenken und mehr über ihre Mutter zu erfahren, die während des Sommers immer wieder in Griechenland war, reist Sophia nach Methoni. Im malerischen Küstenort möchte sie nach dem verschollenen Bild ihrer Mutter suchen und ihre Trauer verarbeiten. Sie trifft dabei auf den Fischer Theo, der sie verarztet, als sie auf einen Seeigel tritt. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine zarte Romanze, die plötzlich ernster wird. Doch auch Theo hat sein Päckchen zu tragen....

Zu Beginn hatte ich kleine Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen, was auch an der Übersetzung liegen könnte. Einige komisch formulierte Sätze haben nämlich meinen Lesefluss etwas gestört. Doch schon bald war ich am Strand von Methoni, genoss köstliche griechische Speisen und war mit Sophia auf der Suche nach dem verschollenen Gemälde und den geheimnisvollen Mann, der darauf abgebildet ist.

Die Autorin macht in ihrem Roman einige Themen auf. Es geht um unerfüllten Kinderwunsch, Trauerbewältigung, gesellschaftliche Normen und eine toxische Beziehung. Es geht um Geheimnisse, Kunst, Freundschaft, Vertrauen und Hoffnung. Für mich waren es manchmal fast zu viele Themen. Der rote Faden des Romans ist trotzdem die Suche nach dem verschollenen Gemälde und dem Geheimnis, welches Sophies Mutter gehütet hat.

Die landschaftlichen Beschreibungen und die griechische Mentalität hat Emma Cowell ganz wunderbar umgesetzt. Ich war schon einige Male in Griechenland und habe großes Fernweh bekommen. Auch kulinarisch kommt man beim Lesen nicht zu kurz.

Die Liebesgeschichte konnte ich zwar fühlen, aber Theo gewann nicht wirklich meine Sympathie. Er war mir zu egoistisch, kam Sophia so überhaupt nicht entgegen und für ihn gab es keinerlei Kompromisse. Das gefiel mir überhaupt nicht. Ein Grund, warum mich die Geschichte nicht so ganz überzeugen konnte.

Cover:

von links nach rechts:
das englischsprachige Original, das dänische und das griechische Cover

Fazit:
Ein Roman, der Fernweh nach Griechenland weckt, aber auch tiefgründige Themen aufgreift. Mir hat ein bisschen etwas für die perfekte Story gefehlt. Für Griechenlandliebhaber aber perfekt geeignet! 


Vielen Dank an den Insel-verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Wo die Asche blüht - Nguyễn Phan Quế Mai

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 443 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; 1. Edition (15. April 2024)
    • Übersetzer: ‎ Claudia Feldmann
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458644210
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458644217
    • Originaltitel: Dust Child
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur


Insel Kurzbeschreibung:
Vietnam, 1969: Die beiden Schwestern Trang und Quỳnh wachsen in einem kleinen Dorf im Mekongdelta auf. Als junge Frauen bestellen sie die Reisfelder ihrer verarmten Eltern, der Vater ist als Invalide aus dem Krieg heimgekehrt. Als eine Freundin ihnen erzählt, in Saigon wäre es für Mädchen wie sie leicht, Arbeit als Barmädchen zu finden, fassen sie den Entschluss, in die Stadt zu gehen. Trang lernt dort einen amerikanischen Soldaten kennen und stürzt sich mitten in den Wirren des Krieges in eine Affäre mit ihm, die nicht ohne Folgen bleibt … Jahrzehnte später kehrt ein amerikanischer Veteran zurück nach Ho-Chi-Minh-Stadt in der Hoffnung, sich von den Schatten der Vergangenheit befreien zu können. Er trifft auf Phong, den Sohn einer Vietnamesin und eines ehemaligen GIs, der in einem Waisenhaus aufwuchs und verzweifelt seine Eltern sucht – kann Phong ihm helfen, seine alte Schuld wiedergutzumachen? 

Meine Bewertung: * * * * *

♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Eigentlich habe ich noch das Vorgängerbuch der Autorin auf meinem SuB liegen, aber bei vorablesen sah ich den neuen Roman von Nguyễn Phan Quế und musste zuschlagen. Da ich schon Punkte für 2 Wunschbücher hatte, habe ich einen Teil meiner Punkte eingelöst und mir "Wo die Asche blüht" geholt. Das war die beste Entscheidung überhaupt, denn dieser Roman ist einfach grandios!
Seit langer Zeit schafft es wieder eine Geschichte bei mir den ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥ zu bekommen und ich kann euch den Roman nur ans Herz legen!

Nguyễn Phan Quế Mai hat sich bereits vor Jahren bei der Forschung zu ihrer Promotion dem Thema "Amerasier" gewidmet. Lange sieben Jahre arbeitete sie an "Wo die Asche blüht" und erzählt aus verschiedenen Erzählsträngen und Zeiten. Im Hintergrund steht immer der Vietnamkrieg, der Kriegseintritt der USA im Jahre 1963 bis zum überstürzten Abzug der US-amerikanischen Truppen zehn Jahre später. Neben all dem Leid, der immer durch einen Krieg entsteht, entsprangen tausende Kinder aus Beziehungen oder Prostitutionsleistungen zwischen vietnamesischen Frauen und amerikanischen Männern. Diesen Kindern widmet sich die Autorin in diesem Roman. 

Die Geschichte wird aus der Sicht von drei verschiedenen Protagonist:innen erzählt. Auf der Rückseite des Buches werden diese vorgestellt:

  • Eine junge Frau, die sich mitten in den Wirren des Vietnamkrieges in einen amerikanischen Soldaten verliebt.
  • Ein Veteran, der Jahrzehnte später seine verlorene Liebe sucht.
  • Ein junger Mann, der nicht weiß, wer seine Eltern sind und wohin er gehört.

