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Isengrim - Christoph Görg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 392 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldegg Verlag (30. Oktober 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3990603051
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3990603055
    • Genre: historischer Krimi, Zeitreiseroman
    • Reihe: ja - Band 3 um  den Zeitreisenden Niki Wolff



Goldegg Kurzbeschreibung:
Ein mittelalterlicher Jack the Ripper treibt sein Unwesen im Novembernebel des Jahres 1194. Die Bevölkerung schreibt die Verbrechen ob ihrer Grausamkeit einem Werwolf zu und nennt ihn ehrfürchtig „Isengrim“, das Eisengesicht. Der durch einen mysteriösen Unfall ins Mittelalter zurückgeworfene Niki Wolff glaubt nicht an Monster. Gemeinsam mit seinem langsamen, aber gewissenhaften Adlatus Bertram sucht er zwischen den Hurenhäusern und den Palästen der Reichen und Schönen nach dem wahren Täter. Als Niki selbst zum Verdächtigen wird und seine große Liebe Engeltrud ins Visier des Mörders gerät, muss er alles, was er jemals von Sherlock Holmes und Hercule Poirot gelernt hat, in die Waagschale werfen, um Isengrim das blutige Handwerk zu legen.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, als endlich der dritte Band um den Zeitreisenden Niki Wolff Anfang November erschienen ist. Nachdem ich "Troubadour" und "Reliquie" geliebt habe, musste "Isengrim" auf jeden Fall gelesen werden. Nur eine fiese Grippe hat mich diesmal vom zeitnahen Lesen in der Lovelybooks Leserunde leider abgehalten.

Obwohl die drei Bücher zusammengehören könnte man jedes davon einem anderen Nebengenre neben dem Historischen zuordnen. Stand im ersten Band noch die Zeitreise und ein eher jugendlicher Touch im Vordergrund, wurde es im zweiten Band mit dem Kreuzzug nach Akkon sehr historisch und spannend. Bei "Isengrim" wird es - wie der Titel schon vermuten lässt - blutig und historisch kriminell.

Wir sind im Jahre 1194 und Niki und seine Verlobte Engeltrud sind zurück aus Konstantinopel. Sie haben ein kleines Souvenir mitgenommen, denn Engel ist schwanger und die beiden wollen heiraten. Kurz vor der Hochzeit wird jedoch Engels Freundin und Trauzeugin, die Bademagd Magdalena, bestialisch ermordet. Die Bevölkerung ist überzeugt, dass Isengrim, eine Art Werwolf der des Nachts Menschen mordet und quält, wieder unterwegs ist. Bereits vor fünfzehn Jahren wurde er für die Ermorderung junger Frauen verantwortlich gemacht. Der Kremser Bürgermeister, der kurz vor seiner Wiederwahl steht, und der Hauptmann der Stadtwache haben schnell einen Schuldigen gefunden: der Jude Mendel, vor dessen Haustür die tote Bademagd gefunden wurde. Niki glaubt jedoch nicht an seine Schuld und macht sich mit der Hilfe des Stadtwächters Bruno, seinem zukünftigen Schwager Bertram und weiteren Freunden auf die Suche nach dem wahren Mörder. 

Während in den ersten beiden Romanen das Thema der Zeitreise immer einen kleinen Platz in der Handlung erhält, wird es diesmal nur durch Nikis Flashbacks und Gedanken erwähnt. Niki scheint im Mittelalter angekommen zu sein und nur mehr selten an seine wahre Herkunft zu denken. Nur bei seinem Ehrgeiz die Mordfälle aufzuklären hat er Sherlock Holmes, Agatha Christie oder C.S.I. im Kopf. Doch 1194 gibt es noch keine DNA Analyse, Fingerabdruck Scan oder auch ein normales Gerichtsverfahren. So muss er sich mit Hilfe von seinen Freunden und viel List aufmachen den Fall zu lösen, was Christoph Görg mit viel Humor vermittelt.
Gekonnt hat der Autor wieder historische Persönlichkeiten mit fiktiven Figuren verwoben. Viele davon kennen wir schon aus den Vorgängerbänden, einige kommen neu hinzu.
Eine große Hilfe für Niki ist diesmal Bertram, der aufzeigt, dass er nicht nur der schweigsame und schwerfällige Mensch ist, wie wir ihn aus den ersten beiden Bänden kennen, sondern dass er über eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe verfügt. Ohne ihn wäre Niki einige Mal richtig aufgeschmissen gewesen...

