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39 Grad - Quentin Peck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 388 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag, Originalausgabe (22. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734112613
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734112614
    • Genre: Psychothriller
    • Reihe: ja - Band 2 von 2 der Johannsen Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Sie trägt ein weißes Kleid, auf ihrem Gesicht liegt ein unnatürliches Lächeln: So wird eine ermordete Frau in einem Abrisshaus entdeckt. Auf ihrer Haut hat der Täter drei Zahlen hinterlassen. Ein Rätsel – und der Beginn einer Mordserie. Kriminalkommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein folgen der Spur des Serienkillers durch die sommerlichen Felder. Der Psychopath spielt mit ihnen, er schickt seine mörderischen Botschaften direkt an Johannsen. Ein gefährliches Duell beginnt, das unter der brütend heißen Augustsonne unausweichlich auf den fatalen Höhepunkt zutreibt ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nach "Minus 22 Grad" hat Quentin Peck eine Fortsetzung geschrieben, die auf den Vorgänger aufbaut. Man kann zwar "39 Grad" auch alleinstehend lesen, aber glaubt mir, wenn ihr diesen Thriller gelesen habt, wollt ihr Band Eins nicht missen!

Auch diesmal sind wir sofort direkt mitten im Geschehen. Ein Mörder hat es auf Frauen abgesehen, die er zuvor wochenlang stalkt, um sie danach brutal zu töten. Arrangiert werden die Opfer auf öffentlichen Plätzen. Alle tragen ein weißes Kleid, das Gesicht zu einem unnatürlichen Lächeln verunstaltet. Außerdem hinterlässt der Mörder immer wieder eine andere dreistellige Zahl, die Kriminalkommissar Lukas Johannsen Kopfzerbrechen verursacht. Gemeinsam mit Profilerin Berit Pernstein versucht er hinter das Spiel des raffinierten Täters zu kommen. Die Botschaften werden bald persönlich, denn der Mörder hat mit Lukas noch eine Rechnung offen. Das führt dazu, dass er vom Fall abgezogen wird. Doch wer Lukas kennt weiß, dass er nicht ans Aufgeben denkt....

Schon der erste Fall hat mir sehr gut gefallen. Mit "39 Grad" legt der Autor nochmals nach und lässt einem das Buch nur schwer aus der Hand legen. Leider konnte ich nicht immer so lesen, wie ich gerne gewollt hätte, denn dann hätte ich den Thriller wohl innerhalb eines Tages verschlungen.
Das Kopfkino ratterte ununterbrochen, denn jede Szene wird so bildgewaltig dargestellt, dass man direkt in der Handlung lebt und an den Seiten klebt. 
Die Leserunden mit dem Autor sind immer wieder äußerst unterhaltsam. Er nimmt uns Leser direkt mit und verwirrt uns zusätzlich mit seinen perfiden Gedanken. Quentin Peck versteht es, den Leser auf falsche Fährten zu locken und mit überraschenden Wendungen zu punkten. Aber er verbreitet auch Hoffnung, wo man trotz allem weiß, dass sie vergebens sein wird.

Quentin Pecks Schreibstil ist direkt, temporeich und knackig. Die Handlung lebt vom spannungsvollen Wechsel zwischen Erwartung und unerwarteter Wendung.
Die Rückblicke in die Vergangenheit des Täters lassen einem oft sprachlos zurück. Der Autor versteht es, die menschliche Psyche und die Auswirkungen von dramatischen Ereignissen schonungslos einzubauen und darzustellen. 
Hatte ich im ersten Teil noch den kleinen Kritikpunkt, dass Lukas als ermittelnder Kommissar zu wenig im Mittelpunkt steht und etwas blass bleibt, ist er im zweiten Teil omnipräsent. Er ist mir schnell ans Herz gewachsen und hat gemeinsam mit Berit den Fall getragen.

Gegen Ende nimmt die Handlung eine Wendung, die ich zwar geahnt/befürchtet habe, die mich aber dennoch überrascht, aber vor allem sprachlos zurückgelassen hat.

Fazit:
Ein temporeicher, intelligenter Psychothriller, der die tiefsten menschlichen Abgründe aufzeigt und der einem atemlos zurücklässt. Packend und eine große Empfehlung für Psychothriller-Fans!


