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Die Abschaffung des Todes - Andreas Eschbach

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 656 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe; 2. Aufl. 2024 Edition (30. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757700511
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700515
    • Genre: Zukunftsthriller, Dystopie, Near Future Roman

     

Lübbe Kurzbeschreibung:
Drei hochkarätige Unternehmer aus dem Silicon Valley wollen ein zweites 'Manhattan Projekt' ins Leben rufen. Nur ist das Ziel noch ehrgeiziger als damals die Entwicklung der Atombombe: Sie wollen den Tod abschaffen. Der Journalist James Windover entdeckt jedoch, dass die Unternehmer, während sie von Investoren Milliarden sammeln, insgeheim versuchen, einen Schriftsteller zum Schweigen zu bringen - weil sie eine Story fürchten, die er geschrieben hat. Was steht darin, das das Projekt gefährden könnte? James begibt sich auf die Suche nach dem Mann und gerät rasch selbst in tödliche Gefahr ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher von Andreas Eschbach landen fast alle auf meiner Wunschliste. Auch "Die Abschaffung des Todes" ist so ein Kandidat, denn Dystopien und Gedankenspiele über das ewige Leben sind mega interessant. Bei Maxim Leos "Wir werden jung sein" bleibt man ewig jung, bei Andreas Eschbach soll unser Bewusstsein weiterleben, welches uns als Menschen ausmacht.

Als Ich-Erzähler begleiten wir den Journalisten James Henry Windover. Seine Zeitung, The Windover View, ist keine gewöhnliche, sondern hat nur 49 Abonnenten und kostet eine Million im Jahr. Der Stützpunkt befindet sich in Amsterdam. Das Außergewöhnliche daran ist, dass die Berichterstattung objektiv und keinen Meinungsjournalismus enthalten darf. Keine Propaganda, sondern die pure Wahreheit. Ein Team aus Experten weltweit steht so in Diensten der Superreichen, um ihnen die Basis für ihre geschäftlichen Entscheidungen zu liefern und James ist einer der beiden Inhaber. 

Mitbegründerin der Zeitung ist Anahit Kevorkian, eine querschnittgelähmte Milliardärin, die in London lebt. Sie bittet James an ihrer Stelle zum Investorentreffen der Firma Youvatar zu erscheinen und herauszufinden, welches sensationelle Projekt die Firma vor hat, zu dem ebenfalls nur die Superreichsten ins Silicon Valley eingeladen wurden. Sie erhofft sich eine neue Erfindung, die sie von ihrer Querschnittlähmung befreit.

Die erste Hälfte des Buches dreht sich hauptsächlich um Gehirnforschung, Nanotechnologie und das Bewusstsein. Es überwiegen wissenschaftliche Erklärungen von Neuronen, Synapsen etc. gepaart mit Hightech. Eschbach erklärt aber alles so verständlich, dass sogar ich als völliger Laie mitkomme und verstehe, was Sache ist. Das Thema selbst ist nicht unbedingt neu, aber wird von Andreas Eschbach intensiv und anders umgesetzt.
Vorallem hält er uns als Gesellschaft einen Spiegel vor und zeigt auf, wie sehr die Medien und die Wirtschaft unser Leben bestimmt. Eschbach macht sich Gedanken über den Tod, dem ewigen Leben oder der Wiedergeburt. Jede Religion hat dazu ihre eigenen Anschauungen. Dem gegenüber steht die Wissenschaft und die Gehirnforschung, die religiösen Gedanken keinen Raum lässt. Man beginnt selbst zu reflektieren und überlegt, ob man ewig leben möchte.
Das war großteils spannend, hatte aber auch ein paar Längen. Eschbach erzählt sehr detailliert aus der Sicht von James Windover und beschreibt sämliche täglichen Abläufe mit großer Detailverliebtheit.

Doch in der zweiten Hälfte des Buches ändert sich der Stil und die Handlung gravierend. Manchmal kam ich mir vor, wie bei einem James Bond Film, denn James Windover kommt den Unternehmern auf die Spur. Ein Thriller-Autor hat sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und dürfte in seinem Manuskript, welches von einem der Unternehmer aufgekauft wurde, zu einem Schluss gekommen sein, der dem Projekt im Wege steht. Doch wer ist dieser Schriftsteller und was hat er damals in seinem Manuskript geschrieben, das ihm das Leben kosten könnte?