Der junge Mann ist Phong, der als Amerasier, in seinem Land geächtet und "Staub des Lebens" genannt wird. Sein Vater war nicht nur Amerikaner, sondern ein schwarzer Amerikaner. Er wurde in einem Waisenhaus abgegeben und sucht nach seinen Eltern. Mittlerweile ist er vierzig Jahre alt und möchte mit seiner Familie nach Amerika auswandern, um seinen Kindern ein besseres Leben bieten zu können. Um endlich nicht mehr ausgegrenzt zu werden, beantragt er ein Visum der Amerasian Homecoming Art. Doch der Antrag wird abgelehnt, denn Phong muss beweisen, dass er Ameriaser ist. Doch wie soll er das anstellen, wenn er seine Eltern doch nicht kennt....

Im Mekong-Delta leben die 18jährige Trang und ihre 16jährigen Schwester Quỳnh in ärmlichen Verhältnissen, nachdem der Vater als Kriegsinvalde nach Hause zurückgekehrt ist und die Khmer ihnen das Haus genommen haben. Es ist 1969 und die Schwestern beschließen, wie ihre ehemalige Schulkameradin und Freundin Han, nach Saigon zu gehen. Sie möchten die Schulden der Eltern abarbeiten. Als sogenannte „Barmädchen“ sollen sie mit den amerikanischen Soldaten Tee trinken und flirten. Bald erkennen Trang und Quỳnh, dass sie ihre Freundin belogen hat....

Dan hat als 20jähriger Soldat in Vietnam gekämpft und noch heute suchen ihn schlimme Alpträume heim. Er entschließt sich nach fast fünfzig Jahren, gemeinsam mit seiner Ehefrau Linda, nach Vietnam zurückzukehren, um sich seinen Schuldgefühlen und Problemen zu stellen. Was Linda nämlich nicht weiß ist, dass er seine vietnamesische Freundin Kim schwanger zurückgelassen hat....

Der Autorin gelingt es, mit ihrem wunderbaren Schreibstil und der nötigen Tiefe für ihre Figuren, die Geschichte der drei Protagonisten so zu verweben, dass man mit allen mitfühlt und sich ihnen nahe fühlt. Sie zeigt keineswegs den erhobenen Zeigefinger, sondern sensibilisiert den Leser für beide Seiten des Krieges. Hier gibt es keine Gewinner, sondern nur Leid. Tief berühren die Schicksale der Menschen und deren, die ganz besonderes Leid erfahren mussten.

Mich hat dieser Roman von Beginn an gefesselt. Man lernt dabei sehr viel über diese Zeit, den furchtbaren Krieg und die Auswirkungen auf Land und Leute  - hinein bis in die heutige Zeit.

Ein wunderschönes Zitat über Bücher habe ich noch für euch:

"Dieselben Bücher zu lesen, erlaubte es Menschen, auf eine gemeinsame Reise zu gehen und sich näherzukommen! - Seite 157

Cover:

von links nach rechts:
die beiden englischsprachigen Cover, das niederländische, das italienische und das kroatische Cover

Fazit:
Eine Geschichte, die berührt und mich absolut gefesselt hat. Ein Thema, welches zum Nachdenken anregt und noch lange nachwirkt. Ein Land, welches viel Leid erfahren musste und eine Autorin, die all diese Themen in einem grandiosen Roman erzählt. Von mir gibt es eine ganz dicke Leseempfehlung! 


 Vielen Dank and den Insel Verlag und an vorablesen für das Rezensionsexemplar!

Wiedersehen in Stockholm - Anna Lönnqvist

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 411 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (12. Februar 2024)
    • Übersetzer: Regine Elsässer
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 345868316X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458683162
    • Originaltitel: ‎ En kväll i Juni
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur

     

Insel Kurzbeschreibung:
An einem bezaubernden Abend in Stockholms Tivoli Gröna Lund lernen sich Ella und Ben kennen und verlieben sich auf den ersten Blick. Am nächsten Morgen steigt Ben zurück in den Zug nach Hause in Nordschweden, aber beide sind sich sicher: Sie sehen sich wieder. Doch die Dinge entwickeln sich anders und plötzlich sind zwölf Jahre vergangen. Ella ist in einer glücklichen Beziehung mit ihrem Jugendfreund Leon und arbeitet als freie Autorin. Sie hat gerade den Auftrag bekommen, die Biografie der legendären Unternehmerin Fredrika Bergh zu schreiben. Da stellt Fredrika ihr einen neuen Kollegen vor: Ben. Sie beschließt, ihn zu ignorieren. Ein lang vergangener Abend wird ihr jetziges Leben nicht verändern. Oder doch? Denn je mehr sie über Fredrikas bewegtes Leben schreibt, desto mehr hinterfragt sie ihr eigenes ... 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nach einem Besuch im Freizeitpark lernt Ella Ben kennen. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und beschließen die nächsten Stunden, bis Bens Zug nach Kiruna in Nordschweden abfährt, gemeinsam zu verbringen. Für Ben und Ella ist es ein ganz besonderes Aufeinandertreffen und sie versprechen sich gegenseitig weiter in Kontakt zu bleiben. Ella gibt Ben ihre Handynummer, hört jedoch nie wieder von ihm.
Zwölf Jahre später treffen die Beiden zufällig bei einer Veranstaltung aufeinander, gehen sich aber aus dem Weg. Ella ist mitterweile mit ihrem Jugendfreund Leon in einer Beziehung und freie Autorin. Ben hat sie jedoch nie vergessen.
Bei der Verlagsparty knüpft sie den Kontakt zu Frederika Bergh. Marielle, die Leiterin des Verlags, plant eine Biografie ihrer Tante Frederika, die über Jahrezehnte ein großes Unternehmen leitete, was in den 70er Jahren nicht alltäglich war. Sie engagiert Ella als Ghostwriterin, nachdem der Funke zwischen den bereits angeheuerten männlichen Autor und Frederika nicht übergesprungen ist. Bei Recherchen und Gesprächen auf Frederikas Anwesen trifft sie immer wieder auf Ben, dessen Mentorin die ehemalige Verlagseigentümerin ist. Langsam fassen die Beiden wieder Vertrauen zueinander und kommen sich näher...

