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Amissa: Die Vermissten - Frank Kodiak

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: ‎ Droemer TB; 1. Edition (2. November 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426307642
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426307649
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 2 um Jan und Rica Kantzius


Knaur Kurzbeschreibung:
Nur ein wildes Gerücht – oder grausame Realität? Wer genug Geld hat, kann sich alles kaufen und bestellen – angeblich auch Menschen, und zwar jede beliebige Person. Die hübsche Nachbarin, den Kellner, das Mädchen aus dem Bus: Wer an »Missing Order« die richtige Summe überweist, bekommt, wen er will, ohne je verdächtig zu erscheinen. Die Privatdetektive Rica und Jan Katzius kommen nicht so recht voran mit ihren Untersuchungen rund um dubiose Machenschaften bei »Amissa«, einer Organisation, die nach vermissten Personen sucht. Bis sich eine Frau meldet, die Beweise für die »Missing Order« liefern will. Doch das Treffen endet in einer Katastrophe: Die angebliche Zeugin ist tot, und als Jan heimkehrt, ist Rica verschwunden. Kurz darauf erhält Jan eine eindeutige Botschaft: Er wird seine Frau nie wiedersehen. Sollte er weiter gegen »Amissa« ermitteln, wird Rica in die Prostitution verkauft. Gibt er auf, wird sie »nur« getötet …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle diese Trilogie der Reihe nach zu lesen

Meine Meinung:
"Amissa - die Vermissten" ist der zweiten Band der Reihe von Frank Kodiak alias Andreas Winkelmann um die Privatdetektive Jan und Rica Katzius. Auch diesmal sind sie wieder dem Menschenhandel auf der Spur.
Jan erhält einen Tipp, dass man über "Missing Order" jede beliebige Personen einfach "bestellen" kann. Man muss nur die richtige Summe überweisen und schon hat man was man möchte. Nachdem sich Jan mit der Zeugin getroffen hat, die ihm diese unvorstellbare Nachricht übermittelt hat, wird diese getötet. Und als Jan nach Hause kommt, erlebt er die nächste böse Überraschung: Rica ist verschwunden. 

Anfangs gibt es eine kurze Zusammenfassung der vorangegangenen Ereignisse aus Band 1. Danach wird man wieder von der ersten Seite an sofort in die Thrillerhandlung gezogen. Kodiak erzählt aus verschiedenen Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen. Vor allem Issy fand ich super interessant. Ihr Strang ist der neben Rica und Jan am meisten dominierende. Issy sucht nach ihrem verschwunden Bruder und lässt dabei nichts unversucht. Jan und Rica wenden auch diesmal einige Methoden an, die sich am Rande der Legalität befinden. Frank Kodiak hat hier ein wirklich sehr spezielles Ermittlerpaar erfunden.

Der Schreibstil ist temporeich und der Thriller wieder ein absoluter Pageturner. Durch die vielen Figuren, die wir neben Jan und Rica begleiten, wird die Geschichte ziemlich komplex. Erst nach und nach geben die einzelnen Puzzleteile ein Gesamtbild, um zum Ende hin wieder durch einige unerwartete Wendungen zu punkten. Man kann sich gar nicht vorstellen, wozu Menschen fähig sind! Dieser Teil ist auf jeden Fall nichts für schwache Nerven! Ich fand ihn sehr spannend, aber einige Szenen fand ich zu actionreich und unglaubwürdig. Es ist ein Kritikpunkt, den ich immer öfters bei Thrillern habe. Ich möchte keine Geschichte, wie in einem Actionfilm lesen, sondern einfach glaubwürdige und spannende Lesestunden haben, die zum Schluss ein plausibles Ende haben.
Leider gibt es auch im zweiten Teil keine wirklich neuen Antworten, wie die Organisation Amissa in die dubiosen Machenschaften verstrickt ist.

Am Ende gibt es einen ganz fiesen Cliffhanger, der mich schon zum dritten Band greifen hat lassen. Die Rezension kommt also bald.

Fazit:
Der zweite Teil ist wieder sehr temporeich und nichts für schwache Nerven! Man sollte auf jeden Fall zuerst Band 1 gelesen haben, denn die Reihe baut auf sich auf. Ein Pageturner, der manchmal etwas zu viel will.

Die Reihe um Jan und Rica Katzius:

  1. AMISSA: Die Verlorenen  *Rezi*
  2. AMISSA: Die Vermissten  
  3. AMISSA:


Verschollen in der Poison Bay - Belinda Pollard

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 302 Seiten
    • Verlag : ‎ Small Blue Dog Publishing (26. November 2017)
    • Übersetzer: ‎ Maren Feller
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 0994209878
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-0994209870
    • Originaltitel: Poison Bay  (Wild Crime #1) 
    • Genre: Krimi, Thriller



Small Blue Dog Kurzbeschreibung:
„Die Maori nennen diesen Ort Ata Whenua – das Land der Schatten.“Fernsehreporterin Callie Brown ist ein Stadtmensch mit einer Vorliebe für guten Kaffee. Dennoch lässt sie sich darauf ein, mit einer Gruppe alter Freunde durch die unwirtliche Wildnis von Neuseeland zu wandern, in der Hoffnung, über eine zerbrochene Beziehung hinwegzukommen.Was sie nicht weiß: Jemand hat es auf sie alle abgesehen.Verloren in einer der entlegensten und rauesten Gegenden Neuseelands und nicht nur den Elementen ausgeliefert, setzt der Überlebenstrieb bei den Wanderern ein. Jeder von ihnen trägt seit zehn Jahren sein eigenes Geheimnis mit sich. Callie muss sich entscheiden, wem sie vertrauen kann, damit sie nicht die Nächste ist, die stirbt ... 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenger

Meine Meinung:
"Verschollen in der Poison Bay" ist der erste Band der "Wild Crimes" Reihe von Belinda Pollard und ist mir deshalb aufgefallen, weil ich ein Buch für die Weltenbummler Challenge suchte, das in Neuseeland spielt ;)
Der Plot ist nicht neu und ist aufgebaut wie ein "Whoduneit" Krimi, wie zum Beispiel "Offline" von Arno Strobel oder "Frostgrab" von Ally Reynolds oder ganz klassisch Agathe Christies "Zehn kleine Negerlein". In diesem Krimi bewegen wir uns aber in der Natur Neuseelands, was ich zusätzlich sehr spannend fand.

