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Home Story - Cleo Konrad

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe, 1. Auflage  (29. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757702050
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757702052
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Der Steingruberhof ist ein abgeschiedener Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Als dort in einem flirrend heißen Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der charismatischen Gründerin hat sie früher selbst in der Kommune gelebt. Nach dreizehn Jahren kehrt sie zurück. Doch der Ort, der einst ihre Heimat war, erscheint ihr nun fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten stößt Eva auf eine Mauer des Schweigens. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird ihr: Dieser Hof verbirgt mehr als ein Geheimnis - und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller von Cleo Konrad und mich konnte er von Beginn an begeistern. Wir befinden uns am Steingruberhof, einem ökologisch geführten Selbstversorgerhof, der ziemlich abgelegen liegt. Dort lebt eine eingeschworene Gesellschaft von Menschen, eine Kommune. Als eines Tages eine Investigativ-Journalisten dort herumschnüffelt und die Bewohner um ein Interview bittet, wird sie verjagt. Am nächsten Tag wird sie unweit des Hofes tot aufgefunden. Sehr schnell stehen die Bewohner unter Verdacht. Eva, die Tochter der Hofbesitzerin, wird als Anwältin nach jahrelanger Abwesenheit zu Hilfe geholt und kehrt eher widerwillig von München zurück in ihr ehemaliges Zuhause. Als Umweltanwältin hat sie nicht wirklich die Kenntnisse, wie eine Rechtsanwältin oder ein  Verteidiger. Trotzdem versucht sie zu helfen und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Bald erkennt sie, dass die Menschen am Hof ein Geheimnis verbergen....

Der Thriller lebt vor allen von den starken Charakteren und der tollen Atmosphäre.
Obwohl zu Beginn sehr viele Figuren eingeführt werden, hatte ich sehr schnell ein Bild von jedem Einzelnen des Steingruberhofes. Die Charaktere sind nämlich sehr individuell und das macht sie einzigartig.
Den ökologischen Selbstversorgerhof führt Wilma in fünfter Generation. Sie ist die "übermächtige Hofmutter", die ein Herz für gescheiterte und hilfsbedürftige Existenzen hat. Dazu gehören das Hippiemädchen Blossom und ihr Mann Kai; der verletzte und sensible Teddy; seine kleine Schwester Toni, die immer die Ferien am Hof verbringt und gerne Detektiv spielt; die ehemalige Umweltaktivistin Katja, ihre Schwester Mel mit den Kindern; Heidrun, die größte Stütze von Wilma, deren drogenabhängiger Enkel Merlin; Irina, tschetschenischer Flüchtling und ihr Mann Ralph, Biologe und Imker.
Am Beginn des Thrillers findet man ein zusätzliches Personenregister. Ich habe es nicht benötigt, denn man merkt sich die einzelnen individuellen Charakter sehr schnell. Auch eine Karte des Hofes und der Umgebung ist abgedruckt.

Erzählt wird außerdem aus mehreren Perspektiven und zwar aus der Sicht von Wilma, Eva, Toni und Teddy. Dazwischen gibt es Einschübe in kursiver Schrift von einer Person, die gefangen gehalten wird. 
Besonders gut haben mir die Kapitel von Toni gefallen, die als Hobby-Detektivin eine relativ gute Spürnase hat und gut beobachtet. Dadurch gerät sie aber auch bald in große Gefahr. Ihre Kapitel hat die Autorin kindgerecht wiedergegeben, was manch anderen Autor:innen nicht immer authentisch gelingt. 

Der Umgang mit Wilmas Demenz wird von Cleo Konrad sehr einfühlsam dargestellt. Man erfährt sowohl Wilmas Gedanken dazu, als auch die Reaktionen ihres Umfeldes. Es macht Wilma jedoch zu einer unzuverlässigen Erzählerin.

Die Atmosphäre und das Setting ist absolut gelungen. Die flirrende Hitze und die Probleme wegen Ernteausfällen der Selbstversorger passten perfekt zur Hitzewelle, die bei uns herrschte, als ich das Buch gelesen habe. Man spürt den Zusammenhalt der Gemeinschaft, aber auch die unterschwellige Bedrohung. Als Leser ahnt man, dass der Mörder am Steingruber Hof leben muss. Dadurch gewinnt die Lage an Brillanz. Mit einigen überraschenden Twists hält die Autorin die Spannung und lässt mich meine Ideen immer wieder verwerfen. Bei einer Sache hatte ich allerdings den richtigen Riecher.
 
Der einzige Minuspunkt aus meiner Sicht ist die Länge. Die rund fünfhundert Seiten hätten problemlos gekürzt werden können, was der Spannung zusätzlich zugutegekommen wäre.

Fazit:
Ich fand den Thriller richtig gelungen, empfand ihn aber eher als Krimi. Bei der Leserunde gab es gemischte Meinungen, aber ich empfehle ihn wirklich sehr gerne weiter! Wer komplexe Geschichten und sehr charismatische Figuren mag, ist hier richtig.