Erzählt wird aus Ellas Sicht in der "Ich-Form". Die Einschübe zu Fredrika aus dem Sommer 1968 sind in der 3. Person verfasst, was die beiden Handlungsstränge deutlich abgrenzt. Die Rückblende zu Fredrikas Leben läuft parallel zu den Entwicklungen, die sich in Ellas Leben ergeben. Bei den Zusammenkünften für die Biografie, lernt Ella Frederika immer besser kennen. Beide Frauen vereint die Eigenschaft, mehr den Wünschen und Vorstellungen anderer zu entsprechen, als ihre eigenen zu verfolgen. Je mehr Ella von Frederikas Vergangenheit erfährt, umso mehr wird ihr bewusst, dass sie ihr eigenes Leben ändern muss.

Ich liebe Geschichten, wo zwei Menschen aufeinandertreffen, sich verlieben und nur für kurze Zeit zusammenbleiben können  - mit der Hoffnung sich wieder zu treffen....in einem Jahr am selben Treffpunkt oder Jahre später. In "Wiedersehen in Stockholm" fehlte mir jedoch dieses ganz spezielle Gefühl, welches ich sonst bei Filmen oder Romanen zu diesem Thema habe. Vielleicht liegt es daran, dass der Roman auf zwei Zeitebenen geschrieben ist, die von unterschiedlichen Charakteren erzählen. Dabei gerät die im Klappentext angeführte "Second Chance" irgendwie ins Hintertreffen. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass der Fokus auf Ben und Ella liegen wird, jedoch steht vielmehr Frederika und der Verlag im Vordergrund und wie Ella durch die Treffen mit der älteren Dame beginnt ihr eigenes Leben zu reflektieren. Das ist zwar interessant und hat mir auch gefallen, aber erwartet hatte ich mir eine etwas andere Geschichte. Die Handlung in der Gegenwart um Ella, Ben und Leon fand ich hingegen etwas oberflächlich und das Ende etwas zu überladen.

Die deutsche Übersetzung fand ich ebenfalls nicht ganz rund. Sprachlich gibt es auch keinen Unterschied zwischen den Sechziger Jahren und der Gegenwart.

Die Geschichte ist nett, aber irgendwie fehlte mir etwas....etwas, dass mich in den Bann zieht oder mir das Gefühl gibt, mich mit den Figuren identifizieren oder mich in sie hineinversetzen zu können. So habe ich den Roman gelesen, mochte den Vergangenheitsstrang ganz gern und auch die Beschreibungen von Stockholm und der Umgebung, aber richtig abholen konnte mich "Wiedersehen in Stockholm" nicht.

Cover:

von links nach rechts:
das Originalcover aus Schweden und rechts das dänische Cover
Das deutschsprachige Cover gefällt mir da um einiges besser, als diese beiden eher kitschigen Cover der skandinavischen Ausgaben.

Fazit:
Ich hatte mir etwas anderes erwartet, denn es handelt sich hier um zwei verschiedene Handlungsstränge und Geschichten und nicht wie vom Klappentext angekündigt, um eine "Second Chance" Story. Diese beiden Handlungsstränge geben der Geschichte zwar mehr Tiefe, aber leider ist die Umsetzung nicht so ganz gelungen. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Vielen Dank an den Insel Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Nur ein einziger Tanz - Hermien Stellmacher

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 268 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; 1. Edition (19. Juni 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458682805
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458682806
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur



Insel Kurzbeschreibung:
Ein rätselhafter Brief wirbelt das Leben von Rike Kehrmann durcheinander. Ein Unbekannter schreibt, er habe jahrelang nach ihrer verstorbenen Mutter gesucht, denn sie sei die Liebe seines Lebens gewesen. In der Hoffnung, mehr zu erfahren, fährt Rike nach Amsterdam, in die Stadt ihrer Kindheit – und lernt dort nicht nur Hendrik Rhee und seine fidele Senioren-WG kennen. Es wird auch eine Reise in ihre eigene Vergangenheit, und sie bleibt nicht ohne Folgen für Rike zukünftiges Leben ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Mitfünfzigerin Rike ist Übersetzerin und hat eben ihr Buchprojekt beendet, als sie ihr Lebensgefährte verlässt, um sich eine "Auszeit" zu gönnen. Ihre Freundin Edina rät ihr Urlaub zu nehmen, um auf andere Gedanken zu kommen. Während Rike Broschüren über die Bretagne wälzt, erreicht sie ein Brief aus Amsterdam. Der ihr unbekannte Absender Hendrik Rhee hat die Todesanzeige ihrer Mutter entdeckt, nach der er jahrelang gesucht hat. Sie sei seine große Liebe gewesen und er würde sich über eine Kontaktaufnahme freuen. Rike ist aufgewühlt, denn sein Name sagt ihr nichts. Nach einem Telefonat mit Hendrik beschließt sie jedoch zu ihm nach Amsterdam zu fahren, obwohl diese Stadt Kindheitserinnerungen erweckt, die sie lieber vergessen möchte.
In Amsterdam angekommen lernt sie den rüstigen 92jährigen Hendrik kennen, der in einer Senioren-WG mit seinen Jugendfreunden Greet und Karel wohnt. Seine "Cisca", wie er Rikes Mutter liebevoll nannte, ist ihm immer gegenwärtig. Und so erfährt Rike Dinge über ihre Mutter, die sie nie für möglich gehalten hätte.
Aber sie kämpft auch mit ihren eigenen Erinnerungen, die sie tief in sich verschlossen hat, wie der plötzliche Umzug von Amsterdam nach Süddeutschland, der für sie und ihre Mutter nicht einfach war. Nach und nach fügt sich Puzzlesteinchen um Puzzlesteinchen zu einem Ganzen zusammen und die Antworten auf Rikes Fragen werden beantwortet. Dabei lernt sie, wie stark die Vergangenheit ihr Leben beeinflusst hat und gewinnt wunderbare neue Freunde...

