Posts mit dem Label Kindler Verlag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kindler Verlag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Treibgut - Adrienne Brodeur

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


     

    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Kindler Verlag; 2. Edition (16. April 2024)
    • Übersetzer: ‎ Karen Witthuhn
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3463000563
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3463000565
    • Originaltitel: ‎ Little Monsters
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Familienroman


Kindler Kurzbeschreibung:
Sommer auf Cape Cod. Alle Mitglieder der Familie Gardner verheimlichen etwas. Ken, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit Vorzeigefamilie und politischen Ambitionen, versucht mit aller Macht, seine Ehekrise zu verbergen. Abby ist Künstlerin und schämt sich dafür, immer noch auf das Wohlwollen ihres Bruders angewiesen zu sein. Adam, der Vater der zwei, sieht unterdessen seinem 70. Geburtstag entgegen. Um ein letztes Mal als Forscher zu glänzen, setzt der brillante Meeresbiologe heimlich seine Medikamente ab - mit fatalen Konsequenzen. Während Adams Festtag unaufhaltsam näher rückt, verschärfen sich die Konflikte zwischen den Geschwistern. Dann erscheint eine Unbekannte auf der Bildfläche, und bringt alles, woran Abby und Ken geglaubt haben, zum Einsturz. 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Roman von Adrienne Brodeur spielt im Jahre 2016 in den USA, was man deutlich beim Lesen spüren kann. Es ist das Jahr, in dem viele die Hoffnung hatten, dass eine Frau zum ersten Mal an der Spitze der amerikanischen Weltmacht stehen und endlich die Herrschaft der alten, weißen Männer zu Ende sein würde. Leider ist es anders gekommen und erst seit wenigen Tagen haben wir ein ähnliches Konstrukt, nachdem Joe Biden von Camela Harris als Präsidentschaftskandidatin abgelöst wurde.

Abby ist Künstlerin und lebt mit ihrem Hund Frida in Cape Cod. Sie ist schwanger und verheimlicht diesen Umstand, denn der Vater des Kindes ist verheiratet und sie steht dank einer kommenden Reportage in einem Kunstmagazin kurz vor ihrem Durchbruch.

Ihr Bruder Ken ist Immobilenmakler und ein großkotziger Typ, der sich gegenüber Abby seit seiner Kindheit benachteiligt fühlt. Er ist Vater von zwei pubertierenden Töchtern und ist mit Abby's ehemaliger besten Freundin Jenny verheiratet ist. Er hat politische Ambitionen und möchte eine Karriere in der Politik anstreben, steckt jedoch in einer tiefen Identitätskrise. Er ist alles andere als ein Sympathieträger.

Adam ist der Vater von Abby und Ken und Meeresbiologe. Sein Spezialgebiet sind Buckelwale. Er feiert demnächst seinen 70. Geburtstag und geht in Rente. Damit kommt er allerdings überhaupt nicht zurecht und hadert mit seiner Vergänglichkeit. Sein Traum ist es, die Sprache der Wale zu entschlüsseln. Sein eigenes Selbstbild und Fremdwahrnehmungen klaffen gehörig auseinander. Zusätzlich setzt der bipolare Forscher seine Medikamente ab, denn er hat das Gefühl, dass er nur dann geistige Höhenflüge hat. Seine Monologe und Wahrnehmungen tun der Geschichte jedoch nichts Gutes und erzeugen mit der Zeit Langeweile.

Dann gibt es noch Stephanie, eine Polizistin aus kleinbürgerlicher Familie, verheiratet mit einer Frau und Mutter eines Sohnes. Sie hat eine ganz besondere Beziehung zur Familie Gardner und sucht den Kontakt. Durch sie erhalten wir Leser einen Blick von außen auf die reiche Upperclass.

Je näher Adams Geburtstag rückt, desto mehr verschärfen sich die Konflikte zwischen Ken und Abby, und ein lang gehütetes Geheimnis droht, ans Licht zu kommen…

Da die Gardners in Cape Cod direkt an der Küste leben, Abby für ihre Kunst Treibgut sammelt und Adam eben Meeresbiologe ist, ist die ganze Stimmung dieses Romans sehr maritim. Biodiversität, Nachhaltigkeit, Umwelt-, Tier- und Klimaschutz sind Themen, die auf den ganzen 464 Seiten präsent sind.
Auch die Stimmung zu dieser Zeit und das Lebensgefühl wird von Adrienne Brodeur großartig wiedergegeben.

Die Figurentiefe leidet jedoch etwas darunter. Wir erfahren zwar abwechselnd die Sicht der einzelnen Charaktere durch eigene Kapitel, jedoch bleibt die Autorin mehr an den Äußerlichkeiten hängen. Die Figuren entwickeln sich nicht wirklich weiter und wachsen nicht an ihren Problemen.

Die Heimlichkeiten und Geheimnisse innerhalb der Familie waren jetzt nicht allzu überraschend, denn diese reflektieren sich bald heraus unsd es entstehen Längen.
Viele Themen werden von der Autorin angeschnitten, aber kaum intensiver besprochen. Es beibt alles an der Oberfläche - wie die Familie selbst.