Der Fjord - Sarah Goodwin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe; 1. Auflage (27. April 2026)
    • Übersetzer: Michael Krug
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404196643
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404196647
    • Originaltitel: ‎ The Serial Killer's Party
    • Genre: Thriller


Lübbe Kurzbeschreibung:
Ein luxuriöses Anwesen an der norwegischen Küste - weißer Sand, kristallklares Wasser und ein atemberaubender Blick auf den Fjord. Als Amelia die Einladung zur legendären Sommerparty der Familie Fowley erhält, weiß sie: Das ist ihre Chance! Denn es war auf der Party der Fowleys im Vorsommer, als ihre Schwester Rose zum letzten Mal gesehen wurde. Getarnt als Freundin eines Gasts, dringt Amelia in die schillernde Welt der Reichen und Mächtigen ein. Wird sie hier endlich erfahren, was mit ihrer Schwester geschah? Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird ihr Spiel ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Von Sarah Goodwin habe ich bereits alle ihre auf deutsch übersetzten Thriller gelesen: Die Insel, das Resort und die Yacht. Sie haben mir sehr unterschiedlich gefallen und nicht immer war ich derselben Meinung bei den Bewertungen, wie andere Leserinnen. Das ist aber auch gut so, denn Geschmäcker sind verschieden.

Mit "Der Fjord" hat Sarah Goodwin einen weiteren spannenden Thriller geschrieben. Amelia Spencer ist Anwältin. Seit längerer Zeit gilt ihre jüngere Schwester Rose als vermisst. Als die Polizei die Suche einstellt, beschließt Amelia selbst nachzuforschen. Vor einiger Zeit hat sie im Haus von Rose eine mysteriöse Einladung zu einer Party in Norwegen gefunden. Die Fowleys haben dort am Fjord ein Luxusanwesen und laden jedes Jahr zu einer exzessiven dreitägigen Party ein. 
Amelia beschließt die Suche vor Ort zu betreiben. Sie ändert ihr Aussehen und wird zur Personal Trainerin. Tatsächlich gelingt es ihr, die Freundin von Ford Fowley zu werden Er ist der Cousin von Lawrence Foley, dem Besitzer des Anwesens. Ford nimmt sie zur nächsten Party bei den Fowleys mit - ein Jahr nachdem Rose diese besucht hat. Amelia hat genau drei Tage Zeit herauszufinden, was damals mit ihrer Schwester passiert ist und ob sie noch lebt....

Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Danach wird das Tempo allerdings zurückgenommen und die Story wird langsam aufgebaut. Wir erfahren mehr über Amelias Beziehung zu Rose und wie sie ihre Nachforschungen plant. Als sie mit Ford am Anwesen der Fowleys ankommt, sind sie jedoch nicht im Haupthaus einquartiert, sondern in einer der diversen Gästehäuser. Amelia versucht in das gut gesicherte Anwesen einzudringen und mehr herauszufinden, während die erste Party startet..... 

Ab hier wurde es für mich ein bisschen unglaubwürdig. Amelias Eindringen ins Haupthaus, die seltsamen Dinge, die geschehen und niemand nimmt irgendwie Anstoß daran...selbst als Menschen sterben. Die Grundstimmung ist von großem Misstrauen geprägt und die Spannung bleibt in diesem Abschnitt trotzdem etwas gedämpft.

Das norwegische Setting war leider wenig spürbar. Die Party hätte auch an jedem anderen Ort spielen können. Die glamouröse Welt der Reichen und Schönen gibt vor allem ein Bild von selbstverliebten Snobs ab, die am zweiten und dritten Tag komplett die Kontrolle durch Alkohol und Drogen verlieren. Macht wird hier rücksichtslos ausgespielt, Empathie ist längst verschwunden und selbst der Tod wird zur Randnotiz: High Society in ihrer abscheulichsten Form.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und bleiben gewollt undurchsichtig. Lawrence, der Besitzer und Gastgeber, seine machthungrige Familie und die dekadenten Partygäste, sind alles tolle Figuren. Manche sind besser ausgearbeitet, manche bleiben mehr Randfigur. Verdächtig sind sie alle und so versucht man die ganze Zeit herausfinden, wer ein falsches Spiel spielt und was hier eigentlich passiert. 
Amelia selbst ist getrieben und möchte unbedingt herausfinden, was mit Rose passiert ist. Dabei verhält sie sich unklug und unglaubwürdig. Für eine Anwältin kam mir ihr Verhalten oftmals viel zu naiv vor, auch wenn ihr Antrieb emotional vollkommen nachvollziehbar ist. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass ihre Entwicklungen eher dem Plot angepasst wurden.

Leider verlaufen auch einige Handlungsstränge im Sand, genauso wie oftmals angesprochene Auffälligkeiten, die im Endeffekt doch keine Rolle spielen.
Im letzten Abschnitt wird es richtig fesselnd und die Spannung zieht gewaltig an. Die Autorin greift auf einige unerwarteten Plot-Twists zurück, die richtig Action in die Story bringen. Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet, jedoch fehlte mir das eigentliche Motiv für die Morde.
Das macht die Geschichte zu keinem schlechten Buch, denn packende Spannungslektüre ist "Der Fjord" - trotz unpassenden Titel - trotzdem.  

Cover:
Die Suche nach dem Original hat mich etwas verwirrt, denn unter den angegebenen Titel fand ich nur dieses Buch von Amy Cunningham. Es handelt sich dabei tatsächlich um "Der Fjord", den die Autorin unter einem Pseudonym geschrieben hat. Ob es sich um ein älteres Werk handelt, welches neu übersetzt wurde oder um ein neues Buch, fand ich nicht heraus. Und warum unter einem anderen Namen? Wenn ihr mehr darüber erfahren könnt, lasst es mich bitte wissen. 

