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Liebe ist niemals normal - Thomas Brezina

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ edition a; 1. Edition, Erscheinungstermin: ‎ 26. April 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3990018280
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3990018286
    • Genre: Roman, Coming of Age Roman


edition a Kurzbeschreibung:
Julian, queer und Single, hat die besorgten und vorwurfsvollen Blicke seiner Eltern satt. Für das bevorstehende Fest zu seinem 22. Geburtstag kündigt er seinen Freund an. Das Problem: Es gibt ihn noch nicht. Mit Hilfe seiner besten Freundin Antonia stürzt er sich in die Welt des Datings, wo ihn Abenteuer und Peinlichkeiten erwarten. Wird er so den Richtigen finden? Von einem Dating-Desaster ins nächste stolpernd, bekommt er noch dazu einen neuen Mitbewohner. Der heißt Erik und ist ein großes Rätsel. Allerdings macht ihn gerade das besonders attraktiv ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Thomas Brezina ist einer der Kinderbuchhelden meiner Tochter. Nachdem er nun auch schon eine kleine Weile Erwachsenenliteratur schreibt, war ich auf seinen neuen Roman sehr neugierig. Bei Lovelybooks hatte ich Glück und durfte "Liebe ist niemals normal" lesen.

Julian steht kurz vor seinem 22. Geburtstag und lebt in Wien. Jeden zweiten Sonntag sind er und seine Geschwister bei seinen Eltern eingeladen. Das "Kuhkaff" seiner Kindheit ist etwa 200km von der Hauptstadt entfernt und seine Eltern angesehene Geschäftsleute. Sie legen sehr viel wert auf diese Tradition und wollen nun endlich Julians Freund oder Freundin kennenlernen. Nachdem Julian von der Fragerei bereits extrem genervt ist, verspricht er an seinem 22. Geburtstag der Familie seinen Freund vorzustellen - den es allerdings gar nicht gibt.
Im Schnellverfahren muss ein vorzeigbarer Kandidat her! Seine beste Freundin Antonia, mit der er eine WG teilt, versucht ihn dabei zu unterstützen. Sie führt ihn in die Welt der Dating Apps ein. Ein Dating Desaster nach dem anderen lassen Julian immer mehr verzweifeln. Seine früheren Beziehungen haben ihn sehr unsicherer gemacht und die Dates, die er nun erlebt, sind überaus peinlich und teilweise skurril. Man leidet mit Julian mit, denn er fühlt sich seit jeher ungeliebt und alles andere als attraktiv. Noch sucht er seinen Platz im Leben.
Erik, der neue Mitbewohner der WG, gefällt ihm sehr gut, doch seine schroffe und arrogante Art und seine etwas mysteriöse Ausstrahlung, nerven Julian immer mehr. Doch dann ist Erik eines Tages Knall auf Fall ausgezogen und hat keinerlei Kontaktdaten hinterlassen....

Der Roman lässt sich sehr schnell lesen und zeigt die Unsicherheit junger Menschen auf, wenn es um die Liebe geht - egal welches Geschlecht man hat. Julian ist bereits sicher, dass er Männer liebt, aber den Richtigen zu finden erweist sich als nicht wirklich einfach. Seine Entwicklung im Laufe des Romans hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er oftmals in Selbstmitleid gebadet hat. Trotzdem hat er Ziele und Ideen - einzig beim Studium ist er noch unsicher, was das Richtige für ihn ist.

Thomas Brezina zeigt mit seinen teils etwas schrägen Charakteren, viel Humor und einer tollen Botschaft, dass er auch Erwachsenenbücher schreiben kann. Besonders gut haben mir die leisen Szenen auf dem Dach oder im Garten gefallen, die eine malerische und harmonische Atmosphäre erzeugten. In seinem Roman findet man viele Formen der Liebe und Beziehungen, die aufzeigen, dass Liebe einfach IST. Sie besteht aus Zuneigung, Respekt, Vertrauen und vieles mehr.