Was mir nicht gefallen hat, war die sehr oberflächliche Behandlung des Familiengeheimnisses, welches am Ende nur kurz aufgedeckt und nicht mehr näher besprochen wird. Da es sich um ein sehr heikles Thema handelt, welches zwar nicht explizit dargestellt wird, sondern nur durch Andeutungen erklärt wird, finde ich den saloppen Umgang damit nicht in Ordnung. Daher gibt es noch einen weiteren Punkteabzug!
  

Cover:

von links nach rechts:
alle Cover sind englischsprachig

Fazit:
Ein Roman mit einem interessanten Familienkonstrukt und mit (meer) Atmosphäre. Allerdings gibt es einige Längen und die sehr oberflächliche Behandlung eines wichtigen Themas, hat mir so gar nicht gefallen. Es werden auch viele weitere Bereiche angerissen, aber nicht wirklich weiter ausgeführt oder sich mehr damit auseinandergesetzt. Ein Roman für einen chilligen Aufenthalt am Meer, der aber nicht das erwartete Highlight geworden ist.



Solange wir leben - David Safier

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Kindler Verlag; 2. Edition (18. April 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 346300030X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3463000305
    • Genre: Familiensaga, biografischer Roman



Kindler Kurzbeschreibung:
David Safier erzählt in diesem dramatischen und zärtlichen Roman die Geschichte seiner Eltern: Sie führt uns vom Wien des Jahres 1937, durch die Gefängnisse der Gestapo, nach Palästina, wo sein Vater Joschi als Barmann und Spion arbeitet und schließlich zur See fährt. Seine Mutter Waltraut wächst als Tochter eines Werftarbeiters in Bremen auf, erlebt Kriegszeit, Trümmerjahre und Wirtschaftswunder. Bei ihrer ersten Begegnung ist Waltraut eine junge alleinerziehende Witwe, Joschi zwanzig Jahre älter als sie. Wenig spricht dafür, dass die beiden sich ineinander verlieben und ein gemeinsames Leben wagen - ein Leben geprägt von steilen Höhenflügen und dramatischen Schicksalsschlägen. 

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dies ist nicht mein erstes nicht-humoristisches Buch aus der Feder von David Safier. Vor Jahren hat er einen Jugendroman über das Warschauer Ghetto und den Holocaust geschrieben: "28 Tage lang", den ich sehr gut fand. Kann ich deshalb jedem empfehlen, der noch mehr in diese Richtung lesen möchte.

Nun widmet sich David Safier wieder diesem Thema und hat eine Art biografischen Roman über seine eigene Familie geschrieben. Im Mittelpunkt stehen dabei seine Eltern.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog aus dem Jahre 1997 und beginnt anschließend im Jahre 1937, genau sechzig Jahre zuvor. David Safiers Vater Joschi ist Student und wächst in Wien auf. Er ist ein kleiner Hallodri, ein Draufgänger, der bei den jungen Frauen nichts anbrennen lässt. Seine Schwester Rosl liebt das Theater. Die beiden haben eine sehr enge Verbindung zueinander. Als die Verhaftungen und Deportationen beginnen, werden Joschi und sein Vater von der Gestapo verhaftet. Rosl bekommt durch die jüdische Gemeinde schon früh die Ausreisemöglichkeit nach Palästina. Sie setzt alles daran Joschi nachzuholen, was ihr auch gelingt. In Palästina fasst Joschi nicht wirklich Fuß, doch nach Wien oder Deutschland möchte er auf keinen Fall zurück. Er kann nicht vergessen, dass seine Eltern und fast alle seine Verwandten während des dritten Reiches getötet wurden. Wie und warum er dennoch in Deutschland seine Waltraud findet, müsst ihr selbst lesen.

David Safiers Mutter Waltraut wächst in Bremen als Arbeitertochter auf. Sie und ihr Bruder Klaus sind Kinder, als der Krieg ausbricht. Nach dessen Ende fristeten sie ihr Dasein in einem Eisenbahnwaggon. Bis sich Waltraud und Joschi treffen, dauert es eine Weile. Der fast zwanzig Jahre ältere Joschi, der als Zahlmeister auf See unterwegs ist, verliebt sich Hals über Kopf in die junge hübsche Frau, die bereits verwitwet und Mutter eine kleinen Tochter ist.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, die sich auch in der Schriftart unterscheiden. Wir begleiten David Safiers Eltern bis an das Lebensende und erleben viele Hochs, aber noch mehr Tiefs mit. Das Schicksl meinte es nicht wirklich gut mit ihnen.
David Safier berichtet ungeschönt über die nicht nur guten Seiten einiger Familienmitglieder. Man fühlt mit ihnen mit und einige Szenen sind sehr emotional. Die Charaktere besitzen Tiefe, sowie Ecken und Kanten. Auch der damalige Zeitgeist ist wunderbar eingefangen. Angefangen von der Judenverfolgung, der Zeit in Palästina, die Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder bis in die Achziger- und Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Am Anfang und Ende des Buches sind verschiedene Fotos der Familie Safier abgebildet. Dazu hätte hätte ich mir noch Bildunterschriften gewünscht.
Leider bin ich auch über ein paar Fehler gestolpert, die das Lektorat wohl übersehen hat. Das sind aber auch schon die einzigen Kritikpunkte, die ich benennen kann. Ein Roman, den ich jedem ans Herz lege!

