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Ewig währt der Sturm - Annette Oppenlander


     

    • Taschenbuch: 337 Seiten
    • Verlag: ‎ Annette Oppenlander (9. Dezember 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948100330
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948100339
    • Genre: Historischer Roman


Amazon Kurzbeschreibung:
Ostpreußen, 1944: Das junge Liebespaar Annie und Werner muss sich trennen, als er in Hitlers Volkssturm eingezogen wird. Während die SS Werner befiehlt, die Leichen erfrorener Flüchtlinge von den Straßen Königsbergs zu entfernen, entdeckt Annie, dass sie schwanger ist. Dazu häufen sich die Gerüchte über den Vormarsch der Roten Armee und damit auch die alarmierenden Berichte darüber, was diese mit Mädchen und Frauen macht. Schweren Herzens begeben sich Annie und ihre Mutter im Januar 1945 auf eine lebensgefährliche Reise nach Westen. Noch bevor sie in Pillau mit dem Boot fliehen können, unterläuft Annie ein folgenschwerer Fehler. Werner, der verhaftet und in einem russischen Kriegsgefangenenlager eingesperrt wird, gelingt nach vier Monaten der Grausamkeit die Flucht. Doch die Höfe seiner Eltern und von Annie liegen verlassen da – die Liebe seines Lebens und seine Familie sind verschwunden …
Ostberlin, 1989: Am Abend des 9. November, als sich die Grenzen zwischen Ost- und Westberlin zum ersten Mal seit fast dreißig Jahren öffnen – ein Tag, der schließlich die Wiedervereinigung Deutschlands einläutet –, bemerkt Annie im Westfernsehen einen Korrespondenten, der sie an ihre Jugendliebe Werner erinnert, an den Mann, den sie seit fünfundvierzig Jahren für tot hält. Gemeinsam mit ihrer Tochter Emma begibt sich Annie auf die Suche …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Annette Oppenlander habe ich bereits zwei Romane (Leicht wie meine Seele und Erzwungene Wege) gelesen. Die Autorin widmet sich ganz besonders der Zeit rund um den Zweiten Weltkrieg und gibt uns Einblicke in Themen, über die ich ofmals vorher noch nicht gelesen habe.
Nachdem ich 2021 eher selten zu Büchern mit diesem Thema gegriffen habe, habe ich im Moment gleich drei hier, wobei man auch immer unterscheiden muss, wie das Thema aufbereitet wird.
Annette Oppenlander schreibt oftmals ihre Geschichten aufgrund von wahren Erzählungen von Zeitzeugen, die sie mit historischen Begebenheiten und Fiktion verbindet. Diesmal befinden wir uns in Ostpreußen im Jahre 1944.
Annie und Werner sind seit ihrer Kindheit befreundet. Als aus Freundschaft Liebe wird, wird Werner zum Volkssturm, dem letzten Aufgebot Hitlers, eingezogen.
Was den beiden ab diesen Zeitpunkt passiert, wird in zwei Teilen erzählt. Im ersten Teil erfahren wir, was Annie durchmachen muss: die Vertreibung durch die rote Armee, ihre Flucht und ihre neue Heimat, die nie zu dieser werden wird. Im zweiten Teil begleiten wir Werner, der an die herannahende Front geschickt wird und keinerlei Ausbildung erhält...sogenanntes Kanonenfutter. Er kommt in russische Gefangenschaft, aus der er wiederum fliehen kann.
Im dritten Teil sind wir im November 1989. Der Mauerfall steht bevor und Annie sieht im Westfernsehen einen Mann, der sie an Werner erinnert.....

Obwohl ich schon sehr viele Bücher über die Weltkriege gelesen habe, sind die Geschichten von Annette Oppenlander immer wieder besonders emotional und berührend. Der Schreibstil ist sehr einnehmend, intensiv und fesselnd.
Man ist von der ersten Seite an mitten im Geschehen und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die einzelnen Figuren werden dabei authentisch dargestellt und ich konnte mich mit ihrem Denken und Handeln sehr gut identifizieren. Die Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen wird dabei sehr bildhaft dargestellt und hinterlässt ein Gefühl von Unglauben......Unglauben über diese Gräueltaten und was diese Menschen alles durchmachten mussten.