Wir begleiten Rike auf diese Reise in die Vergangenheit ihrer Mutter und auch in ihre eigene. Diese erzählt die Autorin sehr emotional und mit viel Liebe. Es gibt Höhen und Tiefen, überraschende Wendungen und auch bittersüße Szenen, die aber nicht ins Kitschige abdriften.

Die Figuren sind bis hins zum kleinsten Nebencharakter liebevoll gezeichnet und sind Menschen, wie du und ich. Ich habe mich sofort mit Rike identidfizieren können - nicht nur, weil ich im selben Alter bin.
Auch Amsterdam wird sehr bildhaft beschrieben und wurde vor meinen Augen lebendig.

Im Nachwort erzählt Hermien Stellmacher die Entstehungsgeschichte zu diesem Roman, der auch autobiographisches einschließt.

Fazit:
Ein zauberhafter Roman über verpasste Chancen, der sehr berührt. Das Cover ist zwar schön, aber erweckt eher den Eindruck einer leichteren Geschichte. Hier gibt es jedoch jede Menge Tiefgang und wunderbare Zitate. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Insel Verlag und an Lovelybooks, sowie an die Autorin für die wundervolle Begleitung bei der Leserunde

Die Buchhandlung in der Baker Street - Sarah Jio

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 426 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (17. April 2023)
    • Übersetzer: ‎ Katharina Förs
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458682686
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458682684
    • Originaltitel : ‎ With love from London
    • Genre: Roman, zwei Zeitebenen



Insel Kurzbeschreibung:

Für Valentina geht ein Traum in Erfüllung: Sie erbt überraschend eine Buchhandlung in London. Der Laden in der Baker Street gehörte ihrer Mutter Eloise, die die Familie vor vielen Jahren verlassen und jeglichen Kontakt abgebrochen hatte. In London angekommen entdeckt Valentina in ihren Lieblingsbüchern »Nachrichten« von ihrer Mutter – und diese enthüllen Unglaubliches. Valentina muss sich nicht nur mit sorgsam gehüteten Familiengeheimnissen auseinandersetzen, sondern steht plötzlich vor den vielleicht größten Herausforderungen ihres Lebens, doch sie erhält unerwartete Hilfe …
Ein Roman über zwei starke Frauen, die sich vom Schicksal nicht unterkriegen lassen, über die Kraft der Liebe … und der Bücher. 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung::
Bücher über Bücher oder Buchhandlungen sind immer Wunschlistenkandidaten bei uns Bücherwürmern! Deshalb ist mir "Die Buchhandlung in der Baker Street" von Sarah Jio auch sofort aufgefallen.

Valentina wächst bei ihrem Vater in Seattle auf, nachdem ihre Mutter sie als Zwölfjährige zurückgelassen hat. Sie hat nie eine Erklärung erhalten, warum diese die Familie von einen Tag auf den anderen verließ und hat seitdem keinerlei Kontakt mehr zu ihr. Umso überraschter ist Valentina, als sie nach ihrem Tod deren Buchhandlung in London erbt. Als gelernte Bibliothekarin hat sie die Liebe zu den Büchern von ihrer Mutter Eloise übernommen. Obwohl sie diese zuerst nicht annehmen will, käme ihr nach einer unschönen Scheidung ein Neustart im Leben nicht ungelegen.
Eloise hat für ihre Tochter kurze Nachrichten in Büchern versteckt und für sie eine
Schnitzeljagd vorbereitet, die Valentina ihre Mutter näher bringen soll und erklärt, warum sie ohne ein Wort gegangen ist.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Wir begleiten Valentina im Jahr 2013 bei ihrer "Schnitzeljagd", bei der sie nach und nach mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter Eloise erfährt. Dabei schließt sie Freundschaften rund um die Baker Street und erlebt die wunderbare Zusammengehörigkeit der Nachbarn.
Im Vergangenheitsstrang, der mir dem Jahr 1968 beginnt, lernen wir Eloise als junges mittelloses Mädchen aus East End kennen. Gemeinsam mit ihrer Freudin Millie suchen die beiden nach einem gutsituierten Mann. Eloise lernt den Amerikaner Frank kennen, der sie umgarnt. Doch die große Liebe ist es nicht. Diese kommt erst mit Edward....

Der Buchladen als Kulisse für diesen Roman von Sarah Jio hat mich angesprochen. Die heimelige Atmosphäre im "Book Garden" hinterlässt ein angenehmes Wolhfühlgefühl.
Jedoch ist die Geschichte sehr vorhersehbar, zu sehr konstruiert und viele Entscheidungen konnte ich so gar nicht nachvollziehen. Viele Verhaltensweisen von Eloise sind anfangs noch der Zeit geschuldet, doch warum Eloise auch später nicht über Internet Kontakt zu Valentina aufgenommen hat, kann ich nicht nachvollziehen. Für mich blieb dieser Strang sehr oberflächlich. Erstmals seit langer Zeit fand ich den Part in der Gegenwart interessanter als den Vergangenheitstrang. Das änderte sich jedoch ab der Hälfte des Buches, denn zu viele Zufälle und schnell gelöste Dramen wirkten unglaubwürdig.

Der Schreibstil von Sarah Jio ist allerdings sehr angenehm zu lesen und die bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen des Buchladens und der Liebe zu den Büchern ist absolut gelungen. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, unerfüllte Liebe, Heimat und Zugehörigkeit. Schade, dass sie sehr an der Oberfläche bleibt.

Cover:

von links nach rechts:
das englische Original, dase türkische, niederländische, schwedische, dänische und norwegische Cover

Fazit:
Eine nette, aber vorhersehbare Geschichte, der es leider an Tiefe fehlt. Buchliebhaber, wie wir, kommen aber dennoch auf ihre Kosten, denn die atmosphärische Beschreibung des "Book Gardens" und die Liebe zu den Büchern wird sehr ansprechend erzählt. 