Wir sind diesmal viel in Krems unterwegs und obwohl ich in der Nähe wohne, wusste ich zum Beispiel nicht, dass Krems zu dieser Zeit die zweitgrößte Stadt Österreichs war und zudem eine Münzprägeanstalt besaß. Der Kremser Pfennig spielt auch in der Geschichte eine große Rolle, ebenso wie die teilweise illustren Verdächtigen, die gar nicht so wenige sind und Niki - bis zum Ende hin - einiges an Kopfzerbrechen bereiten.
Vorallem die letzten Kapitel konnte ich nur mehr in einem Rutsch durchlesen, denn der Spannungsbogen zog immer mehr an und gipfelt in einem richtigen Showdown. Großartig!


Schreibstil:
Christoph Görg erzählt temporeich, wunderbar humorvoll, detailliert und bildhaft. Die Sprache ist eine Mischung aus dem Mitteralterlichen, sowie modernen Gedankengängen und Flahsbacks unseres Protagonisten. Diesmal kamen allerdings diese amüsanten Gedanken etwas weniger vor und die altbekannte Austropop Lieder waren auch weniger, die Niki auf seiner Laute zupfte. Daran war wohl der erhöhte Krimianteil schuld. Trotzdem hätte ich gerne wieder etwas mehr davon Herr Görg! ;)

Fazit:
Auch der dritte Band konnte mich wieder ausnehmend gut unterhalten. Interessant finde ich die verschiedenen Richtungen, die die drei Bände einschlagen. Ein eindeutiges Genre ist nie ganz zu erkennen, wobei natürlich das Historische den Hauptteil einnimmt. Und nun heißt es wieder lange warten bis der vierte Teil erscheint...

Vielen Dank an den Goldegg Verlag für das Rezensionsexemplar und an Christoph Görg für die wiederholte interessante Leserunde bei Lovelybooks.


 Die Reihe rund um den Zeitreisenden Niki Wolff:

  1. Troubadour: Die Löwenherz-Verschwörung    *Rezi*
  2. Reliquiae: Die Konstantinopel-Mission  *Rezi*
  3. Isengrim: Sieben Tage im November

 

Reliquiae - Christoph Görg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    • Verlag: Goldegg Verlag; Auflage: 1 (20. Oktober 2019)
    • ISBN-10: 3990601350
    • ISBN-13: 978-3990601358
    • Genre: Historischer Roman, Abenteuerroman, Zeitreisen 
    • Reihe: ja - Band 2 zu Troubadour


 
Goldegg Kurzbeschreibung:
Niki Wolff, aus dem Jahr 2017 ins tiefste Mittelalter buchstäblich hineingestolpert, gewöhnt sich nur langsam an sein neues Leben im Dürnstein des Jahres 1193. Dabei muss er nicht nur lernen, mit ungewohnten Sitten, Gebräuchen und Hygienestandards zurechtzukommen, sondern auch mit der Weigerung seiner großen Liebe Engeltrud, für ihn ihre übel beleumundete Tätigkeit als „Bademagd“ aufzugeben.
Herzog Leopold von Österreich und der über Dürnstein herrschende Hadmar von Kuenring haben derweilen andere Sorgen: Der Papst hat sie als Strafe für die Inhaftierung des englischen Königs Richard Löwenherz auf dem Rückweg vom Kreuzzug exkommuniziert. Damit stehen beide trotz des zu erwartenden Lösegeldes vor dem politischen und wirtschaftlichen Ruin. Mit einer unbedachten Bemerkung handelt sich Niki einen undankbaren Auftrag ein: Gemeinsam mit seinem Erzfeind, dem jungen Hadmar, wird er an der Spitze einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus Freiwilligen auf eine lange und gefährliche Reise quer durch Europa geschickt. Ihr Ziel: Konstantinopel. Ihre Mission: Eine Reliquie nach Österreich zu bringen, die es würdig ist, damit selbst einen Papst zu bestechen ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass Christoph Görg einen Folgeband geschrieben hat und Nikis Abenteuer weitergehen!  "Troubadour" war eines meiner absoluten Lesehighlights 2017. Wie auch Band 1 lässt sich die Fortsetzung nicht einem einzigen Genre zuordnen, denn hier treffen sich historischer und Abeteuerroman, sowie Fantasy - durch die Zeitreise, die unser Hauptprotagonist unternimmt.