Fazit:
Ein berührender Roman über Familienbande, Schicksalsschläge, die Liebe und natürlich auch über den Holocaust. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an vorablesen für das Rezensionsexemplar, das ich für meine ersten Punkte eingetauscht habe.

Das goldene Palais - Natasha Solomons




    • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
    • Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (23. Juli 2019)
    • Übersetzer: Martin Ruben Becker
    • ISBN-10: 3463407019
    • ISBN-13: 978-3463407012
    • Originaltitel: House of Gold
    • Genre: Historischer Roman, Familiensaga



Kindler Kurzbeschreibung:
Wien, 1910. Die alte, über ganz Europa verteilte Familie Goldbaum hat ihren enormen Reichtum Bankgeschäften zu verdanken. Greta, das jüngste Kind, ist ein eigenwilliges Wesen. Ihr droht eine Ehe mit Albert, dem Spross des englischen Zweigs der Familie, von dem es heißt, er sei spröde und sauertöpfisch, noch dazu ein leidenschaftlicher Schmetterlingsjäger. Doch Greta beschließt, die Sache auf sich zukommen zu lassen – und tut gut daran. Während das private Glück unverhofft über Greta hereinbricht, zeigen sich immer bedrohlicher die Vorboten eines großen kriegerischen Konflikts. Ein Konflikt, in den die Goldbaums als Teil der politischen Aristokratie und Finanziers von Waffengeschäften tief verstrickt sind...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der opulente Roman spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien und weiteren europäischen Metropolen und erzählt die Geschichte der jüdischen Bankiersfamilie Goldbaum, dessen Familienmitglieder in ganz Europa verstreut sind. Mich erinnerte doch so einiges an die legendäre Familie Rothschild, die in Östereich vor den Weltkriegen riesige Besitztümer hatten.
Die Lebenswege der reichen Familienmitglieder sind damals vorgezeichnet. Gut florierende Bankhäuser in ganz Euopra erinnern sich an die Heiratspolitik der Habsburger und nehmen sich diese zum Vorbild. So auch die jüdische Bankiersfamilie Goldbaum.

Im Mittelpunkt des Romans von Natasha Solomons steht die 20jährige Greta Goldbaum aus Wien, die ihren Cousin Albrecht aus dem englischen Zweig der Familie ehelichen soll. Albert ist als Langweiler bekannt, der Schmetterlinge und Käfer sammelt. Er wäre gerne Entomologe geworden und passt so gar nicht zur quirligen Greta, die sich trotz der Verwandtschaftsverhältnisse nicht persönlich kennen. Viel lieber wäre Greta eine Verbindung zu ihrem französischen Cousin Henry eingegangen, mit dem sie sich sehr gut versteht. Zu ihrem Bruder Otto, der sich für das Weltall und für Physik interessiert, hat Greta abenfalls eine sehr enge Verbindung. Doch auch die beiden Männer sind in ihrer Familienpolitik eingeschränkt und müssen sich den Wünschen ihrer Väter beugen, ebenso wie Alberts älterer Bruder Clemens, der einmal die Bankgeschäfte übernehmen soll, aber so gar kein Händchen fürs Geld hat.

Greta hat sich in den Kopf gesetzt ihre Ehe nicht auf ein Nebeneinander aufzubauen, sondern möchte ihr eine Chance geben.  Die britische Insel ist ihr jedoch sehr fremd und Greta langweilt sich schnell. Man erwartet von ihr nichts anderes, als für Nachwuchs zu sorgen. Ihre Schwiegermutter versucht ihr durch ihre eigene Liebe zum Garten zu helfen und so findet Greta bald Freude an der Gartenarbeit. In späterer Folge versucht sie mittellose Frauen zu unterstützen und richtet ein Gebärhaus auf dem Grundstück ein, wo die Frauen bis zur Geburt im Garten helfen und ein klein bisschen Lebensmut wiederfinden. Als Albert anfängt sich Greta langsam zuzuwenden, bricht der Große Krieg aus und Greta wird in ihrem neuem Heimatland plötzlich zum Feind...

In einem weiteren Erzählstrang lernen wir den obdachlosen Jungen Karl kennen, der in den unterirdischen Kanälen Knochen sammelt, um sie den Seifensiedern zu verkaufen. Damit verdient er sich ein paar Heller, um zu überleben. Größtenteils hält er sich in den Kanälen in der unmittelbaren Nähe des Goldbaum Anwesens auf. Beim Lesen fragte ich mich die ganze Zeit, warum wir aus seiner Perspektive lesen, doch im letzten Drittel nimmt Karl einen wichtigen Part ein und leztendlich schließt sich der Kreis.
Solomon erzählt aber nicht nur aus der Sicht von Greta und Karl, sondern auch aus anderen Perspektiven.