Fazit:
Wieder ein beeindruckendes Werk von Annette Oppenlander, die uns diese Zeit so unheimlich gut näher bringen kann. Auch dieser Roman beruht wieder auf vielen einzelnen Zeitzeugenberichten und verbindet somit Wahrheit mit Fiktion mit historischen Hintergrund. Eine weitere Geschichte, die unter die Haut geht und die ich gerne weiterempfehle.

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Leicht wie meine Seele - Annette Oppenlander



    • Taschenbuch: 137 Seiten
    • Verlag: Annette Oppenlander (8. Februar 2021)
    • ISBN-10 : 3948100233
    • ISBN-13 : 978-3948100230
    • Genre: Historischer Roman, #gegendasvergessen



Amazon Kurzbeschreibung:
Herten, Oktober 2019: Im Warteraum einer Autowerkstatt sitzt ein älterer Herr neben einer Frau. Sie kommen ins Gespräch … über den Zweiten Weltkrieg, als er ein Jugendlicher war. Er erzählt ihr eine Geschichte, die er noch nie erzählt hat – seine eigene. Bayern, April 1945: Der fünfzehnjährige Artur und seine Klassenkameraden leben seit zwei Jahren in einem KLV-Lager. Weit fort von zu Hause und alliierten Bomben verbringen sie ihre Tage mit Unterricht, Wanderungen und Kriegsspielen. Jeden Moment wird der Krieg vorbei sein – so erzählt man es ihnen – und sie werden endlich heimkehren können, in ein siegreiches Deutschland. Stattdessen marschiert am 30. April 1945 die US-Armee ins Lager. Artur und seine Kameraden werden verhaftet und in das gerade befreite Vernichtungslager Dachau transportiert. Alles, woran sie geglaubt haben, stellt sich als falsch heraus. Sie wurden belogen – nicht nur hat Deutschland den Krieg verloren, Hitler und seine Helfer haben unmenschliche Verbrechen begangen. Aber Gefangene zu sein ist nur der Anfang ihrer Tortur …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
KLV Kinderlandsverschickung...ein Thema, das ich zuerst nur in der Form kannte, dass Stadtkinder zu Familien aufs Land geschickt wurden. Auch meine Großmutter bekam ein Mädchen aus dem deutschen Ruhrgebiet zu uns nach Österreich zugeteilt. In Annette Oppenheimers Roman "Erzwungene Wege" las ich das erste Mal von ganzen Klassen, die in Lager geschickt und für den Krieg vorbereitet wurden. Auch das nannte sich Kinderlandsverschickung.

So ergeht es auch den 13jährigen Artur, der während des Zweiten Weltkrieges mit seinen Klassenkameraden in ein ehemaliges Waisenhaus nach Bayern geschickt wird. Zwei Jahre werden die Burschen sportlich gedrillt und auf den Krieg vorbereitet. Von Zuhause gab es nur selten Briefe und jeder der Burschen litt an Heimweh. Ein Verlassen des Lagers war nicht möglich und die Verköstigung mit der Zeit immer schlechter. Was sich währenddessen in der Welt abspielte, wurde ihnen vorenthalten. Umso überraschter sind sie, als plötzlich die Amerikaner vor der Tür stehen und sie verhaften. Der Krieg ist vorbei, Deutschland hat verloren und die Burschen werden ins KZ Dachau gebracht. Dort werden sie wie Erwachsene und Kriegsverbrecher behandelt. Was er und seine Schulkameraden im Konzentrationslager erleben, als der Krieg eigentlich schon zu Ende ist, erfährt ihr in dieser Novelle.