Fazit:
Ein toller Plot und vor allem zum Ende hin einige unerwartete Twists, die die Spannungskurve stark ansteigen ließ. Jedoch fand ich einige Aktionen etwas unglaubwürdig und nicht wirklich stimmig. Zusätzlich gab es noch einige Handlungsstränge, die im Sand verliefen und Hinweise, die im Endeffekt keine Rolle spielten.  Ein "Popcorn-Thriller" für ein spannendes Wochenende - nicht mehr und nicht weniger.

Vielen Dank an die Lesejury und an Lübbe für das Rezensionsexemplar!

[Die Ärztin] Gefährlicher Besuch - Meike Dannenberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe, 1. Auflage  (30. März 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404196635
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404196630
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 2 der Reihe um Dr. Eva Mares



Lübbe Kurzbeschreibung:
Ein Jahr nach den alptraumhaften Ereignissen in Bremen hofft die Gynäkologin Dr. Eva Mares auf Ruhe. Doch der Neuanfang auf dem Land steht unter keinem guten Stern: Ihre Tochter zieht sich zurück, das Geld wird knapp, die Ehe ist angespannt. Dann stehen eines Nachts ein fremder Mann und seine hochschwangere Tochter Nina vor Evas Tür, es geht ihr nicht gut. Eva untersucht die Schwangere und kann Entwarnung geben, doch Nina hinterlässt ihr eine Botschaft auf dem Spiegel im Gästebad, in der sie um Hilfe bittet. Am nächsten Tag sind die beiden verschwunden. Während die Polizei einen alten Vermisstenfall untersucht, folgt Eva einer eigenen Spur und gerät in ein Netz aus Angst, Gewalt und Lügen ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Hier würde ich raten die Reihenfolge einzuhalten und mit dem ersten Band zu beginnen

Meine Meinung:
Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe um Gynäkologin Eva Mertens sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut auch den Folgeband - diesmal über die Lesejury - lesen zu dürfen.

Da es auf einem weiteren Portal etwas kritischere Stimmen zum Thriller gibt, die alle von Leser:innen handeln, die den ersten Band nicht kannten, empfehle ich "Die Ärztin- Gefährliche Nachtschicht" zuerst zu lesen, um die Hintergründe um Evas Verhalten und ihre Vorsicht besser kennenzulernen!

Mich konnte "Gefährlicher Besuch" hingegen wieder fesseln und ich war von der ersten Seite an in der Geschichte gefangen. Dieser titelgebende gefährliche Besuch passiert bereits auf den ersten Seiten, als ein fremder Mann und eine hochschwangere junge Frau spätabends an der Tür von Gynäkologin Dr. Eva Mares läuten und um Hilfe bitten. Als sie die Frau versorgt hat, bittet sie Eva am nächsten Tag ins Krankenhaus zu kommen. Am Morgen findet sie einen Hilferuf auf ihrem Badezimmerspiegel und hofft, dass die junge Frau in der Klinik auftauchen wird - jedoch vergeblich. Von Schuldgefühlen getrieben versucht Eva herauszufinden, wo das ungleiche Pärchen abgeblieben sein könnte und gerät bald selbst in Gefahr.

Zur gleichen Zeit sucht die Polizei in Bremen nach einer verschwundenen Frau. Polizistin Mina kennt diese bereits aus einem Einsatz, bei der sie vor Monaten wegen häuslicher Gewalt zu Hilfe gerufen wurde. Das bringt auch Kommissarin Frauke Herrschmann auf den Plan, die damals beim Kriminalfall rund um Eva und ihrer Familie ermittelt hat. 

Die Kapitel sind kurz gehalten und werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Über den jeweiligen Abschnitt steht der Name der jeweiligen Protagonistin. Besonders stark sind die Kapitel unter dem Namen "Sie". Man rätselt wer das Opfer ist und leidet mit ihr richtig mit. Diese Abschnitte sind auch teilweise sehr bewegend.
Besonders im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und man kann den Thriller nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. Vor allem Gynäkologin Eva Mares ist eine sehr starke Protagonistin, die sich trotz ihrer persönlichen Probleme aus der Vergangenheit für andere einsetzt. Besonders gefallen hat mir, dass sie hier nicht nur in ihrer Rolle als Ärztin, sondern auch als Mensch und Mutter gezeigt wird. Es gibt diesmal etwas Familienbezug und auch einen Vierbeiner, der einziehen wird.

Die Geschichte ist intensiv und emotional, temporeich und fesselnd. Es werden wichtige Themen, wie häusliche Gewalt, Angst und weitere traumatische Erlebnisse aufgegriffen. Gleichzeitig zeigt die Autorin aber auch auf, dass Mut, Zusammenhalt und die Kraft, trotz allem weiterzumachen, Sinn macht.
Neben den spannenden Elementen bekommen wir auch jede Menge Lokalkolorit. Setting ist unter anderem Bremen. Die Stadt und das Umland wird sehr bildhaft beschrieben.
Das Ende überrascht und hat mir gut gefallen.

Fazit:
Mich konnte auch der zweite Band wieder an die Seiten fesseln. Die Autorin beherrscht schwierige Themen perfekt und setzt diese grandios um. Ich empfehle den Thriller gerne weiter, aber rate unbedingt zuerst Band 1 zu lesen.