Vielen Dank an Lovelybooks und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar, sowie für die tolle Begleitung des Autors bei der Leserunde

Minus 22 Grad - Quentin Peck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (25. Dezember 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734112621
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734112621
    • Genre: Thriller
    • Reihe - ja - Band 1 der Johannsen Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Ein Tag im Winter, kurz vor Mitternacht. Laura Gehler ist mit ihrem Trekkingrad im tief verschneiten Wald unterwegs. Wie aus dem Nichts taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und überwältigt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas. Zwischen Laura und ihrem Entführer beginnt ein tödliches Spiel: Sie muss das Rätsel des Käfigs lösen – sonst wird sie sterben. Lauras Mutter bekommt zeitgleich eine unheimliche Botschaft: eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift eines nie gefassten Mörders. Soll Laura sein nächstes Opfer werden? Lukas macht sich bereit, in der Winterkälte ein Phantom zu jagen ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Da dachte ich mir doch noch vor kurzem, dass ich von einem bestimmten Autor schon lange keinen neuen Thriller mehr gelesen habe. Und prompt kommt mir das Foto von Quentin Peck bei der Lovelybooks Leserunde sehr bekannt vor. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass der Autor unter einem neuen Pseudonym und bei einem neuen Verlag seinen neuen Thriller "Minus 22 Grad" veröffentlicht hat.

Laura Gehler, eine Fotografie-Studentin, ist mit ihrem Rennrad unterwegs - trotz klirrender Kälte und spät abends - als sie gezielt von einem Auto verfolgt, gerammt und anschließend entführt wird. Sie erwacht in einem Plexiglaskäfig und soll das Rätsel lösen, warum sie entführt wurde - sonst droht ihr der Tod. Laura hat nur wenige Tage Zeit um herauszufinden, dass der Grund ihrer Entführung in einer alten Schuld aus ihrer Vergangenheit liegt. Doch wem hat sie so derart geschadet?

Ihre Mutter, eine erfolgreiche Politikerin, erhält nach einigen Tagen eine Barbiepuppe mit den Sterbedaten ihrer Tochter, Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin eine Ähnlichkeit zu einem alten Fall, dem des Puppenmörders, den er in der Vergangenheit nicht abschließen konnte.
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Ariane kennen, eine Zoologin, die sich nach dem Tod ihres Mannes in ein einsames Häuschen am Waldrand zurückgezogen hat. Dort trifft sie auf Tom, der beim Eislaufen am nahen Teich im Eis einbricht und dem sie das Leben rettet.

Man ist von Beginn an direkt mitten in der Geschichte. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven in kurzen und knappen Sätzen. Dies verwirrt zu Beginn etwas, denn man erkennt keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Handlungssträngen, denn Quentin Peck hat seinen Plot raffiniert aufgebaut. 

Der Autor ist seinem Schreibstil treu geblieben, der temporeich und knackig ist. Man erkennt auch, dass er als Fernsehjournalist und -produzent arbeitet, denn es wird oftmals bildgewaltig, wenn es rauscht, knistert, tropft oder raschelt.
Überraschende Wendungen locken oftmals auf falsche Fährten und das Kopfkino rattert ununterbrochen.
Neben den Blick auf die Hauptcharaktere, entführt uns der Autor auch in die Gedankenwelt des Entführers. Zusätzlich gibt es alte Tonaufzeichnungen, die eingestreut werden.
Nach und nach erkennt man auch, dass Laura nicht wirklich die sympathische junge Frau ist, die wir zu Beginn kennenzulernen glaubten. 
Manche der Figuren handeln seltsam und man kann sie nicht wirklich einordnen, was die Spannung erhöhen soll. Man rätselt, wer diese Charaktere wirklich sind, was sie verbergen und welche Geheimnisse sie haben. Obwohl der eigentliche Personenkreis nicht sehr hoch ist, sind alle verdächtig und nicht wirklich sympathisch. Manche Handlungen einzelner Figuren konnte ich nicht immer nachvollziehen und hat mir nur ein Kopf schütteln eingebracht. 

Etwas überrascht hat mich, dass der ermittelnde Kommissar Lukas Johannsen sehr im Hintergrund agiert und fast zur Nebenfigur mutiert. Mir blieb er auch deswegen viel zu blass.

Das Ende lässt erahnen, dass es einen weiteren Band um Lukas Johannsen geben wird, denn der klitzekleine Cliffhanger sorgte für ein kurzes überraschendes Luft holen meinerseits und lässt auf ein weiteres spannendes Abenteuer hoffen.

