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Blütenweiße Träume - Die Persil-Saga - Charlotte Jacobi

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag : ‎ Piper Taschenbuch; 2. Edition (28. März 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3492320317
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492320313
    • Genre: Historischer Roman 

     

Piper Kurzbeschreibung:
Berlin, 1922: Die junge Fotografin Lotte arbeitet an einem Projekt, das ihr besonders am Herzen liegt. Schon als Kind sah sie, wie sich ihre Oma beim Wäschewaschen abmühte. 1907 machte ihr Patenonkel Hugo Henkel dann eine bahnbrechende Entdeckung: »Persil« war das erste Waschmittel, das ohne Schrubben reinigt. Nun möchte Lotte alles für den Erfolg »ihres« Persil tun. In der faszinierenden Welt der Reklame erhält sie die Chance, bei der Schaffung einer Werbe-Ikone dabei zu sein: der weißen Dame. Dafür muss sie mit einem Künstler arbeiten, der für Furore sorgt – und Lottes Leben durcheinanderwirbelt.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Hinter dem Pseudonym Charlotte Jacobi stecken Eva-Maria Bast und Jørn Precht, die bereits gemeinsam die Reihe rund um die Douglas-Schwestern geschrieben haben. Davon habe ich den ersten Band gelesen, der für mich eigentlich abgeschlossen war und ich die Trilogie nicht fortgesetzt habe. Auch bei der Reihe rund um die Villa am Elbstrand habe ich nur den ersten Band gelesen....das hätte mir eigentlich schon alles sagen müssen, obwohl ich beide Bücher mochte und mit vier Sterne bewertet habe. Vorallem der erste Band der Douglas Schwestern war sehr interessant - wie gesagt, aber für mich abgeschlossen und ich brauchte keine weiteren Fortsetzungen, denn rund um das Unternehmen Douglas und der Eröffung ihrer ersten Parfümerie war alles gesagt.
Trotzdem interessierte mich auch die Geschichte um die großartige Erfindung der Familie Henkel um ein Waschpulver, welches wir heute noch benutzen und das jeder kennt: Persil.

Lotte wächst mit ihrem Vater bei ihrer Großmutter auf. Ihr Vater ist Chemiker bei der Firma Henkel, ihr Patenonkel ist Hugo Henkel, der 1907 eine bahnbrechende Entdeckung macht. Sein Waschmittel reinigt ohne zu schrubben. Damals war Wäsche waschen eine sehr mühsame Angelegenheit und mit Hilfe dieser neuen Entdeckung gab es einige Erleichterungen für uns Frauen.
Doch dann beginnt der Erste Weltkrieg und die Mittel zur Herstellung werden immer knapper....
Nach Kriegsende unterstützt Lotte, die bereits erwachsen ist, ihre Tante Emmy bei der Werbung für die Waschmittel aus dem Hause Henkel. Als Fotografin hat sie viele tolle Ideen und ist dabei, als "Die weiße Dame" zur Personifiaktion des Waschmittels wird. Sie ist ab diesen Zeitpunkt die Verkörperung von Persil - bis heute.

Nach dem kleinen und amüsanten Epilog, der uns mit Lotte als kleines Mädchen bekannt macht, waren die folgenden Seiten sehr anstrengend zu lesen. Ich hatte das Gefühl einen Wikipedia Eintrag vorgesetzt zu bekommen, der Fakten von chemischen Zusammensetzungen und Erklärungen über diverse Handgriffe beschreibt. Ich war schon am Überlegen das Buch abzubrechen und zurück in die Bücherei zu bringen. Ich habe dann aber weiter gelesen und eine interessante Story über die Entdeckung und den beginnenden Erfolg von "Persil" bekommen.

Das Autoren-Duo hat Fiktion und Wirklichkeit sehr gut miteinander verwoben. Nach dem steifen Einstieg wurde die Geschichte runder und zunehmend spannender. Der Schreibstil ist allerdings teilweise zu modern für die damalige Zeit, der Zeitgeist aber gut eingefangen.
Die historisch belegten und die fiktiven Charaktere sind lebendig dargestellt, wenn auch oftmals zu wenig facettenreich. 