Vielen an die Lesejury und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um die Ärztin Dr. Eva Mares:
  1. Nachtschicht  *Rezi*
  2. Gefährlicher Besuch

Not quite dead yet - Holly Jackson

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe, 1. Auflage (17. Juli 2025)
    • Übersetzer:  Rainer Schumacher
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757701240
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757701246
    • Originaltitel: ‎ Not Quite Dead Yet
    • Genre: Thriller


Lübbe Kurzbeschreibung:
Jet ist die Tochter einer der reichsten Familien in Woodstock, Vermont. Mit 27 Jahren wartet sie immer noch darauf, dass ihr Leben endlich beginnt. "Das kann ich später noch machen", sagt sie immer. Denn Jet hat Zeit. Bis zu jener Halloween-Nacht, als sie von einem unsichtbaren Eindringling brutal angegriffen wird. Dabei erleidet Jet eine schwere Kopfverletzung, und die Ärzte sind sich sicher: In spätestens einer Woche wird ein tödliches Aneurysma Jet umbringen. Jet hätte nie gedacht, dass sie Feinde hat. Doch plötzlich sieht sie alle Menschen in ihrem Umfeld in einem neuen Licht: ihre Familie, ihre ehemalige beste Freundin, die jetzt ihre Schwägerin ist, ihren Ex-Freund. Sie weiß, ihr bleiben höchstens sieben Tage. Tage, in denen sich ihr Zustand verschlechtert und nur Billy, ein Freund aus Kindertagen, an ihrer Seite ist. Dennoch ist sie fest entschlossen, endlich etwas zu Ende zu bringen: Jet wird ihren eigenen Mord aufklären.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Um dieses Buch von Holly Jackson kreise ich schon einige Zeit. Als ich es bei meinem letzten Büchereibesuch gesehen habe, habe ich es dann mitgenommen.
Warum ich gezögert habe? Weil ich bisher ziemlich einstimmig gehört habe, dass Holly Jackson zwar einen Erwachsenen Thriller schreiben wollte, sie jedoch den jugendlich Grundton beibehalten hat. Und dem kann ich absolut zustimmen, denn obwohl unsere Hauptprotagonistin Jet bereits 27 Jahre alt ist, verhält sie sich eher wie ein älterer Teenager. Da ich aber auch gerne Jugendthriller lese, wollte ich es wagen...

Jet lebt in Woodstock, Vermont, und ihre Familie gehört zu den Reichsten in der Stadt. Bisher hat die 27-jährige ihr Leben noch nicht wirklich im Griff und verschiebt vieles auf morgen. Ihr Buder Luke hingegen ist verheiratet und möchte sobald wie möglich die Firma übernehmen. Der Vater ist jedoch noch nicht so weit und vertröstet, sowohl Luke, als auch Jet, immer wieder von neuem.
In der Halloweennacht wird Jet von einem unbekannten Täter in ihrem Zuhause attackiert. Sie überlebt nur knapp, doch als sie im Krankenhaus aufwacht, haben die Ärzte keine gute Diagnose für sie. Jet hat nur mehr sieben Tage zu leben, denn durch einen inoperablen Knochensplitter im Gehirn wird sich bei ihr ein Aneurysma bilden. Jets Leben steht völlig auf dem Kopf und sie entschließt sich endlich einmal eine Sache durchzuziehen: Sie möchte ihren eigenen Mord aufklären und den Täter finden. Gemeinsam mit Billy, ihrem Freund aus Kindertagen, beginnt sie nachzuforschen...

Die Grundidee ist genial: ein Überfall, ein Opfer, welches nur mehr einige Tage zu leben hat und den Mordversuch an sich selbst aufklären möchte, ein verschwundener Exfreund, ein Bauunternehmen und viele Verdächtige. Eine tolle Idee!
Anfangs wurde ich jedoch nicht so ganz warm mit der 27-jährigen Jet. Man erkennt in ihr die verzogene Tochter aus reichem Haus, die sich nicht wirklich anstrengen muss. Doch bald entdeckte ich bei ihr nicht nur Trotz, sondern auch eine Trauer und Leere, die durch die Vergangenheit der Familie zu begründen ist. Mit der schlimmen Diagnose will sich Jet nicht abfinden und übernimmt erstmals Verantwortung. Sie erkennt, wie dumm es war, alles auf später zu verschieben. Außerdem erkennt sie viel zu spät, was wirklich wichtig ist. Dadurch hat sie bald meine Sympathie doch noch bekommen.

Für mich war es das erste Buch von Holly Jackson. Der sehr leichte Schreibstil lässt einem durch die Geschichte rauschen, die mir gut gefallen hat. Das Thema, welches die Autorin gewählt hat, ist außerdem reizvoll und einmal etwas ganz Neues. Obwohl ich die Handlung nicht wirklich als Thriller empfand, habe ich gerne in der Geschichte gelesen und wollte wissen, was hier wohl dahinterstecken mag. Einige Vorgänge waren für mich schnell ersichtlich, andere wiederum nicht. Die Autorin hat versucht viele Wendungen einzubauen, um die Leser auf falsche Fährten zu führen. Ganz gelungen ist ihr das  - für mich als langjährige Thrillerleserin - nicht, aber für das jugendliche Zielpublikum, welches diesmal eigentlich gar nicht gemeint war, passt es gut. Gefallen hat mir auch das Kleinstadt-Setting und die herbstliche Atmosphäre in Vermont. 