Fazit:
Ein temporeicher Thriller mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die am Ende gekonnt zusammen führen. Die Figuren bleiben teilweise jedoch etwas blass und der Spannungsbogen fällt in der Mitte etwas ab. Der Plot ist allerdings raffiniert aufgebaut und hat mir sehr gut gefallen.


Vielen Dank an Lovelybooks und an Blanvalet für das Rezensionsexemplar! Danke auch an die tolle Begleitung des Autors.

Der Kratzer - Oliver Ménard



    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (3. Dezember 2018)
    • ISBN-10: 3426522373
    • ISBN-13: 978-3426522370
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 3 mit Christine Lenève


Knaur Kurzbeschreibung:
Der Kratzer. So nennt die Berliner Mordkommission den Killer, der seine Opfer ausbluten lässt und Nachrichten in ihre Haut ritzt. Vor sieben Jahren ist er Kriminalkommissar Tobias Dom knapp entwischt, nun wird Doms Ex-Frau überfallen und der Name der gemeinsamen Tochter in ihren Oberschenkel geritzt. Der Kommissar bittet die Journalistin Christine Lenève um Hilfe. Gemeinsam folgen sie einer Spur ausgerechnet in jene psychiatrische Anstalt, in der Dr. Lindfeld einsitzt. Und der Psychiater hat mit Christine noch eine Rechnung offen...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Die Bücher der Reihe können auch unabhängig voneinander gelesen werden

Meine Meinung:
Mit dem dritten Band rund um die Journalistin Christine Lenève hat Oliver Ménard nun den Abschlussband seiner Thriller Reihe veröffentlicht.

"Der Kratzer" - so wird der Serienmörder von den Journalisten genannt und Tobias Dom verbindet mit ihm sein unverzeihliches Versagen in der Vergangenheit. Fast überführt und verhaftet, entkommt dieser vor sieben Jahren durch seine Schuld und scheint nun Rache zu üben. Dom's Exfrau ist eine der ersten Opfer. Der Name der gemeinsamen Tochter Emma ist in ihren Oberschenke geritzt. Tobias Dom versucht über die damals hinzugezogenen Psychiater und Profiler nochmals in die Gedankenwelt des Täters durchzudringen, doch drei von zwei leben nicht mehr und der einzige Überlebende, Dr. Lindfeld, sitzt selbst in der psychatrischen Anstalt. Dieser möchte allerdings nur mit Christine Lenève sprechen, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen....

Oliver Ménard hat seinen Thriller psychologisch raffiniert aufgebaut. In wechselnden Perspektiven erleben wir die Gedankengänge von Tobias und Christine, erhalten aber auch Einblicke in die des Mörders. Gewohnt temporeich, mit knappen Dialogen und mit viel Liebe zum Detail, entführt der Autor seine Leser in die irre Gedankenweltwelt seines Täters. Christine und Tobias, die nur gezwungener Maßen zusammenarbeiten, bleibt der Kratzer lange ein Rätsel. Während Tobias Dom um seine Tochter bangt, etwas planlos ist und nur schwer einen klaren Gedanken fassen kann, kommt Christine dem Serienmörder langsam auf die Spur. Wie schon in den Vorgängerbänden ist Christine die treibende Kraft und die eigentliche Hauptprotagonistin. Tobias Dom nimmt weiterhin eine untergeordnete Rolle ein, obwohl es seinem Umfeld an den Kragen geht.
Der hohe Spannungslevel gleich zu Beginn wird fast immer gehalten und endet in einem grandiosen Finale.

Christine ist weiterhin nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, auch wenn wir ihr am Ende des Thrillers etwas näher kommen. Sie polarisiert und arbeitet immer am Limit. Sie sucht förmlich die Gefahr und bringt sich bewusst in kritische Situationen. Einzig Albert ist ihr ruhender Pol. Dieser letzte Teil ist wohl Christines persönlichster und bringt sie zurück an die Schauplätze ihrer Vergangenheit.

Etwa hundert Seiten vor dem Ende wird der Täter gefasst. Und ich habe mich gefragt, was jetzt wohl noch kommen mag.... Mit einer absolut unvorhersehbaren Wendung hat mich der Autor danach richtig überrascht und ich habe am Ende den Thriller fassungslos zugeschlagen. Obwohl diese Wendung absolut gelungen ist, fand ich den Lauf der Dinge nicht ganz glaubwürdig. Das ist auch der Punkt, warum ich diesmal keine fünf Sterne für den Thriller aus der Feder von Oliver Ménard vergebe. Für mich waren die beiden Vorgängerbände schlüssiger. Trotzdem kann ich die Reihe allen Thrillerliebhabern, die es temporeich, blutig und fesselnd mögen, ans Herz legen.