Bryan lädt fast zehn Jahre nach dem gemeinsamen Schulabschluss in Australien sieben seiner ehemaligen Freunde zu einer Wanderung ein. Diese soll in Gedenken an seine damalige Freundin Liane sein, die sich bei der Schulabschlussfeier vor ihrer aller Augen erschossen hat. Der inzwischen reiche Bryan, der im Südwesten der Südinsel Neuseelands lebt, hat die Wanderroute durch unwegsames Gelände zusammengestellt. Zusätzlich hat er für alle eine top Outdoor-Ausrüstung für die 10-tägige Wanderung gekauft und seine Freunde ermutigt in guter Kondition anzureisen. Doch nicht alle halten sich an seine gut gemeinten Ratschläge....
Kaum sind die acht Freunde unterwegs, überschlagen sich die Ereignisse. Das Wetter ist schlecht und wir erleben Starkregen, Erdrutsche und sogar Schneefall. Die Natur kennt keine Gnade - genauso wie einer aus der Gruppe, der nicht möchte, dass sie wohlbehalten am Ziel ankommen. Die Clique wird im Laufe der Wanderung immer kleiner und jeder verdächtig jeden hinter den Todesfällen zu stecken.... Zusätzlich kommt immer mehr der Verdacht auf, dass der eigentliche Drahtzieher Helfershelfer hat...

Als Leser ist man hautnah mit den Protagonisten in der Wildnis Neuseelands unterwegs. Wir begleiten die vier Frauen und vier Männer und erleben die Wanderung aus der Sicht von Callie Brown. Wir dürfen aber auch aus der Sicht der Mutter von Rachel, die an Diabetes leidet, mitfiebern. Sie verständigt die Polizei nachdem ihre Tochter nicht zum angegeben Zeitpunkt nach Hause kommt und reist zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Neuseeland. Sie ist zu Beginn die treibende Kraft, dass nach der Wandergruppe überhaupt gesucht wird. Abwechselnd wird im späteren Verlauf der Geschichte aus beiden Sichten erzählt.
Die Charaktere sind sehr facettenreich dargestellt und überzeugen auch in Ausnahmesituationen. Die Atmosphäre in der Gruppe ist angespannt und bedrohlich.
Besonders gut gelungen ist der Autorin aber die Beschreibung der Natur und den Naturgewalten, denen die Frauen und Männer ausgeliefert ist.

Der Spannungsbogen steigt mit jeder Seite des Buches bis es zum finalen Countdown kommt. Die Autorin hat dabei immer wieder überraschende Wendungen eingebaut, auch wenn man von Beginn an schnell erkennt, wer der Drahtzieher der Aktion ist. Bei den Mittätern verhält es sich allerdings anders...

Cover:


Ich habe nur das Originalcover gefunden, das ins Deutsche übernommen wurde und auch hervorragend passt. Die rothaarige Frau mit den Locken könnte Callie sein, die Bekleidung passt allerdings kaum für eine Wanderung durch die Berge und den Dschungel Neuseelands.

Fazit:
Der Plot ist nicht unbedingt neu, aber die Autorin hat mit dem Setting und einigen neuen Ideen eine fesselnde Story geschrieben.
Ich erlebte eine sehr spannende Wanderung mit grandiosen Naturbeschreibungen und viel Nervenkitzel. Ein eher unbekannter Krimi, der mich positiv überrascht hat. Ich empfehle diesen Krimi/Thriller gerne weiter.


Nordlichtträume am Fjord - Julie Larsen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins; 1. Edition (26. Oktober 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3749902534
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3749902538
    • Genre: 




HarperCollins Kurzbeschreibung:

Blaufunkelnde Fjorde, verschneite Wälder und das atemberaubende Nordlicht. In dem norwegischen Dorf Elvasund hofft Annabell, zur Ruhe zu kommen. Denn plötzlich ist ihre scheinbar perfekte Welt zusammengebrochen: Freund weg, Wohnung weg - und sie ist schwanger. Obwohl ihr erster Arbeitstag in der historischen Spinnerei der Familie Solberg so ganz anders als erwartet läuft, schließt sie die Familie schnell ins Herz. Während die Winterabende länger werden, verbringen sie am prasselnden Kaminfeuer gemütliche Stunden und verarbeiten gemeinsam die Wolle. Noch nie hat sich Annabell irgendwo zu Hause gefühlt. Dazu trägt auch der charismatische Bjarne bei, dem sie bei der Arbeit mit den Schafen näherkommt. Erlebt Annabell in der bevorstehenden Weihnachtszeit ihr ganz eigenes Wunder?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Oftmals ist es wichtig in welcher Lesestimmung man sich gerade befindet, wie man eine Geschichte schlussendlich bewertet. Bei "Nordlichtträume am Ford" war der Zeitpunkt für mich perfekt, denn meine Tochter befand sich zur selben Zeit, als ich die Geschichte las, in Lappland. Der Roman beginnt zwar im Sommer und geht erst später auf Weihnachten zu, aber bringt das winterliche Gefühle in der zweiten Hälfte sehr gut rüber. Während ich also von Nordlichtern las, bekam ich zeitgleich wunderschöne Fotos auf meine Handy, die mir meine Tochter aus dem schwedischen und norwegeischen Lappland schickte. So gefiel mir die Lektüre gleich viel mehr.

Unsere Hauptprotagonistin Annabelle lebt in Hamburg, ist schwanger von einem One-Night-Stand und antwortet nach der Trennung von ihrem Freund und dem Verlust ihres Jobs auf eine Internetanzeige. In einem abgelegenen Hof in Elvasund, Norwegen, wird eine Hilfe gesucht. Die Marketingexpertin wünscht sich erstmal Ruhe und eine Auszeit. Der ziemlich kühle Empfang in Norwegen verunsichert sie allerdings sehr, denn die Besitzerin des Hofes weiß von keiner Anzeige und möchte keine Hilfe. Trotzdem bleibt Annabell nach der langen Autofahrt ertsmals auf dem Hof bei Berit und hilft aus. Besonders angetan hat es ihr die alte Spinnerei der Familie, die jedoch stillgelegt ist. Berits Mann wollte sie restaurieren und als Museum für die Allgemeinheit öffnen. Auch der pensionierte Tierarzt Thorbjörn, der mit Berit befreundet ist, versucht sie schon seit einiger Zeit zu überreden, der Genossenschaft beizutreten und die Spinnerei für Touristen zu öffnen. Für Annabell genau das Richtige... außerdem ist da noch Schäfer Bjarne, der ihr nicht aus dem Kopf geht. Doch sie trägt das Kind eines anderen unter ihrem Herzen....
Zusätzlich kann sich Annabell nicht mit ihrer Zukunft als Mutter identifizieren.Schon als Kind war sie die meiste Zeit auf sich alleine gestellt und nun befürchtet sie, dass sie ihrem Kind keine Mutterliebe entgegenbringen kann, da sie diese selbst nie kennengelernt hat. Bei Annabelle brauchte ich ein bisschen länger um mit ihr warm zu werden....