Trotz des eigentlichen traurigen Themas, kommt immer wieder der Humor durch. Besonders zum Ende hin zieht der Spannungsbogen rasant an. Auch die vielen Figuren, die mehr oder weniger präsent sind,  werden sehr lebendig und facettenreich gezeichnet. Die kleine Liebesgeschichte fand eher im Hintergrund statt, was für mich die richtige Dosis war.
Kritik gibt es bezüglich doch einiger etwas unrealistischen Szenen, bei denen man ein Auge zudrücken muss. Trotzdem habe ich diese außergewöhnliche Geschichte gerne gelesen.

Cover:
von links nach rechts:
Das englischsprachige Originalcover, die Cover aus Spanien, Finnland, Vietnam und Norwegen.
Zu 99% wurde das Originalcover von allen übernommen, deswegen habe ich die Titel, die in der jeweiligen Sprache übersetzt wurden, rausgesucht. Im Deutschen wurde ja der englische Titel übernommen. Nur das vietnamesische Cover sieht etwas anders aus.

Fazit:
Holly Jackson hat es mit "Not quite dead yet" nicht geschafft vom Jugendthriller zum Erwachsenenthriller zu wechseln. Sowohl die Sprache, als auch die Hauptprotagonistin wirken zu jugendlich. Trotzdem las ich gerne in diesem Buch, das eine richtig tolle Grundidee hat. Außerdem möchte uns die Autorin sagen, dass wir unser Leben nicht auf später verschieben, sondern im Jetzt leben sollen. Da kann ich ihr nur zustimmen!


Safe Space - Sarah Bestgen

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    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag:  ‎ Lübbe. 1. Auflage (28. November 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757701569
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757701567
    • Genre: Psychothriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Sadisten, Psychopathen, Serienmörder - die forensische Psychologin Anna Salomon weiß um die dunklen Abgründe der menschlichen Natur. Sie gilt als Ausnahmetalent in der Behandlung von Straftätern und ist bekannt dafür, die undurchdringlichsten Fassaden zu durchschauen. Doch niemand ahnt, was sich hinter ihrer eigenen verbirgt. Denn ausgerechnet in den Mauern eines Hochsicherheitsgefängnisses jagt Anna ihrer ganz persönlichen Heilung hinterher. Auf der Suche nach der Wahrheit ist sie bereit, alles zu riskieren. Nur: Sie ist nicht die Einzige, die ein gefährliches Spiel spielt. Jemand spielt mit - der Einsatz ist Annas Leben ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was war ich gespannt auf den neuen Thriller von Sarah Bestgen, nachdem mich ihr Debüt "Happy Place" absolut umgehauen hat! 
Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich wieder bei der Lesejury bei der Leserunde mitlesen durfte. Das macht es umso interessanter, denn alle von uns haben wieder mitgerätselt und Ideen eingebracht.

Anna ist forensische Psychologin und tritt nach einem ausgezeichneten Studium ihre erste Stelle im Hochsicherheitsgefängnis Weyer an. Hier werden die ganz schweren Fälle behandelt, doch Anna hat sich mit Absicht für die Stelle in der JVA Weyer beworben. Sie möchte wissen, was mit ihrer Schwester Sina passiert ist, die vor sechs Jahren spurlos verschwand. In ihrer Wohnung wurde damals nur eine Menge Blut gefunden, welches auf ein Gewaltverbrechen zurückzuführen scheint. Gemeinsam mit Sina ist auch deren Freund Samu unauffindbar und dessen Freund Sonny, der jedoch zur Tatzeit angeblich in Haft ist. Die Polizei konnte trotz intensiver Ermittlungen den Fall nicht abschließen. Anna vermutet indessen den Täter oder einen Mitwisser in Weyer. 

Die Einblicke in die psychologische Arbeit innerhalb eines Hochsicherheitsgefängnissen, in dem Serienmörder und Psychopaten einsitzen, ist spannend. Allerdings beginnt Anna Fehler zu machen und gerät zunehmend unter Druck. Sie kann immer öfter ihre professionelle Maske nicht mehr aufrecht erhalten. Mit ihrer Figur bin ich nicht ganz warm geworden und als forensische Psychologin handelte sie oftmals zu unreflektiert. Anna gerät zunehmend unter Druck und macht Fehler. Das spielt jedoch jemand perfekt in den Plan, denn Anna ist längst selbst das Opfer in diesem Katz und Maus Spiel...

Neben dem Handlungsstrang in der Gegenwart, die wir aus Annas Sicht erleben, lesen wir noch aus Sinas Tagebuch und über Leon, dessen gewaltreiche und lieblose Kindheit wir begleiten. Dies ist oftmals harter Tobak!
Sarah Bestgen ist die charakterliche Darstellung ihrer Figuren wieder großartig gelungen. Jedoch habe ich mich bei einigen gefragt, welche genaue Rolle sie im Endeffekt eigentlich gespielt haben und wie manche Stränge zusammenpassen. Da gab es für mich einige Irritationen.

Wie schon in ihrem Thrillerdebüt versteht die Autorin es hervorragend falsche Fährten zu legen, mit Erwartungen zu spielen und die Leser zu verwirren. Auch in "Safe Space" gelingt ihr das ausgezeichnet.
Sarah Bestgen lässt in menschliche Abgründe blicken. Während des Lesens spürt man die unheilvolle Stimmung und die bedrückende Atmosphäre.