Fazit:
Der Abschluss der Reihe steht den Vorgängerbänden in nichts nach, ist gewohnt fesselnd und mitreißend. Der überraschende und dramatische Wendepunkt hundert Seiten vor Schluss ist zwar genial ausgedacht, für mich war dieser jedoch nicht ganz schlüssig und etwas unglaubwürdig. Zugegeben....das ist meckern auf hohem Niveau. Auf jeden Fall kann ich aber die gesamte Reihe jedem Thrillerfan ans Herz legen.

Vielen Dank an den Autor für die Bereitstellung des Leseexemplares!

Die Reihe rund um Christine Lenève:
  1. Federspiel  *Rezi*
  2. Das Hospital  *Rezi*
  3. Der Kratzer

Das Hospital - Oliver Ménard




    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (1. Februar 2017)
    • ISBN-10: 3426519720
    • ISBN-13: 978-3426519721
    • Genre: Thriller 
    • Reihe: ja - 2. Fall für Christine Lenève


Knaur Kurzbeschreibung:
Als eine Wasserleiche ohne Lippen in der Spree gefunden wird, folgt die Journalistin Christine Lenève der Spur des Mörders. Ihre Recherche führt sie in die Gesellschaft der Superreichen und ihres Handlangers, genannt »der Eismann«. Vor Publikum inszeniert der Unbekannte seine Morde. Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch Luxusvillen und ein verfallenes Hospital kommt es zur Konfrontation zwischen Christine und dem Killer. Zwischen den beiden beginnt ein knallhartes Psychospiel - doch der Eismann hat einen Plan ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden

Meine Meinung:
In einer sehr aktiven und lustigen Leserunde bei Lovelybooks durfte ich gemeinsam mit dem Autor seinen neuen Thriller "Das Hospital" lesen. Mit seinem Debüt "Federspiel" *meine Rezi*  hat sich Oliver Ménard eine hohe Latte gelegt, die er mit seinem zweiten Buch problemlos halten konnte.

In Berlin liegt eine brütende Hitze über der Stadt, als aus der Spree eine weibliche Leiche gefischt wird. Dem Opfer wurden die Lippen entfernt. Als Albert seine Lebensgefährtin Christine Lenéve von einer Auslandsreise vom Flughafen abholt, entdeckt er auf der Titelseite das Foto der Toten. Es ist seine frühere Kollegin und Freundin Nana. Beide arbeiteten verdeckt als Hacker im Untergrund, bevor Albert als Wirtschaftsredakteur zu einem Fernsehsender wechselte. Nana hatte sich besonders auf Pharmakonzerne eingeschossen, wobei ihr jedes Mittel recht war. Gemeinsam mit Christine und Benno, dem aktuellen Freund von Nana, versuchen sie dem Mörder auf die Spur zu kommen. Sie rechnen jedoch nicht mit einem eiskalten Serienkiller, der ein ganz besonderes Tötungsritual verfolgt....

Verschiedene Handlungsstränge machen es zu Beginn nicht ganz einfach in die Geschichte zu finden. Mit der ermittelnden Journalistin Christine Lenéve hatte ich bereits in "Federspiel" ein paar Probleme, was sich auch nicht im zweiten Teil geändert hat. Die Journalistin polarisiert und ist absolut kein Sympathieträger. Ihre teilweise sehr unüberlegten Alleingänge machen die Mörderjagd zwar spannender, ließen mich aber sehr oft den Kopf schütteln. Christine ist spontan, furcht- und kompromisslos. Sie handelt oft ohne zu denken und ist dabei auf der anderen Seite sehr intelligent und durchdacht. Eine Frau mit Widersprüchen!