Auch Bjarne hat seit seiner Kindheit Probleme wegen seiner Stotterei. Von den Mitschülern verspottet und vom eigenen Vater nicht akzeptiert, hat er auch noch heute Schwierigkeiten mit der Sprache. Trotz seines Sprachfehlers ist er ein herzensguter und aufrichtiger junger Mann. Er hat mir besonders gut gefallen und die größte Entwicklung durchgemacht.

Julie Larsen hat ihren Figuren Leben eingehaucht. Neben den beiden Hauptprotagonisten, die beide ihr Päckchen zu tragen haben, sind auch die Nebenfiguren gut gezeichnet. Birte, die mürrische Hofbesitzerin, die das Herz am rechten Fleck hat, ihre Tochter Camilla und deren Kinder Linnea und Liam, sowie der lebenslustige Tierarzt Thorbjörn und Bjarnes Freund Ole. 

Die Geschichte mit Annabelle und Bjarne beginnt langsam und plätschert leider an manchen Stellen vor sich hin. Es fehlte mir etwas an Spannung. Bemängeln muss ich auch noch, dass Annabelle in zwei Wochen super norwegisch spricht und es dann vor Ort perfektionieren möchte. Ich kenne niemanden, der in zwei Wochen eine Sprache spricht, die er vor Ort anwenden kann und nur mehr perfektionieren muss...

Die Landschaftsbeschreibungen der Naturschönheiten wurden von der Autorin sehr bildgewaltig beschrieben. Zusätzlich mit den Fotos meiner Tochter bekam ich großes Fernweh. Auch Sitten und Bräuche wurden immer wieder miteinbezogen und besonders süß sind die Szenen mit dem Lämmchen Loki.

Fazit:
Alles in allem eine nette Lektüre, die an manchen Stellen etwas zu sehr vor sich hin plätschert. Hingegen konnten mich die wunderschön dargestellten Landschaftsbeschreibungen und das norwegische Flair vollkommen überzeugen. Ein lockerer Roman, der vorallem Reiselust weckt, aber keine Weihnachtsgeschichte, wie das Cover vielleicht vermuten lässt.

 Vielen Dank an Harper Collins und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

 

Natrium Chlorid - Jussi Adler-Olsen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft (17. November 2021)
    • Übersetzer: ‎ Hannes Thiess
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423282800
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423282802
    • Originaltitel: Natrium Chlorid
    • Genre: Thriller
    • Reihe; ja - Band 9 um das Dezernat Q


dtv Kurzbeschreibung:
An ihrem 60. Geburtstag begeht eine Frau Selbstmord. Ihr Tod führt zur Wiederaufnahme eines ungeklärten Falls aus dem Jahr 1988, der Marcus Jacobsen mit seinem besten Ermittler Carl Mørck zusammengeführt hat. Carl, Assad, Rose und Gordon ahnen nicht, dass der Fall das Sonderdezernat Q an die Grenzen bringt: Seit drei Jahrzehnten fallen Menschen einem gerissenen Killer zum Opfer, der tötet, ohne dass ihm ein Mord nachgewiesen werden kann. Er wählt Opfer und Todeszeitpunkt mit Bedacht und Präzision. Dreißig Jahre lang konnte niemand ihn stoppen. Und während die Corona-Maßnahmen die Ermittlungsarbeiten zusätzlich erschweren, bewegt der alte Fall sich auf Carl zu wie eine Giftschlange, die Witterung mit ihrer Beute aufgenommen hat

Meine Bewertung: gute * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle beim ersten Band der Reihe um das Sonderdezernat Q
zu beginnen

Meine Meinung:
Der neuerste Fall des Sonderdezernates Q stellt Carl und sein Team vor neue Herausforderungen. Der Selbstmord einer Frau an ihrem 60. Geburtstags führt zu einem ungelösten Fall aus dem Jahre 1988, der weite Kreise zieht. Damals hat Carl's Vorgesetzter Marcus Jacobsen ermittel und bis heute hat er die Folgen des Anschlages auf eine Autowerkstatt, die das Leben eines kleinen Jungen gekostet hat, nicht vergessen. Der Fall wurde nie gelöst.

Es ist Ende 2020 und das Sonderdezernat Q sitzt nicht mehr im Keller, sondern ist aufgestiegen. Die Ermittlungen gestalten sich deswegen aber genauso schwierig, denn durch Corona und den harten Lockdown am Ende des Jahres wird viel im home-office gearbeitet, was die Arbeit immens erschwert. Noch wissen Carl & Co. nicht, dass sie einem Serienmörder auf der Spur sind, der bereits seit 30 Jahren unentdeckt mordet. Die Todesfälle sehen auf den ersten Blick wie Unfälle oder Selbstmord aus und sind perfekt getarnt. Doch schon bald erkennen Assad, Rosie, Carl und Gordon, dass es zum alten Fall, den sie bearbeiten, auch aktuelle Spuren bis in die Gegenwart gibt. Auf einigen Tatortfotos entdecken sie eine Gemeinsamkeit: ein Häufchen Kochsalz.

Der Fall ist komplex, denn Rosie und Gordon finden eine ganze Menge Fälle, die eine Ähnlichkeit zum Cold Case von damals aufweisen. Doch Motiv und Zusammenhänge sind sehr lange unklar. Bei ihrer Suche stoßen sie auf einen selbst ernannten Racheengel und eine ganze Serie fast perfekt getarnter Ritualmorde.

Jussi Adler-Olsen legt viel Wert auf die genaue Schilderung der Ermittlerarbeit. Dadurch ist das Tempo zu Beginn wieder etwas gebremst und der Spannungsbogen baut sich erst langsam auf. Doch schon bald kann man den Thriller kaum mehr aus der Hand legen. Wie schon in seinen letzten Büchern greift der Autor auch diesmal wieder aktuelle politische und soziale Themen auf, die nicht nur in Dänemark präsent sind. Recht und Gerechtigkeit, wie auch die Legitimität von Selbstjustiz werden angesprochen. Auch Corona ist ein Thema und wird in seinem neuen Fall mit eingebaut, was identischer wirkt.

Als Leser lernt man den Serienmörder bereits auf den letzten Seiten, cirka 200 Seiten vor dem Ende, kennen, was jedoch nicht die Spannung nimmt.
Neben dem Showdown zum Schluss wird es auch für Carl eng. Er wird von einem alten Fall eingeholt, der ihm seinen Job kosten könnte. Der Cliffhanger am Ende ist wie immer so angelegt, dass man als Leser am liebsten sofort weiterlesen möchte. Und ich bin schon sehr gespannt, was sich der Autor für Carl einfallen lässt...