Der Kaiser war ein alter Mann. Er war der älteste Kaiser der Welt. Rings um ihn wandelte der Tod im Kreis, im Kreis und mähte und mähte. Schon war das ganze Feld leer, und nur der Kaiser, wie ein vergessener silberner Halb, stand noch da und wartete.   ZITAT BUCHANFANG -Joseph Roth, Radetzkymarsch-

Der Roman spielt in der Zeit von 1910 bis 1917. Schauplätze der Familiensaga sind Österreich, Großbritannien, Frankreich, die Schweiz und Russland. In all diesen Ländern - mit Ausnahme Russlands, wo Juden nicht gern gesehen waren - lebte mindestens einer aus dem Familienzweig der Goldbaums. Geld regiert zwar die Welt, aber es verheißt nicht automatisch Glück. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges erleiden die Goldbaums ebenso Verluste und Leid, wie ihre armen Mitmenschen. Das Grauen nimmt keinen Umweg, sondern erreicht alle Menschen, ob jung oder alt, arm oder reich.

Der geschichtliche Hintergrund vor und während des Ersten Weltkrieges ist hervorragend recherchiert und in die Familiengeschichte eingeflochten. Solomon gibt Einblicke in das jüdische Alltagsleben und in den gesellschaftlichen Umbruch. Auch Gustav Klimts Geliebte Emilie Flöge, deren Kleider Greta trägt und die damit auf Korsagen pfeift, findet Erwähnung, genauso wie der Untergang der Titanic.

Die Protagonisten sind sehr vielschichtig und lebendig gezeichnet. Greta ist eine moderne und unkonventionelle junge Frau. Sie findet in ihrer arrangiert Ehe schlussendlich Glück und Geborgenheit und in der Gartenarbeit Kraft und neuen Lebensmut.

Cover:

Das erste Cover links wurde vom Kinder Verlag wohl übernommen. Es ist gemeinsam mit den nächsten drei Covern aus englischsprachigen Ländern. Danach folgen die Cover aus Italien, Tschechien und Portugal.

Fazit:
Eine umfangreiche Familiengeschichte einer jüdischen Bankiersfamilie, die wunderbar in die historischen Begegebenheiten vor und während des Ersten Weltkrieges eingeflochten wurde.Die vielen Seiten sind schnell gelesen, denn der Sog des Romans hält einem sehr schnell gefangen. Auch hier kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.

Bis zum Himmel und zurück - Catharina Junk

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: Kindler; Auflage: 1 (13. März 2018)
    • ISBN-10: 3463406942
    • ISBN-13: 978-3463406947
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Kindler Kurzbeschreibung:
Drama, Crime und Love-Stories. Als Drehbuchautorin kann Katja unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Perfekt also. Okay, manchmal kommt Ratko vorbei, aber Liebe ist das eigentlich nicht. Doch als Katja eine Familienserie entwickeln soll, klappt es mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr. Ihre eigene Familie ist nämlich ein Trümmerhaufen. Als sich dann ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit meldet, wie aus dem Nichts eine Halbschwester auftaucht und Katja ständig an Joost denken muss, kann sie sich nicht länger vor ihrer eigenen Geschichte verkriechen. Die muss nämlich dringend neu geschrieben werden…

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von der Autorin habe ich vor wenigen Monaten ihren Debütroman "Auf Null" oder "Liebe wird aus Mut gemacht", wie der geänderte Titel des Taschenbuches heißt. Dieser Roman hat mich posititv überrrascht und so war es für mich klar, dass ich auch ihren neuersten Roman lesen werde.

Mit Katja haben wir diesmal eine chaotische junge Frau als Hauptprotagonistin, die in ihrer Kindheit ein tragisches Unglück miterleben musste, welches ihre Familie zerstörte. Seitdem hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrern Eltern und schlägt sich mit Schuldgefühlen herum. In ihrem Job als Drehbuchautorin kann sie ihr eigenes Leben hinter sich lassen und unzählige andere leben. Doch dann bekommt sie das Angebot das Drehbuch für eine neue Familienserie schreiben. Katja hat allerdings nicht viel Ahnung von heiler Familie. So steht sie vor einer großen Herausforderung.