Vielen Dank an Lovelybooks und an den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Affäre Agatha Christie - Nina de Gramont

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 391 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (16. Januar 2023)
    • Übersetzer: ‎ Susanne Hornfeck und Sonja Hauser
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458682562
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458682561
    • Originaltitel : ‎ The Christie Affair
    • Genre: Roman



Insel Kurzbeschreibung:
Agatha Christie ist bereits 1926 eine schillernde, weltbekannte Autorin. Mit ihrem Mann und der kleinen Tochter lebt sie in London, genießt ihren aufkommenden Ruhm, feiert Partys und verbringt die Wochenenden auf exklusiven Landgütern. Als Agatha aus dem Nichts für elf Tage verschwindet, entspannt sich eine Geschichte voller Irrungen, Wirrungen, Täuschungen und Überraschungen, die einzig die geheimnisvolle Nan O‘Dea auflösen kann. Die junge Nan kommt aus einer anderen Welt: Nach einer schmerzvollen Kindheit und Jugend im erzkatholischen Irland während des Ersten Weltkriegs lässt sie ihre Vergangenheit hinter sich und beginnt ein neues Leben in England – und sucht die Nähe zur Familie Christie. Denn Agatha hat etwas, das Nan zutiefst begehrt … 

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wieder eine Rezension, die mir schwer fällt. Es ist nicht einfach dieser Geschichte von Nina de Gramont gerecht zu werden und während ich hier die ersten Zeilen schreibe, bin ich mir noch immer unsicher, wie ich den Roman bewerten werde.

Der Klappentext zum Roman weckt falsche Hoffnungen. Man vermutet eine Story über Agatha Christie und einen geheimnisvollen Einblick in die elf mysteriösen Tage, die sie im Dezember 1926 verschwunden war.
Früh am Morgen des vierten Dezembers hatte man ihren grünen Morris Cowley verlassen am Rand einer Kalkgrube gefunden, nahe dem See Silent Pool. Im Auto lag ihr Führerschein, ein Koffer und ihr Pelzmantel Dies sind die Fakten, die wir alle auf sämtlichen Onlineseiten nachlesen können.
Der Roman beschäftigt sich zwar mit diesen elf Tagen, aber es steht nicht wirklich Agatha Christie im Mittelpunkt, sondern die Geliebte von Archie, die hier Nan O'Dea genannt wird. Aus ihrer Sicht und aus der eines allwissenden Erzählers lesen wir eine fiktive Geschichte rund um diese elf Tage.

Sie beginnt mit dem Ausgangspunkt, dass Archie Agatha zugunsten seiner Geliebten verlassen möchte. Hier erhalten wir nur die Sichtweise von Nan und durch einem allwissenden Erzähler auch diese von anderen Figuren des Romans. Wer diesen Roman lesen möchte, wird einen Teil der Lebensgeschichte von Nan bekommen. Agatha ist nur eine Randfigur und die Zeit ihres Verschwindens ist rein fiktiv....es sind Vermutungen aus der Sicht von Nan. Doch ist sie eine zuverlässige Erzählerin?

Neben dem Erzählstrang, der 1926 spielt, werden immer wieder größere Abschnitte aus der Kindheit und Jugend von Nan O'Dea eingeschoben. Diese sind teilweise sehr spannend erzählt und führen uns nach Irland. Interessant fand ich vorallem ihren Aufenthalt im Magdalenenheim für schwangere Frauen und ledige Mütter. Darüber habe ich schon einiges gelesen und werde demnächst wieder zu einem Roman mit diesem Thema greifen. Hier spielt diese Zeit allerdings nur eine kleine Rolle, hat aber große Auswirkungen auf Nan und ihre große Liebe Finnbar.

Nan tat mir manchmal sehr leid, aber größtenteils war sie mir trotzallem unsympathisch. Sie ist gerissen, setzt sich über alle Menschen hinweg, die ihr nahestehen und zieht ihre Pläne durch - koste es, was es wolle. Nan ist eine Egoistin und versucht nur Vorteile aus ihrem Handeln zu ziehen. Trotzdem gibt es auch Taten, die ich verstehen konnte und musste dieser Frau leise applaudieren. Warum sie ihr Ziel niemals aus den Augen verliert, deckt die Autorin nach und nach auf.
Noch unsympathischer war mir allerdings Archie, Agathas Ehemann. Agatha selbst bleibt sehr blass und wird eher unbedarft dargestellt.
Obwohl die Hauptfiguren eher unsympathisch sind, hat mich das nicht wirklich gestört und hat keinerlei Auswirkungen auf meine Bewertung.

Die Erzählweise hat mir nicht immer gefallen. Die Stränge aus der Sicht von Nan und die aus der Sicht des allwissenden Erzählers wechseln oft plötzlich mitten im Kapitel ohne nennenswerte Kennzeichung. Das hat mich teilweise sehr gestört. Vieles wirkt sehr konstruiert und zu zufällig, wie auch das Ende des Romans.
Der Schreibstil der Autorin ist jedoch angenehm zu lesen und einige ihrer Ideen fand ich richtig gut.

Bevor man zu diesem Buch greift, sollte man wissen, dass hier eine reine fiktive Geschichte rund um die wenigen Fakten, die man von diesen elf Tagen hat, erzählt wird - aber nicht aus der Sicht von Agatha. Sie ist nur Randfigur. Beim Lesen sollte man das immer im Hinterkopf behalten und das Buch nehmen, wie es ist - eine Romanerzählung.

Cover:

 von links nach rechts.
die beiden englischssprachigen Ausgaben, das polnische, tschechische, italienische und rumänische Cover.

Das deutsche Cover, dass vom englischen übernommen wurde, finde ich wunderschön. Auch das ähnlich gehalten rumänische mag ich sehr.

Fazit:
Eine fiktive Geschichte rund um die elf Tage, die Agatha Christie spurlos verschwunden war. Sie steht hier allerdings nicht im Fokus, sondern ist nur eine Randfigur. Eine Erzählung, die damit spekuliert, was in diesen elf Tagen passiert ist, sich aber um die Geliebte von Agathas Mann dreht. Dies sollte man wissen, wenn man zu diesem Roman greift!