Cover:


Diesmal habe ich nur ein Cover, nämlich das Originalcover aus dem Dänischen gefunden.
Es scheint, als wäre dieser neunte Fall zuerst ins Deutsche übersetzt worden, was dafür spricht, dass die Reihe um das Sonderdezernat Q im deutschsprachigen Raum sehr erfolgreich ist.

Fazit:
Ein sehr komplexer, aber spannender und absolut lesenwerter Thriller, der vorallem Adler-Olsen's Fans wieder begeistern wird. Ich empfehle die Bücher der Reihe nach zu lesen!
Mit dem Cliffhanger am Ende erweckt der Autor bereits die Neugierde für den kommenden Band der Reihe.

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um das Sonderdezernat Q:
  1. Erbarmen- leider keine Rezi...ist aber daer beste Band der Reihe!
  2. Schändung *Rezi*
  3. Erlösung *Rezi*
  4. Verachtung  *Rezi*
  5. Erwartung  *Rezi*
  6. Verheißung  *Rezi*
  7. Selfies    *Rezi*
  8. Opfer 2117   *Rezi folgt noch*
  9. Natrium Chlorid

Winterzauber in der kleinen Teestube am Meer - Julia Rogasch

    Die Bildrechte liegen beim verlag

     

    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch; 3. Edition (7. Oktober 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3548065473
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3548065472
    • Genre: Liebesroman, Weihnachtsroman



Ullstein Kurzbeschreibung:
Luises Eltern versuchen verzweifelt, die seit Jahrzehnten familiengeführte Teestube gegen die Konkurrenz der schicken Cafés auf Sylt zu verteidigen. Doch nun sind sie mit ihrer Kraft am Ende, und Luise eilt ein paar Wochen vor Weihnachten zu Hilfe. Unterstützung erhält sie dabei vom gut aussehenden Konditor Moritz, der sich im Zimmer oberhalb der Stube eingemietet hat. Zwischen Törtchen, feinen Teemischungen und kalten Winterstürmen kommen die beiden sich bald näher. Sie finden ein altes Rezeptbuch, das die Teestube retten könnte, und ein lange gehütetes Geheimnis, das sie weit in die Vergangenheit ihrer beiden Familien zurückführt. Nichts ist so, wie es scheint, und doch am Ende alles so, wie es sein muss.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Einen schönen 4. Adventsonntag wünsche ich euch!
Passend zur Vorweihnachtszeit gibt es heute eine Rezension zu einem Weihnachtsroman. Das herrlich winterliche Cover verspricht kuschelige und herzerwärmende Lesestunden, die von Julia Rogasch auch erfüllt werden.
Wir begeben uns auf die Insel Sylt und lernen Louise kennen, die ein paar Wochen vor Weihnachten ihren Eltern in der familiengeführten Teestube aushilft. Normaler Weise lebt sie in Hamburg und ist als Tourismus-Expertin oftmals in der großen weiten Welt unterwegs. Nun brauchen ihre Eltern eine Auszeit, denn sie sind gesundheitlich angeschlagen. Außerdem steht der kleine Teeladen finanziell nicht mehr wirklich gut da, seit eines der größeren Hotels eine ähnliche Idee für ihr Café aufgegriffen hat. Die störrische Großmutter verweigert alle Veränderungen, die ihr vorgeschlagen werden, um die Gäste wieder mehr ins Kliffstübchen zu locken und so sieht es nicht wirklich gut aus für die traditionelle Teestube. Auch Louise hat kein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter, die immer ihre verstorbene Schwester Marie vorgezogen hat. Doch nach einem Sturz der Oma und einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus, nähern sich die beiden etwas an. Wird die Großmutter endlich einlenken? Und können Louise und ihre Eltern das Kliffstübchen retten?

Julia Rogasch hat die idyllische Atmosphäre der Vorweihnachtszeit auf Keitum perfekt eingefangen. Der Lichterglanz und der Weihnachtsmarkt vermitteln innerliche Wärme, während draußen die kalten Winterstürme um die Insel brausen. Und dann wird es sogar winterlich auf Sylt...

Zeitlich passte diese Lektüre für mich perfekt, denn genau zum Wochenende, als ich das Buch begann, gab es bei uns einen Wintereinbruch, der die Welt draußen verzauberte. Ich liebe Schnee und diese Stille und habe es mir in meinem Lesesessel bei einem heißen Kakao und Lebkuchen gemütlich gemacht. So lassen sich Wohlfühlromane wie dieser, am besten inhalieren. Auch wenn die Handlung nicht wirkliche Überraschungen bereithält und man ahnen kann, wie es endet, habe ich mich in der Geschichte sehr wohlgefühlt. In dieser Zeit des Jahres brauche ich einfach öfters herzerwärmende Lektüre, wie diese.

Der Schreibstil lässt sich gut lesen und ist sehr bilhaft. Ich habe die Vorweihnachtszeit sehr gerne auf Sylt mit Louise und Moritz verbracht und ihre zarte Annäherung gemocht.
Was ich zu Beginn etwas bemängeln musste war, dass die beiden Sichtweisen der Protagonisten, die abwechselnd erzählen, sich zu sehr ähnelten. Als der erste Abschnitt mit Moritz begann, bekam ich zuerst gar nicht mit, dass hier nicht mehr Louise erzählt, sondern ihr männlicher Gegenpart. Mit der Zeit hat sich das aber gegeben und ich hatte keine Probleme mehr.
Sowohl Louise, als auch Moritz, sind sympathische Protagonisten, die sich sehr ähneln. Sie leben für ihre Ideen und Berufe und sind von ihren Eltern beruflich in eine Richtung gedrängt worden, die sie nicht einschlagen wollten. Beide sind ausgebrochen und kommen in ihre alte Heimat, der Insel Sylt, zurück. Louise, weil sie im Kliffstübchen aushilft und Moritz, der sich über seine weitere Zukunft klar werden will. Seine Eltern drängen ihn in die Geschäftsführung des Hotels, doch Moritz hat andere Pläne. Louise knabbert aber auch noch immer am Tod ihrer Schwester, der die ganze Familie überrascht und komplett aus der Fassung gebracht hat. Auch ein Jahr danach hat Louise diesen noch immer nicht überwunden.
Die verschiedenen Charaktere sind bis hin zur kleinsten Nebenfigur sehr gut beschrieben, wie die neugierige Nachbarin des Kliffstübchens, der nichts entgeht.