Katja ist eine junge Frau, die ihre Vergangenheit nie richtig aufgearbeitet hat. Sie lebt in ihrer eigenen Blase, die hauptsächlich aus Arbeit besteht. Ihre "Familie" sind ihre Freudin Alexa und der etwas schräge Ratko, mit denen sie in einer WG lebt. Als sie die Nachricht erhält, dass ihr Vater im Krankenhaus im Koma liegt und sie eine kleine Halbschwester hat, die plötzlich vor ihrer Tür steht, scheint diese Blase zu zerplatzen.
Rückblenden in die Vergangenheit eröffnen dem Leser die ganze Tragik ihres Lebens. Der Vater ließ die Familie im Stich und die Mutter wurde Alkoholikerin. Beide ließen die erst zwölfjährige Katja mit ihrem Leid und den Schuldgefühlen alleine. Als Leser brennt man darauf zu erfahren, welches Unglück die einstmals heile Familie zerstören konnte und was mit Katja geschah. Das Zusammentreffen mit der neuen Familie ihres Vaters lassen die alten Wunden wieder aufbrechen, aber Jella, ihre kleine Halbschwester, erobert bald mit wundervoller Frische und Ungezwungenheit Katjas Herz. Und auch mit Joost verbindet sie einiges, was ihr erst nach einiger Zeit bewusst wird.
Und so wird auch das Drehbuch zur neuen Familienserie immer länger und Katjas eigenem Leben immer ähnlicher....

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Katja geschrieben. Man erkennt sehr schnell, wie verletzt Katja ist und welche Mauer sie rund um sich aufgebaut hat. Die Autorin erzählt von der großen Einsamkeit inmitten vieler Menschen. Dabei wird auch die Oberflächlichkeit der Fernsehbranche angesprochen.
Die Einblicke in die Astronomie und Raumfahrt fand ich sehr interessant.
Auch die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und glaubwürdig. Katja steht eindeutig im Mittelpunkt der Geschichte. Ihre Verletzlichkheit, die sie hinter einer Fassade aus Oberflächlichkeit und Witz versteckt, bekommt durch den Schlaganfall ihres Vaters Risse. Wie sie sich ihrer Vergangenheit stellt und welche Last damals auf ihren kindlichen Schultern abgeladen wurde, zeigen tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt.
Trotzdem hat mir Catharina Junks Debütroman "Auf Null"/"Liebe wird aus Mut gemacht" einen ticken besser gefallen.

Schreibstil:
Wie schon im ersten Roman der Autorin versteht es Catharina Junk wieder hervorragend die traurige Grundstimmung aus dem Vergangenheitspart richtig zu dosieren und mit Humor zu würzen. Die Themen Trauer, Verlust und Schuldgefühle werden mit so viel Fingerspitzengefühl erzählt, dass die Geschichte trotzallem mit einer Leichtigkeit daherkommt und trotzdem Tiefe hat. Catharina Junk versteht diesen Balanceakt einfach großartig.

Fazit:
Eine gelungene Mischung aus schweren Themen, gewürzt mit einer Prise Humor, die der Geschichte trotzalledem eine Leichtigkeit geben. Dieses Fingerspitzengefühl beherrscht die Autorin perfekt! Trotzdem hat mir ihr Debüt noch ein bisschen besser gefallen.



Ein Winter in Wien - Petra Hartlieb




    • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
    • Verlag: Kindler; Auflage: 3 (21. September 2016)
    • ISBN-10: 3463400863
    • ISBN-13: 978-3463400860
    • Genre: Historischer Roman


Kindler Kurzbeschreibung:
Um 1910. Marie arbeitet als Kindermädchen bei einer angesehen Familie im Wiener Cottage-Viertel. Eines Tages wird sie vom Herrn des Hauses zur nahegelegenen Buchhandlung geschickt, um ein Buch abzuholen. Doch sie kommt mit leeren Händen, völlig durchnässt vom Schnee, zurück. Der Band sei noch nicht eingetroffen, Buchhändler Oskar bringe ihn so bald wie möglich persönlich vorbei. Als Oskar am gleichen Nachmittag am Haus in der Sternwartestraße klingelt, hat er gleich zwei Bücher dabei: eines für den Herrn Schnitzler und das andere für Marie, mitsamt einer persönlichen Notiz an das Fräulein. Er möchte sie gerne wiedersehen…

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die österreichische Buchhändlerin und Autorin Petra Hartlieb hat im September ihren zweiten Roman "Ein Winter in Wien" veröffentlicht. Das wunderschön aufgemachte Buch mit Jugendstil-Elementen am Hardcover sieht wirklich sehr schick und elegant aus. Ich habe mich auf den ersten Blick verliebt!

Die Geschichte selbst umfasst nur 176 Seiten und erzählt aus dem Leben des Kindermädchens Marie, die im Hause des Schriftstellers Arthur Schnitzler's eine Anstellung gefunden hat. Sie kommt aus ärmlichen Familienverhältnissen und ist glücklich, endlich einen Arbeitgeber gefunden zu haben, wo sie sich wohlfühlt und genug zu Essen bekommt. Sie liebt die beiden Kinder der Familie, Lili und Heinrich, sehr und gibt sich große Mühe, um diese Stelle nicht zu verlieren. Als sie ihr Arbeitgeber eines Tages in die Buchhandlung schickt, lernt sie den jungen Buchhändler Oskar kennen.....