 Vielen Dank an den Insel Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Zeit zwischen uns - Marina McCarron

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 472 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (16. Januar 2023)
    • Übersetzer: ‎ Katharina Förs
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458682554
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458682554
    • Originaltitel: The Time Between Us
    • Genre: Historischer Roman, zwei Zeitebenen


Insel Kurzbeschreibung:
Elise wächst in den 1930er Jahren in einem kleinen Dorf in der Normandie auf. Als sie William kennenlernt, einen Freund ihres Bruders, verliebt sie sich Hals über Kopf in den charmanten, gutaussehenden Amerikaner. Aber dann bricht der Krieg aus, und als William als Soldat nach Frankreich zurückkehrt, geschieht das Unfassbare, er kommt am Omaha Beach ums Leben. Hank, sein bester Freund, verspricht, sich um die junge Frau zu kümmern und nimmt sie mit nach Amerika. Elise jedoch kann ihre große Liebe nicht vergessen.
Boston 2009: Lucy beschließt nach dem Tod ihres geliebten Großvaters, bei dem sie aufgewachsen ist, sich allein auf die lang geplante Reise in die Normandie zu machen, die Heimat ihrer Großmutter, die sie nie kennengelernt hat. Dort hofft sie, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden. Und als Lucy nun tief in die Vergangenheit ihrer Familie eintaucht, enthüllt sich die ganze Tragik einer schicksalhaften Geschichte von Liebe und Verlust, die auch ihr Leben dramatisch verändern wird. 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mir fällt die Rezension zu diesem Roman ein bisschen schwer, denn ich hatte mir von "Die Zeit zwischen uns"  eine emotionale und interessante Geschichte erwartet. Dies ist leider nur teilweise eingetroffen. Durch den Klappentext hatte ich eine gewisse Idee, wie der Roman sein könnte, jedoch traf dies überhaupt nicht zu. Das ist einerseits gut, denn somit war die Geschichte nicht vorhersehbar, aber auf der anderen Seite hat mich der Roman wirklich enttäuscht.

Der Vergangenheitsstrang um Elise, die in Esperance in der Normadie lebt, hat mir gut gefallen, auch wenn dieser Teil teilweise sehr melancholisch und deprimierend war.
Der Gegenwartsstrang konnte mich hingegen überhaupt nicht abholen und war meiner Meinung nicht nur unnötig, sondern wurde zudem auch nicht aufgeklärt....etwas was ich überhaupt nicht mag.

1937. Die junge Französin Elise kümmert sich seit dem Tod ihres Vaters um ihre depressive Mutter, die kaum mehr am Leben teilnimmt. Einzig ihre Nachbarn, die eine Bäckerei betreiben, kümmern sich liebevoll um die junge Frau. Als ihr Bruder Philippe, der in Paris studiert, kurz zu Besuch kommt, lernt sie den Amerikaner William kennen. Die Beiden verlieben sich ineinander. Ein intensiver Briefwechsel und einige gestohlene Tage in Paris - mehr bleibt den Verliebten nicht, denn William verliert sein Leben, als er in den Krieg zieht. Das ist kein Spoiler, denn es steht in der Inhaltsangabe und passiert auch gleich zu Beginn des Buches.

2009 fliegt Lucy nach der Trennung von ihrem Freund und dem Tod ihres Großvaters spontan nach Frankreich. Ihr Opa Hank sprach sehr oft von seiner Zeit während des Krieges in Frankreich. Er wollte ihr den Flecken zeigen, wo er ihre Großmutter kennenlernte. Doch dazu kam es nicht mehr. Lucy begibt sich auf Spurensuche...

Der Roman besteht aus drei Teilen und wechselt vorallem im ersten Teil sehr oft zwischen den beiden Zeitsträngen. Erst in den beiden anderen Teilen bekommt man ein besseres Verständnis für die Geschehnisse rund um Elise, Hank und Lucy.
Leider machte mir der Gegenwartsstrang keinen richtigen Spaß. Lucy reist völlig unvorbreitet in die Normandie und auch die Autorin kam mir in manchen Bereichen sehr "blauäugig" vor, was Europa und den Zweiten Weltkrieg betrifft. Selbst bei der Erzählung, wie Lucy durch die Straßen geht und die alten Häuser und die wunderschönen Kirchen beschreibt, erkennt man, dass hier keine Europäerin schreibt. Das wäre nicht schlimm, wenn es nicht auch noch ein paar kleine Recherchefehler geben würde....
Generell liegt es aber vorallem daran, dass ich vom total offenen Ende im Gegenwartsstrang enttäuscht bin. Für mich fühlte er sich im Nachhinein völlig überflüssig an. Der Roman hätte auch als rein historischer Roman ohne Gegenwartsstrang funktioniert und hätte mir viel besser gefallen. Lucy bleibt auch als Hauptfigur blass und ich konnte nicht wirklich eine Verbindung zu ihr herstellen. Leider bleiben auch viele Handlungsstränge oder kleine Andeutungen, die Lucy aufgreifen hätte können, um mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren, völlig offen. Diese verlaufen einfach im Sand...

Der Vergangenheitsstrang rund um Elise, William und Hank hat mir hingegen sehr gut gefallen (darum auch 3 Sterne und nicht weniger). Er ist jedoch sehr melancholisch und zieht einem beim Lesen ziemlich runter. Die dramatischen Geschehnisse vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg sind sehr emotional. Vorallem das Schicksal von Elise ließ mich nicht wirklich kalt. Anfangs tat sie mir sehr leid, jedoch wandelten sich meine Gefühle nach Kriegsende eher in Wut und Unverständnis, denn ich konnte ihr Verhalten einfach nicht verstehen. Zusätzlich war mir der Zeitsprung von 1939 zu 1944 zu groß.

Der Roman ist durchgehend schwermütig und der Schreibstil eher einfach gehalten, wenn auch teilweise sehr bildhaft. Die Figuren blieben im Gegenwartsstrang sehr blass, im Vergangenheitsstrang hingegen hatte ich viele von ihnen vor Augen.