Trotzdem konnte mich "Safe Space" nicht so abholen, wie "Happy End". Ich empfand manche Handlungen überzogen oder unglaubwürdig. Es gab Wiederholungen und es fehlte mir in der Mitte etwas die Spannung. Nichts zu bemängeln gibt es bei den Kapitellängen und den Schreibstil der Autorin, den ich bereits kannte und sehr mag.
Was Sarah Bestgen wieder absolut beherrscht sind die überraschenden Wendungen und Plot Twists! Das Ende ist ein Knaller.

Fazit:
Für mich leider um einiges schwächer als "Happy End", aber vor allem die Charakterisierungen der Figuren und die intensive beklemmende Atmosphäre ist der Autorin wieder hervorragend gelungen. Wegen einiger Wiederholungen, kleinen Längen und überzogenen Handlungen gebe ich 3 1/2 Sterne und runde auf anderen Plattformen auf.


Vielen Dank an die Lesejury und Lübbe für das Rezensionsexemplar!

The Secret of the Secrets - Dan Brown

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    • Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe, 1. Auflage (9. September 2025)
    • Übersetzer: Dietmar Schmidt, Rainer Schumacher
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3785727704
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3785727706
    • Originaltitel ‏ : ‎ The Secret of Secrets
    • Genre: Thriller, Verschwörungsthriller, Wissenschaftsthriller


Lübbe Kurzbeschreibung:
Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, begleitet seine Freundin Katherine Solomon nach Prag. Katherine bereitet die Veröffentlichung eines Buches vor, das bahnbrechende Entdeckungen über die wahre Natur des menschlichen Bewusstseins offenbart. Doch ein brutaler Mord stürzt die Reise in ein unvorhersehbares Chaos, und Katherine verschwindet plötzlich, ebenso ihr Manuskript. Langdon sieht sich fortan einer mächtigen Organisation gegenüber und wird von einem unheimlichen Angreifer verfolgt, der aus Prags ältester Mythologie entsprungen zu sein scheint und nur ein Ziel verfolgt: gnadenlose Rache.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book Challenge"

Meine Meinung:
Lange haben wir auf einen weiteren Dan Brown gewartet und einer Fortsetzung rund um Robert Langdon. Umso gespannter war ich auf "The Secret of the Secrets", welches nun acht Jahre nach seinem letzten Buch "Origin" erscheint. Eine sehr lange Zeit und damit mit großen Erwartungen verbunden!

Nach Barcelona sind wir diesmal in Prag. Robert Langdon begleitet seine Freundin Katherine Solomon zur Vorstellung ihres neuen Sachbuches. In diesem schrieb sie über ihre bahnbrechende Entdeckung, welches das menschliche Bewusstsein und außerkörperliche Erfahrung betrifft. Kurze Zeit später wird das Manuskript und alle Backups davon, welches sie ihren Verlag zum Lektorat schickt, vernichtet. Jemand versucht die Veröffentlichung des Buches zu verhindern. Ein brutaler Mord und das Verschwinden von Katherine bringt Robert Langdon ebenfalls in eine gefährliche Situation. Es beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod....

Ich habe tatsächlich zwei Wochen für diesen neuen Dan Brown gebraucht, denn die 800 Seiten sind mega dünn und der Inhalt war für mich leider unnötig in die Länge gezogen. Wir haben hier zwar wieder einen typischer Dan Brown - wer aber, wie in den Vorgängerbänden, Symbolik und Rätsel erwartet, wird enttäuscht sein. In "The Secret of the Secrets" gibt es überlange wissenschaftliche Erklärungen, Science Fiction und eine tolle Führung durch Prag und ihre Sehenswürdigkeiten. Ich war 2023 zum zweiten Mal in Prag und finde die Stadt wirklich wunderschön. Beim Lesen bin ich wieder durch die Altstadt gelaufen. habe die Karlsbrücke überquert und war oben bei der Burg. Durch Robert Langdon habe ich einige symbolträchtige Stätten nun auch buchtechnisch näher kennengelernt.
Was das Thema Neurowissenschaften betrifft, habe ich anfangs noch interessiert gelesen. Mit der Zeit wurden die wissenschaftlichen Abhandlungen jedoch immer langweiliger, die mehr Wikipedia Einträgen ähnelten. Überliest man diese mit der Zeit (und ja, ab und an war es notwendig um nicht einzuschlafen), bleiben geheimnisvolle Gegner mit undurchsichtigen Motiven, die es auf Robert und Katherine abgesehen haben. 

Kurze Kapitel, Perspektivenwechsel und unterschiedliche Handlungsstränge sind weiterhin das Erfolgsrezept des Autors, welches wir auch diesmal erhalten. Vieles wirkt gegenwärtig jedoch etwas zu aufgesetzt und vorhersehbar.
Die Vorgänger haben mir noch wirklich Spaß beim Lesen gemacht. Diesmal habe ich mich aber leider viel zu oft gelangweilt. Sehr schade!

Cover:

von links nach rechts:
die Cover aus Großbritannien, Portugal, Niederlande, USA und Italien

Fazit:
Der neue Dan Brown ist solide Unterhaltung mit einfach zu viel Infodumping. Leider kommt "The Secret of the Secrets" nicht an die "Illuminati" oder "Sakrileg" heran. 200 Seiten weniger hätten dem Wälzer gut getan, ebenso etwas mehr Spannung und Thrill. Für mich leider eine kleine Enttäuschung.