Die Autorin erzeugt ein großartiges Bild von Wien in der Zeit um 1910. Sie hat ihre Geschichte in der Sprache der damaligen Zeit und auch der Umgangsform angepasst. So verwundert es einem kaum, dass Marie anfangs mit den Buchhändlergehilfen Oskar, der sich in sie verliebt hat "per Sie" ist.
Die Stimmung dieser Epoche wird in dieser sehr ruhigen Geschichte ganz wunderbar von Petra Hartlieb eingefangen. Auch die bildhafte Beschreibung des winterlich verschneiten Wien und die Zeit des Advents, bis hin zum Heiligen Abend, erzeugen eine sehr heimelige Atmosphäre. Die Alt-Wiener Gepflogenheiten, sowie die Sprache und auch ein bisschen Wiener Dialekt fließen ebenso in den Text ein, wie übernommene französische Wörter. Plafond oder Trottoir etwa, die ich auch von meiner Oma noch kenne und hier auf dem Land manchmal noch benutzt werden.
Die Unterschiede zwischen den einfachen Leuten und der gehobenen Gesellschaftsschicht kommen sehr deutlich durch. Wenn man bedenkt, was sich hier in den letzten hundert Jahren an Erziehung, den Rechten der Frauen, der Klassengesellschaft und Bildung getan hat, glaubt man kaum, dass dies alles erst im letzten Jahrhundert passiert ist.
Bücher und der Buchladen, in dem Oskar arbeitet und bei dem Arthur Schnitzler immer wieder seine Romane und Gedichtbände bestellt, sind ebenfalls ein Thema in diesem Roman....eines das uns Büchersüchtigen immer zu Bücher, wie dieses greifen lässt.

Es gibt aber auch ein paar negative Aspekte, die ich auch erwähnen muss. So bleibt etwa die Liebesgeschichte sehr oberflächlich. Sie ist zwar Bestandteil der Geschichte und ist passend für die damalige Zeit. Das Paar kannte sich kaum und so ist die Liebe der Beiden sehr unschuldig. Als Leser erschlossen sich mir die annähernden Gefühle der beiden Figuren deswegen nur sehr wenig. Auch eröffnete sich mir die Aussage des Romans nicht wirklich. Die Geschichte ist sehr unaufgeregt und ruhig, lebt alleine von der Atmosphäre des winterlichen Wiens und den Einblick in den Tagesablauf von Marie. Die gesellschaftlichen Unterschiede zur elitären Gesellschaft, wie die der Schnitzlers und die kleinen Rückblicke in Maries und Oskars Kindheit, sind dabei sehr gut ausgearbeitet. Jedoch erhält man nicht wirklich einen Einblick, wie die Protagonisten zum Beispiel zur politischen Lage oder dem langsamen Aufbegehren der Unterschicht, stehen. Wer gerne mehr über diese Epoche des noch kaiserlichen Wiens lesen möchte, dem würde ich den Roman empfehlen, aber auch als Vorweihnachtsgeshichte ist sie passend...

Fazit:
Ein sehr ruhiger Roman, der von der winterlichen Atmosphäre Wiens und der Liebe zu Büchern lebt. Ein Gesellschaftsbild der Menschen dieser Zeit, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen, jedoch mit sehr viel Charme und einen Blick in das kaiserliche Wien.

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Drei Mal wir - Laura Barnett




    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Kindler (11. März 2016)
    • ISBN-10: 3463406594
    • ISBN-13: 978-3463406596
    • Originaltitel: The Versions of Us 
    • Genre: Gegenwartsliteratur

link zur Bestellung bei Kindler/Rowohlt 


Kindler Kurzbeschreibung: 
Eva und Jim sind neunzehn und Studenten in Cambridge, als ihre Wege sich 1958 zum ersten Mal kreuzen. Eine Fahrradpanne führt die beiden zusammen. Was dann passiert, wird den Rest ihres Lebens bestimmen.
Wir folgen drei unterschiedlichen Versionen ihrer Zukunft, zusammen und getrennt. Sehen Eva dabei zu, wie sie eine berühmte Schriftstellerin wird. Und Jim, wie er für die Kunst seinen Beruf als Anwalt hinter sich lässt. Wir sehen Partner kommen und gehen, reisen mit ihnen nach London, New York und Los Angeles. In all den Jahren nimmt ihre Liebe immer wieder ungeahnte Wege, von den ersten drei Treffen bis hin zum Finale: Drei Liebesgeschichten, ein Paar.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung: 
Dieser Debütroman von Laura Bennett war letzten Sommer in Großbritannien ein Bestseller. Zitate wie "Eine Mischung aus «Zwei an einem Tag» und «Sliding Doors». (Elle)" machten mich noch neugieriger auf das Buch, da "Zwei an einem Tag" zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt! Auch der Film "Sliding Doors" gefiel mir gut und wer dann auch noch dieses bezaubernde Cover sieht, kann gar nicht anders, als dieses Buch lesen zu wollen.
Leider halten aber diese Verprechen nicht immer das, was so beworben wird......