Damals habe ich mit Niki mitgelitten, als der 19jährige von der Mauer der Burgruine Dürnstein in der Wachau gefallen ist und ins Jahr 1193 katapultiert wurde. Mittlerweile sind sechs Monate vergangen und Niki fühlt sich ganz wohl im frühesten Mittelalter. Mit Edeltrud hat er eine junge Frau an seiner Seite, die er liebt und an Abenteuer mangelt es ebenfalls nicht. Nur ab und zu bereitet ihm sein unüberlegtes Geplapper Schwierigkeiten, wie seine unvorsichtige Bemerkung betreffend eines vierten Kreuzzuges, der eigentlich erst 1202 stattfand. Damit schneidet er sich ins eigene Fleisch, denn nachdem Hadmar von Kuenring und Herzog Leopold von Österreich vom Papst exkommuniziert wurden, soll dieser mit einer ganz besonderen Reliquiae versöhnt werden. Damit beginnt ein mittelalterlicher "Roadtrip" von Dürnstein an der Donau über Wien und den Balkan nach Konstantinopel und zurück.  
Gemeinsam mit dem jungen Hadmar von Kuenring, Ritter Joachim von Senftenberg und Ottokar von Pressburg begibt sich Niki auf der Via Diagonales auf den langen Weg nach Konstantinopel. Im Gefolge auch die Zwillinge Gerwald und Gottfried, Nikis Freundin Engel und ihr Bruder Bertram, sowie Bruder Severinus vom Stift Göttweig.
Interessant war die Beschreibung des mittelalterlichen Wiens, das im frühen Mittelalter noch relativ klein war und deren Straßenbenennungen nun nach der Lektüre mehr Sinn ergeben.
Auf ihren Weg durch den gefürchteten Räuberwald und die Überquerung des Balkangebirges erleben die Männer jede Menge Abenteuer, die mich oft bange umblättern und hoffen ließen, dass auch noch alle gesund und munter in Konstantinopel ankommen. Oftmals mussten sie auf die Heilkunst von Engel zurückgreifen, die trotz großem Widerstand als Mann verkleidet schließlich mit auf die Reise gehen durfte. 

Christoph Görg hat historische Persönlichkeiten und fiktive Personen gekonnt miteinander verwoben. Die Charaktere sind wieder äußerst lebendig dargestellt und man schließt auch die neu hinzugekommen Figuren schnell ins Herz. Man lebt, liebt und lacht mit ihnen. Auch die Gegenden, die Niki und Co. durchqueren werden wunderbar bildhaft beschrieben. Besonders die Stadt Konstantinopel, die zu dieser Zeit ein wahrliches Juwel gewesen muss, wird sehr anschaulich und malerisch dargestellt. Die Reliquien, die sich damals noch in der Stadt befanden, bevor sie erobert und geplündert wurde und sich die religiösen Artefakte wie Sand am Meer vermehrten, müssen wahrlich etwas Besonderes gewesen sein.
Im Prolog erklärt Christoph Görg dem Leser einiges zum Thema Reliquien, deren Handel und Missbrauch. 
Auch die Rückreise gestaltet sich alles andere als einfach und langweilig. Geheimnisvolle Mönche in schwarzen Kutten tauchen immer wieder auf und verfolgen die Reisenden bis nach Venedig. Was es mit ihnen auf sich hat, müsst ihr aber selbst lesen. 

Schreibstil:
Christoph Görg erzählt temporeich, wunderbar humorvoll, detailliert und bildhaft. Die mittelalterlich angepasste Sprache und der jugendliche Sprachgebrauch der Gegenwart, der bei Niki's Flashbacks eingesetzt wird, ergeben einen wunderbaren Mix.
Gefallen haben mir wieder die Austro-Pop Lieder von Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich oder STS, die Niki auf seiner Laute trällert, wie auch Filmzitate oder Anspielungen des Autors auf Asterix.

Im Inneren des Buchrückens befindet sich eine Karte vom Deutsch Römischen Reich bis zum Byzantinischen Reich. Unter "Historische Anmerkungen" erzählt der Autor noch über historische Fakten und Fiktion.

Fazit:
Auch "Reliquiae" ist wieder ein kurzweiliger Lesespaß, der mich begeistert hat. Ein etwas anderer historischer Roman, der mich immer wieder schmunzeln hat lassen und trotzdem jede Menge Geschichte spielerisch vermittelt. Ich finde es großartig, dass der Autor nun auch an einem dritten Band schreibt und kann es kaum abwarten mit Niki wieder neue Abenteuer zu erleben. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Historienfans, aber auch für alle, die einmal einen etwas anderen historischen Roman lesen wollen. Aber...zuerst "Troubadour" lesen!!