Oliver Ménard zeichnet hier einen sehr eigenwilligen Charakter, der mit uns Lesern spielt und nicht um Sympathiepunkte bettelt. Das bereits in "Federspeil" angedeutete Problem von Christine wird auch in Teil 2 nicht gelöst, jedoch erfahren wir ein paar neue Einzelheiten zum Tod ihres Vater.
Als Gegenpart ist der ruhige Albert einfach perfekt. Bevor er handelt, überlegt er dreimal. Dass es trotzdem auch hier zu Reibereien kommen kann, ist jedoch aufgesetzt.
Unser Ermittler in den Mordfällen, Kommissar Tobias Dom, bleibt dem ganzen Roman über nur eine Randfigur und bekam seine Auftritte nur zu Beginn und am Ende des Thrillers. Christine ist und bleibt auch in Teil 2 die führende Kraft.

Oliver Ménard kann definitiv schreiben! Seine beiden Thriller leben von seinem detailverliebten und flüssigen Schreibstil. Wortwitz und Tempo lassen einem durch die Seiten fliegen. Nicht verschweigen sollte man allerdings einige brutale Grausamkeiten, die dieser Thriller ebenso beinhaltet. Die Auflösung ist logisch und alle Puzzlesteinchen ergänzen sich zu einem schlüssigem Gesamtbild.

Schreibstil:
Auch der zweite Thriller des Autors glänzt vorallem durch seinen mitreißenden Schreibstil, der sprachlich sehr gelungen und sogar leicht literarisch angehaucht ist. Von Beginn an gibt es einen hohen Spannungslevel, der allerdings nicht immer gehalten werden kann.
Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt: "Sieben", "Eisiges Herz" und "Das Blut der Väter". Erzählt wird in der dritten Person aus der Sicht von Christine. Es gibt aber auch Einblicke in die Psyche des Mörders, die besonders spannend sind.

Fazit:
"Das Hospital" ist ein mitreißender und rasanter Thriller, der sich nicht hinter seinem Debüt verstecken muss. Der große Pluspunkt ist eindeutig der grandiose Schreibstil des Autors. Gerne gebe ich wieder 4 1/2 Sterne und freue mich schon auf die Fortsetzung.
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und ganz besonders an den Autor, der jede Leserunde zu einem einmaligen Erlebnis macht!

Federspiel - Oliver Ménard



    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (1. September 2015)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 342651656X
    • ISBN-13: 978-3426516560
    • Genre: Thriller



Droemer Kurzbeschreibung: 
Er liebt junge Frauen. Er holt sie sich. Niemand kann ihn stoppen. Als die Fernsehmoderatorin Sarah Wagner spurlos verschwindet, nimmt eine Journalistin die Jagd nach dem unbekannten Entführer auf: Christine Lenève. Eine Frau, die unbeirrbar ihrem Instinkt folgt. Die Spur führt sie zurück in die Vergangenheit - zu Ikarus, dem gefährlichsten Serienmörder der DDR. Stets hinterließ er eine Feder am Tatort und schickte die Asche seiner Opfer an die Eltern. Hat der Psychopath wieder zugeschlagen? Bei ihren Nachforschungen gerät Christine in ein doppelbödiges Spiel, bei dem sie ihr Leben riskiert.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Die Fernsehmoderatorin Sarah Wagner verschwindet spurlos. Ihr Chef setzt nicht die Polizei für die Ermittlungen ein, sondern die Journalistin Christine Lenève, die ein ausgezeichnetem Gespür für kriminalistisches Denken und Handeln hat. Gemeinsam mit Albert, einem ehemaligen Hacker und Kollegen von ihr und der verschwunden Sarah, verfolgt sie jede nur erdenkliche Spur. Diese führt zu Ikarus, einem gefährlichen Serienmöder aus der DDR....

Meine Meinung:
Bei der Leserunde mit dem Autor Oliver Ménard konnte ich, wie viele meine Mitleserinnen, gar nicht glauben, dass dies hier ein Debüt ist! Die Latte für seine nachfolgenden Thriller hat sich der Autor damit gleich sehr hoch gelegt, denn "Federspiel" ist Spannung von der ersten bis zu letzten Seite!