Aus einigen Rezensionen habe ich schon herausgelesen, dass man sich Papier und Stift bereithalten soll und sich wirklich auf den Inhalt konzentrieren. Spätestens nach dem ersten Drittel des Buches musste ich diesen Rat befolgen, auch wenn ich sehr oft Bücher mit mehreren Handlungssträngen, oft gemischt aus Gegenwart und Vergangenheit, lese.
Man begleitet die beiden Hauptprotagonisten von 1958 bis 2014. Im Prolog haben wir einen kurzen Einblick in das Leben ihrer Eltern und sind Zeuge der Geburt.
Der Roman ist in drei Teile geteilt, als auch in drei verschiedene Versionen der Liebesgeschichte zwischen Eva und Jim. Diese sind sogar farblich abgegrenzt: Version Eins ist rosa, Version Zwei ist blau und Version Drei ist grün. So weiß man immer in welcher der drei Geschichten man steckt. Außerdem gibt es noch eine Kapitelüberschrift, Datum und Ortsangabe.
War ich anfangs noch begeistert, besonders von den drei verschiedenen Varianten der ersten Begegnung von Jim und Eva, flaute meine Begeisterung spätestens nach 150 Seiten gewaltig ab.

Was das Lesen hier so schwierig macht, sind nicht die drei verschiedenen Varianten der Liebesgeschichte zwischen Eva und Jim, sondern die verschiedenen Namen der Kinder und Enkelkinder, die oft verschiedenen Handlungsorte und die verschiedenen Berufe der Hauptprotagonisten, im jeweiligen Teil. Dennoch gibt es auch Fixpunkte, die in allen Versionen gleich sind. Nur die Geschichte zwischen Eva und Jim verläuft in jeder Version anders. Dies entsteht, wie so oft im Leben, manchmal nur wegen Kleinigkeiten oder kurzen Begebenheiten, die verschiedene Auswirkungen in die Zukunft der zwei Protagonisten haben. Eigentlich ist dies genau, wie im realen Leben. Wie oft zaudert man wegen der Frage an sich selbst: Soll ich oder soll ich nicht? Manchmal wiederum entscheidet man ganz spontan und aus dem Bauch heraus und setzt damit eine Kettenreaktion frei, die man sich nicht erwartet hat. So unterschiedlich verläuft auch das Leben von Eva und Jim in den drei Versionen. Es gibt Höhen und Tiefen, wie in jedem normalen Leben. Auch wenn in einer Version die Liebesgeschichte der Beiden nicht bzw. (fast zu) spät stattfindet, besteht zwischen Eva und Jim sofort eine Anziehungskraft, die am Schluss letztendlich siegt. Für mich entspricht dies der Aussage, dass man sich seinem "Schicksal" nicht entziehen kann, sondern es nur beeinflussen kann.

Das Konzept und die Idee zu diesem Roman finde ich äußerst gelungen. Nur die Umsetzung ist nicht ganz so, wie es sich viele Leser vielleicht wünschen. Man braucht für diesen Roman auf jeden Fall Zeit und sollte sich dazu Notizen machen. Man kann ihn nicht "verschlingen", sondern man muss ihn "kauen" und danach auf der Zunge zergehen lassen. Manchmal hat er dabei allerdings einen etwas bitteren Nachgeschmack.

Auf jeden Fall muss man sich mit dem Buch auseinandersetzen und ich denke, mir wird der Inhalt auch in Erinnerung bleiben, was oft bei Büchern, die mir vielleicht besser gefallen haben, nicht immer zutrifft.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Für einen Debütroman finde ich besonders die Charaktereigenschaften gut gelungen. Die Geschichte ist bildhaft, komplex und detailliert, aber die Kapitel sind trotzallem eher kurz gehalten.

Die deutsche Ausgabe ist wirklich wunderschön und mit den floralen Vignetten liebevoll gestaltet. Die einzelnen Versionen sind in verschiedenen Farben dargestellt und dazwischen erscheinen illustrierte Zwischentitel. Nimmt man die Schutzhülle ab, hält man einen bedruckten Einband in den Händen. Der Verlag hat sich hier allergrößte Mühe gegeben und ein wahres Schmuckstück geschaffen.

Cover:

Hier kann ich eindeutig sagen, welches englischsprachige Cover mir am besten gesfällt: Version 3 mit dem Fahrrad, das ich auch auf dem deutschen Cover vermisse! Auch die verschlungenen Wege zwischen den Beiden werden hier angedeutet.... gefällt mir sehr!


Fazit:
Ein Roman, wie aus dem Leben gegriffen. Drei Variationen einer Geschichte, die erzählt, wie das Leben hätte sein können. Man benötigt für dieses Buch Zeit, Konzentration und Geduld. Aber es lohnt sich dran zu bleiben und sich auf dieses Erlebnis einzulassen. Ein Roman, bei dem man länger braucht bis man sich darin wohlfühlt, aber der lange nachhallt. Für mich 3 1/2 Sterne.