Trotz meiner Kritikpunkte war es interessant zu lesen, wie es zur Entdeckung von Persil und zum Aufstieg der Firma Henkel kam. Ich denke, mir wird aber wieder der erste Band dieser Trilogie genügen, wie schon bei den anderen Reihen von Charlotte Jacobi.

Fazit:
Die Geschichte über die Entstehung und den damals bereits interessanten Werbemaßnahmen eines Produktes, welches uns schon unser Leben lang begleitet, fand ich sehr informativ. Die Umsetzung war mir manchmal jedoch etwas zu einseitig und zu platt.


Die Douglas Schwestern - Charlotte Jacobi

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 464 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch; 4. Edition (30. November 2020)
    • ISBN-10 : 3492316476
    • ISBN-13 : 978-3492316477
    • Genre: Historischer Roman, biografischer Roman



PIPER Kurzbeschreibung:
Wunderschöne Flakons und betörende Düfte! Schon als kleines Mädchen ist Maria Carstens fasziniert von den Parfüms der feinen Hamburger Damen. Und so versprechen sie und ihre Schwester Anna sich, eines Tages ihre eigene Parfümerie zu eröffnen. Doch während der Vater die beiden tatkräftig unterstützt, sabotiert die ängstliche Mutter das Vorhaben ihrer Töchter. Als sich ihr Traum schließlich erfüllt und sie 1910 am Neuen Wall mit der Parfümerie »Douglas« eine Welt der Düfte erschaffen, fängt das Abenteuer erst an!

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Das Autoren-Duo Eva-Maria Bast und Jørn Precht, die unter dem Pseudonym Charlotte Jacobi schreiben, haben sich der Geschichte rund um die Parfümerei Douglas, der größten Parfümerie-Kette Europas, angenommen. Daraus ist eine mehr oder weniger spannende Geschichte entstanden, die sich interessanten Themen widmet: Der Welt der Düfte und Frauen, die nach der Jahrhundertwende nach Unabhängigkeit streben - Pionierinnen der damaligen Zeit.

Die Geschichte des Unternehmens Douglas, bis hin zur Eröffnung der Parfümerie am Neuen Wall im Herzen Hamburgs, ist hervorragend erzählt. Über die Schwestern Carsten selbst ist allerdings sehr wenig bekannt. Die wenigen historischen Fakten haben die Autoren nach längerer Recherche in Hamburg und Paris deswegen mit einer fiktiven Geschichte verwoben.
Der Roman spielt von 1909 bis 1920 in Hamburg. Marie Carstens ist schon als Kind verzaubert von der Welt der Düfte. Ihr Traum ist es später ein ein eigens Geschäft gemeinsam mit ihrer Schwester Anna zu gründen. Das damalige Frauenbild und die damit verbundenen Schwierigeiten der Carstens Schwestern diesen Traum zu erfüllen, wurde sehr authentisch beschrieben. In einer zeit, wo Frauen nur Beiwerk eines Mannes sind und noch keinerlei Rechte haben, war es für Marie und Anna alles andere als leicht sich zu behaupten. Eine große Hilfe war ihnen Beate Kolbe, die sich mit den Schwestern zusammen getan hat und auch den Namen Douglas

beisteuerte.
Sehr schnell taucht man in die Welt der Düfte ein und verfolgt wie Maries und Annas Traum wahr wird. Dabei werden den beiden Frauen allerlei Hürden in den Weg gelegt, schließlich sind nur Männer Geschäftsmänner.
Wir begleiten Marie nach Grasse in Frankreich, wo sie die  Grundlagen der Parfümherstellung kennenlernt. In der berühmten Stadt der Düfte oder bei der Weltausstellung in Brüssel trifft sie einige historische Persönlichkeiten, wie Coco Chanel oder Helena Rubinstein. Auch die Zarenfamilien oder Gertrude Stein spielen eine Rolle und geben der Geschichte einen zusätzlichen Reiz.