Cover:

Das ist das einzige Cover, dass ich gefunden habe und ist das englischsprachige Originalcover. Mir gefällt der deutsche Bucheinband fast besser, obwohl man hier links Elise oder Lucy am Omaha Beach stehend und in die Ferne blicken ausmachen könnte. Auf dem deutschen Bild sieht man eindeutig eine Frau in Paris vor dem Eiffelturm, wo Elise sich nur kurze Zeit aufhielt.
Zu welchem würdet ihr greifen?

Fazit:
Mich hat die Geschichte leider ziemlich enttäuscht. Der Gegenwartsstrang hatte zu viele lose Enden und es bleibt vieles offen. Der Vergangenheitsstrang konnte mich jedoch größtenteils mitnehmen und deswegen vergebe ich gerade noch 3 Sterne.

Vielen Dank an den Insel Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Eine andere Zeit - Helga Bürster

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; 1. Edition (27. März 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458642854
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458642855
    • Genre: Familienroman, Gegenwartsliteratur



Insel Kurzbeschreibung:
Die Schwestern Enne und Suse wachsen in den 1970ern in einem Dorf in Vorpommern auf, wo es kaum mehr gibt als die Fahrradfähre nach Usedom und das so abgelegen ist, dass Fremde schon einmal befürchten, »über den Rand zu kippen«. Suse ist oft krank und Enne muss zurückstecken, weil die Sorge und Zuwendung der Eltern vor allem Suse gilt, was das Verhältnis der beiden Schwestern nicht ganz einfach macht. Es gibt nur wenige Momente der Nähe zwischen ihnen. Als 1989 Ungarn die Grenzen öffnet, nutzt Suse die Chance und verschwindet in den Westen. Sie lässt nie wieder von sich hören, die Familie rätselt jahrzehntelang darüber, was aus ihr geworden ist. Enne versucht sich in Berlin als Schauspielerin, aber der große Durchbruch bleibt aus und sie geht wieder zurück in ihr Heimatdorf. Dreißig Jahre nach Suses Verschwinden zieht eine geheimnisvolle Frau Pohl bei Enne gegenüber ein und die Gerüchte, wer das sein könnte, schießen ins Kraut …

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir "Luzies Erbe" von Helga Bürster sehr gut gefallen und mich der Klappentext ihres neuen Romanes sehr angesprochen hat, habe ich mich sehr gefreut, dass ich bei der Lovelybooks Leserunde mitlesen durfte.

Helga Bürster erzählt in ihrem neuen Roman eine ruhige Geschichte über eine Familie in Vorpommern, deren Welt sich kurz vor dem Mauerfall für immer verändert. Die Autorin berichtet auf zwei Zeitebenen, die nicht wie üblich voneinander getrennt sind, sondern oftmals unkontrolliert hin und herspringen, was ein konzentriertes Lesen erfordert. Man gewöhnt sich aber schnell daran, während Rückblicke und Erinnerungen der einzelnen Familienmitglieder die Handlung ergänzen.

Wir lernen als Leser die Familie Jendrich mit ihren beiden Töchtern Enne und Suse kennen. Letztere ist ein kränkliches Kind, das alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, während Enne immer zurückstecken muss und eher "mitläuft". Als Suse Jahre später bei einem Urlaub in Ungarn an der österreichischen Grenze plötzlich spurlos verschwinder, bringt dieser Vorfall einen großen Keil und Sprachlosigkeit in die Familie. Dreißig Jahre nach Suses Verschwinden zieht eine geheimnisvolle Frau im Nachbarhaus ein, die kaum jemand zu Gesicht bekommt. Die Gerüchteküche beginnt zu brodeln…

Das zurückgezogene und ruhige Landleben in Pommern wird sehr bildhaft beschrieben. Christine, die Kusine aus dem Westen, die jedes Jahr mit ihrer Mutter in den Sommerferien die Verwandtschaft im Osten besucht, liebt die Gegend. Sie fühlt sich am Land viel wohler, als in der grauen Stadt im Westen, wo sie mit ihrer Mutter in einem seelenlosen Wohnblock wohnt.

Gerne habe ich das Leben der Familie in Ost- und West vor dem Mauerfall begleitet. Die Sprachlosigkeit der einzelnen Familienmitglieder übt eine gewisse Distanz aus und auch die Atmosphäre eher erdrückend. Düsternis und Traurigkeit herrschen vor, aber es scheint auch immer wieder Hoffnung durch. Man spürt deutlich, dass ein Ereignis nicht nur das Leben eines Einzelnen verändert, sondern auch dessen Umkreis.

Die Darstellung der Lebensverhältnisse im geteilten Deutschland wurden von der Autorin sehr eindringlich dargestellt. Dabei verzichtet sie auf Klischees oder Beurteilung.

Leider gibt es auch einen Kritikpunkt, der auch vielen Mitlesern nicht gefallen hat. Das Geheimnis um Suse wird nicht aufgeklärt und bleibt offen. Das finde ich sehr schade, auch wenn es die Fantasie des Lesers anregen soll. Für mich war das Verschwinden von Suse ein sehr wichtiger Punkt im Roman, der den roten Faden bildet.
Durch den Klappentext und der Lektüre von "Luzies Erbe" hatte ich eindeutig mehr erwartet. Trotzdem war der Roman lesenswert.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist schnörkellos und passt zur kargen Gegend in der Nähe der Ostsee. Helga Bürster bleibt dem Leser gegenüber auf Distanz. Trotzdem sind die Beschreibungen des Dorfes und der Landschafts sehr bildhaft. Die plattdeutschen Dialoge geben dem Roman mehr Authentizität und versprühen Lokalkolorit.

Fazit:
"Eine andere Zeit" kommt leider nicht an "Luzies Erbe" heran, hat aber einige Berührungspunkte, die mir gut gefallen haben. Mit dem eher offenen Ende habe ich leider (immer) Schwierigkeiten und deshalb gibt es diesmal 3 Sterne von 5.