Die Autorin erzählt diese Geschichte auf Grundlage eines Gesprächs, das ihre Freundin mit einem alten Mann geführt hat. Oppenlander nennt den namenslosen Mann in ihrer Geschichte Artur und reichert diese mit historischen Fakten an. Ich habe die Novelle in einem Rutsch durchgelesen. und unwillkürlich stellt man sich die Frage: Inwieweit rechtfertigt ein Leid das andere? Doch man sollte auch nicht verallgemeinern, denn es gab auf den Seiten der Kriegsverlierer und der Kriegsgewinner gute, wie böse Menschen....wie es generell der Fall ist. Trotzdem lies mich diese Geschichte sprachlos und erschüttert zurück.

Annette Oppenheimer schreibt sehr kurz, sachlich und prägnant, aber intensiv. Es ist schade, dass einige kleine Fragen offen bleiben. Dadurch, dass ihr diese Geschichte erzählt wurde, hat sie die Möglichkeit fiktive Handlungen hinzuzufügen unterlassen.
Mit dieser kurzen Novelle möchte sie die Erinnerungen und den Erzählungen des Mannes, den sie im Roman Artur genannt hat, als ein Stück wahre Zeitgeschichte #gegendasvergessen an die Nachwelt vermitteln. Das ist ihr hiermit wieder sehr intensiv und eindringlich gelungen.
Von mir gibt es vier von fünf Sternen, da ich mir noch etwas mehr zu dieser Geschichte gewünscht hätte: mehr über Gero, Jani oder Otto oder auch mehr über die zwei Jahre, die die Jungs im Lager in Bayern verbracht haben. Wahrscheinlich war es der Autorin nicht möglich sich diese Informationen zu besorgen, trotzdem wäre mir ein Roman statt einer Novelle lieber gewesen. Allerdings ist das auch Jammern auf hohem Niveau. Empfehlen kann ich dieses Büchlein auf jeden Fall für jeden Leser oder jede Leserin, die immer wieder Neues über die Weltkriege durch Lektüren wie diese erfahren wollen. Keine leichte Kost - trotz der nur 137 Seiten!

Fazit:
Ein Stück Zeitgeschichte #gegendasvergessen. Annette Oppenlander hat auch diesmal wieder eine intesive und berührende Geschichte, basierend auf einen Zeitzeugenbericht, erzählt, die trotz der Kürze unter die Haut geht

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und die Begleitung bei der Lovelybooks Leserunde!

Erzwungene Wege - Annette Oppenlander




    • Taschenbuch: 356 Seiten
    • Verlag: Annette Oppenlander (8. April 2020)
    • ISBN-10: 3948100152
    • ISBN-13: 978-3948100155
    • Genre: Historischer Roman, Zweiter Weltkrieg



Amazon Kurzbeschreibung: 
Solingen, 1943: Gerade hat die vierzehnjährige Hilda entdeckt, dass sie ihren Nachbarn Peter liebt, als er ihr freudestrahlend seine Abreise in ein Lager der KLV verkündet. Während Peters Klasse eine verlassene Schule in Pommern bezieht, und bald feststellt, dass die Versprechungen von Strandurlaub und herrlichem Essen nichts als Erfindungen sind, muss Hilda kurz darauf mit ihrer Klasse in ein bayrisches Kloster. Unter den kalten Augen der herrischen Oberin, versucht Hilda das Bettnässen ihrer Freundin zu verstecken und ihr Heimweh unter Kontrolle zu bringen. Unterdessen sieht sich Peter mit dem militärischen Gebaren des pedantischen HJ Lagerführers konfrontiert ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Erzwungene Wege" ist mein erstes Buch von Annette Oppenlander, die sich besonders diesem Genre und dieser Zeit widmet. Die Geschichte beruht teilweise auf Zeitzeugenberichte und erzählt von der damaligen Kindeslandverschickung. Ich muss gestehen, dass ich noch kein Buch zum Thema gelesen habe, außer zwei Romane, wo jüdische Kinder nach Großbritannien verschickt werden. Bei der KLV, über die Annette Oppenländer erzählt, geht es jedoch um deutsche Kinder.