[Blankenese] Zeitensturm - Michael Grünig

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschiert: 480 Seiten
    • Verlag: Lübbe, 1. Auflage (29. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 375770052X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700522
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 3 der Trilogie Blankenese



Lübbe Kurzbeschreibung:
Hamburg, 1968. Ein Riss geht durch Deutschland, die neue Generation befindet sich im Konflikt mit der alten. Auch Ulrike Casparius, eine angehende Journalistin, sympathisiert mit der Studentenbewegung und rebelliert gegen ihre Eltern. Ihre sensible Schwester Sabine sucht verzweifelt nach Anerkennung und findet sie in einer Gruppe Hippies und Hausbesetzer, denen sie sich anschließt. Dort werden große Pläne für eine bessere Zukunft geschmiedet. Als einer ihrer Freunde erfährt, dass sie mit Kurt Jacobson verwandt ist, der für die Bundesanwaltschaft arbeitet, ruft dies die RAF auf den Plan. Und plötzlich wird aus Gedankenspielen tödlicher Ernst ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im dritten und letzten Band der Blankenese Trilogie von Michaela Grünig sind wir in den 1970iger Jahren unterwegs und bei der nächsten Generation angelangt. Die Kinder von Sonja Casparius-Koenig treten in den Vordergrund. Die 68iger Generation beginnt sich gegen ihre Eltern aufzulehnen. Sie wollen wissen, wie sich diese während des Zweiten Weltkrieges verhalten haben und erhalten oftmals keine Antworten. Die Studenten gehen auf die Straße und demonstrieren gegen den Staat. Es ist der Beginn der Rote Armee Fraktion (RAF), die die folgenden Jahre Deutschland und auch Resteuropa mit Attentaten und Entführungen in Angst und Schrecken versetzten.

Ulrike Casparius-Koenig, die älteste Tochter von Sonja und Friedrich, hat kein Interesse an der Reederei und studiert Journalismus. Sie möchte selbstständig sein und von den Geschehnissen in der ganzen Welt berichten. Außerdem sympathisiert Ulrike mit der Studentenbewegung und hat einen Freund, der RAF Sympathisant ist. Ulrike soll trotzdem - anstelle ihres Bruders Albrecht, der in der Welt herumreist und das Leben genießt - in den Familienbetrieb einsteigen und eventuell übernehmen. Doch wird Ulrike glücklich mit dieser Entscheidung?
Ihre jüngere Schwester Sabine ist eine eher labile Persönlichkeit. Sie findet in der Schule keinen Anschluss und wird teilweise gemobbt. Mit Ulrikes Hilfe darf sie endlich die Schule wechseln und findet Freunde. Doch dann passiert ein großes Unglück und Sabine gerät auf die schiefe Bahn....

Kurt Jacobsen, Sonjas Großcousin, arbeitet für die Bundesanwaltschaft. Er kämpft für die gerechte Bestrafung ehemaliger Nazigrößen und nimmt später auch den Kampf gegen die RAF auf. Diese nimmt in diesem Teil der Reihe viel Platz ein. Man erfährt vom Beginn der Studentenbewegung und der Radikalisierung einzelner - bis hin zu den ersten Anschlägen, Entführungen und Morde.

Michaela Grünig hat diese Epoche sehr bildhaft dargestellt und auch weitere wichtige politische Ereignisse geschickt in die Story eingeflochten. Die Auflehnung der Jugend gegen die Eltern und Großeltern, die über die Naziherrschaft schweigen und viele noch den alten Meinungen anhängen, bringt viele auf die Barrikaden. Doch die Radikalisierung in die andere Richtung bringt ebenfalls viel Leid. 
Besonders bei Sabine erkennt man, wie leicht man sensible und unsichere Menschen auf den falschen Weg geleiten kann. Durch Vorspiegelung von Anerkennung gelingt es leicht, einsame und Menschen ohne Selbstbewusstsein einer Gehirnwäsche zu unterziehen. 

Die Charakterentwicklung einzelner Figuren ist der Autorin sehr gelungen. Einzig Sonja war mir in diesem Teil lange Zeit nicht wirklich sympathisch. Ich vermisste die junge Sonja aus dem zweiten Teil, die auch Kompromisse einging und ein Herz hatte.
Natürlich gibt auch ein Wiedersehen mit Charakteren aus den Vorgängerbänden, auch wenn der Hauptaugenmerk diesmal auf die jüngste Generation der Familien Casparius-König und Jacobsen liegt. Das Ende hat mich jedoch etwas zerstört zurückgelassen....

Sehr hilfreich fand ich auch das zu Beginn angeführte Personenregister und das Nachwort der Autorin zu den historischen  Hintergründen.

Fazit:
Michaela Grünig hat wieder toll recherchiert und einen fesselnden dritten Teil ihrer "Blankenese-Reihe" geschrieben. Eine sehr lesenswerte Trilogie, die ich gerne weiter empfehle!

Vielen Dank an Bastei Lübbe und die Lesejury für das Rezensionsexemplar!