Vielen Dank an den Goldegg Verlag für das Rezensionsexemplar und an Christoph Görg für die interessante Leserunde bei Lovelybooks, die wieder unheimlich Spaß gemacht hat.

Die Reihe rund um den Zeitreisenden Niki Wolff:

  1. Troubadour: Die Löwenherz-Verschwörung    *Rezi*
  2. Reliquiae: Die Konstantinopel-Mission

Troubadour - Christoph Görg




    • Gebundene Ausgabe: 460 Seiten
    • Verlag: Goldegg Verlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2017)
    • ISBN-10: 3990600494
    • ISBN-13: 978-3990600498
    • Genre: Historischer Roman, Zeitreise, Fantasy


Goldegg Verlag Kurzbeschreibung:
Als Niki Wolff nach einem Sturz von der schneeglatten Burgmauer der Ruine Dürnstein wieder zu sich kommt, befindet er sich noch am selben Ort, aber nicht mehr in der selben Zeit: Der Kalender zeigt Januar 1193. Seine unfreiwillige Begegnung mit dem Mittelalter sorgt für amüsante Irrungen und Wirrungen, verursacht aber auch ernsthafte Komplikationen, die den Lauf der Geschichte verändern könnten. Bald schon steht Niki nicht mehr nur zwischen den Zeiten, sondern auch zwischen zwei Frauen – und zwischen den Herren von Dürnstein und ihrem prominenten Gefangenen, dem englischen König Richard Löwenherz. Hat Niki den Verstand verloren? Eigentlich will Niki nichts wie zurück nach Hause. Stattdessen hat er schon bald alle Hände voll zu tun, um zu verhindern, dass die Geschichte durch seine Anwesenheit vollkommen aus dem Ruder läuft …

Meine Bewertung: * * * * *

♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur Weltenbummler Challenge


Meine Meinung:
Besonders gespannt war ich auf den Erstling des Autors Christoph Görg, der aus meiner Gegend kommt und dessen Roman in Dürnstein, einem malerischen Ort an der Donau im UNESCO Weltkulturerbe Wachau spielt. Dieser ist nicht allzu weit von meinem Heimatort entfernt. Dürnstein und die nunmehrige Ruine, die über dem Ort thront, spielen neben dem Hauptprotagonisten Niki Wolff und Richard Löwenherz die Hauptrolle.
"Troubadour - die Löwenherz-Verschwörung" lässt sich schwer einem bestimmten Genre zuordnen, auch wenn er durch die Handlung, die überwiegend im Jahre 1193 spielt zu den historischen Romanen zählt. Görg hat allerdings keinen normalen historischen Roman geschrieben, sondern eine Art Mix aus Historie, Abenteuer und einem Schuss Fantasy, einer Zeitreise, die in zeitgenössischer Sprache erzählt wird. Obwohl ich sonst bei Romanen aus dem Mittelalter eine angepasste Sprache für nötig halte, passt der humorvolle Schreibstil der Gegenwart, der trotzdem dem mittelalterlichen Flair nicht vermissen lässt, perfekt.

Aber beginnen wir mit der eigentlichen Geschichte. Niki Wolff erlebt einen Tag, den er nie vergessen wird. Das liegt daran, dass er zur Hochzeit seiner große Liebe Tina eingeladen ist - nur ist er nicht der Bräutigam. Frustriert wandert er mit einer Flasche Wein in der Hand hinauf zur Ruine Dürnstein, wo er sich einst in Tina verliebte. Dabei rutscht er aus und stürzt den Burgberg hinunter. Als er wieder zu sich kommt, stehen eine junge Frau und ein junger Mann in seltsamer Kleidung und mit einem Leiterwagen vor ihm. Niki ist verwirrt und denkt sich, dass er sich seinen Kopf doch etwas mehr angeschlagen haben muss. Doch es dauert nicht lange, bis er bemerkt, dass er sich nicht mehr im Dürnstein der Gegenwart befindet, sondern im Jahre 1193, als der englische König Richard I., genannt Richard Löwenherz, auf der damaligen Burg Dürnstein gefangen gehalten wurde. Eben dorthin wird auch Niki gebracht, der als fremder Eindringling seine Herkunft und sein Begehren erklären soll. Doch außer ein paar Gedankenfetzen kann sich Niki an nichts erinnern. Der junge Hadmar von Kuenring ist vom ersten Tag an sein Gegenspieler, der nichts unversucht lässt, Niki zu demütigen....