Fazit:
Ein herzerwärmender Wohlfühlroman, der hervorragend in die Vorweihnachtszeit passt und auch ein paar tiefgründigere Themen, wie Trauer und Verlust, anspricht. Dazu eine heiße Tasse Tee oder Kakao und ein Teller Lebkuchen - ein perfekter Leseabend!


Vielen Dank an den dtv Verlag und an Lovelybooks für das rezensionsexemplar, sowie für die nette Begleitung bei der Leserunde

Das Collier der Königin - Beate Maxian

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (11. Oktober 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453425286
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453425286
    • Genre:  Familiensaga, historischer Roman, zwei Zeitbenen


Heyne Kurzbeschreibung:
Wien, Gegenwart. Ein unerwartetes Erbe rüttelt Leas Alltag als Versicherungsangestellte auf: Ihre zurückgezogen lebende Tante Goria vermacht ihr ein Diamantcollier, das schon lange im Familienbesitz ist. Handelt es sich bei dem sagenumwobenen Schmuckstück wirklich um das Collier Marie Antoinettes, das während der Französischen Revolution verschwand? Und wie kam es in den Besitz von Leas Familie? Paris 1794. Isabelle Blanc ist auf der Flucht. Ihr Vater gilt als Feind der Revolution, da er Schmuckstücke für Adelsfamilien anfertigte. In Todesangst versteckt sie sich vor den Schergen Robespierres. Doch gerade als sich die Lage beruhigt, steht ein Soldat vor ihrer Tür und legt ein fremdes Kind in ihre Arme ... 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge 

Meine Meinung:
Beate Maxians neuer Roman spielt auf zwei Zeitebenen und in zwei Ländern: Österreich und Frankreich. In der Gegenwart lernen wir Leah kennen, die in Wien lebt und in ihrem Beruf als Versicherungsangstellte nicht wirklich glücklich ist. Eines Tages erhält sie von ihrer kinderlosen Tante Gloria, die die Familie nach einem Familienstreit als junges Mädchen verlassen hat, ein vorgezogenes Erbstück: ein Diamantcollier. Elias, Historiker und Patensohn von Gloria, überbringt das kostbare Schmuckstück, welches immer an die Erstgeborenen der Familie weitergegeben wird. Das Collier soll einst Marie Antoinette gehört haben und ist seit über zweihundert Jahren im Besitz von Leas Familie. Lea möchte gerne mehr über die Herkunft der Haslkette wissen. Elias und Lea beginnen mit den Nachforschungen, die in das Jahr 1794 nach Paris führen, wo das Collier damals gefertigt wurde.

Im Vergangenheitsstrang sind wir in der französischen Metropole und begleiten Isabelle Blanc, die Tochter jenes Goldschmiedes, der das Collier für Marie Antoinette anfertigte. Es ist die Zeit der Französischen Revolution und Isabelle verliert innerhalb kurzer Zeit ihren Vater und ihr Elternhaus. Voller Furcht versteckt sie sich bei ihren hilfsbereiten Nachbarn vor den Schergen Robespierres, als ihr eines Nachts ein Soldat ein Neugeborenes in die Hand drückt und sie bittet auf das Kind aufzupassen. Doch Isabelle muss mit dem fremden Kind Paris verlassen und versucht in bitterer Armut sich und das Kind retten....

Beide Stränge haben mir gut gefallen, obwohl ich auch diesmal den Vergangenheitsstrang vorgezogen habe. Mit Isabelle erleben wir die Gefahren während der Französischen Revolution. Die historischen Fakten fließen mit ihrer fiktiven Lebensgeschichte ineinander und erzeugen eine spannende Geschichte. Auch die Nebenfiguren rund um Isabelle werden von der Autorin sehr lebendig dargestellt, egal ob gut oder böse. Sehr interessant fand ich die Erzählungen rund um die Tochter von Marie Antoinette, Marie Theres Charlotte de Bourbon, auch Madame Royale genannt. Leider ist über die einzige Überlebende der Königsfamilie zur Zeit der Französischen Revolutionviel zu wenig bekannt.

Die Geschichte in der Gegenwart ist etwas vorhersehbar, jedoch mochte ich den Wien-Bezug und auch die Annäherung der beiden Schwestern, die seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hatten.
Im steten Wechsel der beiden Zeiten verweben sich die beiden Handlungsstränge perfekt ineinander. Beate Maxian gelingt es die Geschichte um das Schmuckstück von der Entstehung bis hin zur Reise nach Österreich spannend zu erzählen. Trotzdem klafft am Ende in der Ahnenreihe eine etliche Generationen umfassende Lücke und hinterlässt bei mir den Wunsch auch diese noch zu füllen.
Durch den bildhaften Schreibstil hatte ich die französische Hauptstadt zur Zeit des späten 18. Jahrhunderts klar vor Augen.
Die historich verbrieften Personen dieser Zeit sind in einem Personenverzeichnis zu Beginn des Buches aufgeführt. Aber auch das Paris der Gegenwart wurde sehr lebendig beschrieben und ich bekam Lust durch die Gassen rund um Isabelles ehemaliges Elternhaus zu flanieren.
In der Gegenwart fühlte ich mich in Wien natürlich wie zu Hause. Auch wenn ich keine Wienerin bin, so kenne ich natürlich unsere Bundeshauptstadt und einige der genannten Plätze und Straßen. Auch kulinarisch hat uns die Autorin wieder so einige Köstlichkeiten geboten und mir lief bei den erwähnten Zimtschnecken, dem Guglhupf und dem Apfelstrudel das Wasser im Mund zusammen.
Die langsam aufgebaute Liebesgechichte, die sich zwischen Lea und Elias entwickelt, war mir hingegen etwas zu vorhersehbar und konnte mich nicht gänzlich überzeugen.

Fazit:
Ein interessanter Roman auf zwei Zeitebenen, der mich nach Wien in der Gegenwart und nach Paris zur Zeit der Französischen Revolutin geführt hat. Bildhaft erzählt und fabelhaft recherchiert, aber im Gegenwartsstrang plätschert mir die Geschichte manchmal ein bisschen zu viel vor sich hin. 