Schon zu Beginn stalken wir gemeinsam mit dem Täter die Fernsehmoderatorin Sarah Wagner durch die Dachluke ihrer Wohnung im Obergeschoß, was wohl einigen Leserinnen Schwierigkeiten beim Einschlafen bereitet hat! Thriller, die uns in unseren eigenen vier Wänden unwohl fühlen lassen, sind immer sehr effizient. Nach der Misshandlung und anschließenden Entführung des Opfers begeben wir uns mit Christine Lenève auf die Suche der verschwundenen Moderatorin. Die Journalistin wurde vom Chef Sarahs beauftragt seine Angestellte zu finden, da die Polizei nicht von einem Verbrechen ausgeht. Gemeinsam mit Albert, einem alten Freund und ehemaligen Hacker, beginnt sie nachzuforschen und entdeckt den Fall Ikarus, einem Serienmörder aus der ehemliagen DDR. Da es in der damaligen Form Deutschlands keinen Serienmörder geben durfte, sind die Beweise sehr dünn gesät. Doch der ehemalige Kommissar Erik Bergmann, hat bis heute nicht mit den Verbrechen abgeschlossen, denn er konnte den Serienmörder während seiner aktiven Zeit nie überführen. So ist er sofort dabei, als Christine und Albert ihn um Hilfe bitten.

Unvorhersehbare Wendungen, sowie die Gedanken des Täters, erhöhen die Spannung. Das Thema DDR wurde ebenfalls angeschnitten und mit in die Thrillergeschichte verwoben. Dabei teilte der Autor sowohl gegen Ost und West aus und hebt die Differenzen der beiden, nun vereinten Länder, hervor. Man fühlt sich manchmal etwas zweigeteilt, wie das damalige geteilte Berlin, die Stadt, in der dieser Thriller spielt. (Als Österreicherin habe ich natürlich nicht diesen Bezug, wie meine deutschen Kolleginnen in der Leserunde).
Natürlich gibt es auch jede Menge Bezug zu den titelgebenden Federn, die der Mörder am Tatort zurücklässt.

Mit einer Journalistin als Ermittlerin, haben wir es diesmal mit einer eher untypische Hauptprotagonistin in einem Thriller zu tun. Irgendwie scheint dies im Moment "in" zu sein, denn in letzter Zeit hatte ich eine Sozialarbeiterin,  eine Nachlassverwalterin, eine Schöffin und einen Beamten aus dem Büro "der einsamen Toten" als Ermittler.......alles sehr kreativ =)
Doch mit Christine Lenève haben wir auch einen sehr eigenwilligen Charakter. Sie ist eine kleine, aber sehr toughe Frau. Anfangs wurde ich nicht ganz warm mit ihr, doch im Laufe der Handlung wächst sie über sich selbst hinaus und bleibt trotzallem menschlich und verletzlich. Einzig ihre völlig leichtsinnigen Alleingänge brachten mich um meine sämtlichen Fingernägel, doch gerade solche Szenen erhöhen die Spannung in Büchern wie diesem - sehr gekonnt eingesetzt von Oliver Ménard! Ein bisschen Klischee durfte dabei auch nicht fehlen....die verschlossene und energische Journalistin hat um sich ein Schutzschild aufgebaut, dass sie vor zu tiefreichenden Gefühlen schützen soll. Der Tod ihres Vaters und das Problem, das sie damit mit sich herumträgt, wird in "Federspiel" angedeutet, aber  nicht gelöst. Einer Fortsetzung steht somit nichts mehr im Wege. Gerne würde ich eine Fortsetzung mit dieser einzigartigen "Ermittlerin" lesen...

Wegen der anfangs kleinen Schwierigkeiten mit manchen der Protagonisten und einem kleinen Hänger im letzten Drittel vergebe ich sehr gute 4 1/2 Sterne.

Schreibstil:
Das Buch selbst in in drei Abschnitte unterteilt, die "Asche", "Ikarus" und "Der unsichtbare Gorilla" benannt wurden. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und so lässt sich der Thriller sehr gut lesen. Der große Pluspunkt neben der Spannung ist jedoch der Schreibstil des Autors! Der Plot und die Auflösung ist stimmig, Wortwitz und Tempo sind gut gewählt und man fühlt sich bestens unterhalten, auch wenn manche (grausamen) Stellen sehr detaillreich beschrieben werden.

Cover:
Hier muss ich auch noch das wunderschöne Cover erwähnen! Der Grafiker hat hier wirklich eine tolle Arbeit gemacht und die Schrift in 3-D "veredelt" es noch. Wirklich toll!

Fazit:
Ein tolles Thrillerdebüt eines Autoren, den ich mir merken muss. Spannung vom Anfang bis zum Ende mit einer eigenwilligen Journalistin als Ermittlerin. Einer Fortsetzung bin ich nicht abgeneigt und hoffe auf weitere spannende Fälle!




Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und dem Autoren für die wirklich tolle und sehr aufschlussreiche Begleitung während der Leserunde
 

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