Der mittelalterliche Alltag, den Niki nun zu meistern hat, wird mit sehr viel Humor und spannenden Darstellungen erzählt. Dabei helfen ihm das junge Pärchen, das ihm am Fuße der Ruine gefunden hat: Engeltrud, die Tochter des Henkers, und ihrem geistig etwas zurück gebliebenen Bruder Bertram. Nach dem Tode der Eltern sind die Beiden auf sich alleine gestellt. Engel arbeitet als Bademagd, kennt sich mit Kräuter aus und ist für die Zeit eine selbstbewusste junge Frau. Sie kümmert sich um Bertram, der zwar stark wie ein Ochse ist, aber denkt wie ein Kleinkind.

Das Setting entführt uns hinauf zur Burg, wo wir an einem Turnier und einer Wildschweinjagd teilnehmen, aber auch ins Stift Göttweig, das gegenüber am anderen Ufer über die Donau thront. Dort wird Niki fast zu Tode gefoltert und im Örtchen Dürnstein darf er am Narrenfest teilnehmen. Es gibt jede Menge Abenteuer zu bestehen, Intrigen, Verrat und Kämpfe. Auch die Liebe darf nicht fehlen und der Autor spart nicht an einigen Sexszenen.

Christoph Görg hat historische Persönlichkeiten und fiktive Personen gekonnt miteinander verwoben. Die Charaktere sind allesamt sehr lebendig und gut ausgearbeitet. Es gibt Gute und Böse, wobei aber alle ihre Stärken und Schwächen haben. Ich mochte Engel und den mitfühlenden Bertram, die Zwillinge Gerwald und Gottfried, ebenso wie Richard Löwenherz. Die Landschaftsbeschreibungen sind bildhaft und absolut gelungen. Da ich selbst die Gegend kenne, verfolgte ich gespannt die Abstecher nach Göttweig, Krems und zur Ruine Aggstein.

Absolut gelungen fand ich die Szenen, in denen Niki bestimmte Erfahrungen aus der Gegenwart im 12. Jahrhundert anwendet. Seine Wiederbelebungsversuche, eine Erfahrung aus dem Erste Hilfe Kurs, bringen ihn fast als Hexer in Verruf; seine modernen Lieder, die er auf der Laute spielt, haben morbide Texte. Was habe ich mich amüsiert, als Niki "Es lebe der Zentralfriedhof" von Wolfgang Ambros und "Der Durscht bringt mi um" von Uli Bär darauf spielt.
Nikis Erinnerungsvermögen kommt nach und nach zurück. Diese Gedankensplitter werden in kursiver Schrift dargestellt und sind Erinnerungen aus Niki's alten Leben, die völlig unwillkürlich in sein Unterbewusstsein dringen.

Schreibstil:
Christoph Görg hat einen erfrischenden Schreibstil, der sich wunderbar leicht und flüssig lesen lässt. Ein Mix aus der gediegen Wortwahl der Vergangenheit, passend für diese Epoche, sowie der flapsigen Sprache der Gegenwart, die besonders bei Niki's Flashbacks eingesetzt wird. Der Autor hat viele Dialoge miteingebaut.
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, es folgen drei Handlungsstränge und ein Epilog. Unter "Historische Anmerkungen" erzählt der Autor noch über historische Fakten und Fiktion.

Cover:
Noch ein Wort zum wunderschönen Cover. Der deutsch-österreichischen Goldegg Verlag hat ein richtig edles Hardcover erschaffen, das ein wahres Schmuckstück in meinem Bücherregal sein wird. Nicht nur der Schutzumschlag sieht wunderschön aus, auch der Titel am Inneneinband wurde in Gold eingeprägt.

Fazit:
Was für ein Buch! Christoph Görg hat einen großartigen Debütroman rund um die historischen Fakten der Gefangennahme um Richard Löwenherz auf der Burg Dürnstein geschrieben und diese mit einer fiktiven Zeitreise kombiniert. Ihm ist dabei ein grandioser Mix aus historischen und Abenteuerroman gelungen, der einen Mix Fantasy beinhaltet. Ein absolutes Lese-Highlight und eine Empfehlung von mir!

  Vielen Dank an den Goldegg Verlag für das Rezensionsexamplar und die nette Begleitung des Autors bei der Leserunde
 

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