Vielen Dank an den Heyne Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Wege der Söhne - Ellin Carsta

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 301 Seiten
    • Verlag: ‎ Tinte & Feder (7. Dezember 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 2496705085
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-2496705089
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 4 der Falkenbach Saga


Amazon Kurrbeschreibung:
Bernried am Starnberger See, 1938: Elisabeth Lehmann könnte kaum glücklicher sein, als ihr Mann Ferdinand vom Stützpunkt der Wehrmacht endlich heimkehren darf. Doch dann wird klar, dass er nur aufgrund seines Plans, die Waffenproduktion zu erhöhen, vom Dienst freigestellt wurde. Seine Mutter ist erbost: Entwickelt sich ihr eigener Sohn vom Mitläufer zu einem aktiven Förderer der Nazis? Wilhelmine von Falkenbach kommt durch ihre Liebe zum Widerstandskämpfer Martin immer weiter in Bedrängnis, genau wie ihr Bruder Gustav, der heimlich jüdische Patienten in seiner Praxis behandelt. Wie lange können diese beiden Geheimnisse noch bewahrt werden? Auch die jahrelange Freundschaft zwischen Paul-Friedrich von Falkenbach und Heinrich Lehmann beginnt zu bröckeln. Als Paul-Friedrich von einer Sabotage in der Waffenproduktion erfährt, ahnt er sofort, dass diese Entdeckung das Schicksal beider Familien besiegeln könnte.

 Meine Bewertung: * * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Ich empfehle die Reihenfolge der Bände einzuhalten!

Meine Meinung:
Im vierten Band der Reihe rund um die beiden Familien von Falkenbach und Lehmann kommt Ferdinand vom Stützpunkt der Wehrmacht nach Hause. Doch die Rückkehr in den Schoß der Familie gestaltet sich nicht ganz so, wie er es sich erhofft hat. Diese ist nämlich an das Versprechen gebunden, dass in der Porzellanfabrik Waffen produziert werden sollen, so wie es bereits in der Topf- und Pfannenfabrik der Lehmann geschieht. Vorallem seine Mutter ist darüber sehr verärgert und kann nicht verstehen, dass ihr Sohn sich auf dieses Geschäft mit der Wehrmacht eingelassen hat. Elisabeth hingegen schwebt auf Wolke sieben, dass ihr Mann endlich zuhause ist.
Leopold hält seinen Vorsatz sich zu ändern nur kurze Zeit durch und beginnt bereits über neue Rachepläne der Familie gegenüber nachzudenken.
Wilhelmine hat von ihrem Vater endlich die Erlaubnis bekommen, ihren großen Traum zu verwirklichen und an Springturnieren teilzunehmen. Zusätzlich ist sie in den Widerstandskämpfer Martin verliebt, den sie und ihr Bruder Gustav in unmittelbarer Nähe verstecken. Doch damit bringen sie die gesamte Familie in große Gefahr.

Paul-Friedrichs Schmerzen im Beinstumpf werden immer stärker. Als er von Gustav keine Erhöhung der Schmerzmittel mehr erwarten kann, wagt er sich auf gefähliches Terrain.  Er zieht weiterhin die Fäden im Hintergrund und hält, wenn nötig schützend seine Hand über die Familien von Falkenbach und Lehmann. Alleine seiner Intelligenz, aber auch seinem geschickten Taktieren, ist es zu verdanken, dass seine Familie und die seiner beiden Freunde keine weiteren Probleme mit der SS bekommen. Als jedoch in der Topf- und Pfannenfabrik bei der Herstellung einer Waffencharge eindeutig Sabotage im Spiel ist, beginnen die Schwierigkeiten...

Auch diesmal war ich sofort wieder mitten im Geschehen. Die drei Familien sind inzwischen alte Bekannte und können mich trotzdem immer wieder aufs Neue überraschen. Die Figuren entwickeln sich weiter, jedoch bröckelt in diesem vierten Band der Zusammenhalt der einzelnen Familienmitglieder etwas. Der eine oder andere intrigiert ohne die Folgen auch für sich selbst zu bedenken...
Auch diesmal erkennt man, wie der Nationalsozialmus immer weitere Kreise zieht und auch die Falkenbachs und Lehmanns ihre Handlungen bedenken müssen.

Der Schreibstil ist wie gewohnt fesselnd und mitreißend. Die Kapitel sind kurz gehalten und widmen sich abwechselnd den verschiedenen Protagonisten. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat der jeweiligen Person, um die sich das kommende Kapitel dreht und geht auf die im Anschluss geschilderte Situationen ein. Unerwartete Wendungen überraschen den Leser und am Ende gibt es wieder einen fiesen Cliffhanger.

Fazit:
Wie auch schon die Vorgängerbände hat mich auch dieser vierte Band wieder wunderbar unterhalten. Das Buch ist viel zu schnell ausgelesen und ich kann es kaum erwarten die weiteren Vorkommnisse zu lesen.

Vielen Dank an Ellin Carsta für das Rezensionsexemplar via der Verlosung bei Lovelybooks

 Die Reihe um die Familie Falkenbach:

  1. Das Unrecht der Väter   *Rezi*
  2. Die Stärke der Töchter  *Rezi*
  3. Der Bund der Familien  *Rezi*
  4. Die Wege der Söhne  
  5. Der Mut der Frauen erscheint am 15. März 2022

Die Affekte - Rodrigo Hasbún

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 142 Seiten
    • Verlag: ‎ Suhrkamp Verlag; 1. Edition (7. August 2017)
    • Übersetzer: ‎ Deutsch
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3518427644
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3518427644
    • Originaltitel ‏ : ‎ Los Afectos


    • Genre: Novelle 

Suhrkamp Kurzbeschreibung:
Im Nachkriegsmünchen ist er verfemt, und so geht er mit seiner Frau und den drei Töchtern nach Bolivien, der exzentrische Hans Ertl, einst Riefenstahls erster Kameramann und Rommels ›Leibphotograph‹. Doch auch das neue Leben ist reich an Spannungen, und für seine nächste Expedition, die Suche nach der verlorenen Inkastadt Paititi, muss die ganze Familie einen hohen Preis zahlen. Insbesondere Monika, die älteste Tochter und ihrem Vater frappierend ähnlich, scheint jeden Halt zu verlieren. Was als persönliche Sinnkrise beginnt, wird zu ihrer politischen Radikalisierung führen und sie zu immer extremeren Maßnahmen treiben. 

Meine Bewertung: * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Das war leider so gar nicht mein Buch!
Der Autor erzählt in seiner Novelle eine fiktive Geschichte rund um die historisch belegte Familie Ertl. Vater Hans war Bergsteiger, Kameramann, Regisseur und Kriegsberichterstatter für Propagandafilme. 1952 flüchtete er mit seiner Familie nach Bolivien, nachdem er in Deutschland als ehemaliger Kameramann Leni Riefenstahls Berufsverbot bekam. Er ist nur einer von vielen, die sich Südamerika als Zielkontinent aussuchten. Alleine durch die "Rattenlinie" flüchtetet viele ehemliage Nazis ohne jemals belangt zu werden.