Vielen Dank an den Insel Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Neuanfang in Little Cove - Damhnait Monaghan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 377 Seiten
    • Verlag: ‎ Insel Verlag; 1. Edition (14. Februar 2022)
    • Übersetzer: ‎ Monika Köpfer
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458681957
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458681953
    • Originaltitel: ‎ New Girl in Little Cove
    • Genre: Roman


Insel Kurzbeschreibung:
Weil die Französischlehrerin mit dem Priester durchgebrannt ist, sucht Little Cove nun eine neue Lehrkraft. Rachel O’Brien vom Festland bekommt den Job: theoretisch Katholikin (immerhin getauft), theoretisch Lehrerin (immerhin abgeschlossenes Studium). Nach dem Tod ihres Vaters braucht sie dringend einen Neuanfang – und den möglichst weit weg. Dass ihre Schülerinnen kein Französisch lernen wollen, überrascht Rachel nicht. Dass sie deren Englisch kaum versteht, schon. Und doch ist sie fasziniert von der Kultur und Musik der Insel. Mit ihrem Kollegen Doug geht sie zum Fischen und ins örtliche Pub. Während sie sich in Little Cove zunehmend wohler fühlt, kommt sie auch Doug immer näher. Doch der ist vergeben … Als sie einer Schülerin mit einem vermeintlich guten Ratschlag zur Seite steht und damit die sehr katholische Moral einiger Dorfbewohner verletzt, steht ihr neues Leben wieder auf der Kippe. Ist sie zu weit gegangen? Gibt es für sie eine Zukunft in Little Cove – und vielleicht auch mit Doug?

Meine Bewertung: * * uneinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Rachel O'Brien möchte nach der Trennung von ihrem Freund Jake und dem Tod ihres Vaters einen Neuanfang wagen. Die frisch gebackene Lehrerin hat wegen ihrer privaten Turbulenzen verabsäumt sich für eine Stelle als Französisch Lehrerin zu bewerben. Übrig bleibt ein Job in einem kleinen Dorf namens Little Cove in Neufundland. Als Rachel ankommt, muss sie feststellen, dass der Ort aus nur 389 Einwohnern besteht. Privatsphäre ist ein Fremdwort. Zusätzlich gelten in Little Cove sehr strenge moralische Regeln und auch die Religion spielte bei der Jobausschreibung eine große Rolle. Die Dorfbewohner sind der neuen Lehrerin aus der Stadt nicht unbedingt freundlich gesinnt, was Zettelchen mit bösen Zeilen auf ihrem Auto immer wieder unterstreichen. Auch in der Schule läuft es anfangs nicht wirklich gut und bald fällt Rachel die Decke auf dem Kopf. Einzig Doug, ihr Kollege, scheint ihr gut gesinnt zu sein....

Der Roman spielt in den Achziger Jahren, falls sich jemand wundern sollte, dass Handy und Computer in der Geschichte nicht vorkommen ;) Ich finde es erfrischend, endlich wieder einen "Gegenwartsroman" zu lesen, in dem die Sozialen Medien nicht omnipräsent sind.
Der Einstieg hat mir gut gefallen, denn die Autorin hat Little Cove sehr bildhaft beschrieben und seine Einwohner mit vielen Ecken und Kanten ausgestattet. Viele davon sind schon eher schrullig und passen perfekt für einige amüsante Vorkommnisse. Es dauert etwas bis Rachel von den Einwohnern mehr und mehr akzeptiert wird. Sie macht im Laufe der Geschichte eine große Wandlung durch, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Autorin streut viele regionele Traditionen mit ein und legt viel Wert auf die eigene Sprache/Dialekt, sowie auf die neufundländlische Musik. Dieses Lokalkolorit mag ich sehr.
Das war es dann leider auch schon mit der positiven Kritik.

Ich mag zwar keine kitschigen Liebesgeschichten, aber hier konnte ich überhaupt keine romantischen Vibes spüren. Die meiste Zeit fragte ich mich, wo die angekündigte Romantik bleibt und ob der sogenannte "Love Interest" überhaupt einer war. Doug blieb mir völlig fremd und war mir auch nicht unbedingt sympathisch. Für mich wäre der Roman besser gewesen, wenn er als Love Interest gar nicht vorgekommen wäre, denn dann hätte ich nicht laufend über sein Benehmen den Kopf geschüttelt und mich am Ende gefragt, wie man auf diese dämliche Ausrede kommt, die er am Ende benutzt. Wer die Geschichte gelesen hat, weiß was ich meine. Für mich war diese absolut an den Haaren herbeigezogen. Ich lebe selbst in einem kleinen Dorf, aber ich denke so etwas würde hier niemanden einfallen...

Ich habe bereits einige Romane gelesen, die in kleinen Orten spielen. Bisher haben alle eine wunderbare Wohlfühlatmosphäre versprüht (denke da zum Beispiel an Red Wood Love....). In Little Cove würde ich jedoch nach spätestens zwei Tagen reißaus nehmen!
Für mich war "Neuanfang in Little Cove" leider nicht wirklich der erwartete Wohlfühlroman und hatte viele Logikfehler. Sehr schade!

 Cover:


Leider habe ich auf Goodreads nicht einmal das deutschsprachige Buch gefunden und von den Covern auch nur die kanadischen Originalcover, die ihr hier links sehen könnt.
Das Linke finde ich hübsch und passend zur Story. Das deutsche Cover vom Insel Verlag ist ähnlich gestaltet.
Das hellblaue finde ich etwas nichtssagend und ich hätte sicher nicht zum Buch gegriffen, wenn ich es im Buchhandel gesehen hätte.
 

Fazit:
Der Einstieg in die Geschichte fand ich gelungen und auch die bildhafte Szenerie Neufundlands hat die Autorin sehr lebendig dargestellt. Jedoch flachte der Roman immer mehr ab und konnte mich nicht mehr richtig überzeugen. Auch die angebliche Romantik habe ich vergeblich gesucht. Für mich war das eher nichts...

Vielen Dank an den Insel Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

 

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