Peter ist einer davon, der im 1943 von Solingen mit der gesamten Klasse nach Pommern verschickt wird. Er freut sich schon auf den Strand und Abende bei Lagerfeuer, doch als die Jungen und ihr Lehrer ankommen, erwartet sie eine verlassene Schule, Hunger und später militärischer Drill.
Auch Hilda, seine Nachbarin und beste Freundin, soll nach Bayern auf Kinderlandverschickung gehen. Hilda möchte aber ihre Mutter nicht alleine lassen, nachdem schon der Vater vor längerer Zeit die Familie verlassen hat und ihr Bruder Paul eingezogen wurde. Doch Hilda und ihre Mutter geben den Drohungen durch den Bürgermeister und der Partei nach. Hilda und ihre Freundin Bine, sowie der Rest der Klasse, müssen daraufhin unter den strengen Augen der Mutter Oberin in einem Kloster arbeiten und bekommen ebenfalls kaum zu essen. Während Hilda versucht ihrer Mitschülerin Tilly zu helfen, die nicht nur von der Oberin, sondern auch von zwei Mädchen besonders gequält wird, spitzt sich die Lage für die Kinder immer mehr zu. Auch bei Peter in Pommern wird der Drill immer strenger und der Hunger immer größer. Das versprochene halbe Jahr vergeht und eine Rückkehr zu ihren Familien nach Solingen erscheint immer unwahrscheinlicher, nachdem die Engländer immer mehr deutsche Städte bombardieren....

Die Autorin beschreibt die Zeit der anfangs noch 14-jährigen Protagonisten sehr eindringlich und lebendig. Viel zu schnell müssen Hilda und Peter, sowie all die Kinder für die die Beiden in dieser Geschichte stehen, erwachsen werden. Wieder einmal war ich entsetzt über die Kälte und Unmschenlichkeit von Nonnen, die eigentlich den Mitmenschen helfen sollen, aber vor Grausamkeit strotzen. Aber auch die Partei und Hitlers Ideen aus den Kindern Kämpfer zu formen, die er als Frischfleisch an die Front schicken kann, sind wie in all diesen Fällen erschreckend zu lesen. Immer wieder wird man mit der Härte und Grausamkeit des Regimes konfrontiert. Aber nicht nur die Hilda und Peter versuchen zu überleben, sondern auch ihre Familien kämpfen ums nackte Überleben. Hunger und Kälte sind allgegenwärtig, genauso wie die kräftezerrenden Bombardierungen. Ich habe mit den Menschen mitgefiebert und gebangt.

Für mich war das Thema Kinderlandverschickung bisher nicht wirklich negativ behaftet. Meine Großmutter hatte ein deutsches Mädchen, deren Mutter an Tuberkulose erkrankt war und die niemand beherbergen wollte, bei uns in Österreich aufgenommen. Sie wuchs mit meiner Mutter auf und die beiden Frauen blieben Freundinnen bis an ihr Lebensende. Für mich war es positiv, dass "Tante Grete" hier auf dem Land in "Sicherheit" war und bei meiner Großmutter Kost und Logie hatte. Die andere Seite der Kinderlandsverschickung kannte ich nicht.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Annette Oppenlander ist sehr einnehmend, fesselnd und intensiv. Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt und zwar von Mai 1943 - Juli 1944, danach von August 1944 - April 1945 und abschließend von April 1945 - Juni 1945.
Es wird abwechselnd aus der Sicht von Peter oder Hilda erzählt. Die Protagonisten sind authentisch und ich habe sie schnell ins Herz geschlossen. Der Plot ist abwechslungsreich und die Autorin konnte mich mit ihrer fesselnden Erzählung überzeugen. Sie hat großartig recherchiert und
Am Ende befindet sich eine Chronik ab 1939 bis 1966, die einen kurzen Einblick in die wichtigsten Ereignisse gibt.

Fazit:
Ein weiteres Stück dunkler Zeitgeschichte, über dass man viel zu wenig weiß. Annette Oppenländers Roman basiert auf Zeitzeugenberichte und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und die ich wärmstens weiterempfehle!

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und die Begleitung der Leserunde!

 

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