Hans Ertl ist ein Abenteurer und Bergsteiger. Kaum in seiner neuen Heimat angekommen, hat er ein neues Projekt vor Augen. Er möchte die verschollende Inkastadt Paititi im Dschungel finden. Mit einem Expeditionstreck und zwei seiner Töchter macht er sich auf, um die versunkene Inkastadt ausfindig zu machen. Seine Frau und seine jüngste Tochter Trixi bleiben zu Hause, während er egoistisch und ohne irgendwelche Empathie seine Ziele verfolgt.

Die drei Töchter werden - bis auf Monika - nur kurz umrissen. Heidi wird nur zu Beginn erwähnt, als sie ihren Vater in den Dschungel begleitet.  Dort findet sie in Rudi ihren zukünftigen Mann, mit dem sie nach München zieht. Die Mutter stirbt viel zu früh und Trixi findet keinen Halt bei den restlichen Familienmitgliedern. Monika beginnt sich zu radikalisieren und wird Mitglied der bolivianischen Untergrundbewegung. Sie ist Teil einer Guerilla-Aktion, die auf den sozialistischen Wandel in diesem Land abzielt. Dem Leser ist jedoch völlig unklar WARUM sie sich radikalisiert. Der Autor klärt nicht über die schreckliche Situation der indigenen Bolivianer auf, sondern stellt die Revolutionäre eher schwach und selbstmörderisch dar.

Die Geschichte wird in kurzen Episoden aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Etwas verwirrend ist dabei, dass alle in der Ich-.Perspektive erzählen und es über den kurzen Kapiteln keinerlei Informationen gibt, wer hier gerade berichtet. Erst nach einigen Sätzen erkennt man den Erzähler bzw. dass überhaupt plötzlich aus einer ein anderen Sichtweise geschrieben wird. Meiner Meinung wurde dies nicht sehr gut gelöst.

Der Schreibstil ist trocken und nüchtern. Die Sätze sind kurz. Die Schrift ist groß und es wird viel Platz gelassen. Die großzügige Aufteilung und die knapp 142 Seiten sind für ein Hardcover und dem Preis von 19.- Euro zu überteuert.

Leider gibt es auch kein Nachwort oder sonstige zusätzliche Informatioen über Wahrheit und Fiktion. Das Ende ist ziemlich abrupt und lässt so einige Fragen offen, die hier noch geklärt hätten werden können. Hier hilft nur die eigene Recherche im Internet. Die vielen Übersetzungen und die teilweise guten Bewertungen zu diesem Buch verstehe ich leider überhaupt nicht...

Cover:

von links nach rechts:
das spanische Originalcover, das dänische, das italienische, das niederländische und das serbische Cover

Fazit:
Für mich leider ein voller Flop, der mich überhaupt nicht überzeugen konnte. Eine Novelle, die nur an der Oberfläche kratzt und doch so viel zu sagen hätte. Hier ist weniger leider nicht mehr. Sehr schade!

December Park - Ronald Malfi

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
    • Verlag: ‎ Luzifer-Verlag; New Edition (30. September 2015)
    • Übersetzer: ‎ Ilona Stangl
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3958350321
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3958350328
    • Originaltitel: ‎ December Park
    • Genre:  Comig-of-Age Thriller, Thriller


Luzifer Kurzbeschreibung:
Im Herbst 1993 wird das beschauliche Städtchen Harting Farms vom Verschwinden mehrerer Kinder erschüttert. Zunächst denken die Bewohner noch an Ausreißer bis in dem großen, gespenstischen December Park die erste Leiche eines Mädchens gefunden wird. Die Zeitungen sprechen vom Entführer als Piper als Rattenfänger, wie in der Sage der Brüder Grimm , weil er gekommen ist, um die Kinder wegzulocken. Doch in den Schulgängen flüstern die Kinder noch viel düsterere Namen. Angelo Mazzone und seine Freunde entdecken eine Verbindung zu dem toten Mädchen und nehmen die Verfolgung des Mörders auf. Die fünf Jugendlichen schwören sich, der Schreckensherrschaft des Pipers ein Ende zu setzen. Doch was als mutiges Versprechen beginnt, entpuppt sich nicht nur als Odyssee in die Düsternis ihrer Heimatstadt und deren Bewohner, sondern auch als Selbsterfahrungstrip. In der Dämmerung sind auf den Straßen von Harting Farms alle verdächtig, und jeder der Jungs könnte das nächste Opfer des Pipers sein. 

Meine Bewertung: * * * * * 

♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur Weltenbummler Challenge 

Meine Meinung:
Wow! Was war das für ein tolles Buch! Dabei stand es ziemlich lange bei mir im SuB Regal herum und ich bin froh, dass ich es nun gemeinsam mit der lieben Nicole von Zeit für neue Genres gelesen habe.

Wir befinden uns in den Neunziger Jahren in Harting Farms, einer kleinen Stadt in Maryland, USA. Seit dem Herbst 1993 verschwinden immer wieder Jugendliche in unregelmäßigen Abständen. Die Polizei vermutet anfangs noch jugendliche Ausreißer, bis die Leiche eines Mädchens gefunden wird. Angelo Mazzone und seine Freunde Scott und Peter werden Augenzeugen, als die Polizei die vermisste Courtney Cole abtransportieren. Dieses Bild wird er so schnell nicht vergessen.
Das Gerücht, dass der Piper die Kinder geholt und ermordet hat, macht in der Stadt schnell die Runde. Angelos Vater ist ein Cop, der mit den Fällen der verschwundenen Kinder zu tun hat. Dieser versucht zwar die schlimme Situation vor seinem Kind zu verbergen, doch die Stimmung zwischen beiden wird immer angespannter.
Als im Nachbarhaus der etwas seltsame Adrian einzieht, wird er nach anfänglichem Zögern in die Gruppe rund um Angelo, Peter, Michael und Scott aufgenommen. Adrian ist fasziniert von der Geschichte rund um den Piper und steigert sich total in die ungelösten Fälle hinein. Als er ein Medaillon findet, das er in der Nähe des Fundortes von Courtney Cole entdeckt, ist er sicher, dass es dem Mädchen gehört hat. Die Jungs beginnen daraufhin selbst Nachforschungen anzustellen und begeben sich dabei in tödliche Gefahr, denn jeder von ihnen könnte das nächste Opfer des Pipers sein. ...