Vielen Dank an den Kindler Verlag für das Rezensionsexemplar und an
http://www.bloggdeinbuch.de/
http://www.bloggdeinbuch.de/

Mieses Karma hoch 2 - David Safier




    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: Kindler; Auflage: 6 (29. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3463406233
    • ISBN-13: 978-3463406237
    • Genre: Humor, Gegenwartsliteratur
    • Reihe: Teil 2 zu "Mieses Karma"



Kindler Kurzbeschreibung: 
Die Gelegenheitsschauspielerin Daisy Becker trinkt, raucht und bestiehlt auch schon mal ihre WG-Genossen. Mit Mitte zwanzig hat sie noch immer keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben eigentlich anfangen will. Noch viel weniger weiß sie, was das Wort „Liebe“ eigentlich bedeutet. Und sie wird es in diesem Leben auch nicht mehr erfahren, gerät sie doch in einen tödlichen Autounfall mit dem arroganten Hollywoodstar Marc Barton. Daisy und Marc werden als Ameisen wiedergeboren und erfahren von Buddha, dass sie in ihrem Leben zu viel mieses Karma angesammelt haben.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich "Mieses Karma" von David Safier, wie viele andere Leser, richtig originell und schrill fand, musste ich auch den Folgeband lesen, auch wenn es hier keine eigentliche Reihe ist, sondern jedes Buch für sich steht.
Die humorigen Romane des Autors sind irgendwie gar nicht wirklich mein Genre und trotzdem habe ich mich bei all seinen Büchern mehr oder weniger köstlich unterhalten. Seinen Ausflug in den ernsthaften Jugendroman mit "28 Tage lang" fand ich außerdem sehr gelungen. Hier könnte er gerne noch weitere Romane schreiben....
Doch mit Nachfolgeromane auf einen Bestseller ist es immer so eine Sache und ich bin nach dem Lesen ziemlich zweigeteilt! Deshalb fällt mir meine Rezi auch etwas schwer....

Daisy Becker ist der Inbegriff einer erfolglosen Schauspielerin. Als sie ein tolles Rollenangebot bekommt, bei dem sie Französischkenntnisse mitbringen muss, flunkert sie einfach kurzerhand, um zum Vorsprechen eingeladen zu werden. Doch als sie im Studio ankommt, hat DER Star des Films, Marc Barton, einfach ihren Part rausstreichen lassen. Daisy ist außer sich, lauert Marc auf, tötet irrtümlich seinen Schoßhund und springt anschließend in sein Auto. Es kommt zum Streit und zu einem Unfall. Fazit: Marc und Daisy sind tot und treffen sich als Ameisen auf Daisys Beerdigung wieder. Dort stellen die Beiden fest, dass sich Marcs Frau und Daisys Freund in ihrer Trauer näher kommen, was Marc und Daisy unbedingt verhindern wollen.
Als Ameisen nicht wirklich einfach.....

Unsere beiden Hauptprotagonisten können sich überhaupt nicht ausstehen und beide haben es bitter nötig gutes Karma zu sammeln. Während Marc arrogant ist und sich als Zentrum des Universums sieht, ist Daisy eine Chaotin, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegt und keine tieferen Gefühle kennt. Deshalb denken auch beide nur an sich selbst und wollen die aufkeimende Beziehung von Jenny und Jannis zerstören - nicht gerade der richtige Weg um gutes Karma zu sammeln ;)
Die Geschichte ist eigentlich genauso geschrieben wie Band 1: witzig und voller Pointen und doch erinnert alles an Safiers ersten Erfolg. Marc und Daisy setzen alles daran auf der Reinkarnationsleiter über die Stufen Goldfisch-Storch-Schnecke hochzuklettern und wieder zu Menschen zu werden. Dabei bleibt kein Auge trocken und doch erinnert alles fatal an Safiers damaligen Bestseller. Wer "Mieses Karma" gelesen hat, wird alte Bekannte, wie Buddha und Casanova, treffen und auch den altbewährten Witz mögen. Doch etwas Neues hat sich Herr Safier hier nicht einfallen lassen. Band 2 liest sich fast wie ein Abklatsch von Band 1, nur eben mit anderen Protagonisten und ein paar abweichenden Abenteuern.

Schreibstil:
Der altbekannte Wortwitz ist auch hier wiederzufinden. Pointenreich und süffisant beschreibt David Safier seine Geschichte rund um Daisy und Marc. Wo Safier drauf steht, ist auch Safier drinnen!

Cover:
Das Cover ist wieder gelb und genauso gestaltet, wie alle anderen Bücher des Autors und passt somit perfekt dazu. Auch die Ameisen aus "Mieses Karma" dürfen natürlich nicht fehlen.

Fazit:
Wer sich etwas Neues erwartet, wird enttäuscht werden. Wer jedoch genauso eine Geschichte, wie in "Mieses Karma" erleben möchte, erhält wieder genau das, was er erwartet. Für mich leider zu wenig, da sich der Autor an seinen eigenen Ideen bereichert hat. Gewohnt humorvoll, aber ein Abklatsch von Band 1.
Anmerkung:
Das Buch ist jetzt nicht schlecht...die Bewertung bezieht sich darauf, dass es eben nichts Neues ist und wie ein Abklatsch zu "Mieses Karma" wirkt. Das finde ich schade und unnötig!

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos