- Taschenbuch: 400 Seiten
- Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 5 (19. Mai 2017)
- ISBN-10: 3499271214
- ISBN-13: 978-3499271212
- Genre: Roman, Gegenwartsliteratur
Rowohlt Kurzbeschreibung:
Gesund – aber nicht geheilt. Das ist Ninas Diagnose nach überstandener Leukämie. Für die Zwanzigjährige klingt das wie: Freu dich bloß nicht zu früh. Ohnehin hat die Krankheit alles verändert. Mit ihrer besten Freundin Bahar ist sie zerstritten, ihr Bruder ist streng gläubig geworden, und Nina würde eher einem Hütchenspieler vertrauen als ihrem eigenen Körper. Dann lernt Nina Erik kennen und ist schneller in ihn verliebt, als ihre Angst vor einem Rückfall es erlaubt. Aber wie soll Liebe funktionieren, wenn einem der Mut zum Leben fehlt?
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Dieser Roman von Catharina Junk ist als Hardcover unter dem Titel "Auf Null" im August 2016 erschienen, der nun als Taschenbuch mit der abweichenden Benennung "Liebe wird aus Mut gemacht" veröffentlicht wurde. Ich überlegte bereits vor zwei jahren den Roman zu lesen und bin lange um ihn herumgeschlichen. Ich habe das Buch damals aber nicht gelesen, da beim Erscheinungsdatum meine Tochter Nina genauso alt wie die Protagonistin, die ebenfalls Nina heißt, war. Da hat mich der Klappentext doch etwas abgeschreckt. Außerdem war ich zu dieser Zeit auch ein bisschen überstättigt von Romanen mit diesem Thema.
Nun habe ich ihn mir aber doch aus der Bücherei mitgenommen und innerhalb von wenigen Tagen gelesen.
Ich bin wirklich froh dieses Buch gelesen zu haben, denn dieser Roman ist anders als viele Krebsbücher!
Auch wenn man in Rückblenden den Alltag im Krankenhaus mit Nina durchlebt, den sie mit viel Sarkasmus zu überleben versucht, so spricht der Roman vorallem die Ängste nach der Entlassung an. Diese Zweifel und Ninas Unsicherheit transportiert die Autorin sehr gut. Man empfindet all die Emotionen, die das junge Mädchen durchläuft, beginnend mit der Diagnose, den Kampf gegen die Leukämie-Erkrankung verbunden mit vielen Rückschlägen und der totalen Unsicherheit nach dem Verlassen des Krankenhauses. Hier breitet sich Hoffnung aus, doch Nina kann sich diesem Gefühl der Zuversicht nicht hingeben. Sie muss wieder lernen dem eigenen Körper zu vertrauen und den Schritt zurück ins Leben zu meistern. Das beginnt bei ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Theo, der sich während ihrer Krankheit benachteiligt fühlt und sich der Religion zuwendet. Hat eine Sekte ihn in ihren Fängen?
Auch Ninas Freundinnen reagieren unterschiedlich auf die Diagnose. Während sich ihre ziemlich oberflächliche Schulfreundin Isabelle in der Zeit von Ninas Krankenhausaufenthalt abwendet, aber bei ihrer Rückkehr ins Leben versucht Nina wieder zu integrieren, ist ihre beste Freundin Bahar jeden Tag im Krankenhaus und versucht alles um sie von der Krankheit abzulenken und sie zu "retten", was jedoch im Laufe der Zeit zu einem Bruch der Freundschaft führt.
Als Nina Erik kennenlernt und sich in ihn verliebt, kann sie ihre Ängste vor einem Rückfall nicht abstellen und gibt der Beziehung erstmals keine Chance.
"Angst klopft an, Vertrauen öffnet. Keiner war draußen." - Seite 366
Ninas Angst, die sie mit ihrem wunderbaren Sarkasmus bewältigt und damit zu versuchen lernt mit ihrer Krankheit umzugehen, vermittelt die Autorin wirklich großartig. Bis zum Ende hin ist man als Leser nicht sicher, ob sich das Blatt nochmals wendet oder nicht...wird Nina überleben?
„Dort treffe ich auf andere wie mich. Drei Glatzen, zwei Mützen, zwei gute Perücken, eine sehr schlanke Liza-Minelli-Perücke und eine weitere Pudelfrisur. Es ist eine große, dünne, blonde Frau, quasi Königspudel, ich dagegen: Zwergpudel.“ - Seite 107
Obwohl es sich um ein schwieriges und trauriges Thema handelt, hat die Autorin es geschafft die Geschichte richtig zu dosieren. Nur zum Ende hin wird es ein bisschen unglaubwürdig, wenn Nina gleich zweimal als große Retterin ins Spiel kommt. Das ist aber meckern auf hohem Niveau!