Fazit:
Mir hat der Roman gut gefallen. Er war kurzweilig, humorvoll, aber auch tiefgründig und ließ sich sehr schnell lesen.


Vielen Dank an Lovelybooks und edition a für das Rezensionsexemplar!

Der Dornengarten - Eva Wahrburg




    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: edition a; Auflage: 1 (1. Oktober 2016)
    • ISBN-10: 3990011804
    • ISBN-13: 978-3990011805
    • Genre: historischer Roman



edition a Kurzbeschreibung:
1824, ein verarmtes Gut im Wald, eine Zeit, in der die Menschen noch an die Vererbung von Schuld und Verdammnis glauben. Eine scheue Frau, die sich für verflucht hält, und ein Mann, der Schwäche verachtet. Ein Kontertanz aus Angst und Anziehung. Die Erbin eines verarmten Gutes muss den von der Kirche entsandten Restaurator Herwegh bei sich aufnehmen. Maria von Eschweih, die von einem Priester sinnesfeindlich und asketisch erzogen wurde, hat gelernt, Männer zu fürchten. Mit Herwegh wird ein Albtraum für sie wahr, denn er stellt sich als zynischer, wollüstiger Gewaltmensch dar. Ein Unfall des Restaurators enthüllt überraschende Seiten seines Wesens, die ihr einen Spiegel ihrer eigenen Irrtümer vorhalten. Doch eine neue Entdeckung stößt sie und Herwegh wieder in die alten Rollen, denn der Griff der Vergangenheit ist allgegenwärtig und nicht alles, das man zu sehen glaubt, existiert auch wirklich.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass mir eine Rezension zu diesem Buch sehr schwer fällt. Die richtigen Worte zu finden und die Aussage dieses Romans wiederzugeben, ist hier wirklich nicht einfach. Ich hatte mir etwas ganz anderes vorgestellt...eine Geschichte, ähnlich den historischen Romanen, die ich bis jetzt gelesen habe und wurde absolut überrascht.

Leider hatte ich zu Beginn einige Schwierigkeiten in das Buch zu finden. Der Schreibstil der Autorin ist besonders, die Geschichte so gänzlich anders, als alles was ich bisher gelesen habe. Doch nach den ersten hundert Seiten bekam ich das Gefühl für die Sprache und die Atmosphäre und habe den Rest in einem Rutsch durchgelesen. Und das ist gar nicht einfach, denn für dieses Buch benötigt man Zeit und Muße!
Für einen Vielleser, wie mich, nicht so einfach ;) Doch für manche Schätze muss man sich diese Zeit nehmen.
Obwohl ich bereits einige christliche Bücher gelesen habe, überraschte mich der religiöse Hintergrund des Romans. Dieser findet sich aber vorallem zu Beginn der Erzählung. Unsere Protagionistin Maria von Eschweih lebt total zurückgezogen auf einem heruntergekommen Gutshof. Als uneheliches Kind wurde sie von den Menschen im Dorf ausgestoßen und nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem strenggläubigen Onkel aufgezogen. Der weltfremde Priester lehrte Maria zwar das Lesen, Schreiben und fremde Sprachen, aber vorallem lebte er ihr seine religiöse Lehre vor, die alles Schöne und Weltliche verbannt. Sie wächst in emotionaler Kälte und Isolation auf. Im Haus regierte alleinig der Gott des Zornes und der Askese und nicht der Gott der Liebe, der vergibt. Als Marias Onkel stirbt ist sie jedoch bereits gefangen in einer Welt, in der es nur Schuld, Sühne und Verdammnis gibt....