Es kommt zu Verfolgungsjagden per Bahn, Auto und Flugzeug, die quer durch Europa führen. Dabei sind Windover und der gefundene Autor den Verfolgern immer nur knapp voraus. Hier passt das Wörtchen "Thriller", welches vorne am Cover zu sehen ist. Trotzdem war es für mich nicht wirklich einer, aber ein sehr interessantes Gedankenspiel über die geplante Abschaffung des Todes.

Fazit:
Andreas Eschbach schafft es immer wieder neue Denkansätze zu schaffen und den Leser zum Nachdenken zu bringen. Philosophisch, interessant und unterhaltsam, aber auch teilweise erschreckend. 

Vielen Dank an die Bloggerjury und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!


Freiheitsgeld - Andreas Eschbach

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe; 2. Aufl. 2022 Edition (26. August 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3785728123
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3785728123
    • Genre: Dystopie, Zukunftsthriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Europa in nicht allzu ferner Zukunft. Die Digitalisierung ist weit fortgeschritten, Maschinen erledigen die meiste Arbeit, während ein bedingungsloses Grundeinkommen, das sogenannte "Freiheitsgeld", dafür sorgt, dass jeder ein menschenwürdiges Leben führen kann. Als der Politiker, der das Freiheitsgeld eingeführt hat, tot aufgefunden wird, wirkt es zunächst wie ein Selbstmord. Doch dann wird der Journalist ermordet, der einst als sein größter Gegenspieler galt. Ahmad Müller, ein junger Polizist, ist in die Ermittlungen um beide Fälle involviert - und sieht sich mit übermächtigen Kräften konfrontiert, die im Geheimen operieren und vor nichts zurückschrecken, um eine Aufklärung zu vereiteln.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wir schreiben das Jahr 2064. Nach der großen Krise bestimmen größtenteils Roboter die Arbeitswelt. Die Menschen müssen nicht mehr zwingend arbeiten, sondern erhalten ein Grundeinkommen, das sogenannte Freiheitsgeld. Damit kommt man über die Runden. Wer trotzdem arbeiten möchte, unterstützt mit deutlich höheren Steuerabgaben diese Grundsicherung in der gesamten EU.
Um das Klima zu schützen wurden große Naturschutzzonen eingerichtet, die die Menschen nicht betreten dürfen. Die ehemaligen Ansiedlungen wurden teilweise zerstört und die Bewohner umgesiedelt. In eigenen Ballungszentren sind die "normalen" Bürger angesiedelt. Sie sind zwar grundgesichert, leben aber einfach und bescheiden. Die Oberschicht lebt hingegen in der sogenannten "Oase", ein luxuriöses Viertel, das vollkommen abgesichert und in weitere Zonen aufgeteilt ist.
Neu zugezogen sind Valentin, der seinen Job als Fitnesstrainer beginnt und seine Frau Lina, die jedoch Zone A, in der ihr Mann arbeitet, nicht betreten darf. Beide lassen sich blenden vom Luxus und sind naiv und gutgläubig. Noch wissen sie nicht, dass alles seinen Preis hat. Neben Valentin und Lina lernen wir noch Ahmad Müller kennen, der bei der Steuerpolizei arbeitet. Er träumt davon zur Kripo zu wechseln. Seine Freundin Franka ist Handwerkerin mit Leib und Seele. Beide Charaktere sind sympathisch und hinterfragen so einiges am System. Das Ehepaar Kilian und Therese spielt ebenfalls eine große Rolle in der Geschichte.
Eschbach wechselt mit eher kurzen Kapiteln zwischen den Protagonisten und Schauplätzen hin- und her. Als Leser fragt man sich zu Beginn wie diese vielen Figuren zusammenhängen. Doch umso mehr man über diese Menschen erfährt, umso besser lernt man sie und ihre Lebensumstände kennen und verstehen.