Schreibstil:
Catharina Schreibstil ist jugendlich und trotzdem tiefgründig. Der Roman wird mit viel Fingerspitzengefühl erzählt. Die Autorin schreibt aus der Sicht von Nina und kann sich mühelos in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. Auch Humor blitzt immer wieder zwischen den Zeilen auf, besonders wenn die Hauptprotaginsitin ihre sarkastischen Bemerkungen loslässt.
Die Charaktere wurden authentisch und glaubhaft dargestellt - bis hin zu den einzelnen Nebencharakteren.
Cover:
Gerne möchte ich euch auch das Hardcover zeigen, da es durch den ganz anderen Titel wenig Assoziationen zum Taschenbuch aufweist und als Käufer dadurch nicht weiß, dass es sich hier um ein- und desneleben Roman handelt.
Aus Marketinggründen hat sich der Verlag für die Änderung des Titels und des Covers entschieden.
Der abgebildete Fallschirm spielt in der Geschichte eine größere Rolle, die aber erst gegen Ende zum Tragen kommt.
Fazit:
Die facettenreiche und tragikomische Geschichte hat mich mitgenommen und beim Lesen trotzdem positiv gestimmt. Die Autorin hat das Thema Krebs erfrischend anders behandelt und sich mit den Ängsten der Protagonistin nach der "erfolgreichen" Behandlung befasst. Der Roman ist lebensbejahend und erzählt vom langen Weg zurück in die Normallität. Ich empfehle ihn gerne weiter!

















Liebe Elke, ich hoffe dir gefällt es genauso gut wie mir =)
AntwortenLöschenSchönen Sonntag!
Liebe Martina,
AntwortenLöschenein Buch über ein schlimmes Thema, wie gut, dass dir die Lektüre auch positive Eindrücke geschenkt hat.
Ich mochte ja Rabbit Hayes auch so gern und das, obwohl das traurige Ende zu erwarten war.
Liebe Grüße
Barbara
Rabbit Hayes ist anders...irgendwie positiver, obwohl ja das Ende alles andere als positiv ist. Das liegt vorallem am tollen humorvollen Schreibstil von Anna Partlin.
LöschenHier ist auch der Schreibstil sehr gut, aber die Protagonnistin ist Zwanzig und das Zielpublikum auch eher in diesem Alter, was man doch etwas bemerkt. Trotzdem fand ich vorallem Ninas Rückblenden sehr bewegend und den Sarkasmus großartig.
Liebe Martina, ich bin eigentlich eher der "stille Verfolger" deines Blogs, freue mich über jeden deiner Beiträgen und habe durch dich meine Wunschliste bereits um viele Titel erweitert. Dein Blog ist der einzige, den ich regelmäßig und sehr gerne verfolge,zum einen, weil unser Lesegeschmack sehr ähnlich ist, zum anderen, weil ich deine Rezensionen sehr gerne lese. Sie sind aussagekräftig, fundiert und vermitteln mir stets einen guten Eindruck zum Inhalt. Es ist schön, dass du dir diese Arbeit und Mühe machst, deine Leseerlebnusse und Eindrücke mit anderen zu teilen - weiter so!
AntwortenLöschenHerzliche Grüße,
Lexi
Liebe Lexi,
Löschenherzlichen Dank für deine netten und auch aufmunternden Worte, nachdem hier so viele Blogs wegen dem Datenschutgesetz geschlossen wurden. Wir lesen uns bei LB =)
Herzlichst,
Martina
Hallo,
AntwortenLöschenIch war einige Jahre mit einem Mann zusammen, dessen Mutter in dieser Situation war, nach dem sie jahrelange Chemo hinter sich hatte.
Sie sei jetzt soweit gesund, der Krebs könne aber noch wiederkommen.
Sie musste sich regelmäßig untersuchen lassen, und ich glaube, sieben Jahre später haben sie erst gesagt, ok, der Krebs ist geheilt. Diese Zeit war für sie und die ganze Familie schrecklich, wie so ein ständiges Fallbeil über dem Kopf.
Ich muss sagen, mir haben der erste Titel und das alte Cover besser gefallen! Das Buch klingt aber interessant, schöne Rezension. :-)
Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.
LG,
Mikka
Liebe Mikka,
Löschendanke für deine Verlinkung und deinen Kommentar. Ich kenne diese Situation ebenfalls. Mein Schwiegervater, eine sehr gute Freundin und mein Neffe waren an krebs erkrankt, wobei es nur mein Neffe geschafft hat. Bei meiner Freundin wurde zwar nie gesagt, dass sie geheilt wäre, aber es vergingen einige Jahre, wo es ihr halbwegs okay ging bis wieder eine Chemo oder Bestrahlung anstand. Und erst vor wenigen Tagen ist eine Bekannte aus Finnland gestorben, die erst vor 3 Monaten die Diagnose erhalten hat. Ein sehr agressiver Krebs! Sie hinterlässt 2 kleine Kinder - ganz furchtbar! Das Leben schreibt also genung Geschichten dieser Art.
Liebe Grüße
Martina