© PR  auf dem Foto: Anna und Marie Carstens
Die Charaktere sind facettenreich und lebendig gezeichnet. Sie entwickeln sich im Laufe des Romans weiter. Marie ist eine selbstbewusste und impulsive Frau, während ihre jümngere Schwester Anna eher zurückhaltend ist, aber oftmals die richtigen Entscheidungen trifft. 

Ein bisschen wehmütig wird mir, wenn ich daran denke, dass die beiden Schwestern im wahren Leben kein Liebesglück finden konnten. Dafür ist die Parfümerie Douglas auch noch 100 Jahre später eine der führenden Marken der Welt.

Schreibstil:
Der Schreibstil des Autorenduos ist sehr lebendig, flüssig und bildhaft. Die Charaktere sind allesamt bis hin zu den kleinsten Nebenfiguren sehr lebendig und authentisch beschrieben.
Die Hansestadt Hamburg hatte ich sehr bildhaft vor Augen. Obwohl der Roman vor hundert Jahren spielt, habe ich einige Plätze wiedererkannt, die ich vor fast 2 Jahren besucht habe.

Im Nachwort erklären die Autoren, was ihren Ideenreichtum entsprungen und was historisch belegt ist. Ein sehr interessanter Nachtrag, der mich noch weiter mit der Parfümerie Douglas beschäftigt hat.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Roman über die Gründungsgeschichte der Parfümerei Douglas. Das Autorenduo hat dabei fiktive Geschichten mit historischen Begebenheiten vermischt und daraus eine spannende, leicht zu lesende Lektüre geschrieben, bei der man den Duft von  Parfüm in der Nase hat.


Die Villa am Elbstrand - Charlotte Jacobi



    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (2. November 2018)
    • ISBN-10: 3492313515
    • ISBN-13: 978-3492313513
    • Genre: Historischer Roman, Familiensaga
    • Reihe: ja - Band 1 der Elbstrand Saga



PIPER Kurzbeschreibung:
1912 rettet die Bauerstochter Sofie Brix die reiche Reederei-Erbin Anna Nieland aus einem brennenden Hotel. Zwei Jahre später darf Sofie als Gesellschafterin in die Hamburger Familienvilla ziehen. Obwohl sie nicht bei allen Familienmitgliedern und Angestellten willkommen ist, erfüllt sich für Sofie ein Traum – insbesondere, da der attraktive Bruder Annas ein Auge auf sie geworfen hat. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wird Sofies Leben jedoch ein weiteres Mal auf den Kopf gestellt: Als Krankenschwester muss sie auf einem Lazarettschiff über sich hinauswachsen und für ihre Träume kämpfen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Sofie kommt aus einfachen Verhältnissen. Sie ist die Tochter eines Melkers und hat gerade ihre Lieferung im Glücksburger Strandhotel abgegeben, als im Obergeschoß  des Hotels ein Feuer ausbricht. Anna, die Tochter eines Hamburger Reeders, ist im Feuer eingeschlossen und Sofie rettet ihr durch einen furchtlosen Einsatz ihr Leben. Als Dank wird ihr ein Job als Annas Gesellschafterin in der Villa der Reederfamilie Nieland angeboten, den Sofie annimmt. Anfangs ist es für das Mädchen vom Land nicht leicht sich in der angesehenen Familie der Nielands, als auch in der Großstadt zu behaupten, jedoch sind bald alle von ihrer freundlichen und hilfsbereiten Art eingenommen. Zwischen Anna und Sofie entwickelt sich schnell eine enge Freundschaft, die in den kommenden Jahren vom Kriegsausbruch überschattet wird...