Kurz vor dem 30. Jahrestages der Einführung des Freiheitsgeldes wird Altpolitiker, Robert Havelok, tot aufgefunden. Er war derjenige, dem Deutschland und die EU diese Grundsicherung zu verdanken hat. Fast gleichzeitig wird der Journalist ermordet aufgefunden, der einst als sein größter Gegenspieler galt. Ahmed Müller ist es gelungen bei der Kripo Fuß zu fassen und bekommt beide Todesfälle auf den Tisch, wobei der des Politikers zuerst als Selbstmord gilt. Der Fall weitet sich immer mehr aus und Ahmed taucht ein in die kriminellen Machenschaften derer, die ihr eigenes Süppchen kochen....

Andreas Eschbach erzählt von einer Zukunftsversion, die nicht allzu weit entfernt scheint. Dabei zeigt er die beiden Seiten des Freiheitsgeldes auf und lässt uns selbst Gedanken dazu machen. Einige Jobs, wie Krankenpfleger oder Arzt sind sehr gut bezahlt; Handwerker trotz Roboter gesucht, aber viele andere Jobs unterbezahlt, sodass sich oft ein Zusatzverdienst zur Grundsicherung nicht bezahlt macht.
Eschbachs innovativen Ideen finde ich sehr interessant und auch teilweise besorgniserregend. Wie zum Beispiel die fortgeschrittene Digitalisierung. Die Überwachung ist lückenlos, denn Kameras gibt es überall und die Menschen tragen sogenannte Pods, ähnlich wie ein Handy, auf dem alles gespeichert ist. Dieser ist nicht nur Zahlungsmittel, wie wir es auch schon heute kennen, sondern darin verbirgt sich die komplette Identität seines jeweiligen Besitzers. Dieses Szenario weckt bei mir eher Besorgnis, denn so weit davon entfernt sind wir nicht. Als ich im Sommer in Schweden war, mochte ich schon die Vorstellung nicht, kein Bargeld zu verwenden, sondern selbst ein Eis oder eine Ansichtskarte mit der Kreditkarte, die auf meinem Handy gespeichert ist, zu bezahlen. Nicht mal ein U-Bahn Ticket bekommt man ohne Handy! Jeder Schritt und jeder Einkauf wird somit überwacht.
Originell fand ich hingegen die Idee ein Haus oder Möbel zu bauen, das aus dem 3-D Drucker kommt.

Mir hat diese Dystopie von Andreas Eschbach sehr gut gefallen. Die eher durchwachsenen Kritiken auf diversen Plattformen kann ich nicht ganz verstehen, obwohl auch ich das Ende ein bisschen bemängeln muss. Es kommt im Vergleich zur Geschichte, die mehr 500 Seiten hat, etwas zu schnell.

Fazit:
Ein interessanter Ausblick in die Zukunft mit all seinen Facetten, der dem Leser viele Denkansätze gibt. Eschbach hat mit seiner versteckten Gesellschaftskritik wieder einen Volltreffer gelandet. "Freiheitsgeld" regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und ich empfehle es gerne weiter!

Vielen Dank an die Bloggerjury von Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Todesengel - Andreas Eschbach


    • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: Aufl. 2013 (20. September 2013)
    • ISBN-10: 3785724810
    • ISBN-13: 978-3785724811
    • Genre: Thriller

link zur Bestellung bei Bastei Lübbe

Amazon Kurzbeschreibung:
Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat? Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich - er kann es beweisen. Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf -

Meine Bewertung:* * * * *

Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge

Buch zur Chaos Challenge AGAIN

Buch zur Wir lesen dicke Dinger Challenge

Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch des Autoren Andreas Eschbach und so möchte ich anfangs gleich betonen, dass ich keine Vergleichsmöglichkeiten zu seinen anderen Werken habe, der Thriller mich jedoch von Anfang an richtiggehend gefeselt hat.

Ich hatte mich bei Blogg dein Buch für die Weihnachtsaktion "Schönstes Buch zu Weihnachten" beworben und diesen Thriller ausgewählt, weil 
  1. die Geschichte ein sehr interessantes Thema beinhaltet,
  2. Thriller mein allerliebstes Genre ist
  3. ich bis jetzt sehr gute Rezensionen dazu gelesen hatte.
Besonders die Thematik machte mich wirklich neugierig. Ist Selbstjustiz wirklich der richtige Weg? Ich muss zugeben, dass ich bei der Lektüre wirklich sehr oft am Überlegen war. Hier werden Sachverhalte aufgezeigt, die einem wirklich an unserer Justiz zweifeln lassen. Und ich kann euch versprechen, dass diese Geschichte noch sehr lange in euren Köpfen herumschwirren wird!