Die Reihe um die Familien Casparius und Jacobson: 

  1. BLANKENESE: Licht und Schatten  *Rezi*
  2. BLANKENESE: Schwere Entscheidungen  *Rezi*
  3. BLANKENESE: Zeitensturm

Die Yacht - Sarah Goodwin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe, 1. Aufl.,  28. März 2025
    • Übersetzer: ‎ Dr. Holger Hanowell
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404194292
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404194292
    • Originaltitel: ‎ The Yacht
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Eine exklusive Silvesterparty auf einer Luxusyacht im Hafen von Ventimiglia. Als Hannah von der wohlhabenden Libby und deren Ehemann eingeladen wird, sieht sie dem Abend nicht nur mit Vorfreude entgegen. Obwohl die beiden Frauen schon lange befreundet sind, wiegen die sozialen Unterschiede schwer. Bereits kurz nach der Ankunft fühlt Hannah sich wie Libbys persönliches Sozialprojekt und beschließt, an Neujahr frühestmöglich abzureisen. Doch am nächsten Morgen stellt sie mit Entsetzen fest, dass die Yacht auf dem offenen Meer treibt - mit leerem Tank, nur wenigen Vorräten und ohne die Möglichkeit, Hilfe zu rufen. Schon bald wird der erste Passagier vermisst ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challemge

Meine Meinung:
Sarah Godwin ist eine Autorin, bei der ich nie genau weiß, was ich bekommen werde. Mein erstes Buch von ihr, "Die Insel" hat mir sehr gut gefallen. Danach kam "Das Resort", welches ich mittlerweile noch schlechter bewerten würde, als bei meiner Rezension letztes Jahr. Umso gespannter war ich auf ihren diesjährigen Thriller "Die Yacht".

Der Thriller spielt an Silvester. Hannah ist zur exklusiven Silvesterparty auf der Luxus-Yacht ihrer Freundin Libby und deren Mann Olly vor der italienischen Küste eingeladen. Hannah ist die einzige im Freundeskreis ehemaliger Studentinnen, die nicht in der obersten (Geld-)Liga mitspielt. Umso überraschter ist sie, als sie feststellt, dass bei der diesjährigen Silvesterparty nicht wie üblich jede Menge Leute geladen sind, sondern nur sie, ihre Freundin Maggie mit ihrem Verlobten Leon und Harry, ihr heimlicher Schwarm von damals. Der Künstler ist erst vor nicht allzu langer Zeit entdeckt worden und nun auch in den Kreis der Reichen und Schönen aufgestiegen. 
Hannah fühlt sich von Beginn an nicht wohl auf der Yacht. Obwohl sie mit Libby und Maggie noch immer in Kontakt ist, klaffen zwischen den drei Freundinnen finanzielle und gesellschaftliche Welten. Außerdem kommt sich Hannah vor, als müsste sich Libby vor ihr brillieren und zeigen, was sie sich im Gegensatz zu Hannah alles leisten kann. Viel zu schnell kippt die Stimmung und es kommt zwischen der Gruppe zu Sticheleien. Neid und Missgunst, exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum lädt die Stimmung noch weiter auf. Hannah nimmt sich vor die Yacht am nächsten Morgen zu verlassen. Doch am nächsten Tag treibt diese auf dem offenen Meer. Es gibt keinen Treibstoff und die Verbindung zur Außenwelt ist gekappt. Wo am Vorabend noch mit dem Essen geprasst wurde, sind die Vorräte beachtlich geschrumpft und müssen rationiert werden. Schon bald liegen die Nerven blank und vor allem die beiden Männer von Libby und Maggie agieren übergriffig und werden immer gefährlicher. Als plötzlich eine der sechs Menschen an Bord verschwunden ist, eskaliert die Situation.

Ich liebe ja "Locked Room Stories" und da bin ich bei Sarah Goodwin richtig. Die Dynamik zwischen den sogenannten Freunden ist eine der großen Stärken dieser Geschichte, die aus der Sicht von Hannah erzählt wird. Wir teilen ihre Gedanken und Ängste und erfahren, warum sie an der Freundschaft zwischen Libby und Maggie festhält, obwohl beide auf Hannah herabsehen. Für sie wird die Situation immer brisanter. Sie weiß nicht mehr, wem sie vertrauen oder ob sie überhaupt irgendjemand auf der Yacht vertrauen kann. Misstrauen wird rasch zur Paranoia und die Geschichte zu einem Survival Drama.

Alle Charaktere, außer Hannah und der etwas undurchsichtige Harry, sind richtig unsympathisch. Vor allem Leon hat mich beim Lesen mit seinen frauenfeindlichen Aussagen immer wieder auf die Palme gebracht. Hannah ist hingegen eine starke Protagonistin, die über sich hinauswächst. Trotzdem steckt sie in einer schier ausweglosen Situation, die auf kein Happy End schließen lässt. Die unterschwellig bedrohliche Stimmung zieht sich durch den ganzen Roman. 
Über einige kleine Logikfehler konnte ich hinwegsehen. Einzig das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen und fand ich etwas überzogen, aber sonst hat mich dieser Thriller gut unterhalten.

Cover:

Diesmal habe ich nur dieses englischsprachige Cover gefunden. Das Schiff sieht auf jeden Fall mehr nach Luxusyacht aus, als auf dem deutschsprachigen Cover. Dieses wirkt etwas mickrig und nicht wirklich luxuriös. Der im Thriller angesprochene Hubschrauber, der sich auf der Yacht befindet, würde darauf keinen Platz finden ;) 

Fazit:
Wer gerne Survival Thriller und Locked Room Stories liest, kommt hier auf seine Kosten und bekommt einen spannenden Thriller vorgesetzt, der zwar einige nicht ganz realistische Szenen beinhaltet, aber mir trotzdem gut gefallen hat. Man bekommt eine packende Story und einen tollen Plot.

 

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