"December Park" ist mein erstes Buch von Ronald Malfi und sicher nicht mein letztes, auch wenn die anderen eher in die Horror-Richtung gehen. Der Schreibstil ist lebendig, fesselnd und bildhaft. Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Der Autor ist sehr ausführlich auf die Landschaft eingegangen, so dass ich mir ein sehr konkretes Bild von der Umgebung machen konnte.
Erzählt wird aus der Sicht von Angelo, genannt Angie. Malfi erschafft hier eine Clique, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Zusätzlich hat er die Atmosphäre der Neunziger Jahre perfekt eingefangen. Die Musik von Nirvana, Bruce Springsteen und Metallica dröhnt aus den Walkmans der Jungs, die gerne gemeinsam  Horrorfilme gucken. Mit ihren  Fahrrädern flitzen sie durch die Stadt und beginnen die Plätze und Parks abzusuchen, wo der Piper seine Opfer getötet haben könnte. Die Stimmung im Buch ist dabei sehr düster und man bemerkt als Leser sehr schnell, dass die Jungs dem Täter schon sehr bald auf den Fersen sind.

Neben den Thrillerlementen wird auch großer Wert auf die Freundschaft der Jungen gelegt. Der Zusammenhalt der Teenager wird groß geschrieben und der Charakter jedes Einzelnen sehr bildhaft dargestellt. Ich habe es geliebt für kurze Zeit "Mitglied" dieser Gruppe zu sein. Während der Jagd auf den Täter werden die Jungs langsam erwachsen. Es ist die Zeit, in der man merkt, dass die Kindheit bald vorbei sein wird und man an der Schwelle des Erwachsenwerden steht.

Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und ist ziemlich düster. Ich bin dabei durch die Geschichte geflogen und mochte gar nicht aufhören zu lesen. Gruselige und oftmals auch ekelige Situationen haben mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Natürlich beginnt man auch selbst mitzurätseln, wer sich hinter dem Piper verstecken könnte.  Dabei hatte ich den einen oder anderen Verdacht. Doch der Autor konnte mich am Ende mit seiner Auflösung wirklich überraschen, die er absolut gelungen präsentiert hat.  

Cover:

von links nach rechts:
alles englischsprachige Ausgaben

Fazit:
Für mich war "December Park" ein absolutes Lese-Highlight! Wahnsinnig gerne würde ich mehr Bücher dieser Art lesen. Ronald Malfi hat hier einen fesselnden Thriller, gemischt mit einem Coming-of-Age Roman geschrieben, der mich vom Anfang bis zum Ende einfach nur überzeugt hat! Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

Natternkopf - Astrid Miglar

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Servus; 1. Edition (30. September 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3710402344
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3710402340
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi




Servus Kurzbeschreibung:
In der kleinen österreichischen Gemeinde Reichraming geht’s auf einmal mörderisch zu: Gleich drei Leichen stören die sommerliche Idylle! Hauptkommissar Georg Hammerschmied nimmt die Ermittlungen auf – notgedrungen, denn Mord zählt nicht zu seinen bevorzugten Aufgabengebieten. Die Autorin Astrid Miglar stellt in ihrem ersten Krimi den eigenwilligen Kommissar vor eine knifflige Aufgabe: Spuren gibt es viele, Erkenntnisse eher weniger. Dafür scheint jeder Bewohner Reichramings irgendein Geheimnis zu verbergen.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Am Fuße der Kalkalpen liegt im schönen Oberösterreich der Ort Reichraming. Hier ist es noch beschaulich und idyllisch. Deshalb hat sich Hauptkommissar Georg Hammerschmied auch von der Stadt aufs Land in die Polizeiinspektion Großraming versetzen lassen. Doch mit der Idylle im Ennstal ist es bald vorbei, als eine weibliche Leiche angeschwemmt wird. Kurze Zeit später wird Bauer Bergmeier ermordet aufgefunden. Die Sense, die er zum Mähen der Wiese bei sich hatte, steckt in seiner Brust. Nun ist es vorbei mit der Ruhe und Georg Hammerschmied und seine neue Kollegin Maria beginnen zu ermitteln...

Das erste Aufeinandertreffen der zukünftigen Kollegen ließ mich allerdings etwas den Kopf schütteln. Ein Flirt und etwas mehr, lassen beide am nächsten Tag auf der Polizeistation etwas dumm aus der Wäsche schauen. Im Laufe der Ermittlungen fand ich ihre gegenseitigen Reaktionen oftmals etwas überzogen und kindisch, auch wenn Georg eigentlich ein sympathischer Ermittler ist. Im Dorfwirtshaus lernt man allerdings auch den einen oder anderen verschrobenen Einheimischen kennen. Aber nicht nur am Stammtisch findet man spleenige Einwohner. Besonders beliebt ist im Moment der Aufenthalt bei Alois Grundinger, der mit seiner Frau eine Pension betreibt, in der Nackt-Yoga angeboten wird. Dorthin führt auch der erste Weg von Georg und Maria nach dem Auffinden der unbekannten Frauenleiche.

Bei Regionalkrimis, die in Österreich spielen, fühle ich mich schnell wohl, denn meistens vermittelt mir der österreichische Dialekt eine Art "Heimatgefühl". So auch bei Astrid Miglars Debütkrimi, der in Reichraming spielt, das ungefähr 100 km von mir entfernt ist. Die bildhaften Beschreibungen der Umgebung fand ich ausgesprochen anschaulich und bringen jede Menge Lokalkolorit mit. Der sehr dialoglastige Krimi hat mich gut unterhalten und der Perspektivwechsel zwischen Georg und Maria, wie auch aus der Sicht einiger Dorfbewohner, ist gelungen. Den schwarzen Humor mochte ich ebenfalls sehr, jedoch wurde ich mit den Ermittlern nicht wirklich warm. Hier fehlte mir doch etwas der Ernst und die Zusammenarbeit. Einige Seiten weniger hätten dem Krimi auch gut getan...

Zusätzlich verwirrt hat mich der oftmalige Wechsel zwischen Vor- und Nachnamen der Figuren, die ganz schön zahlreich sind. Mehrfach musste ich zweimal nachdenken, von wem die Autorin gerade spricht. Ein Personenregister am Anfang hätte mir etwas geholfen. Gefallen hat mir hingegen, dass der Buchtitel öfters aufgegriffen und auch erklärt wurde.

Die Mordermittlungen haben, wie bei einem Regionalkrimi gewohnt, oftmals ein eher gemütliches Tempo und laden zum Mitraten ein. Ich hatte bald einen Verdacht, der sich schlussendlich auch bestätigt hat. Zum Schluss hin gab es ein richtig spannendes Finale, das mich positiv überrascht hat und das mich die letzten Seiten in einem Rutsch verschlingen ließ. 

Fazit:
Hier steckt noch Potential drinnen, auch wenn mir die bildhaften Beschreibungen der Natur und der schwarze Humor gut gefallen haben. Mit den Charakteren wurde ich hingegen nicht so warm. Wer lieber humorige Krimis liest, dem kann ich "Natternkopf"empfehlen. Wer jedoch reine Spannung sucht, der wird weniger Freude haben.

Vielen Dank an den Servus Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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