Eschbach versucht in seinem Roman die heutige Gesetzeslage zu durchleuchten. Und obwohl ich aus Österreich komme, ist es in unserem kleinen Land nicht anders als im großen Deutschland. Die Gewalt - besonders unter Jugendlichen -  nimmt zu, oftmals werden die Opfer als eigentliche Schuldige dargestellt, die wahren Täter bekommen minimale Strafen. So beginnt auch "Todesengel". Der Pensionist Erich Sassbeck, der auf seine U-Bahn  wartet, beobachte zwei Jugendliche, die mutwillig auf eine Sitzbank eintreten und spricht diese an. Daraufhin gelten die Tritte nicht mehr der Bank, sondern ihm. Kurz bevor er das Bewusstsein verliert, sieht er aufeinmal eine helle Erscheinung - einen Engel - hört Pistolenschüsse und sieht zwei tote Angreifer. Als er erwacht, liegt er im Krankenhaus und ein Polizeibeamter sitzt neben seinem Bett, der ihn - ein ehemaliger DDR-Grenzsoldat - verdächtigt die beiden Jugendlichen erschossen zu haben.
Diese Geschichte wird natürlich auch in den Medien breitgetreten, während Erich Sassbeck das Erscheinen des Engels zuerst aber totschweigt und er verdächtigt wird Selbstjzstiz angewendet zu haben. Erst der erfolglose Journalist Ingo Praise findet Beweise, dass ein "Todesengel" durch Berlin streift um Gewalttäter gnadenlos zu richten. Mit seiner Behauptung tritt Prase eine Lawine los....

Neben dem Hauptprotagonisten Ingo Praise lernt der Leser anfangs auch die Krankenschwester Theresa Diwers und die Übersetzein Victoria Damm kennen, deren Rolle zu Beginn noch offen bleibt. Auch der Priester Peter Donsbach, sowie der Staatsanwalt Lorenz Ortheil und der ermittelnde Hauptkommisar Justus Ambick spielen hier eine große Rolle und erst nach und nach erschließt sich dem Leser der eigentliche Zusammenhang der Figuren.

Das allgegenwärtige Thema ist jedoch die Gewalt und die oftmalige Unfähigkeit des Staates richtig zu urteilen. Während man anfangs selbst gerne unter den "Rächern" sein möchte, kommt später doch auch mehr der Zweifel hoch, ob Selbstjustiz wirklich Sinn macht. Eschbach baut viele wahre Begebenheiten, Urteile und Gesetzgebungen ein; man ist erschüttert und fassungslos. Der Autor setzt eine klare Ansage gegen gesellschaftliches Wegschauen und juristische Milde. Und trotzdem finde ich den Schluss dann doch etwas zu aufgesetzt, denn der Roman endet mit dem erhobenen Zeigefinger.
Trotzdem vergeb ich 5 Sterne, denn schon lange hat mich kein Thriller mehr so bewegt und zum Nachdenken gebracht!

Cover:
Der blaue Fleck hinter dem Schattenbild einer eher männlichen Figur erinnert mich an diese "Klatschbilder", die oft bei Psychologen zur Deutung verwendet werden ;) Die hellere Figur im Vordergrund passt gut zur Beschreibung des Todesengels.

Schreibstil:
Alle Personen - mit Ausnahme des Racheengels, der in der 1. Person dargestellt wird - wird in der 3. Person beschrieben. Der Aufbau ist rasant, spannend und der Autor schreibt klar und flüssig. Die vielen verschiedenen Erzählstränge werden gekonnt verknüpft und bis zum spannenden Ende hin aufgelöst.

Fazit:
Ein etwas anderer Thriller, der mich gefesselt und der mich auch nach dem zuklappen der letzten Seite noch sehr lange beschäftigt hat! Die Thematik des Buches ist gegenwärtig und brisant! Trotz des etwas abgeschwachten Endes gibt es von mir eine klare Leseempfehlung!


Für die Bereitstellung des Rezensionsexamplares möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei:

http://www.luebbe.de/
http://www.bloggdeinbuch.de/
und dem Verlag
 

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