Unter dem Pseudonym Charlotte Lucas schreiben die Autorin Eva-Maria Bast und Drehbuchautor Jørn Precht. Mit "Die Villa am Elbstrand" haben die Beiden eine sehr interessante Familiensaga rund um die Reedersfamilie Nieland erschaffen.
Der Roman startet 1912 und endet mit der deutschen Revolution. Wir verfolgen jedoch nicht nur die reiche Oberschicht, sondern auch die ihrer Bediensteten und den Menschen auf der Straße.
Vorallem auf den Kriegsschiffen, wo wir Sofies Bruder Willy begleiten, der gleich bei seinem ersten Einsatz als Heizer die Schrecken des Krieges kennen lernt, ist man mitten im Geschehen. Edith, die älteste Tochter der Nielands, lässt sich als Krankenschwester auf einem Lazarettschiff ausbilden. Anna hingegen hilft Cousin Hinnerk im Kontor und darf endlich selbst mitarbeiten seit ihr Vater, ihr Verlobter Gideon und Bruder Burkhard in den Krieg gezogen sind. Die Reederei hat sie schon immer fasziniert, doch "eine Nieland arbeitet nicht", war immer schon die Ansicht ihres Vaters. Als der Krieg immer länger dauert, heuert auch Sofie auf einem Lazarettschiff an.
Die Euphorie, die die Menschen noch zu Beginn des Krieges hatten, lässt bald nach. Die Unzufriedenheit mit dem Kaiser und seiner Politik verstärkt sich mit der Länge des Kriegseinsatzes. Hunger und Not trifft nun nicht mehr nur das gemeine Volk, sondern auch die Oberschicht. Hinnerk und Anna versuchen alles um das Familienunternehmen zu retten....

Die Schifffahrt nimmt im Roman eine große Rolle ein und zieht sich als roter Faden durch alle Jahre. Dabei kommt aber auch die Liebe und der Krieg nicht zu kurz. Alles, was eine starke Familiensaga benötigt, finden wir in "Die Villa am Elbstand", wie auch starke Frauenfiguren. Neben Edith, Anna und Sofie ist es vorallem Gudrun Nieland, der Familienvorstand und Großmutter von Anna, Edith und Burkhard, die alles zusammenhält. Nach Außen hin streng und gefühlskalt, verbirgt sich ein weicher Kern hinter der rauhen Schale. Alle Charaktere sind, bis hin zu den einzelnen Nebenfiguren, sehr lebendig gezeichnet, haben Ecken und Kanten und sind authentisch. Es gibt keine schwarz-weiß Malerei, sondern jeder hat gute, wie auch schlechte Eigenschaften.

Charlotte Lucas nimmt den Leser mit auf eine emotionale Reise in die ersten zwanzig Jahre des letzten Jahrhunderts. Von Beginn an konnte mich die Geschichte fesseln und bin darin versunken. Ich habe mitgefiebert und mitgelitten....nur das letzte Viertel im Roman gefiel mir dann leider etwas weniger. Die Überfahrt nach Chile und die Ereignisse in diesem interessanten südamerikanischen Land fand ich etwas unglaubwürdig und vieles ging mir einfach zu schnell. Deswegen habe ich meine Bewertung auf 4 Sterne herabgesetzt. Trotzdem mochte ich diese Familiensaga sehr gerne und ich freue mich, dass es anscheinend einen Folgeband geben wird (oder mehrere?), die ich sicherlich lesen werde.

Schreibstil:
Das Autorenduo schreibt sehr lebendig, flüssig und bildhaft. Man erlebt die Schlachten auf den Kriegsschiffen hautnah mit, verarztet verletzte Soldaten oder plaudert mit der Dienerschaft in der Küche. Auch die Umgebung und die Landschaft rund um Hamburg, Norwegen und später in Chile wird sehr lebendig dargestellt.
Die Charaktere sind allesamt bis hin zu den kleinsten Nebenfiguren sehr lebendig und authentisch beschrieben.
Der Roman ist in vier Teile geteilt: 1912-1914, 1916, 1918 und 1920. Zu Beginn gibt es ein Personenregister.

Fazit:
Eine interessante Familiensaga über eine Hamburger Reedersfamilie, die mich fesseln konnte und mich in eine längst vergangene Zeit eintauchen ließ. Nur der letzte Abschnitt war nicht so meins. Trotzdem freue ich mich auf den Folgeband, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

Vielen Dank an den PIPER Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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