Die Anzahl der Figuren ist beschränkt. Die Autorin konzentriert sich auf Maria und später auch auf Herwigh. Durch die Ich-Perspektive der Hauptprotaginistin, erleben wir ihre Gefühle und Gedanken hautnah mit. Diese waren nicht immer für mich verständlich, denn Maria ist in einer düsteren Welt gefangen, in der sie unfreiwilig aufgewachsen ist. Sie hat dieses vorgegebene Weltbild nie in Frage gestellt und sich immer als Sünderin und Verdammte gesehen. Männer sind für sie raue Gesellen, die Frauen nur schänden wollen.
Durch den Restaurator Herwegh kommt erstmals ein nicht gottesfürchtiger Mann auf den Gutshof, dem noch dazu kein guter Ruf voraus eilt. Er soll ein Fresko in der Kapelle restaurieren, das den Fortbestand von Marias Erbe sichern soll. Für vierzig Tage lebt er auf dem Gutshof, gerade so lange bis das Bild wiederhergestellt ist. Maria erstarrt in Furcht vor dem Mann.

Mit Marias Gedanken und Handlungen tat ich mir schwer. Ich konnte vieles nicht nachvollziehen, doch mit der Zeit erfährt man, warum sie sich mit diesen Überlegungen auseindersetzt. Man hofft, dass sie sich aus dieser Welt, die sie gefangen hält, endlich befreien kann. Herwegh macht sie mit den Lehren des Philosophen David Hume bekannt und lernt durch ihn ein völlig neues Weltbild kennen. Doch jahrzehntelange "Gehirnwäsche" lässt sich nicht so schnell verbannen...
Die Atmosphäre ist bedrückend und trostlos. Die Einsamkeit, die von Maria ausgeht, ist spürbar. Nur langsam beginnt sie sich der Außenwelt zu öffnen und ihr Denken zu ändern. Aber auch Herwegh ist ein verschlossener Mann mit Vergangenheit. Hinter seinen rauhen Schale versteckt sich ein guter Mensch, der jedoch die christliche Lehre ablehnt und sich mehr der philosphischen Gedankenwelt eines David Hume zuwendet. Zu dieser Zeit sind jedoch Religion und Wissenschaft nicht wirklich vereinbar.

Die christlichen Werte und die philosophischen Ansichten eines David Hume sind die Eckpfeiler der Geschichte. Die Fragen nach dem "Wer bin ich?" und "Wohin gehe ich?", wie auch der Aspekt, ob sich der Mensch wirklich ändern kann, sind allgegenwärtig. Auch die Vergangenheit spielt eine große Rolle und ebenso Vorurteile gegenüber anderen Menschen. Einordnen lässt sich dieser vielschichtige Roman schwer, da er genreübergreifend ist, aber der Kern ist eindeutig historisch.
Wer hier Romantik sucht, wird sie nicht finden. Wer aber etwas ganz Besonderes lesen will, der ist mit "Der Dornengarten" gut beraten.
Warum trotzdem keine fünf Sterne? Die anfänglichen Startschwierigkeiten waren doch massiv und Marias Gedanken konnte ich nur schwer nachvollziehen. Erst wenn man sich auf die Geschichte einlässt, fühlt man das Besondere dara.


Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist einzigartig. Er ist der Zeit angepasst, jedoch sprachgewaltig und voller Emotionen. Man spürt Marias Zweifel, ihre Einsamkeit und die Unsicherheit. In sehr poetischen Worten und gänzlich anders, als ich es kenne, erzählt Eva Wahrburg hier eine Geschichte, die noch lange nachhallt. Man muss sich darauf einlassen und falls man, wie ich, anfangs Schwierigkeiten damit hat, nicht zu schnell aufgeben.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Roman, der mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten, gefangen genommen hat. Die Geschichte ist vielschichtig, poetisch und düster. Man muss sich auf diese Geschichte einlassen können und sich Zeit für den Roman nehmen.



Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und den netten Mailkontakt.

Wer gerne mehr über das Buch erfahren möchte kann das Interview der Autorin bei der histo-Couch nachlesen: https://www.histo-couch.de/interview-mit-eva-wahrburg.html

 

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